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Full text of "Etymologisches Wörterbuch der Europäischen (Germanischen, Romanischen und Slavischen) Wörter Orientalischen Ursprungs"

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INDOGERMANISCHE  BIBLIOTHEK 


HERAUSGEGEBEN  VON 
H.  HIRT  UND  W.  STREITBERG  t 

ERSTE  ABTEILUNG 

SAMMLUNG  INDOGERMANISCHER  LEHR- 
UND  HANDBÜCHER 


II.  REIHE:  WÖRTERBÜCHER 
DRITTER  BAND 

ETYMOLOGISCHES  WÖRTERBUCH  DER 
EUROPÄISCHEN  WÖRTER  ORIENTALISCHEN 
URSPRUNGS 


VON 


KARL  LOKOTSCH 


HEIDELBERG  1927 
CARL  WINTER'S  UNIVERSITÄTSBUCHHANDLUNG 


I 


ETYMOLOGISCHES 
WÖRTERBUCH 

DER  EUROPÄISCHEN  (germanischen, 

ROMANISCHEN  UND  SLAVISCHEN)  WÖRTER 


HEIDELBERG  1927 

CARL  WINTER'S  UNIVERSITÄTSBUCHHANDLUNG 


Verlags-Nr.  1988. 


AUa  Utobt«,  beioDden  dai  Reolit  der  Oberaetzuug  lo  tremdi  Spntoheo, 
werden  vorbehalteu 


014139 


Dem  Ni'slor  der  ilciilsrlicii  Orientalisten 


Herrn  Prof.  Dr.  Theodor  Nöldeke 

~ii  seinem  iieinr;iosten  Gehurtsjcste 
in  (Idnklhirer  Verehrnng 
i^eiuidmet 

2.  M(U  ~  11)26. 


Digitized  by  the  Internet  Archive 
in  2014 


/ 


https://archive.org/details/etymologischeOOIokoguat 


Vorwort. 

Das  etymologische  Wörterbuch  der  europäischen  Wörter  urieulaHschen 
Ursprungs  verdankt  seine  erste  Anregung  dem  häufig  ausgesprochenen 
Wunsche  meiner  Hörer  an  der  Kölner  Handelshochschule  und  Universität, 
die  Hinweise  auf  das  Weiterleben  orientalischer  Grundwörter  in  den  ver- 
schiedenen europäischen  Sprachen,  die  ich  in  meinen  Vorlesungen  und 
Übungen  zahlreich  zu  geben  pflegte,  in  einer  gedruckten  Zusammenstellung 
wiederfinden  und  nachschlagen  zu  können.  Wenn  ich  auf  die  Wörterbücher 
der  Einzelsprachen  verwies,  so  mulste  immer  wieder  festgestellt  werden,  daß 
zahlreiche  irrige  Etymologien  von  Generation  zu  Generation  weilergeschleppt 
werden  oder  günstigen  Falles  das  zugrunde  liegende  Etymon  in  seiner  orien- 
tahschen  Grundform  nicht  zu  erkennen  ist,  weil  es  zu  sehr  verunstaltet 
wurde.  Den  Wörtern  beigefügte  kurze  Hinweise,  wie  „arabischen  oder  per- 
sischen Ursprungs",  z.  B.  im  allbekannten  Oxford  Dictionary,  genügen  erst 
recht  nicht,  um  das  Wandern  eines  Wortes  vom  Orient  bis  zu  seinem 
letzten  Erscheinen  in  irgendeiner  abendländischen  Sprache  aufzuhellen. 
Als  mir  nun  im  vergangenen  Sommer  einer  der  bedeutendsten  Orientalisten 
Deutschlands,  der  seine  Lehrtätigkeit  z.  Zt.  an  einer  süddeutschen  Univer- 
sität ausübt,  schrieb,  daß  die  Wörterbücher  der  verschiedenen  europäisclien 
Sprachen  dringend  einer  Korrektur  in  Bezug  auf  die  orientalischen  Entlehnungen 
erforderten,  entschloß  ich  mich,  mein  inzwischen  reicher  gewordenes 
Material  zu  sichten  und  zu  ergänzen,  um  eine  möglichst  vollständige  Dar- 
stellung des  Ubergangs  orientalischer  Wörter  in  die  Sprachen  des  Abendlandes 
in  Form  eines  etymologisclien  Wörterbuches  in  Druck  zu  geben. 

Was  die  Ausgangssprachen  angeht,  so  kommen  in  erster  Linie  die 
Sprachen  des  islamischen  Kulturkreises  in  Betracht,  insbesondere  das 
Arabische,  Persische  und  Türkische;  daneben  lieferten  von  den  semitischen 
Sprachen  das  Hebräische  und  das  Aramäische,  ferner  das  Sanskrit  und 
seine  modernen  Entwicklungen  dem  Abendlande  manches  neue  Wort. 
Weniger  zahlreich  sind  die  Entlehnungen  aus  den  anderen  indischen  Sprachen 
[Drawidasprachen],  dem  Chinesischen  und  Japanischen  sowie  dem  Malay- 
ischen.  Gewöhnlich  wird  ein  orientalicher  Abkömmling  nicht  gleichzeitig 
in  alle  europäischen  Sprachen  aufgenommen,  vielmehr  von  einer  Einzelsprache 
ihrem  nationalen  Lautbestande  angeglichen  und  so  an  die  Nachbarsprachen 
weitergegeben.  Im  Altertum  sind  es  natürhch  vorwiegend  das  Griechische 
und  Lateinische,  die  diese  Durchgangsstation  bilden.  Ich  konnte  mir  nicht 
die  Aufgabe  stellen,  alle  griechisclien  und  lateinischen  Wörter,  die  seit  den 


VUI 


Vorwort. 


ältesten  Zeiten  jemals  dem  Orient  entlehnt  wurden,  aufzuzählen*;  vielmehr 
sind  nur  diejenigen  Wörter  hier  verfolgt  worden,  die  in  den  modernen  in 
Europa  gesprochenen  Sprachen  des  indogermanischen  Sprachstammes,  näm- 
lich in  den  romanischen,  germanischen  und  slavischen  Sprachen,  lebendig 
sind;  nur  hier  und  da  ist  auf  das  gleichzeitige  Vorkommen  im  Neugriechi- 
schen oder  in  anderen,  nicht  indogermanischen  Sprachen  [z.  B.  im 
Ungarischen]  hingewiesen  worden,  wo  entweder  die  besondere  Form  oder 
die  Art  der  Entlehnung  eine  solche  Ausnahme  nahelegte. 

Betrachtet  man  die  Form  der  dem  Orient  entlehnten  Wörter^,  so 
fallt  es  auf,  dals  diese  Entlehnungen  zwar  mehr  oder  weniger  dem  natio- 
nalen Lautbestande  der  betreffenden  Zeit  angeglichen,  die  Lautgesetze  aber, 
wie  sie  für  die  ungestörte  Entwicklung  jeder  Sprache,  etwa  für  das  Werden 
der  romanischen  Sprachen  aus  den  Formen  des  Vulgärlateins,  beobachtet 
und  festgestellt  sind,  nur  in  seltenen  Fällen  beachtet  werden.  Hier  wirken 
Eigentümlichkeiten  des  eigenen  und  des  fremden  Lautbestandes,  Neigung 
zur  vereinfachten  oder  bequemeren  Aussprache,  Assimilation  und  Dissimi- 
lation, volkstümliche  Anlehnung  an  bekanntere  Wortformen  und  zahlreiche 
fast  willkürlich  erscheinende  Ursachen  zusammen,  ohne  daß  es  möglich 
wäre,  eine  allgemein  gültige  Gesetzmäßigkeit  festzustellen.  Als  wichtigster 
Umstand  kommt  noch  hinzu,  dafs.  wie  schon  erwähnt,  die  orientahschen 
Grundwörter  meistens  durch  mehrere  europäische  Sprachen  hindurchgehen 
und  in  ihnen  immer  wieder  aufs  Neue  jene  lautlichen  Änderungen  erfahren,, 
ehe  sie  in  ihre  heutige,  endgültige  Form  angelangt  sind.  Als  die  wichtigste 
Zäsur,  welche  die  Zeiten  größerer  und  geringerer  Formänderung  der  Ent- 
lehnungen trennt,  muß  die  Erfindung  der  Buchdruckerkunst  bezeichnet 
werden;  während  bis  dahin  die  soeben  angedeuteten  Ursachen  im  Munde 
des  Volkes  ungehemmt  wirken,  üben  der  Buchdruck  und  die  durch  ihn 
bewirkten  oder  auf  ihm  sich  gründenden  Kulturerscheinungen,  unter  denen 
nur  die  Schule  als  bedeutsamste  genannt  werden  soll,  eine  stark  konser- 
vierende Wirkung  aus.  Wörter,  die  in  den  letzten  Jahrhunderten  aus  dem 
Orient  zu  uns  gekommen  sind,  stehen  daher  der  ursprünglichen  Grundform 
so  nahe,  daß  man  ohne  weiteres  ihren  fremden  Ursprung  hört  und  sieht, 
während  frühere  Entlehnungen  nur  noch  schwer  zu  durchschauen  sind. 

Neben  der  Änderung  der  Form  geht  in  vielen  Fällen  eine  Verschiebung 
der  Wortbedeutung  vor  sich,  zumal  wenn  es  sich  nicht  um  Gegenstände 

'  Noch  weniger  durfte  auf  die  Entlehnungen  eingegangen  werden,  die  die  indo- 
germanische Ursprache  oder  auch  die  frühe  Gestalt  des  Griechischen  orientalischen 
Sprachen  zu  verdanken  haben.  Ebenso  sind  die  zahlreichen  dem  Orient  entlehnten 
Eigennamen  nicht  erklärt  worden:  nur  wo  sie  zu  Gattungsnamen  geworden  sind, 
haben  sie  Platz  gefunden. 

^  Ein  Unterschied  zwischen  Lehn-  und  Fremdwörtern,  deren  theoretische 
Definition  als  bekannt  vorausgesetzt  werden  darf,  konnte  hier  unmöglich  gemacht 
werden,  da  die  Grenzen  zwischen  ihnen  so  verschwommen  sind,  daß  in  der  Praxis 
in  den  weitaus  meisten  Fällen  der  persönliche  Geschmack  oder  die  Willkür  die 
Entscheidung  über  die  Zugehörigkeit  eines  Wortes  zu  der  einen  oder  anderen 
Klasse  von  Entlehnungen  treffen  müüite. 


Vorwort. 


IX 


oder  Verhältnisse  handelt,  die  dem  Morgenlands  eigen  sind;  so  werden  z.  B. 
die  Namen  für  die  Kleidungsstücke,  die  ja  im  Morgen-  und  Abendiande 
eine  erhebliclie  Verschiedenheit  aufweisen,  trotz  der  gleichen  oder  ähn- 
lichen Wortgestalt  eine  sehr  verschiedene  Bedeutung  haben  können;  statt 
aller  Einzelheiten  sei  als  Beispiele  auf  die  Geschichte  der  deutschen  Wörter 
'Schaube'  und  'Mütze'  verwiesen.  Es  ist  daher  hier  versucht  worden,  die 
Bedeutung  der  angegebenen  Wörter  der  europäischen  Sprachen  möglichst 
genau  festzulegen,  eingedenk  der  trefflichen  Worte,  die  schon  Hörne  Tooke 
in  seinen  "Euea  irxepöevTa  oder  Diversions  of  Purley  ausspricht:  ,,It  is  a  trifl- 
ing  etymology  that  barely  refers  us  to  some  words  in  another  language, 
either  the  same  or  similar :  unless  the  nieaning  of  the  word  and  cause  of  its 
composition  can  be  discovered  by  such  referencc."  Es  würde  den  Umfang 
des  Buches,  das  für  den  bequemen  und  praktischen  Gebrauch  bestimmt  ist, 
zu  gewaltig  haben  anschwellen  lassen,  wenn  bei  jedem  einzelnen  Grund- 
worte der  genaue  geschichtliche  Gang  der  Entlehnung  bis  ins  Einzelnste 
dargelegt  worden  wäre.  Statt  eines  etymologischen  Wörterbuches  hätte 
dann  ein  Thesaurus  von  Wortgeschichten  geschrieben  werden  müssen, 
eine  l^eistung,  die  die  Kraft  eines  einzelnen  Gelehrten  bei  weitem  übersteigt.' 
Doch  sollen  die  hauptsächlichsten  geschichtlichen  Ereignisse  und  Umstände, 
die  zu  Wortentlehnungen  aus  dem  Orient  führten,  hier  kurz  dargelegt  werden. 

Die  weitaus  bedeutsamste  Verbindung  des  Morgen-  und  Abendlandes 
im  Altertum  wurde,  wenn  von  einer  Besprechung  der  Wirkung  der  Perser- 
kriege in  sprachlicher  Hinsicht  abgesehen  werden  darf,  durch  den  Zug 
Alexanders  des  Großen  hervorgerufen.  Bis  auf  diese  Zeiten  läßt  sich  der 
erste  reichlichere  Abfluß  orientalischer  Begriffe  und  Wörter  in  die  griechische 
Sprache  und  in  den  darauf  folgenden  Jahrhunderten  ins  Latemische  zurück- 
führen; seitdem  erstreckt  sich  die  Wirkung  in  ununterbrochenem  Flusse 
bis  auf  die  heutigen  modernen  Sprachen  und  Dialekte  Europas.  Das  folgende 
hellenistische  Zeitalter  begünstigte  aus  hier  nicht  zu  erörternden  Gründen 
die  Entlehnung  orientalischen  Sprachgutes  in  hervorragendem  Maße:  die 
Verbreitung  des  Judentums  und  die  Entstehung  des  Christentums  gaben 
Anlaß  zur  Übernahme  vieler  hebräischer  und  aramäischer  Wörter  ins 
Griechische  und  Lateinische  [besonders  in  die  als  Kichenlatein  bezeichnete 
Färbung].  Mit  dem  Mittelalter  beginnt  der  Einfluß  des  Arabischen.  Nach- 
dem sich  der  Islam  von  den  malayisclien  Inseln  bis  zu  den  Gestaden  des 
Atlantischen  Ozeans  verbreitet  hatte,  war  eine  riesige  Berührungslinie  des 
arabischen  Sprachgebiets  mit  dem  Abendlande  geschaffen.  Der  Wortschatz 
der  Sprachen  der  Pyrenäenhalbinsel,  des  Spanischen,  Portugiesischen  und 
Katalanischen,  und  in  geringerem  Umfange  anch  der  des  ProvenzaHschen, 
Französischen  und  Italienischen  werden   mit  arabischen   Wörtern  derart 

'  Um  (Jen  Leser,  der  sich  in  einzelnen  Fällen  eine  solche  Worlgeschichte 
herzustellen  wünscht,  dazu  in  stand  zu  setzen,  ist  jedesmal  die  einsclilägige  Literatur 
angegeben  worden,  deren  Einblick  auch  andere  als  hier  angegebene  Erklärungen 
vor  Augen  führen  wird.  In  bestimmten  Fällen  sind  diese  entgep-enstehenden 
Ansichten  auch  hier  bereits  aufgeführt  worden. 


X 


Voiwürl. 


(iurchtränkt,  daß  B.  das  Spanische  nach  Ausscheidung  der  arabischen 
Elemente  nicht  mehr  fähig  wäre,  seine  Funktion  als  moderne  Sprache 
auszuüben.  Fast  tausend  Jahre  arabisclier  oder  islamischer  Herrschaft  und 
Kultur  haben  deren  Stempel  den  Sprachen  des  westlichen  Mittelmeerbeckens 
unauslöschlich  aufgeprägt.  Dagegen  setzt  die  Wirkung  auf  die  Sprachen  des 
('istlichen  Beckens  des  mittelländischen  Meeres  erst  später  ein;  bis  zum 
Falle  Konstantinopels  schützt  das  griechische  Sprachgebiet  den  Osten  Euro- 
pas vor  orientalischer  Sprachüberflutung.  Nur  die  Inseln,  besonders  Malta, 
Sizilien  und  Sardinien,  wie  aucli  Unteritalien  sind  mehrere  Jahrhunderte 
hindurch  arabischer  Sprach-  und  Kulturwirkung  ausgesetzt,  deren  Förde- 
rung durch  Friedrich  II.  und  vielleicht  schon  durch  seine  Vorgänger  aus 
dem  Geschlechte  der  Hohenstaufen  nicht  zu  unterschätzen  ist.  Die  Wirkung 
der  direkten  Berührung  der  Abendländer  mit  dem  Orient,  wie  sie  im 
vorhergehenden  Zeitalter  der  Kreuzzüge  vor  sich  gegangen  war,  wird  auf 
diese  W^eise  nachhaltig  verstärkt;  auch  der  Aufschwung  der  arabischen 
Lehrtätigkeit  in  den  südeuropäischen  Zentren  der  Gelehrsamkeit  ist  nicht 
ohne  dauernden  Einfluß  auf  die  Gestaltung  des  Wortschatzes  der  romani- 
schen Sprachen  geblieben.  Hervorgehoben  sei  besonders  das  damals  ein- 
gedrungene arabische  Element  im  Wortschatz  der  Anatomie  und  Mathematik. 
Bei  der  im  Mittelalter  noch  größeren  Freizügigkeit  der  Gelehrten  und 
Ungelehrten  und  praktischeren  Internationalität  der  Wissenschaft,  als  wir 
sie  heute  besitzen,  verbreiteten  sich  die  arabischen  Elemente  rasch  bis  in  die 
nordischen  Länder  gemanischer  Zunge.  Gewiß  haben  zu  dieser  schnellen 
Verbreitung  auch  die  Juden  beigetragen,  die  seit  dem  frühen  Mittelalter 
sämtliche  europäische  Sprachen  mit  Wörtern  ihrer  Muttersprache  oder  des 
verwandten  Arabischen  bereicherten.  Besonders  im  Deutschen  ist  dieser 
Einfluß  sehr  lebendig  gewesen  und  hat  ja  zur  Bildung  eines  weit  ver- 
breiteten Dialektes,  des  Jiddischen,  geführt. 

Mit  dem  epochalen  Ereignisse  des  Jahres  1453  beginnt  die  starke 
Wirkung  des  Türkischen  auf  die  Sprachen  der  Balkanhalbinsel,  die  nunmehr 
über  vier  Jahrhunderte  lang  unter  der  politischen  Herrscijaft  der  Osmanen 
stehen  sollte;  daher  stammt  die  starke  Vermischung  des  Rumänischen  und 
des  Bulgarischen  und  Serbischen,  sowie  in  weiterem  Umkreise  der  übrigen 
slavischeu  Sprachen  mit  türkischen  Lehn-  und  Fremdwörtern,  die  nur  noch 
selten  ihr  orientalisches  Gewand  abgelegt  und  eine  uationalslavische  Form 
angenommen  haben,  da  selbst  hier  in  den  Halbkulturländern  des  südöst- 
lichen Europas  die  Wirkung  der  Buchdruckerkunst  in  gleichem  Sinne  wie 
anderswo  zu  beobachten  ist.  Dazu  scheinen  überhaupt  die  Zeiten  der  ge- 
waltigen Lautänderungen,  wie  sie  sich  vom  8.  bis  L5.  Jahrhundert  in  ganz 
Europa  abspielten,  endgültig  vorbei  zu  sein,  jedenfalls  ein  weit  langsameres 
Ausmaß  der  Entwicklung  angenommen  zu  haben.  Eine  letzte  Wirkung 
der  orientalischen  Sprachen  auf  den  Wortschatz  des  Abendlandes  erzielen 
die  direkten  Beziehungen  kolonisatorischer  und  merkantiler  Tätigkeit,  welche 
die  Europäer  mit  den  Völkern  Süd-  und  Ostasiens  in  Berührung  bringt. 
Der  Zustrom  malayischer,  hindustanischer,  chinesischer  und  japanischer 


Vorwort. 


XI 


Wörter  zunächst  ins  Englische  und  Niederländisciie  und  weiter  in  die 
übrigen  europäischen  Sprachen  hat  seil  Beginn  des  19.  Jahrhunderts  außer- 
ordenthchen  Umfang  genommen ;  bei  dem  beginnenden  Aufstieg  Asiens 
ist  anzunehmen,  daß  diese  sprachhche  Wirkung  eher  zu-  als  abnehmen  wird. 

Im  etymologischen  Wörterbuche  sollen  die  jetzt  noch  lebendigen 
Entlehnungen  aus  dem  Orient  erklärt  werden,  während  von  den  bereits 
wieder  aufgegebenen  orientahschen  Lehnwörtern  nur  hier  und  da  vergleichs- 
weise die  Rede  sein  soll;  die  Zahl  der  hierhin  gehörigen  wieder  aus- 
gestorbenen Wörter,  wie  z.  B.  im  Mittelhochdeutschen,  ist  nicht  gering; 
auch  für  Lehnwörter  gilt  wie  für  so  viele  dem  nationalen  Stamme  ent- 
sprossene Wörter  der  Ausspruch  des  Horaz  (De  arte  poetica  70/71): 
Multa  renascentur  quae  iam  cecidere  cadentque 
Quae  nunc  sunt  in  honore  vocahula,  si  volet  usus. 
, Manches  gefallene  Wort  wird  wiedergeboren,  vergehn  wird 
Manches,  das  jetzt  noch  in  Ehre  dasteht,  wenn  so  es  der  Brauch  will." 

Noch  einige  Bemerkungen  über  die  Wiedergabe  der  orientalischen 
und  europäischen  Wörter.  Die  Umsclirilt  der  orieri talischen  Formen  ist 
entsprechend  dem  Gebrauche  der  Semitisten  (Umschrift  der  DMG),  der 
Indologen  und  der  Sinologen  erfolgt;  es  schien  mir  dies  praktischer  zu  sein, 
als  eine  einheitliche  Umschrift  zu  wählen  und  durcli/.uführen,  wenn  auch 
derselbe  oder  ein  ähnlicher  Laut  auf  diese  Weise  verschiedene  Umschrift 
erfährt  (s,  s,  sh).  Bei  den  arabischen  und  persischen  Wörtern  ist  die 
klassische  Form,  also  mit  kurzem  oder  langem  a,  i,  u  angegeben,  und  nur, 
wo  es  nötig  schien,  die  vulgäre  Form  hinzugefügt.  Da  im  Türkischen  kein 
Unterschied  zwischen  langen  und  kurzen  Vokalen  vorhanden  ist,  wurde 
auch  bei  solchen  Wörtern,  die  dem  Türkischen  aus  dem  Arabischen  oder 
Persischen  zugekommen  sind,  von  einer  Angabe  der  Quantität  abgesehen. 
Dagegen  sind  durchweg  die  emphatischen  Konsonanten  auch  bei  rein  tür- 
kischen Wörtern  bezeichnet  worden,  wenn  sie  hier  auch  nur  geringfügige 
lautliche  Unterschiede  bedingen  (z.  B.  k  und  in  kel  und  kara).  Was  die 
Umschrift  der  Formen  aus  den  europäischen  Sprachen  anlangt,  so  ist  für 
das  Russische,  Bulgarische  und  Serbische  die  übliche  Umschrift  *  ohne  die 
bei  den  Slavisten  gebräuchlichen  Feinheiten  benutzt  worden;  im  übrigen 
ist  die  nationale  Orthographie  angewandt  worden,  die  nur  bei  älteren  Aus- 
drücken zu  Schwierigkeiten  führen  kann  (z.  B.  altspanisches  x). 

Daß  ich  bei  keiner  der  vermerkten  Etymologien  die  Priorität  für  mich 
in  Anspruch  nehme,  ist  selbstverständlich ;  es  ist  ja  vielfach  überhaupt  sehr 
schwierig,  wenn  nicht  unmöglich,  die  erstmahge  Angabe  einer  Etymologie 
genau  festzustellen,  gehen  doch  manche  gute  Etymologien  beispielsweise  auf 
Etienne  und  Menage  zurück,  die  heutzutage  wieder  entdeckt  werden.  Der 

'  Dabei  wurde  der  Einfachheit  halber  für  den  labialen  Reibelaul  wie  im 
Türkischen  auch  im  Slavischen  w  gesetzt;  wenn  auch  im  Arabischen  hiermit  der 
bilabiale  Laut  bezeichnet  wird,  so  scheinen  mir  phonetische  Fragen  hier  von  ge- 
ringerem Belange  zu  sein.  Ebenso  ist  in  den  slavischen  Wörtern  h  zur  Umschrei- 
bung von  X  gewählt  worden. 


XIl 


Vorwort . 


Kenner  und  Fachgelelu  te  wird  übrigens  an  vielen  Stellen  merken,  daß  neue 
Vorschläge  und  Erklärungen  geboten  werden.  Bei  nicht  sicheren  Etymo- 
logien war  icli  bemüht,  den  Grad  der  Wahrscheinlichkeit  durch  entsprechende 
Einschränkungen  wie  , vielleicht,  möglicherweise,  wahrscheinlich'  anzudeuten. 
Daß  eine  absolute  Vollständigkeit  in  einem  etymologischen  Wörterbuche 
niemals  zu  erreichen  ist,  bitte  ich  bei  Benutzung  und  Beurteilung  bedenken 
zu  wollen.  Wer  die  Entwicklung  der  aufeinander  folgenden  Auflagen  be- 
kannter etymologischer  Wörterbücher  einmal  verfolgt  liat,  wird  die  Beob- 
achtung gemacht  haben,  daß  relative  Vollkommenheit  einer  solchen  Arbeit 
erst  von  Auflage  zu  Auflage,  meist  mit  Hilfe  anderer  Fachgelehrter,  deren 
Rat  ich  mit  größtem  Danke  entgegennehmen  werde,  zu  erreichen  ist.  In 
diesem  Sinne  schicke  ich  mein  etymologisches  Wörterbuch  mit  dem  Spruche 
in  die  Welt,  der  auf  einem  alten  Gymnasium  steht: 

Praesens  imperfectum, 
Perfectum  futurum. 


Köln ,  Januiir  1927. 


Dr,  Karl  Lokotsch. 


Verzeichnis  der  Abkürzungen  und  Zeichen. 


1.  Bücher  und  Zeitschriften. 

Andresen  DVEt  =  Karl  Gustaf  An  di  esen ,  Über  deutsche  Volksetymologie.  Heil- 
bionn  a.  N.  1876. 

Ave-L  =  F.  C.  B.  A ve-Lalleinand.  Das  deutsche  Gaunerthuni  in  seiner  social- 
poiitischen,  literarischen  und  Unguistischen  Ausbildung  zu  seinem  heutigen 
Bestände.    4  Bde.    Leipzig  1858/1862. 

Behrens  Beiträge  =  Dietrich  Behrens,  Beiträge  zur  französischen  Wortgeschichte 
und  Grammatik.    Studien  und  Kritiken.    Halle  a.  S.  1910. 

Bern  SlEtWb  =  Erich  Berneker,  Slavisches  Etymologisches  Wörterbuch.  I.  Bd. 
A— L.    2.  unveränderte  Aufl.    Heidelberg  1924. 

Birnbaum  HebrEl  =  Salomo  Birnbaum,  Das  hebräische  und  aramäische  Element 
in  der  jiddischen  Sprache.    Leipzig  1922. 

BrLexSyr  =  Lexicon  syriacum  auctore  Carolo  Brockelmann.  Editio  secunda 
aucta  et  etnendata.    Halis  Saxonum  192;)  sqq. 

Browne  Festschr  —  <*L'  ^ .  A  volume  of  oriental  studies  presented  to  Edward 
G.Browne  on  bis  60th  birthJay.  Edited  by  T.W.Arnold  and  Reynold 
A.Nicholson.    Cambridge  1922. 

BSGW  —  Berichte  über  die  Verhandlungen  der  Königlich  Sächsischen  Gesellschaft 
der  Wissenschaften  zu  Leipzig.    Philologisch-historische  Klasse.  Leipzig. 

Chamb  AllJap  =  Hasil  Hall  Chaniberlain.  Allerlei  Japanisches  (Things  Japa- 
nese). Notizen  über  verschiedene  japanische  Gegenstände  für  Reisende  und 
andere.    Übersetzt  von  Bernhard  Kellermann.  1912. 

C.onstancio  Dicc  =  Francisco  Solano  Constancio,  Novo  diccionario  critico  e 
etymologico  da  lingua  portugueza.  3.  ed.  Paris  1845.  [Trotz  seines  Alters 
und  vieler  falscher  Etymologien  immer  noch  höchst  werlvoll  für  die  genaue 
Feststellung  der  Wortbedeutungen.] 

DE  =  Glossaire  des  Mots  Espagnols  et  Portugals  derives  de  l'arabe  par  R.  Dozy 
et  W.  H.  Engelni ann.    2i' edition.    Leyde  1869. 

Del  HWB  =  Friedrich  Delitzsch,  Assyrisches  Handvvöiterbuch.    Leipzig  1896. 

De  Sacy  ChrAr  =  A.  J.  Silvestre  de  Sacy,  Chrestomathie  arabe  ou  extraits  de 
divers  ecrivains  arabes,  tant  en  prose  qu'en  vers,  ä  l'usage  des  6l6ves  de 
l'ecole  speciale  des  langues  orientnles  Vivantes.    3  Bde.    Paris  1806. 

Devic  DEt  =  L.Marcel  Devic,  Dictionnaire  etymologique  des  mots  fran^ais 
d'origine  Orientale  (Arabe,  persan.  turc,  hebreu,  malais).    Paris  1876. 

DiccCast  —  Diccionario  de  la  lengua  castellana  extractado  del  diccionario  enci- 
clopedico  compuesto  por  E.  Zerolo,  M.  de  Toro  y  Gömez,  E.  Isaza  y  otros 
escritores  espanoles  y  americanos.    Paris  1897. 

Dozy  Oost  =  R.  Dozy,  Oosterlingen.  Verklaarende  lijst  der  nederlandsche  wor- 
den, die  uit  het  arabisch,  hebreeuwsch,  chaldeeuwsch,  perzisch  en  turfcsch 
afkomstig  zijn.    'Gravenhage-Leiden-Ariihem  1867. 

Dozy  Suppl  =  R.  Dozy,  Supplement  aux  dictionnaires  arabes.  2  Bde.  Leyde  1881. 

Dozy  Vetem  =  R.  P.  A.  Dozy,  Dictionnaire  detaille  des  noms  des  vetements 
chez  les  Arabes.    Amsterdam  1845. 

Eguilaz  =  D.  L.  de  Eguilaz  y  Yanguas.  Glosario  etimolögico  de  las  palabras 
espanoles  de  on'gen  oriental.    Granada  1886. 

Globus  =  Globus.  Illustrierte  Zeitschrift  für  Länder-  und  Völkerkunde.  Be- 
gründet und  herausgegeben  von  Karl  bzw.  Richard  Audree.  Brauuschweig. 

Gorjajew  =  H.  B.  FopaeBi),  CpaBHHTejbHHH  3THMOJiorH4ecKiü  cjioBapb  pyccKaro 
jisHKa.    TH(j)jiHci  1896. 


XIV 


Verzeichnis  der  Abkürzungen  und  Zeichen. 


GRM  =  Germanisch-Romanisrhe  Monatsschrifl.    Heidelberg.    I,  1909  l'f. 
GrSVociSic    -  G.  de  Gregorio  e  Chr.  F.  Seybold,  Glossario  delle  voci  sicilani 

di  origine  araba.    Jn  SlGlIt  III,  225/251.    Palermo  1903. 
GSAI  =  Giornale  dclla  Societä  Asiatica  Italiana.  Roma. 

HArHebrAn  =  Joseph  Hyrtl.  Das  Arabische  und  Hebräische  in  der  Anatomie. 
Wien  1879. 

Herrigs  Archiv  =  Archiv  für  das  Studium  der  neueren  Sprachen  und  Literaturen. 

Begründet  von  Herrig.    Braunschweig.    (Nach  Bänden  zitiert.) 
Hirtli  ChinFW  =  F.  Hirlh,  Fremdwörter  aus  dem  Chinesischen.     In  Herrigs 

Archiv  (1882)  XXXVI.  Jahrg.,  Bd.  LXVII,  S.  197/212. 
Hobson-Jobson  =  Henry  Yule  and  Arthur  Coke  Burnwell.  Hobson- Jobson : 

being  a  glossary  of  anglo-indian  colloquial  words  and  phrases,  and  of  kindred 

terms:  Etymological,  historical,  geographica!  and  discursive.    New  Edition 

by  William  Crooke.    London  1903.    (S.  hier  Nr.  S?,ö.) 
Horn  NpEt  =  Paul  Horn,  Grundriß  der  neupersischen  Etymologie  (Sammlung 

indogermanischer  Wörterbücher  IV).    Straßburg   1893.     (Nach  Seiten  und 

Nummern  zitiert.) 

Huart  GA  =  Gl.  Huart.  Geschichte  der  Araber.  Autorisierte  Übersetzung  von 
Sebastian  Beck  und  Montz  Färber.    Leipzig.   Bd.  L  1914:  11.  1915. 

IB  =  Die  Reisen  des  Arabers  Ibn  Batata  durch  Indien  und  China  (14.  Jahrhun- 
dert). Bearbeitet  von  Hans  von  Mzik.  (Bibliothek  denkwürdiger  Reisen,  heraus- 
gegeben von  Ernst  Srhultze.  5.  Bd.)  Hamburg  191 1.  —  (Verweisungen  auf  den 
arabischen  Urtext  des  Ibn  BattOta  beziehen  sich  auf  Voyages  d'Ibn  Batoutah, 
texte  arabe.  arcompasrne  d'une  traduction  par  C.  Defremery  et  H.  B.  San- 
guinetli.    4  Buo.    Paris  1853/59.) 

Ideler  Sterun  =  Ludwig  Ideler,  Untersuchungen  über  den  Ursprung  und  die 
Bedeutung  der  Slernnamen.  Ein  Reytrafx  zur  Geschichte  des  gestirnten 
Himmels.    Berlin  1809. 

IF  =  Indogermanische  Forschungen.  Zeitschrilt  tür  indogermanische  Sprach- 
und  Aheitumskiinde.  Straßburg. 

Isl  =  Der  Islam.  Zeits<  hrift  für  Geschichte  un(t  Kultur  des  islamischen  Orients. 
Berlin-Leipzig.    (Früher:  Straßburg.) 

Jacob  EMA  =  Georg  Jacob,  Der  Einfluß  des  Morgenlandes  auf  das  Abendland 
vornehmlich  während  des  Mittelalters.    Hannover  lVt24. 

JAOS  =  Journal  of  the  American  Oriental  Society.  Boston,  New  York,  New  Häven. 

JAs  =  Journal  Asiatique  publie  par  la  Societe  asiatique.  Paris 

JRGS  =  Journal  of  the  Royal  Geographica!  Society.  London. 

Karlowicz  =  Jean  Karlowicz,  Memoire  sur  l'influence  des  langues  orientales 
sur  la  langue  polonaise.  In  Actes  du  Sixieme  Congr6s  International  des 
Orientalistes  tenu  en  1883  ä  Leide.  partie,  section  1:  Semitique.  Leide 
1885.    S.  409/441. 

Kc-lekian  Kamüs  =  Dictiounaire  Turc-Francais  par  Diran  Kelekian.  Constan- 
tinople  1911. 

Kluge  =  Friedrich  Kluge,  Etymologisches  Wörterbuch  der  deutschen  Sprache. 

Straßburg  1915. 
KM  =  Katr  al-Muhit.    Bairüt  o.  J.    4  Bde. 

König  HWB  =  Eduard  König,  Hebräisches  und  aramäisches  Wörterbuch  zum 
Alten  Testament.    Leipzig  1910. 

Köi-ting  =  Körting,  Lateinisch-romanisches  Wörterbuch.  3.  Aufl.  Paderborn  1907. 

KSz  =  Keleti  Szemle.   Revue  Orientale  pour  les  etudes  ouralo-altaiques.  Budapest. 

KZ  =  Kölnische  Zeitung.    Köln.    (Nach  Jahr  und  Nummer  zitiert.) 

KZ  ==  Zeitschrift  für  vergleichende  Sprachforschung  auf  dem  Gebiete  der  indo- 
germanischen Sprachen.  Begründet  von  Kuhn.  Göttingen.  (Nach  Jahrgängen 
zitiert.) 

Lammens  Farük  =  Farä'id  al-luga.    Al-guz'  al-auwal:   Fi'l-fai-ük.    Ta'Hf  al-abu 

Henrikus  Lämmen.s.    BairOl  1889.    (Nach  Nummern  zitiert.) 
Lanimens  Rem  =  Henri  Lammens  S.J.,  Remarques  sur  les  mots  franqais  d6- 

rives  de  I'arabe.    Beyrouth  1890. 
Lasinio  =  Fausto  Lasinio,  Come  gli  studi  orientali  possanu  aiutare  l'opera  del 

vocabolario.    Lezione.    S.  a.  et  1. 
Lenz  Eindr  =  H.  K.  Lenz,  Jüdische  Eindringhnge  in  Wörter-  und  Citatenschatz 

der  deutschen  Sprache.    Münster  i.  W.  1895. 


Verzeichnis  der  Abkürzungen  und  Zeichen. 


XV 


Löbel  EITAP  =  Theophil  Loebel.  Elemente  turcegti  arabe§li  si  persane  in 
limba  Romänä.    Constanlinople-Lipsca  1894. 

Mahn  EtUnt  =  C.  A.  F.  Mahn,  Etymologische  Untersuchungen  auf  dern  Gebiete 
der  romanischen  Sprachen. 

Marinkovilch  =  Louka  K.  Marinkovitch,  Vocabulaire  des  mots  persans,  arabts 
et  turcs  introduits  dans  la  langue  serbe  avec  un  expose  de  la  litterature  serbe. 
In  Veihandlungen  des  ö.  Internationalen  Orientalisten-Congresses  gehalten  zu 
Berlin  im  September  1S81.    3.  Teil,  2.  Hälfte.    Berhn  188Ü.    S.  !299/33!2. 

Mikl  SlEtWb  =  Franz  Miklosich,  Etymologisches  Wörterbuch  der  slavischen 
Sprachen.    Wien  1886. 

ML  =  W.  Meyer-Lübke,  Romanisches  etymologisches  Wörterbuch.  Heidelberg 
1911/20.    (Nach  Nummern  zitiert.) 

MMM  =  Aristide  Marre,  Petit  vocabulaire  des  mots  malays  qua  l'usage  a  intro- 
duits dans  les  langues  d'Europe.    Rome  1866.    (Nach  Nummern  zitiert.) 

Mo  =  Le  Monde  Oriental.  Archivespour  Tbistoire  et  l'ethnographie,  les  langues 
et  litteratures,  religions  et  traditions  de  l'Europe  Orientale  et  de  l'Asie.  Uppsala. 

MP  =  Die  Reisen  des  Venezianers  .fVlarco  Polo  im  13.  Jahi hundert.  Bearbeitet 
und  herausgegeben  von  Hans  Lemke.  (Bitiliothek  wertvoller  Memoiren  heraus- 
gegeben von  Ernirt  Schnitze.    1.  Bd.)    Hamburg  1908. 

MSISI  =  Mh K.iiocHini,  KpaTnin  dOBapi.  raeciH  c.iaBflHCKHXi.  ^iisuKOBi..  C.  Herep- 
6yprT>  II  MocKBa.    Bina  188d. 

MSOS  =  Mitteilungen  des  Seminars  für  orientalische  Sprachen  in  Berlin.  West- 
asiatische Abteilung.  Berlin. 

MWiD  =  Enno  Litt  mann,  Morgenländische  Wörter  im  Deutschen.  Nebst  einem 
Anhang  über  die  amerikanischen  Wörter.    2.  Aufl.    Tübingen  1924. 

Neophilologus  —  Neophilologus.  Dreimonatliche  Zeitschrift  zur  wissenschaftlichen 
Ptlege  lebender  Fri  mdsfirachen  und  ihrer  Literaturen  und  für  das  Studium 
der  klassischen  Sprachen  in  ihrem  Zusammenhang  mit  den  Neuern.  Gro- 
ningen-Haag-Lei jizig. 

NO  —  Halbmonat-ausgabe  des  Korresisondenzblattes  der  Nachrichtenstelle  für  den 
Orient.  Berlin.  IH.  Jahir.  191(3/17  und  Fortsetzung:  Der  Neue  Orient.  Halb- 
monatsschrift für  das  wirlschaftliclie,  politische  und  geistige  Leben  im  ge- 
samten Osten.  Berlin. 

(»LZ  =  Orientallstische  Literaturzeituiig.  Leipzig. 

Oriente  I  =  Luigi  Bonelli,  Elementi  Italiani  nel  Turco  ed  eiementi  Turchi 
nellTtaliano.    In  L'Oriente.  L    Roma  1894.    S.  178/196. 

Piju  =  Maleisch-nederduitsch  woordenboek.  Naar  het  werk  von  Dr.  W.  Marsden 
en  andere  brennen  bewerkl  door  -I.  Piinappel  Gz.  Haarlem-Amsterdam  1863. 

Romania  =  Romania.  Recueil  trimtstriel,  consacre  ä  l'etude  des  langues  et  des 
litteratures  romanes.  Paris. 

RomForsch  =  Romanische  Forschungen.  Erlangen. 

Roth  ViFr  =  Theodor  Roth,  Die  Völkernamen  in  ihrer  Entwicklung  zu  Gattungs- 
namen im  Französischen.  Ein  Beitrag  zur  Entwicklung  des  französischen 
Wortschatzes.    Progr.  Friedland  i.  M.  1909/10.    Friedland  i.  M.  1910. 

Sain  =  Lazare  Sainean,  L'intluence  Orientale  sur  la  langue  et  la  civilisation 
roumaines.  I.  La  langue.  Les  Clements  orientaux  en  roumain.  Paris  1902. 
(Extrait  de  la  Romania  XXX;  XXXI.) 

SBKAW  =  Sitzungsberichte  der  Kais.  Akademie  der  Wissenschaften  in  Wieiu 
Philosophisch-historische  Glasse.    Wien.    (Nach  Bänden  zitiert.) 

Schapiro  Revel  =  Micliel  Schapiro,  Revelations  etymologiques.  Origine  de 
mots  dits  historiques.    I.  Armes  tranchantes.    Paris-Odessa  1880. 

Schirmer  WortschdM  =  Alfred  Schirmer,  Der  Wortschatz  der  Mathematik  nach 
Alter  und  Herkunft  untersucht.  Straßburg  1912.  (Beiheft  zum  XIV.  Bd. 
der  ZtdWl.) 

Seiler  DKiL  =  Friedrich  Seiler,  Die  Entwicklung  der  deutschen  Kultur  im  Spiegel 
des  deutschen  Lehnwortes.  Halle  a.S.  P;  1913.  IP;  1907.  IH:  1910.  IV:  1912. 
StGlIt  =  Studi  glottologiii  italiani.  Palermo. 

Tendlau  =  Sprichwörter  und  Redensarten  deutsch-jüdischer  Vorzeit.  Als  Beitrag 
zur  Volks-,  Sprach-  und  Sprichwörter-Kunde.  Aufgezeichnet  aus  dem  Munde 
des  Volkes  und  nach  Wort  und  Sinn  erläutert  von  Abraham  Tendlau. 
Frankfurt  a.  M.  1860. 


XVI 


Verzeichnis  der  Abkürzungen  und  Zeichen. 


Vrtinbery  Frini  Kultur  —  Hermann  Vamliery,  Die  primitive  Cultur  des  Turko- 
Tatarisciien  Volkes  auf  Grund  sprachliclier  Fursc-hungen  erörtert.  Leipzig  1879. 

Vambery  TktElWb  =  Hermann  Vambery,  Etymoloj^isches  Vi^örterhuch  der 
turkotatarischen  Sprachen.  Ein  Versuch  zur  Darstellung  des  Familienverhält- 
nisses des  turkütatarischen  Wortschatzes.    Leipzig  1878. 

^Vartbur^i:  FEtWb  =  Walther  v.  Wartburg,  Französisches  Etymologisches  Wör- 
terbuch. Eine  Darstellung  des  galloromanischen  Sprachschatzes.  Bonn  und 
Leipzii?  I'.ti'i2fr. 

WuS  —  Wörter  und  Sachen.  Kulturhistorisciie  Zeitschrift  für  Sprach-  und  Sach- 
forschung. Heideiberg. 

WZKM  —  Wiener  Zeitschrift  für  die  Kunde  des  Morgenlandes.  Wien. 

ZAkkFW  =  Heinrieh  Zimmern,  Akkadische  Fremdwörter  als  Beweis  für  baby- 
lonischen lüilturt  influß.  Leipzig  1915.  (Sonderdruck  aus  dem  Renunziations- 
progranim  der  Philosophischen  Fakultät  der  Universität  Leipzig  tür  1913/14.) 

ZDMG  =  Zeitschrift  der  deutschen  Morgenländischeri  Gesellschaft.  Leipzig. 

ZDFV  =  Zeitschrilt  des  deutschen  Palästinavereins.  Leipzig. 

ZtAss  =  Zeitschrift  für  Assyriologie  und  vei  wandte  Gebiete.  Straßburg. 

ZfdWf  =  Zeitschrift  für  deutsche  Wortforschung.  Herausgegeben  von  Fr.  Kluge. 
Strafiburg. 

ZfroniPh  =  Zeitschrift  für  romanische  Philologie.    Halle  a.  S. 
ZtSem  =  Zeitschrilt  für  Semitistik  und  verwandte  Gebiete.  Leipzig. 
ZKM  =  Zeitsciirift  für  die  Kunde  des  Morgenlandes.     Göttingen,  Bonn.  (Vor- 
gängerin der  ZDMG.) 

2.  Sprachen  und  Mundarten. 


afrz.  =  altfranzösisch 
äg.  =  ägyptisch  (Sprache  der  Hiero- 
glyphen) 
ags.  =  angelsächsisch 
ahd.  =  althochdeutsch 
ait.  =  altitalienisch 
angloind.  =  angloindisch 
ai)g.  =  altportugiesisch 
ar.  =  arabisch 
arag.  =  aragonesiscli 
aram.  =  aramäisch 
asp.  =  altspanisch 
ass.  =  assyrisch 
äth.  =  äthiopisch 
berb.  =  berberisch 
bulg.  bult^arisch 
cag.  =  cagataisch  (osttk.) 
6ech.  =  Cechisch  (böhmisch) 
chin.  =  chinesiscli 
dän.  =  dänisch 
dtsch.  =  deutsch 
engl.  —  englisch 
linn.  =  finnisch 
frz.  =  französisch 
gen.  =  genuesisch 
germ.  =  germanisch 
gr.  =  griechisch  (altgr.) 
hebr.  =  hebräisch 
hind.  =  hindustani 
ind.  =  indisch 
it.  =  italienisch 
jap.  =  japanisch 
jav.  =  javanisch 
jid.  =r  jiddisch 
jud.-dtsch.  =  .jüdisch-deutsch 
kas.  tat.  =  kazantatarisch 


kirgis.  =  kirgisisch 

klruss.  =  kleinrussisch  (ruthenisch 

oder  ukrainisch) 
kopt.  =  koptisch 
lat  =  lateinisch 

log.  =  logudoresisch  (sardischer  Dialekt) 

mail.  =  mailändiscli 

mal.  =  malayisch 

mengl.  =  miltelenglisch 

mgr.  =  mittelgriechisch 

mhd.  =  mittelhochdeutsch 

mlal.  =  mittellateinisch  (Lateiu  des 

Mittelalters) 
mong.  =  mongolisch 
ndl.  =  niederländisch  (holländisch) 
nfrz.  =  neufranzösisch 
ngr.  =  neugriechisch 
nhd.  =  neuhochdeutsch 
osm.  =  osmanisch-tk. 
pers.  =  neup^rsisch 
pg.  =  portugiesisch 
phÖD.  =  phönizisch 
piem.  =  piemontesisch 
poln.  =  polnisch 
prov.  =  provenzalisch 
rom.  =  romanisch 
rum.  =  rumänisch 
russ.  =  russisch 
sard.  —  sardisch 
schwed.  =  schwedisch 
semit.  =  semitisch 
serb.  =  serbisch  (serbokroatisch) 
siz.  =  sizilianisch 
slav.  =  slavisch 
slov.  =  slovenisch 
sp.  =  spanisch 


Verzeichnis  der  Abicürzungen  und  Zeichen.  XVII 


sskr.  =  Sanskrit  triest.  =  triestinisch  (it.  Dialekt) 

sum.  =  sumerisch  tk.  =  türkisch  (osmanisch) 

syr.  =  syrisch  (altsyr.)  ung.  =  ungarisch 

tamul.  =  tamulisch  valenc.  =  valencianisch 

tat.  =  tk. -tatarisch  venez.  =  venezianisch. 


3.  Andere  Abkürzungen  und  Zeichen. 


Abltg.  =  Ableitung 
Adj.  =  Adjektiv 
ähnl.  =  ähnhch 
AT  =  Altes  Testament 
bes.  —  besonders 
dass.  =  dasselbe  (bedeu- 
tend) 

dem.  =  Deminutivum 
dergl.  =  dergleichen 
d.  h.  =  das  heißt 
dial.  =  dialektisch 
f.  —  und  folgender  (  e,  -es) 
fem.  =  femininum 
tf.  =  und  folgende 


fig.  =  figürlich 
Gdwrt.  —  Grundwort 

(Etymon) 
i.  J.  =  im  Jahre 
Inf.  =  Infinitiv 
Jhdt.  =  Jahrhundert 
MA  =  Mittelalter 
N.  pr.  =  Nomen  proprium 
Nr.  =  Nummer 
od.  =  oder 
ph'.  =  pluralis 
s.  =  siehe 
S.  =  Seite 

sc.  =  scilicet  (nämlich) 


Sgl.  =  singularis 
sog.  =  sogenannt 
Subst.  =  Substantiv 
s.  V.  =  sub  verbo 
u.  =  und 

usw.  =  und  so  weiter 
Vb.  =  Verb 
vgl.  =  vergleiche 
V.  u.  =  von  unten 
vulg.  =  vulgär 
Wt.  =  Wort 
Z.  =  Zeile 
z.  B  =  zum  Beispiel 
z.  T.  =  zum  Teil 


Exponenten  (hochgestellte  ZilTern)  geben  die  Auflage  an 
*    zeigt  ein  niclit  belegtes,  nur  erschlossenes  Wort  an 
<^  ist  entstanden  aus  .  .  . 
y  ist  geworden  zu  .  .  . 


Lokotsch,  Etymolog.  Wörterbuch. 


Inhaltsverzeichnis.  g^it^ 

Vorwort   VII 

Verzeichnis  der  Abkürzungen  und  Zeichen   XIII 

Etymologisches  Wörterbuch                                                   ...  1 

Sacli-  und  Namensverzeichnis   175 

Wortverzeichnisse 

Arabisch  (Klassisch  und  vulgär)   177 

Assyrisch  (oder  akkadisch)   184 

Bulgarisch   185 

Deutsch   188 

Englisch   192 

Französisch   196 

Griechisch   201 

Hebräisch   203 

Italienisch   203 

Katalanisch   208 

Kleinrussisch   209 

Latein   210 

JWalayiech   211 

Niederländisch   212 

Polnisch   213 

Portugiesisch   215 

Piovenzalisch     .      .    220 

Rumänisch   221 

Russisch   228 

Serbisch   231 

Skandinavisch  (Dänisch  und  Schwedisch)  •  235 

Spanisch   235 

Syrisch  (nebst  Aramäisch)   241 

Tschechisch   241 


Etymologisches  Wörterbuch. 


1.  Syr.  aßa: 

[BrLexSyr  la;  allgemein-semitisch,  vgl. 
hebr.  rtß,  ar.  abü,  ass.  abu,  Del  HWß  3  a] 
'Vater'.  Hieraus  gr.  äßßaq  und  seit  dem 
4.  Jahrhundert  im  Kirchenlatein  abbas 
/abbätem,  dbbätem]  in  der  Bedeutung 
'Vater,  Mönch',  woraus  die  Ableitungen 
abbatia  'Abtei'  und  abbatissa  'Äbtissin'. 
Die  romanischen  Formen  sind:  it.  abate, 
abhate;  ahbadia,  hadia,  abaz'm;  (a)ba- 
dessa;  prov.  abas;  abodia;  abadesa;  kat. 
ubat;  abadesa;  sp.  abad;  abadesa,  aba- 
dia;  pg.  abbade;  abbadia;  abbadessa;  frz. 
abbd;  abbesse;  abbaye.  In  den  germa- 
nischen Sprachen:  ags.  abbod,  engl.  «6- 
bot,  ndl.  abt,  dtsch.  Abt,  Abtei,  Äbtis- 
sin. Daß  das  von  ML  S  aufgeführte 
sp.  kat.  abadejo,  pg.  badejo  'Stockfisch' 
hierher  gehört,  darf  doch  wohl  aus 
semantischen  Gründen  bezweifelt  wer- 
den. Aus  dem  it.  wurde  russ.  abbat, 
abbatissa,  abbatstwo;  serb.  abat,  opat, 
(5ech.  poln.  oimt,  dagegen  cech.  je ptiäka 
'Nonne'  aus  dem  mhd.  eppefisse  'Äb- 
tissin'. [ML  8—10.  Wartbg  FEWb  .S. 
Kluge  .5.  Gorjajew  1.  Bern  SlEtWb  22. 

2.  Av.  'abä': 

'Grober,  dicker  Wollstoff'  [vgl.  ZDMG  IV, 
392],  'Mantel  daraus'.  Im  Tk.  ebenso 
und  abagu  'Hersteller  od.  Verkäufer  von 
solchen  Mänteln'.  Hieraus  rum.  aba 
'dicker  Stoff  für  Mönchskutten',  abayiü 
'Verkäufer  dieses  Stoffes',  abagerie 
'Handel  damit'  und  Ableitungen :  abager, 
abageresc,  abäioarä,  abälii^ä.  —  Russ. 
aba  'grobes,  weifäes  Tuch';  bulg.  aba 
'dass.',  'Art  Oberkleid  der  Bauern'; 
serb.  aba  'grobes  Tuch';  poln.  haba, 
chaba  'dass.'.  [Sain  46.  Gorjajew  1. 
Bern  SlEtWb  22. 

3.  Ar.  abaufis: 

[Das  selbst  aus  gr.  ^ßevoq,  letzten  Endes 
phönizischen  Ursprungs  ist]  'Ebenholz'. 
Hieraus  prov.  avenuts,  sp.  abenuz  'Eben- 
holzbaum, Diospyrus  ebenus'  [neben 
unmittelbar  dem  lat.  ebenus  entlehnten 
e^ano  wie  die  übrigen  romanischen 
Formen].  Ebenso  rum.  abanos  'Eben- 
holz', fig.  'kräftig'.  [Sain  46.  DE  31. 
ML  2816. 

Lokotsch,  Etymolog,  Wörterbuch. 


4.  Ar.  'Abbäs: 

N.  pr.  Nach  dem  pers.  Schah  'ABBAS  I. 
[1586 — 1628]  wurde  eine  Münze  mit 
seinem  Bilde  so  genannt  [vgl.  Napoleon 
d'or,  Louis  d'or];  hieraus  russ.  «6«^ 
'Münze  von  20  Kopeken'.    [Gorjajew  1. 

5.  Pers.  abdär: 

[Aus  äb  'Wasser'  od.  'Glanz'  Hoi-n  NpEt 
S.  1,  Nr.  2  und  3,  und  Stamm  där- 
'habend,  haltend'  ebda.  S.  116,  Nr.  527] 
'wässerig,  hell,  glänzend'  [von  Stahl 
od.  Waffen  gesagt].  Über  das  tk.  hier- 
aus rum.  abitir  'besser,  vortrefflicher'; 
russ.  ob'jar  'Art  Stoff'. 

6.  Ar.  abjad : 

'Weiß'.  Hieraus  fiz.  abit  'Bleiweiß', 
alter  chemischer  Terminus.  Aus  dem 
ar.  Subst.  bajäd  'Weiße'  wurde  mit  ar. 
Art.  sp.  albayalde  'kohlensaures  Blei- 
salz', Vb.  albayaldar.    [Devic  DEl  1. 

7.  Pers.  äbkärl: 

[Aus  pers.  äb  s.  hier  Nr.  5  und  kär 
'Werk,  Tat'  Horn  NpEt  S.  185,  Nr.  831; 
dazu  das  T  des  AbstraktumsJ,  ebenso 
bind.  'Wasserarbeit'.  Hieraus  angloind. 
abcaree,  abkary  ursprünglich  'die  Arbeit, 
Wasser  zu  destillieren  und  zu  verkau- 
fen', heutzutage  'die  Steuer  auf  diesas 
Geschäft'.  Abkary-System  ist  also 
das  System  der  Besteuerung  geistiger 
Getränke  in  Britisch-Indien.  [Hobson- 
Jobson  2. 

8.  Hebr.  Abraham: 

N.  pr.  [  Volksetymologisch  '  Vater  der 
Menge'].  lu  frz.  Dialekten  in  der  Be- 
deutung 'Milchstraße',  wallon.  abe 
d'Abraham  [—  arbre  d'A.]  sind  fächer- 
förmig vom  Horizont  aus  sich  über  den 
Abendhimmel  ausbreitende  Wolkenge- 
bilde.   [Wartbg  FEWb  8. 

9.  Ar.  abras: 

Auch  tk.  'Pferd  mit  weißen  und  schwar- 
zen Füßen'.  Hieraus  rum.  abra§  'ge- 
fleckt, buntscheckig',  tig.  'Unheil  ver- 
kündend'; im  walachischen  Dialekt 
iabrai^,  iambra^  'Pferd  mit  weißen 
Flecken'. 

10.  Pers.  äbresäui: 

[Horn  NpEt  S.  16,  Nr.  65]  'Seide',  ent- 
weder gehaspelte  od,  gedrehte,  gezwirnte 
1 


Ar.  ahn  kirdäii.] 


2 


Ganzseide  [auch  ins  Semitische  über- 
gegangen :  syr.  abräsom,  ahr'isüm  BrLex- 
Syr  ob;  ar.  ibnsam,  ibrisum,  schon 
häufig  mit  der  Bedeutung  'Seidenfaden, 
Seidenzwirn',  vgl.  Joseph  Karabacek, 
Über  einige  Benennungen  mittelallei'- 
1  icher  Gewebe  I.  Wien  1882.  S.  21 
bis  2'2.].  Ins  Tk.  übergegangen  als  ibri- 
sim  [offenbar  mit  Anlehnung  an  die 
Wurzel  ip,  ib  'winden'  Vämbeiy  Tkt- 
EtWb  Nr.  37].  Aus  dem  Tk.  wurde  rum. 
ibri^im,  ibri^in  'Seidenfaden,  Zwirn'; 
Ableitung  ibri^inar. 

11.  Ar.  abü  kirdän: 

[Wörtlich  „Vater  der  Zecken",  die  ar. 
kiräd,  plr.  kirdän  heißen].  Der  rein 
weifae  'Kuhreiher',  Ardea  bubuleus  Sa- 
vigny,  ein  afrikanischer  Vogel  [die 
Schreibung  aboogerdan  bei  ML  36  wie 
schon  vorher  bei  Körting,  Lateinisch- 
romanisches Wörterbuch.  3.  Aufl.  Pader- 
born 1907,  s.  V.  ist  englisch].  Durch 
volksetymologische  Neugestaltung  hier- 
aus vielleicht  frz.  bwuf-garde,  garde- 
bcfuf  'eine  Art  Silberreiher'.  [FASS 
in  RomForsch  III,  488.  KURYLOWICZ 
in  Rocznik  Orientalistyczny.  Tom  II. 
Lwöw  1925.    S.  252. 

12.  Ar.  'abar: 

In  der  Zusammensetzung  as-sirä  al- 
"abiir  'der  [sc.  auf  der  Milchstraße] 
wandernde  Sirius'  [hierzu  s.  hier  Nr.  1915] 
vom  ar.  Stamme  'fcr  'wandern'  [vgl. 
hebr.  "ibrl  'Hebräer',  d.  h.  derjenige,  der 
gewandert  ist  od.  überschritten  hat  sc. 
den  Euphrat  od.  Jordan].  Hieraus  Alha- 
bor,  Alchabar  als  Name  des  Sirius  a 
Ganis  majoris.  [Devic  DEt  40/41. 
Ideler  Sternn  237  und  246. 

13.  Ar.  abü  rag': 

'Vater  des  Schweißes',  hieraus  lat.  bor- 
rago,  eine  Pflanze,  die  durch  die  ar. 
Medizin  im  Mittelalter  verbreitet  wurde. 
Die  romanischen  Formen  sind:  it.  bor- 
race,  borragine,  borrana;  prov.  borrage; 
sp.  borraja ;  pg.  borragem ;  frz.  hourrache. 
Auch  germanisch,  z.  B.  engl,  borage, 
dtsch.  Burrich,  Bor( rjetsch.  Wohl  über 
das  Ngr.  entstand  rum.  boranjä  'dass.'. 
Trotz  ML  1412  scheint  diese  Ableitung 
noch  immer  die  beste  und  wenig  an- 
fechtbar zu  sein.    [Kluge  64. 

14.  Ar.  abü  tilün: 

[Vgl.  Ihn  Sinä,  Kitäb  al-känün  fi't-tibb. 
Romae.  In  typographia  Medicea  1593. 
S.  137]  'eine  Zierpflanze'  aus  der  Familie 
der  Malvaceen:  Abutilon  indicum.  Hier- 
aus frz.  abutilon  'dass.',  nämlich  abutilon 
striS  Abutilon  striatum  Diks.  (Sida  striata 
Hort.)  und  abutilon  itendard  A.  vexilla- 
rium  Ed.  Morrea  (S.  vexillaria  Hort.). 
[Devic  DEt  3.    Lammens  Rem  3. 


15.  Pers.  acär: 

'Sauer',  hieraus  malay.  a£ar  [Pijn  237] 
in  der  Bedeutung  'Eingemachtes,  pickles' 
und  ebenso  in  allen  Eingeborenen- 
sprachen Indiens;  daher  angloind.  achar 
'dass.';  frz.  achars  'Obst  od.  Gemüse, 
das  in  Essig  eingemacht  ist',  ein  im 
indischen  Archipel,  auf  Mauritius  usw. 
sehr  beliebtes  Gericht.  [Devic  DEt  3/4. 
Hobson-Jobson  3. 

16.  Ar.  'äda: 

'Sitte,  Gebrauch',  ebenso  Ik.  adet  'dass.'; 
hieraus  rum.  adet  'Brauch,  Sitte,  Regel', 
früher  'Steuer'.    [Sain  46. 

17.  Malayälam  adakka: 

[Aus  arfa/ 'enge  Anordnung  einer  Traube' 
und  kay  'Nuß'].  Hieraus  pg.  areca, 
angloind.  Areca,  worunter  man  allge- 
mein den  Samen  od.  die  Nuß  der  Palme, 
Areca  catechu  L.,  versteht.  [Hobson- 
Jobson  35. 

18.  Ar.  'adäla: 

[Aus  ar.  'adl  'Gerechtigkeit']  'Gerichts- 
barkeit', in  vulgärer  Aussprache  'adälet, 
woraus  über  das  Hind.  das  angloind. 
adawlut  'Gerichtshof  wurde.  —  Aus- 
führlich in  Hobson-Jobson  4/6. 

19.  Hebr.  Ädäm: 

'Mensch',  dann  N.  pr.  für  den  Stamm- 
vater des  Menschengeschlechtes  [vgl. 
assyr.  admu  'Kind,  bes.  junges  Kind' 
Del  HWB  25  b],  daraus  bei  den  Ana- 
tomen des  Mittelalters  hebr.  iappü"h 
ha-ädäm,  wörtlich  'Apfel  des  Mannes', 
zur  Bezeichnung  des  Vorsprungs  am 
Kehlkopf  des  Mannes  [gr.  irpöXoßo;]. 
Da  er  nur  am  Halse  des  Mannes  zu 
sehen  ist,  ist  der  Name  treffend  ge- 
wählt, dann  aber  durch  mißverständ- 
liche Übersetzung  zu  Pomum  Adami 
'Adamsapfel'  geworden  und  die  bekannte 
Fabel  entstanden,  daß  Adam  den  ihm 
hingereichten  Apfel  nicht  ganz  habe 
verschlucken  können.  Ii. morso d'Adamo, 
frz.  morceau  d' Adam,  pomme  d'Adatn. 
Engl.  Ada7n's  apple,  schwed.  adanis 
aepple,  dän.  adams  üble,  ndl.  adanis  appel. 
Poln.  jabiko  Adamowe,  ßech.  Adamavo 
jahlko.  Im  Angloind.  ist  Adanis  apple 
die  Frucht  von  Mimusops  Elengi  L., 
im  It.  joomo  d'Adamo  [od.  pomo  di  para- 
diso]  eine  Orangenart,  Citrus  decumana. 
[Kluge  6.  Hobson-Jobson  4.  HArllebr- 
An  164. 

20.  Ar.  'adan ; 

Wörtlich  'dauernde  Wohnung',  Bezeich- 
nung des  Paradieses;  daher  dtsch.  Eden 
'Wonnegarten'.  —  Ebenso  entstand 
hieraus  der  Name  der  Stadt  Aden  in 
Südwestarabien.  —  Von  FORSKÄL 
wurde  der  Name  Adenia  venenata  für 


3 


[Hebr.  adonaj. 


ein  kletterndes  Gesträuch  aus  Arabien 
eingeführt;  frz.  adine.  [Devic  DEt  4. 
Lammens  Rem  4. 

21.  Hebr.  adonaj: 

'Mein  Herr',  Bezeichnung  Gottes,  da 
der  Name  Jahwe  vermieden  wurde. 
Aus  der  Form  be-adonaj  Psalm  117,  26 
entstand  it.  bndananai  'verworrenes  Ge- 
räusch, Lärm,  Getöse';  pg.  badanal, 
plr.  badanaes  'Unordnung,  Wirrwarr'. 
[WuS  V,  128. 

22.  Berber,  afarag: 
'Umzäunung,  eingezäunter  Raum,  Hof 
eines  Duar'  [s.  hier  Nr.  502].  Hieraus 
sp.  alfanegue  'Zelt',  worin  also  al  nicht 
ar.  Art.  ist!    [DE  105/107. 

23.  Pers.  äfärin : 
[Zusammenhängend    mit    pers.  äfrin 
'Lob'  Horn  NpEt  S.  10,  Nr.  39,  2];  eben- 
so ik.  aferin,  woraus  rum.  aferim  'aus- 
gezeichnet! bravo!'. 

24.  Ar.  'äflja: 

'Wohlbefinden,  Verzeihung'.  Hieraus 
sp.  alafia  in  der  Redensart:  pedir  alafia 
'um  Pardon  bitten'.  —  Sizil.  lafia,  [in 
Verbindung  mit  romanischem  7mlle 
'tausend']  millafia  od.  millaffia  'über- 
triebene Liebkosung,  Schmeichelei'. 
[DE  53.    GrSVociSic  239. 

25.  Ar.  aflün : 

[Selbst  aus  gr.  öiriov  entstanden]  'Opium', 
ebenso  tk.  Hieraus  rum.  afion  'dass.'; 
bulg.  afion,  serb.  afijun.  Aus  dem  Ar. 
entstand  der  alte  pharmazeutische  Aus- 
druck: frz.  affion,  sp.  afion  'Opiumlat- 
werge'. Ferner  ndl.  amfioen;  pg.  anfiäo 
'Opium'.  [DE  191.  Devic  DEt  4. 
Lammens  Rem  4.  Bern  SiEtWb  24. 
De  Gids  (1867)  I,  428/9. 

26.  Berber,  afüs: 

'Handgriff  eines  Werkzeuges'.  Aus  dem 
plr.  ifässen  wurde  pg.  alfeizar  'Griff 
einer  Säge'.  Etymologie  zweifelhaft. 
[DE  112. 

27.  Bind,  äg: 

'Feuer'.  Zusammensetzung:  äg-gäri 
[aus  engl,  car],  wörtlich  'Feuerwagen', 
d.  h.  'Eisenbahnzug'.  —  Ebenso  im 
angloind.  agun-boat  'Dampfer',  in  Bom- 
bay ag-boat  'dass.'.  —  Mit  dem  pers. 
Suffix  -dän,  das  Behälter  bezeichnet, 
ergibt  sich  das  angloind.  agdaun  'ein 
kleines  Gefäß  mit  Feuer  zum  Anzünden 
der  Zigarren'.    [Hobson-Jobson  8/9. 

28.  Tk.  aga: 

[Stamm  ak  'weiß'  Vämbery  TktEtWb 
Nr.  5].  Die  ursprüngliche  Bedeutung 
ist  offenbar,  dem  finnischen  uko  'der 
Alte',  uha  'die  Alte'  entsprechend,  die- 
selbe wie  pers.  pir,  ar.  sai^,  also  'Alter, 
Greis'  gewesen ;  im  älteren  Osmanischen 
kommt  noch  ahy  als  Ehrentitel  für  Ge- 


lehrte vor  [Fleischer  in  ZDMG  XIX,  301]. 
Im  späteren  Osmanischen  heißt  aga 
'der  ältere  Bruder',  Wiepasa  'der  jüngere 
Bruder'  ist.  Diese  Bedeutungen  hat 
das  heutige  Türkische  ganz  vergessen 
und  gebraucht  das  Wort  in  völlig  an- 
derem Sinne.  Aga  ist  jetzt  ein  häufig 
vorkommender  Titel,  besonders  bei 
niederen  militärischen  Chargen,  wird 
aber  nur  für  Analphabeten  benutzt, 
während  der  des  Schreibens  Kundige 
efendi  [s.  hier  Nr.  557]  genannt  wird. 
Als  Fremdwort  kommt  Aga  in  allen 
europäischen  Sprachen  vor,  oft  agha 
geschrieben.  Als  Lehnwort  hat  das  Rum. 
aga,  agha,  agia  'ehemaliger  Polizeiprä- 
fekt'. 

29.  Ar.  'agam : 

Einheitsnomen  "agamt  'Barbar,  Fremder, 
Nichtaraber',  besonders  'Perser'.  Tk. 
agemi;  hieraus  rum.  agemiu,  ageamiü 
'unbewandert,  Anfänger';  poln.  (alt)  ad- 
ziamski  'persisch'  in  Verbindung  mit 
Substantiven  wie  'Teppich,  Kostüm, 
Sattel'.  —  Altit.  agemina,  mittelfrz.  aze- 
mine  'Ziselierarbeit'.  Das  sp.  aljamia, 
lengua  aljamiada,  bezeichnet  die  Sprache 
der  Moriscos,  zu  deren  Eigentümlich- 
keiten es  gehörte,  daß  in  ihr  viele 
arabische  Ausdrücke,  z.  T.  mit  spanischer 
Endung,  sowie  Arabismen  und  alt- 
spanische Wörter  vorkommen,  die  sonst 
schon  außer  Gebrauch  gekommen  waren. 
Da  diese  Sprache  mit  arabischer  Schrift 
geschrieben  wurde,  sind  textos  aljamia- 
dos  also  spanische  Schriftstücke,  die 
arabisch  geschrieben  sind,  z.  B.  das 
Poema  de  Yosuf,  vgl.  Ad.  Zauner,  Alt- 
spanisches Elementarbuch. ^  Heidel- 
berg 1921.  S.  155.  [DE  145.  ML  298. 
ZromPh  XXXIl,  41.  XXXIII,  62.  Kar- 
lovvicz  435. 

30.  Mal.  agar-agar: 

[Pijn  9:  Plocaria  Candida];  hieraus  an- 
gloind. und  engl,  agar-agar,  dtsch. 
Agger-Agger  'verschiedene  Arten  See- 
tang', z.  U.  Sphaerococcus  lichenoides, 
zu  Suppen  und  Gelees  verwendet.  [Hob- 
son-Jobson 8. 

31.  Tk.  agyr: 

[Stamm  ak,  aq  'Wert,  Gewicht;  schwer' 
Vämbery  TktEtWb  S.  9,  Nr.  8]  'schwer, 
träge,  ernst';  dazu  das  Subst.  agyrlyk 
'Schwere'.  Hieraus  rum.  agärlic,  an- 
gärlic,  argalic  'Bürde,  Last'. 

32.  Tk.  a^yr: 

Agyr  otu  [A.  Hindoglu,  Dictionnaire 
Turc-Fran(;ais.  Vienne  1838.  S.  49  b] 
wohl  aus  lat.  acorus,  gr.  ÖKopo«;,  ÖKopov. 
Hieraus  altruss.  aier  und  ir,  russ.  air; 
iv  'Kalmus'  =  koren  ,  Acorus  calamus; 

1* 


Ar.  fihir.] 


4 


klruss.  ajer,  ir  'dass.'.  [Gorjajew  2. 
Bern  SlElWb  25. 

33.  Ar.  äliir: 

'Kiide';  ähir  an-nahr  'das  Ende  des 
Flusses'  ist  bei  den  Arabern  ein  glän- 
zender Stern  am  äußersten  Ende  des 
Sternbildes  Eridanus,  das  ar.  an-nahr 
'dei-  Fluß'  wie  schon  bei  Ptoleniaeus 
"EaxuToq  toö  irotaiaoö  heißt.  Aus  dem 
Ar.  wurde  der  heutige  Name  Acarnar, 
Acheriiar ,  frz.  achet-nar,  akharnar,  'a 
Eridani'.  |  Devic  DEt  4.  Lammens 
Rem  3/4.    Ideler  Sternn  232/3. 

34.  Ar.-pers.  Ähmadäbäd: 

N.  pr.  [wörtlich  'Ahmeds  Ort'],  eine 
Stadt  in  Guzerat  in  Ostindien.  Hieraus 
entstand  über  das  im  16.  bis  19.  Jahr- 
hundert belegte  amadavat  das  heutige 
angloind.  avadavat  zur  Bezeichnung 
eines  kleinen,  hübschen  Stubenvogels 
Estrelda  amandava  L.,  da  er  aus  jener 
Stadt  zuerst  nach  Europa  eingeführt 
wurde.    [Hobson-Jobson  41. 

35.  Ar.  ahmak: 

Ebenso  tk.  'verrückt';  hieraus  rum. 
acmac  'unerfahren,  ungeschickt'. 

36.  Fers,  ähur: 

[Horn  NpEt  S.' 4,  Nr.  8]  'Stall',  ebenso 
tk.  o/t//r  'Stall,  Hürde'.  Hieraus  bulg. 
ah^r  'Stall,  Pferdestall',  serb.  ahar,  har, 
aar  'dass.'.    [Bern  SlEtWb  25. 

37.  Ar.  'ä'ida: 

'Einkommen,  Gewinn;  Zoll',  plr.  'awcCid, 
ebenso  tk.  Hieraus  rum.  avaet  'Zins, 
Steuer'. 

38.  Ar.  'aiii: 

'Auge',  plr.  a'jän  wörtlich  'Augen', 
übertragen  'Vornehme'.  Ebenso  tk. 
Hieraus  rum.  aian  'Vornehmer'.  Frz. 
ayan  'tk.  Beamter,  der  für  die  öffent- 
liche Sicherheit  zu  sorgen  hat'.  [Devic 
DEt  52. 

39.  Tk.  aiwa: 

'Quitte  Gidonia  vulgaris'.  Hieraus  russ. 
ailva,  klruss.  ajwa  'dass.';  serb.  atvajlija 
'eine  Art  Apfel'.  [Gorjajew  2.  Bern 
SlEtWb  26. 

40.  Tk.  a.igyr: 

'Hengst'.  Hieraus  mit  gleicher  Bedeu- 
tung bulg.  ajg%r,  serb.  ajgir,  klruss. 
oger,  poln.  ogier.    [Bern  SlEtWb  26. 

41.  Ar.  'ajjük: 

[Vielleicht  aus  gr.  ai'S  'Ziege'  verderbt] 
der  Stern  a  des  Sternbildes  Fuhrmann, 
auch  'Ziege'  genannt.  Daraus  Ayiih 
od.  Alhajoth,  der  auch  Gapella  'Zicklein' 
genannte  Stern.  [Devic  DEt  19/20. 
Lammens  Rem  14.    Ideler  Sternn  92. 

42.  Hebr.  äxal: 

'Essen'.  Hieraus  judendtsch.  und  Gau- 
nersprache acheln  'dass.'.  Achelpiits 
'das  Essen  im  Gefängnis'.    [Kluge  5. 


43.  Ar.  'akar: 

'Grundbesitz,  Immobilien',  plr.  'akärät  ; 
ebenso  tk.  (A.  Hindoglu,  üictionnaire 
Türe  FranQais.  Vienne  1838.  S.  328b] 
al-arat.  Hieraus  rum.  acaret,  acarefuri 
'Liegenschaften'.    [Sain  46. 

44.  Ar.  'akida: 
'Rosenkonserve,  Bonbon',  plr.  'akiVid; 
hieraus  tk.  akyde  sekeri  'Karamel),  Ger- 
stenzucker' [Kelökian  Kämos  855]  od. 
kurz  akede  [A.  Hindoglu,  Dictionnaire 
Turc-Fran(;ais.  Vienne  1838.  S.  329]. 
Wohl  aus  dieser  Form  rum.  acadea, 
acadele  'dass.'. 

45.  Ar.  'akika: 

'Cornalin',  ein  Edelstein,  der  nach  IBN 
BAITAR  [gest.  1248  n.  Chr.  in  Damas- 
kus] den  Blutlauf  im  Körper  aufhält; 
daraus  sp.  alaqueca,  pg.  laqueca  mit 
der  heutigen  Bedeutung:  'rot  gefleckter 
u.  gesprenkelter  Marmor',  wie  er  sich 
besonders  in  Südamerika  in  kleinen 
Stücken  findet  [Dicc  Gast  102b;  Con- 
stancio  Dicc  648a].    [DE  56. 

46.  Ar.  'äkir  karhä : 

[Aus  syr.  'akar  kärhä  ZDUG  XLVI,  258] 
eine  Kamillenart  Anthemis  pyrethrum; 
über  das  tk.  wurde  hieraus  wohl  runi. 
cärcü,  cäräu  'echter  Bertram,  Speichel- 
wurzel'. 

47.  Ar.  'akrab: 

'Skorpion'.  Hieraus  sp.  alacran  'dass.' 
[mit  ar.  Art.  und  Änderung  des  Schluß  b 
in  einen  anderen  Konsonanten,  vgl. 
dazu  z.  B.  Calatayud  aus  ar.  KaVat 
Ajjüh  'Hiobsburg';  Zocodover  (Baedeker, 
Spanien  u.  Portugal.*  Leipzig  1912. 
S.  135),  Hauptplatz  in  Toledo,  aus  ar. 
sük  ad-dawib  'Tiermarkl'] ;  pg.  alacral, 
alacräo,  lacräo  'dass.'.    [DE  53. 

48.  Tk.  al: 

[Vambery  TklEtWb  S.  11 ,  Nr.  10:  al 
'rot,  golden,  gelblich']  'hochrot';  hieraus 
russ.  alyj,  aloj,  bulg.  serb.  al  'rot'.  [Gor- 
jajew 3.  Bern  SlEtWb  28. 

49.  Tk.  alacnk: 

Auch  alaöyk  [nicht  osmanisch]  'Filz- 
zelt, Rindenjurte'.  Hieraus  russ.  laöuga 
'elende  Hütte',  altruss.  alaäuga.  [Bern 
SlEtWb  682. 

50.  Tk.  alaga: 

[Kelekian  Kämos  31]  'gestreifte)',  bunter 
BaumwoUstofi'  [auch  ins  Ar.  überge- 
gangen, vgl.  SBKAW  Wien  CHI,  189:  'ge- 
streifter Stoff  aus  Baumwolle  u.  Seide']; 
hieraus  rum.  alagea  'feiner  gedruckter 
Kattun'. 

51.  Tk.  alaj: 

'Regiment,  Prunk';  hieraus  rum.  alaiü 
'Gefolge,  Aufputz,  Feierlichkeit';  bulg. 
alaj  'Regiment,  Gefolge,  Prozession'; 


5 


[Tk.  alak-hulak. 


serb.  alaj  'Truppe  Soldaten  in  Parade'. 
[Bern  SlEtWb  27. 

52.  Tk.  alak-l)ulnk : 
'Verwirrung',  alaga-hulagn  "As.ss.' ;  hier- 
aus vielleicht  rum.  alabadura,  arahabura 
'Unordnung,  Gewirr,  Durcheinander,  Ge- 
misch'. 

53.  Ar.  'alain: 

'Zeichen,  Flagge',  ebenso  tk.  ahm  'dass.'; 
hieraus  rum.  alem  'Halbmond  u.  Slcrn'. 

54.  Mal.  alang-alan^ : 

[Pijn  10  u.  204]  'dünnes,  langes  Ried- 
gras' Imperata  arundinacea.  Hieraus 
engl,  lalang.  alang-alany  'eine  Grasarl'. 
[.JAOS  XViH,  118. 

55.  Tk.  alasa: 

[Kelekian  Kämas  32]  'Sattel-  od.  I'ack- 
pferd,  Wallach'.  Hieraus  russ.  losad' 
'Pferd'  u.  viele  Ableitungen,  klruss.  losa 
'Pferd',  losak  'Maulesel',  poln.  loszak 
'Pferd,  kleines  Tataren pferd'.  [Gorjajew 
192.    Bern  SlEtWb  734. 

56.  Ar.  al-batta: 

'Sicherlich'  Adv.,  vulgär  elhet;  hieraus 
rum.  elbet  'dass.'. 

57.  Ar.  'alg:: 

'Ungläubiger  u.  Barbar,  Abtrünniger', 
vulgär  "^elg.  Hieraus  sp.  pg.  eiche  'Apo- 
stat, Renegat'.    [DE  258.    ML  2842. 

58.  Ar.  'alkani: 

'Koloquinthe',  Frucht  von  Citrullus  V,o\o- 
cynthis;  hieraus  sp.rt^c'am  'dass.'.  [DE  81. 

59.  Ar.  alläh: 

'Gott'.  In  allen  europäischen  Sprachen 
als  Fremdwort,  nur  im  Rum.  als  Lehn- 
wort alah,  allall,  allach  'Gott'. 

a)  Mit  wa,  einer  Beteuerungs-  u. 
Schvvurparlikel,  ergibt  sich  ar.  walläh 
'bei  Gott'.  Diese  Schwurformel  [die 
übrigens  viel  häufiger  war  als  hilläh, 
vgl.  24.  Makäme  Hariris  I,  290  u.  291  j 
liegt  der  sonst  unerklärten  Formel  sp. 
valgame  Dios  [alt  vdlanic  Dios  im  Cid 
u.  noch  im  Don  Quijote,  z.  B.  Anfang 
des  Prölogo  zum  2.  Teil,  s.  Colecciön 
de  autores  espanoles  IV.  Leipzig  1891. 
S.  VII.],  pg.  valha-me  Dios  [alt  valhamc 
Dens]  zugrunde,  wobei  also  eine  volks- 
etymologische Angleichung  eines  ara- 
bischen Wortes  an  ein  spanisches  ein- 
getreten ist.  Im  andalusischen  Dialekt: 
ivärgamc  Dios!  [mit  r,  wofür  die  Volks- 
sprache der  südlichen  Länder  besondere 
Vorliebe  zeigt,  vgl.  Diez,  Grammatik 
der  Romanischen  Sprachen.^  I,  203 
u.  401]. 

b)  Ar.  'alä  bäb  alläh,  wörtlich  'zum 
Tore  Gottes',  d.  h.  'unter  Allahs  Schulz 
od.  Obhut'  [vgl.  Dozy,  Suppl.  I,  125]; 
hieraus  prov.  alababala,  a  la  babald 
[Honorat,  Dict.  Proventjal-Frangais  I,  70 
u.  205]  'ohne  Bedenken,  unbesorgt'. 


Ebendaher  wohl  auch  rum.  alabala 
'Mischmasch,  Neues'  in  der  Redensart: 
ce  mai  alabala?  'was  gibt  es  Neues?' 

c)  Ar.  in  sä  alläh  oder  genauer  in 
sa'lläh,  vulgär  insalläh,  tk.  insalla  'wenn 
Gott  will';  hieraus  rum.  ii^ala  'mit  Gottes 
Hilfe'.  Statt  in  die  Konjunktion  tva 
gesetzt,  gibt  ica  sa'lläh  das  sp.  pg. 
oxalä,  ojald  'o  daß  doch'.  [So  jetzt 
ASIN  PALACIOS  in  Boletin  de  la  R. 
Academia  Espanola  VII,  cuaderno  33 
(junio  de  1920);  besser  als  ML  2875, 
DE  326,  Eguilaz  466.] 

d)  Ar.  lä  iläh  illaHläh  'es  gibt  keinen 
Gott  außer  Alläh'  [Kur'än,  Sure  2,  256] 
ist  das  islamische  Bekenntnis  zur  Ein- 
heit Gottes,  der  sog.  tauhid,  der  als 
Kriegs-  u.  Schlachtruf  gedient  haben 
mag.  Daraus  wurde  einerseits  sp.  leli- 
lies  'der  Ruf  der  Mauren,  wenn  sie  den 
Kampf  beginnen'  [bei  Don  Ouijote 
II.  Teil,  34.  Kap.,  in  der  oben  genannten 
Ausgabe  S.  189,  letzte  Zeile],  anderer- 
seits vielleicht  sp.  alarido  'Geschrei,  Ge- 
heul', wohl  auch  frz.  hallali,  dlsch. 
Halali.  [Rom  Forsch  IV,  374.  ML  4974. 
Löbel  EITAP  56.  ZDMG  XL,  258,  De- 
vic  DEt  135. 

60.  Ar.  aliiias : 

[Aus  gr.  dbdiuaq]  'Diamant',  ebenso  pers. 
u.  tk.;  hieraus  russ.  almaz,  klruss.  al- 
maz,  hahnaz,  bulg.  serb.  almaz  'dass.'. 
[Gorjajew  3.    Bern  SlEtWb  27. 

61.  Tk.  altyn: 

'Gold'  [Stamm  al  'rot',  s.  hier  Nr.  48], 
auch  altun.  Hieraus  bulg.  altzn  'dass.', 
serb.  alduiii-  in  Zusammensetzungen 
'Gold-',  russ.  altgn,  früher  '3-,  jetzt 
15-Kopekenstück'  [man  beachte  die  Ent- 
wertung der  ursprünglichen  Bedeutung!], 
klruss.  altyyi  '3-Kopekenstück'.  —  Aus 
dem  tk.  Deminutiv  altyngiß-  wurde  rum. 
alfingic  'Kapuzinerkresse,  Tropaeolum 
malus'  [wohl  wegen  der  roten  Blüten]. 
[Gorjajew  3.    Bern  SlEtWb  27/28. 

62.  Pers.  alüca: 

'Pflaume'  [Berge  DPersFr  39,  Deminutiv 
von  ala  'dass.'] ;  hieraus  russ.  alyca, 
hjöa  'dass.',  wohl  über  einen  tat  arischen 
Dialekt.    [Gorjajew  3/4. 

63.  Tk.  alys-weris: 
[Verbalsubstantive  von  al-  'nehmen, 
d.  h.  kaufen',  u.  wer-  'geben,  d.  h.  ver- 
kaufen'] 'Handel';  hieraus  rum.  ali^veri^ 
'dass.,  Verkauf.  [Sain  46.  MSOÖ  II, 
122/3. 

64.  Ar.  aiumä : 

'Aber',  tk.  emma  'dass.'.  Hieraus  rum. 
ama,  ma  'was!  wirklich!';  bulg.  am,  ami 
'sondern,  aber',  serb.  am<x  'allein,  aber'. 
[Bern  SlEtWb  28. 


I'ers.  ämäilä.] 


6 


65.  Perä.  ämädä: 

Part.  pfct.  des  Vbs.  ämiidän  'kommen' 
(Horn  NpEt  S.  11,  Nr.  48],  also  'gekom- 
men'. Über  das  tk.  wurde  rum.  aman- 
dea  'fertig,  schnell'. 

66.  Ar.  aniän: 

'Gnade,  Gunst',  ebenso  tk.  Hieraus 
rum.  aman  'Gnade,  Verzeihung',  mit 
dem  ar.  Art.  aliman  'Not,  Elend'.  Frz. 
aman  in  der  Redensart  demander  T atnan 
'um  Schutz  bitten'.  —  Die  ar.  Form 
imäna,  tk.  emanet  'Sicherheil'  wurde 
mit  amän  kontaminiert,  wobei  sich 
folgende  Wörter  ergaben :  rum.  amanet, 
emanet  'Pfand,  Sicherheit';  bulg.  serb. 
amanet  'Pfand',  russ.  amanat  'Geisel'. 
[Sain  46.  Devic  DEt  30.  Lammens 
Rem  22.  Bern  SIEtWb  28.  Gorjajew  4. 

67.  Ar.  'amära : 

'Strick'.  Davon  it.  alamari  plr.  'Rock- 
verschnürungen',  sp.  alamar  'mit  Schnü- 
ren verzierte  Knöpfe  zum  Schmucke 
od.  zum  Gebrauch'  [Dicc  Gast  101a], 
pg.  alnmar  'Schnüre  od.  Spangen  aus 
Seiden-,  Gold-  od.  Silberfäden  zur  Zierde 
am  Anzüge'  [Gonstancio  Dicc  42  b].  — 
Die  Etymologie  ist  m.  E.  zweifelhaft; 
vielleicht  ist  besser  liamäla  als  Grdwt. 
zu  nehmen ;  das  vulg.  ar.  Wort  'amära 
selbst  aus  herber,  amrär  'Schnur'.  [ML 
397.  DE  54/6.  Caix,  Studi  di  etimologia 
italiana  e  romanza.  Firenze  1878. 
S.  145. 

68.  Hebr.  amen: 

'Wahrlich,  gewiß,  sicher'.  Hieraus  gr. 
b.\xr\v,  lat.  amen;  in  alle  europäischen 
Sprachen  übergegangen;  mit  diesem 
Wort  endigen  die  Jüdischen  und  christ- 
lichen Gebete.  Beachte  besonders  die 
Formen:  russ.  amin  ,  serb.  aminati, 
klruss.  amin,  dagegen  cech.  poln.  amen 
[besonders  in  der  Redensart :  jak  amen 
w  pacierzu  '(sicher)  wie  das  Amen  im 
Gebete'].  [Gorjajew  4.  Mikl  SIEtWb  3. 
Karlowicz  415. 

69.  Ar.  ainlr: 

a)  Vom  Vb.  amara  'befehlen',  also: 
'Befehlshaber,  Fürst'.  In  der  vulg.  Form 
emlr  in  alle  europäischen  Sprachen  als 
Fremdwort  übergegangen,  bemerke  be- 
sonders ndl.  emier.  —  Mit  ar-rahl 
'Transport',  d.  h.  die  Transportflotte,  die 
dem  Verkehr  u.  der  Verbindung  zwischen 
Andalusien  u.  Nordafrika  diente,  wurde 
amir  verbunden  zu  amlr  ar-rahl,  dem 
Titel  für  den  Befehlshaber  dieser  Flotte. 
Hieraus  ergeben  sich  aus  der  Verkür- 
zung der  Form:  pg.  amiralh,  prov. 
amiralhs,  atnirat,  afrz.  amiri,  nfrz. 
amiral  [u.  mit  falscher  etymologischer 
Beziehung  zu  lat.  admirari]  admiral, 
rum.  amiral,  it.  ammiraglio  [u.  wie  im 


sp.  pg.  mit  Verkennung  des  ar.  Stammes 
am  ...  als  ar.  Artikel]  almiraglio,  sp. 
pg.  almirante  [mit  volksetymologischer 
Umbildung  gemäß  dem  lat.  partic.  praes.], 
afrz.  aumirant,  prov.  amiran,  it.  almi- 
rante.  Die  Bedeutung  ist  überall  'Ober- 
befehlshaber der  Flotte'.  Ebenso  mhd. 
admirät  [als  Titel  des  Kalifen],  dtsch. 
Admiral,  ndl.  admiraal,  engl,  admiral. 
—  Daß  die  Worte  aus  amlr-al-bahr 
'Befehlshaber  der  See,  des  Meeres'  ent- 
standen sein  sollen,  scheint  wenig  wahr- 
scheinlich, wenn  auch  ein  solcher  Weg- 
fall des  arab.  Wortes  hahr  an  und  für 
sich  möglich  ist,  vgl.  z.  B.  Denebola  [s. 
hier  Nr.  482],  Abdul  [wurde  bei  einem 
tk.  Schüler,  der  'Abd-ul-hädl  hieß,  stets 
als  Name  gebucht].  Dem  Wunsche  von 
ML  423  nach  einer  Geschichte  der  Form 
u.  Bedeutung  dieses  Wortes  muß  zuge- 
stimmt werden.  Nur  zum  Teil  ist  dieser 
Wunsch  durch  Christoph  Gebhardt,  Das 
arabische  Etymon  einiger  romanischer 
Wörter.  Programm  des  Slädt.  Gymna- 
siums mit  Realschule  zu  Greiz.  1912. 
S.  6 — 19  erfüllt  worden.  Der  Verfasser 
stellt  als  neues  Etymon  für  die  verschie- 
denen Formen  der  Gruppe  Admiral  ar. 
amir  awival  'erster  Emir,  Oberemir' 
auf,  leider  ohne  diese  Zusammenstellung 
in  arabischen  Schriftstellern  belegen  zu 
können.  Den  Formen  prov.  amiran, 
amirant,  sp.  pg.  it.  almirante  wird  [a. 
a.  0.  S.  15]  der  Ausdruck  anUr-amlrän 
'Emir  der  Emire'  zugrunde  gelegt,  doch 
scheint  die  pers.-ar.  hybride  Form  in 
dieser  Gestalt  nicht  bestanden  zu  haben, 
auch  scheint  die  notwendige  Abkürzung 
zu  amiran  zu  merkwürdig  zu  sein  [na- 
türlich nach  pers.  u.  arab.  Sprachge- 
brauche ist  nur  die  Verkürzung  mir- 
mlrän].  Orientalische  Entlehnungen 
lassen  sich  nicht  ohne  weiteres  nur  mit 
Beachtung  der  romanischen  Lautgesetze 
verfolgen,  wie  im  Vorwort  allgemein 
bemerkt  wurde.  [Devic  DEt  31/32. 
Lammens  Rem  23/24.  DE  165.  Dozy 
Oost  5/6.  Kluge  7.  Rom  Forsch  IV, 
368. 

b)  Mit  pers.  zädäl  'geboren,  Sohn' 
[Horn  NpEt  S.  143,  Nr.  645]  entstand 
pers.  ämirzädä  od.  verkürzt  tnirzä,  wört- 
lich 'Fürstensohn'.  Nachgesetzt,  be- 
zeichnet das  Wort  einen  'Prinzen  von 
Geblüt',  z.  B.  ßäsid  tnirzä  'Prinz  R.'. 
Vorgesetzt,  ist  das  Wort  der  Titel  eines 
gebildeten,  besonders  eines  schreibkun- 
digen Mannes;  am  bekanntesten  ist 
Bodenstedts  JVIIRZA  SCHAFFT,  pers. 
mirzä  säfi'.  —  Russ.  mirza,  murza 
'tatarischer  Großwürdenträger',  vielleicl  it 
auch  mit  gerade  gegenteiliger  Bedeutung 


7 


[Ar.  anirah. 


nmrza  'Schmutzfink,  Aschenbrödel'.  — 
Rum.  )H jr^;ac 'TatarenhäupUing'.  [Löbel 
EITAP  64. 

c)  Mit  ähur  [s.  hier  Nr.  36]  ergibt  sich 
pars,  mlr  ähur  'Stallmeister,  Vorsteher 
eines  Marstalles',  ebenso  Ik.,  vulgär 
ausgesprochen  imrahor  [A.  Hindoglu, 
Dictionnaire  Franqais-Turc.  Vienne  1831. 
S.  201  a],  hieraus  rum.  imhrohor  'Stall- 
knecht'. 

70.  Ar.  anirali : 

[Mit  gesprochenem,  zum  Stamme  ge- 
hörigen h;  nicht  amrä.  wie  ML  432 
hat]  'weißlich';  hieraus  mit  romanischer 
Endung  sp.  amarillo,  pg.  amarello  'gelb, 
blaßgelb'. 

71.  Mal.  äinnk: 

[Pijn  13]  'Wut,  wütend'.  Zuerst  in  der 
europäischen  Literatur  i.  J.  1516  er- 
wähnte Sitte,  die  im  malayischen  Ar- 
chipel weit  verbreitet  ist:  Derjenige, 
der  Amok  läuft,  stürzt  sich  gesenkten 
Hauptes,  den  Kris  [s.  hier  Nr.  1163]  in 
der  Hand,  auf  alle,  die  er  auf  seinem 
AVege  trifft,  ohne  jemand  zu  verschonen. 
Der  Grund  zu  diesen  Mordanfällen  scheint 
zu  staiker  Opiuragenuß  od.  auch  Rach- 
sucht zu  sein.  —  Ndl.  amok,  Vb.  amok- 
ken,  dtsch.  Amock( laufen);  sp.  nmuco, 
pg.  amouco;  angloind.  engl,  amuck, 
amock,  amok,  als  Vb.  to  run  a-muck 
[wie  to  run  atilt,  to  turn  aside  aufge- 
faßt], daraus  wieder  muck  'Wutanfall'. 
—  Das  mal.  Wort  ist  vielleicht  zurück- 
zuführen auf  Malayälam  amarhan 
'Krieger'  von  amar  'Kampf,  Krieg'  ge- 
mäß folgender  alten  Sitte:  Wenn  der 
Zamorin  von  Malabar  12  Jahre  regiert 
hatte,  wurde  in  Tirunäväyi  eine  Ver- 
sammlung abgehalten,  in  welcher  der 
E'ürst  in  vollem  Waffenschmuck,  von 
seinen  Untertanen  umgeben,  Platz 
nahm.  Dann  durfte  jeder  ihn  angreifen, 
und  derjenige,  der  den  Zamorin  tötete, 
wurde  sein  Nachfolger  auf  dem  Thron. 
Im  J.  1 600  wurden  30  solcher  Angreifer 
bei  ihrem  Unternehmen  getötet.  Diese 
Leute  hießen  amar-här,  plr.  von  amar- 
han. [Eingehend  bei  Hobson-Jobsonl8/23. 
JAOS  XVII,  108—112.    MMM  Nr.  2. 

72.  Ar.  'amüd': 

'Säule',  auch  'Eisenslange';  hieraus  sp. 
alanmd  [mit  ar.  Art.]  'Riegel'.  [DE  56. 

73.  Hind.  äna: 

Auch  änah  'der  16.  Teil  einer  Rupie' 
[s.  hier  Nr.  1730];  hieraus  angloind. 
anna.    [Hobson-Jobson  31/32. 

74.  Tamil  änai-kondra: 
[genauer  änaik-k6n(j,a\  'was  einen  Ele- 
fanten tötete'  soll  das  Grundwort  für 
Anaconda,  den  Namen  einer  Wasser- 
riesenschlange, Boa  A.  oder  Eunectes 


niurinus  Wagl.,  sein.  [Hobson-Jobson 
23/25. 

75.  Ar.  'aiiäk: 

'Ziege',  aber  'anäk  al-ard  wörtlich 
'Erdziege'  heißt  der  'Dachs'  od,  ein 
anderes  ähnliches  Tier.  Hieraus  [mit 
Vertauschung  der  Nasalen]  Alamac, 
Amak  ein  Sternname:  y  Andromedae. 
[Devic  DEt  40.  Ideler  Sternn  126 
bis  127. 

76.  Tk.  Anadolu: 

'Kleinasien'  [vom  gr.  dvaxujXri  'Aufgang 
sc.  der  Sonne',  'Osten'  vom  Vb.  dvareWo)]. 
Zur  Bezeichnung  Kleinasiens  in  allen 
europäischen  Sprachen  gebraucht,  z.  B. 
dtsch.  Anatolien.  —  Hieraus  rum.  ana- 
dol  'eine  Art  tk.  Pelzmantels'. 

77.  Pers.  änbär: 

'Schuppen',  gesprochen  ämbär  [von 
ämbästän  'anfüllen,  anhäufen'  Horn 
NpEt  S.  26,  Nr.  III],  ebenso  tk.  ambar. 
Hieraus  rum.  ambar,  hambar  'Speicher, 
Schuppen,  Kornboden',  Ableitung  ham- 
bara^;  russ.  bulg.  serb.  ambar  'Scheune, 
Schuppen,  Speicher',  poln.  ambar,  im- 
bar,  kl  russ.  ambar  'Niederlage'.  — 
VÖLLERS  in  ZDMG  LI,  299  Nr.  94 
will  jedoch  anbär  aus  gr.  ^lunöpiov  ab- 
leiten.   [Gorjajew,4.  Bern  SlEtWb  28. 

78.  Ar.  'anbar: 

Mit  Assimilation  'ambar  gesprochen; 
hieraus  it.  ambra,  frz.  ambre,  sp.  pg. 
ambar,  [mit  ar.  Art.]  alambar,  alambre, 
rum.  ambrä,  ambru;  engl,  ambre,  ndl. 
amber,  dtsch.  Amber;  russ.  ambra.  — 
Aniber  ist  eine  ihrer  Herkunft  nach 
zweifelhafte,  ilirer  Zusammensetzung 
nach  unvollständig  bekannte,  sehr  teure, 
dunkelgraue  Masse,  die  in  früheren 
Zeiten  in  der  Medizin  hochgeschätzt 
war,  während  sie  heute  fast  nur  noch 
zur  Herstellung  von  Parfümen  benutzt 
wird.  In  rundlichen  oder  kantigen 
Stücken  auf  dem  Meere  schwimmend 
oder  am  Strande  angespült,  wird  die 
Ambra  im  Indischen  Ozean  gefunden 
und  für  feine  Sorten  je  kg  5000  Mark 
und  mehr  gezahlt.  Vermutlich  ist  der 
Amber  die  verhärtete  Kotmasse  des 
Pottwals  Catodon  macrocephalus  Lac. 
—  Dazu  engl,  yellow  amber  'Bernstein'. 
[DE  188/9.  Eguilaz  258.  ML  441. 
Gorjajew  4. 

79.  Ar.  anbik: 

[Das  selbst  aus  gr.  äußiE;  in  der  Aus- 
sprache amblk]  'Destilliergefäß'.  Hieraus 
z.  T.  mit,  z.  T.  ohne  ar.  Art.  lat.  alam- 
bicum  und  die  romanischen  Formen: 
it.  lambicco,  lambiccio,  limbiccio  'Destil- 
lierkolben', Vb.  lambicare  'durch  das 
Reagenzglas  gehen,  genau  prüfen',  lam- 
biccarsi  od.  beccarsi  il  cervello  'sich  den 


Ar.  aiiilnl  ] 


8 


Kopf  zerbrechen';  prov.  elamhic,  frz. 
tiliimbic,  runi.  alanibic,  .sp.  alambiqnc, 
pg.  lamhiqnc;  en^'l.  aleinhic.  Vb.  frz. 
alamhiquer  'destillieren',  auch  figür- 
licli.  [DE  r)(i.  Devic  DEl  5.  ML  ii± 
Warlbg  FEWb  57.  GIBBS  in  American 
Journal  of  Science  and  Arts  XXXIII,  325. 

80.  Ar.  audul : 

(Auch  haudrd;  selbst  aus  dem  pers. 
und  letzten  Endes  aus  sanskr.  himlöla, 
andöla  'chinesische  Sänfte',  vgl.  ZDMG 
LI,  «58;  LH,  i282;  auch  syrisch  andül 
BrLexSyr  28  a]  'Sänfte'.  Hieraus  viel- 
leicht mit  ar.  Art.  sp.  lando  'leichter 
mit  Maultieren  bespannter  Wagen  mit 
4  Sitzen'  [Dicc  Gast  1240c,  freilich  mit 
unrichtiger  Etymologie],  frz.  londau, 
engl,  landau,  dtsch.  Landau,  volksety- 
mologisch umgestaltet  zu  Landauer.  — 
Der  Vers  in  GOETHES  'Hermann  und 
Dorothea'  I,  56:  ,Im  geöffneten  Wagen 
(er  war  in  Landau  verfertigt)"  kann 
natürlich  nicht  als  Beweis  für  die*Ety- 
mologie  gelten,  wonach  die  Wagen  nach 
ihrem  Ursprungs-  und  Herstellungsorte, 
der  bayrischen  Stadt  Landau,  benannt 
sein  sollen.  Ebensowenig  bewiesen 
ist  die  Existenz  eines  angeblichen  eng- 
lischen Erfinders  namens  LANDOW. 
[Kluge  273.  [Dagegen  wohl  doch  mit 
Recht  Jacob  EMA  97.] 

81.  Ar.  anf: 

'Nase'.  Anf  al-faras  [s.  hier  Nr.  586] 
'die  Nase  des  Pferdes'  ist  der  ar.  Name 
eines  im  Maule  des  Sternbildes  Pegasus 
stehenden  Sternes;  hieraus  Enif  'e 
Pegasi'.  [Devic  DEt  109/110.  Ideler 
Sternn  117, 

82.  Mal.  ang'grek: 

[Pijn  7:  standelkruit]  'eine  Orchideenart' 
in  den  Tropen,  besonders  Angrecum 
fragrans  Thou.,  deren  Cumarin  enthal- 
tende Blätter  den  Bourbon-  od.  Faham- 
tee  liefern,  und  Angrecum  sesquipedale 
Thou.,  bei  uns  in  Treibhäusern  gehalten. 
Aus  dem  mal.  entstand  zuerst  frz.  an- 
grec,  hieraus  der  botanische  Name  lat. 
angraecim  od.  angrecum.  [Rom 
Forsch  III,  492.    Devic  DEt  32. 

83.  Ar.  'ankabüt: 

'Spinne'.  Wegen  der  Ähnlichkeit  der 
sich  kreuzenden  Meridiane  und  Parallel- 
kreise am  Astrolabium  hiefa  ein  Teil 
desselben  sp.  alhancahit,  frz.  alancabuth. 
[Devic  DEt  5.    Laramens  Rem  4. 

84.  Ar.  'Antar: 

Ein  berühmter  sagenhafter  Held  des  ar. 
Heidentums  [s.  z.  B.  C.  Brockelmann, 
Geschichte  der  arabischen  Literatur. 
Leipzig  1901.  S.  23  f.].  Nach  ihm  ist 
ein  Kleidungsstück  ar.  '^antarl,  tk.  anteri 
benannt;   es  ist   ein  Unterkleid,  das 


mei.sl  von  Seide  und  im  Schnitte  unseren 
Schlafröcken  ähnlich,  doch  etwas  enger 
ist  [J.W.  Redhouse,  Turkish  Dictionary^. 
London  1880.  S.  1324;  tk.  entari  od. 
anteri  bei  A.  Hindoglu,  Dictionnairc 
Turc-Franqais.  Vienne  1838.  S.  71b]. 
Aus  dem  tk.  wurde  rum.  anteriü,  un- 
teren 'langes  Unterkleid  der  orientali- 
schen Priester,  Bauernrock';  bulg.  serb. 
anterija  'kurzes  Untergewand  mit  Är- 
meln'.   [Sain  46.    Bern  SlEtWb  28. 

85.  Mal.  antjar: 

[Auch  ancar]  Name  des  Baumes  Anti- 
aris  toxicaria,  der  das  Upas-Gift  liefert 
[s.  hier  Nr.  2136].  Aus  dem  Mal.  der 
botanische  Name  und  russ.  anöar  'Gift- 
baum'.   [Gorjajew  5. 

86.  Ar.  'anzarüt: 

[Selbst  aus  pers.  änzärüt  mit  prähgiertem 
'ain,  vgl.  ZfSem  II,  221]  'Fleischleim, 
Sarcocoil',  ein  Gummi  von  Astragalus 
gummifer  Dym.  Hieraus  altsp.  azaro, 
azarote,  sp.  azarote,  anzarotes,  altprov. 
altcat.  anzelot,  pg.  [mit  ar.  Art.]  lan^arote 
'dass.'.  [DE  195.  A.  Thomas,  Nouveaux 
essais  de  philologie  franqaise,  Paris  1904. 
S.  159.    ML  511. 

87.  Ar.  'är: 

'Scham';  mit  tk.  Suffix  -siz  'ohne'  er- 
gibt sich  tk.  arsyz  'unverschämt,  scham- 
los' [Kelekian  Kämüs  833],  hieraus  rum. 
arsyz  'dass.'. 

88.  Tk.  ara: 

'Zwischen'  [Stamm  ar,  or  'zwischen, 
mitten'  Vambery  TktEtWb  S  17,  Nr.  19], 
arali/k  'Zwischenraum';  hieraus  rum. 
aralic  'Platz,  Zwischenraum'. 

89.  Ar.  'Arab: 

Npr.  'die  Araber',  a)  Schon  im  Ar.  und 
besonders  im  Tk.  nahm  das  Wort  die 
Bedeutung  'Neger'  an,  daher  rum.  arab, 
araj),  harap  'Araber,  Neger';  russ.  arap, 
bulg.  serb.  arapin,  bulg.  arap  'Neger'. 
—  b)  In  den  romanischen  Sprachen 
wurde  das  AVort  zur  Bezeichnung  einer 
sittlichen  Minderwertigkeit  benutzt:  frz. 
arabe  'Wucherer,  Beutelschneider',  dial. 
'habsüchtig,  geizig',  prov.  arabe  'hab- 
gierig, geizig',  alabre  'gefräßig'.  Die 
ar.  Adjektivform  'arabl  'arabisch'  liegt 
vor  in  sp.  alarbe  'roher,  ungebildeter 
Mensch'  [mit  ar.  Art.],  pg.  alarre  'dass.', 
kat.  alarb  'd:iss.'.  —  c)  Bezeichnung 
des  arabischen  Pferdes  im  engl,  angloind. 
arah  [für  an  Arab  horse],  dtsch.  Araber, 
so  schon  bei  Marco  Polo:  de  bons  des- 
triers  arrabins.  Weitere  Belege  bei 
Hobson-Jobson  33/34.  —  d)  Mit  roma- 
nischer Endung  -iscus  wird  it.  arabeseo, 
rabesco  'Schnörkelzeichnung  nach  arab. 
Weise',  frz.  arabcsque,  rum.  aräpesc, 
dtsch.  Arabeske  usw.  —  e)  Zur  Bezeich- 


9 


[Tk.  araba. 


nung  des  'Mais'  im  bulg.  arapka  be- 
nutzt [wie  im  ngr.  äpaßöaTo;].  [DE  5(i 
bis  57.  ZromPh  XXIX,  418.  ML  58'.) 
und  590.    Roth  ViFr  38. 

90.  Tk.  araba: 

[Mit  falsrher  arabisierender  Schreibung 
'araha]  'Wagen',  urahagij  'Kutscher, 
Fuhrmann'.  Hieraus  rum.  araha,  ha- 
raba  'Leiterwagen',  arabagiü,  harahagiu 
'Fuhrmann';  russ.  arbn,  lilruss.  harha, 
hu\g.  serb.  araba  'Wagen'.  —  ,üie 
Arabas  werden  von  Ochsen  gezogen 
und  finden  sich  in  der  ganzen  Berg- 
landschaft des  Kaukasus  [in  weilen 
Teilen  Vorderasiens  und  der  Balkan- 
halbinsel] wieder.  Die  beiden  Räder 
derselben,  große  plumpe  Holzscheiben, 
sitzen  fest  an  der  Achse  und  drehen 
sich  mit  derselben  herum.  Auf  der 
Achse  ruht,  leicht  und  ohne  anderen 
Halt  als  den,  welchen  die  oben  liegende 
Last  des  Wagens  dem  Zapfen  gewährt, 
das  eigentliche  Gestell.  Mit  diesem 
höchst  einfachen  Fahrzcufre  wird  durch 
Dick  und  Dünn,  durch  Täler  und  auf 
Bergen,  durch  Flüsse  und  durch  Moräste 
gefahren,  ohne  daß  je  die  Gefahr  des 
Umwerfens  einträte."  Heinrich  Brugsch, 
Reise  der  K.  Preußischen  Gesandtschaft 
nach  Persien  1860  und  1861.  Leip- 
zig 1862.  I,  51.  [Sain  16.  Gorjajew  5. 
Mikl  SlEtWb  3. 

91.  Tk.  aralas: 
'Durcheinander'  [Stamm  ara,  s.  hier 
Nr.  88],  Vb.  aralasdyrnmk  'mischen'. 
Hieraus  russ../e;  «/«.s  'Kartenspiel,  Whist'. 
[Gorjajew  104. 

92.  Ar.  'arak : 

'Schweiß',  ^arak  at-lamr  'Schweiß  der 
Datteln',  d.  h.  Datlelsaft,  ein  berauschen- 
des Getränk.  In  Ostindien  heißt  'arak 
ein  starkes  Getränk,  das  aus  gegorenem 
Reis,  Zucker  und  Kokosnüssen  zube- 
reitet wird.  Nach  Europa  ist  das  Wort 
gekommen,  nachdem  im  mal.  Archipel 
Kolonien  errichtet  waren.  Daher  haben 
Italiener  und  Spanier,  die  dort  keine 
besaßen,  das  Wort  auf  anderem  Wege 
erhalten.  Sp.  arac,  altsp.  arrequi(n), 
frz.  arakj  rack,  pg.  araquc,  araca,  rak, 
engl,  arrack,  rack,  ndl.  arak,  dtsch. 
Arrak.  Aus  dem  ar.  Adjektiv  'araki 
wohl  das  frz.  Argot  woit  riquiqui 
'Schnaps'.  Die  tk.  Form  ist  ebenso  raki, 
woraus  rum.  rachiü  'Branntwein',  rachier 
'Branntweinbrenner',  racliierie  'Brenne- 
rei'. Russ.  arak.  [Kluge  22.  Hobson- 
Jobson  36/37.  DE  196/197.  Devic  DEt 
33/34.  Gorjajew  5.  —  J.  de  Sousa,  Vesli- 
gios  da  lingua  arabiga  em  Portugal.  Col- 
lecijäo  etimologica  das  palavras  e  nomes 
portugueses  que  tem  origen  arabiga.  Lis- 


boa^.  1830.  S.  72  leitet  alles  auf  ar. 
härik  'brennend'  zurück,  nach  dem 
Obigen  wohl  zu  Unrecht. 

93.  Ar.  'arata: 

'Entfernen'  [eigentlich:  'den  Abwesen- 
den verleumden'].  Nach  ML  599  [mit 
Berufung  auf  de  Gregorio  in  SlGlIt  IV, 
248]  Grundwort  zu  siz.  arrassu  'ent- 
fernt', arrassari'sxch  entfernen';  kalabr. 
arrasnare  'dass.'. 

94.  Ar.  'ard: 

Vollständiger  'ard  al-gaii  'Heerschau'. 
Hieraus  mit  dem  ar.  Art.  sp.  kat.  alarc/c, 
pg.  alardo  [Gonstancio  Dicc  43  aj  'Heer- 
schau, Praiilerei',  die  letztere  Bedeutung 
im  Vb.  sp.  hacer  alarde,  pg.  fazer  alardo 
'prahlen,  sich  brüsten'.  [DE  57.  Egui- 
laz  92.    ML  618a. 

95.  Ar.  argal: 

[Von  rigl  'Fuß,  Hinterhand  der  Vier- 
füßer'] 'schwarzes  Pferd  mit  weißen 
Flecken  an  den  Hinterfüßen'.  Hieraus 
sp.  argel,  pg.  ar^cZ  [Gonstancio  Dicc  108a, 
wo  noch  genaue  Bedeutungsunterschiede 
für  argel  travado,  argel  irastavado  und 
argel  manalvo  gegeben  sind],  frz.  arzel 
'dass.'.  [DE  198.  Devic  DEt  38.  Lammens 
Rem  260. 

96.  Pcrs.  ärgäli: 

'Wildes  Bergschaf'  in  Mittelasien:  Ovis 
ammon  L.  od.  Ovis  ArgaU  ßodd.  Hier- 
aus frz.  argali  'dass.'.    [Devic  DEt  34. 

97.  Pers.  är^nwän : 

[Auch  ärguwän,  ärguma»;  vgl.  hebr. 
nrgämän,  dieses  aus  assyr.  argamamtu 
'roter  Purpur',  DelHWB  129a,  und 
schließlich  wohl  aus  ind.vgl.ZAkkFW37] 
'Purpur,  Purpurstoff,  purpurfarben' 
[nämlich  'dunkelviolett'  nach  P.  HAUPT 
in  Verhandlungendes  13.  Internationalen 
Orientalistenkongresses  Hamburg  1902. 
Leiden  1904.  S.  218[,  ebenso  tk.  erge- 
Iran  [Kelekian  Kamüs  68b]  'dass.  und 
Cercis  siliquastrum';  hieraus  rum.  ior- 
govan  'spanischer  Flieder,  Syringa  vul- 
garis'. Serb.  jergoran  'dass.'.  [Löbel 
EITAP  56. 

98.  Tk.  argymak : 

[Nach  Gorjajew  5  entsprechend  dem  ar. 
riwäk,  wozu  vgl.  KM  II,  799:  rainaka, 
plr.  rimäk  'schlechtes  Pferd  od.  Stute, 
die  man  bei  den  Füllen  läßt,  um  diese 
zu  führen';  dies*s  nach  Völlers  aus 
pehlevi  ramak  ZDMG  L,  641  Nr.  150]; 
hieraus  russ.  argamak,  poln.  rumak 
'asiatisches  Pferd;  guter  Renner'  (poe- 
tische Bezeichnung). 

99.  Ar.  'arif : 

[Vom  Vb.  'arafa  'wissen']  eigentlich 
'Wissender',  'Baumeister,  Architekt'; 
hieraus  mit  nr.  Art.  sp.  alarife,  valenc. 
aarif,  alarif  'dass.'.  —  Auch  in  dem 


Ar.  mir.] 


10 


Namen  des  Sommersitzes  der  granadi- 
nisclien  Könige  in  Granada,  dem  Gene- 
ralife [s.  Baedeker,  Spanien  und  Portu- 
RalA  Leipzig  1912.  S.  350;  v.  Schack, 
Poesie  und  Kunst  der  Araber  in  Spanien 
und  Sicilien.2.  Stuttgart  1877.  II,  328 
bis  333;  Kurt  Hielscher,  Das  unbekannte 
Spanien.  Berlin  s.  a.  (1922).  S.  17/22], 
früher  Ginalarife,  d.  h.  gannai  aVarlf 
'Garten  des  Baumeisters'.    [DE  57. 

100.  Ar.  arlr: 

[Infin.  des  Vbs.  m'ra  'unverschämt 
schreien"]  'Schreien,  Geschrei';  hiervon 
nach  Diez,  Körting  und  ML  647  sp.  pg. 
alarido  'Kriegsgeschrei'.  Da  aber  in 
der  altfranzösischen  Chanson  d'Anti- 
oche  II,  122  den  Sarazenen  der  Kriegs- 
ruf ,«r{rfe.'  aride .''^  beigelegt  wird,  paßt 
die  hier  Nr.  59  d  [am  Schlüsse]  gegebene 
Ableitung  semantisch  besser.  —  Die 
Ableitung  aus  lat.  uhilatus  ZromPh  XVI, 
520  ist  abzulehnen. 

101.  Ar.  'aris: 

'Weinlaube'.  Hieraus  sp.  arije  als  Ad- 
jektiv in  der  Verbindung  uva  arije  'rote 
Edeltraube'  [nach  dem  Dicc.  de  la  Acad. 
Gast,  'especie  de  uvas  qua  son  del 
lamano  y  hechura  de  las  albillas,  pero 
muy  rojas'].    [DE  57/59. 

102.  Tk.-tat.  arkan: 

'Dicker  Strick,  Tau,  Pferdeschlinge' 
[vom  Stamme  ek  'wenden,  drehen', 
kausativ  ögür  >  ör,  z.  B.  cagat.  örntek 
'flechten,  winden',  arkam  'Seil'  Vämbery 
TktElWb  S.  28,  Nr.  31].  Hieraus  russ. 
poln.  bulg.  klruss.  arkan  'Fangstrick, 
Wurfschlinge  zum  Fange  von  Pferden'; 
rum.  arcan  'dass.'.  [Gorjajew  6.  Bern 
SiEtWb  .30.    Sain  16.   Karlowicz  425. 

103.  Tk.  arniagan: 

'Geschenk'.  Hieraus  bulg.  serb.  arwa- 
qan,  serb.  ormagan  'dass.'.  [Mikl 
SlEtWb  4. 

104.  Tk.  arna'nt: 

'Der  Albanese'  [wohl  aus  dem  gr.  'A\ßa- 
vixriq  entstanden].  Hieraus  rum.  arnäut 
'albanesisch,  der  Bediente'  und  Ablei- 
tungen arnäutesc,  arnaujinu,  arnäu- 
feascä.  Bulg.  arnautin,  serb.  arnautin 
od.  arnaut  'der  Albanese',  jedoch  klruss. 
arnaut(ka)  'eine  Art  Heidekorn'.  Zur 
Bezeichnung  der  Albanier  in  allen  euro- 
päischen Sprachen,  z.  B.  dtsch.  Arnaute. 

105.  Tk.  arpa: 

'Gerste';  mit  Deminutivsuffix  arpagyk 
'Gerstenkorn,  spanische  Zwiebel';  hier- 
aus rum.  arpagic  'Schnittlauch,  Scha- 
lotte' [s.  hier  Nr.  119], 

106.  Ar.  arrih: 

Im  Vulgärarabischen  des  Magrib  [Nord- 
westafrika] Interjektion  zum  Antreiben 
der  Tiere  [JAs  1843,  II,  216],  vielleicht 


auch  vom  Imperativ  harrik  'bewege!' 
abgeschwächt.  Im  prov.  it.  arri!  von 
den  Maultiertreibern  in  gleichem  Sinne 
benutzt.  Hieraus  leitet  DE  202/3  das 
sp.  arriero,  pg.  arrieiro  'Maultiertreiber' 
ab. 

107.  Tk.  arslan: 

[Vgl.  über  Versuche  zur  Etymologie 
dieses  Wortes  BANG  in  KSz  XVII,  126  ff.] 
'Löwe'.  Hieraus  bulg.  serb.  arslan  und 
mit  Metathesis  bulg.  raslan  'dass.'. 
Über  magy.  oroszldn  wurde  slov.  oros- 
lan.    [Bern  SlEtWb  31. 

108.  Tk.  arsyn: 

[Aus  pers.  ärs  'Elle'  Horn  NpEt  S.  18, 
Nr.  70]  'Elle'  =  71,1  cm.  Hieraus  rum. 
ar$in  'Elle,  Docke  (Wolle)'  und  russ. 
bulg.  serb.  arsin,  bulg.  rbsin,  poln. 
arszyn  'Elle',  'der  1500.  Teil  einer 
Werst  (1,067  km)'.  Ebenso  dtsch.  Ar- 
schine, frz.  archine  'russische  Elle'.  [Sain 
46.    Bern  SlEtWb  31. 

109.  Ar.  'arta  nltä: 

[Wohl  selbst  fremden  Ursprungs]  'Alpen- 
veilchen'. Hieraus  siz.  kat.  sp.  artanita 
'dass.'.    [GrSVociSic  226.    ML  683. 

110.  Tk.  artyr-: 

Artyrmak  'vermehren';  hieraus  rum.  ar- 
tirisire  'steigern',  atärdisi  'aufschlagen'. 

111.  Ar.  'arüs: 

'Braut',  hieraus  siz.  garrusu  als  Aus- 
druck der  Verachtung  für  junge  Leute, 
meist  mit  obszönem  Nebensinne:  'Ky- 
näde'.    [GrSVociSic  238. 

112.  Sanskr.  ärya: 

'Edel'.  Hieraus  dtsch.  Arier  zur  Be- 
zeichnung derjenigen  Völker,  die  dem 
Sanskrit  verwandte  Sprachen  sprechen. 
Engl.  Art/an,  Vb.  to  aryanize;  frz.  arten. 

113.  Tk.  aryk: 
'Wassergraben,  Kanal'  [Stamm  jar-  'zer- 
spalten, zerklüften'  Vämbery  TktEtWb 
S.  123,  Nr.  133  II];  hieraus  serb.  klruss. 
jarok  'Graben,  Rinne,  Bach'.  Vgl.  auch 
ung.  ärok  'Graben,  Kanal'.  [Bern  Sl- 
EtWb 446. 

114.  Ar.  arza: 

'Eine  Fichtenart,  pinus  cedrus'.  Hieraus 
mit  dem  ar.  Art.  sp.  alerce  'Lärche'; 
siz.  arzanu  'Tanne'.  Auffallend  ist  die 
Ähnlichkeit  mit  lat.  lärix,  laricem,  wor- 
aus it.  larice,  pg.  larico;  dtsch.  Lärche. 
[GrSVociSic  227.    ML  635.    DE  98. 

115.  Ar.  'asä: 

'Stock',  doch  auch  schon  'Lanze';  hier- 
aus val.  aa^a  'Lanze'.    [DE  31. 

116.  Ar.  'asära: 

[Vom  Vb.  'asara  'pressen']  'der  Saft, 
der  durch  Pressen  aus  einer  Pflanze 
gewonnen  wird' ;  hieraus  sp.  frz.  alizari 
als  Handelsausdruck  für  garance  'Fär- 
berröte, Krapprot'  und  weiter  der  che- 


11 


[Tk.  ascy. 


mische  Ausdruck  Alizarin  zur  Bezeich- 
nung bestimmter  Farbstoffe;  frz.  alisa- 
rine.  Alizarintinte  wurde  i.  J.  1855 
zuerst  in  Dresden  hergestellt.  [Devic 
DEt  23.    Lammens  Rem  15. 

117.  Tk.  ascy: 

[Aus  as  'Suppe'  und  dem  Suffix  des 
Berufes  gi;  nicht  npers.  äs  'Brühe, 
Speise',  wie  Horn  NpEt  S.  8,  Nr.  29  an- 
gibt; vgl.  auch  MO  XVll,  145]  'Koch'; 
in  vulgärer  Aussprache  ahgy;  hieraus 
bulg.  ahcija,  serb.  oscija  'Koch'.  [Bern 
SlEtWb  25. 

118.  Ar.  asTr : 
'Kriegsgefangener',  ebenso  tk.  esir,  vul- 
gär jesir.  Hieraus  serb.  (dial.)  jesir 
'Gefangener',  klruss.  jastjr  'dass.',  poln. 
ycfsfs)«/r 'Gefangenschaft  bei  den  Türken', 
russ.  (nur  alt  u.  dial.)  jasyr,  jesyr 
'Sklave'.    [Bern  SlEtWb  449. 

119.  Hebr.  Askelön: 

Lat.  Ascalon,  n.  pr.,  eine  Stadt  im  süd- 
lichen Palästina;  danach  wurde  eine 
Zwiebelart  als  cepa  ascalonla  bezeichnet; 
hieraus  unter  Wegfall  des  Substantivums 
[wie  bei  frz.  fromage  aus  lat.  lac  for- 
maticuni]  aprov.  escalonha,  afrz.  escha- 
logne,  it.  scalogno,  sp.  escalona;  mit  Suf- 
fixwechsel frz.  Schalotte,  pg.  xalota; 
dtsch.  Schalotte,  Aschlauch.  In  der 
Vendee  dial.  Schalotte  'derbe  Tracht 
Prügel'.  [Behrens  Beiträge  87.  ML  694. 

120.  Hebr.  Askenaz: 

In  der  sogen.  Völkertafel  Gen  10,  3  ge- 
nanntes Volk,  wahrscheinlich  im  nörd- 
lichen Phrygien  (Kleinasien).  Später 
bedeutete  askenaz  'deutsch,  der  Deut- 
sche, Deutschland',  plr.  askenazim  'die 
Deutschen',  allgemeiner  die  Juden  mit 
jüddischer  Muttersprache,  besonders  im 
Gegensatze  zu  den  westlichen  Sefardim 
mit  spagnolischer  Sprache.  Vgl.  auch 
den  Familiennamen  Aschkenasy.  [Ave-L 
IV,  330. 

121.  Ar.  asraf: 

Elativform  von  sarlf  'edel,  berühmt' 
[s.  hier  Nr.  1852],  also  'sehr  berühmt, 
sehr  edel',  ergab  mit  pers.  SufBx  i  äs- 
räfi  'eine  Goldmünze'  [genau  so  ge- 
bildet wie  das  synonyme  äkbäri  von 
ar.  akbar  'sehr  grofa'].  Hieraus  pg. 
xarafim,  xerafim  'eine  Münze  aus  Ost- 
indien, die  300  Reis  Wert  hatte'  [Con- 
stancio  Dicc  974  a]  und  sicherlich  auch 
frz.  aigrefin  [mit  volksetymologischer 
Umgestaltung]  'eine  Münze,  die  früher 
in  Frankreich  in  Umlauf  war'  und  mit 
einem  nicht  seltenen  Bedeutungswandel 
'Schwindler,  listiger  Mensch'  [besser  als 
die  Ableitung  von  einem  so  nicht  vor- 
handenen al-hurüfi,  das  wieder  in  Zu- 


sammenhang mit  harif  'Bursche'  ge- 
bracht wird].    [Devic  DEt  5. 

122.  Pers.  ästär: 

[Ob  ursprünglich  iranisch  wie  Horn 
NpEt  S.  7,  Nr.  26  will,  oder  tk.  ast 
'unter',  also  'Unterfutter'  ZDMG  XXIII, 
272  u.  Vämbery  TktElWb  S.  21,  Nr.  23 1, 
bleibe  dahingestellt]  'Futter  (eines  Klei- 
des)'. Hieraus  über  tk.  astar  'dass.' 
[Kelekian  Kämüs  18a]  rum.  astar  'Fut- 
ter, Seihtuch'. 

123.  Ar.  'asür: 

'Der  Zehnte'  [von  '«snr  '10'];  hieraus 
frz.  achour  'eine  Steuer,  welche  die  Ein- 
geborenen Algeriens  an  die  französische 
Verwaltung  zu  zahlen  hatten'.  [Devic 
DEt  4.    Lammens  Rem  4. 

124.  Tk.  asyk: 

'Knöchel,  Knöchelchen  (auch  zum  Spie- 
len)'; hieraus  mit  adventivem  r  rum. 
ar§ic  'Knöchelchen,  Knöchelspiel';  Ab- 
leitg.  arqicar. 

125.  Tk.  asm.i: 

[Vom  Stamme  as-  'hängen']  'Rebe'; 
hieraus  rum.  asmaciuc,  asmafuc,  asma- 
pichm,  'Kerbel  Anthriscus'. 

126.  Pers.  äspänäh  : 

ar.  isfänäg,  isfinäg  'Spinat'  [Vielleicht 
kommen  diese  Formen  selbst  aus  dem 
Lateinischen,  etwa  spitia  'Dorn'  oder 
besser  *spinax  SBKAW  Wien  PhhKl 
CXXXII,  362];  hieraus  zunächst  die  ro- 
manischen Formen  afrz.  espinoche,  espi- 
nard;  frz.  epinard,  prov.  espinar,  kat. 
espinac,  sp.  espinaca,  pg.  espinafre,  it. 
spinace,  rum.  spanac.  Mit  steter  An- 
lehnung an  lat.  spina  auch  im  Germa- 
nischen dtsch.  Spinat,  ndl.  spinazie, 
engl,  spinage.  Russ.  spinal,  bulg.  spa- 
nak,  serb.  spanac,  äech.  Spinat,  poln. 
szpinak.  [Devic  DEt  110/111.  Eguilaz 
391.    ML  706. 

127.  Hebr.  asirüt: 

Moderner  Ausdruck  'großer  Reichtum' 
[vgl.  assyr.  asäru  'Heil  widerfahren  las- 
sen' Del  HWB  148  a,  hebr.  *es^r  im 
Ps  1,  1:  'Glück'];  hieraus  mit  vorgesetz- 
tem n  [wohl  aus  dem  dtsch.  Art.]  das 
jüdischdeulsche  nesires  in  dem  Aus- 
druck :  Da  steckt  e  Nesires  'Da  ist  noch 
Reichtum!'  [Tendlau66.  LenzEindrl7. 

128.  Tk.  at: 

[Vielleicht  vom  Stamme  al  'fremd,  wild' 
Vämbery  TktEtWb  S.  14,  Nr.  14]  'Pferd'. 
Hieraus  rum.  hat  'Pferd'  in  der  Volks- 
poesie; bulg.  serb.  at  'Pferd,  Hengst'. 
Mit  pers.  pähn  'groß,  weit,  breit'  [Horn 
NpEt  S.  76,  Nr.  344]  wird  tk.  pehn-at 
'großes  Pferd',  woraus  rum.  bahntet 
'edles  tatarisches  Roß'  in  den  Volks- 
liedern der  Moldau,  russ.  klruss.  poln. 
bachmat  'dass.',   Adj,  (dial.)  bachmatif 


Ar.  'atnsa.] 


12 


'tölpelhaft,  uiigeschickl'.  |Sain  16.  Bern 
SlKt\VI):?3.  Gorjajew  13.  Karlowicz  4'i3. 

li."J.  Ar.  'atai^a: 
'Dürsten,  nach  elw.  gierige  sein'.  Hier- 
aus siz.  nttaciu  'riesiger  Appetit,  Gier, 
Brunsf;  attaciatii  'durstig,  ängstlich'. 
[GrSVociSic  ^J^!7. 

13(».  Ar.  atflja: 
rir.  atäfl  'Dreifuß';  hieraus  mit  dem 
ar.  Ari.  sp.  annafe,  anafrc  'Kohlen- 
hecken, kleiner  tragharer  Ofen'.  In  der 
ar.  Aussprache  von  Granada,  wo  die 
Iniiila  fä  ^  ij  sehr  stark  war,  er- 
gab sich  atifl  und  hieraus  sp.  atifle 
'irdener  Dreifuß'.    [DE  1S4  u.  ^215. 

131.  Ar.  atlas: 

'Glatt,  fein'.  Von  einem  Manne,  der 
nicht  viel  taugte,  sagte  man,  er  sei 
atlas;  ebenso  von  Seide,  sie  sei  atlas, 
d.  h.  minderwertig;  schheßlich  blieb 
das  Adjektiv  allein  zur  Bezeichnung  des 
Stofifes  [wie  z.  B.  im  Romanischen,  wo 
aus  lat.  ieciir  firatum  frz.  foie  'Leber', 
aus  lat.  caseum  fonnaticum  frz.  froinaffe 
'Käse'  wurde],  und  zwar  des  sog.  Seiden- 
satins  [s.  hier  Nr.  2188].  Rum.  atlas, 
atlaz;  russ.  atlas,  bulg.  atlaz,  serb.  cech. 
atlas,  poln.  atlas  'Satin'.  Dtsch.  Atlas, 
ndl.  atlas.  [Joseph  Karabacek,  Über 
einige  Benennungen  mittelalterlicher 
Gewebe.  Wien  188±  S.  llfT.  Gorjajew 
7.  Hobson-Jobson  39/40.  Kluge  '25. 
Dozy  Oost  22. 

132.  Malediwisch  atoln: 
Verwandt  mit  singhalesich  ätul  'Inne- 
res'. Hieraus  die  europäische  Form 
engl,  atoll,  dtsch.  Atoll.  Darunter  ver- 
steht man  eine  Koralleninsel,  die  einen 
Ring  oder  Kranz,  manchmal  von  vielen 
km  im  Durchmesser,  bildet  und  in  ihrem 
Innern  einen  Raum  mit  brackigem 
Wasser  einschließt.  Die  Malediwen  sind 
typische  Beispiele  dieses  Baus  und 
gaben  daher  das  Wort  zu  ihrer  Bezeich- 
nung her.  Wissenschaftlich  gebraucht 
wurde  es  zuerst  von  DARWIN  in  seiner 
Abhandlung  über  The  structure  of  Co- 
ral  Reefs  1842,  S.  2,  wo  atoll  als  sy- 
nonym mit  lagoon-island  definiert  wird. 
Ältere  Belege,  bis  1610  zurückgehend, 
bei  Hobson-Jobson  40. 

133.  Ar.  'Attäb: 

Npr.  Ein  Urenkel  von  UMAIJJA,  dem 
Stammvater  der  Umaijjadendynastie, 
gab  einem  Stadtviertel  Bagdads  den 
Namen,  also  al-'aifäbija.  In  diesem 
Viertel  wurden  die  bunten  StolTe  aus 
Seide  und  Baumwolle  hergestellt,  die 
nach  dem  Ursprungsorte  einfach  'Attäbl- 
Stoffe  genannt  wurden.  Hieraus  mit 
W eglassung  des  ar.  Art.  it.  sp.  pg.  tabi, 
frz.  tabis  [wozu  das  Vb.  tabiser  'wäs- 


sern, d.  h.  inoirieren'  gehört];  engl. 
tabby,  ndl.  tabijn,  dtsch.  Tabin  'schweres, 
glattes,  moiriertes  Seidenzeug'.  Poln. 
tabin,  tobin;  klruss.  polutabcnt  mit  An- 
gabe eines  weiteren  Herkunftortes. 
(DE  343/4.    Mikl  SlEtWb  346. 

134.  Ar.  'attär: 

'Verkäufer  von  Parfümen  und  Drogen 
[ar.  'är],  Drogist';  hieraus  mit  dem  ar. 
Art.  sp.  alatar  'Drogist'.    [DE  59. 

135.  Ar.  au^: 

'Höhe,  Kulmination,  Apogäum  [Erdferne 
als  Fachausdruck  der  Astronomie]'  als 
technischer  Ausdruck  und  in  verall- 
gemeinerter Bedeutung  [z.  B.  höchste 
Glückswonne]  ins  Romanische  über- 
gegangen: it.  sp.  kat.  pg.  anye,  frz. 
auge  'Apsiden'.  Ableitung  von  lat. 
awjerc,  wie  z.  B.  Constancio  Dicc  140  b, 
ist  aus  lautlichen  Gründen  abzulehnen. 
Das  ar.  Grundwort  ist  möglicherweise 
selbst  fremden  [persischen,  indischen 
oder  griechischen]  Ursprungs.  [DE  217. 
Devic  DEt  48.  Lammens  Rem  29/30. 
ML  782. 

136.  Kas.  tat.  unl: 

Kirgis.  ebenso,  dass.  wie  Ik.  agyl  'Tier- 
park, Hof.  Hieraus  russ.  aul  'Dorf  bei 
kirgisischen  Völkern',  bulg.  ag^l  'Hürde'. 
[Gorjajew  7.    Mikl  SlEtWb  2. 

137.  Tk.  awly: 

'Hof  [aus  dem  gr.  aüXr)];  hieraus  rum. 
avlie  'Park'. 

138.  Ar.  'aTVTVär: 

Od.  'awär  [von  der  Wurzel  'ära  II  'ver- 
derben'] 'Stäubchen,  Fehler,  Schaden' 
ist  wohl  sicherlich  Grundwort  zu  it. 
araria  'Schaden  an  Schiff  oder  Ladung, 
Hafensteuer',  ein  Wort,  das  zuerst  von 
den  Genuesen  und  Pisanern  benutzt 
wurde  und  dann  mit  der  it.  Endung  in 
fast  alle  europäischen  Sprachen  über- 
ging: frz.  avarie;  sp.  averia,  haberia  ; 
pg.  avaria,  Dtsch.  Havarie,  Haferei; 
ndl.  avarij,  averij,  haverij;  engl,  average 
[offenbar  ist  h  als  Ersatz  für  das  von 
Europäern  nicht  sprechbare  'ain  zu 
denken;  dann  wäre  der  unmittelbare 
Einfluß  des  ar.  Grundworts  bis  hierhin 
wirksam  gewesen,  wenn  nicht  etwa 
Kontamination  mit  germ.  Hafen  oder 
Volksetymologie  anzunehmen  ist].  Russ. 
awarija,  bulg.  serb.  awarija,  Cech.  ava- 
rie 'Seeschaden'.  [DE  217.  Dozy  Oost 
22/23.  Devic  DEt  50/51.  Kluge  195. 
Gorjajew  1.    Hobson  Jobson  42. 

139.  Ind.  äya: 

Od.  äyä  in  allen  indischen  Eingeborenen- 
sprachen; selbst  aus  dem  pg.  aia  'Er- 
zieherin, Amme'  [wie  aio  'Haushof- 
meister, Erzieher  eines  jungen  Adligen' 
letzten  Endes  aus  dem  lat.  adiuvare]. 


13 


[Pers.  äz3cl. 


Hieraus  die  angloindische  Form  ayah 
'eingeborenes  Zimmermädchen  oder 
Amme'.    [Hobson-Jobson  42. 

140.  Pers.  äzäd: 

[Horn  NpEt  S.  6,  Nr.  19]  'frei'  ergibt 
mit  pers.  diräht  'Baum'  [Horn  NpEt 
S.  121,  Nr.  548]  den  Pflanzennamen 
äzäddirüht,  ebenso  ar.  azädimh  oder 
azdiraht,  Melia  azederach  L.  [vgl.  J.  F. 
Gronov,  Flora  orientalis  52;  Forskäl, 
Flor.  aeg.  ar.  p.  LXVI,  no.  127].  Hieraus 
sp.  acedaraque,  frz.  asedarac,  dtsth. 
Zedrach.    [DE  32.    Devic  DEt  53. 

141.  Pers.  äzärg-Qii: 
Teuerfarben'  (aus  pers.  äzär  'Feuer' 
Horn  NpEt  S.  4,  Nr.  9  und  gün  'Farbe' 
ebenda  S.  211,  Nr.  946].  Hieraus  ar. 
zarkün  und  weiter  sp.  azarcön  'Mennig', 
pg.  zarcäo,  azarcäo;  volksetymologisch 
entstellt  auch  it.  panni  di  sirico  und 
ähnl.  [DE  225/226.  Dicc  Gast  296. 
Karabacek  (s.  hier  Nr.  131)  S.  8  unten. 

142.  Pers.  äzdiihä: 

'Drache'  [Horn  NpEt  S.  19,  Nr.  76]; 
hieraus  zunächst  tk.  azder  'dass.'  und 
dann  bulg.  serb.  azder  'Schlange',  az- 
darlia  'Drache'.  [Mikl  SlEtWb  5.  Bern 
SlElWb  36. 

143.  Ar.  'aziz: 

'Mächtig,  herrlich';  mit  dem  ar.  Art. 
al-'aziz  'die  Herrliche',  Grundwort  zu 
la  Zisa,  dem  Namen  der  noch  jetzt  vor- 
handenen siz.  Villa  bei  Olivuzza  bei 
Palermo.  Eine  eingehende  Beschreibung 
s.  bei  Schack,  Poesie  und  Kunst  der 
Aiaber  in  Spanien  und  Sizilien.  2.  Aufl. 
II,  261—265. 

144.  Ar.  'azm  al-hukk: 
'Knochen  des  Oberarms  oder  des  Hüft- 
beins'.   Hieraus  prov.  amaluc  'Hüfte'. 
[ML  849.    Memoires  de  la  sociele  de 
iinguislique  de  Paris.  Paris  1873.  V,  40. 

145.  Hebr.  ba'al: 

'Herr',  a)  Mit  hebr.  bajib  'Haus'  ergibt 
sich  in  moderner  Aussprache  bal-bajis 
'Herr  des  Hauses';  hieraus  ndl.  balle- 
boos,  baalhaboos.  [Ave-L  IV,  341.  Dozy 
Oost  24. 

b)  Mit  dä^är  'Wort,  Erkundigung' 
ergibt  sich  modern  bal-dowor  'Herr  der 
Erkundigung,  Kundschafter';  hieraus  in 
der  dtsch.  Gaunersprache  Baldower,  Vb. 
ausbaldowern  'die  Gelegenheit  zum  Dieb- 
stahl auskundschaften'. 

c)  Mit  cfßitß  'Fliegen'  ergab  sich 
Ba'^al-ze^ü^  'Herr  der  Fliegen',  ähnlich 
wie  Zeüi;  öttöiliuio?,  der  'Fliegenbewah- 
rer',  Name  einer  philistäischen  Gottheit 
[übrigens  gr.  wohl  absichtlich  zu  BeeX- 
SeßouX  'Herr  des  Mistes'  verstümmelt]. 
Hieraus  dtsch.  Beelzebub,  frz.  belzibuth, 


it.  belzebu,  wie  schon  im  NT  Bezeich- 
nung des  'Fürsten  der  Hölle'. 

d)  Mit  'afälä  'Wagen'  wurde  über 
ba  al  'a-^älä  "Herr  des  Wagens'  schließ- 
lich poln.  balagula,  baragola  'jüdischer 
Fuhrmann'.    [Karlowicz  417. 

146.  Tk.  baba: 

'Vater' ;  hieraus  rum.  baba  'Vater,  Greis', 
babacä,  babaie  'Vater',  babalic  'aller 
Mann'.  Ebenso  russ.  baba,  babai  'Groß- 
vater'. Im  Angloindischen  wird  das  tk. 
Wort  sowohl  von  Europäern  als  Ein- 
geboienen  als  Kosewort  für  Kinder  be- 
nutzt :  bäba  oder  im  Plural  bäbälög  [lög 
'Leute'  im  Hind.].  [Bern  SlEtWb  36. 
Hobson-Jobson  42/43. 

147.  Ar.  babagä: 

[Selbst  nicht  arabischen,  sondern  viel- 
leicht indischen  Ursprungs,  JAs  1862, 
I,  93]  'Papagei'.  Hieraus  mit  Anlehnung 
an  lat.  gallus  it.  papagallo,  afrz.  pape- 
gaut  und  in  Anlehnung  an  lal.  gains 
'Häher'  prov.  papagai,  afrz.  papagai, 
nfrz.  papegai  [jedoch  mit  geänderter 
Bedeutung:  'Vogel  aus  Holz,  nach  dem 
geschossen  wird'],  sp.  papagayo;  ferner 
siz.  varmiamii,  it.  barbagianni  'Nacht- 
eule, fig.  Tropf'.  Dtsch.  Papagai,  ndl. 
papegaai  [als  'Pfaffenhäher'  aufgefaüt], 
engl,  popingag,  dän.  papegoeie,  schwed. 
papegoja.  Ebenso  russ.  popugai,  klruss. 
papnha,  serb.  poln.  papuga,  bulg.  pa- 
pagai. [DE  326.  GrSVociSic  249.  Gor- 
jajew  274.  Mikl  SlEtWb  231.  Suolahti, 
Die  deutschen  Vogelnamcn.  Straßburg 
1909.  S.  2/3. 

148.  Mal.  babwTisa: 
Zusammengesetzt  ausmal.bä&j'Schweiii' 
[Pijn  26]  und  rüsa  'Hirsch'  [Pijn  124], 
also  wörthch  'Hirschschwein',  Bezeich- 
nung einer  Art  Schweine  im  indischen 
Archipel,  nämlich  Porcus  Babiiussa 
Wagl.  [also  nicht  'Schweinehirsch',  wie 
Sachs-Villatte,  Frz.  Wb.  s.  v.  übersetzt]. 
Hieraus  engl,  babirussa,  babirusa,  dtsch. 
Babirussa,  sp.  babiruza,  frz.  babiroussa. 
[Devic  DEt  55/56.  JAOS  XVII,  112  bis 
114. 

149.  Pers.  bäbr: 

(Horn  NpEt  S.  42,  Nr.  180]  'Tiger'.  Hier- 
aus über  tatai-.  babr  'Leopard,  Jaguar' 
das  russ.  babr  'Tiger'.    [Gorjajew  8. 

1.50.  Hiud.  bäbü: 
(Auch  bengali,  vgl.  sskr.  vupra  'Vater'] 
Ursprünglich  ein  Ausdruck  der  Ach- 
tung, der  dem  Namen  hinzugefügt  wurde, 
wird  das  Wort  jetzt  in  Bengalen  und 
anderen  Teilen  Vorderindiens  von  den 
Angloindern  zur  Bezeichnung  eines  ober- 
flächlich gebildeten  oder  auch  verweich- 
lichten Bengali  benutzt.  Vielfach  hat 
es  auch  den  Sinn  eines  'eingeborenen 


Pers.  BailahsSn.] 


14 


Schreibers,  der  englisch  schreiben  kann'. 
(Hobson  Jobson  44. 

151.  Fers.  Badahsäii: 

N.  pr.  Name  des  nordöstlichen  Teiles 
des  lieutigeii  Afgänistän.  Von  hier  be- 
zot,'  man  in  früheren  Zeiten  Edelsteine 
[MP  12ü/lt241.  Über  das  ar.  balaM  er- 
^ab  sich  als  Bezeichnunjj;  iür  eine  Rubin- 
art ndat.  bahiscius,  it.  halascio,  halasso, 
sp.  halaju,  balaja,  pg.  balais,  bedache, 
kat.  balaix,  frz.  prov.  balais;  dtsch. 
Ballasrubin.  [Devic  DEt  57.  DE  S!33. 
ML  891. 

152.  Mal.  badak: 

[Pijn  27a]  'Nashorn';  hieraus  sp.  pjr. 
ahada  'Weibchen  des  Nashorns',  auch 
sp.  bada  [Dicc  Gast  302  c]  'Nashorn'. 
[Hobson-Jobson  1/2. 

153.  Ar.  badala: 

Vb.  'verändern';  hieraus  bind,  badall 
'eine  Person,  die  für  jemand  anders  ge- 
nommen wird,  Stellvertreter'  und  anglo- 
ind.  budlee  'Stellvertreter  in  öffentlichem 
oder  privatem  Dienste'.  [Hobson-Jobson 
122. 

154.  Pers.  bädäin: 

'Mandel' ;  hieraus  bind,  badam  ha  daraht 
'Mandelbaum'  und  schließlich  frz.  ba- 
damier  'der  indische  Mandelbaum,  Pru- 
nus amygdalus'.  Über  tk.  badem  [Ke- 
lekian  Kämas  233  a]  'Mandel'  wurde 
bulg.  badem,  serb.  badem  'dass.'.  [Bern 
SlEtWb  37.    Mikl  SlEtWb  6. 

155.  Ar.  bndao: 

'Gürtel  od.  Frauenmantel  ohne  Ärmel'; 
hieraus  pg.  bedeni  'maurischer  Mantel, 
Regenmantel  aus  Leder,  Spartgras  oder 
Binsen  [Constancio  Dicc  167  b]  und  siz. 
piddemia  'Frauenmantel  aus  Leinen  od. 
Baumwolle'  [in  scherzendem  Tone  od. 
vei-ächtlichem  Sinne  gebraucht].  [GrS- 
VociSic  243. 

156.  Tk.  badana: 

'Putzmörtel,  Tünche  zum  Kalken  oder 
Weißen'  [Kelekian  KämOs  232b  und 
Hindoglu,  Dictionnaire  Turc-Franqais. 
Vienne  1838.  S.  99  a];  hieraus  rum.  bi- 
dinea  'Weißbürste'.  [Woher  stammt  frz. 
badigeon  'Putzmörtel'?] 

157.  Pers.  bädäwärd: 

[Aus  dem  pers.  bäd  'Wind'  [Horn  Np- 
Et  S.  35,  Nr.  151]  und  ar.  ward  'Rose']. 
Eine  Pflanze  (Komposite)  aus  dpr  Gat- 
tung Echinops  'Kugeldistel'.  Hieraus 
frz.  bidigar  'Schwamm,  der  auf  den 
Rosensträuchern  durch  den  Stich  eines 
Insektes  bewirkt  wird'.    [Devic  DEt  63. 

158.  Pers.  bädgir: 

'Windfang'  [aus  pers.  bäd  s.  hier  Nr. 
157  und  glr  Präsensstamm  des  Vbs. 


giriftän  'ergreifen'  Horn  NpEt  S.  202, 
Nr.  909];  hieraus  angloind.  badgeer  'eine 
Vorrichtung  zur  Lüftung  eines  Hauses', 
wie  sie  in  Persien  u.  Sind  gebräuchlich 
ist;  es  sind  Lullzüge  in  Form  von 
Mauer-Schornsteinen,  die  dem  Serdäb, 
d.  h.  dem  Kellergeschoß,  von  der  Ter- 
rasse des  Hauses  herab  frische  Luft 
zuführen.    [Hobson-Jobson  4(1. 

159.  Pers,  bädjä: 

'Weingefäß,  Krug'  [Horn  NpEt  S.  36, 
Nr.  155];  hieraus  zunächst  tk.  badja 
'dass.'  und  daraus  rum.  bäduü  'Butter- 
faß'; russ.  badja,  badjeika  'Brunnen- 
eimer, Kübel',  poln.  (dial.)  badja  'ein 
Maß  von  bestimmter  Größe  bei  der 
Minenverwaltung'.  [Gorjajevv  8.  Bern 
.SlEtWb  37. 

160.  Tk.  badihewa: 

'ümsonst,  gratis'  [Kelekian  233  b,  wohl 
aus  ar.  bädi-hawä  'Luft  verursachend'] ; 
hieraus  bulg.  badihawa,  badlawa  'dass.', 
serb.  badawad  'dass.',  slov.  badava  und 
mit  slav.  Präposition  zabadava  'verge- 
bens, umsonst'.    [Bern  SlEtWb  37. 

161.  Pers.  bädiugän: 

Ebenso  ar.  bädingän  'Tollapfol,  Solanum 
melongena'.  Hieraus  zahlreiche  ver- 
schiedene romanische  Formen:  it.  peton- 
ciano,  sp.  pg.  val.  berengena,  pg.  berin- 
gala,  kat.  alberginera,  frz.  aubergine, 
melanghne,  merangene,  it.  melangola, 
marignano,  melanzana,  siz.  milinciana. 
Über  vulg.  tk.  ■paüygan  wurde  rum. 
pätlägea,  demin.  pätlägicä  'Tomate'. 
Russ.  badidzan,  badarzan,  batlamn, 
baklazan.  [DE  239.  Eguilaz  344.  De- 
vic DEt  46/47.  ML  876.  Löbel  EITAP  75. 

162.  Pers.  bädjäu: 

'Anis'.  Hieraus  sp.  badian,  badiana, 
pg.  badiana  'chinesischer  Slernanis', 
frz.  bndiane  'ein  Baum  Ilicium  anisatum 
aus  der  Familie  der  Magnoliaceen';  aus 
den  Samenkapseln,  dem  sog.  Sternanis, 
werden  das  wohlriechende  eau  de  bu- 
diane  u.  verschiedene  Liköre,  z.  B.  die 
anisette  de  Hollande,  hergestellt.  Russ. 
poln.  badjan  'Anis'.  [Gorjajew  8/9. 
Devic  56.    MMM  5. 

163.  Pers.  bädräii: 

[Pers.  bäd  'schlecht'  Horn  NpEt  S.  44, 
Nr.  187]  'Schurke';  hieraus  rum.  bädä- 
ran  'Tölpel,  Erzlümmel'. 

164.  Ar.  badw: 

'Wüste',  das  zugehörige  Adj.  badawt, 
vulg.  bedewi  'VVüstenbewohner'  oder 
wahrscheinlich  der  plr.  badawijün,  vulg. 
bedewln  ergibt  frz.  bidonin,  sp.  it.  pg. 
bednino,  pg.  beduin  'arab.  VVüstenbe- 
wohner', rum.  bidiviu  'Pferd  arabischer 


15 


[Pers.  bäftä. 


Rasse';  dtsch.  Beduine,  ndl.  hedowijn, 
engl,  bedouin;  russ.  heduin  'Beduine', 
poln.  (alt)  bedew,  hadmcja  'gutes  Renn- 
pferd'. [DE  238.  Devic  DEl  63.  Karlo- 
wicz  421. 

165.  Pers.  bäftä: 

'Gewoben'  [part.  pass.  von  bäftän  'we- 
ben' Horn  NpEt  S.  38,  Nr.  168];  der 
Name  für  eine  Art  Kaliko,  die  haupt- 
säcblich  in  Baroch  und  Guzerat  (Vorder- 
indien) hergestellt  wurde;  daher  anglo- 
ind.  bafta,  bufta.  Vielleicht  hängt  hier- 
mit auch  ndl.  bef  'Chorrock  der  Präla- 
ten, Halskragen',  demih.  beffken,  dtsch. 
Bäffchen  'viereckiges  Kinnläppehen  der 
geistUchen  Tracht'  zusammen  [vgl.  z.  B. 
auch  ar.  bafta  in  der  Bedeutung  'ein 
ganzes  Stück'  SBKAW  Wien  phil.  bist. 
Gl.  C  HI  (1883),  199].  —  \mi\.pafta 
hat  das  Wt.  die  Bedeutung  'Platte,  Me- 
tallplatte' angenommen  [K61ekian  Kämas 
314a];  hieraus  rum.  pafta  'Schnalle, 
Spange'.  [Hobson-Jobson  47.  MWiD 
114,    Löbel  EtTAP  72. 

166.  Pers.  bäg:: 

'Tribut'  [Horn  NpEt  S.  34,  Nr.  148], 
auch  tk.  bag  'Abgabe,  Durchgangszoll' 
[K616kian  Kämüs  232];  hieraus  bulg.  ba& 
'Abgabe',  serb.  bazdar  'Aichmeister', 
bazdarina  'Zoll'.  [Mikl  SlEtWb  6.  Bern 
SlElWb  37. 

167.  Tk.  baga: 

'Kamin';  hieraus  rum.  bageacä,  bajacä 
'Dachfenster,  Fensterluke'. 

168.  Tk.  baga: 

'Schildkröle';  hieraus  rum.  baga  'Schild- 
patt'. Sollte  auch  sp.  galäpago  'Schild- 
kröte' aus  tk.  kaplij  baga  [d.  h.  bedek- 
kelte  Kröte  von  \ap  'Deckel',  s.  hier 
Nr.  1061]  herzuleiten  sein?    [.Sain  47. 

169.  Pers.  bä^cä: 

'Garten'  [aus  bäg  'Garten'  Horn  NpEt 
S.  39,  Nr.  169],  tk.  ebenso  bagce,  balcie; 
hieraus  russ.  bakda,  bahia  'Gemüse- 
garten', klruss.  baksa  'dass.',  serb.  bas- 
6a,  bulg.  baföa  'Garten  (mit  Melonen 
und  Gurken  bepflanzt)'.  [Gorjajew  9. 
Mikl  SlEtWb  6.    Bern  SlEtWb  39. 

170.  Pers.  Ba^däd: 

N.  pr.  Name  einer  am  Tigris  gelegenen 
Stadt,  aus  altpers.  baga  [Sskr.  bhaiif)] 
'Gott'  u.  zend  data  'gegeben,  geschaffen', 
also  'von  den  Göttern  gegeben  [9eö- 
KTiaToq]',  nicht  'mit  Glück  beschenkt' 
das  gegen  die  Quantität  verstößt  [zend 
bägha  'Glück'].  Aus  dem  Adj.  bagdädi, 
das  schon  ar.  und  tk.  'Zimmerdecke  aus 
Holzbalken'  bedeutete,  wurde  rum.  bag- 
dadie  'Zimmerdecke'.  —  Das  Subst. 
wurde  it.  Baldacco,  afrz.  Baudas,  dtsch. 
Baldak  [z.  B.  in  Hauffs  Märchen],  engl. 
BaJdacca  und  das  Adj.  entsprechend; 


hieraus  it.  baldacchino  'ein  in  Bagdad 
hergestellter,  golddurchwirkter  Seiden- 
stoff", dann  ein  daraus  hergestelltes 
'Zelt,  Thronhimmel';  frz.  baudequin,  bal- 
daquin,  sp.  baldaquln,  pg.  baldequino. 
Aus  dem  it.  wurde  dtsch.  Baldachin 
nur  in  der  speziellen  Bedeutung  'Thron- 
himmel', ebenso  ndl.  haldakijn,  aber 
engl,  baldachin,  baldaquin  'Brokatstoff, 
Traghimmel'.  Russ.  baldahm,  bulg. 
serb.  baldahin,  ßech.  baldachyn,  poln. 
baldachin.  "[DE  234.  Devic  DEt  58. 
ML  881.    Kluge  33.    Gorjajew  10. 

171.  Ar.  ba^Ija: 
'Ehebrecherin,  Hure';  hieraus  mit  Suffix- 
wandel frz.  bacasse,  sp.  bagasa,  pg.  ba- 
gaxa,  prov.  bagassa,  it.  bagascia  'Vettel, 
Hure',  siz.  bagascia  'dass.',  gnajassa 
'unerzogene  gewöhnliche  Frau,  Schlam- 
pe'. —  Vielleicht  liegt  auch  Kontami- 
nation mit  ar.  bägiz,  bäyiza  'zotig, 
Lump'  vor;  für  Ableitung  aus  hypothe- 
tischem *bacassa  liegt  kein  Grund  vor. 
[GrSVoci  Sic  227. 

172.  Ar.  bagla: 

Name  eines  'Schiffes'  [wohl  selbst  in- 
dischen Ursprungs  ZDMG  L,  651];  hier- 
aus angloind.  buggalow  'dass.'.  [Hobson- 
Jobson  94. 

173.  Tk.  baglania: 

'Das  Binden'  Inf.  des  Vbs.  baglamak 
'binden';  hieraus  rum.  balaiiia,  balamale 
'Türangel,  Scharnier'. 

174.  Tk.  ba^yr: 

'Eingeweide';  hieraus  runi.  hairi,  baere 
'dass.'. 

175.  Pers.  bähädur: 

'Held'  [nach  Schiefner  durch  Dissimi- 
lation der  Konsonanten  aus  fagfür  hier 
Nr.  569  oder  aus  dessen  Grundwort 
bagha-piithfa  entstanden;  vgl.  mongol. 
bagatur,  batur,  woraus  ung.  bdtor  'kühn' 
wurde];  ebenso  tk.  bahadyr  'Held';  hier- 
aus russ.  bogatyr'  'Held,  Riese,  Vor- 
kämpfer' z.  B.  im  AT  in  Bezug  auf 
Simson  gebraucht;  klruss.  bohaiyr  'Held', 
bahatyr  'reicher  Mann';  poln.  bohatyr 
'Held'.  Über  bind,  bahädur  'Held,  Vor- 
kämpfer' entstand  angloind.  bahaudur, 
bahawder,  behadoor,  frz.  bihadour:  ein 
Titel,  der  gewöhnlich  dem  Namen  euro- 
päischer Offiziere  in  indischen  Schrift- 
stücken angefügt  wird,  z.  B.  Jones  ^dhih 
Bahädur.  Auch  sind  Bahaivdur  und 
Sirdar  Bahaivdur  die  offiziellen  Titel 
der  Inhaber  der  2.  und  1.  Klasse  des 
Order  of  British  India,  der  1837  für 
eingeborene  Offiziere  der  Armee  gestif- 
tet wurde.  Im  gewöhnlichen  Leben  be- 
zeichnet angloind.  behawdur  'eine  hoch- 
mütige, wichtigtuende  Persönlichkeit'.  — 
[Benfey,  Orient  und  Occident  I,  1H7 


Pers.  bähmän.] 


16 


führt  das  Wort  auf  sskr.  bhagordhara 
"glückbringend'  zurück.]  —  Über  tk. 
hahadyr  wurde  rum.  hahardlrcä  'alte 
Kokelte,  ydieinspröde'.  [Hobson-Jobson 
48/Ö0.    Gorjajew  !2-2.   Bern  SlEtWb  Ü6. 

176.  Pers.  bähuiäu: 

Eine  Pflanze,  die  verschieden  bestimmt 
wird,  wahrscheinlich  Centaurea  beben, 
aber  ar.  bahman  'eine  Art  Rettich". 
Hieraus  frz.  hiJien,  sp.  behen,  dtsch. 
Behenuurzel;  die  Wurzel  wird  in  der 
Arzneikunde  benutzt.  —  Das  sog.  Behen- 
öl  wird  dagegen  durch  Pressen  der  Be- 
hennüsse  gewonnen,  d.  h.  aus  den  Sa- 
men der  Pflanzen  Moringa  oleifera  Lani. 
und  M.  aptera  Gaertn.,  die  wie  die  be- 
kanntere unsere  Kapern  [s.  hier  Nr.  978] 
liefernde  Capparis  der  Familie  der  Cap- 
paridaceen  (unseren  Cruciferen  verwandt) 
angehören.    [Devic  DEt  63/C4. 

177.  Ar.  bahrl: 

Adj.  zu  ar.  bahr  'See';  hieraus  sp.  ba- 
hari,  pg.  hafari  'eine  Art  Falke'.  [DE 
232. 

178.  Pers.  bähsis: 

'Geschenk'  [vom  Vb.  bühSldän  'schenken' 
Horn  NpEt  S.  43,  Nr."! 86];  ebenso  tk. 
baksis.  Hieraus  rum.  ftacgis 'Trinkgeld'; 
engl,  angloind.  bucksheesh,  huxees;  frz. 
bakchich;  dtsch.  Bakschisch  'Geschenk, 
Trinkgeld'.  Bulg.  serb.  bnksis  'dass.'. 
[Devic  DEt  57.    Bern  SlEtWb  40. 

179.  Ar.  bahür: 

'Weihrauch,  Wohlgeruch';  hieraus  mit 
ar.  Art.  pg.  albafar,  albafor  'Parfüm 
aus  Benzoe,  Lavendel  und  aromatischer 
Cyperngraswurzel  in  starkem  Essig; 
wohlriechendes  Cyperngras'.  [Constan- 
cio  Dicc  43  b.]    [DE  62. 

180.  Hebr.  bäliür: 

'Jüngling'  [vgl.  neuhebr.  bähal  'reifen' 
Dalman,  Aramäisch-neuhebräisthesWör- 
terbuch  (1901),  49];  hieraus  judendtsch. 
Bocher  'dass.,  Schüler';  poln.  bachur, 
bachor  'jüd.  Kind;  junges  Schwein'. 
[Kluge  60.    Karlowicz  417. 

181.  Tat.  bajbak: 

'Murmeltier';  hieraus  russ.  baibak,  babak 
'iVIurmeltier  Arctomys  marmota  Scbreb., 
Faulenzer',  bulg.  bajbak,  öech.  bajbak, 
babäk,  poln.  bobak;  frz.  boback;  dtsch. 
Boback  'asiatisches  Murmeltier'.  [Gor- 
jajew 9. 

182.  Tk.  bairak: 

'Fahne',  mit  pers.  Endung  bairakdar 
'Fahnenträger';  hieraus  rum.  bairac 
'Fahne',  6aiV«cc?ar 'Fahnenträger'.  Eben- 
so bulg.  bajrak,  serb.  barjak  'Fahne'. 
Bei  den  Räuberorganisationen  auf  dem 
Balkan  ist  der  Bairaktar  derjenige  Ober- 
räuber, der  die  Kasse  führt  und  die 


Verteilung  der  Beute  vornimmt.  [Mikl 
SlEtWb  6.    Bern  SlEtWb  39. 

183.  Tk.  bairam: 

Name  zweier  Feiertage,  nämlich  1.  das 
seket'  bairamy  'Zuckerbairam',  auch 
großes  Bairam,  als  Ende  des  Fasten- 
monats Ramadän  in  den  ersten  Tagen 
des  Monats  Sawvväl  und  2.  das  korban 
bairamy  'Opferbairam'  am  10.  Du'l-higge 
zur  Erinnerung  an  das  Opfer  der  Pilger 
in  Mekka.  Hieraus  rum.  bairam  'Fest, 
Bairamfest'.  Im  angloind.  beiramee, 
byraniee,  byrampaut  'ein  feiner  Woll- 
stoff, der  schon  von  IBN  BATTÜTA 
um  1343  erwähnt  wird  [IB  248].  [Hob- 
son-Jobson 81/8:2. 

184.  Ar.  baitär: 

'Tierarzt'  [das  selbst  möglicherweise  aus 
gr.  iTnriaxpö?  stammt,  ZDMG  LI,  29.o]; 
hieraus  sp.  albeitar,  pg.  alveitar  'dass.'. 
[DE  70. 

184  a.  Hebr.  bajiö: 
'Haus'  [ar.  bait,  assyr.  bitu];  hieraus 
gaunerdeulsch  Bais,  Bes,  Bos  'dass.'. 
Mit  hebr.  zönä  'Prostituierte'  ergibt  sich 
Sonebos,  Sonnenbos  'Bordell',  mit  hebr. 
zebfl  'Mist'  [s.  hier  Nr.  145  c]  Sefelbos 
'Abtritt'.    S.  auch  hier  Nr.  145a. 

18.5.  Mal.  bäjü: 
Besser  bägü  'eine  Art  Überkleid,  nia- 
layische  Jacke'  [Pijn  27  a] ;  hieraus  anglo- 
ind. badjoe,  bajoo  'dass.'.  [Hobson-Job- 
son 46/47. 

186.  Ar.  bakara: 

'Kuh';  hieraus  siz.  bdcara  'eine  Art 
kleiner  Wagen,  kleinstes  Gefährt  in  Si- 
zilien'.   [GrSVociSic  227. 

187.  Hebr.  bakbük: 

'Flasche' ;  hieraus  frz.  bacbuc  'dass.'  bei 
Rabelais:  la  dioe  Bacbuc  'die  göttliche 
Flasche!'    [Devic  DEt  56. 

188.  Ar.  bakija: 

'Rest,  Überbleibsel';  hieraus  mit  ar.  Art. 
sp.  albaquia  'der  Rest  einer  Schuld,  be- 
sonders das,  was  bei  der  Entrichtung 
des  Zehnten  sich  nicht  bequem  teilen 
ließ,  z.  B.  sechs  oder  sieben  Schafe'. 
[DE  65.    Dicc  Gast  104  a. 

189.  Ar.  bakkäl: 
'Gemüsehändler,  Händler  mit  Gemüse, 
Obst,  Pökelfleisch,  Rindfleischwürsten 
und  anderen  Gegenständen  häufigen 
(lebrauchs',  ebenso  tk.;  hieraus  rum. 
bacal,  bäcan  'Grünhändler',  bäcänesä 
'Gemüsehändlerin',  bäcäliä,  bäcämä  'Ge- 
müsehandlung'; russ.  bakalvja,  bulg. 
bakalija,  serb.  bakalski  jespap,  poln. 
irt^'a/;>'Spezereien,Koloniaiwaren'.  [Gor- 
jajew 9. 

190.  Ar.  bakkam: 

'Farbholz  zum  Rotfärben'  [vielleicht  aus 


17 


[Tk.  baklawa. 


dem  Pers.,  etwa  pük  Horn  NpEt  S.  75, 
Nr.  339  '^Brennholz'],  ebenso  tk.  bakam; 
hieraus  rum.  bäcan  'Blauholz',  russ. 
bakan  Tlorentinerlack'.  Bakkam  ist 
dasselbe  wie  Fernambuk-  oder  Brasil- 
holz, Caesalpinia  echinata  Lam.,  seit  der 
Entdeckung  Amerikas  unser  gebräuch- 
lichstes Rotholz,  das  die  Portugiesen 
1.540  in  den  südamerikanischen  Wäldern 
in  großen  Mengen  fanden  [wie  Haema- 
toxylon  campechianum  L.  oder  Cam- 
pecheholz unser  gebräuchlichstes  Blau- 
liolz  ist].  Im  angloind.  sappanwood  ist 
wahrscheinlich  tamul.  shappu  oder  ma- 
layäl.  shappannani  "rot'  als  Grundwort 
anzusetzen.  Der  dritte  bereits  genannte 
Name  Brasil  oder  Brazil,  schon  im 
Mittelalter  gebraucht,  ist  noch  nicht  er- 
klärt.   [Hobson-Jobson  794. 

191.  Tk.  baklawa: 

'Kuchen  aus  Mandeln  oder  Rosinen  mit 
Honig  und  Zucker  hergestellt' ;  hieraus 
rum.  baclava  'Honigkuchen,  Marzipan'. 

192.  Hind.  baknä: 

""Schwatzen' ;  hieraus  angloind.  to  buck 
^plappern,  viel  und  anhaltend  schwatzen'. 
[Hobson-Jobson  117. 

193.  Tk.  bakyr: 

'Kupfer';  hieraus  serb.  bakar  'dass.', 
bulg.  bakor  'Kupfer,  Kupfergefäß'.  [Mikl 
SlEtWb  6.    Bern  SlEtWb  40. 

194.  Ar.  balä': 

'Unglück',  tk.  ebenso  bela;  hieraus  rum. 
bela,  belea  'Mißgeschick,  Not',  beläleü 
'schwach'. 

195.  Mal.  baläcau: 

^Vorspeise  aus  gesalzenen  und  dann  ge- 
stampften und  getrockneten  Fischchen 
oder  dergl.'  [Pijn  38  a];  hieraus  anglo- 
ind. balachong,  blachong,  die  charakte- 
ristische Speise  der  indochinesischen  und 
malayischen  Völker.  [Dass.  wie  hier 
Nr.  286.]    [Hobson-Jobson  51. 

196.  Ar.  balad: 

'Land',  Adj.  dazu  baladl  'ländlich,  ein- 
heimisch'; hieraus  mit  leicht  verständ- 
lichem Bedeutungswechsel  sp.  baladi 
'wertlos,  gering'.    [DE  202/3. 

197.  Pers.  bälähäuä: 

[Aus  pers.  bälä  'hoch'  Horn  NpEt  S.  39, 
Nr.  171  und  pers.  hänä  'Haus'  ebenda 
S.  103,  Nr.  465;  also  eigentlich  'Hoch- 
haus'] 'ein  oberes  Zimmer,  hervorstehen- 
der Teil  des  Hauses,  Erker,  Balkon'; 
hieraus  mit  vielfachen  Kontaminationen 
ähnlich  bedeutender  Wörter  und  unter 
volksetymologischen  Einflüssen  it.  bar- 
■bucane  'Brustwehr  mit  Schießscharten, 
Stützmauer',  prov.  barbacana,  frz.  bar- 
bacane  'Schießscharte',  kat.  barbacana 
''Fensterdach,  Dachvorsprung',  sp.  bar- 
bacana und  pg.  barbacäa  'Außen werk 

Lolcotsch,  Etymolog.  Wörterbuch. 


einer  Feslunii'.  Wenn  Löbel  EITAP  11 
diese  Ableitung  mit  mehr  als  einem 
Schein  von  Recht  elimologia  indoiosä 
nennt,  so  sind  die  folgenden  Wörter 
aus  semantischen  Gründen  unzweifel- 
haft aus  dem  angegebenen  Grundwort 
abzuleiten  und  Annahme  eines  ahd. 
palco  'Balken'  als  Grundwort  abzuleh- 
nen: it.  balcotie,  frz.  balcon,  rum.  halcon, 
sp.  balcÖH,  pg.  balcäo;  dtsch.  Balkon, 
engl,  balconi/;  russ.  bulg.  serb.  poln. 
balkon,  6ech.  bulkön.  —  Auf  direkterem 
Wege,  höchstens  über  tat.  bälahane  ist 
russ.  balagan  'Marktbude  aus  Brettern, 
Schaubude'  entstanden.  —  Andere  Ab- 
leitungen s.  DE  60.  Eguilaz  97.  ZfromPh 
V,  244;  XXX,  557.  [Gorjajew  9  u.  10. 
ML  890. 

198.  Tat.  balaliiika: 

'Laute' ;  hieraus  russ.  halalaika,  klr. 
balabaika,  serb.  balalajka,  öech.  bala- 
lajka  'russische  Zither  oder  Laute  mit 
zwei  oder  drei  Saiten' ;  frz.  la  balale'ika, 
dtsch.  Balalaika.    [Gorjajew  10. 

199.  Mongrol.  balamnt: 

Hieraus  russ.  balamut,  öech.  balanmt, 
poln.  balamut  'Schwätzer,  Klatsch  er' ; 
Tum.  balamut  'dumm'.  Dazu  auch  Verba: 
russ.  balamutit' ,  Cech.  balamutiti,  poln. 
balamucic  und  mit  Abstoßung  der 
ersten  Silben:  bulg.  mUja,  serb.  mutiti 
'verwirren,  trüben'.    [Gorjajew  10. 

200.  Ar.  balät: 
Einheitsnomen  baläta  'glattes  Pflaster, 
breiter  Stein  zum  Pflastern,  Quader'; 
hieraus  siz.  balata  'die  lastra,  d.  h.  ein 
harter,  viereckiger  Stein  zum  Einram- 
men der  Pflastersteine'. 

201.  Tk.  balbaäy: 

Aus  tk.  hal  'Honig'  und  bas  'Kopf, 
eigentlich  'Honigkopf',  hieraus  rum. 
balba^,  baba§  'Honigwasser'.  —  Aus  tk. 
balgy  'Honigverkäufer'  wird  rum.  balgiü 
'dass.'.  —  Tk.  bal-jemez  'der  nicht  Honig 
ißt  oder  frißt'  ist  Bezeichnung  für  ein 
Geschütz  großen  Kalibers,  vgl.  v.  Moltke, 
Briefe  über  Zustände  und  Begebenheiten 
in  der  Türkei.^  1876.  S.  260  im  Briefe 
vom  12.  Mai  08.  Hieraus  rum.  balimez, 
baliemez  'großkalibriges  Geschütz'.  Hier- 
von kommt  sicherlich  auch  der  luia. 
Ausdruck  a  face  talme§  bahiief  'krumm 
und  lahm  schlagen'. 

202.  Tat.  balda: 

'Ring,  Säbelgriff,  Knauf,  auch  tat.  bal- 
dak,  das  kirgis.  'Krücke'  ist;  hieraus 
russ.  balda  'das  dicke  Ende  eines  Stockes, 
ein  großer  Hammer';  mit  slav.  Präfix 
und  Endung  russ.  tiabaldasnik,  nabal- 
dasina  'Stockknopf'.  [Gorjajew  10. 
Bern  SlEtWb  41.* 

-i 


Ar.  Balkis.] 


18 


'2U3.  Ar.  Balkis: 
X.  pr.,  Name  der  sagenhaften  Königin 
von  Saba,  die  zur  Zeit  Salomos  lierrschte, 
vgl.  Koran  Sure  27,  wo  der  Name  aller- 
dings nicht  genannt  wird.  Nach  A.  Rösch, 
Die  Königin  von  Saba  als  Königin  Bil- 
qls.  Eine  Studie.  Leipzig  1890  ist  das 
ar.  Wort  vom  gr.  uaWaKiq  'Kebsweib' 
abzuleiten  [das  gr.  Wort  mufs  selbst  wie 
lat.  pallaca  vom  hebr.  oder  phöniz.  pi- 
leges  'Kebsweib,  Buhle'  kommen;  die 
Benennungen  unsittlicher  Personen  und 
Verhcältnisse  pflegen  von  dem  niedriger 
stehenden  Volk  aus  dem  Sprachschatz 
des  höher  gebildeten  übernommen  zu 
werden].  Nach  Löbel  EITAP  11  soll 
mit  Berufung  auf  Laurian  §i  Maxim, 
Glosariu  de  vorbe  sträine  In  limba  ro- 
mänä.  Bucure§ti  1876,  p.  50  das  Wort 
im  Türkischen  die  Bedeutung  'dick  und 
groß'  haben  [fehlt  aber  bei  Kelekian 
Kämüs].  Hieraus  rum.  balciz,  halcäz 
'garstig,  plump,  stämmig'.  —  Die  von 
Löbel  a.  a.  0.  gegebene  Ableitung  vom 
gr.  TTaXaid  KüZiKoq  'Ruinen  von  Kyzikos 
am  Marmarameere'  ist,  weil  semantisch 
unzulässig,  abzulehnen. 

204.  Ar.  ballä'a: 

'Hauskanal,  Abzugsgraben,Kloake',  eben- 
so ar.  ballü'a.  Hieraus  sp.  arboUön, 
ulbellön  'Abzugsgraben  der  Teiche  und 
Höfe',  albanal,  albaüar  'Kloake';  arag. 
albellön,  val.  arbellö  'Abzugsgraben'. 
Ebenso  siz.  biddaca  'dass.,  Abort'.  [DE 
65.  Eguilaz  102.  ML  908a  (wo  ar.  balla 
ungenau  ist). 

205.  Ar.  ballür: 

'Kristall';  hieraus  sp.  abalorio  'kleine 
Glasperle',  pg.  avelorios,  avellorios  'Glas- 
perlen, wertlose  Kleinigkeiten'.  [DE  31. 

206.  Ar.  ballüt: 

'Eichel,  Kastanie',  Einheitsnomen  bal- 
lüta;  hieraus  sp.  bellota  [woher  hat  ML 
1025  die  Form  balota'^  Dies  Wort  ist 
ja  'die  Stimmkugel'],  pg.  belota,  boleta, 
bolota  'Eichel',  it.  ballotta  'gesottene 
Kastanie'.    [DE  239.    Eguilaz  343. 

207.  Tk.  balta: 

[Stamm  bal  'zerhauen,  spalten'  Vämbery 
TktEtWb  S.  197,  Nr.  2071]  'Axt,  Beil'; 
hieraus  russ.  balta  'schmales  Beil',  klruss. 
poln.  balta,  bulg.  serb.  balta  'Beil';  rum. 
bältac,  bältag  'Streitaxt,  Keule'.  [Gorja- 
jewlO.  Mikl  SlEtWb  7.  Bern  SlEtWb  41. 

208.  Tk.  balyk: 

'Fisch';  hieraus  russ.  balyk  'gedörrter 
Stockfisch',  serb.  haluk  'Fischkörner, 
Kockeiskörner'  [z.  B.  zur  Vertilgung  des 
Ungeziefers],  poln.  nur  im  Ausdrucke 
na  balyku  'auf  allen  Vieren,  sehr  un- 


geschickt [wie  ein  Fisch  auf  dem  Trock- 
nen]'.   [Bern  SlEtWb  41/42. 

209.  Mal.  bambn: 

[Dessen  letzte  Quelle  ist  vielleicht  kanar. 
bänbü,  das  aus  sskr.  vanibha  verderbt 
zu  sein  scheint]  'eine  Pflanze  Südasiens', 
besonders  häutig  werden  Bambusa  vul- 
garis und  B.  arundinacea  angebaut.  Die- 
Benennung,  die  in  Sumatra  und  Java 
heimisch  ist,  verbreitete  sich  in  Europa 
seit  Ende  des  16.  Jahrhunderts  zuerst 
in  der  Form  mambu,  dann  sp.  pg. 
bambu,  it.  bambü,  frz.  bambou,  ndl.  bam- 
boe,  bamboes,  dtsch.  Bambus,  engl,  bam- 
boo  [bambou-cane  ist  aber  kein  Spazier- 
stock aus  Bambus,  sondern  aus  rattan,. 
s.  hier  Nr.  1724],  russ.  bambuk.  —  Die 
reiche  Verwendungsfähigkeit  des  Bam- 
bus schildert  vorzüglich  Ghamb  AllJap 
61/64.  [Devic  DEt  60.  Kluge  35.  Hob- 
son-Jobson  54/5. 

210.  Ar.  bämija: 

'Eine  Gemüsepflanze,  Hibiscus  esculen>- 
tis,  griechisches  Korn',  tk.  ebenso ;  hier- 
aus rum.  bamie,  bamä,  bambä  'Okra 
(unreife  Malvenf rucht) ,  GumbokapseP 
[nach  Ghijä  Pop,  Rumänisch-deutsches 
Wörterbuch  S.  44]. 

211.  Ar.  banän: 

'Finger',  Einheisnomen  banäna;  wahr- 
scheinlich Grundwort  zu  der  Bezeich- 
nung Banane  für  die  Frucht  der  Musa 
paradisiaca  L.  oder  Musa  sapientum  L. 
[Musa  übrigens  aus  ar.  mauz,  müz  'Baum, 
und  Frucht  der  Musa'],  doch  wurde  der 
Name  zuerst  im  Kongogebiete  gehört 
[obwohl  der  Bantu-Name  dafür  bi-tebbe 
oder  ähnhch  lautet]  und  um  die  Mitte 
des  16.  Jahrhunderts  nach  Europa  ge- 
bracht; sp.  pg.  banana,  it.  banano,  rum. 
bananä,  frz.  banane  'Pisangfrucht',  ba- 
nanier  'Pisangbaum',  ndl.  banaan,  engl. 
banana,  dtsch.  Banane,  russ.  banan.  — 
Nach  einem  Vorschlage  von  HÜMMEL, 
soll  Banane  von  babyl.  banu  'süß  schmek- 
ken,  gut  sein'  [wohl  banu  II,  1)  bei  Del 
HWB  180  a]  kommen,  wovon  auch  über 
*bana  das  ar.  bala  'Dattel'  abgeleitet 
wird.  [Kluge  35.  Hobson-Jobson  56. 
E.  Werth,  Zur  Natur-  u.  Kulturgeschichte 
der  Bananen.  In  Festschrift  zu  Eduard 
Hahns  60.  Geburtstage.  Stuttgart  1917.. 
S.  22—58.   MWiD  130. 

212.  Pers.  band: 

'Band,  Knoten'  [Berge  DPersFr  69,  Prä- 
sensstamm des  Vbs.  bästän  'binden' 
Horn  NpEt  S.  50,  Nr.  219];  hieraus  wohl 
unter  Anlehnung  an  pers.  bändär  'Ha- 
fen' angloiud.  bund  'jedes  künstliche 
Ufer,  Werft,  Damm';  auch  in  allen 
anglochinesischen  Häfen  gebräuchlich,. 


außer  in  Hoiig-Kong,  wo  pg.  praia  [aus 
lat.  plaga]  benutzt  wird.  [Hobson- 
Jobson  127. 

213.  Ar.  bang: 

[Aus  pers.  häng  'Bilsenkraut'  Horn  NpEt 
S.  53,  N.  232]  'Bilsenkraut,  Hyoscyamus 
niger,  ein  berauschendes  Haiifpräparat'; 
hieraus  bind,  bliäng  [vielleicht  auch  un- 
mittelbar aus  sskr.  hhanga  'brechend, 
Hanf]  u.  anglüind.  bang,  bhang,  pg. 
hangue  [Gonst  Dicc  158  b],  sp.  bango, 
frz.  bangue  'indischer  Hanf.  Die  ge- 
trockneten Blätter  und  Stengelchen  von 
Gannabis  indica  werden  entweder  ge- 
raucht oder,  mit  einer  Süßigkeit  ge- 
mischt, gegessen;  die  berauschende  Wir- 
kung ist  ähnlich  der  des  liasis  [s.  hier 
Nr.  839].  —  Wie  hängt  hiermit  kopt. 
ni-bang,  woraus  gr.  vriuevdrig  abzuleiten 
ist,  zusammen?  [DE  375.  Devic  DEt 
60/61.    Hobson-Jobson  59/60. 

214.  Hind.  bauglä: 

Hieraus  angloind.  hungalow,  die  ge- 
bräuchlichste Art  Häuser,  welche  Euro- 
päer im  Innern  Indiens  bewohnen.  Sie 
bestehen  nur  aus  einem  Stockwerk  und 
sind  mit  einem  pyramidalen  Dach  ver- 
sehen, das  gewöhnlich  mit  Stroh,  manch- 
mal mit  Ziegeln  gedeckt  ist.  Gegensatz 
dazu  puckahouse  [s.  hier  Nr.  1614].  — 
Mit  hind.  däk  'Post,  Relais  von  Pferden 
u.  Leuten,  auch  Briefpost'  verbunden, 
ergibt  sich  angloind.  daw-Oungalow,  ein 
Rasthaus  zur  Bequemlichkeit  der  Rei- 
senden, das  früher  und  z.  T.  auch  jetzt 
noch  von  der  indischen  Regierung  unter- 
halten wird.  Einfach  eingerichtet,  ent- 
halten sie  doch  alles  Wesenthche  für 
die  Bedürfnisse  des  Reisenden,  auch 
einen  Diener,  der  für  mäßigen  Preis 
Nahrung  liefert.  Sie  sind  entweder  in 
Abständen  von  10  bis  15  engl.  Meilen, 
so  daß  ein  Tagesmarsch  ohne  Mitnahme 
eines  Zeltes  erfolgen  kann,  oder  von 
40  bis  50  Meilen  angelegt,  die  in  einer 
Nacht  von  Palankinträgern  durchlaufen 
werden  können.  [Hobson-Jobson  128/1 29. 
299/300. 

215.  Mal.  bangsal: 

'Lager,  Magazin,  Vorhalle'  [Pijn  35b]; 
hieraus  angloind.  bankshall  'Warenhaus, 
Büro  eines  Halenmeisters'.  [Hobson- 
Jobson  61/62. 

216.  Ar.  bannä' : 
'Baumeister';  hieraus  mit  Imäla/ä>e 
>  ü/  sp.  albani,  alba0l,  albanir  'Polier', 
pg.  alvanel  'Maurer',  Vb.  sp.  albanilear, 
Adj.  sp.  albanilesco.    [DE  65. 

217.  Mah  Bantan: 

N.  pr.  Die  westlichste  Residentschaft  der 
Insel  Java.  Hieraus  engl,  bantam  'Zwerg- 
huhn' als  Bezeichnung  für  alle  ganz 


19  [Ar.  bang. 

kleinen  Hühnerrassen.  Frz.  coq  oder 
poiile  bantam  ;  dtsch.  Bantamhuhn. 

218.  Mal.  bantiug: 
'Rinderrasse  vom  Hochlande  von  Pa- 
dang'  [Pijn  41 ;  ursprünglich  javanesisch] ; 
hieraus  engl,  banting,  banteng  'das  wilde 
Rind,  Bos  banteng',  auf  Java,  Borneo 
und  der  Mdlayischen  Halbinsel.  [JAOS 
XVH,  116/117. 

219.  Pers.  bärä: 

Od.  bärrä  'Lamm'  [Horn  NpEt  S.  49, 
Nr.  211];  hieraus  vielleicht  über  das 
Kurdische  russ.  baran  'Hammel',  öech. 
heran,  cech.  (dial.),  poln.  baran  'dass.'. 
[Gorjajew  11/12. 

220.  Syr.  Bar-abba: 

N.  pr.  Nach  den  Evangelien  Mt  27  u. 
Mc  15  ein  jüdischer  Verbrecher,  den 
die  Juden  am  Passahfeste  an  Jesu  Stelle 
losbaten  [aus  syr.  bar  'Sohn'  und  abba 
'Vater',  s.  hier  Nr.  1,  also  'Sohn  des 
Vaters';  dagegen  scheint  die  Deutung 
bar  rabbän  'Sohn  ihres  Herrn  oder  Leh- 
rers' kaum  wahrscheinlich];  gr.  Bapaß- 
ßa?,  lat.  Barabhas ;  hieraus  triest.  baraba 
'Taugenichts',  genues.  barbau,  prov. 
barban,  barbau  'Schreckgespenst  für 
Kinder'.    [ML  940. 

221.  Pers.  bärk: 

'Blatt'  [Horn  NpEt  S.  47,  Nr.  203] ;  hier- 
aus über  die  kaukasischen  Sprachen 
russ.  burka  'runder,  kurzer  Filzmantel', 
wie  er  bei  den  Kosaken  und  Kaukasiern 
üblich  ist.    Poln.  burka.   [Gorjajew  34. 

222.  Ar.  baraka: 

'Segen  (nämlich  Gottes)',  ebenso  tk. 
bereket  'dass.,  Fruchtbarkeit';  hieraus 
rum.  berechet  'Fülle,  Fruchtbarkeit'; 
bulg.  bereket  'Überfluß',  serb.  bericet 
'Glück,  Überfluß'.  [Sain  47.  Bern 
SlEtWb  49. 

223.  Sskr.  baranda: 

[Vielleicht  selbst  vom  pers.  bär-äniädä 
'heraufgekommen,  d.  h.  mit  einem  Dach 
versehen'],  neuindisch  varanda  'ein  be- 
deckter, nach  vorne  offener  Vorraum, 
Altan';  hieraus  pg.  varanda,  sp.  baranda, 
harandilla,  kat.  barana,  frz.  veranda, 
it.  Veranda;  dtsch.  Veranda,  engl,  veran- 
dah  [jedoch  amerikanische  Schreibung 
Veranda  Herrigs  Archiv  CXLI.  195], 
schwed.  Veranda.  [Hobson-Jobson  964  u. 
965.    ML  9151. 

224.  Ar.  baras: 

'Weißer  Aussatz,  Lepra';  hieraus  mit 
ar.  Art.  sp.  albarazo,  pg.  alvaraz  'dass.', 
frz.  albara,  albora.  [DE  65.  Devic 
DEt  6.    Lammens  Rem  5. 

225.  Ar.  baras: 

'Bunte  Flecken  bei  Pferden'  [daher  ar. 
abras  'Schecke'];  hieraus  sp.  barajado, 
pg.  baralho  'bunt'  und  als  Verb  sp. 

2* 


Ar.  barTil.] 


20 


barajar,  pp.  baralhar  'misilieir,  woraus 
schließlich  sp.  baraja,  pg.baralha  'Spiel', 
vielleicht  auch  it.  sbaraiß/o  'Zerspreu- 
guiig\  Vb.  sbaragliare  sowie  sbaraglino 
'Pufispier. 

iJ'it).  Ar.  bar'ät: 
'Quittuiii;,  Patent';  hieraus  mit  ar.  Art. 
sp.  albula,  albaran,  pg.  alvara  'dass., 
Diplom,  Pafa'.  Tk.  ebenso  berat  'Patent', 
hieraus  rum.  berat  'dass.'.    [DE  63/(>4. 

2'i7.  Ar.  barbäris: 
[Entstanden  aus  nnnr  hüris  über  ambar 
bäris,  vgl.  FLEISCHER  in  BSGW  phil. 
bist.  Kl.  1881,  XXXill,  9]  'eine  Pflanze 
Berberis  vulgaris',  deren  Beeren  zu  Mar- 
mel.ide,  Sirup  oder  Eis  verarbeitet  wer- 
den; die  Apotheker  benutzen  ihre  Wur- 
zalrinde;  zuerst  wurde  die  Pflanze  von 
den  Arabern  verwertet.  Frz.  berberis, 
engl,  barberry  [aber  berberine  'die  dar- 
aus gewonnene  Substanz  zum  Gelb- 
färben'], dtsch.  Berberize,  Berberstaude, 
Berberisbeere.  Russ.  barbaris  'Sauer- 
dorn'. 

228.  Ar.  barda'a: 

[Nach  I.  I.  Hess  aus  pers.  pärdä  'Tep- 
pich' mit  infigiertem  'Ain  ZfSein  H,  221. 
Allerdings  kann  das  ar.  Wort  auch  tk. 
Ursprungs  sein,  da  wenigstens  im  Dia- 
lekte von  Adärbaigän  die  Satteldecke 
ähnlich  heißt:  burunduk  von  der  Wurzel 
bur,  bör  'verhüllen,  verdecken'  Vämbery 
TktEtWb  S.  211,  Nr.  228;  vgl.  ZDMG 
XXIII,  270]  'Satteldecke,  Sattelunterlage, 
Piicksaltel'.  Hieraus  viele  romanischen 
Formen  mit  manchem  Bedeutungs- 
wechsel: it.  barda  'Lederdecke  für  Brust, 
Hals  und  Flanken  des  Pferdes',  siz. 
tarda,  frz.  barde  'Reitkissen',  sp.  pg. 
barda  'Pferdeharnisch;  Hecke',  sp.  pg. 
albarda  'SaumsatteP;  sp.  bardo,  frz. 
6ar(?eaM 'Dachschindel',  frz.  &arrfo< 'Maul- 
tier'.   [DE  66.   Devic  DEt  62.   ML  955. 

229.  Ar.  bardag-: 

'Erbeutete,  gefangene  Griechenmädchen, 
weiße  Sklavinnen'  [KREMER  in  SBKAW 
Wien  phil.  bist.  Gl.  CHI  (1883),  195/196; 
nach  VÖLLERS  in  ZDMG  L,  628  noch 
jetzt  im  Namen  Hös  Barda',  dem  Sklaven- 
hof von  Kairo,  erhalten] ;  sie  wurden 
meist  zu  unzüchtigen  Zwecken  gehalten, 
daher  it.  bardascia  'Knabe,  der  zur  Un- 
zucht gebraucht  wird,  Lotterbube'  [aber 
logud.  mail.  piem.  'Knabe'  schlechthin], 
afrz.  hardaclie,  sp.  bardaja,  bardaje 
'Schandbube'.    [Eguilaz  340.    ML  956. 

230.  Tk.  bardak: 

'Glas,  Becher':  hieraus  rum.  bardac, 
bardacä  'Krug,  Tintengefäß',  Ableitung 
bärdäcufä.  Bulg.  serb.  bardak  'dass.'. 
[Mikl  SlEtWb  7.    Bern  SlEtWb  44. 


241.  Ar.  bardän: 

'Kalt',  vulgäre  Form  für  kl.  ar.  bärid, 
auch  mit  der  Bedeutung  'töricht',  daher 
sp.  mit  ar.  Art.  albarddn  'Spaßmacher, 
Spitzbube'.  [DE_66. 

242.  Ar.  bardi: 

[Entlehnung  aus  dem  Allägyptischen 
ZDMGL,  653]  'Papyruspflanze  Cyperus 
papyrus';  hieraus  mit  ar.  Art.  val.  al- 
hardi,  sp.  albardin,  frz.  alvarde  'Pflanze 
aus  der  Familie  der  Gramineen',  dem 
Sparlo  ähnlich  und  wie  dieser  gebraucht. 
[Devic  DEt  29.  Lammens  Rem  21. 
ML  1401. 

243.  Ar.  barga: 
'Haifa-Sandale,  Hausschuh'  [das  Wort 
ist  selbst  durch  romanische  Vermittelung 
aus  dem  Baskischen  zu  den  Arabern 
gekommen  ZDMG  LI,  311;  vgl.  sp. 
aharca,  mlat.  abärca  'Bauernschuli'] ; 
hieraus  mit  dem  ar.  Art.  pg.  alparca, 
murcianisch  alborga,  albolya  ;  aus  dem 
ar.  plr.  al-bargät  wurde  sp.  pg.  alpar- 
gata  'Spartoschuh'.  [ZfromPh  XXXII, 
43.    ML  904. 

244.  Pers.  barglr: 

[Aus  pers.  bar  'Last'  Horn  NpEt  S.  36, 
Nr.  156  und  gtr  s.  hier  Nr.  158]  'Last- 
pferd'. Hieraus  bind,  und  daraus  anglo- 
ind.  bargeer  'Soldat  der  irregulären 
Kavallerie,  der  nicht  Eigentümer  seines 
Pferdes  und  seiner  Waffen  ist,  welche 
vielmehr  der  Regierung  gehören'.  — 
Im  vulg.  tk.  verderbt  zu  bejgir  oder 
begir  'Lastpferd',  hieraus  rum.  beghir 
'Pferd'.    [Hobson-Jobson  69. 

245.  Pers.  bäri: 

'Wenigstens'  [aus  pers.  bär  'Mal'  Horn 
NpEt  S.  36,  Nr.  157  und  i  der  Einheit, 
also:  'ein  Mal'],  ebenso  tk.  barg  und 
bar  gm;  hieraus  rum.  barem,  barim  'we- 
nigstens', bulg.  serb.  bare  'wenigstens, 
dennoch'.  [Mikl  SlEtWb  7.  Bern  SlEt- 
Wb 44. 

246.  Hiud.  bari-bibi: 

[Aus  bind,  ban,  fem.  zu  barä  'groß', 
und  hlbl  'Frau,  Dame']  'große  Dame'; 
im  angloind.  ist  das  Wort  zur  Bezeich- 
nung der  Dame  geworden,  die  bei  einer 
Gesellschaft  den  Vorsitz  verlangt:  hirra- 
beebee.  [Hobson-Jobson 

247.  Ar.  barkfik: 

[Aus  dem  lat.  praecocium  'das  F'rühreife' 
über  gr.  rrpaiKÖKKiov,  irpaiKÖKia,  upeKÖK- 
Kia,  ß^piKOKKa,  s.  Lammens  Färük  S.  364 
Anm.;  das  ar.  Wort  hat  übrigens  die 
Bedeutung  'Pflaume'  erhalten,  während 
die  Aprikose  mismas  (s.  hier  Nr.  1471) 
heißt];  hieraus  sp.  albaricoque,  alber- 
coque,  pg.  albricoqtie,  alboquorque,  prov. 
aubricot,  frz.  abricot,  it.  albicocco,  al- 
bercocco,   siz.  varcoccu;  engl,  apricot. 


21 


[Ar.  barnija. 


ndl.  abrikoos,  dtsch.  Aprikose,  schwed. 
aprikos;  russ.  abrikos,  öech.  aprikozn. 
—  Ferner  infolge  Betonung  der  ersten 
Silbe  mit  romanischem  Suffix  sp.  cilber- 
chigo,  it.  albergese  'Art  Pfirsich  oder 
Aprikose'  [dagegen  DEFREMERY  in 
JAs  (1869)  I,  531,  wohl  ohne  Grund]. 
[Dozy  Oost  1—4.  DE  67/68.  Hobson- 
Jobson  33.  Devic  DEt  2/3.  ML  6712. 
Kluge  20. 

248.  Ar.  barnija: 

Topf,  Krug  aus  Glas',  auch  burmja 
[wohl  aus  pers.  bärm  'Gefäß'  Horn  Np 
S.  48,  Nr.  209].  Hieraus  die  roinan. 
Gefafsnamen  sp.  albornia,  sp.  p.tr.  berne- 
gal, kat.  atbiirnia,  siz.  burnia,  altit. 
vernicato,  venez.  vernicale,  genues  rer- 
nigau,  brünia,  prov.  hernigau.  [L)E  73. 
GrSVociSic  229.  Eguilaz  116.  ML  1048 
und  1222.  , 

249.  Ar.  barräda: 

'Gefäß  mit  2  Henkeln,  um  darin  Wasser 
abzukühlen'  [vom  Vh.  barrada  'kalt, 
kühl  machen'  s.  hier  Nr.  241];  hieraus 
mit  ar.  Art.  sp.  albarrada  'Wand  aus 
trockenen  Steinen',  pg.  albarrada  'Vase 
für  Rosen  oder  andere  Blumen'  [in 
dieser  Bedeutung  wohl  Kontamination 
mit  ar.  warräda  aus  ward  'Rose'], 
'Mauer  aus  losen,  also  trockenen  Steinen' 
[Constancio  Dicc  43  c].    [DE  68/69. 

250.  Ar.  bnrrakäu: 

'Grober  Stoff  oder  Mantel  daraus'  [Wohl 
aus  Kamelhaar,  vgl.  Dozy  DV  68  sq.); 
hieraus  mlat.  barracänus,  frz.  harracan 
'grober  Stoff',  bouracan,  sp.  kat.  barra- 
gan,  sp.  pg.  barragana,  it.  baracane; 
engl,  huckram  [mit  Angleichung  an  buck, 
das  auch  im  Stotfnamen  bucJtskin  vor- 
liegt], barchant,  ndl.  barkan,  mhd.  bar- 
chät,  dtsch.  Barchent,  Berkan;  russ. 
barham  'Samt',  barakun,  barkan  'Bar- 
chent'; klr.  barchat  'Samt',  barakan 
'Art  Wollstoff';  poln.  barakan,  poln. 
cech.  barchan  'Barchent'.  [Dozy  Oost  24. 
DE  237.  ML  941.  Kluge  38.  Gorja- 
jew  12.  Bern  SlETWb  44.  Lammens 
Rem  55/56. 

251.  Ar.  barran: 

'Außerhalb  befindlich,  ländlich'  [adver- 
bialer Akkusativ  von  ar.  barr  'Land, 
Wüste'];  hieraus  sp.  albarrän  'der  Aus- 
wärtige, Nichtansässige',  albarraneo 
'Fremder,  Ausländer',  sp.  pg.  albarrana 
'Zwiebel',  sp.  albarrana  als  Adj.  in 
torre  albarrana,  pg.  albarran,  albarrana, 
albarräa  'Wachtturm'.  —  Siz.  [in  Mes- 
sina gebräuchlich]  fora  a  barra  'draußen 
vor  der  Stadt'.  [DE  69.  StGlIt  H,  230. 
GrSVociSic  228. 

252.  Tk.  barrjabaii: 

[Aus  ar.  barr  s.  hier  Nr.  251  und  pers. 


jäbö.n  aus  bijäbän  'Wüste'  Horn  NpEt 
S.  57,  Nr.  248;  wahrscheinlich  pers.  be 
'ohne'  ebenda  S.  56,  Nr.  247  und  äb 
'Wasser'  s.  hier  Nr.  5,  also  'ohne  Wasser, 
wasserlos']  'wüstes  Land';  hieraus  rum. 
bärägan  'wüstes,  unbebaute^  Land, 
Heideland',  n.  pr.  Bärägan  'die  Donau- 
tiefebene in  Rumänien'. 

253.  Tk.  bars: 
'Tiger';    hieraus   russ.  bars  'Panther'. 
[Gorjajew  12.    W.  Bang,  Über  die  tk. 
Namen  einiger  Großkatzen  in  KSz  XVH, 
besonders  S.  112/119. 

2.54.  Tk.  barsuk: 
[BANG  in  KSz  XVH,  136/137]  'Dachs 
Meies  taxus';  hieraus  russ.  (alt)  borsnk, 
barsuk,  klr.  poln.  borsuk,  bulg.  barsuk 
'dass.',  rum.  bursuc  'Dachs',  b.  de  monte 
'Murmeltier',  Abltg.  bursucä,  bursucel. 
[Gorjajew  12. 

255.  Syr.  Bar-talmai : 

N.  pr.,  gr.  BapöoXoiaaiog  [aus  aram.  bar 
s.  hier  Nr.  220  und  talniai,  ein  Name, 
z.  B.  im  AT  der  Schwiegervater  Davids 
2  Sam  3,  3;  13,  37  oder  bei  Josephus 
Antiquitates  XIV,  cap.  8,  §  1 :  GoXoiuaioq; 
also  'Sohn  des  Tholomäus'.  Der  zweite 
Bestandteil  ergibt  mit  dem  altägyptischen 
Art.  p  den  Namen  Ptolemaeus],  Name 
eines  der  zwölf  Apostel.  Dtsch.  zu 
Barthel  verkürzt,  erscheint  er  volks- 
etymologisch in  dem  Ausdruck:  Er 
weiß,  wo  Barthel  den  Most  holt  [Erklä- 
rung s.  hier  Nr.  259].  Als  Familienname 
im  dtsch.  stark  verstümmelt:  Mieves, 
Mevis,  Mies  u.  ähnl. 

256.  Hebr.  bärüx  habbä': 
Vollständig  bärüx  habbä,''  b'sem  adonäj 
'gesegnet,  der  da  kommt  im  Namen  des 
Herrn';  mit  dieser  Formel  wurde  die 
Gemeinde  von  den  Leviten  auf  dem 
Tempelberge  begrüßt.  Da  die  Worte 
in  hebr.  Gebeten  häufig  vorkamen  und 
dem  der  Sprache  T^nkundigen  höchst 
unverständliches  Kauderwelsch  schienen, 
wurde  daraus:  it.  baracundia,  baraonda, 
frz.  barugouin  'Kauderwelsch',  sp.  bara- 
hunda  "Tumult',  pg.  barafunda,  it.  (dial.) 
haruccabä  'Verwirrung,  Wirrwarr',  sicher- 
lich auch  frz.  brouhaha  'Stimmengewirr'. 
[Die  Ableitung  ML  1039  aus  Berecyn- 
thia,  der  Göttermutter,  deren  Feste  in 
orgiastischer  Weise  gefeiert  wurden,  ist 
zwar  lautlich  z.  T.  ansprechender,  se- 
mantisch weniger  beweiskräftig;  die 
Verstümmelungen  fremder  Formeln  pfle- 
gen nicht  lautgesetzlich  vorzugehen,  wie 
zahlreiche  Volksetymologien  in  allen 
Sprachen  beweisen.]  [Romania  VIII, 
619.  ZfromPh  XVU,  562.  ML  968. 
SPITZER  in  WuS.  V,  126/128. 


Ar.  barak.] 


22 


257.  Ar.  barük: 
[Vom   Vb.   baraka    'sejrnen':  vulgär:] 
'Geschenk';  hieraus  mit  dem  ar.  Art.  sp. 
alboroc,  alboroque  'Maklergebühr,  Trink- 
geld' [Dicc  Gast  107  a].    [DE  73/74. 

Tk.  barys: 
'Friede,  Versöhnung'  [vom  Stamme  bar, 
var  'gehen,  wandeln'  Vämbery  S.  199, 
Nr.  210:  'versöhnen'  =  'machen,  daß 
einer  zum  andern  geht'];  hieraus  russ. 
barys  'Zugabe,  Gewinn',  klr.  barys  'Ge- 
winn, Maklerlohn',  poln.  borysz  'Bewir- 
tung beim  Abschluß  eines  Geschäftes', 
borysznik  'Makler',  (alt)  barasnik,  ba- 
rasznik  'Kaufzeuge,  Makler',  bulg.  ba- 
rasik  'Bedingung,  Verabredung'.  [Gor- 
jajew  13.    Bern  SlEtWb  45. 

2.59.  Hebr.  barzel: 
[Aram.  ebenso,  syr.  parzelä,  assyr.  fjar- 
sillu.  wahrscheinüch,  wie  die  Endung 
■ill  zeigt,  aus  dem  nordöstlichen  Klein- 
asien, vgl.  ZAkkFW  59]  'Eisen';  hieraus 
gaunerdtsch.  bartel  'Stemmeisen';  z.  B. 
in  Schoberbariel  [aus  sahber  'brechen' 
Ave-L.  IV,  595]  'Brecheisen';  so  entstand 
die  Redensart :  Er  weiß  schon,  ivo  Bartel 
den  Most  holt,  d.  h.  wie  man  sich  mit 
dem  Brecheisen  Geld  [s.  hier  Nr.  1477] 
verschafft.  Ndl.  hij  weet  waar  Abraham 
den  mosterd  haalt,  wo  an  Stelle  des 
scheinbaren  Namens  Bartel  [s.  hier 
Nr.  255]  Abraham  getreten  und  gauner- 
dtsch. mos  zu  ndl.  mosterd  'Senf  [vgl. 
dtsch.  Mostrich,  frz.  motitarde]  erweitert 
ist.  [Gezwungener  erscheint  die  Ablei- 
tung aus  dem  Namen  des  berühmten 
it.  Rechtsgelehrten  BARTOLE,  der.  1313 
in  Sasso  Ferrato  in  Umbrien  geboren, 
in  Pisa  und  Perugia  unter  ungeheurem 
Andränge  lehrte  und  in  letzterer  Stadt 
1356  starb;  zu  allen  Teilen  des  römischen 
Rechts  hat  er  umfangreiche  Kommen- 
tare geliefert.  Vgl.  Biographie  Univer- 
selle. Bruxelles  1843/47.  I,  II  sub 
Bartole.]  [DE  GOEJE  in  Tijdschrift 
voor  Ned.  Taal-  en  Letterkunde  II  (1882). 
ZfdWf  IX,  307. 

260.  Tk.  bas: 
[Vom  Stamme  baj,  bat,  bas  'hoch,  er- 
haben, Haupt'  Vamböry  TktEtWb  S.  195, 
Nr.  205  II]  'Kopf,  Oberhaupt',  besonders 
auch  in  Titeln  wie  bas  kjätib  'Ober- 
sekretär', hekim  basy  'Oberarzt';  hieraus 
rum.  ba^,  ba§iü,  ba^a  'Vorgesetzter', 
bulg.  bas  'Erster',  serb.  bas  'Schiffs- 
vorderteil'.  Aus  dem  Dativ  tk.  basa, 
osttk.  basga  wurde  russ.  klr.  baska 
'Kopf,  Fischkopf'.  Mit  dem  tk.  Suffix 
lik,  das  Kleidungsstücke  bezeichnet  [s. 
hier  Nr.  704  und  924],  ergibt  sich  tk. 
baslyk;  hieraus  russ.  baslyk  'Kopftuch', 
verkürzt   slyk   'Mütze,  Haube',  poln. 


haszlyk  'Kopftuch';  dtsch.  Baschlik 
[MWiD  113]  'Kopftuch,  das  auch  Nacken 
und  Schultern  bedeckt',  im  Weltkriege 
wieder  aufgelebt  als  'Kopfhaube,  die  die 
Ohren  vor  Kälte  schützt'.  —  [GORJA- 
JEWS  Ableitung  von  russ.  basnja  'Turm' 
aus  tk.  bas  muß  wohl  zugunsten  der 
Entlehnung  aus  it.  bastia  'Bastei'  auf- 
gegeben werden.]  [Gorjajew  14.  Bern 
SlEtWb  45. 

261.  Tk.  basdyima: 

'Gedörrtes  Fleisch'  [von  tk.  basmak 
'pressen'  s.  hier  Nr.  264;  kausativ  has- 
dyrmak],  vulg.  2}<^styrma;  hieraus  rum. 
2)astramaAaiSS.,  besonders  Schaf-,  Ziegen- 
oder Rindfleisch',  bulg.  pastr^ma,  serb. 
pastrina  'geräuchertes  Fleisch',  klr. 
2)ostroma,  poln.  bastramy  'gedörrtes 
Hammelfleisch'.  [Mikl  SlEtWb  233. 
ZDMG  LIV,  679. 

262.  Ar.  bäsilik : 

Name  einer  Vene,  die  hiernach  von 
den  lat.  schreibenden  Anatomen  des 
MA  Vena  Basilica  genannt  wurde. 
[Eine  cpAeij;  ßaai\iKr|  hatten  die  gr.  Ana- 
tomen nicht,  so  daß  gr.  Ursprung  aus- 
geschlossen ist.]  Frz.  veine  basilique, 
engl,  basilican  oder  basilical  vein  [dann 
fälschlich  als  rot/al  vein  übersetzt  und 
bezeichnet].    [HÄrHebrAn  74/77. 

263.  Tk.  baska: 

[Zu  tk.  bas  s.  hi'er  Nr.  260,  also  eigent- 
lich 'anfänglich,  aufs  neue,  weder'] 
'ein  anderer,  außer';  hieraus  rum.  basca 
'außerdem,  etwas  ganz  anderes'. 

264.  Tk.  basma: 

[Vom  Stamme  bat,  baj,  bas  'niedrig, 
unten,  drücken'  Vämbery  TktEtWb 
S.  200,  Nr.  211,  II]  "Drucksache,  ein 
Stück  bedruckter  oder  gefärbter  Lein- 
wand'; hieraus  rum.  &asma 'Taschentuch, 
Kopftuch',  Abltg.  bäsmälufä ;  bulg.  serb. 
basma  'Druck,  bedruckte  Leinwand'. 
[Mikl  SlEtWb  8. 

265.  Tk.  basmak : 

'Sandale,  Schuh'  [Kelekian  Kämüs  240  a]; 
hieraus  russ.  klr.  basmak  'Schuh',  bas- 
niacnik  'Schuhmacher',  bulg.  basmak, 
serb.  2^^smag,  poln.  baczmag  'Schuh'. 
[Gorjajew  14.  Mikl  SlEtWb  8.  Bern 
SlEtWb  45. 

266.  Tk.  basy-boznk: 

[Aus  tk.  bas  s.  hier  Nr.  260  und  boznk 
'verdorben'  vom  Stamme  bos,  bot  'leer, 
wüst,  verdorben'  Vämbery  TktEtWb 
S.  207,  Nr.  222]  'irregulärer  Soldat', 
wegen  seiner  Plündereien  berüchtigt,  da- 
her rum.  ba^ibuzuc  'dass.,  Vagabund', 
dtsch.  Baschibosuk  [MWiD  109],  engl. 
bashibazouk,  frz.  bachi-bouzwick. 

267.  Hebr.  bat  ah: 

'Sicher  sein,  sorgenlos  leben';  hierzu 


23 


[Tk.  batakgy. 


das  Adj.  bätWh  'sicher,  Vertrauen  ha- 
bend'; Gdwt.  zu  jüd.  dtsch.  betucht  'ver- 
dutzt'. Ein  Betuecliter,  Betiichter  ist 
ein  wohlhabender,  vermögender  Mann, 
der  Vertrauen  genießt  und  wegen  seiner 
Zahlungsfähigkeit  sicher  ist.   [Kluge  49. 

268.  Tk.  batakgy: 

^Dieb,  Schurke,  Lump'  [Kelekian  Kämils 
231a;  von  batal-  'Schlamm,  Sumpf; 
Stamm  bat  'niedrig,  gemein'  s.  hier 
Nr.  264];  hieraus  rum.  bätaciu,  bätälea§ 
'Betrüger'. 

269.  Ar.  bätUa: 

'Tiefe  Schüssel,  Getäfs,  das  oben  weit, 
unten  enge  ist'.  Hieraus  vielleicht  pg. 
batea  'Holzgefäß,  in  dem  das  Gold  ge- 
waschen wird',  pg.  batega  'Teller,  Schüs- 
sel'.   [DE  238. 

270.  Mal.  bätik: 

[Pijn  26;  aus  dem  javan.  batih]  'ge- 
sprenkelt', von  Stoffen  gesagt.  Die 
wahrscheinlich  in  Südindien  heimische 
und  nach  Java  verpflanzte  Batikkunst 
hat  das  mal.  Wort  in  alle  europäischen 
Sprachen  gebracht,  z.  B.  engl,  battick, 
batty,  ndl.  gebatikd  'auf  ostindische  Art 
gesprenkelt',  dtsch.  Batik,  Vb.  batiken. 

271.  Ar.  batil: 

'Eitel,  unnütz' ;  hieraus  [wohl  aus  dem 
fem.  bätila  mit  Metathesis  tl  ■<  l<i]  sp. 
balda  'wertlose  Sache',  sp.  pg.  baldio 
'unnütz,  unangebaut,  leer',  pg.  baldo 
'arm';  sp.  pg.  en  h'tlde.  de  halde  'um- 
sonst [gratis  und  frustra]',  kat.  de  bades, 
en  bades  'dass.'  und  zahlreiche  Ablei- 
tungen. —  Auf  dasselbe  Grundwort  geht 
siz.  ammatula  'vergebens'  zurück  [wäh- 
rend Ableitung  aus  gr.  ludxav,  |LidTr|v 
StGlIt  1,  126  gezwungen  erscheint].  [DE 
234/6.  ML  991.  ZfromPh  XXXII,  465. 
GrSVociSic  226. 

272.  Tk.  batmau: 

Gewichts-  und  Hohlmaß  von  lokal  ver- 
schiedenem Umfange,  etwa  10  kg.  Hier- 
aus russ.  batman  'Gewichtseinheit,  die 
variiert';  wahrscheinlich  auch  unter 
volksetymologischem  Einfluß  russ.  bez- 
men,  klruss.  bezmin,  poln.  bezmian, 
przezmian  'Schnellwage'.  [Gorjajew  15. 
Bern  SlEtWb  46  (u.  53/54!). 

273.  Ar.  batn: 

'Inneres,  Bauch'.  Hieraus  a)  mit  rotnan. 
Suffix  und  Metiithesis  sp.  banduUo,  ban- 
dujo  'Wanst  mit  den  Eingeweiden'. 

b)  Bätin,  plr.  bäta'in  sind  'auswat- 
tierte Kleider',  hieraus  möglicherweise 
it.  ovate,  ovatta,  frz.  ouate,  sp.  bata 
'Schlafrock',  dtsch.  Watte,  engl,  wad, 
russ.  tmtä  [jedoch  sp.  pg.  algodön  und 
algodäo  s.  hier  Nr.  1272].  Allerdings 
ist  der  Nachweis  des  Weges,  auf  dem 


das  Wort  in  Europa  eingewandert  ist, 
noch  nicht  erbracht. 

c)  Aus  batn  und  ar.  kaitus  [aus  gr. 
Kf|Toq  'Walfisch']  ergibt  sich  der  Stern- 
name Baten-Kaitos  Z  Baleni.  [DE  236. 
SEYBOLD  in  ZfdWf  X,  222  ff'.  Devic 
DEt42.  ZfromPh  XXXII,  47.  ML  9 170. 

274.  Ar.  batrah: 

Sing,  zu  batärih,  butärih  'Rogen,  Ka- 
viar' [aus  gr.  rapixiov  mit  vorgesetztem 
altäg.  oder  kopt.  Art.  p;  ZDMG  L,  654]; 
hieraus  it.  bottarga,  siz.  buttaraca,  vut- 
taraca  'Kaviar  aus  den  Eiern  der  Meer- 
äsche', frz.  boutargue,  botargue,  pmitar- 
gue  'Speise  aus  Eiern  der  Seebarbe,  die 
gesalzen  und  an  der  Sonne  getrocknet 
oder  geräuchert  werden'. 

275.  Tk.  batrak: 

[Nicht  osm.,  sondern  tat.]  'Arbeiter': 
hieraus  russ.  batrak,  batraöka  'Arbeiter, 
Knecht;  Arbeiterin, Magd'.  [Gorjajew  13. 

276.  Ar.  batta: 
Einheitsnomen  zu  baft  'Enten'  [aus  pers. 
bat  'Ente'  Horn  NpEt  S.  51,  Nr.  226] ; 
hieraus  sp.  pg.  pato,  pata  'Ente',  pg. 
patinho  'junge  Gans';  pg.  pato  'leicht 
zu  betrügender  Mensch'  [Constancio 
Dicc  752  b;  schon  npers.  här-bäf  'Idiot' 
Horn  a.  a.  0.]. 

277.  Ar.  bazaga: 

'Sich  rühmen'.  Von  diesem  Stamme, 
vielleicht  von  einem  ar.  Adj.  *bazgän, 
kommt  siz.  baggianu  'eitel,  dünkelhaft' 
und  it.  albagia  'Eigendünkel',  Adj.  al- 
bagioso.    [GrSVociSic  228. 

'Markt'  [Horn  NpEt  S.  38,  Nr.  166].  Das 
Wort  wurde  im  17.  Jahrhundert  durch 
Reisende  zunächst  mit  Bezug  auf  orien- 
talisi-he  Verhältnisse  eingeführt  und  drang 
dann,  vor  allem  auch  durch  die  Kennt- 
nis von  1001  Nacht,  in  alle  europäischen 
Sprachen  ein:  frz.  pg.  sp.  bazar,  it.  ba- 
zar,  bazzar,  rum.  bazar,  basar;  russ. 
bazar,  bulg.  serb.  pazar,  cech.  poln. 
bazar;  eng\. bazar,  bazaar,  ndl.  bazaar, 
dtsch.  Bazar.  Da  das  Grundwort  stimm- 
haftes s  [z]  hat,  gehört  sicherlich  auch 
it.  bazzarare  'täuschen,  betrügen',  siz. 
bazzariotu  'Betrüger'  hierher  [gegen 
ML  1010].  [Gorjajew  9.  Kluge  42.  DE 
GREGORIO  in  ZfromPh  XXV,  747. 
GrSVociSic  228. 

279.  Ar.  bazrn-katünä: 

Aus  ar.  bazr  'Samen'  und  katünä  [wohl 
pers.  Ursprungs;  ar.  auch  kasisa  al- 
bar  gut,  d.  h.  'Flohkraut']  'Flohkraut, 
Plantago  psyllium'.  Hieraus  sp.  zara- 
gatona,  pg.  zaragatoa,  zaragota  'Fioh- 
kraut'.    [DE  365. 

280.  Ar.  bazz: 

'Feine  Leinwand',  ebenso  tk.  bazz,  bez; 


Ar.  bazza.] 


24 


hieraus  rum.  b<i:ea,  basea  '^ekflperter 
Barchent".  Auch  fiz.  ba.nn  'ilass.'  ge- 
hört liierhin  Iwährend  es  üblicherweise 
als  Verstümmelung  aus  boiiibasin,  lat. 
bombiicimcs  aus  lat.  honibtjx  betrachtet 
wird).  Poln.  bezextan  'Murkt'  [aus  pers. 
büzistän  'Stofflagcr'  mit  dem  pers.  Suf- 
fix -stän  zur  Bezeichnung  eines  (Jrtes, 
s.  hier  Nr.  332].  [Löbel  EITAP  12. 
Karlowicz  422. 

281.  Ar.  bazza: 

'Erbeuten,  rauben,  besiegen';  hieraus 
it.  bazza,  kat.  basa,  sp.  baza  'Stich  im 
Kartenspiel'.  [Ableitungen  vom  mhd. 
bazze  'Gewinn',  it.  bazza  'vorspringen- 
des Kinn'  oder  bazzicare  'verkehren' 
bei  ML  1011  mit  Begründung  zurück- 
gewiesen].   [ZfromPh  XXV,  747. 

282.  Tk.  beg: 

Auch  bej  'Herr,  Baron'  [Stamm  baj  s. 
hier  Nr.  260],  eigentlich  Titel  des  mu- 
hammedanischen  Feudaladels  in  der 
Türkei,  früher  mit  manchen  eifersüchtig 
gewahrten  Vorrechten  verknüpft ;  heute 
oft  vom  Träger  des  Titels  sich  selbst 
verliehen  und  daher  in  der  Bewertung 
gesunken.  In  allen  europäischen  Spra- 
chen als  Fremdwort,  z.  B.  dtsch.  Bei/. 
Als  Lehnwort  rum.  öem;  betlic  'die 
Würde  eines  Begs' ;  beizadea  'Sohn  eines 
Begs'  [zu  zaäea  vgl.  hier  Nr.  69  b]. 
Bulg.  serb.  beg,  bej  'Fürst,  Herr'.  — 
Begier  beji  'Herr  der  Herren'  war  der 
Titel  der  Statthalter  großer  Provinzen; 
dtsch.  Beglerbeg,  Beilerbet.  —  Eine  be- 
sonders schmackhafte  Birne  erhielt  den 
Namen  beg  armudy  'Herrenbirne'  [wie 
ja  Zusätze  wie  königlich  u.  ähnl.  bei 
Naturgegenständen  ihren  Vorzug  an 
Pracht,  Wert  usw.  gegenüber  anderen 
andeuten  sollen,  vgl.  Basihcum  'Königs- 
kraut', Königskerze  (Verhascum),  Kpivov 
ßaaiXiKÖv  (Litium  candidum),  tk.  sultan 
böreji  (amaranthus)].  Hieraus  mit  fal- 
scher Bezugnahme  auf  die  Stadt  Ber- 
gamo it.  bergamotta,  trz.  bergamote.  sp. 
pg.  bergamota,  rum.  bergamot;  ndl.  engl. 
bergamot,  dtsch.  Bergamotte  [doch  Ber- 
gamottknöpfe mit  Volksetymologie  dial. 
aus  Perlmutterknöpfe  Andresen  D VE  41  ] ; 
russ.  bergamot.  [POTT  in  ZKM  VII, 
107.  Kluge  47.  ZfromPh  XXXII,  41. 
XXXm,  62.    ML  1019. 

283.  Hebr.  behemä: 

'Vieh';  potenzierender  Plrl.  behemöb. 
Name  eines  Tieres,  das  Hiob  XL,  1.5 — 24 
als  Ungeheuer  beschrieben  wird,  wohl 
'ein  Flußpferd'.  Zur  Bezeichnung  eines 
übergroßen  Tieres  in  allen  europäischen 
Sprachen,  z.  B.  engl,  behemoth,  frz.  be- 
hemoth.  Russ.  Z^e^rmo^ 'Flußpferd' ;  dtsch. 
Behemoth.  [Gorjajew  14.  Devic  DEt  232. 


284.  Tk.  bekjar: 

[Von  ar.  bikr  'Jungfrau']  'Junggeselle'; 
hieraus  rum.  becher,  bulg.  beka>  in,  serb. 
becar  'dass.'.    [Bern  SlEtWh  48. 

285.  Tk.  bekri: 

'Betrunken,  dem  Trünke  ergeben';  hier- 
aus rum.  becriü  'liederlich,  verlottert'; 
aus  tk.  bekrilik  'Trunkenheit'  wurde 
rum.  becrilic  'dass*'. 

286.  Mal.  beläcan: 

[Pijn  38]  'Zuspeise  aus  gesalzenen  und 
dann  gestampften  und  getrockneten 
Fischchen  oder  dergl.  Hieraus  engl. 
balachan,  blachong  'ein  Fischgewürz  be- 
stimmter Art'.  [Dass.  wie  hier  Nr.  195.] 
[JAOS  XVII,  114-116. 

287.  Hebr.  Belijä'al: 

[Aus  hebr.  beli  'ohne'  und  ja  al  'Nutzen'] 
'unnütze,  schädliche  Sache,  Nichtswür- 
digkeit', im  NT  BeXiaX  [u.  BeXiapJ,  wird 
als  Bezeichnung  für  den  Teufel  und 
den  Antichii-sten  benutzt.  In  der  ersten 
Bedeutung  frz.  bttial,  engl,  belial.  [Devic 
DEt  64. 

288.  Tk.  benek: 

'Flecken' ;  hieraus  rum.  benghiü  'Schön- 
heitspflästerchen'. 

289.  Ind.  Bengal: 

N.  pr.,  Provinz  in  Vorderindien ;  hieraus 
sp.  albengala  'sehr  feiner  Leinenstoff, 
mit  dem  die  Mauren  Spaniens  ihren 
Turban  schmückten'.  —  Als  Adj.  kommt 
das  Wort  in  engl,  betigal  light,  dlsch. 
bengalisches  Licht,  bengalische  Beleuch- 
tung vor:  Die  indischen  Fürsten  pflegten 
bei  ihren  Festen  ihre  Paläste  und  Gär- 
ten durch  eigenartige  Brennstoffe  in 
glänzend  bunte  Beleuchtung  zu  setzen. 
[DE  71. 

290.  Hind.  ber: 

[Sskr.  badara,  vadara].  einer  der  am 
weitesten  verbreiteten  Charakterbäume 
Indiens,  Ficus  indica  oder  bens^alensis. 
Im  Gebiete  von  Birma  bis  zum  Pänd- 
schäh  heimisch,  findet  er  sich  jetzt  von 
Queensland  und  China  bis  nach  Marokko 
und  Guinea  angepflanzt.  Angloind. 
burr  tree,  engl,  gewöhnlich  banian-tree 
[von  französischen  Reiseschriftstellern 
oft  falschlich  bananier  genannt]  nach 
der  Bezeichnung  der  indischen  Ein- 
geborenen als  Banianen  [aus  hind. 
banyä  'Kaufmann,  Händler'].  [Hobson- 
Johson  77. 

291.  Tk.  ber  bor: 

Aus  dem  pers.  bärbär]  'Barbier',  dazu 
tk.  berberlik  'Stand  und  Eigentum  eines 
Barbiers'  oder  'Rasiermantel'  [mit  tk. 
SufBx  -lik,  das  Kleidungsstücke  bezeich- 
net]; hieraus  rum.  berbelic  'Rasiertu'-h'. 
[Löbel  EITAP  13. 


25 


[Singh.  beri. 


292.  Singli.  beri: 

'Schwäche';  hieraus  durch  Gemination 
angloind.  beriberi,  die  Beriberikrankheit 
in  den  asiatischen  Tropen ;  ihrer  wahren 
Natur  nach  nicht  genau  erkannt,  äußert 
sie  sich  in  einer  Lähmung  und  Schwäche, 
die  von  den  unteren  Gliedmaisen  auf- 
wärts steigen  und  mit  wassersüchtigen 
Symptomen  verknüpft  sind.  In  schweren 
Fällen  tritt  der  Tod  in  6  bis  30  Stun- 
den ein;  die  Krankheit  kann  sich  aber 
auch  über  Jahre  hinschleppen.  Sehr 
beträchthch  ist  die  holländische  Lite- 
ratur über  Beriberi.  [Hobson-Jobson  87. 

293.  Hebr.  b§s§m: 
'Balsamstaude,  Balsam',  eine  Handels- 
ware, welche  die  Griechen  nebst  dem 
Namen  von  den  Phöniziern  erhielten. 
Gr.  ßd\aa|nov,  lat.  balsamum;  hieraus  it. 
balsamo,  balsimo,  asp.  blasmo,  sp.  pg. 
balsamo,  prov.  balme,  frz.  bäume  [aber 
pikardisch  bäm  'Minze'],  rum.  baisam; 
dtsch.  Balsam,  ndl.  balsem,  engl,  bahn; 
russ.  bal'sam,  bulg.  serb.  poln.  baisam, 
cech.  baisam,  balzam.  —  Aus  demselben 
Grundwort  mlat.  bisamum,  dtsch.  Bisam, 
cech.  poln.  pizmo  'Moschus'.  —  Vgl. 
noch  Balsamine,  Impatiens  Balsamina, 
engl,  halsamine,  baisam.  [Kluge  34  u. 
54.  G.  Schvveinfurth,  Über  Balsam  und 
Myrrhe  1893. 

294.  Tk.  besik: 

'Wiege'  [Stamm  bal,  bei  'hin-  und  her- 
bewegen, schaukeln',  vgl-  cagat.  beleih, 
belsik  'Wiege,  Schaukel' ;  Vämbery 
TktEtWb  S.  198,  Nr.  208];  hieraus  bulg. 
besik  'hölzerne  Wiege',  serb.  besika 
'Wiege'.    [Bern  SlEtWb  .53. 

295.  Tk.  bezir: 

[Aus  ar.  bas?-  s.  hier  Nr.  279,  vulg.  bezr, 
mit  Einschieben  eines  Stützvokals  zur 
Vermeidung  der  Doppelkonsonanz]  'Sa- 
men', besonders  'Leinsamen,  Semen 
lini'  von  Linum  usitatissimum ;  hieraus 
mit  Übertragung  auf  eine  andere  Pflanze 
und  das  fertige  Erzeugnis  rum.  bizire 
'Mohnöl.  Oleum  papaveris'.  [Löbel 
EITAP  14. 

296.  Hind.  bhät: 

Auch  bhätä  oder  bhantä  'zinsloser  Vor- 
schuß an  Bauern';  hieraus  angloind. 
batta  'ein  besonderer  Zuschuß',  den  man 
früher  Offizieren,  Soldaten  oder  anderen 
Beamten  gab,  wenn  sie  ins  Feld  zogen 
oder  andere  ähnliche  Gründe  vorlagen. 
Beim  indischen  Militär  ist  das  batta  zur 
ständigen  Erhöhung  des  üblichen  Offi- 
ziergehaltes geworden,  also  etwa  'Aus- 
landszulage'.   [Hobson-Jobson  72/73. 

297.  Hind.  bhindi: 

'Frucht  der  Pflanze  Abelmoschus  escu- 
lentus'  [s.  hier  Nr.  762] ;  hieraus  anglo- 


ind. bendy,  bindy  und  bandicoy  [aus 
tamul.  vendai-khäi,  d.  h.  'unreife  Frucht 
des  vendaP,  tamul.  Entsprechung  zu  hind. 
bhindi].    [Hobson-Jobson  84/85. 

298.  Hind.  bliQj: 

[Auch  in  den  drawidischen  Sprachen, 
z.  B.  Telugu,  Kanaresisch,  aus  denen 
das  Wort  wohl  stammt]  'Träger',  be- 
sonders 'Palankinträger'  [also  synonym 
mit  den  angloind.  Ausdrücken  kahär, 
mahrä,  liammäl,  mutya,  pälky-bardär 
und  dem  aus  engl,  bearer  'Träger'  ent- 
standenen byrd\;  hieraus  haben  in  Vor- 
derindien die  Engländer  volksetymolo- 
gisch boy  zur  Bezeichnung  ihres  indischen 
Dieners  gemacht.  Bei  den  Franzosen 
der  vorderindischen  Kolonien  wurde  aus 
dem  hind.  Grundwort  boue,  boe;  jeu  de 
boes  ist  die  für  einen  Palankin  nötige 
Zahl  an  Trägern. 

299.  Hind.  bibi: 

'Dame';  hieraus  angloind.  ieefcee.  Wäh- 
rend die  Verkürzung  bi  zur  Auszeich- 
nung dem  Namen  muslimischer  Damen 
angefügt  wird,  ist  das  Wort  im  übrigen 
völlig  herabgekommen  und  wird  höch- 
stens noch  auf  europäische  Dienstboten 
oder  englische  Frauen  ähnlichen  Standes 
angewandt ;  ja  es  bedeutet  vielfach  nur 
noch  eine  Prostituierte.  [Hobson-Job- 
son 78. 

300.  Tk.  bigaui: 

'Herrin,  P'ürstin'  [nicht  osm.,  sondern 
osttk.,  fem.  zu  beg  s.  hier  Nr.  282,  ge- 
bildet wie  hämim  von  hän  s.  hier  Nr. 
808];  hieraus  angloind.  beegum,  begum 
'Prinzessin,  Dame  von  hohem  Rang', 
mit  Bezug  auf  Muhammedanerinnen  ge- 
braucht. Frz.  beygam  [zu  beyg].  [Hob- 
son-Jobson 79. 

301.  Pers.  bigär: 

[Aus  pers.  be  'ohne'  s.  hier  Nr.  252  und 
gär,  kär  'Werk,  Tat'  Horn  NpEt  S.  185, 
Nr.  831 ;  also  wörtlich  'ohne  Arbeit, 
arbeitslos'] ;  hieraus  hind. begärt  'Zwangs- 
arbeit' und  angloind.  begar,  bigarry; 
jeder  'zu  einer  öffentlichen  Arbeit  Heran- 
gezogene' wird  so  genannt.  [Hobson- 
Jobson  79. 

302.  Hind.  bighä: 

Das  gebräuchlichste  Maß  der  Hindus  für 
Ländereien,  das  in  den  verschiedenen  Tei- 
len Indiens  variiert;  ungefähr  120  engl. 
Quadratfuß  [1  engl.  Fuß  =  30,479  cm], 
also  etwa  11,15  qm.  Angloind.  beegah. 
Allmählich  wird  dieses  Maß  durch  das 
engl,  acre  verdrängt.  [Hobson-Jobson  79. 

303.  Ind.  bi^üri: 

'Zitronat bäum,  Citrus  (medica)  Bajoura'; 
hieraus  fvz.  bigarade  'bittere  Pomeranze', 
bigaradier  'bitterer  Pomeranzenbaum'; 
aus  seinen  dickschaligen  Früchten  stellt 


Propledad  de  la  BIblIrteca 
üniversidad  Francisco  Marroqufn 


Pers.  bihist.] 


26 


man  das  Zitronat  und  den  Curacjaolikör 
her.  [Frz.  auch  cMratier,  dtsch.  Ce- 
itrale.] 

304.  Pers.  bihist: 

[Durch  Ang:leichung  der  Vokale  aus  ur- 
sprünglichem bähist,  s.  Horn  Nj)Et  S.  5G, 
Nr.  "2iG\  'Paradies',  dazu  bihistl  'para- 
diesisch'. Hieraus  angloind.  bheesti/, 
das  allgemeinste  Wort  in  Nordindien 
für  den  Diener,  der  die  Familie  mit 
Wasser  veisorgt,  das  er  wie  der  ent- 
sprechende äg.  sakkcV  in  einem  über 
den  Rücken  gelegten  Ziegenfell  trägt. 
[Hobson-Jobson  92. 

305.  Tk.  bil-: 

[Stamm  bil,  bei  'wissen,  kennen;  Zei- 
chen', Vämbery  TktEtWb  S.  202,  Nr.  215] 
'wissen',  davon  das  negative  Imperfekt 
bilmez  'er  weiß  nicht'  oder  als  Partizip 
'derjenige,  der  nicht  weiß'  [zum  Suffix 
-mez  vgl.  hier  Nr.  201];  hieraus  klruss. 
belmes  'Dummkopf,  Tölpel',  russ.  bel'mes 
'Dummheit'.  Aus  der  entsprechenden 
kirgis.  Form  bilbes  entstand  russ.  balbes 
'Dummkopf.  —  Mit  dem  Suffix  -gii  wird 
tk.  bilgi  'Wissen',  Cagat.  belgü  'Zeichen'; 
hieraus  buig.  beleg  'Zeichen',  serb.  biljeg 
'Kennzeichen,  Ziel'  und  Ableitungen. 
[Bern  SlEtWb  40  und  55. 

30«.  Tk.  bilezik: 
'Armband'  [vom  Stamme  bil,  bei  'der 
dünne  Teil  des  Körpers,  Lende';  daher 
osm.  bei  'Lende';  Vämbery  TktEtWb 
S.  202,  Nr.  214];  hieraus  mit  Metathesis 
russ.  biziliki  'Armbänder  der  Don-Ko- 
saken', bulg.  belezica  'Armband',  serb. 
bilenzuka  'dass.,  Handfessel'.  [Bern 
SlEtWb  48. 

307.  Tk.  bin: 
'Tausend';  mit  bas  [s.  hier  Nr.  260] 
genetivisch  verknüpft,  wird  hieraus  tk. 
himbasy  mit  Assimilation  des  nasalen 
n  z\x  m  vor  einem  Labial;  wörtliche 
Bedeutung  'Oberbefehlshaber  von  tau- 
send Mann',  also  'Major'.  Hieraus  rum. 
bimbasa  'dass.'. 

308!  Tk.  bin-: 
Binmek  'reiten'  [Stamm  men  'oben,  zu- 
erst, vorwärtskommen'  Vämbery  Tkt- 
ETWb  S.  214,  Nr.  233;  zu  dem  Wechsel 
zwischen  den  Labialen  m  und  b  vgl. 
z.  B.  hier  Nr.  305:  kirg.  -bez  =  osm. 
-mez];  dazu  btnigi  'Reiter';  hieraus  rum. 
binigiü  'Stallknecht'.  —  Aus  tk.  binis 
'Art  zu  reiten',  dann  in  früheren  Zeiten 
das  'Gewand,  das  bei  feierlichen  Ge- 
legenheiten getragen  wurde',  wurde  rum. 
bini^  'ein  Kleidungsstück'. 

309.  Ar.  binä': 
'Bau.  Gebäude',  tk.  ebenso;  hieraus  rum. 
blna   'Gebäude,    Mauerwerk',  hinagiü 
'Baumeister. 


310.  Pers.  binäfsii: 

Auch  hänäfSä  'Veilchen'  [Horn  NpEt 
S.  53,  Nr.  231],  hieraus  mit  Wechsel  der 
Labiale  tk.  menekse  und  rum.  mic^miea 
'Märzveilchen'.  —  Ob  vom  pers.  Grund- 
wort russ.  wenisa  'Granate  (Stein)'  her- 
kommt, wie  Gorjajew  43  will,  scheint 
nicht  ganz  sicher,  wenn  auch  möglich. 

311.  Tk.  bir: 

'Eins',  birlik  'Einheit';  hieraus  rum. 
berlic  'As  beim  Kartenspiel'.  Wohl  auch 
russ.  birka  'Kerbstock'  [wohl  kaum  aus 
bir  iki  'eins,  zwei'  Gorjajew  17 ;  XXXVHI 
mit  ?]. 

312.  Ar.  birka: 

'Teich';  hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  alberca, 
pg.  alverca  'dass.'.    [DE  71. 

313.  Pers.  birün: 

Auch  berün  'außen,  heraus'  [Horn 
NpEt  S.  58,  Nr.  252] ;  hieraus  ein  Adj. 
mit  ar.  Endung  blrünl  'draußen  woh- 
nend', mit  ar.  Art.  al-blrünl  'der  Vor- 
städter'. Diesen  Beinamen  erhielt,  weil 
in  einer  Vorstadt  von  Huärizm  [s.  hier 
Nr.  890]  geboren,  der  berühmte  Poly- 
histor und  fruchtbare  Schriftsteller  Aba 
Raihän  Muhammad  ihn  Ahmad  al-Bi- 
runi,  ein  Zeitgenosse  Avicennas  [973  bis 
1048,  vgl.  C.  Brockelmann,  Geschichte 
der  ar.  Literatur.  Leipzig  1901.  S.  166  u. 
167,  wo  allerdings  die  überragende  Be- 
deutung des  Mannes  m.  E.  nicht  genü- 
gend gewürdigt  ist;  Alexander  Baum- 
gartner, Geschichte  der  Weltliteratur. 
Freiburg  1901.  I,  384].  Nach  der  an- 
sprechenden Vermutung  DEVICS  ist 
hieraus  frz.  alihoron  zur  Bezeichnung 
eines  fast  wunderbaren  Gelehrten  und 
Propheten,  einer  ganz  hervorragenden 
Persönlichkeit  geworden;  schließlich  er- 
hielt frz.  aliboron  die  Bedeutung  'Esel'. 
[Devic  DEt  20/22.  Lammens  Rem  273/4. 

314.  Pers.  bisäg: 

Auch  häsäg  'ein  mit  Mosaik  und  Fliesen 
ausgestattetes  Bade-  und  Spielhaus'; 
hieraus  it.  bisca  'Spielhölle'.  [Giov. 
Romani,  Sinonimi  italiani  I,  251. 

315.  Ar.  bisära: 

'Gute  Nachricht';  hieraus  mit  ar.  Art. 
sp.  albricias  'Geschenk  für  eine  gute 
Nachricht',  Vb.  albriciar;  pg.  alvi^aras 
'Trinkgeld,  Botenlohn',  alvigareiro  'an- 
genehmer Bote;  einer,  der  Trinkgeld 
spenden  will'.  [DE  74.  Eguilaz  118. 
ML  970. 

316.  Ar.  bitäna: 

'Futter  eines  Kleides  oder  eines  Stiefels' 
[vgl.  hier  Nr.  273  b],  in  Ägypten  mit 
vulgärer  Vokalisation  butäna  [A.  Nallino, 
L'arabo  parlato  in  Egitto,  S.  288];  hier- 
aus siz.  butana  'Rockfutter'.  —  Ferner 
mit  leichtem  Bedeutungswandel  sp.  pg. 


27 


[Tk.  bilir-. 


hadana  'gegerbtes  Schaf  leder',  pg.  'altes 
mageres  Schaf,  it.  hasana,  baszana  'ge- 
gerbtes Hammelfeir,  kat.  heana,  prov. 
hezana,  frz.  hasane  'dass.',  Vb.  afrz. 
hasaner  'Leder  schwärzen',  nfrz.  hasane 
'gebräunt',  hasanier  'Schuhmacher'.  [DE 
231/232.  Eguilaz  329.  Devic  DEt  62. 
ML  987. 

317.  Tk.  bitir-: 

Bitinnek  'beschließen',  substantivischer 
Infinitiv  hitinne  [Kausativ  von  bitmek 
'beendigen',  Stamm  bot,  biU  'binden, 
schließen'  Vämbery  TktEtWb  S.  212, 
Nr.  229];  hieraus  rum.  heterme  'Einver- 
ständnis, Abmachung'. 

318.  Tamnl.  bitla-kodi: 

'Die  Pflanze  Piper  betel  L.  Betelpfetfer' 
mit  kleinen  roten  Blüten.  Ihre  Blätter 
werden  von  den  Europäern  Betel  ge- 
nannt; in  sie  werden  die  Arekanüsse 
[s.  hier  Nr.  17]  mit  Kalk  eingewickelt 
und  so  in  ganz  Südasien  als  Narkotikum, 
ähnlich  wie  bei  uns  der  Kautabak,  viel 
benutzt. 

319.  Ar.  bittiha: 
'Wassermelone',  Demin.  dazu  huttaiha; 
hieraus  z.  T.  mit,  z.  T.  ohne  ar.  Art. 
kat.  albudeca,  pg.  aibudega,  pateca,  sp. 
pg.  badea,  aprov.  albuesca,  npr.  aubieco, 
frz.  pastlqiie  'Wassermelone'  [dies  trotz 
Wartbg  FEWb  61  und  288;  das  dort 
angegebene  mal.  bateka  existiert  wohl 
kaum],  [DE  74  und  232.  Eguilaz  119. 
Hobson-Jobson  684/685.    ML  1136. 

.320.  Ar.  bizzäf : 
'Sehr',  vulgärer  Ausdruck  im  Magrib 
[Algier,  vgl.  Ad.  Wahrmund,  Praktisches 
Handbuch  der  neu-arabischen  Sprache. 
Gießen  1898.  S.  214,  Nr.  7*;  Marokko, 
vgl.  G.  Kampffmeyer,  Marokkanisch- 
arabische Gespräche.  Berlin  1912.  S.  17, 
Z.  3  V.  u.],  mit  Imäla  gesprochen: 
bizzef;  hieraus  it.  a  bizzeffe,  siz.  a  biz- 
zeffi  'reichlich',  frz.  (Argot)  bizef  'dass.'. 
[De  Gregorio  in  Romania  XXXI,  110  f. 
GrSVociSic  228.    ML  1143. 

.321.  Tk.  bodrum: 
[Aus  gr.  iTTTTobpoiuGi;]  'Keller';  hieraus 
rum.  podrom,  podrum  'Keller'  [wofür 
gewöhnlich  pivriifä  gesagt  wird].  [Löbel 
EITAP  77. 

322.  Tk.  bogaca: 

'Art  Kuchen,  Käsekuchen';  hieraus  rum. 
bogacia,  hogavtü  'Pastete'. 

323.  Tk.  bogaz: 

'Kanal'  [Stamm  bag,  heg,  bog  'Band, 
gebunden,  binden'  Vämbery  TktEtWb 
S.  192,  Nr.  204  I];  hieraus  rum.  bogaz, 
hoaz  'Meerenge,  Kanal'. 

324.  Tk.  bogasy: 
'Futterleinwand':  hieraus  rum.  bogasiu, 
Abltg.  hogasier,  hogasierie,  sp.  bocacin, 


frz.  houcassin,  engl,  huckskin  [mit  volks- 
etymologischer Umgestaltung],  dtsch. 
Buxkin  'Futterbarchent'.  [Sain  47. 
ML  1188. 

325.  Tk.  bogca: 

'Bündel,  Paket'  [Stamm  bag,  bog  s.  hier 
Nr.  323],  hogcagy  'Trödler';  hieraus  rum. 
hoccea  'Ballen;  viereckiges  Umschlag- 
tuch', boccealic  'Kopftuch',  hoccegiü, 
bocceangm  'Hausierer':  Dem.  boccelutä. 

326.  Tk.  bo^yrtlak: 

Auch  bagi/rtlak  'Kehlkopf;  hieraus  rum. 
beregatä  'dass.,  Kehle'. 

327.  Tk.  boj: 

[Stamm  baj,  boj  s.  hier  Nr.  260]  'Ge- 
stalt, Wuchs';  hieraus  rum.  boiü  'Aus- 
sehen, Wuchs,  Statur',  bulg.  serb.  boj, 
bojlija 'da.ss:.  [Mikl  SlEtWb  16  b.  Bern 
SlEtWb  68. 

328.  Tk.  boja: 

[Stamm  boj,  bot  'Farbe,  Blut'  Vämbery 
TktEtWb  S.  206,  Nr.  220]  'Farbe';  hier- 
aus rum.  boia  'Farbe,  Schminke',  boi- 
agiü,  hoiangiü  'Färber',  boiangerie  'Fär- 
berei', bulg.  serb.  boja  'Farbe,  Schminke'. 

329.  Tk.  boklnk: 

'Schmutz,  Mist,  Unrat'  [von  bok  'dass.' 
vom  Stamme  boj  s.  hier  Nr.  328] :  hier- 
aus rum.  bocluc,  bucluc  'Dünger,  Durch- 
einander', buclucgiü,  bucluca^  'schlechter 
Zahler,  Schwätzer'. 

330.  Tk.  bol: 

'Fülle';  durch  Gemination  wird  Ver- 
stärkung des  Begriffs  erzielt:  bolbol  'im 
Übermaß',  hieraus  rum.  bolbol  'über- 
mäßig'; Vb.  bolohäni  'sich  ballen'.  — 
Aus  dem  tk.  Abstraktum  boUuk  'Fülle' 
wurde  rum.  buluc  'Haufe,  Trupp,  Menge'. 

331.  Jap.  bonsö: 

[Aus  chiues.  fan-seng  'religiöse  Person, 
Priester',  jetzt  meist  ho- sang  genannt] 
'Mönch,  buddhistischer  Priester  mit  ge- 
schorenem Kopfe'.  Hieraus  engl,  honze, 
frz.  honze,  dtsch.  Bonze  als  Bezeichnung 
für  fanatische  Geistliche  jeder  Religion, 
dann  übertragen  'ein  hochtrabender, 
stolzer  Mensch',  schließlich  'Fanatiker 
seiner  Überzeugung',  z.  B.  Parteibonze. 
[Birth  ChinFW  200.  Hobson-Jobson 
105.    Kluge  63. 

332.  Pers.  böstän: 

[Aus  pers.  bö  'Geruch',  also  'Ort  des 
Duftes',  Horn  NpEt  S.  54,  Nr.  240] 
'Garten',  tk.  ebenso;  hieraus  rum.  hostan 
'Kürbis,  Melone',  bostanerie  'Gemüse- 
garten', hostangiü  'Gemüsegärtner':  bulg. 
serb.  bostan,  poln.  klruss.  basztan,  russ. 
hastan  'Gemüsegarten'.  [Gorjajew  14. 
Bern  SlEtWb  77. 

333.  Tk.  bozdogan: 

[Nicht  bei  Kelekian  Kämüs.  dagegen  bei 
A.  Hindoglu,  Dictionnaire  Turc-Fran^ais. 


Tk.  bozluk.] 


28 


Vienne  183S.  S.  130b:  B.  topns] 
'Keule'  [wohl  vom  Stamme  6os,  bot 
'leer,  wüst,  zerstört.'  Vamböry  TktEtWb 
S.  '101,  Nr.  ^2-2-1  und  tok,  tog  'empor- 
kommen, entstehen,  erzeugen'  ebenda 
S.  18-J,  Nr.  194;  also  wörtlich  'Zerstörung 
bewirkend'];  hieraus  rum.  buzdugan 
'Streitkolben,  Kommandostab',  bulg.  huz- 
dogan,  serb.  biizdohan  'Keule',  poln. 
klruss.  buzdt/ga>i,  klruss.  ozdygnn  'Sti  eit- 
kolben'.  [iMikl  SlEtWb  20a.  Bern 
SlElWb  105. 

.1.34.  Tk.  boziiik: 
'Eismasse'  von  tk.  boz   'Eis'  [Stamm 
bor,  mor,  boz  'weißlich,  grau'  Vämböry 
TktEtWb  S.  20C.,  i\'r.  221];  hieraus  russ. 
iazhik,  hazhjk  'dass.'.    [Gorjajew  9. 

335.  Uiiid.  brig:män: 

In  der  Sprache  üer  Sepoys  gebraucht, 
wurde  es  korrumpiert  (mit  volksetymo- 
logischer Anlehnung  an  engl,  bridge 
'Brücke')  angloiiid.  bridgeman  'Militär- 
gefangener'.    [Hobson-Jobson  114. 

336.  Mal.  brüwang-: 
'Malayischer  Bär'  [Fiju  34;  aus  dem 
Verbalprähx  ber-  und  rüang  'Höhle', 
also  eigentlich  'das  Tier,  das  in  einer 
Höhle  lebt'] ;  hieraus  engl,  bruang  'der 
mal.  Bär,  Ursus  (Helarctos)  malayanus', 
der  auch  honey-bear  oder  sun-bear  ge- 
nannt wird.    [JAOS  XVII,  118/119. 

337.  Tk.  bübrek: 

'Niere  (eines  Schlachttieres)';  hieraus 
bulg.  bubreg,  serb.  poln.  bubreh,  russ. 
bubrjäg  'dass.'.  [Gorjajew  31.  Bern 
SlEtWb  y(i. 

338.  Tk.  budala: 

'Durnm,  Dummkopf  [Stamm  but  'runder 
plumper  Körper  oder  Körperteil',  Väm- 
bery  TktEtWb  S.  209,  Nr.  225];  hieraus 
bulg.  budala  'dass.',  serb.  budala  'Tor, 
Narr';  rum.  bndulac  'einfach,  ungesucht', 
budulaf  'Tor,  Dummkopf,  budahalä, 
buduhalä,  'Totengespenst';  auch  venez. 
budeld  'Dummheit'.  [Bern  SlEtWb  96. 
L'Oriente  I,  196. 

339.  Tk.  biiga : 

'Stier'  [Stamm  bug,  bog  Lautnachahmung 
gewisser  Tiere,  also:  'blöken,  brüllen', 
Vämbery  TktEtWb  S.  208,  Nr.  223]; 
hieraus  rum.  buham  'Stier,  großer  He- 
bel'; russ.  bugai  'Stier,  Hebebaum', 
klruss.  poln.  bugaj,  buhaj,  bulg.  buga 
'Stier'.   [Gorjajew  31.   Bern  SlEtWb  97. 

340.  Ar.  Bugäja: 

N.  pr.,  eine  Stadt  in  Nordafrika,  roma- 
nisiert  Bugia,  jetzt  Bougie;  nach  dieser 
ehemals  bedeutenden  Handelsstadt  (die 
auch  Ausgangspunkt  der  Einführung 
unserer  arabischen  Zahlen  und  des  mit 
ihnen  möglichen  Bechensystems  durch 
LEONABDO  Pl^ANO  um  1200  wurde) 


sind  als  nach  ihrem  Ausfuhrplatze  die 
'Kerzen'  benannt:  it.  bugia,  prov.  hogia, 
sp.  bujia,  bujera,  pg.  bujia,  biigeira, 
lumes  de  Bugia,  frz.  bougie.  Pg.  bugh 
'eine  Affenart,  sehr  lebhafte  Meerkatze' 
[Gonstancio  Dicc  194  a],  offenbar  auch 
nach  dem  Ausfuhrhafen  bezeichnet. 
[DEFREMEBY  in  JAs  (1862)  l,  93.  DE 
243.    ML  1375. 

341.  Ar.  bnliaira: 

Demin.  von  ar.  bahr  'See',  also  'kleiner 
See';  hieraus  sp.  albohera,  ulbofera 
'See',  pg.  albufeira  'Teich,  Strandsee'. 
Als  Ortsname  auf  der  Iberischen  Halb- 
insel häufig,  vgl.  Seybold,  Zur  spanisch- 
arabischen Geographie.  Die  Provinz 
Cädiz.  (In  Haupts  Katalog  8)  S.  40. 
[DE  71. 

342.  Ar.  Bnhärä: 

N.  pr.,  Stadt  in  Russisch-Turkestan, 
daher  tk.  buliur  coha  'eine  Art  Wollen- 
zeug', hieraus  rum.  buhur  'Kaschmir'; 
ebenso  afrz.  bouqueraut,  frz.  bougran, 
sp.  bocarän,  it.  bucherame  'Steif  leinwand'. 
[ML  1366.    (Anders  ZfromPh  V,  556). 

343.  Ar.  bnhür: 

'Weihrauch',  ebenso  tk.  und  pers.,  hier 
mit  pers.  Suffix  -dän,  das  den  Behälter 
angibt,  buliürdün  'Weihrauchgefaß, 
Räucherfaß'.  Über  das  gleiche  tk.  Wort 
wurde  rum.  buhurdan,  hulmrdangiü 
'dass.'.  Ebenso  pg.  albafor  'Weihrauch, 
Parfüm',  frz.  alboucor  'Likör  aus  dem 
Weihrauchbaume'.    [Devic  DEt  7. 

344.  Tk.  bujan: 

'Süßholz,  Glycyrrhiza  glabra',  bujan  baly 
[zu  tk.  bal  s.  hier  Nr.  201]  'Süßholzsaft, 
Lakritze',  vulgär  gesprochen  mit  Dissi- 
milation der  anlautenden  Labiale  mijan 
baly,  mijambaly;  liieraus  rum.  tniambnl 
'Lakritzwasser'.    [Löbel  EITAP  63. 

345.  Tk.  bujrak: 

'Kluff  [nicht  osm.,  Stamm  bök,  boj 
'biegen,  wenden'  Vämbery  TktEtWb 
S.  210,  Nr.  227];  hieraus  russ.  bugrak, 
klruss.  bairak  'Erdkluft'.   [Gorjajew  32. 

346.  Tk.  bujur-: 

Bujurmak  'befehlen,  geruhen',  imper. 
bujur,  bujurua  'belieben  Sie!',  'Bitte!' 
Hieraus  bulg.  bujur  'Befehl',  serb.  btijur 
'bitte!,  nimm!',  poln.  bujurdun  'Todes- 
urteil'.   [Bern  SlEtWb  98. 

347.  Ar.  bük: 

'Horn'  [Aus  lat.  buccina,  eigentlich  bu- 
cina  aus  *bovicina  'Kuhhorn,  Hirtenhorn' 
mit  volksetymologischer  Anlehnung  an 
bucca;  Lammens  Färük  Nr.  1473];  hier- 
aus mit  ar.  Art.  sp.  albogue  'Art  Trom- 
pete', pg.  albogue,  alboque  'Hirtenhorn' 
[Gonstancio  Dicc  44  a];  frz.  bouquin, 
cornet  ä  bouquins  'Lärmhorn  des  Chari- 
vari  des  XV.  Jahrhunderts',  sie  haben 


[Türk.  bük-. 


sich  für  die  Folgezeit  nicht  nur  im 
Charivari  erhalten,  sondern  sind  das 
Lieblingsblasinstrument  des  Pariser  Kai- 
nevals  der  Straße  geworden  und  bis 
ins  letzte  Viertel  des  XIX.  Jahrhunderts 
geblieben  [Driesen,  Der  Ursprung  des 
Harlekins.    Berlin  1904,  S.  122/123]. 

348.  Tk.  bük-: 

Bükmek  "^rollen,  drehen',  hüjri  'gewun- 
den', hüjür  'Hügel'  [vom  Stamme  hök 
s.  hier  Nr.  345];  hieraus  russ.  bugar 
'Hügel,  Haufe',  klruss.  buhir  'Hügel; 
Sturmwind',  bulg.  hajh;  mit  slav.  En- 
dung? cech.  pahoi-ek,  poln.  pagörek 
'Hügel,  Hügelchen'.    [Bern  SlEtVVb  97. 

349.  Tk.  bula: 

[So  bei  A.  Hindoglu,  Diclionnaire  Turc- 
Franqais.  Vienne  1838.  S.  134  b;  aber 
bei  Kelekian  Kämüs  292  a:  bola,  altes 
Wort]  'Tante,  Frau  des  Oheims';  hieraus 
bulg.  bula  'Türkin'  und  mit  verschiedenen 
Übertragungen  'Mohn,  wilde  Schwalbe, 
Wiesel',  bulka  'Braut,  Schwiegertochter; 
Mohn',  serb.  hula  'Türkin',  bulka  'Feld- 
mohn'.   [Bern  SlEtWb  100. 

350.  Tk.  bnlan- : 

Bulaniiiak  'sich  verfinstein,  trübe  wer- 
den' [vom  Stamme  bug  'Dampf,  Aus- 
dünstung', vgl.  tk.  bulut  'Wolke',  Väm- 
bery  TktEtWb  S.  208,  Xr.  224];  hieraus 
russ.  bulanyj,  klruss.  bulanyj,  poln. 
bulany  'falb,  fahl  (von  Pferden)'.  [Gor- 
jajew  33.    Bern  SlEtWb  100. 

351.  Tk.  Bulgär: 

N.  pr.,  das  Königreich  Bolgär  an  der 
Wolga,  das  viele  Jahrhunderte  lang  be- 
stand und  erst  zu  Beginn  des  XV.  Jahr- 
hunderts der  Herrschaft  Kazan  weichen 
mußte  [Th.  H.  Pantenius,  Geschichte 
Rußlands.  2.  Aufl.  Leipzig  s.  a.  (1917) 
S.  11,  51  ff.].  Hier  wurden  Lederwaren 
helgestellt  und  ausgeführt,  die  in  ganz 
Asien  wie  im  Angioind.  bulgar,  bolgar 
^russisches  Leder'  heißen;  rum.  bulgäriü 
'Juchtenleder'.    [Hobson-Jobson  125. 

352.  Tk.  bulg  nr: 

Auch  burgiil  'gekochtes  und  geschältes 
Getreide';  hieraus  rum.  bulgur  'gerei- 
nigtes Getreide',  bulgär,  bulgäre  'Erd- 
scholle, Erdkloß'.    [Sain  47. 

353.  Tk.  bülük: 

Auch  höliXk  'Abteilung,  Kompanie'  [vom 
ätamme  bal,  böl  'zerhauen,  teilen,  Teil', 
also  böläk  'abgeteilt',  Vämbery  TktEtWb 
S.  197,  Nr.  207.  I.];  mit  bas  [s.  hier 
Nr.  260]  ergibt  sich  tk.  bölük-basy  'Kom- 
paniechef, vor  den  Tanzimät  Offizier 
des  tk.  Heeres,  der  für  die  öffentliche 
Sicherheit  verantwoi'tlich  war';  hieraus 
rum.  buluba^a,  früher 'Gardehauptmann', 
jetzt  'Zigeunerhauptmann'. 


354.  Tk.  bancuk: 

[Fehlt  in  Kelekian  Kämüs,  jedoch  bei 
A.  Hindoglu,  Dictionnaire  Turc-Franqais. 
Vienne  1838.  S.  135b:  bungiik  'falsche 
oder  Venezianer  Glasperlen',  also  wohl 
allgemeiner  'Schmuck'];  hieraus  russ. 
bulg.  buncuk,  poln.  bunczuk  'der  Tug,  d.  h. 
Stange  mit  Roßschweif'  [Genaueres  hier- 
über s.  ZDMG  XI,  547/549],  Adj.  bun- 
czuczmj  'prunkhaft'.  Karlowicz  423  gibt 
als  Grundwort  ein  pers.  mängük  'Gold- 
knauf auf  der  Standarte'  [vielleicht 
unsere  Nr.  1396  V]  an. 

355.  Ar.  bunduk: 

[Aus  gr.  irovTiKÖv  (Kcxpuov),  lat.  (nux) 
pontica]  'Haselnuß';  hieraus  sp.  bodoque 
'Kieselstein  oder  Bolzen  für  die  Arm- 
brust, Geschoß  für  die  Muskete'  [weil 
von  der  Größe  einer  Haselnuß],  pg. 
bodoque  'dass.'  [Constancio  Dicc  178  b]. 
Rum.  bondoc,  bunduc  'untersetzt,  dick 
und  fett'.  —  Die  Ableitungen  von  frz. 
ff  yifZoi«7Ze 'Leberwurst',  ka.t.tiiaiulonguilla, 
sp.  alböndiga  von  diesem  Grundwort 
scheinen  begrifflich  und  formell  sehr 
fraglich  zu  sein  [vgl.  BAIST  in  ZfrumPh 
V.  233.  G.  PARIS  in  Romania  XI,  163. 
DE  72.    Eguilaz  115.    ML  1205]. 

356.  Ar.  bürak: 

[Aus  pers.  büräh]  'Borax,  borsaures 
Natron';  hieraus  mit  gleicher  Bedeutung 
sp.  borraj,  pg.  borax  [auch  tincal],  frz. 
borax,  it.  borrace;  ndl.  engl,  borax, 
dtsch.  Borax;  russ.  bulg.  bura,  serb. 
poln.  boraks.  cech.  borax.  [DE  241. 
Devic  DEt  70. 

357.  Tk.  biiran: 

[Auch  osm.  buragan,  vom  Stamme  bök, 
kausativ  bör,  bür  'wenden,  drehen, 
schrauben',  daher  cag.  btira,  buragan 
'Wirbelwind',  Vämbery  TktEtWb  S.  210, 
Nr.  227]  'heftiger  Sturm,  Wirbelwind'; 
liieraus  russ.  buran  'heftiger  Sturm, 
Schneegestöber',  bulg.  bura,  Our  ja  'dass.'. 

358.  Ar.  büränija: 

[Nach  Bürän,  der  Gemahlin  des  Kalifen 
al-Ma'mün  813 — 833  n.  Chr.]  'eine  Art 
Speise';  hieraus  sp.  alboronia,  moronia 
'Speise  aus  Eieräpfeln,  Kürbis,  Tomaten 
und  Pfeffer'  [Dicc  Gast  107  a].   [DE  73. 

360.  Ar.  burd: 

'Gestreiftes  Obergewand,  dichter  W'oJl- 
stoff';  hieraus  sp.  burdo  'grob'  [z.  B. 
pano  burdo,  lana  burda],  burdallo 
'dass.'. 

361.  Tat.  bnrda: 

'Trübes  Getränk',  davon  russ.  burda 
'unreines  Getränk,  zusammengegosseue 
Flüssigkeiten'.    [Gorjajew  34. 

362.  Ar.  bürg:: 

'Turm,  Taubenhaus'  [aus  lat.  burgus 
ZDMG  LI,  312];   hieraus  siz.  burgiu 


Tk.  burgu.] 


30 


'Getreideschober,  Haufen  von  Garben 
oder  Stroh".  \Vej,'en  der  spärhchen 
Ernte  an  Heu  und  um  das  Verstreuen 
und  Verfaulen  des  Futters  zu  verhindern, 
werden  diese  Haufen  sehr  hoch  in 
Zyhnder-  oder  Kegeltorm  hergestellt. 
[GrSVociSic  ±2S. 

363.  Tk.  burgu: 

'Bohrer'  [vom  Stamme  bur  'schrauben, 
drehen'  s.  hier  Nr.  357];  hieraus  rum. 
burghiü  'dass.'.  Vom  subst.  Infinitiv 
hurma  'Drehung,  Schraube'  wurde  buig. 
hurma  'Schraube',  serb.  btirnin  'Ring, 
Schraube'.    [Bern  SlEtWb  102. 

364.  Ar.  burka: 

'Schlechter  Boden  aus  Sand,  Lehm  und 
Steinen;  unbebautes  Gelände';  hieraus 
pg.  barroca  'unebenes  Gelände,  sandiger 
Boden  mit  Lehm  und  Steinen',  barroco 
ein  Kunstausdruck  der  pg.  Perlenfischer 
und  -bändler  für  'eine  doppelkugelige, 
höckerige,  verwachsene  Perle'  [Con- 
stancio  Dicc  163  b],  dann  verallgemei- 
nert: 'schiefrund,  unregelmäßig',  sp. 
barroco  'unregelmäßig'  (in  der  Baukunst 
vom  Herkömmlichen  abweichend),  frz. 
baroque,  it.  barocco;  dtsch.  Barock,  ba- 
rock. [Ableitungen  aus  lat.  bisverruca 
'Doppelwarze',  bisrocca  'Doppelstein',  it. 
barrochio  <^  lat.  bisrotulus  'Doppelrolle' 
sind  unbegründete  Verlegenheitsetymo- 
logien.] 

365.  Ar.  burnns: 

[Aus  lat.  burrus,  birrus,  gr.  ßippoq  mit 
häufiger  Spaltung  des  Doppel-r  zu  rn, 
VÖLLERS  in  ZDMG  LI,  3 Iii;  Lammens 
Farük  Nr.  631]  'weiter  Mantel  mit  Ka- 
puze'; hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  albornoz 
'dass.,  grobes  Wollzeug',  pg.  albornoz, 
albernoz.  Frz.  bournous,  bumous,  it. 
bernusso,  brenuzio,  gen.  brenusu;  dtsch. 
Burnus;  russ.  poin.  burnus.  [DE  73. 
Eguilaz  lOL  Devic  DEt  72.  ML  1223. 
Gorjajew  34.    ZfromPh  XXX,  202. 

366.  Tk.  bürü: 

'Wolf  [nicht  osm.,  nach  KORSCH  in 
Thomsens  Festschrift  199  aus  iranisch 
*bairaka-  'fürchterlich'];  hieraus  russ. 
(dial.)  birjuk  'dass.',  birjucina  'Hart- 
riegel; Kreuzdorn'  und  andere  Ablei- 
tungen.   [Bern  SlEtWb  57. 

367.  Tk.  bnrungnk: 

'Leichter,  durchsichtiger  Seiden-  oder 
Leinenstoff,  Gaze'  [aus  tk.  biirun  'Nase' 
aus  dem  Stamme  bar,  var  'vorwärts 
gehen,  fortschreiten',  Vämbery  TktEtWb 
S.  200,  Nr.  210:  also  wohl  eigentlich 
'Nasenstoff,  d.  h.  Stoff  für  Schleier]; 
hieraus  rum.  burungiuc  'Gaze',  borangic 
'ungezwirnte  Rohseide'. 

368.  Ar.  büs: 

'Kuß'  [das  Wort  ist  allerdings  auch  im 


Germ.,  Kelt.  und  Pers.  vorhanden,  vgl. 
pers.  bösldän  'küssen'  Horn  NpEl  S.  54, 
Nr.  235;  trotzdem  wohl  das  ar.  Grund- 
wort zu  den  folgenden];  hieraus  sp. 
b\iz  'Verneigung'  [nämlich  die  Begrü- 
ßung, die  darin  besteht,  daß  man  die 
Hände  küßt  und  dann  auf  den  Kopf 
legtj,  de  buccs  'mit  dem  Gesicht  auf 
dem  Boden',  Vb.  hacer  el  bus  'den 
Handkuß  [beso  de  reverencia]  geben', 
Bulg.  biiza  'Wange'.  [DE  376.  ZfromPh 
XXXII,  424.  ML  1419.  Bern  SlEtWb 
104. 

369.  Ar.  büs : 

Einheitsnomen  büsa  [Nallino,  L'arabo 
parlato  in  Egitto  242]  'Nadel';  hieraus 
siz.  busa  'Stricknadel',  ursprünglich  eine 
Art  Röhre  zur  Herstellung  von  Strümpfen. 
[GrSVociSic  2_29. 

370.  Ar.  büs: 

'Kleiner  Krug'  [wahrscheinlich  berbe- 
rischen Ursprungs];  hieraus  mit  ar.  Art. 
sp.  albuce,  meistens  plr.  albuces  'die 
Krüge  an  der  Noria  [s.  hier  Nr.  1561], 
in  denen  das  Wasser  nach  oben  ge- 
tragen wird'  [also  dass.  wie  arcaduces, 
s.  hier  Nr.  98SJ.    [DE  74. 

371.  Ar.  bnsr: 

'Nachgemachte  Perlen,  Glasperlen',  Ein- 
heitsnomen busra,  tk.  ebenso  bäsre; 
hieraus  russ.  busy,  biser,  klruss.  buseV, 
biser,  bulg.  serb.  biser  'Glaskorallen, 
Glasperlen'.  [Gorjajew  17  und  35. 
Bern  SlEtWb  5S. 

372.  Tk.  bat: 

'Hüfte,  Schenkel'  [Stamm  but  s,  hier 
Nr.  338];  hieraus  rum.  but  'Keule', 
vielleicht  auch  buturä  'ausgehöhlter 
Baumstumpf,  buturugä  'Stumpf,  butu- 
ros  'ausgehöhlf.  Bulg.  but  'Hinterteil 
des  Schenkels,  Lendenstück',  serb.  but 
'SchenkeP.  [Löbel  EITAP  19.  Bern 
SlEtWb  104. 

373.  Pers.  batkädä: 
'Götzentempel'  [aus  pers.  but  'Götzen- 
bild' Horn  NpEt  S.  42,  Nr.  182  und 
kädä  'Haus'  ebenda  S.  188,  Nr.  844; 
käd,  kädä  ist  in  Zusammensetzungen 
der  Ort,  wo  sich  etwas  dauernd  befindet, 
untergebracht  oder  aufbewahrt  wird, 
vgl.  BARTHOLOMAE  in  ZfdWf  VI,  354] ; 
hieraus  ergab  sich  durch  Kontamination 
mit  präkrta  bhagodi  'göttlich,  heilig' 
[aus  sskr.  bhaga-vatl,  d.  h.  'Gott-begabt', 
also  'göttlich',  vgl.  Ascoli,  Studi  orien- 
tali  e  linguistici  S.  268/269,  Nr.  5,  wo 
auch  gesagt  ist,  daß  zuerst  die  Münzen 
mit  dem  Bilde  der  Pärvati,  Sivas  Gattin, 
so  hießen]  der  pg.  Ausdruck  pagoda, 
eugl.  pagoda,  pagode,  dtsch.  Pagode,  it. 
pagodo,  rum.  pagoda,  poln.  pagoda. 
Hierunter  versteht  man  jetzt  einen  Tem- 


31 


[Ar,  butum. 


pel,  besonders  in  China  solche  von  ganz 
bestimmtem  Äußeren,  für  das  der  nun 
zerstörte  Porzellanturm  von  Nanking 
als  typisch  angesehen  werden  kann; 
zahlreiche  vorzügliche  Abbildungen  von 
Pagoden  s.  bei  Ernst  Boerschmann, 
Baukunst  und  Landschaft  in  China. 
Berlin  s.  a.  (1923),  z.  ß.  S.  7—9,  45.  — 
[Zahlreiche  andere  Ableitungen,  wie 
Verdrehung  eines  ind.  Wortes  dagoha 
oder  aus  pg.  pagäo  aus  lat.  paganus 
oder  aus  chines.  pai-ku-td  'Turm  der 
weißen  Knochen',  sind  weniger  wahr- 
scheinlich.] [Hobson-Jobson  652/657. 
Hirth  ChinFW  200. 

374.  Ar.  bntnm: 

Terebinthe  Terebenthina  veneta',  dem. 
butaini;  hieraus  mit  ar.  Art.  der  Aus- 
druck der  alten  Pharmazie  sp.  alhotin, 
frz.  albotin  Terebinthe  und  ihr  Harz'. 
[Devic  DEt  6.    Lammens  Rem  6. 

375.  Ar.  bntür: 

Plr.  von  latr  'Ausschlag,  Pustel';  hier- 
aus it.  buttero  'Blatternarbe',  sard.  but- 
teriga  'Geschwür',  sp.  hotor  'Blattern'. 
[DE  245.   Eguilaz  349.    ML  1237. 

376.  Pers.  büzä: 

'Hirse  MiUum'  aus  der  Familie  der 
Gramineen,  tk.  hüza,  böza  'eine  Art 
Hirsenbier'  [über  die  Bestandteile  und 
Bereitung  s.  Silv.  de  Sacy,  Relation  de 
l'Egypte  par  Abd-Allatif  S.  572].  Hier- 
aus rum.  bozan  'eine  Art  Bier';  russ. 
serb.  cech.  poln.  buza,  bulg.  boza  'dass.'; 
frz.  hoiiza,  bosan  'tk.  Hirsentrank',  dtsch. 
Busa;  sp.  ps^.  buza.  [Bern  SlEtWb  104. 
DE  243/244.  Devic  DEt  70.  ZDMG 
XVni,  705,  Anm.  2. 

377.  Tk.  bycak: 

'Messer'  [vom  Stamme  bic  'schneiden' 
Vämbery  TktEtV^b  S.  203,  Nr.  217  mit 
rückwärtiger  Vokalharmonie];  hieraus 
serb.  (alt)  blcak,  poln.  biczak  'dass.'  — 
Von  demselben  Stamme  tk.  büke  'Säge, 
Messer';  hieraus  bulg.  serb.  bickija 
'Schustermesser,  Ahle'.  [Bern  SlEtWb  56. 

378.  Tk.  cabak: 

[Kazäntat.;  osm.  capak  aus  pers.  cäpag] 
'flacher  Fisch,  Plötze  Leuciscus  rulilus 
L.';  hieraus  russ.  cebak  'Barbe,  Brachsen 
Abramis  brama  L.'    [Gorjajew  409. 

379.  Pers.  cäbät: 

[Auch  tk.  cabata]  'Bastschuhe  zum  Über- 
ziehen'; hieraus  russ.  iebot  'hoher  Schuh, 
Stiefel';  cebotar'  'Schuhmacher',  klruss. 
cobot,  poln.  czobot  'Stiefel";  rum.  ciobota, 
it.  ciabatta,  frz.  savate,  sp.  zapata  'Schuh'. 
[Gorjajew  415.  Bern  SlEtWb  159. 
ZfromPh  XXXVIII,  195.    ML  2448. 

380.  Pers.  cädir: 

'Schirm,  Zelt',  ebenso  tk.  cadyr,  catyr 
'Zelt';  hieraus  rum.  cead\r  'dass.';  aus 


tk.  öadyr  jesili  'zeltgrün',  d.  h.  grüne 
Farbe  an  den  Zeltwänden,  wurde  rum. 
ceadiriü  'blaugrün,  apfelgrün'.  Russ. 
sater,  bulg.  sadzr,  salra,  serb.  cador, 
sator,  klr.  sater,  cech  satr  'Zelt';  poln. 
szatra  'Zigeunerzelt';  klruss.  cadra 
'Schleier  der  morgenländischen  Frauen'. 
[Gorjajew  419.    Bern  SlEtWb  133. 

381.  Pers.  cähär-päi: 
'Vierfüßig'  [aus  pers.  cähär  'vier'  Horn 
NpEt  S.  101,  Nr.  452  und  /J«,  päi  'Fuß' 
ebenda  S.  63,  Nr.  281],  hieraus  bind. 
chärpäi  und  angloind.  charpoy  'die  ge- 
wöhnliche ind.  Bettstelle',  oft  aus  loheni 
Holze,  vielfach  aber  auch  geschmackvoll 
gedrechselt  und  bemalt.  Schon  IBN 
BATTÖTA  [ungefähr  1350]  hat  das  ind. 
Bett  genau  beschrieben  [IB  205].  [Hob- 
son-Jobson 185. 

382.  Tat.  cahyr: 

'Wein';  hieraus  russ.  cihir  'junger  Wein, 
Most',  serb.  sira  'dass.'.   [Gorjajew  415. 

383.  Tk.  cajyr: 

'Wiese,  Weide';  hieraus  russ.  cedir 
'Pferdeweide'. 

384.  Tk.  cak-: 

'Schlagen,  hauen'  [z.  B.  osm.  caky  'Mes- 
ser', cag.  cakan  'Streitaxt'  Vämbery 
TktEtWb  S.  73,  Nr.  77  II] ;  hieraus  russ. 
cakan  'Rohrkolben',  öekan  'Stempel', 
serb.  zig  'dass.',  klruss.  cekan  'Präge- 
stock, .Streitkolben',  cech.  cakan,  poln. 
czakan  'Morgenstern',  bulg.  6ekan,  serb. 
cakanac  'Hammer'.  [Bern  SlElWb  134 
u.  135. 

385.  Tk.  caksyr: 

[Kelekian  Kämüs  461]  'kurze  tk.  Männer- 
hosen', vorne  und  um  das  Kniegelenk 
eng  und  anliegend,  rückwärts  aber  sehr 
weit  und  gefaltet.  Hieraus  rum.  ceac- 
^iri  'weite  tk.  Hose',  russ.  cikciry,  serb. 
caksire  *'lange  enge  Hose  der  Husaren 
oder  Ulanen'.    [Gorjajew  414. 

386.  Tk.  cakyr: 

[Vom  Stamme  jak,  cak  'scheinen,  glän- 
zen, blitzen'  Vämbery  TktEtWb  S.  113, 
Nr.  124  II]  'hellblau';  hieraus  rum. 
ceacär  'mit  verschiedenfarbigen  Augen' 
und  mit  merkwürdigem  Bedeutungs- 
wandel 'schielend'.  —  Tk.  cakyr  auch 
'Lerchenfalke,  Hypotriorchis  aesalon',. 
hieraus  rum.  cioc'irlan,  cioc'irlie  'Lerche'. 
Schon  tk.  ist  cakyr  kejf  'betrunken',, 
daher  rum.  a  prinde  ciocirlanul  de 
coadä  'sich  berauschen'  [wo  also  ein 
ähnlicher  Gedankengang  zugrunde  liegt 
wie  in  dtsch.  'eine  Lerche  schießen'). 

387.  Tk.  cal: 

[Nicht  osm.,  sondern  tat.,  aderbeigänisch, 
kumükiseh]  'grau,  bunt';  hieraus  russ. 
calyj  'grau'  [vom  Pferde:  ialaja  losad']^ 


Tk.  (5ul-.] 


32 


calko,  serb.  cilas  'Grauschirnmer,  klruss. 
ialijj  'scheckig,  falb'.    [Gorjajew  407. 
Bern  SlEtWb  135. 
,  388.  Tk.  cal-: 

Calmak  'uuistolien,  umdrehen'  [Stamm 
saj,  caj.  cal  Vämbery  TktEtWb  S.  138, 
Nr.  149];  hieiaus  russ.  cal  'Tau,  Strick 
(zum  Anbinden  am  Ufer)',  Vb.  calW, 
caliwat'  'fe.stbinden,  am  Ufer  anmachen'. 
—  Aus  dem  tk.  subst.  Infinitiv  calma 
{der  tk.  eine  andere  Bedeutung  hat: 
'das  Stofsen',  oder  'grob']  wurde  rum. 
cealma  'Turban,  Turhantuch',  russ.  buig. 
serb.  calma,  klruss.  calma  'Turban'. 
[Gorjajew  407.    Bern  SlEtWb  135. 

389.  Tk.  cam: 

^Fichte':  hieraus  rum.  ceatn  'dass.'. 

390.  Mal.  campäka: 

'Ein  Baum  mit  gelben,  wohlriechenden 
Blüten,  Michelia  champaca  L.'  [Pijn 
100  a];  hieraus  frz.  champac,  sampac. 
[Devic  DEt  91. 

391.  Tk.  canak: 

'Kessel,  Schüssel'  [vgl.  Canak  kaVasy 
'Schüsselburg',  d.  h.  die  Dardanellen]; 
hieraus  rum.  ceanac,  cenac  'große  Schüs- 
sel. Teller'. 

39-2.  Fers,  cäng: 
'Harfe,  Laute',  ar.  nang  'pers.  Harfe, 
Leier'  [KM  II.  1161,  3];  hieraus  mit  ar. 
Art.  Asangue  'Sternbild  der  Leier,  Lyra'. 
[Devic  DEt  41. 

392  a.  Pers.  cäng'äl: 
'Haken',  tk.  ebenso  cengel;  hieraus  rum. 
cinghiel  'Wandhaken'. 

393.  Np.  cäiitä: 

'Sack',  besonders  aus  Leder  oder  Lein- 
Avand;  er  hängt  am  Sattel,  und  in  ihn 
wird  die  Wasserpfeife  hineingesteckt, 
vkI.  ZDMG  XXXVIII,  HO;  ebenso  tk. 
■canta  'Reisesack,  Tornister';  hieraus 
rum.  geantä  'Reisetasche,  Patronen- 
tasche', qentulija. 

394.  Tk.  capgyn: 

Vulg.  öapkyn  'ein  Mensch,  der  schnell 
geht'  oder  'ein  schnell  trabendes  Pferd' 
[vom  Stamme  sap,  sap,  cap  'hauen, 
schneiden ,  eilen' ;  vgl.  osm.  cahuk 
'schnell'  Vämbery  TktEtWb  S.  143, 
Nr.  153  II],  schließlich  'Schelm,  Schlau- 
kopf, unverschämt';  hieraus  rum.  ceap- 
cin  'Traber;  Schlaukopf;  schlau,  listig'. 
Vom  gleichen  Stamme  [vgl.  tat.  capul 
'Einfall']  ist  auch  poln.  czambul  'Einfall; 
Galopp',  in  der  Redensart  u>  czambul 
■'in  Massen,  im  ganzen'. 

395.  Tk.  caprak: 

'Sattel-  oder  Pferdedecke'  [vom  Stamme 
jap,  cap  'verhüllen,  bedecken'  Vämbery 
TktEtWb  S.  119,  Nr.  130];  hieraus  russ. 
€ech.  caprak,  serb.  sahraka,  poln.  cza- 
p)rak;  frz.  chabraqiie,  schahraque,  engl. 


shahraclc,  ndl.  scliuhrak,  dtsch.  Scha- 
bracke 'Satteldecke',  wohl  über  ung. 
csdprdg.  [Gorjajew  407.  Bern  SlEtWb 
136.    ML  8961. 

396.  Pers.  cäpräst: 

['Was  von  links  nach  rechts  geht'  von 
pers.  cäp  'link'  Horn  NpEt  S.  97,  Nr.  435 
und  rast  'recht'  ebenda  S.  134,  Nr.  603], 
tk.  öapraz  'eine  Metallbinde,  welche  die 
UnterofiBziere  bei  den  Janitscharen  [s. 
hier  Nr.  954]  als  Abzeichen  trugen'; 
hieraus  rum.  ceapraz  'Borte,  Tresse', 
ceaprazar   'Posamentier',  ceaprazärie. 

397.  Tk.  cardak: 

[Aus  pers.  cähar  'vier'  s.  hier  Nr.  381, 
zu  car  verkürzt  wie  schon  in  pers.  Zu- 
sammensetzungen, und  ar.  fäk  'Bogen 
(im  architektonischen  Sinne)'],  'Terrasse, 
die  auf  vier  Pfosten  gestützt  ist',  oder 
'kleines  viereckiges  Zimmer',  das  gewöhn- 
lich auf  dem  flachen  Dache  des  Hauses 
erbaut  ist  und  in  dem  man  entweder 
Wäsche  trocknet  oder  die  reine,  frische 
Luft  genießt.  Häufig  werden  dardak 
auch  die  kleinen  Sommerwohnungen 
auf  den  Landgütern,  in  den  Gärten  oder 
den  Weinbergen  der  Reichen  genannt, 
die  meist  turmartig  gebaut  sind  und 
außer  dem  Erdgesciioß  noch  wenigstens 
ein  Stockwerk  haben.  Hieraus  rum. 
cerdac,  ceardac  'Balkon',  auf  Pfählen 
gebauter  'Altan'.  Russ.  cerdak  'Erker, 
Speicher',  certog  'Saal,  Prunkgemach, 
Halle',  klruss.  cerdak  'Erker',  serb.  car- 
dak 'Söller,  Obergemach',  bulg.  cerdak, 
cardak,  cerdak,  corrfoA- 'Vorhalle'.  [Gor- 
jajew 410.    Bern  SlEtWb  171. 

398.  Pers.  cärh  : 

'Bad'  [Horn  NpEt  S.  97,  Nr.  437],  ebenso 
tk.  cerh,  vulg.  cark;  davon  das  tk.  Adj. 
carklij  'mit  Rädern  versehen,  sich  dre- 
hend' ;  hieraus  rum.  cearcliu  'ausgezackt, 
mit  Schießschürten  versehen';  [cerc 
'Kreis,  Reif  natürlich  vom  lat.  circm]. 

399.  Pers.  cär-jäk: 

[Aus  cär  'vier'  s.  hier  Nr.  397  und  jäk 
'eins'  Horn  NpEt  S.  252,  Nr.  1128]  'ein 
Viertel',  ebenso  tk.  öejrek  'dass.';  hier- 
aus rum.  cerchiü  'alte  Münze  im  Werte 
von  fünf  Piastern'  [nämlich  ein  Vierlel- 
Megidije]. 

400.  Pers.  cär-pärii: 

[Aus  cär  'vier'  s.  hier  Nr.  397  u.  pärä 
'Stück,  Teil'  Horn  NpEt  S.  62,  Nr.  271] 
'Musikinstrument,  das  aus  vier  Holz- 
stücken besteht,  welche  der  Spieler  gegen- 
einander schlägt',  ebenso  tk.  'Kasta- 
gnette',  vulg.  calpara  mit  Dissimilation 
und  volksetymologischer  Anlehnung  an 
tk.  calmak  [s.  hier  Nr.  388]  'spielen  (auf 
einem  Musikinstrumente),  tönen' ;  hier- 


33 


[Tk.  öaryk. 


aus  ram.  geampai-a  'Tanzklapper,  Kasta- 
gnette;  Triller',  geamhnra. 

401.  Tk.  caryk: 

'Art  leichten  Schuhwerks  der  Hirten 
und  Landleute'  [Kelekian  Kämas4ö0a]; 
hieraus  rum.  cioarec,  cioarecl  Sveiß- 
woUene  Bauernhose'. 

402.  Pers.  cäsmä: 

^Quelle,  Springbrunnen'  [desselben  Ur- 
sprungs wie  5äsm  'Auge'  Horn  NpEt 
S.  98,  Nr.  440],  vgl.  ar.  'ain  'Auge'  und 
^Quelle,  Brunnen',  ebenso  tk.  cesme; 
hieraus  rum.  cl§mea  'Brunnen,  künst- 
liche Quelle';  bulg.  cesma,  serb.  cesma, 
cesma  'dass.'.    [Bern  SlEtWb  151. 

103.  Tk.  cat-pat: 
Lautmalerische  Verbindung,  die  das 
Geräusch  des  Stoßens  oder  Brechens 
nachahmen  will,  daher  'geräuschvoll, 
selten,  hierund  da';  hieraus  rum.  ceat- 
pat  'gelegentlich'. 

404.  Tk.  caus: 

[Vom  Stamme  ag,  cag  >  cagir  >  öaiv, 
cau  'schreien,  laut  rufen',  also  eigent- 
lich cawiis,  caus  'der  Ausrufer,  d.  h. 
Verkünder  eines  fürstlichen  Befehles', 
Vämbeiy  TktEtWb  S.  130,  Nr.  UUIl)] 
^Feldwebel,  Gerichtsdiener';  hieraus  rum. 
cian^  'Türhüter,  Unteroffizier  der  Poli- 
zeiwache', Ableitung  ciau§el,  ciau§esc; 
bulg.  serb.  öaus  'Hofwächter',  klruss. 
caus  'Kammerjunker,  Höfling',  poln. 
czausz  'Kurier,  Steuereinnehmer'.  [Bern 
SlEtWb  138. 

405.  Tk.  cekmeg-e: 

'Schublade'  [vom  Vb.  cekmek  'ziehen']; 
hieraus  rum.  cecmegea  'dass.'. 

406.  Tk.  cekmeu: 

'Tuch,  gefütterter  Rock' ;  hieraus  russ. 
cekmen  'Kasaken-  oder  Bauernrock', 
klruss.  6ehmen,  cehman  'tatarisches  Ober- 
kleid', poln.  czekman  'dass.'.  —  Aus  der 
ost-  und  nordtk.  Entsprechung  [cagat. 
sükmän,  cuwas.  stihman]  wurde  rum. 
sucman,  suman  'Bauernkittel',  russ.  suk- 
man  'Tuchrock,  Kaftan',  klruss.  poln. 
sukmana  'Bauernkittel  aus  Tuch'.  [Gor- 
jajew  409.    Bern  SlEtWb  139. 

407.  Tk.  celebi: 

'Herr,  vornehmer  Herr'  [altlk.  ceUp  'Herr, 
Gott',  jakut.  calbnn  'Gott';  einsehender 
vgl.  VÖLLERS  in  ZDMG  LI,  307/308] ; 
hieraus  rum.  celebiü  'elegant,  vornehm; 
Stutzer'.  Zum  Begriffe  des  tk.  Grund- 
worts s.  hier  Nr.  781. 

408.  Tk.  celik: 

'Stahl';  hieraus  rum.  cilic  'dass.,  Stahl- 
perlen'; bulg.  serb.  celik  'Stahl'. 

409.  Tk.  cepkeii: 

(Vom  Stamme  jap,  cap  s.  hier  Nr.  395] 
'Kurzer  Mantel  mit  langer,  ausgeschnit- 
Lokotsch,  Etymolog.  Wörterbuch. 


tenen  Ärmeln";  hieraus  rum.  cepchen 
'Wams,  Jacke'. 

410.  Tk.  cerci: 

'Kurzwaren;  Kurzwarenhändler'  [Kele- 
kian Kämüs  469  a];  hieraus  rum.  cerce- 
lar  'Hausierer'. 

411.  Tk.  cerciwe: 

'Rahmen,  Einfassung,  Fensterkreuz' 
[wohl  aus  pers.  cärcöbä;  dieses  zusam- 
mengesetzt aus  cär  'vier'  s.  hier  Nr.  397 
und  cöb  'Holz'  Horn  NpEt  S.  99,  Nr.  448] ; 
hieraus  rum.  cercevea  'Fensterrahmen, 
Einfassung'. 

412.  Tk.  cerge: 

[Das  Wort  geht  letzten  Endes  auf  lat. 
serica  s.  hier  Nr.  1878  zurück]  'Kleines 
Zelt  auf  zwei  Pfählen';  hieraus  rum. 
cergä  'Bauernteppich ;  Wagendecke, 
Plane',  bulg.  cerga  'Zelt;  dickes  Gewebe', 
serb.  cerga  'Zelt,  Sessel',  klruss.  dierha 
'wollene  Decke'.  [Sain  49.  Mikl  SlEtWb 
33a.    Bern  SlEt  145. 

413.  Tk.  cerwis: 
'Geschmolzenes  Fett,  Talg'  [aus  pers. 
cärb  'fett',  cärbls  'Fett'  Horn  NpEt 
S.  97,  Nr.  436] ;  cerivis  jagy  'Rinder- 
schmalz'. Hieraus  rum.  cervi§,  cerevi§ 
'Talg,  Unschlitt,  Rinderschmalz'. 

414.  Tk.  cewre: 

'Umkreis,  Umfang;  feine  starke  Musse- 
line' [vom  Stamme  tek,  tew  >  ceiv  'Kreis, 
Runde'  Vämbery  TktEtWb  S.  172, 
Nr.  184];  hieraus  rMm..  gevrea  'eine  Art 
Brokat'. 

415.  Chiu.  cha: 

'Tee';  cha-ye  'Teeblätter'  [so  ist  die 
Aussprache  im  Kuan-hoa,  s.  hier  Nr.  1400, 
und  im  Kantondialekt];  hieraus  pg.  chä, 
sp.  (selten)  cha,  russ.  cai,  bulg.  caj,  serb. 
iaj,  sej,  öech.  caj,  poln.  czajnik  ('Tee- 
kanne'), czaj.  —  Im  Dialekt  von  Amoy, 
von  wo  aus  vermutlich  die  ersten  Tee- 
ladungen ausgegangen  sind,  wird  etwa 
te  gesprochen,  daher  frz.  the,  sp.  te,  it. 
U  [seltener  ciä],  ndl.  thee,  dtsch.  Tee, 
engl,  tea  [früher  wie  im  Deutschen  aus- 
gesprochen, vgl.  die  beweisenden  Reime 
in  dem  1712  geschriebenen  Rape  of  the 
Lock  von  Alexander  Pope,  Canto  I,  61 
u.  62;  III,  7/8;  etwa  in  der  Ausgabe 
Pandora  Nr.  11  (Inselverlag  Leipzig), 
S.  10  u.  2.3].  Übrigens  hat  das  Neu- 
griechische beide  Aussprachen  über- 
nommen :  TOai  und  Teiov.  [Nichts  mit 
engl,  tea  zu  tun  hat  erigl.  tee-totaller 
'Abstinenzler';  dies  ist  vielmehr  die 
Aussprache  der  Abkürzung  T.  total, 
d.  h.  temperance  total.]  [Gorjajew  407. 
Bern  SlEtWb  134.   Hirth  ChinFW  201. 

416.  Kind,  chhakra: 
'Zweiräderiger  Karren';  hieraus  anglo- 
ind.  hackerij,  die  Bezeichnung  für  die 

a 


lliiid.  chhampnä.] 


34 


gewöhnlichen  Ochsenkarren  der  Ein- 
geborenen zum  langsamen  Transport 
von  (iülern  und  Waren.  [Hobson-Jobson 
407/408. 

417.  Uiud.  chbämpuä: 

'Kneten  und  pressen  (nämlich  die  Mus- 
keln)'; der  Imperativ  chhämpö  ist  zu 
angloind.  Shampoo  verderbt.  Dieses 
Wort  bedeutet  ursprünglich  die  Behand- 
lung, wie  sie  bei  den  sogen,  türkischen 
Bädern  üblich  ist,  heutzutage  ist  es  so- 
viel wie  'Kopfwaschen';  ebenso  dtsch. 
schamponieren  'kopfwaschen',  neuer- 
dings volksetymologisch  umgestaltet  zu 
Schaumpun,  schaumpunieren.  [Hobson- 
Jobson  821. 

418.  Hind.  chhäp: 

'Siegel,  Stempel'  [vom  Vb.  chhäpnä,  das 
heute  'drucken'  heißt] ;  hieraus  anglo- 
ind. chop  'dass.',  nur  noch  gebräuchlich 
in  dem  Ausdrucke  first  chop,  d.  h.  'von 
erster  Qualität,  erstklassig'  [z.  B.  silh 
oder  tea  of  the  first-chop].  Zu  amerikan. 
chop  suey  s.  Herrigs  Archiv  CXLI,  187. 
[Hobson-Jobson  207/209. 

419.  Südind.  chi: 

Interjektion:  'pfui!'  Hieraus  angloind. 
cheechee,  ein  verächtlicher  Ausdruck  zur 
Bezeichnung  des  Halbbluts  oder  der 
Eurasier  [d.  h.  Nachkommen  eines  euro- 
päischen Vaters  und  einer  eingeborenen 
Mutter,  die  aber  für  die  englische  Ver- 
waltung Vorderindiens  unentbehrlich 
sind],  also  ganz  dem  Ausdruck  Lip-Lap 
der  Holländer  auf  Java  entsprechend. 

420.  Jap.  chin: 

Eine  Hundeart,  der  jap.  'Mops';  gewöhn- 
lich schwcirz  und  weiß,  ist  er  so  groß 
wie  eine  Katze  und  hat  hervortretende, 
klotzige  Augen  und  platte  Nase.  Von 
den  Japanern  wird  das  Tier  nicht  als 
Hund  betrachtet,  da  sie  von  inu  ya  chin, 
d.  h.  'Hunden  und  Möpsen'  reden.  Dtsch. 
oft  Schinhündchen.  [Chamb  AllJap 
386/387. 

421.  Chin.  Chlnti: 

N.  pr.  [über  die  Etymologie  dieses  Wortes 
vgl.  Hobson-Jobson  196/197J.  In  der 
Bedeutung  'Porzellan'  wird  das  Wort 
in  vielen  asiatischen  Sprachen  und  im 
Englischen  benutzt:  engl,  china,  eigent- 
lich Abkürzung  für  china-dish  wie  turkey 
statt  turkey-carpet,  turquoise  statt  pne''>'e 
turquoise  [s.  hier  Nr.  2114].  [Hobson- 
Jobson  198/199. 

422.  Chin.  chin^-ching: 

Im  Dialekt  von  Peking  Höflichkeitsphrase 
als  Antwort  auf  'Danke!,  Auf  Wieder- 
sehen!' Aus  dem  Pigeon-Englisch  [aus 
fcatsmess-English  entstanden]  ging  der 
Ausdruck  in  den  Slang  des  Englischen 


über  und  heißt  soviel  wie  'Gruß,  Kom- 
pliment'.   [Hobson-Jobson  200/201. 

423.  Tk.  cift: 
[Wahrscheinlich  aus  pers.juft  'Genosse, 
Gatte;  Paar'  Horn  NpEt  S.  95,  Nr.  424] 
'Paar',  besonders  'ein  Joch  Ackerstiere', 
daher  tk.  cißlik  'Landgut'.  Hieraus 
serb.  cift  'Paar',  bulg.  cift  'Paar,  Joch 
Ochsen',  ciftlik  'Landgut',  öiftcija  'Guts- 
besitzer, Bauer'.  —  [Daß  russ.  juft' 
'Juchten'  usw.  hierhin  gehöre,  muß  be- 
zweifelt werden,  vgl.  vielmehr  hier 
Nr.  2128.]    [Bern  SlEtWb  156. 

424.  Tk.  cifut: 

Eine  Korruption  des  ar.  jahüd  'Jude' 
[s.  hier  Nr.  949],  dial.  gehud,  mit  der 
Bedeutung 'Ungläubiger';  das  Wort  wird 
tk.  als  Spottname  für  die  Juden  benutzt. 
Hieraus  rum.  ci^^fut  'Geizhals,  Wucherer, 
Jude',  bulg.  cifut,  öifutin,  serb.  civutin 
'Jude',  it.  (dial.)  cifüt  'lästiger,  unver- 
schämter Junge;  Judenjunge'  (Monfer- 
rate),  cifü  'dass.'  (Nizza),  cifota  'schlech- 
ter Wein'  (Piemonte).  —  Ableitung  aus 
Joliannes  und  futuere  'coire'  ML  3622 
scheint  nicht  angängig  trotz  prov.  jan- 
foutre,  piem.  gianfütre.  Lautlich  und 
semantisch  ist  die  gegebene  Etymologie 
viel  befriedigender.  [ZfromPh  XXXI, 
272  (dagegen:  ZfromPh  XXXI,  659). 

425.  Pers.  ciuär: 

'Platane,  Platanus  orientalis';  hieraus 
angloind.  cheenar  'dass.'  und  russ.  cinar 
'dass.,  morgenländischer  Ahorn'.  [Gor- 
jajew  414.    Hobson-Jobson  187. 

426.  Tk.  cirag: 

[Wohl  pers.  Ursprungs],  auch  cyrak 
'Diener,  Lehrling';  hieraus  rum.  cirac 
'Lehrling,  Eingeweihter',  ciraclic  'Lehre'. 

427.  Tk.  ciris: 

'Mehlpappe';  hieraus  rum.  ciri§  'Brei^ 
Mehlpappe  für  Buchbinder  u.  Schreiner'. 

428.  Tk.  cit: 

Auch  öyt  'buntes  Tuch,  gedruckter  Zitz' ; 
hieraus  rum.  cit  'feiner  Kattun,  gestreif- 
ter Stoff'.  —  Tk.  citary  'leichter  Stoff 
aus  Seide  und  Wolle';  hieraus  rum.  ci- 
tarea  'Kattun'. 

429.  Tk.  cmid: 

Auch  ciwit  gesprochen:  'Indigopflanze, 
Indigofera  tinctoria,  indigofarben' ;  hier- 
aus rum.  civit  'indigoblau'. 

430.  Pers.  cTz: 

'Etwas'  [Horn  NpEt  S.  101,  Nr.  457], 
hieraus  hind.  chlz  'etwas,  ein  Ding'  und 
schließlich  angloind.  cheeze,  ebenso  im 
engl.  Slang,  mit  der  Bedeutung  'etwas 
Gutes,  Echtes,  Ausgezeichnetes  oder  Vor- 
teilhaltes', z.  B.  'my  neiv  arab  is  the 
real  cheeze'.    [Hobson-Jobson  187. 

431.  Tk.  cizme: 

'Stiefel'  [vom  Vb.  ciztnek  'ziehen,  strei- 


35 


[Pers.  cöb. 


chen,  liniieren',  Stamm  sil,  sir,  siz  'rei- 
ben, streichen;  Linie,  Strich'  Vdmbery 
TktEtWb  S.  147,  Nr.  159 III];  hieraus 
rum.  cizmä  'dass.',  bulg.  ciz^m,  cizma, 
serb.  cizma  'Stiefel',  klruss.  cyzmy 
'Schuhe',  poln.  cizma,  czyznia  'Halb- 
stiefel'.   [Bern  SlEtWb  158. 

432.  Pers.  cöb: 

'Holz'  [Horn  NpEt  S.  99,  Nr.  448],  ebenso 
iV.  cob  'Stück  Holz,  Stock,  Sehmutz'; 
hieraus  rum.  ciob  'Scherbe,  Topf,  ciobesc. 

433.  Tk.  coban: 

'Hirt'  [aus  pers.  subän  'Schäfer'  Horn 
NpEt  S.  171,  Nr.  776  aus  päh  'Vieh' 
ebenda  S.  JJ87,  Nr.  153];  hieraus  bulg. 
serb.  öoban,  cobanin,  russ.  (dial.)  klruss. 
caban,  poln.  czuban  'Schäfer.  Hirt'. 
[Gorjajew  406.    Bern  SlEtWb  159. 

434.  Pors.  cögän: 

'Schlägel  (im  Ballspiel)'  [Horn  NpEt 
S.  100,  Nr.  449,  wahrscheinlich  aus 
präkrta  chaugäna  'vierfach',  dem  Namen 
für  den  Polospielplatz].  Das  Polo  ge- 
nannte Spiel  scheint  mediseh-persischen 
Ursprungs  zu  sein.  Während  es  jetzt 
nur  noch  in  einigen  Berglandschaften 
im  Norden  Indiens  erhalten  ist,  wurde 
es  früher  an  allen  mohammedanischen 
Höfen  Asiens  gespielt;  viele  Fürsten 
haben  es  mit  Leidenschaft  gespielt,  z.  B. 
Kaiser  Akbar  der  Große,  Saladin  u.  a. 
Vgl.  K.  Inostranzew,  Zur  Geschichte  des 
Polospieles.  In  Zapiski  Vostocnago  Ot- 
djelenija  Imp.  russk.  archeologiceskago 
Obsßestva.  St.  Petersburg.  Bd.  XIV, 
4.  Lieferung.  Nach  Byzanz  gelangt,  hieß 
das  Spiel  mgr.  TluKdviov,  Vb.  tIukovi- 
Ceiv,  'Spielplatz  dafür'  x^uKaviaTripiov, 
und  in  Frankreich,  wo  es  zu  Fuß  ge- 
spielt wurde,  chicane.  Das  frz.  Wort 
bedeutete  dann,  daß  man  in  einem 
Kampfe  jeden  möglichen  Vorteil  wahr- 
nehmen durfte,  und  kam  so  zu  seiner 
heutigen  Bedeutung  frz.  chicane  'Kniffe, 
Schabernack,  Rechtsverdrehung,  Spitz- 
findigkeit', eigentlich  unübersetzbar,  da 
es  eine  wesentlich  französische  Charak- 
tereigenschaft bedeutet.  Dtsch.  Schikane, 
engl,  chicane,  chicanery.  —  Als  Name 
für  ein  Spiel  kommt  das  Wort  noch 
vor:  pg.  choca  [Constancio  Dicc  255b, 
freilich  mit  falscher  Etymologie]  'ein 
Kinderspiel  mit  Kugeln',  frz.  (Languedoc) 
chicane  'LochbaU',  mhd.  schaggün.  — 
[Ältere  Ableitungen  von  frz.  chicoter 
'sich  herumzanken'  entweder  aus  lat. 
ciccum,  KiKKoq  'Apfelkorb,  nichtsnutziges 
Ding',  also  'Streit  um  eine  Nichtigkeil' 
oder  sp.  chico  'klein'  sind  unbegründet]. 
[DE  254.  Devic  DEt  93/94.  Hobson- 
Jobson  190/193. 


435.  Tk.  coha: 

'Tuch';  hieraus  bulg.  coha  'Tuch',  serb. 
öoha  'dass.,  Tuchkleid',  russ.  (alt)  cuga 
'enger  langer  Rock',  klruss.  cuha,  öiihana 
'Mantel,  Oberkleid  aus  Wolle'.  —  Die 
Zusammensetzung  tk.  Jo^arf«r 'Geschäfts- 
träger, Agent'  ergibt  rum.  ciohodar 
'Diener'.    [Bern  SlEtWb  159. 

436.  Tk.  cojan: 

'Roheisen'  [Kölekian  Kämüs  482],  kas.- 
tat.  cujyn;  hieraus  bulg.  cugun,  russ. 
cugun,  klruss.  cugun,  cagun,  cawun, 
caun,  poln.  czugtin  'Gußeisen'.  [Gor- 
jajew  416.    Bern  SlEtWb  161. 

437.  Tk.  colak: 

'Verkrüppelt,  einarmig'  [vom  Stamme 
sol,  col  'link,  ungeschickt,  krüppelhaft' 
Vämbery  TktEtWb  S.  153,  Nr.  165]; 
hieraus  rum.  ciolac  'dass.'  und  mit 
eigenartigem  Bedeutungswandel  russ. 
ciilok,  bulg.  culka  'Strumpf.  [Gorja- 
jew  417. 

438.  Tk.  comak: 

'Keule,  Knüppel'  [Kelekian  Kämüs  481, 
vom  Stamme  jMm,  Jmwi,  öotn  'vereinigen, 
fest,  dicht,  Körper  von  runder  geschlos- 
senei-  Form'  Vämbery  TktEtWb  S.  137, 
Nr.  14711];  hieraus  rum.  ciomag  'dass.' 
und  Ableitungen  ciomaga^,  ciomägealä. 
Nach  seinem  Werkzeuge  in  der  Hand 
ist  benannt  russ.  cumak  'Fuhrmann 
(besonders  in  Südrußland),  Knecht'. 

439.  Tk.  corab: 

'Strumpf;  hieraus  rum.  ciorap  'dass.' 
und  Ableitungen  cioräpel,  cioräpior; 
bulg.  corap,  serb.  carapa  'Strumpf. 

440.  Tk.  corba: 

'Suppe';  hieraus  rum.  ciorba  'Suppe', 
ciorbalic  'Suppenschüssel',  ciorbulifä; 
bulg.  serb.  corba  'Suppe',  poln.  czorba 
'Suppe,  aufgeweichtes  Brof ,  russ.  (dial.) 
scorba  'Fischsuppe'.  —  Zu  Zeiten  der 
Janitscharen  [s.  hier  Nr.  954]  hießen  die 
Hauptleute  od.  Regimentskommandeure 
tk.  öorbagy,  eigentlich  'Koch',  hieraus 
rum.  ciorbagiü  'Herr'.  [Bern  SlEtWb 
159/160. 

441.  Tk.  cörek: 

'Kuchen';  hieraus  rum.  ciurcchi  'eine 
Art  Kuchen'. 

442.  Tk.  cotra: 

[Nach  Pu§cariu  Et.  Wb.  der  rum.  Spr.382 
aus  it.  ciotola  'Trinkgefäß'  <^  lat.*  cytola] 
'Tragbares  Holzgefäß  für  Wein  oder 
dergl.'  [K6lekian  Kämüs  477  mit  Ab- 
bildung]; hieraus  rum.  citurä,  ciuturä 
'Eimer,  hölzerne  Feldflasche;  Mundstück 
eines  Pfeifenrohres';  bulg.  cotra,  ötitura 
'Flasche,  Holzflasche',  serb.  cutura  'dass.'. 
[Bern  SlEtWb  164. 

443.  Tk.  culdar: 

[Von  tk.  (hd  'Decke']  'Decke,  die  man 


3* 


Tk.  öuUama.] 


36 


auf  den  Pferdesattel  legt ;  Pferdedecke' ; 
hieraus  ruiii.  cioltar  'Schabracke'. 

444.  Tk.  cullama: 

'Speise,  die  oben  mit  Teig  bedeckt  ist'; 
hieraus  mit  leicht  erklärlichem  Bedeu- 
tungswandel[Bedeutungsverengung]rum. 
ciulama  'ein  gekochtes  Huhn  mit  einer 
dicken,  breiigen  Tunke  gemischt'. 

445.  Tk.  cuina: 

'Pest'  [nicht  bei  Kelekian,  aber  bei 
Hindoglu,  Dictiounaire  Turc-Fran(^ais. 
Vienne  1838.  S.  rJ2a,  synonym  mit 
jumnigak  Test'  awsjumni  'rund,  Beule' ; 
vom  Stamme^Mm,  cum,  s.  hier  Nr.  438]; 
hieraus  rum.  ciiiina,  bulg.  serb.  klruss. 
cutna.  poln.  dzuma  'Pest',  russ.  cuma 
Test,  Seuche'.  [Die  Zurückführung  auf 
lat.  cijma,  gr.  KÜjua  'Sprofs'  scheint  doch 
sehr  zweifelhaft,  da  das  Wort  in  den 
romanischen  Sprachen  in  der  Bedeutung 
'Pest'  nicht  allgemein  vorkommt.]  [Bern 
SlEtWb  163. 

446.  Tk.  cürük : 

'Verfault'  [vom  Stamme  tir,  tiir,  til,  eil, 
cur:  cilrümek  'verfaulen'  Vämber}'  Tkt 
EtWb  S.  177,  Nr.  190  IV];  hieraus  rum. 
ciuruc  'Abfälle,  Gesindel'. 

447.  Tk.  cybuk: 

'Pfeife'  [vom  pers.  cüh  'Stock',  s.  hier 
Nr.  432];  hieraus  rum.  ciuhuc  'Pfeifen- 
rohr; Gesimskranz',  bulg.  serb.  cihuk, 
russ.  klruss.  öubuk,  poln.  ci/buch,  öech. 
cibuk  'Pfeifenrohr,  Pfeife,  Mundstück'. 
[Gorjajew  417.    Bern  SlElWb  l.ö6. 

448.  Tk  cykryk: 

'Rad';  hieraus  rum.  cicric  'Rädchen, 
Haspel'. 

449.  Tk.  cykyu : 

'Gruppe;  Paket  Gold-  oder  Silbergeld' 
[Kelekian  Kämüs  488  a];  hieraus  rum. 
ciochinä  'Sattelknopf.  —  Löbel  EITAP 
32  fragt  nachdem  Bedeutuugszusammen- 
hang  zwischen  rum.  ciochinä  und  tk. 
cykyn.  Dieses  letztere  war  das  Geld, 
das  die  Großen  der  Hohen  Pforte  ver- 
teilten, wenn  bei  einer  Feuersbrunst 
die  Feuerwehrleute  angespornt  werden 
sollten;  es  war  also  weggeworfenes  Geld, 
das  man  ebenso  gut  unnütz  an  den 
Haken  oder  wie  wir  im  Deutschen  zu 
sagen  pflegen  ,an  den  Nagel  hängen" 
konnte.  Im  Rumänischen  sagt  man 
nun  genau  so  a  pnne  la  ciochinä  im 
Sinne  von  'beiseite  werfen'.  Der  Zu- 
sammenhang mit  der  Bedeutung  'Schnal- 
le, Haken,  Sattelknopf  wird  so  ziemlich 
einleuchtend. 

450.  Tk.  cyrpy: 

'Gestrüpp,  abgeschnittene  Baumzweige, 
Meßschnur'  [Kelekian  Kämüs  468  b]; 
hieraus  rum.  ciripie  'Meßschnur,  geracle 
Linie'. 


451.  Ar.  dabarän: 

[Vom  Vb.  dabara  III.  'hinterherkommen, 
folgen'.]  Ad-dabarän,  d.  h.  der  den 
Plejadeii  'folgende',  ist  bei  den  Arabern 
die  Bezeichnung  für  die  Sterne  a,  d, 
Y,  b,  e  tauri  [also  nach  unseren  Be- 
griffen Aldebaran  und  Hyaden].  Hier- 
aus der  Sternname  Aldebaran  mit  nicht 
assimiliertem  ar.  Art.  sp.  pg.  aldebaran, 
sp.  addebaran,  pg.  aldebara,  frz.  alde- 
baran, ndl.  aldebaran  [mit  dem  Ton 
auf  der  vorletzten  Silbe!].  [Devic  DEt 
14/15.    Lammens  Rem  8/9. 

452.  Ar.  dabba: 

'Sperreisen  am  Tor,  Holzschloß'  [s.  Lane, 
Manners  and  customs  of  the  modern 
Egyptians  I,  25];  hieraus  mit  ar.  Art. 
sp.  aldaba,  pg.  aldrava  'Türklopfer, 
Türriegel' ;  augment.  sp.  aldabön  'großer 
Türklopfer',  demin.  aldabilla  'kleiner 
Türriegel'.  [DE  96.  Eguilaz  147.  ML 
2455  a. 

453.  Ar.  dabbäg: 

'Gerber',  ebenso  tk.  debbag;  hieraus 
rum.  täbäcar  'Loh-  oder  Rotgerber', 
täbäcärie  'Gerberei',  täbäci  'gerben'; 
bulg.  tabak  'Gerber'.  Mit  pers.  hänä 
'Haus'  [s.  hier  Nr.  809]  ergab  sich  bulg. 
tabakhana,   serb.   tabakana  'Gerberei'. 

454.  Ar.  dabt: 

'Regierung,  Verwaltung',  ebenso  tk.  zabt 
oder  mit  Hilfsvokal  zur  Vermeidung 
der  Doppelkonsonanz  zabyt,  hieran  das 
tk.  Suffix  -gi  zur  Bezeichnung  des  Be- 
rufes: tk.  zäbytgy,  woraus  rum.  zapciü 
'Unterpräfekl'  wurde.  [Löbel  EITAP  100. 

4.55.  Tk.  dady: 
'Kindermädchen,  Amme';  hieraus  rum. 
dadä,  dadacä  'dass.,  ältere  Schwester', 
h\x\%.dada  'Kinderfrau;  ältere  Schwester', 
s&vh.dada  'Mütterchen,  ältere  Schwester, 
bulg.  serb.  dadija,  serb.  dadilja  'Kinder- 
frau'.   [Bern  SlEtWb  176. 

456.  Ar.  dafiiia: 

[Vom  Vb.  dafana  'vergraben,  begraben'] 
'zurückgezogene  Frau' ;  hieraus  mit  leicht 
verständlichem  BedeuLungswandel  sp. 
adefina,  adafina,  dafina  'ein  bei  den 
Juden  Spaniens  früher  gebräuchlicher 
Ragout,  der  Freitags  auf  ein  Kohlen- 
becken gestellt  und  verdeckt  wurde,  um 
Samstags  gegessen  zu  werden',  in  er- 
weiterter Bedeutung  [oder  Rückkehr 
zur  ursprünglichen]  'verborgene,  geheime 
Sache'.    [DE  43/44. 

457.  Ar.  dafira: 

[Vom  Vb.  da'fara  'flechten']  'Haarflechte, 
Zopf;  alles  Geflochtene';  hieraus  mit 
ar.  Art.pg.  atafera  [Constam  io  Dicc  132  b] 
'Binsengeflechl  als  Henkel  für  die  Körbe, 
die  den  Lasttieren  zu  beiden  Seiten 
aufgebürdet  werden'.    [DE  2U8. 


37 


[Ar.  dagag. 


458.  Ar.  dagäg: 
Einheitsnomen  dagäga  'Henne,  Huhn'; 
hieraus  mit  ar.  Art.  und  Imäla  [5  >  e 
^  t]  frz.  adigige,  ad^gige  zur  Bezeich- 
nung des  Sternhildes  des  Schwans. 
[Devic  DEt  40. 

459.  Ar.  dahhäla: 

Vulg.,  eigenthch  'Vermittlerin'  [vomVh. 
dahal  'eintreten',  H  und  IV  'einführen, 
importieren'];  hieraus  mit  ar.  Art.  sp. 
adahala  'Trinkgeld,  Geschenk  üher  den 
vereinbarten  Preis  hinaus'.    [DE  40. 

460.  Ar.  dä'i: 

Part.  präs.  des  Vbs.  dcVa  'rufen,  zu- 
rufen'; ad-dä'l  war  der  Titel  des  Ge- 
sandten, der  die  Gläubigen  zum  heiUgen 
Kriege  [Gihäd]  aufzurufen  hatte;  ihn 
führten  auch  die  Beherrscher  Algeriens, 
aber  im  XVUI.  Jahrhundert  geriet  der 
eigentliche  Ursprung  des  Titels  so  sehr 
in  Vergessenheit,  daß  man  ihn  mit  dem 
tk.  dajy  'Oheim  mütterlicherseits'  ver- 
wechselte. Frz.  dey,  ndl.  deg,  dtsch. 
Dey.  [Dozy  Oost  33.  Devic  DEt  33. 
MWiD  71  (umgekehrt  dargestellt  wie 
hier!). 

461.  Ar.  dai'a: 

'Grundstück,  Weiler,  kleines  DorP;  hier- 
aus mit  ar.  Art.  ohne  Assimilation  kat. 
sp.  pg.  aldea,  pg.  aldeia  'Dorf,  Weiler'; 
frz.  akUe  'Flecken  oder  Dorf  in  den 
Besitzungen  in  Afrika  und  Indien'. 
[DE  97.  Eguilaz  Uis.  Devic  DEt  15. 
Lammens  Rem  9/10.    ML  2460. 

462.  Pers.  däjä: 

'Amme'  [Horn  NpEt  S.  119,  Nr.  539], 
auch  tk.  daje-^  hieraus  rum.  claicä,  doicä 
'dass.'. 

463.  Ar.  da'if : 

'Schwach',  tk.  za^i.f;  hieraus  rum.  zaif 
'unwohl,  schwach',  zuiflic  'Schwäche'. 
[Löbel  EITAP  100. 

464.  Ar.  dä'ira : 

'Kreis'  [vom  Vb.  dära  'rund  herum- 
gehen, umkreisen'],  tk.  da^ire;  hieraus 
rum.  daerea  'Trommel',  dairca  'Schellen- 
trommel'. 

465.  Ar.  dakal: 

'Schlechte  Dattelsorte'  [syr.  deklä,  aram. 
dikla  BrLexSyr  164  a],  hieraus  mit  volks- 
etymologischer Umgestaltun.üT  gr.  bcxK- 
TuXoc;;  hieraus  wohl  über  mlat.  dactylus 
die  romanischen  Formen  it.  dattero, 
sp.  dätü,  frz.  datte  [aber  rum.  curmalä, 
s.  hier  Nr.885 ;  pg.  tamara,  s.  hier  Nr.201 3], 
ferner  in  den  germanischen  Sprachen 
engl,  date  [aus  afrz.  date],  ndl.  schvved. 
dadel,  dän.  daddel,  dtsch.  Dattel  und 
im  Slavischen  poln.  dal-tyl  (u.  drzeivo 
daktylowe),  Cech.  daktyl,  datle  (u.  datlov- 
nik,  daktylovnik)  [aber  russ.  usw.  finik]. 


466.  Ar.  dakika: 

[Vom  Vb.  dakka  'kleinschlagen']  'Augen- 
blick, Minute',  auch  tk. ;  hieraus  rum. 
dicä  'Augenbhck',  adica  'nämlich,  eigent- 
lich'. 

467.  Tk.  dal: 

'Weide'  [vom  Stamme  tal  'hin-  und 
herbewegen'  Vambery  TktEtWb  S.  142, 
Nr.  152  11];  hieraus  russ.  tal'  'dass., 
Salix  arenaria'.    [Gorjajew  360. 

468.  Hebr,  (ial: 

'Schlapp,  schwach';  im  neueren  Sprach- 
gebrauch 'leer,  arm'  [Ave-L.  IV,  353]; 
dazu  das  Abstraktum  dallü^  'Armut', 
hieraus  judendtsch.  Dalles  'Armut;  Tage, 
an  denen  man  kein  Geld  hat',  vgl.  das 
Sprichwort:  Dalles  macht  paslus  'Armut 
führt  zu  unrechten  Handlungen'.  —  Im 
jidd.  mit  Übergang  vom  Abstrakten  zum 
Konkreten:  dallos  'Armer'.  [Hirnbaum 
HebrEl  54. 

469.  Tk.  dalak: 

'Milz';  hieraus  rum.  dalac  'Pestbeule, 
Pustel,  Milzbrand',  bulg.  dalak  'Milz, 
Milzkrankheit',  serb.  dalak  'Milzverhär- 
tung'.   [Sain  51.    Bern  SlEtWb  177. 

470.  Tk.  dalga: 

[Vom  Stamme  tal,  s.  liier  Nr.  467]  'Welle' ; 
hieraus  bulg.  dalga,  dzlga  'dass.'. 

471.  Ar.  daiil: 

'Führer,  Wegweiser'  [vom  Vb.  dalla 
'führen,  richtig  weisen'];  hieraus  mit 
ar.  Art.  sp.  adalid  [zum  Wechsel  zwischen 
l  und  d  vgl.  Elisabeth  ^  sp.  Isabel], 
val.  adalil,  pg.  udail  'Heerführer'.  [DE 
40/41.    Eguilaz  44.    ML  2461. 

472.  Tk.  dalkawiik: 
'Schmarotzei''  [eigenllich  'leere  Mütze' 
MSOS  11,  120,  Anm.  2,  aus  dem  Stamme 
tal  'nackt,  blofj'  Vambery  TktEtWb 
S.  164,  Nr.  178  und  kaivuk  'Mütze']; 
hieraus  rum.  dalcauc  'dass.,  Tellerlecker'. 

473.  Ar.  daHäl : 

'Makler'  [vom  Vh.  dalla,  s.  hier  Nr.  471, 
u.  a.  'versteigern'],  fem.  dalläla:  hieraus 
pg.  adelo  'Trödler',  adela  'Frau,  die  auf 
Jahrmärkten  und  auf  Straßen  alte  Kleider 
verkauft'.  —  Im  Tk.  ebenso  tellal  'Mak- 
ler"; hieraus  rum.  telal  'Trödler',  tele- 
leicä  'Trödlerin',  telalic  'Trödelgeschäft, 
Kramladen',  feläläü  'Landstreicher,  Va- 
gabund'; serb.  telal  'Lumpenhändler'. 
[DE  44.    Löbel  EITAP  93. 

474.  Pei's.  üamagäu: 

N.  pr.,  Name  einer  peis.  Stadt  [Jäküt  II, 
.539;  Abulfedae  Geogr.  432],  nach  der 
ein  Tongetäß  ar.  damagan  [die  Formen 
damangäna  und  damgäna  scheinen  erst 
neueren  Ursprungs  zu  sein  und  sind 
wohl  den  romanischen  Sprachen  wieder 
zurückentlehnt]  benannt  worden  sein 
soll;  hieraus  it.  damigiana,  frz.  dame- 


Mal.  däniar.] 


38 


jeanne  [mit  volkrielyinologischer  Umge- 
stalluug],  sp.  dainajuana,  kat.  damajana; 
engl,  demi-john  'Korbflasche'.  Der  ge- 
naue Gang  der  gegenseitigen  Entleh- 
nungen ist  noch  nicht  klargestellt,  da- 
her sind  zahlreiche  andere  Etymologien 
aufgestellt  worden,  die  aber  weit  weniger 
befriedigen  [aus  lat.  dimidiana,  aus 
lat.  domina  und  galbma  >  frz.  dame 
und  jaune  u.  a.  m.].  [Devic  DEt  101/102. 
Lammens  Rem  94/95.  RomForsch  III, 
497.    ZfromPh  II,  35i2. 

475.  Mal.  (lämar: 

'Baumharz,  Fackel'  [Pijn  107];  hieraus 
engl,  dammar  'Harz',  frz.  dammarine 
'Harz',  das  aus  dem  Dämarbaume  ge- 
wonnen und  für  Fackeln  gebraucht  wird. 
[MMM  16. 

476.  Ar.  Damaskus: 

Yerlateinte  Form  für  Dhnisk  as-Säm, 
das  neuestens  als  'Blut  aus  der  Wunde 
des  Unglücklichen'  mit  Beziehung  auf 
den  Adoniskult  gelesen  wird  [OLZ  XXIII 
(1923),  36].  Nach  dieser  Stadt  sind 
Stoffe,  Schwerter  und  Pflaumen  benannt : 

a)  Mlat.  damascemis  'ein  feines  in  D. 
hergestelltes  Gewebe',  hieraus  it.  da- 
masco,  damasto,  frz.  damas,  sp.  damasco, 
pg.  damascado,  damasquillo;  engl,  da- 
mask,  ndl.  damast,  dtsch.  Damast;  serb. 
damaSka,  bulg.  damast,  öech.  damasek, 
poln.  adamaszek.  Durch  Metathesis  ent- 
stand aus  dei-  Form  dimisk  zunäclist 
über  *dimaks,  *midaks  ngr.  indraSa, 
mlat.  mataxa  [zu  dieser  Umstellung 
vgl.  ZDMG  XXII,  117:  Die  'Aneze,  Su- 
hür  und  andere  Beduinen  nennen  die 
Stadt  Jerusalem  dikis  zur  Erleichterung 
der  Aussprache  des  eigentlichen  kids]. 
Hieraus  rum.  mätasä  'Seide';  it.  matassa 
'Strähne';  afrz.  madisse,  prov.  madaisa, 
kat.  madeixa,  sp.  madeja,  pg.  madeixa 
'Gebinde',  siz.  it.  (dial.)  matassaru  'Has- 
pel'; frz.  matasse  'Rohseide'  [synonym 
mit  grlge,  vgl.  dazu  Morin,  Dictionnaire 
6tymologique  des  mots  fran(;ais  derives 
du  grec.  2.  ed.  Paris  1809.  II,  67]. 
Eingehender  REDSLOB  in  ZDMG  XVI, 
733/742. 

b)  Das  Verfahren,  durch  Ätzen  die 
Metallfaser  der  Klinge  bloßzulegen,  soll 
zuerst  in  D.  ausgeübt  worden  sein,  da- 
her die  Veiba  frz.  damasser,  damas- 
quiner,  ndl.  damasceeren,  dtsch.  dam.as- 
zieren;  ferner  it.  damaschmo  'Damas- 
zenerklinge', bulg.  damaskina,  serb. 
damaskija,  cech.  damascenka,  poln.  da- 
mascena  'dass.',  poln.  demeszek,  serb. 
demeskinja  'damasziertes  Eisen'. 

c)  Mlat.  prunum  damascenum,  ngr. 
bandOKrivov,  zur  Bezeichnung  einer 
Pflaumensorte  ergab  it.  amoscino,  mos- 


cino,  frz.  damoisine,  demoisine,  sp.  ama- 
cena,  pg.  ameixa  [ameixial  ameixiera, 
umeixoal,  ameixoeira  'Pflaumenbaum']; 
engl,  damask  plum,  damascene,  ndl. 
damastpruin.  Über  *damaskin,  dniaskin, 
diraskhi  wurde  dtsch.  Zivef sehe,  Quetsche. 
Frz.  (dial.)  damas,  damars  'Art  Pflaume', 
aber  auch  'Art  Kirsche'.  Poln.  damas- 
cena,  damaszka  'Damaszenerpflaume'. 
[Nicht  von  diesem  Grundwort  ist  ndl. 
damast  hloem  'weiße  Levkoie'  abzuleiten; 
diese  Blume  heißt  vielmehr  frz.  giroflie 
des  dames,  woraus  ndl.  dames  bloem, 
schließlich  damas  bloem  und  heutzutage 
damastbloein  (oder  mastbloem)  wurde, 
vgl.  Dozy  Oost  33.]  [Devic  DEt  101. 
ML  2464  und  5403.  Kluge  508/509. 
Bern  SlEtWb  183. 

477.  Pers.  däindaiuä: 

Auch  bind,  'ein  Hügel,  Erdwall  oder 
erhöhte  Batterie',  als  n.  pr.  in  Bengalen 
Namen  einer  militärischen  Niederlassung, 
4V2  engl.  Meilen  nordwestlich  von  Cal- 
cutta,  die  70  Jahre  lang  (1783—1853) 
Hauptquartier  des  berühmten  Korps  der 
bengalischen  Artillerie  war.  Im  dortigen 
Arsenale  wurden  zuerst  mit  stumpfem 
Vorderende  versehene,  daher  stark  zer- 
reißende Geschosse  liergestellt,  die  man 
engl,  dum-dum,  dtsch.  Dimidumgeschosse 
nennt.    [Hobson-Jobson  330. 

478.  Tk.  damga: 

'Stempel,  Siegel'  [vom  Stamme  tarn, 
dam  'Tropfen,  tröpfeln'  Vämbery  Tkt 
EtWb  S.  167,  Nr.  180;  aus  'Tropfen', 
nämlich  'zur  Bekräftigung  oder  Unter- 
schrift eines  gegenseitigen  Vertrages  auf 
das  Schriftstück  fallen  gelassener  Tropfen' 
wurde  'Siegel';  der  Sinn  des  tk.  Wortes 
'Stammesabzeichen,  Brandzeichen  auf 
dem  Arme  eines  Verurteilten,  Kontroll- 
zeichen  auf  Gold,  Silber,  Wagen'  ent- 
spricht genau  dem  ar.  wasm,  d.  h. 
'Zeichen,  das  von  den  Beduinen  den 
Kamelen  eingebrannt  wird  und  durch 
welches  sich  die  einzelnen  Stämme  und 
Unterabteilungen  voneinander  untei- 
scheiden'l;  rum.  danga  'Brandzeichen, 
Stempel';  rliss.  tamga  'Stempel,  Waren- 
zoir,  tamoznja  'Zollamt',  bulg.  damga 
'Stempel,  Zeichen',  serb.  danga,  dagma 
'Zeichen'.  Wahrscheinlicli  gehört  hier- 
hin auch  russ.  den'gi  'Geld'  [vgl.  C.  M. 
Fraehn,  De  origine  vocahuli  Rossici 
den'gi.  Gasani  s.  a.  (1815)].  [Gorjajew 
88  und  360.  Mikl  SlEtWb  39  b.  Bern 
SlEtWb  178. 

479.  Tk.  damla: 

'Tropfen'  [Stamm  dam  'tröpfeln',  s.  hier 
Nr.  478],  auch  'SchlaganfaU' ;  hieraus 
rum.  dambla,  damla  'dass.',  damblagiü; 
bulg.  damla  'dass.'. 


39 


[Ar.  dammüs. 


480.  Ar.  (lauimüs : 

^Decke'  [Dozy  Suppl  I,  460];  hieraus 
fdz.  dammum  'dass.'.    [GrSVociSic  233. 

481.  Ar.  da'n: 

''Hammel'  in  kollektivem  Sinne;  hierzu 
ar.  rabh  ad-da'n  'Herr  der  Hammel'; 
hieraus  sp.  rahadän  'Oberschäfer'  [DE 
327],  pg.  rabadan,  rahadäo  'Aufseher 
einer  Vieh-  oder  Schweineherde'  [Con- 
stancio  Dicc  821  b]. 

482.  Ar.  (laiiab: 

^Schwanz';  hieiaus  a)  danab  al-asad 
^Schwanz  des  Löwen',  der  Stern  ß  Leo- 
nis, woraus  Denebola  entstanden  ist  [der 
Stern  hieß  schon  assy v.zibbat  an  'Schwanz 
des  Löwen'  ZDMG  XLV,  611]; 

b)  danab  ad-dagäga  [s.  hier  Nr.  458] 
'Schwanz  der  Henne',  der  Stern  a  Cygni; 
hieraus  unter  Weglassung  des  Bestim- 
mungsnomens Denab.   [Devic  DEt  102. 

483.  Pers.  dänbärä: 

'Zither';  hieraus  ar.  tanbür  'dass.'  und 
dann  die  europäischen  Formen  it.  tam- 
buro,  fr.  tambour  'Trommel,  Trommler, 
tambourin  'Schellentrommel',  tabouret 
'Kutsche,  lehnenloser  Sessel',  sp.  tambor, 
■atambor,  tambot-il.  tamborin,  taburete, 
pg.  tambof,  tamhoril,  tamborim,  tamborete, 
rum.  tobä  'Trommel',  tobo§ar  'Tromm- 
ler', taburel  'Fußbank,  Trittbrett',  russ. 
dombra  'Maultrommel,  Brummeisen', 
tabwet,  dtsch.  Taburett.  [Gorjajew  94 
u.  359. 

484.  Pers.  däug-: 

Auch  täng  'enge'  [Horn  NpEt  S.  89, 
Nr.  398],  tk.  tenk  'Pack,  Ballen,  Ware'; 
hieraus  rum.  teanc  'dass.',  tencurel,  bulg. 
denk,  serb.  denjak  'dass.'.  [Löbel  EITAP 
93.    Sain  59. 

485.  Ar.  darag-a: 

'Stufe';  hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  adaraja, 
adraja,  kat.  sp.  pg.  darga  'Verzahnung; 
Stein,  der  aus  der  Mauer  vorspringt'. 
—  Lammens  Rem  95  will  auch  frz. 
degri  hierauf  zurückführen,  wohl  zu 
Unrecht.    [DE  4L 

486.  Ar.  daränagr: 

Auch  daranag,  darünag  'eine  Pflanze 
aus  der  Familie  der  Seneeionen',  also 
eine  Komposite;  hieraus  der  botanische 
Name  lat.  dwonicum,  sp.  doronica,  pg. 
doronico,  frz.  doronic.  [Devic  DEt  104. 
Lammens  Rem  99. 

487.  Ar.  daraka: 

'Ledersc-hild' ;  hieraus  mit  ar.  Art.  sp. 
adarga,  pg.  adarga  'dass.',  frz.  adargue 
'ein  kleiner  Schild,  der  an  einer  kurzen 
Lanze  angebracht  ist'.  —  [Dagegen  ge- 
hören frz.  targe,  sp.  tarja  usw.  trotz 
Lammens  Rem  236/237  zu  germanisch 
targa].   [DE  41.   Eguilaz  48    ML  2471. 


488.  Ar.  darb: 

'Weg,  enger  Weg';  hieraus  mit  ar.  Art. 
sp.  adarve  'der  Mauerkranz,  auf  dem 
die  Zimmer  ruhen',  pg.  adarve  [Con- 
stancio  Dicc  21  b]  'Befestigungsmauer, 
enger  Weg  darauf  mit  Schießscharten'. 
—  [Ar.  dirwa,  das  u.  a.  'Schießscharte' 
bedeutet,  kommt  wohl  trotz  asp.  adarves 
'dass.'  nicht  in  Frage.]  [DE  41/43. 
Eguilaz  50.    ML  ■i47ü. 

489.  Ar.  darb: 

'Das  Prägen'  [subst.  Infinitiv  des  Vbs. 
daraba  'schlagen,  prägen'];  über  das 
tk.  tarab  wurde  hieraus  rum.  tarabä 
'Ladentisch',  Ableitung  täräboiü,  tärä- 
bufä.  —  Mit  pers.  hänä  [s.  hier  Nr.  809] 
ergibt  sich  pers.  ar.  darbhäna  'Präge- 
stätte, Münze  (als  Gebäude)';  hieraus 
rum.  tarapana  'dass.'.  [Löbel  EITAP  92. 

490.  Pers.  därbän: 

'Türhüter'  [von  pers.  dar  'Tür'  Horn 
NpEt  S.  120,  Nr.  545  und  -bän  'Herr, 
hütend'  ebenda  S.  41,  Nr.  176];  hieraus 
angloind.  durwaun  'ein  Hausdiener  in 
den  größeren  Häusern  Kalkuttas,  der 
als  Portier  des  Compound  [s.  hier  Nr.  1045] 
dient',  rum.  derebant,  doroban^,  trabant 
[SBKAW  Wien  L,  591],  it.  sp.  pg.  tra- 
bante,  frz.  drabant,  trabant;  ndl.  tra- 
bant, dtsch.  Trabant  'Leibwächter',  eben- 
so poln.  daraban,  drab,  klruss.  grabant, 
russ.  drabant  [Gorjajew  XXXIX].  —  Die 
Ableitung  aus  böhni.  drdb  'Fufsvolk', 
wie  sie  Kluge  456  und  Bern  SlEtWb  219 
geben,  ist  eine  unbegründete  Erschwe- 
rung; es  ist  zu  bedenken,  daß  schon 
Mikl  SIEtWb  49  richtig  derban  'Tor- 
wächter' als  Grundwort  angibt,  nicht 
wie  Berneker  ein  osm.-peis.  derbend 
'leicht  zu  verteidigender  Ort,  Wacht- 
posten". Was  die  Bedeutung  angeht, 
so  liegt  nicht  die  geringste  Schwierig- 
keit vor,  da  ja  Übergang  von  'Torwart' 
zu  'Kriegsknecht'  als  Erweiterung  des 
Begriifs  leicht  anzunehmen  ist.  Auch 
lautlich  ist  wegen  des  langen  ä  des 
Grundworts  der  Übergang  zu  Trabant 
mit  Anlehnung  an  eine  latinisierende 
Endung  -ant,  ebenso  it.  trabante  usw. 
möglich.  Hobson-Jobson  333.  ML  8822. 
[Dagegen  A.  KLÜYVER  in  ZfdWf  IV, 
1.53—160]. 

491.  Pers.  därbär: 

[Aus  pers.  dar  s.  hier  Nr.  490  und  -bär 
nur  in  Kompositis  zur  Bezeichnung 
eines  Ortes,  Horn  NpEt  S.  36,  Nr.  158]; 
hieraus  angloind.  engl,  durbar  'Hof  eines 
indischen  Fürsten'  oder  'Empfang  an 
einem  solchen  Hofe,  Staatsempfang  beim 
Vizekönig'.    [Hobson-Jobson  331. 

492.  Pers.  därbedär: 

[Aus  pers.  dar  'Tür',  s.  hier  Nr.  490,  u. 


I^ers.  därd.] 


40 


be  Präposition  'zu,  bei,  an',  Horn  NpEt 
S.  33,  Nr.  144]  'einer,  der  von  Tür  zu 
Tür  gellt;  Bettler,  Vagabund',  ebenso 
tk.;  hieraus  rum.  derbedeü,  derbeder 
'  Paugenichts,  Vagabund,  Bummler'. 

49:^.  Fers,  därd: 
'Schmerz'  [Horn  NpEt  S.  12:2,  Nr.  5.00], 
ebenso  \k.derd;  hieraus serb.rfe?-^ 'Sorge', 
bultr.  det-t   'Sorge,    Schmerz'.  [Bern 
SiEtWb  185. 

494.  Ar.  dariuaka: 

Auch  darmaka  'Blütenmehl,  VVeifsbrot 
daraus'  [KM  H,  624];  hieraus  mit  ar. 
Art.  sp.  adargama,  aldargamn  'Blüten- 
mehl; eine  Art  feinen  Brotes'.  [DE  41. 

495.  Ar.  där-sinä'a: 

[Aus  ar.  dar  'Haus',  sinä'a  'Betriebsam- 
keit, Handwerk,  Industrie']  'Fabrik',  be- 
sonders 'Waffenfabrik'  und  auch  schon 
ar.  'Schiffsbauhaus';  im  Türkischen  zu 
tershäne  korrumpiert,  als  wenn  es  von 
pers.  Jiänä  [s.  hier  Nr.  809]  käme.  Hier- 
aus it.  darsena,  siz.  tirzanä  'iniiei'es 
Hafenbecken',  arzanä,  arsenale,  terzana 
'Zeughaus';  frz.  darse,  darsine  'kleiner 
Binnenhafen',  arsenal;  sp.  atarazana, 
atarazanal  'Schuppen',  arsenal;  pg. 
taracena,  tercena  'Schuppen',  arsenal; 
rum.  arsenal,  darsena.  Dtsch.  Arsenal, 
ndl.  arsenaal,  engl,  arsenal,  russ.  a?*- 
senal.  [Dozy  Oost  16/18.  DE  205/206. 
Eguilaz  304.  Gorjaiew  6.  Kluge  23. 
Devic  DEt  35/36.    ML  2474. 

496.  Pßrs«  ilär^vGS  • 

'Bettler ;  arm'  [Horn  NpEt  S.  124,  Nr.  559], 
ebenso  tk.  derwis  'arm,  Bettelmönch'; 
hieraus  rum.  dervi§,  it.  dervis  [mit  Be- 
tonung der  Pänultima],  frz.  derviche,  sp. 
derviche,  pg.  dervis,  derviche;  dtsch. 
Derwisch,  ndl.  dervis,  engl,  dervish ;  russ. 
bulg.  serb.  derwis,  cech.  dervis,  poln. 
dervisz. 

497.  Ai".  dasisa: 

'Weizenbrei  oder  -brühe;  Gerste,  die  zu 
einem  gewissen  Grade  ausgemahlen  ist' ; 
hieraus  mit  ar.  Art.  und  Wechsel  zwi- 
schen d  und  l  [s.  hier  Nr.  471]  sp. 
alejija  'dicker  Brei  oder  eine  Art  Suppe 
aus  gerösteter  und  geschälter  Gerste 
bereitet  und  mit  Sesam  gewürzt'  [Dicc 
Gast  116a].    [DE  98/99. 

498.  Pers.  däst: 

'Hand'  [Horn  NpEt  S.  126,  Nr.  567], 
dästä,  tk.  deste  'Paket,  Bündel';  hieraus 
rum.  testea  'Buch  Papier'  [nach  Sain  60 
auch  'Dutzend'],  bulg.  teste,  russ.  dest' 
'Buch  Papier  =  24  Bogen'.  [Vgl.  dazu 
frz.  une  main  de  papier^  [Löbel  EITAP 
95.  Gorjajew  90.  Bern  SlEtWb  187. 
Jacob  EMA  35. 

499.  Pers.  dästgäh: 
'Arbeitsstätte,  Atelier'  [aus  däst,  s.  hier 


Nr.  498,  und  gäh  'Ort'  Hoin  NpEt 
S.  199,  Nr.  899],  tk.  ebens«  dest(jjah 
'Ladentisch';  hieraus  rum.  tcjghea  'Zahl- 
und  Ladentisch',  te^ghea  'dass.',  tejghetar 
'Kontorist' ;  serb.  tezga  'Ladentisch'. 
[Löbel  EITAP  9:J. 

500.  Pers.  dästmäl: 

'Handtuch'  [aus  däst,  s.  hier  Nr.  498, 
und  niäl,  Präsensstamm  zu  mälldün 
'reiben',  Horn  NpEt  S.  214,  Nr.  962], 
tk.  zur  Erleichterung  der  Aussprache 
destimal;  hieraus  vam.  testimal,  testemal 
'Kopf-  oder  Halstuch':  Die  verheirateten 
Frauen  über  30  Jahre  tragen  dieses 
Tuch;  es  ist  ein  langer  Gaze-  od.  Leinen- 
schleier, der  den  Kopf  bedeckt  und  hin- 
ten bis  üher  die  Hüften  herabfällt 
[Sain  69], 

501.  Ar.  daur: 

'Periode,  periodische  Wiederkehr  der 
Bewässerung' ;  hieraus  sp.  ador  'die  zur 
Bewässerung  bestimmte  Zeit  an  den 
Orten,  wo  das  dazu  benutzte  Wasser 
der  Gemeinde  gehört'.    [DE  47. 

502.  Ar.  dauwär: 

Vulg.,  eigentlich  'kreisrund'  [vom  Vb. 
dar  'im  Kreise  gehen'],  'Zeltlager  der 
Beduinen',  wobei  die  Zelte  kreisförmig 
um  die  in  der  Mitte  lagernden  Herden 
geordnet  sind ;  hieraus  sp.  aduar,  frz. 
douar,  disch.  Duar.  [DE  47.  Lammens 
Rem  '.);). 

503.  Hebr.  David: 

Lateinische  Form  des  hebr.  dawid;  N. 
pr.,  Name  eines  berühmten  Königs  von 
Israel  [das  Wort  bedeutet  eigenthch 
'Liebhng'i  BAUER  in  ZDMG  LXXI, 
411];  hieraus  afrz.  davit,  nfrz.  davie, 
davier  'Zahnzange'  [Romania  XXXIII, 
344],  frz.  david  Name  des  'Schippen- 
königs' im  Kartenspiel.  —  Zu  engl. 
taffg  verderbt,  die  Bezeichnung  für  den 
Waliser  [wie  Paddy  für  den  Iren,  Saw- 
neij  für  den  Schotten;  ersteres  aus 
Pafrick,  letzteres  aus  Alexander].  [ML 
2487. 

504.  Ar.  däwa: 

Oder  daii  [wohl  aus  dem  Indischen,  s. 
VÖLLERS  in  ZDMG  L,  651]  'ein  kleines 
Schiff',  wie  es  im  Persischen  Meerbusen, 
Roten  Meere  und  Indischen  Ozean  ge- 
bräuchhch  ist  [genauere  Beschreibung 
s.  De  Sacy  ChrAr  III,  345];  hieraus 
angloind.  dhou,  engl,  dhow,  dtsch.  Dan. 

505.  Ar.  da'wa: 

'Anklage,  Prozeß',  tk.  ebenso  da'wet; 
hieraus  jidd.  dawnen  'beten'  [nach 
J.  GOLDZIHER  in  Ben  Chananja  X 
(1867)  Nr.  12.  Aufserordentliche  Beilage; 
also  nicht  indogermanischen  Ursprungs, 
wie  wieder  Birnbaum  HebrEl  53  be- 
hauptet]. —  Von  demselben  Grundwort 


41 


[Türk.  deli. 


kommen  rum.  dever,  dava  'Geschäffs- 
angelegenheit ;  Umsatz,  Absatz',  serb. 
dawa,  dawija,  bulg.  dawija  'Pi'ozeß', 
bulg.  datvadzija  'Kläger'.  [Bern  SlEtWb 
180. 

506.  Tk.  deli: 

'Toi!,  verrückt,  wild,  tapfer'  [vom  Stamme 
jal,jil'^iü  'glänzen,  funkeln,  Strahl, 
wärmen,  toben,  toll  sein'  Vämbery  Tkt 
ElWb  S.  115,  Nr.  126II1];  hieraus  rum. 
deliü  'kühn,  mutig,  wohlgebaut',  bulg. 
deli  'verwegen,  toll,  kühn',  delija  'Held', 
serb.  deli  'kühn',  delija  'leicht  bewaff- 
neter türk.  Reiter  [s.  hier  Nr.  507]'.  [Bern 
SlEtWb  183. 

507.  Tk.  delibas: 

[Aus  deli,  s.  hier  Nr.  506,  und  bas,  s. 
hier  Nr.  260,  also  'Tollkopf,  Hitzkopf']; 
hieraus  russ.  delibas,  delibasi  'Abteilung 
von  50  Soldaten'  [Gorjajew  88].  —  Die 
Delibas  oder  üelibasy  waren  eine  ir- 
reguläre Reiterei.  Ihre  Kopfbedeckung 
bestand  aus  einer  fast  1  m  hohen  schwar- 
zen Filzröhre  ohne  Krempe,  die  unten 
mit  einem  Tuche  umwunden  war.  Be- 
waffnet waren  sie  mit  Lanze,  Schwert 
und  Gewehr  oder  Tromblon  [Blunder- 
büchse  mit  vorn  erweiterter  Öffnung]. 
'ABBÄS  PASA  führte  sie  wieder  in 
Ägypten  ein,  mußte  die  Truppe  aber 
infolge  der  Einsprache  der  Konsuln  auf- 
lösen, da  sie  sehr  undiszipliniert  war 
und  wegen  ihres  Fanatismus  die  Sicher- 
heit der  Europäer  gefährdete.  Vgl.  über 
sie  Mouriez,  Histoire  de  Mehemet  Ali. 
Paris  1855.  I,  192. 

508.  Tk.  demlr: 

'Eisen'  [vom  Stamme  tarn,  tem,  Um  'ver- 
sammelt, fest'  Vämbery  TktEtWb  S.  166, 
Nr.  17911];  hieraus  bulg.  serb.  demir 
'Eisen,  eisern'.  —  Die  ältere  noch  im 
Öagataischen  lebendige  Form  timur 
kommt  im  N.  pr.  Timur-Leng  >  TA- 
MERLAN  vor. 

509.  Pers.  dev: 

'Dämon,  Teufel'  [Horn  NpEt  S.  133, 
Nr.  598],  ebenso  tk.  diiv  'böser  Geist'; 
hieraus  bulg.  serb.  diw  'Riese',  poln. 
diiv  'Dämon'.  —  Aus  dem  zugehörigen 
Adj.  devänä  'verrückt'  [Horn  a.  a.  0.] 
wird  zunächst  tk.  diwane  und  dann  bulg. 
divane  'Verrückter',  serb.  diivanija  'hal- 
ber Narr'.    [Bern  SlEtWb  202. 

510.  Tk.  dewe: 

'Kamel'  [vielleicht  vom  Stamme  tok,  tot 
'dicht,  fest,  festmachen',  vgl.  cag.  tüje' 
mek  'aufladen',  also  tüje,  cuwas.  töve, 
osm.  dewe  'Kamel',  eigentlich  'Lasttier', 
Vämbery  TktEtWb  S.  180,  Nr.  1 93 1  Ende] ; 
hieraus  serb.  dewa  'dass.'. 


511.  Sskr.  dhäln-garbha: 

Pali  dhätiigabbhu  gibt  singhal.  dägaba 
'Reliquienschrein';  hieraus  angloind. 
dagoba,  d.  i.  jeder  kuppeiförmige  bud- 
dhistische Schrein  odur  Tempel.  [Hob- 
son-Jobson  291. 

512.  Sskr.  dhatlüra: 

'Datura  ;dba',  eine  Pflanze  aus  der  Fa- 
milie der  Solanaceen ;  hieraus  der  bota- 
nische Namen  Datura,  von  welcher  Art 
in  ganz  Europa  D.  stramonium  'Stech- 
apfel' vorkommt,  und  angloind.  duiry. 
[Hobson-Jobson  298/299. 

513.  Ar.  di'b: 

'Schakal';  hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  adice, 
adiva  'dass.',  pg.  adibe,  adiba  'Schakal, 
Gold  wolf,  figürlich  auch 'Zwischenträger, 
Ohrenbläser'  [Constancio  Dicc  23  a],  frz. 
adive  'Zwergwolf'.  [DE  45/46.  Eguilaz 
56.    ML  2626. 

514.  Hebr.  dibber: 

[Pi'el  von  da^är,  vgl.  hier  Nr.  145  b] 
'reden,  sprechen';  hieraus  jüd.-dtsch. 
^dibbern\  'reden',  besonders  'leise  reden'. 
[Kluge  90. 

515.  Ar.  diflä: 

'Lorbeerbaum,  Rhododendron'  [wie  das 
gleichbedeutende  dafna  aus  gr.  bdqpvri, 
eigentlich  pobobd9vri  ZDMG  LI,  297 ; 
die  Araber  haben  den  Oleander  von  den 
Griechen  Kleinasiens,  speziell  aus  der 
Pontusgegend  erhalten];  hieraus  mit  ar. 
Art.  und  Metathesis  sp.  pg.  adelfa  'Ole- 
ander'.  [DE  44.   Eguilaz  54.   ML  2635. 

516.  Ar.  dijäfa: 
'Gastfreundschaft';  hieraus  mit  und  ohne 
ar.  Art.  sp.  adiafa  'Geschenke  und  Er- 
frischungen, die  man  dem  im  Hafen 
ankommenden  Schiffe  gibt',  pg.  diafa 
'das,  was  man  den  Arbeitern  über  ihien 
Lohn  gibt,  wenn  die  Arbeit  beendet  ist'. 
—  Über  das  tk.  zijafet  'Gastfreundschaft, 
Gastmahr  wurde  rum.  ziafet  'Gast- 
mahl, Bankett',  bulg.  zijafet  'Gastmahl, 
Schmaus'.  [DE  44/45.  Löbel  EITAP  102. 

517.  Tk.  dik-: 

Dikmek  'nähen'  [vom  Stamme  tük,  tik 
'stecken,  aufstecken,  nähen'  Vämböry 
TktEtWb  S.  191,  Nr.  20a],  dazu  subst. 
Infinitiv  dikis  'das  Nähen';  hieraus  rum. 
dichis  'Zubehör,  weiblicher  Staat  oder 
Putz'. 

518.  Ar.  dik: 

'Enge',  dlka  'Langeweile,  Angst',  hier- 
aus siz.  dica  'Langeweile,  Unbehagen 
[aus  Hunger  oder  anderer  Ursache]'. 
[GrSVociSic  233 

519.  Pers.  dilbiir: 

'Schön,  angenehm,  reizend'  [aus  pers. 
dil  'Herz'  Horn  NpEt  S.  127,  Nr.  571  u. 
bär  Präsensstamm  des  Vbs.  hurdän 
'tragen',  ebenda  S.  45,  Nr.  196],  tk. 


Ar.  di'ma.] 


42 


ebenso  dlilber:  liieraus  bulg.  serh.dilber 
'schön'.    IBern  SIKtWb  200. 

5iJü.  Ar.  di'nia : 
'Säule,  Balken  (als  Unterlage  tür  das 
Dach]',  hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  ademe 
'Stütze,  Stützbalken'.  Der  ar.  plrl.  des 
Grundworts  ist  da'ä'im;  hieraus  mit  ar. 
Art.  sp.  andamio,  pg.  andaimo,  andaime 
'Baugerüst'.    [DE  44  u.  190. 

521.  Tk.  dimi: 
'Barchent,  dicker  Wollstoff'  [aus  gr. 
bi|uiiTOi;,  nämlich  bi  'zwei'  u.  laiToq  'Fa- 
den', wie  Samt  aus  gr.  ^SoIilUtoi;  'sechs- 
fadig'];  dimije  sind  auch  die  tk.  sehr 
weiten  Frauenbeinkleider,  die  bis  über 
dieKnöchel  reichen, wo  sie  enge  anliegen, 
u.  eigentlich  mehr  ein  in  der  Mitte  zu- 
sammengenähter Rock  sind.  Hieraus 
rum.  dimie  'dicker  Wollstoff',  bulg.  di- 
mija  'weißer  ungewalkter  Stoff,  breite 
Hose  daraus',  serb.  dimije  'lange,  weite 
Hose',  poln.  dyma  'tk.  Baumwollstoff', 
russ.  mit  slav.  Endung  dymka  'Krepp- 
flor'. [Dtsch.  Dimity  'geköperter  Bar- 
chent', engl,  dimity,  it.  dimito  unmittel- 
bar aus  dem  Gr.]  [Gorjajew  100.  Bern 
SlEtWb  200. 

5-22.  Tk.  direk: 
'Pfahl,  Säule'  [vom  Stamme  tir  'Stütze. 
Lehne'  Vämbery  TktEtWb  S.  178,  Nr. 
191];  hieraus  rum.  dric  'WagengesteU', 
direchie  'Säulengang',  bulg.  direk  'Säule, 
Pfosten',  serb.  direk  'Balken,  Pflock'. 
[Löbel  EITAP.    Bern  SlEtWb  202. 

523.  Ar.  dirham: 

'Eine  Silbermünze  von  wechselndem 
Werte'  [vgl.  dazu  MORITZ  in  AbhPr- 
AW  Berlin  1918,  Nr.  4,  S.  30,  Anm.  2, 
wo  das  Abwärtsgleiten  des  Dirhams  für 
die  ersten  tausend  Jahre  der  Hedschra 
bis  auf  den  50.  Teil  seines  ursprünglichen 
Wertes  nachgewiesen  wird],  vulgär  aus- 
gesprochen dirhem  [das  ar.  Wort  kommt 
selbst  aus  gr.  bpaxMn  ZDMG  LI,  297, 
das  auf  bpdTTU),  bpäTTOiuai  zurückgeführt 
wird  u.  soviel  wie  'eine  Handvoll',  sc. 
von  Spießen,  bedeutet];  hieraus  frz. 
dirhem,  sp.  adereme,  adarme,  pg.  adarme 
'Gewicht  od.  Münze',  pg.  auch  figürlich 
'geringfügige  Sache'  [Gonstancio  Dice 
21b];  über  das  tk.  drem  wurde  rum. 
dram  'ein  Quentchen,  V^oo  einer  Okka 
[s.  hier  Nr.  1.590]',  also  in  der  Walachei 
3,370  g,  in  der  Moldau  3,229  g.  [DE 
41.    Devic  DEt  103. 

524.  Ar.  dis: 

'Schilfrohr, Ginster',  Einheitsnomen Äsa ; 
hieraus  siz.  ddisa  'grasartige  Pflanze', 
aus  der  man  Seile  macht  oder  mit  der 
man  Reben  bindet  u.  dergl.,  sp.  aldiza 
'Ginster'  [aciano  menor].  [GrSVociSic233. 
DE  97.    Eguilaz  148.    ML  2650. 


525.  Ar.  disär: 

'Starker  Palm  hast,  Schnur  daraus';  hier- 
aus mit  ar.  Art.  und  häufigem  Wechsel 
von  r  zu  l  sp.  adazal  'eine  Angel  mit 
Sparto,  die  zum  Fange  des  Tunfisches 
benutzt  wird'.    [DE  44. 

526.  Pers.  diwän: 

[Letzten  Endes  von  ^evs.dibir  'Schreiber' 
Horn  NpEtS.  119,  Nr.  540]  'Amtszimmer, 
Rat,  Tribunal',  hieraus  wurde  der  Sitz 
des  Beamten,  ein  bequemer  Sitz,  ein 
Ruhelager,  andererseits  aber  auch  Samm- 
lung von  Gedichten  eines  oder  mehrerer 
Dichter,  jedoch  nur  auf  den  Orient  be- 
züglich. Im  einzelnen  hat  man :  sp.  pg. 
aduana  'Zollhaus',  prov.  doana,  frz. 
douane,  it.  doana,  dogana  [mit  Konta- 
mination von  *ducana  aus  dux  >  doge] 
'dass.'.  Frz.  divan  'Ruhebett',  it.  divano, 
rum.  divan,  russ.  bulg.  diivan,  öech.  dy- 
van,  dtsch.  Diwan,  engl,  divan,  angloind. 
dewaun  'Ruhebett,  Gedichtsammlung'. 
—  Aus  tat.  duwan  [Wechsel  zwischen 
u  und  i  im  Tk.  häufig,  vgl.  z.  B.  osm. 
diwar  und  duwar  'Wand'],  duwan  etmek 
'richten'  kommt  russ.  duwan  'Teilung 
eines  Gewinns',  duwanit'  'eine  Beute, 
Gewinn  teilen'.  [DE  47.  Eguilaz  61. 
Devic  DEt  104.  ML  2707.  Gorjajew  91 
u.  98.  Hobson-Jobson  309/311. 

527.  Tk.  dizgiii: 

'Zaum,  Zügel'  [vom  Stamme  tir,  tiz,  s. 
hier  Nr.  522] ;  hieraus  rum.  diaghin, 
desghin  'Kapriole  (des  Pferdes)',  bulg. 
serb.  dizgin,  serb.  dizden  'Zügel'.  [Bern 
SlEtWb  203. 

528.  Tk.  dojum: 

'Großer  Haufe'  [vom  Stamme  tok,  toj 
'dicht,  fest,  volP  Vämbery  TktEtWb 
S.  179,  Nr.  1931];  hieraus  rum.  duium 
'Haufe,  großer  Auflauf. 

529.  Pers.  döläb: 

'Schrank',  ebenso  ik.dolap;  hieraus  rum. 
dulap  'Schrank,  Schaukel'  [das  letztere 
nach  Sain  51],  fig.  'Intrige'  [nach  Löbel 
EITAP  40],  Abltg.  duläpärie,  duläpior; 
bulg.  dulap  'Schrank'. 

530.  Tk.  dolaina: 

'Roter  Tuchmantel,  den  die  Janitscharen 
als  Paradeanzug  trugen';  hieraus  rum. 
dulama  'langes  Unterkleid,  Damenober- 
kleid',  Abltg.  dulämifä;  bulg.  dolama 
'langes  Oberkleid',  serb.  dolama  'langes 
Unterkleid',  russ.  doloman,  dolman,  kl- 
russ.  doloman,  poln.  dolman  'kurzer 
Husarenmantel',  öech.  doloman,  dolman 
'ungarischer  Pelzrock';  dtsch.  Dohna)}, 
frz.  doliman,  dolman  'Husarenjacke'. 
[Gorjajew  104.  Bern  SlEtAVb  206.  Devic 
DEt  104. 

531.  Tk.  doldur-: 

Doldurmak  'füllen'  ['voll  machen',  Kau- 


43 


[Tk.  dory. 


saliv  zu  dolu  'voll'  vom  Stamme  tok  usw., 
s.hier  Nr.528],  subst.  Infinitiv  doldurma; 
hieraus  rum.  doldora  'voll,  strotzend'. 

.5312.  Tk.  dory: 
'Braun'  (vom  Pferde)  [Kelekian  Kämüs 
81()];  hieraus  bulg.  rforya,  rfory esi 'dass.', 
serb.  dorin  [und  von  tk.  dory  at  'braunes 
Pferd',  s.  hier  Nr.  128J,  dorat  'Pferd  von 
brauner  F'arbe'.    [Bern  SlEtWb  211. 

533.  Tk.  dösek: 

'Bett,  Matratze'  [vom  Stamme  töz,  tos, 
tös  'glatt,  eben,  glätten,  ausstrecken' 
Vämbery  TktEtWb  S.  190,  Nr.  202]; 
hieraus  bulg.  serb.  dusek  'Matratze',  russ. 
tjufjak  'Matratze,  träger  Mensch'. 

534.  Tk.  döseme: 

'Möbel,  Tapezieruiig'  [subst.  Infinitiv, 
vom  gleichen  Stamme  wie  Nr.  533]; 
hieraus  rum.  du^umea  'Fußboden'. 

535.  Ar.  dubb: 

'Bär',  vollständig  ad-dubb  al-akbnr  'der 
Große  Bär';  hieraus  der  Sternname 
Dubhe  a  ürsi  maioris.  [Ideler  Sternn  23. 

536.  Tk.  dndnk: 

'Flöte'  [vom  gleichen  Stamme  wie  dudak 
'Lippe',  eigentlich  'Erfasser',  vom  Stamme 
tok  usw.  'fassen',  s.  hier  Nr.  528];  hieraus 
bulg.  serb.  duduk  'Pfeife,  Schalmei',  russ. 
dudka,  dudak,  dudocka  'Schalmei',  ßech. 
dudy  'Dudelsack'.  Aus  dem  slav.  wahr- 
scheinlich dtsc-h.  dudeln,  Dudelsack. 
[Gorjajew  98.  Bern  SlEtWb  233. 

537.  Ar.  dnff: 

'Trommel,  Tamburin';  hieraus  mit  ar. 
Art.  sp.  adufe  'dass.',  pg.  adufe  'Schellen- 
trommel', arfi</"fc'8Vo  [Constancio  Dicc26c]. 
Wie  die  Kastagnette  arabischer  Herkunft. 
[DE  50. 

538.  Ar.  dnfifa: 

'Platte',  vulg.  Form  des  kl.  ar.  daffa; 
hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  pg.  adufa  bei 
einer  Miihle  die  'Platte,  die  man  in  die 
Mündung  der  Wasserzuleitung  stellt, 
damit  das  Wasser  nicht  zur  Mühle  ge- 
langt'.  [DE  48/50. 

539.  Ar.  dahän: 

'Rauch',  duhän  sariba  'rauchen',  ebenso 
tk. ;  hieraus  bulg.  serb.  duhan  'Rauch- 
tabak', poln.  duchan,  klruss.  dochan, 
Cech.  dohan  'dass.'. 

540.  Tk.  düjme: 

'Knopf  [vom  Stamme  tok  >  ttij,  tilj 
'binden,  befestigen',  s.  hier  Nr.  528] ; 
hieraus  hul^.dugme  'dass.,  Knoten',  serb. 
dugme  'Knopf.    [Bern  SlEtWb  233. 

541.  Mal.  düjoug: 

[Pijn  113]  'Seekuh,  Halicore  Dujong'  im 
Indischen  Ozean  [über  sie  vgl.  besonders 
0.  Finsch,  Der  Dujong.  Zoologisch- 
ethnologische Skizze  einer  untergehenden 
Sirene.  Hamburg  1901.  Sammlung  ge- 
meinverständlicher wissenschaftlicher 


Vorträge.  NF  XV,  359],  auch  H.  taber- 
naculi  im  Roten  Meere,  H.  austrahs  in 
Australien,  mit  dem  amerikanischen 
Manati  [nianatee]  verwandt;  hieraus  frz. 
dugong,  dougong;  dtsch.  Dugong.  [Devic 
DEt  1U6/107.  MMM  18.  JAOS  XVH, 
135/137. 

542.  Ar.  dnkkäu: 

'Laden';  \k. ebenso  dükjan;  hieraus  rum. 
dughiana  'Kramladen';  bulg.  dukan 
'Laden',  djukjan  'Werkstätte',  serb.  du- 
can  'Laden,  Werkstatt',  doganja  'Kauf- 
mannsladen", russ.  duhan  'Schenke, 
Bude',  duhanscik.  —  Im  westlichen 
Afrika  und  Spanien  sprach  man  mit 
Imäla:  dokkin;  hieiaus  mit  ar.  Art.  sp. 
adoquin  'viereckige  Steinplatte',  meist 
als  Pflaster  verwandt,  fig.  'Tölpel'  [zu 
der  Bedeutungswandlung  vgl.  frz.  tete 
carrie].  [Gorjajew  99.  Bern  SlEtWb 
237.    DE  46/47. 

543.  Ar.  düläb: 

'Wasserrad,  Bewässerungsmaschine' ; 
hieraus  vielleicht  sp.  alep  'Mühlrad'. 
[Eguilaz  151. 

544.  Pers.  dulbänd: 

'Turban'  [aus  pers.  dil  'Herz'  Horn 
NpEt  S.  127,  Nr.  571  und  band,  Präsens- 
stamm von  bästän  'binden'  ebenda  S.  50, 
Nr. 219;  also  'herzentzückend'];  hieraus 
l  um.^M^pan'Musseline,  Kopftuch  daraus', 
tulhent  'Brautschleier',  turban  'Turban', 
bulg.  serb.  turban,  russ.  tjtirban;  afrz. 
tolleban,  frz.  turban,  it.  twhante,  sp.  pg. 
torbante  'Turban';  ndl.  tulband,  engl. 
turban,  dtsch.  Turban.  —  Aus  demselben 
Grundwort  ist  der  Name  der  Pflanze 
Tulipa  Gesneriana  entstanden;  i.  J.  1554 
sah  sie  der  kaiserliche  Gesandte  BUS- 
BECK in  Adrianopel  und  nannte  die  weit 
offen  stehenden  Blumen  nach  ihrer  Ähn- 
lichkeit mit  dem  tk.-pers.  Worte  für 
'Turban'  [die  Perser  und  Türken  nennen 
die  Tulpe  übrigens  nicht  so,  sondern 
peTS.lälä,  tk.lale]:  rv\m.  tuliiyan  [=  la- 
lea],  it.  tulijxino,  frz.  tulipe,  sp.  pg.  tu- 
lipa, tulipan;  dtsch.  Tulpe,  ndl.  ftclp, 
engl,  tulip;  russ.  tjul'pan,  öech.  poln. 
tulipan.  —  Ableitg.  sp.  torbandalo 
'Hammerfisch'.  [ML  8974.  MWiD 
11.5/116. 

545.  Tk.  dutnan: 

'Rauch'  [aus  pers.  düd,  düdmän  Horn 
NpEt  S.  129,  Nr.  579];  hieraus  bulg. 
poln.  russ.  tunian  'Nebel',  bulg.  fzma 
'dass.'.    [Gorjajew  380. 

546.  Tk.  düuibelek: 

Auch  tiimbelek  'eine  Art  kleiner  Kupfer- 
trommel in  Halbkugelform'  [Kelekian 
Kämüs  417b  mit  ."Abbildung];  hieraus 
rum.  timbelechiü  'Zimbel,  Schallbecken', 
timbeleg  in. 


Tk.  dilmen.] 


44 


547.  Tk.  dümeu: 

'Steuerruder  [aus  it.  timone];  hieraus 
bulp.  serb.  dumen,  klruss.  denien  'dass.'. 
[Bern  SlEtWl)  i2öy. 

548.  Tk.  dur-: 

Durma  subst.  Intiiiiliv  zu  dtirmak  'blei- 
ben, stehen'  [vom  Stamme  tw  'vorne, 
oben,  stellen,  stehen'  Vämbery  TklEtWh 
S.  184,  Nr.  11)711];  hieraus  serb.  durma 
'unaufhörlich'  [wohl  vom  negativen  tk. 
Stamme  dur-ma-  'nicht  stehen'].  [Bern 
SlEtWb  239. 

549.  Ar.  dürawä: 
'Getreidesplitter,  Spreu,  die  beim  Worfeln 
des  Getreides  abstiebenden  Hülsen'; 
hieraus  Ober  *dräwa,  *dröwa  die  roma- 
nischen Formen  sp.  it.di-oga,  irz.drogue; 
engl,  drugs,  dtsch.  Droge.  [Zahlreiche 
andere  Ableitungen  sind  vor  allem  be- 
deutungsgeschichthch  unhaltbar,  so  aus 
pers.  därü  'Arznei'  Horn  NpEt  S.  116, 
Nr.  523:  pehl.  därük;  aus  lat.  irochiscus, 
gr.  TpoxiöKO^  'Pille,  Seifenkugel';  aus 
ndl.  droog  'trocken';  aus  slav.  doi-gz 
'teuer'  Bern  SlEtWb  213;  vgl.  vor  allem 
BAIST  in  ZffrzSpr  XXXII,  298/39 1.| 
[Kluge  98.  KLUYVER  in  ZfdWf  XI,  7/10. 
SEYBOLD  in  ZfdWf  X,  218f.  ZfdU  XV, 
335. 

550.  Mal.  düri: 

'Stachel,  Dorn'  [Pijn  112];  hieraus  dü- 
rlan  'ein  Baum  Ostindiens,  Durio  zibe- 
thinus  L.',  der  veegen  seiner  melonen- 
artigen Früchte,  die  eine  mit  Stacheln 
versehene  Schale  haben,  so  genannt  wird. 
Hieraus  ndl.  doerian,  engl,  durian,  frz. 
dourion,  durion,  it.  duriano.  [Devic  DEt 
107.  MMM17.  JAOSXYH,  137/139. 

.551.  Ar.  durra: 
'Moorhirse,  Sorghum  vulgare';  hieraus 
it.  sorgo,  frz.  sorgo,  sorgho;  dtsch.  Sorg- 
iveizen  [mit  volksetymologischer  An- 
lehnung an  'Sorge'].  —  [Nach  SPITZER 
in  WuS  IV,  140ff.  allerdings  eher  aus 
lat.  *syricum,  m.  E.  jedoch  fraglich.] 

552.  Ar.  durr  uinfassal: 
'Gesonderte  Perlen'  [aus  durr  'Perlen, 
Musiknoten' und  »««(/"assa?  Kunstausdruck 
für  die  regelmäßige  Ünterbrechung  je 
zweier  Perlen  der  Perlenschnur],  viel- 
leicht mit  pers.  sog.  Izäfät:  dtirr-i- 
nmfassal;  aus  diesem  Grundwort  sind 
die  Tonbezeichnungen  der  sog.  Solmi- 
sation  do  re  mi  fa  so  Z«  entstanden,  die 
man  gewöhnlich  als  von  GUIDO  VON 
AREZZO  [995—1050]  erfunden  erklärt; 
offenbar  hat  er  sie  aber  einem  orienta- 
talischen  Notensystem  entnommen.  Der 
angeblich  von  PAUL  DIAKONUS  stam- 
mende bekannte  Hymnus  Ut  queant 
laxis  Resonare  fibris  Mira  gestorum 
Famuli  tuorum  Solve  polluti  Labii 


reatuni  Sancte  Johannes  ist  natürlich 
erst  später  entstanden ;  daher  der  übliche 
[außer  bei  den  Italienern]  Anfang  ut  usw. 
Der  Laut  so  statt  sa  entsteht  im  Ara- 
bischen auch  sonst  infolge  der  Emphasis 
des  vorhergehenden  Konsonanten ;  mi 
aus  mü  ist  tk.  Aussprache  des  ar.  mu. 

553.  Pers.  diirük-kär: 
'Zimmermann'  [aus  durük  'dünnes  Holz' 
Horn  NpEt  S.  116,  Nr.  522  und  kär 
'Täter'  ebenda  S.  185,  Nr.  832],  hieraus 
zunächst  mit  Dissimilation  von  r  zu  l 
tk.  dillger  'dass.'  und  dann  rum.  dulgher 
'Zimmermaim',  dulgherie  'dessen  Hand- 
werk', bulg.  dulger,  dulgerin,  serb.  dun- 
der,  dunderin  'Zimmermann'.  [Bern 
SlEtWb  259. 

.554.  Pers.  dnsmäu: 
'Feind'  [aus  dui,  dus  'übel,  böse'  Horn 
NpEt  S.  126,  Nr.  565  und  män(is)  ebenda 
S.  222,  Nr.  992],  ebenso  tk.  dähnen; 
hieraus  rum.  du§man  'dass.',  Ableitung 
du^mancä,  du^mänie,  du^manesc;  bulg. 
dusman,  dusmanin,  serb.  dusman,  dus- 
manin  'Feind',  klruss.  dusman  'Wüiger, 
Tyrann'.    [Bern  SlElWb  239. 

555.  Tk.  düweiek: 
'Kleine,  noch  grüne  Melone  oder  andere 
Frucht'  [Kelekian  Kämüs  591  b];  hieraus 
rum.  dovleac  'Kürbis',  doviecel  'VValzen- 
kürbis'. 

5.56.  Tk.  ebnzine: 
Auch  buzine  'Affe'  [aus  ar.  abü  zina" 
'Vater   der   Unzucht'];    hieraus  russ. 
obez'jana,  klruss.  obezjana  'Affe'  [vgl. 
lit.  bezdona]. 

557.  Tk.  efendi: 

[Aus  gl-,  aiiöevxrii;  'Herr',  s.  Glotta  III, 
289 ff.,  moderne  Aussprache  aftendis, 
und  zwar  Vokativ  auö^vxri  afMdi  MSOS 
I,  44,  Anm.  2];  früher  Ehrentitel  [s.  hier 
Nr.  28],  jetzt  entsprechend  unserer  höf- 
lichen Anrede  „mein  Herr,  monsieur". 
Frz.  efendi,  effendi,  dtsch.  Effendi  usw. 
[MWilJ  107. 

558.  Mal.  egung : 

Auch  gong  oder  agong  [Pijn  9;  ursprüng- 
lich javanisch;  vgl.  noch  ZDMG  XVI, 
169);  'eine  Eisen-  oder  Messingplatte', 
auf  der  man  mit  einem  hölzernen  Ham- 
mer die  Zahl  der  Stunden  schlägt,  in 
Ostindien  früher  die  gewöhnliche  Art 
der  Schlaguhr.  Heutzutage  wird  eine 
solche  Scheibe  aus  dünnem  Glocken- 
metall mit  einem  Hammer  oder  Klöppel 
überall  in  Europa  und  Amerika  als  Hotel- 
und  Tischglocke  verwandt.  Angloind. 
engl.  frz.  gong,  sp.  gongo,  ndl.  gong, 
gonggong,  dtsch.  Gong,  schwed.  gong, 
gonggong,  däti.  gongon.  [Hobson-Jobson 
385/386.    JA  OS  XVIIl,  1-9/54. 


45 


[Tk.  ejalet. 


559.  Tk.  ejalet: 
[Aus  ar.  ijäla  'Regierung',  Vb.  äla  "an 
der  Spitze  stehen']  Trovinz',  dasselbe 
wie  ein  pasalik  [frz.  pachalilc];  hieraus 
runi.  olat  'Provinz',  frz.  Syalet.  |Löbel 
EITAP  71.    Devic  DEt  113. 

ööO.  Tk.  ejleiige: 
''BelustigungjÜnterhaltung' [vom  Stamme 
eJc,  eg,  ej  'neigen,  beugen,  wenden,  dre- 
hen' Vämbery  TktEtWb  S.  !29,  Nr.  31]; 
hieraus  runi.  eglinge,  eglindi  'Erholung, 
Pause',  hulg.  eglendze  'Unterhaltung, 
Vergnügen',  serb.  eglen,jegl€n  'Gespräch, 
Unterhaltung'  [vom  zugehörigen  Verbal- 
stamm tk.  ejlen].    [Bern  SlElWb  263. 

561.  Tk.  olci: 

Auch  ilci  'Gesandter'  [Stamm  il,  el 
'schließen,  binden',  daher  'Volk,  Eriede' 
Vämbery  TktEtWb  S  39,  Nr.  42] ;  hier- 
nus  rum.  elciü,  bult?.  ilcija,  bulg.  serb. 
eläja  Mass.'.    [Born  SIEtWb  263. 

562.  Tk.  elnia: 

'Apfel':  hieraus  rum.  alma  'Schnitt- 
lauch' (?). 

563.  Tk.  engiuar: 
'Gemüsepflanze,  Cynara  scolymus,  d.  h. 
Artischocke';  hieraus  rum.  anghinarä 
'dass.'. 

564.  Tk.  erik: 

'Apiikose'  [Stamm  ir,  er  'fi-üh,  früh  sein 
od.  reifen'  Vämbery  TktEtWb  S.  41, 
Nr.  44;  also  'Frühfrucht'  genau  wie 
dtsch.  Aprikose  und  Verwandte,  s.  hier 
unter  harkük  Nr.  247];  hieraus  russ. 
orjuk  [über  den  Wechsel  von  i  und  u 
im  Tk.  s.  hier  Nr.  526  u.  552  Ende] 
'trockene  Aprikosen',  urjuk  'gelbe  Eier- 
pOaume'.    [Gorjajew  241. 

565.  Tk.  esek: 

'Esel',  kas.  tat.  isak  [nach  PEDERSEN 
ZDMG  LVIl,  561  (nicht  567,  wie  Bern 
SlELWb  438  steht)  auf  armen,  es  'Esel' 
zurückzuführen ;  vgl.  weiteres  in  IF  XXII, 
198];  hieraus  russ.  «Äafc 'Maulesel',  serb. 
esek  'Esel'.    [Gorjajew  125. 

566.  Hebr.  esöß: 

'Pflanze  Hyssopus  ofScinalis',  gr.  (jöoiu- 
TToq,  lat.  hysopum  ;  hieraus  it.  isope,  frz. 
ysope,  hysope,  yssope;  dtsch.  Ysop,  Isop, 
engl,  hyssop;  russ.  issop,  usop,  bulg.  serb. 
isop,  öech.  poln.  yzop,  öech.  izop.  [Kluge 
216.  ABBE  HEIDET  in  Das  heilige 
Land  LIV,  60/76. 

567.  Enphorbns: 

N.  pr.,  der  Leibarzt  des  Königs  JUBA  II. 
(25 — 23  V.  Chr.) ;  nach  ihm  wurde  eine 
Pflanze  Euphorbia  ofBcinalis  benannt 
[Sprengel,  Geschichte  der  Botanik  1, 133], 
gr.  eüqpöpßiov,  in  ar.  Form  ferfiün. 
Hieraus  ngr.  qpapqpiövi,  pers.  u.  tk.  ferfin 
und  schließlich  rum.  ferfin,  ferfin 
'Amarantus  blitum'.  —  Aus  ar.  al-fur- 


bijün  wurde  pg.  alforfiäo  'Euphorbie'. 
[DE  116. 

568.  Ar.  fagära: 

'Ein  Baum  aus  der  Familie  der  Xantho- 
xyleen,  Sattelbaum,  Fagaro'  [vielleicht 
letzten  Endes  aus  mal.  pagar  'Hecke' 
Pijn  153,  da  der  Baum  aus  den  Ländern 
des  Indischen  Ozeans  stammt];  hieraus 
fvz.  fagar,  f agare,  fagarier  'dass.'.  [Devic 
DEt  114.  Lammens  Rem  XXVII,  Aum.l 
u.  110. 

569.  Ar.  fagfür: 

Titel  des  Kaisers  von  China  [die  arabi- 
sierte  Form  von  pers.  bagpür  aus  pers. 
hag,  haga  'Himmel,  Gott',  s.  hier  Nr.  170 
u.  Horn  NpEt  S.  269,  Nr.  45,  und  pür 
'Sohn',  ebenda  S.  70,  Nr.  318  u.  Anm.  1, 
also  die  genaue  Übersetzung  des  chine- 
sischen Kaisertitels  tien-tse  'Himmels- 
sohn']; hieraus  als  N.  pr.  schon  bei 
Horaz  und  Martial  lat.  Pacorus,  bei 
Prokop  gr.  TTaKoupioq.  Zur  Bezeichnung 
des  aus  China  bezogenen  Porzellans  und 
der  Geschirre  daraus  russ.  farfor,  kl- 
russ.  fajfurka  'Porzellan',  fajfurowyj 
'porzellanen',  bul^'.  farfor,  farforija 
'dass.',  poln.  farfuru  'Porzellan,  Stein- 
gut', farfiirka  'Teller  aus  Steingut'; 
rum.  farfwie  'Porzellan,  Teller',  far- 
furisarä,  farfuriutä  'Untertasse'.  —  S. 
auch  hier  Nr.  175.'  [Bern  SIEtWb  279. 

570.  Ar.  fahhär: 

'Töpfer'  [aus  babyl.  paJiäru,  LIDZ- 
BARSKI  in  ZDMG  LXXH,  189;  über  das 
aram.  pahhärä,  vgl.  ZAkkFVVj  26];  aus 
ar.  dar  al-falihär  'Haus,  d.  h.  Werk- 
stätte des  Töpfers'  entstand  durch  Ab- 
fall des  Grundworts  sp.  alfahar,  alfaar, 
alfar  'Töpferei'  und  hieraus  wieder 
alfarero  'Töpfer'.  [DE  100.  Eguilaz  154. 
ML  3147. 

571.  Ar.  fä'ida: 

'Nutzen,  Gewinn',  tk.  ebenso  fajda; 
hieraus  bulg.  serb.  (ajda,  seib.  wajda 
'dass.'.    [Bern  SIEtWb  278. 

572.  Ar.  faklh: 

'Gelehrter',  der  sich  mit  der  Wissenschaft 
des  fikh,  d.  h.  der  Theologie  und  des 
Rechtes,  wie  sie  im  Koran  und  im  hadit 
[Tradition]  niedergelegt  sind,  beschäftigt; 
hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  pg.  alfaqui 
'maurischer  Priester,  Rechtsgelehrter'. 
[DE  108.    Constancio  Dicc  49  b. 

573.  Ar.  fakir: 

'Arm';  in  alle  europäischen  Sprachen 
zur  Bezeichnung  des  Bettelmönches  über- 
gegangen und  mit  Derwisch  [s.  liier 
Nr.  496]  und  Jogi  [s.  hier  Nr,  2169]  ver- 
wechselt. Dtsch.  Fakir,  frz.  fakir,  fa- 
quir,  it.  fachiro,  engl,  fakir,  fakeer  usw. 
—  Vielleicht  ist  hieraus  mit  W^echsel 
von  r  zu  n  auch  geworden :  it.  facchinu, 


Ar.  fakka.] 


46 


frz.  faquin  'Gepäckträger',  sp.  faqtun, 
pg.  faquino  'Kirchendiener  am  Dome'. 

ö74.  Ar.  fakka: 
Name  eines  Sternes,  woraus  mit  ar.Art. 
und  häutigem  Wechsel  von  k  zu  t  der 
Sternname  Älpheta  a  Coronae  borealis 
geworden  ist.    [Üevic  DEt  41. 

575.  Ar.  fakkäk: 

'Loskäufer,  Befreier'  [vom  Vb.  fakka 
'befreien,  loskaufen');  hieraus  mit  ar. 
kv\.  und  unter  EinfluFs  der  Imäla  sp. 
pg.  alfaqneque  'derjenige,  der  Gefangene 
loskauft  oder  befreit',  sp.  auch  'das  Schiff 
für  diesen  Zweck'.  (DE  107/108.  Con- 
stancio  Dicc  49  b. 

576.  Ar.  fakküs: 

'Kürbis';  hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  a/^cos, 
alpicoz  'dass.'.    [DE  113. 

577.  Ar.  falaka: 

'Spalten' ;  hieraus  pg.  falquear  'viereckig 
behauen' ;  [Ableilg.  von  lat.  falx,  falcem 
ist  weniger  wahrscheinlich;]  dazu  falca 
'so  behauenes  Holz'  [Constancio  Dicc 
546  b].    [DE  263.    ML  3141. 

578.  Ar.  falaka: 

'Keil;  Klotz  oder  Stock  als  Marter- 
instrument zur  Bastonnade'  [Beschrei- 
bung von  CHERBONNEAU  in  JAs  1849, 
I,  546] ;  hieraus  kat.  span.  falca  'Keil', 
pg.  fälaca  'Bank  zur  Bastonnade',  rum. 
/'a/aH^'a 'Stockschläge  auf  die  Fußsohlen'; 
poln.  falagi  plrl.  in  der  Redensart  zadac 
komu  t^gie  falagi  'jmd.  verprügeln'. 
[DE  262.  Devic  DEt  114.  ML  3164  u. 
315L    Karlowicz  420/421. 

579.  Ar.  lälig: 

'Lähmung  auf  einer  Seite':  hieraus  mit 
ar.  Art.  sp.  alferiche,  alferecia  'Epilepsie, 
Fallsucht  (besonders  bei  Kindern)';  die 
Bedeutungsänderung  erklärt  DE  115  da- 
mit, daß  im  Känün  von  AVICENNA  dem 
Kapitel  über  die  'Konvulsionen  bei  den 
Kindern  tasannug''  das  von  der  'ein- 
seitigen Lähmung  fälig''  handelnde  vor- 
ausgeht; möglicherweise  ist  bei  einer 
Übersetzung  irrtümhch  der  Titel  des 
folgenden  Kapitels  weggelassen  worden, 
so  daß  es  schien,  als  ob  die  Fallsucht 
im  Kapitel  al  fälig  behandelt  wäre. 

580.  Ar.  falläh: 

[Vom  Vb.  falaha  'spalten',  nämlich  die 
Erde,  d.  h.  'ackern,  pflügen';  wohl  ein 
uralles  Kulturwort,  s.  Möller,  Semitisch 
und  Indogermanisch  37  f.]  'Pflüger',  all- 
gemein 'Bauer'.  In  Ägypten  und  anders- 
wo ist  das  Wort  die  Bezeichnmig  des 
Landbewohners:  dtsch.  Fellach,  frz. 
fellah.    [Devic  DEt  117. 

581.  Ar.  fals: 

Plrl.  fulüs  [aus  gr.  (pöUi;  ZDMG  XXI, 
672/674]  'kleine Silber-  od.  Kupfermünze' ; 
hieraus  sp.  foluz,  pg.  fuluz  [Constancio 


Dicc  578  b]  'dass.',  siz.  u.  it.  (dial.  Li- 
vorno)  filussi,  it.  (dial.  Florenz)  pilosso 
'Geld,  Münze'.    [DE  270.  GSAI  III,  145. 

582.  Ar.  laiiak: 

'Wüstentuchs,  Fenek';  hieraus  sp.  alfa- 
negue  'Art  Pelzwerk'.  —  Der  zur  Jagd 
auf  den  Fenek  benutzte  Falke  hieß  häz 
al-fanak  'Falke  des  F.' ;  durch  Abfall  des 
Grundworts  [s.  z.  B.  hier  Nr.  570]  blieb 
sp.  pg.  alfanegue  'Falke  mit  schwarzem 
Gefieder',  kat.  alfanet,  frz.  alphanette, 
alphanesse  'dass.'.  [Möglich  wäre  auch 
die  schon  von  SOUSA  gegebene  Etymo- 
logie: al-hanik  'der  Würger'.]  [DE  102 
bis  105.  Devic  DEt  26.  Lammens  Rem  19. 

583.  Ar.  fänid: 

'Zuckerwerk'  [aus  pers.  pänid,  Vb.  fänl- 
dän' den  Zucker  rafSnieren',  s.  SCHWARZ 
in  ZDMG  LXXIV,  238  u.  245];  hieraus 
mit  ar.  Art.  und  häufigem  Wechsel  von 
t  und  k  sp.  alfenique,  pg.  alfenim  'Teig 
aus  Zucker  und  süßem  Mandelöl',  frz. 
alphenic  'Kandiszucker,  Teig  aus  Mandeln 
und  Zucker';  frz.  penid  'sucre  tors';  in 
der  alten  Pharmazie  saccharum  peni- 
dium.    [DE  112.    Devic  DEt  27. 

584.  Ar.  fauika: 

'Großer  Sack' ;  hieraus  sp.  fanega,  frz. 
fanhgue  'ein  Getreidemaß  von  55  1';  aus 
der  ar.  Form  fanka  wurde  pg.  fanga 
'dass.,  Maß  von  20Mudd  [s.  hier  Nr.  1490]'. 
[DE  266.    Devic  DEt  115. 

585.  Ar.  fära: 

'Sprudeln'  [vgl.  fawicära  'Wassersprudel, 
Quelle'  Dozy  Suppl  II,  235] ;  hieraus  siz. 
fara  'warme,  stickige  Luft',  affarari  'an- 
brennen'.   [GrSVociSic  233. 

586.  Ar.  faras: 

'Pferd';  hieraus  frz.  haras  'Stuterei' 
[wohl  über  das  sp.,  wo  f  und  h  wech- 
seln, vgl.  lat.  facere  >  sp.  hacer];  mit 
ar.  Art.  sp.  pg.  alfaraz  'leichtes  Pferd 
der  maurischen  Reiterei';  der  Sternname 
Alpheraz,  Alpheraih  a  Pegasi;  afrz.  au- 
fage  'Pferd',  auferrant,  prov.  alferan 
'grau'  [mit  lat.Suffix  ant  und  Anlehnung 
an  fer  'Eisen',  ferrant  'eisenfarbig,  grau] ; 
hieraus  wohl  afrz.  ferrant,  prov.  ferran 
'Pferd  von  grauer  Farbe' ;  ganz  unkennt- 
lich geworden  ist  altit.  alfana  'Reittier'. 
[DE  108.  Eguilaz  161.  Devic  DEt  41. 
ML  3189. 

587.  Ar.  fard: 

'Einzig',  davon  ar.  fard  as-su^ä'  'der 
einzige  der  Hydra',  ein  Stern  2.  Größe 
im  Sternbilde  der  Hydra,  der  einzige 
heller  leuchtende  Stern  dieses  Bildes,  da 
die  übrigen  4.  Größe  und  darunter  sind ; 
hieraus  der  Sternname .4ZpÄarrfaHydrae. 
[Devic  DEt  26/27.    Lammens  Rem  20. 

588.  Ar  fard: 

'Kerbe,  Einschnitt;  Zahlung,  Löhnung; 


47 


[Ar.  farfara. 


Tuch,  Kleidung';  hieraus  it.  fardo  Tack, 
Bündel',  fardaggio  'Gepäck  des  Soldaten', 
prov.  fardel  'Reisesack'  [demin.  wie  das 
folgende:]  frz.  fardeau  'Last,  Bürde', 
sp.  pg.  fardo  'Packen',  fardel  'Ranzen', 
sp.  fardillo  'Päckchen',  sp.  pg.  farda, 
sp.  alfarda  'Kerbe  im  Pfeil,  Wasser- 
steuer', sp.  fardago,  pg.  fardagem  'Reise- 
gepäck'. —  Aus  dem  ar.  Plr.  firäd  wurde 
mit  ar.  Art.  sp.  alefris,  pg.  alefriz 
'Zapfenloch'.  [DE  108/109  u.  98.  Eguilaz 
160.  DevicDEt  115/116,  ML  3193. 

589.  Ar.  farfara: 

'Viel  und  verworren  schwatzen';  dazu 
Adj.farfär  'schwatzhaft,  flüchtig,  über- 
eilt'; pers.  färfär  'Spielball',  färfärä 
'Papierwindmühle' ;  lk./'a/-^ra'Schwätzer, 
Windbeutel'  [vgl.  zu  diesem  Stamme  im 
Romanischen,  besonders  zu  it.  farfalla 
'Schmetterling',  SPITZER  in  Herrigs 
Archiv  GXLI,  146/149].  Hieraus  zahl- 
reiche romanischen  Formen:  rum.  far- 
fara, it.  fanfano,  frz.  fanfaron,  sp.  fan- 
farrön  'Schwätzer,  Prahlhans',  pg.  fan- 
farräo,  kat.  fanfard,  it.  fanfarone, 
farfaro;  siz.  farfareddu  'törichter 
Meusch',  farfanti  'Lügner',  farfaru 
'Spitzbube' ;  Vb.  it.  farfogliare  'stottern', 
frz.  (dial.)  farfouUer,  sp.  farfullar. 
[ZromPh  XXVIII,  738.  XXX,  676.  GrS 
VociSic  233/234.    ML  3194. 

590.  Ar.  fargija: 

'Riß  in  der  Mauer,  Dachbalken';  hieraus 
mit  ar.  Art.  sp.  alfarjia,  alfajia  'Brett 
aus  Tannenholz',  7  Fuß  lang,  5  Finger 
dick  und  7  Finger  breit,  für  Türen  und 
Fenster.  [DE  114.  Eguilaz  162.  ML  3302. 

591.  Ar.  färis: 

'Reiter,  Ritter'  [zu  ar.  faras  s.  hier 
Nr.  586];  hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  pg. 
alfSrez  'Fähndrich',  it.  alfiere  'dass., 
Läufer  (im  Schachspiel)'  [vgl.  jedoch 
hier  Nr.  605],  frz.  alfier  'Fahnenträger'; 
russ.  faris,  poln.  farys  'Beduinenhäupt- 
ling', serb.  (alt  und  selten)  fariz  'Pferd' 
[über  mgr.  qpdprii;];  mhd.  väris,  färis 
'Roß'.  [DE  113.  Devic  DEt  17.  ML 
3199.  Gorjajew391.  Bern  SlEtWb  279. 
Karlowicz  421. 

592.  Ar.  färis-al-fäl: 

[Aus  färis  s.  hier  Nr.  591,  und  fäl  'gute 
Vorbedeutung,  Los']  'Ritter  des  Loses', 
d.  h.  'Gralsritter'  [s.  hier  Nr.  731];  Grund- 
wort zum  N.  pr.  Parsifal,  Parzioal, 
engl.  frz.  Percival;  vielleicht  ist  die 
Form  färisu  ^l-fäl  oder  mit  pers.  Genitiv- 
weThmdangfäris-i-fal  zugrunde  zu  legen. 
Vgl.  KAMPENS  in  Mitteilungen  der 
Schlesischen  Gesellschaft  für  Volkskunde. 
Breslau  1917.  S.  XIX  und  III.  [Die 
anderen  bisherigen  Ableitungen  sind 
nicht  mehr  haltbar,  nämhch  a)  von 


GÜRRES  und  RICHARD  WAGNER: 
parseh  fal  oder  fal  parsi  soll  heißen 
'reiner  Tor',  'der  reine  oder  arme  Dumme'; 
b)  BERGMANN  und  HERTZsche  Parzi val- 
ausgabe:  pers./ßHs-i/ärder  unwissende 
Ritter';  c)  JULES  OPPERT:  pärsi-vil 
oder  -füll  'Persiens  Blume' ;  d)  afrz. 
perce-val  'dring  durchs  Tal'.  —  Vgl.  meine 
Darstellung  in  KZ  1925,  Nr.  360. 

593.  Ar.  farkad: 

'Kalb',  dazu  dual,  farkadän,  obliq.  far- 
kadain  'die  beiden  Kälber';  hieraus  mit 
Metathesis  der  Sternname  Facardin  ß 
und  Y  des  Kleinen  Bären.  [Idler  Sternn 
12.    Devic  DEt  44. 

594.  Pers.  färinän: 

[Horn  NpEt  S.  182,  Nr.  820;  Vb.  fär- 
müdän  'befehlen']  'Befehl,  königliche 
Verfügung',  jede  Verordnung,  die  aus  der 
Hand  des  pers.  Schahs  oder  des  tk.  Sul- 
tans geht;  so  oder  in  der  tk.  Form  firman 
in  alle  europ.  Sprachen  übergegangen, 
z.  B.  frz.  firman,  rum.  ferman,  dtsch. 
Ferman,  ndl.  firman,  poln.  firman  usw. 
[Devic  DEt  120. 

595.  Pers.  färz: 

'Feldherr,  Vezier'  [zu  pers.  färzänä 
'weise,  gelehrt'  Horn  NpEt  S.  1 81 ,  Nr.  8 1  ö]; 
da  im  orientalischen  Schach  neben  dem 
König  [säh  s.  hier  Nr.  1762]  nicht  die 
Königin,  sondern  der  Wesir  die  Haupt- 
figur war,  wurde  hieraus  afrz.  ferce, 
fierge,  nfrz.  vierge  [mit  volksetymolo- 
gischer Umdeutung  zur  „Dame"],  prov. 
fersa  ;  bulg.  serb.  ferz,  russ.  ferz'  'Dame 
oder  Königin  (im  Schachspiel)'.  [Mikl 
SlEtWb  58a.  Bern  SlEtWb  280/281. 
ML  3266. 

596.  Ar.  Fäs: 

N.  pr.,  Hauptstadt  von  Marokko:  hieraus 
die  Bezeichnung  der  Kopfbedeckung  der 
Muslimen ;  über  tk.  fes  wurde  rum.  fes, 
iTZ.fez;  fiel,  pheci  {—  kepi\,  dtsch.  Fez 
usw.  —  ,Die  heute  in  Europa  allgemein 
gebräuchliche  Bezeichnung  Fez  für  die 
in  den  verschiedensten  Formen  vor- 
kommende, fast  in  der  ganzen  muham- 
medanischen  Welt  übliche  rote  Kopf- 
bedeckung hat  mit  Fes,  der  Hauptstadt 
von  Marokko,  nichts  mehr  zu  tun,  wenn 
auch  der  Name  auf  Fes  als  dem  ursprüng- 
lichen Fabrikationsort  hindeuten  mag. 
Die  heutigen  Fese  stammen  fast  durch- 
weg aus  Europa,  insbesondere  aus  Öster- 
reich. In  der  Stadt  Fes  werden  nur 
spitz  zulaufende  Tarbusche  aus  grobem, 
rotem  Filz  mit  kleiner  blauer  Seiden- 
quaste hergestellt,  welche  hauptsächlich 
von  den  marokkanischen  Soldaten  unter 
einem  großen  weißen  Turban  getragen 
werden. "  Max  Freiherr  von  Oppenheim, 


Ar.  fa's.] 


48 


Vom  Milteluieer  zum  Persischen  Golf. 
Berlin  18'.t9.    1,2  Anm.  2. 

597.  Ar.  fa's: 
'Beil,  Axt';  hieraus  mit  ar.  Art.  pg.  al 
ferce  'Hacke,Spaten, Doppelkarst';  alfega 
'Eisen,  mit  dern  tiie  Schmiede  die  Ösen 
oder  Löcher  der  Äxte,  Hämmer  usw. 
ötl'nen-.  [Gonstancio  Dice  49  b  und  c. 
Dl-:  112. 

59S.  Ar.  fasfasu: 
'Luzerne  Medicag-o  sativa  L.',  auch  fis- 
fifa;  hieraus  sp.  alfalfa,  alfafe  'dass., 
spanischer  Klee,  foenum  Burgundiacum', 
engl,  amerik.  alfalfa.  [DE  100/101. 
Eguilaz  156.    ML  4002  Anm. 

599.  Ar.  fasha: 

'Leerer,  weiter  Raum';  hieraus  mit  ar. 
Art.  sp.  alfeiza  'Tür-  oder  Fenster- 
öffnung'.   [DE  112. 

600.  Ar.  falil: 

'Gedreht;  Docht',  ebenso  ik.fitil  'Docht': 
hieraus  rum.  fitil  'dass.,  Aufreizung' 
[vgl.  auch  ngr.  9utijX,  Jannarakis, 
Deutsch  -  Neugriechisches  Handwörter- 
buch. Hannover  1883.  S.  129a];  bulg. 
serh.  ßtilj,  russ.  fitil'  'Docht,  Lunte'. 
[Bern  SlEtWb  282. 

601.  Ar.  fatläta: 

'Stückchen  Brot,  Brosame'  [vom  Vb. 
/a«a 'zerbröckeln'];  hieraus  infolge Imäla 
und  Unterdrückung  des  intervokahschen 
t  pg.  fatia  'dünne  und  lange  Schnitte' 
besonders  Brot  oder  Käse.  Vgl.  den 
Ausdruck:  fez  em  f alias  os  niembros  do 
martyr.  [Gonstancio  Dicc  550c.]  [DE 
267/268. 

602.  Ar.  fatwä: 

{Vom  Vb.  fatä  'eine  gesetzmäßige  Ent- 
scheidung auf  Grund  von  Koran  und 
Tradition  fällen']  'Gutachten  einesRechts- 
gelehrten^  [faklh  s.  hier  Nr.  572,  oder 
tnuftt  von  derselben  W^urzel  wie  fatwä, 
s.  hier  Nr.  1493],  tk.  fettvo;  hieraus  frz. 
fetva,  fetfa,  dtscli.  Fetwah,  engl,  fetwa. 
[Devic  DEt  120. 

603.  Tk.  ferege: 

[Wie  ar.  farüga  vielleicht  aus  gr.  qpo- 
peaia]  'StraßenmnnteP,  einfarbiger  Man- 
tel mit  langen  Ärmeln,  den  die  vor- 
nehmen muslimischen  Damen  auf  der 
Straße  tragen;  dieser  Anzug  wird  noch 
durch  den  jasmak 'Kopfschleier',  der  über 
das  Gesicht  gezogen  wird,  vervollstän- 
digt. Aus  dem  tk.  Grundwort  kommt 
rum.  feregea  'ärmelloser  Mantel,  Frauen- 
mantel'; bulg.  feredze,  feredza  'Ober- 
gewand der  Braut',  serb.  feredza,  wc- 
redza  'tk.  Obergewand',  russ.  ferez, 
ferejaz  'langes  Unterkleid  russischer 
Frauen;  langer  Männerrock  ohne  Taille 
und  Kragen'.    [Mikl  SIEtWb  58 a. 


604.  Tk.  fermena: 

Vulg.  auch  fermene  'kurzes  westenartiges 
Kleidungsstück;  aus  filzartigem,  weichem 
Stoff'e  verfertigtes,  ärmelloses  Oberkleid' ; 
hieraus  rum.  fermenea  'Jacke  od.  Weste', 
die  mit  Tressen  und  Knöpfen  besetzt  ist. 

605.  Ar.  fll: 

'Elefant'  [aus  pers.  fil;  wohl  durch 
ägyptische  Zwischenhändler  aus  einer 
hamitischen  Spiache,  vgl.  in  der  Sprache 
der  Tuareg,  dem  Temasirt,  elu  'Elefant', 
wozu  der  ägypt.  Art.  p  (worüber  hier 
Nr.  274)  kam ;  aus  demselben  Grund- 
wort gr.  SXeqpa?,  lat.  elephantus];  hier- 
aus über  tk.  fil  bulg.  fil  'Elefant',  serb. 
filj  als  Adj.  'elefanten-';  auf  unmittel- 
barem Wege  durch  den  Elfenbeinhandel 
wurde  altisl.  fill,  dän.  fil  'Elefant',  fils- 
bein  u.  filsben  'Elfenbein'.  —  Aus  näb 
ul-fll  'Zahn  des  Elefanten'  entstand  sp. 
marfil,  pg.  marßm  [mit  Wechsel  der  an- 
lautenden Nasale  unter  Einfluß  des  b 
und  gleichzeitiger  Dissimilation  des  ersten 
/].  BATST  in  RomForsch  I,  130;  DE- 
FREMhJRY  in  JAs  5.  serie  t.  XIX,  90  sq. 
—  In  den  romanischen  Sprachen  ist 
fll  als  Benennung  der  dem  Könige  und 
ilem  Wesir  [d.  h.  der  Dame  oder  Kö- 
nigin] nächststehenden  Schachfigur  mit 
alfäris^sp.  alferez  usw.  [s.  hier  Nr.  591] 
vermengt  worden  [vgl.  ähnlich  russ. 
usw.  slon  'Elefant'  und  'Läufer  im 
Schachspiel',  MSISI  774/775];  die  Folge 
hiervon  war  eine  Änderung  in  der  Auf- 
fassung der  betr.  Figur:  der  Kriegselefant 
wurde  zum  Fahnenträger,  Läufer,  frz. 
sogar  durch  volksetymologische  Um- 
deutung  zum  Hofnarren  [die  somit  frei- 
gewordene Rolle  des  Elefanten  wurde 
auf  den  Turm  übertragen].  Im  einzel- 
nen ist  it.  alfido,  alfino,  sp.  alfil,  arfil, 
pg.  alfil,  alfir,  alfim,  prov.  alfi,  fol,  afrz. 
aufin,  frz.  fou  'Läufer'.  —  [Das  vom 
Kalifen  HARUN  AR-RAS1d  Karl  dem 
Großen  geschenkte  Schachspiel  im  kai- 
serlichen Schatz  zu  Nürnberg  enthält 
noch  Elefanten!]  [DE  113/114  u.  302. 
Eguilaz  167.  ML  3291.  Bern  SIEtWb 
281. 

606.  Ar.  filäll: 

Adj.  zu  Tafilet,  Taßalet,  N.  pr.,  Name 
einer  Stadt  in  Marokko,  wo  feine  Leder- 
waren und  Gewebe  hergestellt  wurden. 
Hieraus  sp.  tafilete  'Maroquinleder',  frz. 
filali  'Lederarbeit'  und  sp.  fileli  'Art 
feinen  Gewebes',  rum.  filalin  'starker, 
feiner  Seidenstoff'.  [DEFREMERY  in 
JAs  1861,  1,  90.  DE  268.  Devic  DEt 
1 20. 

607.  Tk.  Aldis: 

'Elfenbein'  [aus  ar.  fil  'Elefant',  s.  hier 


49 


[Ar.  fingän. 


Nr.  605,  und  tk.  dis  'Zahn'];  hieraus 
rum.  filde§,  bulg.  fildis  'Elfenbein',  serb. 
fildis  Mass.,  elfenbeinen'. 

608.  Ar.  flugäu: 

'Porzellan,  Tasse  daraus',  tic.  ebenso, 
vulg.  ßlgan  [mit  Dissimilation]  'kleine 
Tasse';  hieraus  rum.  filigean  '^Tasse', 
(Walachei)  filingen  'Kaffeescliale',  bulg. 
serh.fildian,  serh.findzaii,  klvuss.  findza, 
poln.  filizanka,  fliianka  'Tasse',  klruss. 
fyndzan  'Becher'.    [Bern  SlEtWb  280. 

609.  Ar.  flrüza: 

'Ein  Edelstein,  Türkis'  [aus  pers.  pirözä 
Horn  NpEt  S.  78,  Nr.  354  aus  peröz 
'siegreich'],  ebenso  tk. ;  hieraus  rum. 
peruzea,  bulg.  birjuza,  serb.  pirtiz,  russ. 
birjuza  'dass.'.  —  Türkise  werden  be- 
kanntlich besonders  in  Persien  gefunden 
und  dort  nach  Größe,  Farbe  und  Rein- 
heit sehr  hoch  geschätzt. 

610.  Tk.  fisenk: 

'Patrone,  Rakete',  vulg.  fisek;  hieraus 
serb.  fi^ek  'Patrone',  rum.  fi^ec,  fi§ic 
'dass.,  Geldrolle'. 

611.  Ar.  fltna: 

'Uneinigkeit,  Intrige',  ebenso  tk.  fitne, 
fit;  hieraus  rum.  fit  in  dem  Ausdruck: 
a  trage  la  fit  'jmd.  hintergehen,  aus 
der  Schule  schwatzen'. 

612.  Tk.  frenk: 

'Franke'  [aus  diesem  oder  einem  an- 
deren europäischen  Worte  entlehnt]; 
hierzu  frenk  ileti  [aus  ar.  Hlla  'Krank- 
heit'] eigentlich  'fränkische  Krankheit', 
d.  h.  Syphilis;  hieraus  rum.  franpa, 
sfranjia  'dass.'.  —  Tk.  frengi  seraser 
■'Brokat,  Seide  mit  Gold  und  Silber  durch- 
wirkt' ergibt  rum.  fretighie  'Brokat'. 
E.  LlTTiVIANN  in  Festschrift  für  Kuhn. 
München  1916.  S.  241/242. 

613.  Ar.  fudül: 

]Plr.  von  fadl  'Trefflichkeit,  Überlegen- 
heit, Gunst'] ;  hierzu  Adj.  fudüll  'zu- 
dringlich, großsprecherisch;  müßiger 
Schwätzer';  beides  auch  tk.  [s.  Kelekian 
Kämüs  904:  fodul  'stolz'];  hieraus  rum. 
fiidul  'stolz,  hochmütig',  fudulache  'Laffe, 
Fant',  fudulie  'Prahlerei,  Aufgeblasen- 
heit'; hvX^.  fodul,  fudul,  fodiilin,  fudiiUn 
'Stutzer',  klruss.  fudtilija  'Hoffart,  Über- 
mut'.   [Bern  SlEtVVb  282. 

614.  Ar.  fuläa: 

'Irgendeiner,  N.  N.';  hieraus  sp.  fulano 
in  dem  Doppelausdruck  fulano  y  zutano 
'dass.'  [der  zweite  Bestandteil  soll  nach 
Mahn,  Etymologische  üntersuchungen  6.3 
auf  dtsch.  „i-o  (/rfan"  zurückgehen],  sard. 
fulanu,  pg.  fulano,  ftiäo,  siz.  filano, 
volkselymologisch  als  Eigenname  auf- 
gefaßt in  Tiziu  e  Filanu  'der  und  ein 
anderer'  oder  in  den  Volksfabeln  Tiziu, 
filanu  e  Martino;  kat.  fulano  als  An- 

Lokotsch,  Etymolog.  Wörterbuch. 


rede  an  ein  Kind:  'Kerlchen',  sp.  fula- 
nilla,  fulanita  'eine  unbedeutend  aus- 
sehende Kleine'.  [DE  271.  Eguilaz401. 
GrSVociSic  234.  ML  3411.  SPITZER 
in  WuS  VI,  208. 

615.  Ar.  fuui  al-hut: 

'Mund  des  Fisches',  ein  Stern  erster 
Größe  im  Sternbilde  des  südlichen  Fi- 
sches; hieraus  sp.  fomahant,  famahante, 
frz.  fomalhaut  a  Piscis  australis.  [DE 
270.    Devic  DEt  121. 

616.  Ar.  fuuduk: 

'Magazin,  Lager,  Wirtshaus'  [seit  Golius 
bereits  auf  gr.  iravboxeiov  zurückgeführt; 
besser  irdvboxoq] ;  hieraus  rum.  fundac 
'Heuschober',  it.  fondaco.  venez.  (alt) 
fonteco,  (modern)  fontego,  afrz.  fondique, 
sp.  alhöndiga,  fundago,  pg.  alhondega, 
alfandega 'Zollhaus' ;  siz. f 'Wirts- 
haus niederster  Sorte',  wo  sicii  die  Fuhr- 
leute usw.  mit  ihren  Pferden  und  Maul- 
tieren erholen,  funnacaru  'Wirt'.  Rück- 
gebildet ist  sp.  fo7ida  'Hotel,  Wirtshaus'. 
[DE  139  u.  270.  Eguilaz  192.  Devic 
DEt  121.    ML  .3424. 

617.  Ar.  fimdnk: 

'Haselnuß'  [ebenso  wie  hunduk  aus  lat. 
nux  pontica,  s.  hier  Nr.  355];  hieraus 
rum.  funduc  'altes  Geldstück'. 

618.  Ar.  furga: 

'Spalt,  Zwischenraum';  hieraus  mit  ar. 
Art.  pg.  alfurje,  alfuja,  alfujera  'Gäß- 
chen  zwischen  den  Häusern',  wohin 
deren  Bewohner  den  Unrat  zu  werfen 
pflegen.    [DE  117. 

619.  Ar.  fursa: 

'Gelegenheit,  günstige  Gelegenheit',  eben- 
so tk.  fursat,  vulg.  fyrsant;  hieraus 
rum.  fiirsant  'dass.'. 

620.  Ar.  fustnk: 

'Pistazie,  Pistazienbaum'  [aus  pers.  fistik, 
woraus  auch  gr.  iriaTciKiov] ;  hieraus 
rum.  fistic,  sp.  alföstigo,  alföcigo,  al- 
fönsigo,  pg.  alfostico  'dass.'.    [DE  115. 

621.  Ar.  Fiistät: 

Auch  Fostät,  FÖss'ät  [aus  gr.  qpoffaäTov, 
lat.  fossätuin  'Lager,  Graben,  Heer'], 
N.  pr.,  eine  Vorstadt  von  Kairo,  nach 
der  hier  angefertigte  Gewebe  benannt 
wurden:  sp.  fustan,  pg.  (alt)  fustä,  (neu 
mit  Suffixwechsel)  fustäo,  prov.  fustani, 
afrz.  fustaigne,  frz.  futaine,  it.  fustagno, 
frustagno  'eine  Art  Barchent'.  Über 
Italien  und  Griechenland  [fustanella, 
ngr.  qpouaTdvi,  'der  Männerrock',  dass. 
wie  der  schottische  kilt]  wanderte  das 
Wort  zu  den  Türken:  fistan;  hieraus 
bulg.  serb.  fistan,  fustan  'Weiberrock'. 

622.  Ar.  füta: 

'Handtuch,  Badeschürze'  [Dozy  Vetem 
342] ;  hieraus  pg.  fota  'eme  Art  Turban' 
[so  auch  Constancio  Dice  571c;  dagegen 
1 


Ar.  futr.] 


50 


DE  270:  'feines  gestreiftes  Leinen'],  frz. 
foutah  'irgendein  Stoflf'.  Über  das  tk. 
Wort  ftita  wunle  rum.  foia  'Schürze  der 
Bäuerinnen',  fotilä,  bulg.  fnta,  huta, 
serb.  fitta  'Schürze',  poln.  (dial.)  fnta, 
klruss.  fofa  'Schusterschiirz',  poln.  klruss. 
foika  'Schürze'.  [Devic  DEt  122.  Bern 
SlEtWb  287. 

623.  Ar.  futr: 

'Großer  Pilz,  Champignon',  auch  fupir; 
hieraus  prov.  putaro,  bntareu,  potrel, 
frz.  j)oHron  'gemeiner  Kürbis,  Cucurbita 
pepo',  courge  potivon  'eine  Art  Kürbis'. 
[ZfromPh  XXVIII,  156.    ML  3621. 

624.  Tk.  fylar: 

'Stiefel',  den  die  Janitscharen  [s.  hier 
Nr.  954]  trugen  [Kelekian  Kämüs  908  bj; 
hieraus  rum.  filert  'eine  Art  Schuhe'. 

625.  Tk.  gaba: 

'Umsonst,  unentgeltlich';  hieraus  rum. 
ffeabä,  degeabä,  bulg.  badzewa  'dass.'. 

626.  Ar.  ga'ba: 

'Köcher';  hieraus  sp.  aljaba,  pg.  aJjava 
'dass.'.  (ML  3939  aljaveira  usw.  gehört 
nicht  hierhin,  sondern  zu  ar.  gaib,  s. 
hier  Nr.  641.] 

627.  Ar.  gaball : 

Adj.  zu  ar.  gabal  'Berg',  vollständig 
hinzir  gabali  'Berg-,  Wildschwein';  hier- 
aus sp.  jabali  'Eber',  in  Südamerika 
Pekari  Dicotyles  torquatus  Cuv.,  jaba- 
li na  'wilde  Sau',  jabato  'Eberferkel',  pg. 
javali,  frz.  javari,  javaris  'amerikani- 
scher Eber'.  [DE  288.  Eguilaz  425. 
ML  3940. 

628.  Ar.  gabbäu: 

Mit  Imäla  gabbin  'Käse';  hieraus  siz. 
zabbina,  zarbinata  'was  man  von  der 
Buttermilch  abschäumt'. 

629.  Ar.  gabbär: 

'Riese' ;  hieraus  der  Sternname  Algebar, 
frz.  elgebar  'das  Sternbild  Orion'. 

630.  Ar.  gäbija: 

'Großer  Wasserbehälter'  [z.  B.  zum 
Tränken  von  Kamelen];  hieraus  siz. 
gebbia  'Teich,  Bassin'.   [GrSVociSic  238. 

631.  Ar.  gabr: 
'Wiederherstellung',  vollständig  ist  al- 
§abr  ivaH-mukabala  der  Titel  eines  al- 
gebraischen Lehrbuches  von  MUHAM- 
MAD IBN  MÜSÄ  AL  HWARIZMl,  um 
820  n.  Chr.  geschrieben  [s.  auch  hier 
Nr.  890],  wörtlich:  'Wiederherstellung 
und  Gegenüberstellung  restauratio  et 
Opposition  worunter  man  die  Herstellung 
der  normalen  Gleichungsform  ohne  ne- 
gative Glieder  verstand  [Cantor,  Vor- 
lesungen über  Geschichte  der  Mathe- 
matik F,  719;  Schirmer  WortschdMath 
3/4J.  Hieraus  als  Bezeichnung  für  eine 


bestimmte  Rechnungsart  sp.  pg.  älgebra, 
frz.  algkbre,  it.  algebra;  engl,  algebra, 
dtsch.  Algebra  usw.  —  In  der  ursprüng- 
lichen Bedeutung  des  ar.  Vbs.  gabara 
'wiederherstellen,  einrichten'  ist  noch 
sp.  algebrista  'Chirurg'  [Dicc  Cast  121b; 
vgl.  ähnlich  engl,  bone-setter]  erhalten; 
pg.  algebrista,  algebista  'dass ',  algebra 
'dessen  Kunst'  [Gonstancio  Dicc  50  c]. 
[DE  123.    Eguilaz  179.    ML  3941. 

632.  Pers.  gäbr: 
'Feueranbeter'  [wohl  aus  ar.  käfir 
'Ungläubiger',  s.  hier  Nr.  997,  nach 
RÜGKERT  in  ZDMG  X,  133];  erst  hier- 
aus [und  nicht  unmittelbar  aus  dem  ar. 
Grundwort]  tk.  gjawr,  gjaur,  womit  die 
Türken  jeden  Nichtmuslimen  bezeich- 
neten; hieraus  it.  giaurro,  frz.  engl. 
giaour,  dtsch.  Giaur ;  poln.  giaur.  Da- 
gegen frz.  guebre,  engl,  gueber,  guebre, 
dtsch.  Geber  'der  Feueranbeter  [Parsi]^ 
unmittelbar  aus  dem  pers.  Grundwort. 
[Devic  DEt  128  u.  134. 

633.  Ar.  Gadänias: 

N.  pr.,  eine  Stadt  in  TripoUs  (Nordafrika), 
dazu  das  Adj.  gadämasi  zur  Bezeichnung 
des  hier  hergestellten  Leders ;  hieraus 
sp.  pg.  guadameci,  pg.  guadamecim,  afrz. 
godemetin  'gepreßtes  oder  vergoldetes 
Leder';  sp.  gorromazos  'große  Reiter- 
stiefel' [weil  ursprünglich  aus  solchem 
Leder],  prov.  garamacha,  frz.  (dial.)  ga- 
ramaches  'dass.',  frz.  gamaches  [veraltet, 
jetzt  guetres]  'knöpf  bare  Überstrümpfe', 
dlsch.  Gamaschen.  —  [Ableitung  aus 
lat.  *gambacea  aus  gamba  'Bein'  erklärt 
nicht  alle  vorkommenden  Formen.  [DE 
280/281.  Eguüaz  414.  Devic  DEt  124. 
ML  3751. 

6.34.  Ar.  gadd: 
'Großvater',  ik.gedd;  aus  dem  Ausdruck 
gedd  bigedd  'seit  Urzeiten'  wurde  rum. 
get-beget  'echt,  unverfälscht'. 

635.  Ar.  gadi: 

'Ziege';  bei  den  Arabern  Name  für  das 
Sternbild  des  Steinbocks  [oder  genauer: 
das  10.  Zeichen  des  Zodiakus] ;  hieraus 
der  Sternname  Algedi  y  Capricorni. 

636.  lud.  gäekwär: 

'Kuhhirt';  hieraus  angloind.  guicowar, 
Titel  der  Mahrattenkönige  von  Guzerat, 
die  im  zweiten  Viertel  des  18.  Jahr- 
hunderts zu  großer  Bedeutung  gelangten 
und  in  den  Kolonialkriegen  dieses  Jahr- 
hunderts eine  wichtige  Rolle  spielten. 
[Hobson-Jobson  401. 

637.  Ar.  gaflfäfa: 

[Vom  Vb.  gaffa  II  'tiocknen',  also  eigent- 
lich 'die  Trocknerin']  'Wischlappen, 
Schwamm';  hieraus  mit  ar.  Art.  und 


51 


[Ar.  gäfi. 


Imäla  [ä  >  e  >  s.  z.  B.  hier  Nr.  628] 
sp.  aljofifa  'Wischlappen',  Vb.  aljofifar 
'abwischen,  scheuern'.    [DE  145/146. 

638.  Ar.  gäfi: 

'Grob,  plump;  ungebildet';  hieraus  sp. 
zafio,  pg.  safio  'dass.'.  [DE  359.  Egui- 
laz  518.    ML  3942. 

639.  Tk.  gagatäi: 

Auch  öagatäi;  N.  pr.,  Name  der  tk. 
Völker  in  Mittelasien  und  ihrer  Sprache; 
hieraus  der  Name  für  das  dort  heimische 
Huftier  (Equide)  Equus  hemionus  Fall. : 
russ.  dzigitai,  dtsch.  Dschiggetai. 

640.  Ar.  ^ahäz: 

'Gerät,  Kamelsattel,  Pferdegeschirr',  vulg. 
mit  Imäla  [s.  hier  Nr.  637]  gahlz  ge- 
sprochen ;  hieraus  apg.  ajaez,  sp.  pg. 
jaez  'Pferdegeschirr',  fig.  'Eigenart', 
z.  B.  pg.  d'este  jaez ;  Vb.  sp.  enjaezar 
'schirren',  pg.  ajaezar  'schirren,  schmük- 
ken'.    [DE  290. 

641.  Ar.  gaib: 

a)  'Tasche,  Beutel,  Sack',  auch  tk. 
gejb ;  hieraus  bulg.  dzeh,  dzoh,  serb. 
dzep,  klruss.  zeb,  russ.  (dial.)  zep  'Tasche'. 
Aus  dem  vulgär  gesprochenen  gib  wurde 
mlat.  giba  'Tasche',  frz.  giberne,  it.  gi- 
berna  'Patronentasche',  pg.  algibeira 
'Rocktasche,  Geldtasche'  [woraus  wieder 
ar.  al-geblra,  in  Nordafrika  'ein  Leder- 
sack', den  die  Reiter  an  den  Sattelknopf 
oder  -bogen  hängen,  also  'Satteltasche', 
wurde],  sp.  aljabera,  pg.  aljaveira  'Brief- 
tasche' [aus  einer  Aussprache  ^abb  statt 
gib  entstanden].  [Bern  SlEtVVb  242. 
DE  125/127. 

b)  Da  der  Sinus  eines  Zentriwinkels 
das  Verhältnis  der  halben  Sehne  des 
doppelten  Bogens  zum  Radius  ist,  nann- 
ten ihn  die  Inder  'Halbsehne'  oder  kurz 
'Sehne  jiva^;  die  Araber,  die  diesen 
Ausdruck  entlehnten,  schrieben  ihn  ohne 
kurzen  Vokal  gjb  und  lasen  dieses  Wort 
irrtümlich,  als  wenn  es  ein  arabisches 
wäre:  ^aib  'Bausch,  Busen';  die  mittel- 
alterlichen Übersetzer  gebrauchten  nun 
für  diesen  terminus  die  wörtliche  latei- 
nische Wiedergabe  sinus;  dieser  Aus- 
druck ist  seitdem  in  der  Mathematik 
immer  benutzt  worden.  Die  Etymologie 
stammt  von  MÜNK,  s.  WOEPCKE  in 
JAs  1863,  I,  478.  [Cantor,  Vorlesungen 
über  Geschichte  der  Mathematik  I 737. 
RÜSKA  in  Z.  f.  Math.  u.  Phys.  XL,  hist.- 
lit.  Abtlg.  126  ff.  Schirmer  Wortschd 
Math  67. 

642.  Ar.  gaida: 

'Dickicht,  Wald';  hieraus  mit  Suffix  des 
Ortes  *mugaida,  woraus  sp.  moheda 
'Korkeichenwaid'.    [DE  316/317. 

643.  Tk.  gajda: 

'Dudelsack'  [Kelekian  Kämüs  868;  hier- 


aus ar.  gaita  (nicht  klassisch)  DE  380]; 
hieraus  bulg.  gajda,  serb.  gajde  'Dudel- 
sack', poln.  gajda,  klruss.  gajda  'Hirten- 
flöte', plr.  'Dudelsack'.  Über  das  ar. 
wurde  sp.  pg.  gaita  'Hirlenpfeife,  Dudel- 
sack', sp.  gaitero,  kat.  gayter  'Dudel- 
sackpfeifer'. [Bern  SlEtWb  291.  ML 
3752.  Vgl.  auch  SEYBOLD  in  Grund- 
riß der  Romanischen  Philologie  I,  521. 

644.  Tk.  gajtau: 

'Schnui',  Tresse,  Franse'  [angeblich  über 
ngr.  YOtiTdvi,  ya'ieTavöv  aus  mlat.  gaita- 
nuni  'Gürtel',  nach  der  Stadt  Gaeta  be- 
nannt; aber  wahrscheinhcher  Umgestal- 
tung von  ar.  Ißtän,  plr.  von  ^ait  'Faden']; 
hieraus  rum.p'ät^a/t  'Borte,  Tresse',  bulg. 
serb.  gajtan  'Schnur',  russ.  gaitan  'Schnur 
(besonders  für  das  Taufkreuz)',  klruss. 
hajtan  'Güitel'.    [Bern  SlEtWb  291. 

645.  Tk.  galebelik: 

Auch  kalabalyk  'Menschengewühl,  Lärm' 
[Kelekian  Kämtis  876];  hieraus  rum. 
calahalic  'Gepäck,  Lärm,  Durcheinander', 
bulg.  kalabahk,  serb.  kalabaluk  'Gepäck, 
Menge'  und  Ableitungen.  [Sain  48. 
Bern  SlEtWb  470. 

646.  Ar.  gäliba: 

Nach  DE  118:  'wilder  Wein,  Vitis  sil- 
vestt  is'  [bei  IBN  BAITAR,  f  1 248  n.  Chr.] ; 
hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  algalaba  'dass.'. 

647.  Ar.  gälija: 

'Parfüm  aus  Moschus  und  Ambra';  hier- 
aus sp.  algalia,  pg.  algälia  'dass.';  mlat. 
galia  muscata,  sp.  pg.  gato  de  algalia 
[Constancio  Dicc  50  b]  'Zibetkatze,  Vi- 
verra  civetta  Schreb.'. 

648.  Ar.  galläb: 

'Händler,  der  Waren  oder  Vieh  einführt' 
[vom  Vb.  galaba  'Gewinn  ziehen ;  ein- 
führen'], tk.  gellab  'ein  neu  Angekom- 
mener, Fremder';  hieraus  rum.  gelep 
'dass.'. 

649.  Ar.  galläd: 

'Schinder,  Henker'  [vom  Vb.  galada 
'abhäuten,  schinden'  aus  gild  'Haut'], 
tk.  gellad;  hieraus  rum.  gelat  'Henker; 
Fliegenschnäpper  Muscicapa  L.'. 

650.  Pers.  gäm: 

'Glas,  Becher'  [HornNpEtS.92,Nr.411], 
ebenso  tk. ;  hieraus  rum.  geam  'Fenster- 
scheibe', geamlic  'Gang  mit  Fenstern', 
geamgiü  'Glaser' ;  bulg.  serb.  dzam  'Glas'. 

651.  Ar.  gamä'a: 
'Vereinigung'  [von  Menschen,  vgl.  gämf, 
hier  Nr.  655];  hieraus  mit  ar.  Art.  sp. 
aljama  'Judenquartier,  Maurenviertel'  in 
den  spanischen  Städten  [ursprünglich  die 
Vereinigung  der  Stadträte,  insbesondere 
der  jüdischen,  d.  h.  der  Sanhedrin],  pg. 
aljama  'Maurenquartier'  in  Portugal 
[Constancio  Dicc  53  c].    [DE  144/145. 

4» 


Peis.  gämädan.] 


52 


652.  Pers.  g:aii>ä(iaii : 

'Kleiderbeliälter,  Kotier'  [aus  pers.  (/tfwä 
'Tuch,  Kleid'  Horn  NpEl  S.  93,  Nr.  412, 
und  Suffix  -dän  'Behälter'  ebenda 
S.  118,  Nr.  533],  ebenso  Ik.  gamedan, 
öamedan;  hieraus  runi.  ö'eawan^an  'Fell- 
eisen, Handkoffer',  bulg.  zemadan,  ce- 
madan,  russ.  cemodan  'dass.'.  [Gor- 
jajew  410. 

ö53.  Ar.  gaiual: 
'Kamel'  [aus  der  Wurzel  (jamala  'sam- 
meln', also  'Haufen,  Höcker',  vielleicht 
urverwandt  mit  hammäl  'Lastträger',  s. 
hier  Nr.  806,  SCHOTT  in  ZDMG  XXXIH, 
54:-!];  aus  dieser  oder  einer  anderen 
semitischen  Form  gr.  Ka|nriXo;,  lat.  cä- 
7nelus,  *cämellus\  hieraus  it.  cammello, 
siz.  camiddu,  \n-ov.  camels,  Irz.  chameau, 
kat.  camell,   sp.   cameUo,    pg.  camelo; 
dtsch.  Kamel,  engl,  caniel;  [aus  gr.  ko- 
|a»iXiov]  russ.  (alt)  hamil',  bulg.  kamila, 
serb.  kamila,  kamilj.  —  Vielleicht  nur 
volksetymologisch    hängt    mit  diesem 
Grundwort  lat.  camelinum,  camelötum, 
gr.  KaiwiriXuuTri  zur  Bezeichnung  eines 
'langhaarigen,  plüschartigen  Stoffes'  zu- 
sammen;    hieraus    altit.  cammellino, 
canibellotto,  it.  cammellotto,  sp.  camelote, 
frz.  camelot,  dtsch.  Kamelot,  Kamelott 
[früher:  Schamlott,  Zamlott],  Kamelhaut, 
russ.  kamlot,  ßech.  kamelot,  poln.  kamlot. 
—   Aus   dem   tk.  gamal  'Hanswurst, 
läeherhcher  Kerl'  wurde  rum.  geamalä 
'Riese,  Ungetüm'.  —  Vielleicht  ist  aus 
dem  semitischen  Grundwort  auch  ge- 
worden   gr.    KaßäWri«;,    lat.  caballus; 
hieraus  zahlreiche  romanischen  Formen 
und  schließlich  auch  dtsch.  'GauV.  — 
Auf  denselben  semitischen  Stamm  geht 
wahrscheinlich  der  Eigenname  Kam  eil 
zurück;  nach   dem   Brünner  Jesuiten 
JOSEF  KAMELL  ist  die  Kamelie  Thea 
japouica,  frz.  camüia,  benannt,  da  er 
sie  i.  J.  1738  zuerst  in  zwei  Exemplaren 
von  Japan  nach  London  brachte.  [Kluge 
223.  ML  1544.  Gorjajew  130.  BernSlLlt- 
Wb477.  GSAJin,  144. 

654.  Mal.  gambu: 
[Pijn  87  b]  'Eßbare  Frucht  eines  Baumes 
Eugenia  jambosa';  hieraus  frz.  jambose, 
jambosier,  jambolier.  Mit  frz.  rose  er- 
gab das  mal.  Grundwort  frz.  jamrosade, 
eine  besondere,  auf  S.  Domingo  wach- 
sende Art  des  Baumes,  wegen  des  Rosen- 
duftes ihrer  pommier-rose  genannten 
Früchte  so  bezeichnet.  Die  Namen 
jambolane  auf  S.  Domingo  und  jambo- 
longue,  jamlonge  auf  Ile  de  France  sind 
durch  mal.  gambelan  [Pijn  87]  'eine 
Frucht  Syzygium  Orientale'  beeinflußt. 
[Devic  DEt  142/143. 


655.  Ar.  gäini': 

Part,  praes.  act.  vom  Vb.  gamda  'ver- 
einigen', also  'der  vereinigende  (Ort)', 
Bezeichnung  für  die  Moschee,  die  die 
Muslime  zum  Freitagsgebete  vereinigt; 
ihr  Kennzeichen  ist  es,  daß  hier  die  sog. 
hnfba,  das  rituelle  Gebet  am  Freitag, 
von  einem  besonderen  Prediger  hätib 
gesprochen  [im  Gegensatz  zum  masgid, 
s.  hier  Nr.  1435];  hieraus  rum.  geamiä, 
geamie  'Moschee.' 

656.  Ar.  gami': 

'Alles'  [vom  gleichen  Stamme  wie 
Nr.  655];  hieraus  sp.  algemifao  [wört- 
lich: 'einer,  der  alles  verkauft']  'Klein- 
händler, Hausierer'.    [DE  124. 

657.  Ar.  gäini'a: 

[Fem.  zu  Nr.  655,  also  'die  vereinigende', 
d.  h.]  'Handfesseln';  hieraus  mit  ar.  Art. 
sp.  algema,  meist  im  plr.  algemas  'Hand- 
fesseln, -schellen'.  [DE  124.  Constancio 
Dicc  50  c  (hier  von  ar.  lagama  'fest- 
halten' abgeleitet). 

658.  Ar.  gainll: 

'Schön,  hübsch';  hieraus  mit  ar.  Art. 
und  ähnlicher  Erweiterung  wie  algemifao 
[s.  hier  Nr.  656]  sp.  algimifrado  'ge- 
schmückt, geschminkt'.    [DE  127. 

659.  Hebr.  gänaß: 

'Stehlen' ;  hieraus  die  gaunersprachlichen 
Ausdrücke  dtsch.  Gannef  'der  Dieb', 
ganfen  'stehlen,  wegstibitzen',  ndl.  ganf, 
gannef  'Dieb',  genff'en  'stehlen',  engl. 
gonoff  'junger  Dieb';  it.  (dial.)  galufa 
'stehlen'  [mit  Vi^echsel  von  n  zu  l  wie 
Bononia  >  Bologna],  it.  gaglioffo  'Be- 
trüger' [mit  Anlehnung  an  gagliardo  mit 
ähnlicher  Bedeutung],  'Schelm' ;  hieraus 
die  slav.  Gruppe  goljuf  'Betrüger'  [Bern 
SlEtWb  321,  wo  es  heißt:  ,Die  Herkunft 
des  Wortes  ist  unbekannt"].  —  Jiddisch 
kes'ngan'w  'Taschendieb'  [aus  hebr.  kis, 
s.  hier  Nr.  1185].  [Kluge  155.  KZ  II, 
83;  Vlll,  394.  Birnbaum  HebrEl  52. 
ZfSem  IV,  260. 

660.  Pers.  ganbaz: 

'Seiltänzer'  [aus  gän  'Leben,  Seele'  Horn 
NpEt  S.  93,  Nr.  413,  und  bäz,  Präsens- 
stamm zu  bähtän  'spielen',  also  eigent- 
lich ,der  mit  dem  Leben  spielt"],  tk. 
gambaz  'dass.,  Pferdehändler';  hieraus 
rum.  geambaf  'Roßkamm,  -täuscher; 
Halunke',  bulg.  djengubez  'Schelm,  Spitz- 
bube'. 

661.  Ar.  ganbi: 

'Seitlich',  Adj.  zu  ganba  oder  ganl  'Seite' ; 
hieraus  sp.  gambito,  dtsch.  Gambit  im 
Brettspiel  [gewöhnlich  wird  allerdings 
ar.  {/  zu  sp.  ^1]. 

662.  Ar.  ganbija: 

'Dolch'  [FISCHER  in  MSOS  II,  234 
Anm.  5];  hieraus  sp.  jambete,  ganibete 


53 


[Ar.  gandur. 


[vielleicht  canivete,  wenn  dieses  nicht 
eher  Femin.  zu  canif  ist],  frz.  japibette 
'Taschenmesser'.  [DEFREMERY  in  JAs 
1862  (janv.);  DE  290;  Lani  mens  Rem  137. 

6(13.  Ar.  gandür: 
'Stutzer,  eitler  Geck',  der  Vertreter  des 
südeuropäischen  dolce  far  niente  [Dozy 
Vetem  98] ;  hieraus  sp.  Ijat.  galiz.  gandul 
'Müßiggänger,  Tagedieb',  gandulera 
'Kokette',  gandulear  'bummeln',  pg. 
gandaia  'Strolcherei,  Lumpenhandel', 
sp.  gandaya  'Müfdiggang',  kat.  gandullo, 
sp.  gandaya  'Haube',  nprov.  gandun 
'Landstreicher',  gandaio  'Dirne'.  [DE 
272/4.  Eguilaz4Ü7.  ZfromPh  XXXVIII, 
135.  ML  3671. 

664.  Ar.  ganib: 
'Seitenpferd,  Handpferd'  [zu  ar.  yanb 
'Seite',  s.  hier  Nr.  661];  hieraus  der 
Sternname  Älgenih  y  Pegasi,  der  an  der 
Seite  des  Pferdes  gelegen  ist.  [Devic 
DEt  17/18.    Idekr  Sternn  116. 

66.'!).  Ar.  ^aiiTiun: 
'Beute,   Gewinn';   hieraus   sp.  galima 
'Beute'  [alt;  neue  Bedeutung:]  'häufitrer 
kleiner  Diebstahl'.     [DE  272.  Eguilaz 
408.    ML  3674. 

666.  Ar.  ^aniiäm: 

'Hirt'  [von  ganam  'Kleinvieh'];  hieraus 
sp.  gaüan  'Schäferknecht',  pg.  ganhäo 
'Landarbeiter;  gewöhnhcher  Mensch' 
[Constancio  Dicc  584c];  mit  ar.  Art. 
alganame  'Oberschäfer,  Hirt  einer  Vieh- 
herde' [ebenda  50b].  [DE  119.  Eguilaz 
175.    ML  3675. 

667.  Ar.  gär: 

'Höhle';  hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  algar 
'Höhle,  Keller'. 

668.  Tk.  gar: 

'Schleier,  Tuch'  [aus  pers.  cädir,  s.  hier 
Nr.  380;  zu  der  Verkürzung  vgl.  pers. 
gärsäb,  tk.  carsaf,  hier  Nr.  691];  hieraus 
rum.  gear  'Sclial'. 

669.  Ar.  gära: 

'Streif-  und  Raubzug  auf  feindliches 
Gebiet';  hieraus  mit  ar.  Art.  sp.algara 
'Streifzug,  Haufe  berittener  Parteigänger', 
Vb.  algarear  'Kriegsgeschrei  erheben' 
[man  denke  an  den  Brauch  der  Araber, 
wie  die  homerischen  Helden  den  Angriff 
mit  lautem  Geschrei  zu  beginnen  und 
zu  begleiten],  algarada  'Kriegsgeschrei'; 
pg.  algara  'Gefecht,  Kampf,  Slreifzug' 
(Constancio  Dicc  50b];  frz.  algarade 
'Kriegsgeschrei'.  [V.  HAMMER-PURG- 
STALL  in  ZDMG  V,  192  Anm.  DE  119. 
Eguilaz  176.  Devic  DEt  17.  Lammens 
Rem  12.    ML  3679. 

670.  Ar.  garad: 

'Geschwulst',  insbesondere  eine  knochen- 
harte Anschwellung  am  hinteren  Rande 


des  Sprunggelenks  der  Hinterbeine  des 
Pferdes  [Hasenhacke  oder  Hasenspat, 
vgl.  Theodor  Heinze,  Pferd  und  Reiter. 
6.  Aufl.  Leipzig  18S9.  S.  75];  hieraus 
it.  ginrda,  zarda,  zerda,  frz.  jarde, 
jardon  'dsLSS.\  [DevicDEL143.  ML3943. 

671.  Ar.  garänia: 

'Steuer' ;  hieraus  sp.  pg.  garrama  'Steuer, 
Abgabe,  Raub,  Erpressung'.  [DE  275. 
Eguilaz  410.    ML  3680. 

672.  Ar.  garas: 

'Glocke,  Klingel';  hieraus  mit  ar.  Art. 
sp.  aljaraz.  (dial.)  nljarges,  aljorses. 
[DE  145.    Eguilaz  203.    ML  3943  a. 

673.  Ar.  garbäl: 

Klassisch-ar.  girbäl  'Sieh'  [dem  lat.  cri- 
öeZZtw  merkwürdig  ähnlich] ;  hieraus  siz. 
garhula  'Sieb,  Kasten  der  Trommel',  it. 
garhellare  'durchsieben'  (z.  B.  die  klein- 
sten Stücke  einer  Droge),  gavhellatura 
'die  kleineren  Stücke  einer  Ware,  die 
durch  das  Sieb  hindurchfallen',  ebenso 
frz.  grabeler,  graheaii,  sp.  garhillo  'Sieb'. 
—  Aus  mit  Imäla  gesprochenem  garbel 
ergab  sich  sp.  arel  'großes  Sieb'. 
[GrSVociSic  238.  DE  188.  198.  274. 
Devic  DEt  132.    ZtVlWf  XI,  9/10. 

674.  Ar.  garbi: 

'Westlich';  hieraus  il.garbino,  frz. garbin 
'Südwestwind'  auf  dem  Mittelmeere, 
prov.  garbin,  sp.  garbino  'Süd-  oder 
Westwind',  sp.  pg.  algarve  'fruchtbar', 
pg.  garabia  'Westen'.  Aus  dem  It. 
wurde  serb.  garbin  'Südwind'.  Jeden- 
falls mit  Kontamination  von  al-  arabija 
'die  arabische  Sprache'  entstand  pg.  al- 
garabia,  pg.  algravia,  frz.  charabia  'un- 
verständliches Zeug,  Kauderwelsch',  frz. 
insbesondere  'Dialekt  der  Auvergne'.  — 
Aus  demselben  Stamme  ar.  garaba 
'untergehen  (Sonne)'  ist  mit  präfigiertem 
ma-  zur  Angabe  des  Ortes  magrib  ge- 
bildet; der  Magreb  ist  Nordwestafrika 
von  Tunis  bis  Marokko;  ms  al-magribl 
'der  Bewohner  des  M.'  wurde  irz. 
maugrebin  'dass.'.  —  Auch  der  Name 
der  pg.  Provinz  Algarve  ist  ar.  garb 
'Westen',  daher  sp.  algarabio,  algarabia, 
pg.  algaravio  'Bewohner  von  Algarve'. 
[DE  119.  241.  Eguilaz  178.  Devic  DEt 
125.    ML  3683.    Bern  SlEtWb  295. 

675.  Pers.  gärdän: 

'Hals,  Nacken'  [Horn  NpEt  S.  201 ,  Nr.  903], 
ebenso  tk.  gerden  'dass.,  Halsband'; 
hieraus  rum.  gherden,  ghiordan  'Hals- 
band, Perlenschnur',  bulg.  gerdan,  serb. 
dierdan  'Halsband',  kliuss.  garda 
'Schmuck,  Zierat'. 

676.  Ar.  garf: 

'Fülle  des  Grases;  trockenes  Kraut'; 
hieraus  siz.  gerfa  'hoch  geschossene 
Pflanze'.    [GrSVociSic  238. 


Pers.  gäigängä.] 


54 


677.  Pcrs.  g::irgäii^ä: 

'Mulier  eoilu  iiisaliabilis'";  hieraus  an- 
geblich l'rz.  ffoiirgandine  'feile  Dirne'. 
[Etymologie  von  PIHAN.]  [Devic  DEt 
132. 

678.  Ar.  ^arl: 

'Jugendlich;  schön,  artig';  hieraus  sp. 
pg.  garrido  'zierlich,  schön,  artig,  rei- 
zend'.   [ML  3087. 

(579.  Hiud.  gravi: 
'Karre,  Wagen' ;  hieraus  angloind.  garry, 
gharry  'dass.'.    [Hobson  Jobson  3(55. 

ü80.  Ar.  garlb: 
'Fremd,  seltsam' ;  hieraus  mit  ar.  Art. 
sp.   algarivo    'ein   Fremder,  schlecht' 
[nach  DE  l!21  „pas  dans  les  dictionnai- 
res",  Vgl.  jedoch  Dicc  Gast  121  a]. 

681.  Ar.  garid: 

'Pdlmzvveig  ohne  Blätter,  Speer',  ebenso 
tk.  gerid,  girit;  hieraus  rum.  gerid 
'Wurfspieß',  serb.  dzilit  'Wurfstab',  poln. 
dziryt  'kurzer  Spieß'.  —  [Über  das 
Geridspiel  bei  Arabern  und  Türken  vgl. 
Max  Freiherr  v.  Oppenheim,  Vom  Mittel- 
meer zum  persischen  Golf.  Berlin  1900. 
II,  38/39  und  H.  D.  Mordtmann,  Ana- 
tolien.  Skizzen  und  Reisebriefe  aus 
Kleinasien.  Eingeleitet  von  Franz  Ba- 
binger.   Hannover  192.5.    S.  484.] 

682.  Ar.  garim: 

'Schuldner',  plr.  guramä^,  tk.  gurema 
als  sglr.  gebraucht;  hieraus  imn.cwama 
'Zeche'. 

683.  Ar.  garima: 

'Verbrechen;  Strafe  dafür',  ebenso  tk. 
geriin ;  hieraus  rum.  geremea  'Strafe'. 

684.  Tk.  gärmsnd: 

Vulg.  gemesit  [aus  pers.  gärni  'Avarm' 
Horn  NpEt  S.  203,  Nr.  911,  und  süd 
'Nutzen,  Vorteil'  ebenda  S.  166,  Nr.  751] 
'eine  Art  Stoff' ;  hieraus  rum.  ghermesit 
'Art  Atlas'. 

685.  Ar.  garnait: 

'Zibetkatze'  [CHERBONNEAU  in  JAs 
1849,  I,  541];  hieraus  frz.  genette,  sp. 
pg.  gineta  'Zibet-  oder  Risamkatze,  Vi- 
verra  genetta  L.'.  —  [*(.fa)gmetta  ist 
schon  von  DIEZ  als  Grundwort  zurück- 
gewiesen worden.]  [DE  276.  Eguilaz 
413.    Devic  DEt  127.    ML  3949. 

686.  Berb.  garulu: 

'Distel';  hieraus  mit  berb.  Präfix  ta- 
sp.  tagarnina  'eine  Art  Distel;  sehr 
schlechte  Zigarre,  Stinkadores'  [DiccCast 
1804  b].  —  [Besteht  ein  Zusammenhang 
mit  gr.  äxapva  'Distel',  woraus  frz. 
acarne,  sp.  acarna'^] 

687.  Ar.  garra: 

Vb.  'ziehen,  durch  Ziehen  mitschleppen', 
schon  von  Ibn  Battuta  IV,  247  als  Fach- 
ausdruck der  Schiffahrt  benutzt:  'Schlep- 


pen, remorquer';  hieraus  sp.  navejar 
oder  llevar  a  jorro,  pg.  levar  a  zorros 
'schleppen',  sp.  jorro  'Schlepptau' ;  ndl. 
sjorren,  opsjorren  [wozu  noch  sjorklamp, 
sjorring,  sjortouw].  Pg.  päo  de  jorro, 
jorräo  'Karren  ohne  Räder  zum  Ab- 
flachen der  Erde  oder  zum  Schleppen 
schwerer  Lasten'  [Constancio  Dicc  640]. 
[DE  291/292. 

688.  Ar.  garra: 

'Wassergefäß,  Krug';  hieraus  it.  giara 
'Krug  mit  zwei  Henkeln',  siz.  giarra 
'Olkrug',  prov. /arra,  üz.jarre,  sp.jarra, 
pg.  zarra,  jarra  'Krug'.  BAISF  in  Zf 
romPh.  V,242  führt  sp.  charro  'mit  ge- 
schmacklosen Zieraten  überladen;  Lüm- 
mel' auf  dieses  Grundwort  zurück.  [DE 
290.    Eguilaz  431.    ML  3944. 

689.  Ar.  garräfa: 
'Weitbauchige  Flasche'  [vom  Vb.  garafa 
'schöpfen';  das  Subst.  ist  nicht  klassisch- 
ar.,  sondern  scheint  nur  vulgär  imMagrib, 
s.  hier  Nr.  674,  gebräuchlich  zu  sein] ; 
hieraus  sp.  pg.  garrafa,  frz.  caraffe, 
carafe,  it.  caraffa,  siz.  carrabba  'Wasser- 
flasche, Flasche  für  Wein  od.  ähnl.'; 
dtsch.  Karaffe,  Karaffine,  ndl.  karaf, 
engl,  caraffe;  russ.  grafin,  poln.  karafka, 
ßech.  karafina,  bulg.  karafa.  —  [Ab- 
leitung aus  ar.  kar'a  'Kürbis,  Kürbis- 
flasche' geht  für  kat.  carbassa,  sp.  cala- 
baza,  pg.  cabaga  'Flasche'  ebensowenig 
wie  die  Gruppe  caraffe  aus  angeblichem 
ar.  karä'a  ML  4676  u.  6900].  —  [DE 
274.  Dozy  Oost  48/50.  Hobson-Jobson 
160.    Gorjajew  78. 

690.  Ar.  garräli: 

'Wundarzt,  Chirurg';  hieraus  rum.  gerac 
'dass.'. 

691.  Pers.  gärsäb: 

'Stoffdecke,  Tischtuch'  [aus  pers.  cädir, 
s.  hier  Nr.  380,  und  sab  'Nacht'  Horn 
NpEt  S.  171,  Nr.  775];  tk.  carsaf^  'Lein- 
tuch, Art  Staubmantel,  in  den  sich  die 
tk.  Damen  beim  Ausgehen  hüllen'; 
hieraus  rum.  cearceaf,  cearsaf  'dass.'. 

692.  Ar.  gäsija: 

'Satteldecke'  [vom  Vb.  gasä,  Part,  praes. 
act.  fem.,  also  eigentlich  'die  Bedeckende']; 
hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  algagias  'Aus- 
rüstung eines  reitenden  Soldaten'  [so 
nach  Engelmann;  dagegen  will  Dozy 
Jiawa'ig,  plr.  von  Jßga,  s.  hier  Nr.  775, 
also  'die  Kleider',  als  Grundwort  auf- 
stellen. Lautlich  bietet  die  erste  Ety- 
mologie weniger  Schwierigkeiten  ;  seman- 
tisch ist  der  Übergang  von  'Satteldecke' 
zur  'Gesamtausrüslung  des  Reiters'  eine 
Regriffserweiterung,  wie  sie  sehr  häufig 
ist].    Vgl.  hier  Nr.  755.    [DE  117. 

693.  Sskr.  gat: 

Od.  jata,  bind,  jhuta,  jhuto  'kraus'. 


55 


[Ar.  gauhar. 


Hieraus  ist  der  Name  der  Jutepflanze 
Gorchorus  capsularis  L.  oder  C.  olitorius 
L.  entstanden,  da  ihre  Wurzel  stark  ge- 
wellt oder  kraus  ist.  Die  Pflanze,  die 
in  Indien,  besonders  in  Bengalen,  hei- 
misch ist,  ähnelt  dem  Hanfe  sehr,  ist 
aber  kleiner  und  gedeiht  in  feuchtheißem 
Klima.  Nach  Europa  gelangle  die  Jute 
{früher  dtsch.  Dschute  gesprochen], 
engl,  jute,  zu  Anfang  des  18.  Jahr- 
hunderts durch  Vermittlung  eines  engl. 
Kaufmanns  in  Kalkutta.  Der  Hauptein- 
fuhrhafen für  ganz  Europa  ist  Liverpool 
geworden;  die  erste  Spinnerei  für  Jute 
wurde  i.  J.  183!2  in  Dundee  errichtet. 
[Hobson-Jobson  474. 

694.  Ar.  ganimr: 
'Edelstein,  Juwele'  [ursprünglich  pers. 
göhär  'Edelstein'  Horn  NpEt  S.  211, 
Nr.  948] ;  hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  aljöfar 
'schief  und  unregelmäßig  gebildete, 
kleine,  echte  Perle;  Samenperle',  pg. 
aljofre.  Aus  dem  ar.  plr.  gatmhir  wurde 
tk.  gewahir  als  Sgl.  gebraucht,  gewahirgi 
Juwelier';  hieraus  Tum.  giuvaer  ^ix\.vi&\, 
Kleinod',  giuvaericä  'Geschmeide, 
Schmucksache',  giuvaergiü  'Juwelier, 
Juwelenhändler'.  [DE  145.  Eguilaz203. 
ML  3945. 

095.  Ar.  g:auzä': 
'Zwillinge',  aber  auch  Bezeichnung  für 
<3as  'Sternbild  des  Orion'.  Aus  ras  al-g. 
'der  Kopf  des  Orion'  [zu  räs,  s.  hier 
Nr.  1701]  wurde  Easalgeuse  ß  Orionis; 
aus  ibt  al-g.  oder  verkürztem  plr.  bät 
ol-g.,  mit  Imäla  het  al-g.,  wurde  der 
Sternname  Beteigeuze  a  Orionis.  [Ab- 
leitung aus  hait  al-g.  Devic  DEt67  'Haus 
der  Zwillinge'  ist  nicht  annehmbar.] 
[Ideler  Sternn  151  u.  223. 

()9ö.  Tk.  gawga: 
'Zank,  Streit',  vulg.  auch  kawga  [Kele- 
kian  Kämüs  878];  hieraus  bulg.  serb. 
kawga  'Streit,  Zank'.  Bern  SlEtWb  495. 

697.  Ar.  gazä'ir: 

Plr.  von  gazlra  'Insel';  N.  pr.,  Name 
einer  nordafrikanischen  Stadt,  Algier. 
Dazu  das  Adj.  gazä^irl;  hieraus  it. 
ghiazzerino  'Panzerhemd'  [ursprünglich 
in  Algier  hergestellt],  prov.  jazeran, 
jazerenc,  afrz.  jazerant,  sp.  jazarina, 
pg.  jazerina,  jazeräo.  —  [Ableitung  aus 
lat.  *acennus  bei  Körting,  Lateinisch- 
romanisches Wörterbuch,  oder  *jaco- 
zarad,  d.  h.  frz.  jaque  und  garad  'Ring' 
DE  289  sind  unhaltbar.]  [Eguilaz  427. 
ML  3947. 

698.  Ar.  gazal: 
'Liebesgedicht',  das  nicht  weniger  als  7 
und  nicht  mehr  als  17  oder  18  Verse 
zählen  darf  [in  letzterem  Falle  liegt  eine 
Kasida  vor];  hieraus  z.  B.  frz.  gJiazel, 


dtsch.  Gasel  (PLATEN).  [Devic  DEt 
128. 

699.  Ar.  gazäl: 

'Gazelle,  Antilope  dorcas  Lieht.';  die  nord- 
afrikanische Aussprache  hat  Imäla,  also 
gazel;  hieraus  sp.  gacela,  pg.  gazella, 
frz.  gazelle,  it.  gazzella,  rum.  gazelä; 
engl,  gazelle,  ndl.  gazel,  dtsch.  Gazelle, 
siihviQä.  gasell;  luss.  gazel'.    [DE  5!71. 

700.  Ar.  gazära: 

'Fülle  von  Milch  und  Wasser;  Stimmen- 
gewirr'; hieraus  it.  gazzarra  'Lärm', 
gazzurro  'Freude,  der  man  durcii 
Kanonenschüsse  oder  militärische  Musik 
Ausdruck  gibt',  sp.  algazara,  pg.  alga- 
zarra  'Kampfgeschrei'. 

701.  Ar.  gazwa: 

'Kriegszug'  gegea  andere  Beduinen- 
stämme; hieraus  pg.  gazua,  gaziva 
[Constancio  Dicc  587  b]  'militärische 
Expedition;  Raub  und  Erpressung',  frz. 
razzia,  vvma.razzia,  dtsch.  Razzia  'Streif- 
zug' (z.  B.  der  Polizei).    [DE  275. 

702.  Ar.  (iazza: 

Hebr.  '^Azzäh;  gr.  Vdta,  N.  pr.,  Name 
der  südlichsten  Stadt  an  der  Küste  Pa- 
lästinas [vgl.  ZDPV  VII,  1/14];  hiernach 
soll  die  Gaze,  frz.  gaze,  'ein  durchsich- 
tiger, feiner  Stoff',  benannt  sein.  Da 
aber  bis  jetzt  keine  Textilindustrie  in 
älteren  Zeiten  hier  nachgewiesen  ist, 
muß  die  Etymologie  als  rein  willkürlich 
angezweifelt  werden;  die  Ableitung  aus 
kazz  [s.  hier  Nr.  1147]  ist  unbedingt 
vorzuziehen. 

703.  Mal.  gedong: 

'Großes  Haus,  besonders  der  Europäer; 
Faktorei,  Warenlager'  [aus  telugu  gi- 
dahgi,  giddangi;  tamil  kidangu  'ein 
Platz,  wo  Waren  liegen',  von  hidu  'lie- 
gen']; hieraus  angloind.  godoivn,  frz. 
gotidon  'Faktorei'  der  handeltreibenden 
Völker  Europas  im  malay  ischen  Archipel ; 
auch  'Warenhaus,  Laden'  in  allen  chi- 
nesischen Häfen.  In  Japan,  wo  mangels 
jeder  anderen  Möglichkeit  alles,  was  eine 
Familie  an  Schätzen  besitzt,  in  einem 
benachbarten  Hause  aufbewahrt  wird, 
bedeutet  godown  im  lokalen  Dialekte 
dieses  feuersichere  mit  Erd-  oder  Lehm- 
mauern versehene  Lagerhaus.  [Hobson- 
Jobson  381/382.  Chamb  AllJap  43. 
MMM  22. 

704.  Tk.  gegelik: 
'Nachtgewand,  Nachtmütze'  [aus  gege 
'Nacht'  vom  Stamme  ket,  kec  'wegziehen, 
vorübergehen,  spät.  Abend'  Vämbeiy 
TktEtWb  S.  99/100,  Nr.  10711  und  Suffix 
•lik  zur  Angabe  des  Kleidungsstückes, 
s.  z.  B.  hier  Nr.  260] ;  hieraus  mm.  ghi- 
gilic  'Nachtmütze'. 


Hebr.  Gghinnöm.] 


56 


705.  Hebr.  (jehiiinöin: 

Eiijeiitlich  <jc  ben  Hinttöm  'Garten  des 
Sohnes  Hinnonis',  N.  pr.,  ein  Ort  in  der 
Nähe  von  Jerusalem,  an  dem  in  einem 
Tempel  dem  Moloch  Menschenopfer  dar- 
gebracht wurden.  Diesen  Greueln  machte 
König  Josias  ein  Ende,  indem  er  den 
Platz  zu  einer  Abfuhrslätte  für  Schutt 
und  Müll  machte.  So  wurde  das  übel- 
riechende Gehinnom  mit  'Hölle'  synonym. 
Hieraus  gr.  ye^wa,  lat.  gehenna,  frz. 
geheime,  engl,  gehenna,  dtsch.  Gehenna, 
russ.  bulg.  geenna  'Höhle',  daneben  in 
übertragener  Bedeutung  afrz.  gehene 
'Folter,  Qual,  Zwang',  frz.  gene  'Qual, 
Zwang',  Vb.  ghie)-  'belästigen',  dtsch. 
genieren  'dass.,  stören';  poln.  zena 
'Zwang',  Vb.  zenowad 'genieren''.  [Devic 
DEt  126.  Karlowicz  415. 

706.  Jap.  geisa: 
'Berufsmäßige  Sängerin  und  Tänzerin ; 
Tanzmädchen';  hieraus  in  allen  euro- 
päischen Sprachen  Geischa,  meist  engl. 
geisha.    [Chamb  AllJap  467/468. 

707.  .Mal.  gekok: 

Name  einer  Eidechsenart,  vermutlich 
wegen  ihres  Rufes,  also  onomatopoetisch 
[Pijn  202j;  hieraus  mit  Abfall  von  fc 
[vgl.  bruk  >>eugl.  bfuh  'eine  Fapageien- 
art',  batak  batta]  engl,  gekko,  gecco, 
gecko,  ndl.  gekko,  dtsch.  Gecko,  frz.  gecko, 
sp.  geco  'Ascalobotes'.  [Devic  DEt  126. 
JAOS  XVII,  139/14^2. 

708.  Tk.  gelniek: 

'Kommen'  [Stamm  kel,  gel  'nahen, 
kommen'  Vämbery  TktEtWb  S.  96,  Nr. 
102],  dazu  3.  Fers.  sgl.  praes.  gelir  'er 
kommt'  oder  als  part.  'das,  Avas  kommt; 
der  Gewinn';  hieraus  rum.  gheli?-'  Ge- 
winn'. 

709.  Tk.  gemi: 

'Schiff';  hieraus  rum.^ÄJWi/e'Schaluppe'; 
hu\g.  gemtja,  serb.  zemija,  Wvass.hemija, 
pohi.  komi^ga,  kom§ga,  russ.  konijaga 
'Kahn,  Boot'.  [Gorjajew  154.  Bern  Sl 
EtWb  300. 

710.  Hiud.  gendhäua: 
'Ballhaus'  [zu  Mna,  s.  hier  Nr.  809]; 
hieraus  mit  Anlehnung  an  gym,  die 
übliche  Abkürzung  für  gymnasHcs,  anglo- 
ind.  gymkhatia,  auch  allgemein  seit  1861 
in  England  gebräuchlich:  'Art  Sportplatz', 
auf  dem  alle  Arten  Sport,  z.  B.  Athletik, 
Rennen,  Lawn-Tennis,  gepflegt  werden 
können.    [Hobson-Jobson  407. 

711.  Berb.  gergit  : 

'Lanze'  [von  der  Wurzel  get-  'werfen'], 
hieraus  sp.  gorguz,  pg.  gorgnz,  gurguz 
'kurze  Lanze,  eine  Art  Pfeil'.  [DE  279. 

712.  Mal.  getali: 
'Pflanzensaft,  Baumharz'  [Pijn  194] ;  dazu 
mal.  pSrcah  'eine  Baumart,  Isonandra 


gutta  Hooker';  gStah-percah  ist  also  der 
gummiartige  Saft  des  Pertschabaumes, 
der  zuerst  in  den  Wäldern  von  Singapur 
den  Malayen  bekannt  wurde  und  .sich 
.^eit  dem  Jahre  1843  über  ganz  Europa 
und  Amerika  in  den  Industrien  verbreitet 
hat.  Engl. gufia-percha,  hz. guita-percha, 
sp.  giUapercha,  pg.  guftapet-cha,  it.  gutta 
perca;  dtsch.  Guttapercha,  ndl.  schw. 
glitta-percha,  dän.  gutta-perka;  russ. 
gutta-perca,  gutaper  ca.  —  Im  frz.  gomnie- 
gutte  ist  also  der  zweite  Bestandteil 
nichts  anderes  als  die  Übersetzung  des 
ersten  Teiles.  [Devic  DEt  134.  MMM 
23/24.  25.  JAOS  XVHI,  54/58. 

713.  Hebr.  gezera: 

[Modernes  Wort]  'Erregtes  Gespräch, 
Behauptung';  hieraus  gaunerdtsch.  jü- 
dischdtsch.  Geseier,  Geseires  'weitläufiges 
Gerede'. 

714.  Hind.  ghariyäl: 

Hieraus  Gavial,  Gavialis  gangeticus,  eine 
Art  Krokodil;  engl,  gavial.  [Hobson- 
Jobson  366/367. 

715.  Ar.  gi'är: 

'Schnur';  hieraus  siz.  (Messina)  ciaera 
'Hanfseil'  [dagegen  in  Palermo :  curina]. 

716.  Ar.  gibs: 

'Gips'  [aus  gr.  yü^oq,  lat.  gypsum]; 
hieraus  it.  gesso,  pg.  gesso,  sp.  yeso,  algez 
[woraus  dann  wieder  ar.  gass,  vulg.  gess 
nach  dem  Orient  zurückgewandert  ist]. 
Die  übrigen  europäischen  Formen  des 
Wortes  sind  unmittelbar  aus  dem  Lat., 
z.  B.  frz.  gypse  [gewöhnlich  pMtre], 
dtsch.  Gyps,  Gips.  [Doch  i.st  es  nicht 
unwahrscheinhch,  daß  das  gr.-lat.  Grund- 
wort selbst  wieder  aus  dem  Orient 
stammt,  vgl.  hebr.  gä^ls  'Kristall'  Hiob 
28,  18;  ZDMG  XXV,  542  f.  In  der  Tat 
deuten  der  alte  Gebrauch  des  Gipses  bei 
den  Ägyptern  und  in  Äthiopien  (vgl. 
Herodot  3,  24  u.  7,  69)  sowie  die  Her- 
kunft der  besten  Sorten  aus  Syrien 
(vgl.  Plinius  36,  59)  auf  orientalischen 
Ursprung  auch  des  Namens.]  Übrigens 
ist  auch  tk.  alcy  'Gips'  eine  verderbte 
Form  für  ar.  al-gibs. 

717.  Ar.  gidär: 

'Irdene  Schüssel';  hieraus  mit  ar.  Art. 
pg.  alguidar  'irdenes  Gefäß,  das  sich 
vom  Grunde  nach  den  Rändern  hin  ver- 
breitert und  in  dem  man  Sachen  aus- 
wäscht' [Constancio  Dicc  51b;  DE  1 32]. 

718.  Tk.  gidi: 

Eigentlich  git-di,  gitti  'er  ist  gegangen' 
[vom  Vb.  gitmek  'gehen',  Stamm  ket, 
kit  'wegziehen,  abgehen,  gehen' Vämbery 
TktEtWb  S.  99,  Nr.  1071];  hieraus  rum. 
ghidi  Interj.  'ei!  sieh  da!',  nach  Löbel 
EITAP  47  auch  „exclamation  de  me- 
iiace".  Eine  Erweiterung  des  Grundworts 


57 


[Tk.  giger. 


ist  rum.  ghidu^  'Spafamacher,  Seiltänzer', 
ghidu^ie  Tosse,  Schelmenhaftigkeit'. 

719.  Tk.  giger: 

'Eingeweide,  Leber  oder  Lunge'  [aus 
pers.  gigär  'Leber'  Horn  NpEt  S.  95, 
Nr.  425] ;  man  unterscheidet  ak  g.  'weiße 
Eingeweide,  d.  h.  Lunge'  und  kara  g. 
'schwarze  E.,  d.h.  Leber';  hieraus  ent- 
sprechend l)ulg.  dziger:  hei  dziger 
'Lunge',  ceren  dz.  'Leber',  serb.  diige- 
rica:  iijela  dz.  'Lunge',  crna  dz.  'Leber'. 
[Bern  SlEtWb  242. 

720.  Ar.  gilnf: 

'Scheide,  Futteral,  Schachtel,  Büchse', 
ebenso  Ik.  kylyf  'dass.';  hieraus  rum. 
cäläf  'Behälter',  cäläfat  'Deckel'. 

721.  Hebr.  gim§l: 

Der  dritte  Buchstabe  des  hebr.  Alpha- 
bets, er  bedeutet  auch  die  Zahl  'drei'; 
hieraus  dtsch.  KiimmelhUittchen,  also 
eigentlich  „  Dreiblättchen ein  Spiel  mit 
drei  verdeckten  Karten,  von  denen  eine 
zu  suchen  ist.    [Kluge  2ö7. 

722.  Mal.  giuggang: 

'Art  Stoff'  [Pijn  195b,  vollständig  käin 
ginggmxg  'gestreiftes  Baumwollenzeug', 
wohl  ursprünglich  javanesisch  'ver- 
bleichend, vergänglich'];  hieraus  anglo- 
ind.  engl,  gingham  'Baumwollstoff  aus 
gefärbtem  Garn,  gestreift,  kariert  oder 
in  anderen  Mustern',  familiär  auch 
'Sonnenschirm',  ndl.  gingam,  gingang, 
dtsch.  Bchwed.  dän.  gingang,  dtsch.  Ging- 
gang, Ginghati ;  frz.  guinyan,  guinganip, 
sp.  gingen,  pg.  giiingäo,  it.  guingano, 
ghingano.  —  [Französische  Etymologen 
führen  den  Namen  auf  die  trz.  Stadt 
Guingamp  [Dep.  Cötes  du  Nord]  zurück, 
wo  tatsächlich  Textilindustrie  betrieben 
wird.]   [JAOS  XVII,  142/144. 

723.  Ar.  giuu: 

'Dämon,  Gespenst'  [Lammens  Farük 
1209],  ebenso  tk.;  hieraus  rum.  grm 'Ge- 
spenst'. —  [Das  ar.  Grundwort  ist  nur 
zufäüig  dem  lat.  genius  so  ähnlich.] 

724.  Pers.  girdäb: 

'  Wassersti  udel,  Abgrund'  [aus  gird 'rund' 
Horn  NpEt  S.  201,  Nr.  901  und  äb 
'Wasser',  s.  hier  Nr.  5],  ebenso  tk.  ger- 
dab;  hieraus  rum.  gherdap  'Strudel, 
Wasserwirbel',  insbesondere  der  Strudel 
beim  Eisernen  Tore  der  Donau. 

725.  Tk.  göcmek: 
'Herumziehen'  [Stamm  köt,  köc,  göc 
'aufheben,  aufbrechen,  reisen'  Vämbery 
TktEtWb  S.  104,  Nr.  1140];  hieraus 
russ.  koöewat'  'nomadisieren',  poln  ko- 
czowac,  Cech.  koöocati,  Subst.  russ.  ko- 
cewoi  'Nomade',  poln.  koczujqcy,  öech. 
koöovny.  —  [S.  auch  hier  Nr.  1209.] 
[Gorjajew  164. 


726.  Tk.  güdeu: 

'Wurst';  hieraus  rum.  ghiuden  'dass.', 
besonders  'flach  gepreßte  Trockenwurst'. 

727.  Hebr.  göf§r: 

'Harz'  [vgl.  assyr.  kupru  'Erdpech'  Del 
HWB  348a];  hieraus  gr.  KutTdpiöaoc;, 
lat.  cupressus  'Zypresse',  ahd.  ciqjfer- 
houm  und  schheßlich  dtsch.  Kiefer  Pi- 
nus  L.  [vgl.  auch  assyr.  giparu  'eine 
Baumart'  ZAkkFW  53,  wo  allerdings 
die  Zugehörigkeit  des  gr.  Wortes  an- 
gezweifelt wii'd]. 

728.  Hebr.  göj: 

'Volk,  heidnisches  Volk',  vulg.  goje 
'christliche  Dienerin';  hieraus  prov. 
gougeo  'Magd',  frz.  «/ow^'t; 'Dirne',  goujat 
'Troßbube,  Trainsoldat'.  Jidd.  sabbesgoj 
ist  derjenige  Nichtjude,  der  dem  Juden 
das  am  Sabbat  verbotene  Feuer-  und 
Lichtmaclien  besorgt  [Birnbaum  Hebr 
El  5ü]. 

729.  Tk.  göi: 

'See'  [Stamm  öl,  köl  'naß,  feucht;  Meer, 
See'  Vämbery  TktEtWb  S.  54,  Nr.  61]; 
hieraus  gemäß  der  vulg.  tk.  Ausspraclie 
gjöl  rum.  ghiol,  ghiole  'See,  Teich'. 

730.  Fers,  gölä: 

'Kugel'  [Horn  NpEt  S.  207,  Nr.  928], 
ebenso  tk.  kuUe,  gülle  'Kanonenkugel'; 
hieraus  rum.  ghiulea  'dass.,  Bombe', 
bulg.  gulle,  serb.  zulle  'Kugel  zum 
Schießen'.    [Sain.ö2.   Bern  SlEtWb  375. 

731.  Hebr.  göräl: 

'Los,  Losstein',  die  Übersetzung  des  ar. 
fäl,  d.  h,  der  Kunst  vorherzusagen,  be- 
sonders auch  aus  Steinen;  im  mittel- 
alterlichen Spanien  sind  zahlreiche  Los- 
bücher in  arabischer  Sprache  verfaßt 
und  in  hebräischer  Sprache  als  sef^r 
görälöQ  weit  durch  das  christliche  Eu- 
ropa verbreitet  worden ;  so  entstand  für 
den  geheimnisvollen  Stein,  der  die  Zu- 
kunft vorhersehen  ließ  [s.  Parzival,  Aus- 
gabe von  Lachmann  483,  20  ff.],  der 
Name  Gral,  frz.  Graal,  Gr^al,  engl. 
Grail.  —  [Andere  nicht  mehr  haltbare 
Etymologien  sind  a)  gradalis  'weite 
Prunkschüssel,  worin  stufenweise,  d.  h. 
gradatim,  reiche  Delikatessen  abgeteilt 
lagen';  dafür  HERTZ  in  seinf^r  Parzival- 
ausgabe.  5.  Aufl.  Stuttgart  1911.  S.  41 9  f. 
b)  mlai.  garalis  'Behältnis  für  Getränke', 
im  9.  und  10.  Jahrhundert  in  England 
und  Italien  belegt;  dafür  Gröber,  Grund- 
riß der  romauischen  Philologie.  II,  1. 
Straßburg  1902.  S.  .502;  Dietz,  Etymo- 
logisches Wörterbuch  der  romaiuschen 
Sprachen.  ^  Bonn  1887.  S.  601.  c)  lat, 
turris  oder  mons  gradalis  'stufenförmig 
sich  aufbauender  Palast'  als  Ort  der 
Abgeschiedenen,  vgl.  F.  Kampens,  Das 
Lichfland  der  Seelen  und  der  heilige 


Pers.  gOsä.] 


58 


Gral.  Köln  1916.  S.  101.  d)  frz.  grS 
und  engl,  all,  so  Tieck,  s.  Horrigs  Ar- 
chiv CXXXVIII,  77.  e)  Ar.  gär  'Höhle' 
und  Art.  al  geschraubt  -  mystisch "]. 
Vgl.  KAIMPENS  in  Mitteilungen  der 
Schlesischen  Gesellschaft  für  Volkskunde. 
Breslau  1917.  S.  XIX,  109/111.  Die  hier 
gegebene  Etymologie  stammt  von  Pasch- 
niann.  Vgl  meine  Zusammenfassung  in 
KZ  1925,  Nr.  504  Beilage. 

732.  Pers.  gösä: 

'Winkel,  Ecke'  [Horn  NpEt S.  211, Nr.  945], 
tk.  zu  kjosk,  kjöSk  Talast,  Villa,  Pavillon' 
geworden;  hieraus  bulg.  kosk  'Garten- 
haus', serb.  cosak  'Söller',  poln.  kiosk, 
russ.  kiosk;  it.  chiosco,  frz.  kiosque,  sp. 
Jciosco,  rum.  chiosc  'Verkaufsbude', 
c/t/oscar 'Zeitungsverkäufer';  dtsch. iiiosÄ;, 
ndl.  engl,  kiosk  'dass.'.  Die  pers.  Form 
zeigen  noch  bulg.  kose,  kuse  'Winkel', 
serb.  cose  'dass.'.  [Devic  DEt  149.  Bern 
SlEtWb  680. 

733.  Tk.  götiirme: 

Subst.lnfin.  Aes'^hs. götürmek  'aufheben, 
aufbürden'  [Stamm  göc,  köc,  s.  hier 
Nr.  725] ;  hieraus  russ.  ktäer'ma  'Schnee- 
gestöber, Wirrwarr'. 

734.  Tk.  götürü: 

'Vollständig,  im  großen  und  ganzen' 
[vom  tk.  götürniek,  s.  hier  Nr.  733] ;  hier- 
aus rum.  CM  ghioturä  'in  Bausch  und 
Bogen,  en  gros'. 

735.  Tk.  Gozz: 

N.  pr.,  ein  tk.  Stamm,  dessen  Angehörige 
von  den  Almohaden  in  Marokko  und 
Spanien  (1 130—1269)  zu  Henkersdiensten 
gebraucht  wurden ;  hieraus  mit  ar.  Art. 
pg.  algoz,  sp.  algoce  'Henker,  Scharf- 
richter', sp.  pg.  algozaria  'Grausamkeit, 
grausame  Handlung'.  [DE  128/129. 
Eguilaz  182.    ML  3826  a. 

736.  Ar.  gubb: 

'Brunnen',  auch  mit  häufigem  Wechsel 
von  ti  zu  i  ar.  gihh;  hieraus  mit  ar. 
Art.  kat.  aljub,  anxuh  'Gefängnis',  ara- 
gon.  alehup  'Zisterne',  pg.  aljube  'Ge- 
fängnis', enxotna  'unterirdisches  Verließ' ; 
sp.  algibe  'Zisterne;  Gefängnis',  pg. 
algive  'Brunnen',  valenc.  algip,  siz. 
gebbia  'Zisterne'.  [DE  125.  Eguilaz 
181.    ML  3950. 

737.  Ar.  gubba: 
'Baumwollenes  Unterkleid'  [Dozy  V6tem 
i07ff.\;  hieraus  mit  verschiedenartiger 
Bedeutungsentwicklung :  it.  giuppa  (alt), 
giubba  'Jacke,  Wams',  frz.  jupe,  jupon 
'Frauenrock,  Unterrock',  demin.  it.  giu- 
betto,  gitibetta,  augm.  it.  giuppone,  siz. 
jippuni;  prov.  jubo,  kat.  gipö,  sp.jubön, 
pg.  jubäo,  gibäo,  rum.  giubca  'langes 
Oberkleid  der  Bauern',  ^ubea,  sp.  aljuba, 


chupa;  mhd.  schuhe,  nhd.  Schnube 
'Frauenrock,  Frauenmantel',  disch.Joppe. 
Über  das  tk.  zybun  entstand  rum.  zibun, 
russ.  znpan,  zipun,  bulg.  zupan,  zabun, 
öech.  zupan,  aber  auch  russ,.  jubka,  jupka 
'Unterrock',  bulg.  jupka,  poln.  jupa, 
serb.  dzuhe.  [DE  147.  Eguilaz  204. 
GrSVociSic  239.  Kluge  219  und  386. 
Goijajew  117  und  432.  Bern  SlEtWb 
459/460. 

738.  Tk.  giigutmek: 

'Versüßen,  liebkosen'  [vgl.  giigük  'süß' 
vom  Stamme  süz,  süc,  cic  'süß,  lieb, 
schön' VämberyXktEt  Wh  S.  156,  Nr.  171]; 
hieraus  rum.  giugiuU  'liebkosen'  und 
Ableitungen. 

739.  ir.  gnhä: 

Der  orientalische  Eulenspiegel,  in  Nord- 
afrika Si  Goha  [vgl.  S.  Moulieras,  Les 
Fourberies  de  Si  Djeha.  Paris  1892],  bei 
den  Türken  als  Nasr  ed-din  Hoga  [vgl. 
Albert  Wesselski,  Der  HodschaNasreddin. 
I.  II.  Weimar  1911]  bezeichnet;  hier- 
aus rum.  ciuhä  'Scheuche,  Popanz',  russ. 
coha,  cuha  'albernes  Zeug',  bulg.  serb. 
coha,  hieraus  verkürzt  cus,  cuz  'Un- 
sinn, dummes  Zeug',  it.  (dial.  siz.)  giiicco 
'dumm,  Dummkopf,  giucca,  giufä  'ko- 
mischer Kauz'.  —  Schon  bei  den  Arabern 
ist  Guhä  wegen  seiner  Dummheit  sprich- 
wörtlich geworden  [ahmak  min  guhä 
'dummer  als  G.'  in  G.  W.  Freytag, 
Arabum  Proverbia  I,  403.  Nr.  175]. 
Vgl.  FR.  SCHWALLY  in  ZDMG  LVI, 
237/238  und  ARTHUR  CHRISTENSEN 
in  Browne  Festschr  129/136. 

740.  Per^.  gul: 

'Rose'  [Horn  NpEt  S.  206,  Nr.  927],  tk. 
gill ;  hieraus  bulg.  gul,  serb.  dzul  'Rose'. 

741.  Ar.  gül: 

Ein  Wüstengeist,  die  Mitte  zwischen 
Mensch  und  Ginn  [s.  hier  Nr.  723]  hal- 
tend, mit  menschlicher  Gestalt  und 
Eselsbeinen,  doch  häufig  seine  Gestalt 
wechselnd  [Lammens  Farük  870] ;  hier- 
aus frz.  la  goule  'ein  Ungeheuer';  aus 
dem  ar.  plr.  gailän  ergab  sich  frz. 
gailan  'dass.'.  —  Gtil  ist  auch  die  Be- 
zeichnung der  Meduse;  räs  al-gül  'Me- 
dusenhaupt' wurde  wegen  des  Wechsels 
seiner  Lichtstärke  der  Stern  ß  Persei 
genannt;  hieraus  der  Sternname  Algol. 
[Lammens  Rem  127/128.  Ideler  Sternu 
88.    Devic  DEt  18. 

742.  Pers.  guläb: 
'Rosenwasser'  [aus  pers.  gul  'Rose',  s. 
hier  Nr.  740,  und  ab  'Wasser',  s.  hier 
Nr.  5],  ebenso  ar.  guläb,  vulg.  guleb; 
hieraus  m\2L\..  jidapium  'eine  Art  Sirup, 
Kühltrank',  li.giulebbe,  giulebbo,giuleppo, 


59 


[Hebr.  gulgolQd. 


prov.  frz.  julep,  sp.  julepe,  pg.  julepo. 
Dagegen  in  der  uisprüngliclien  Bedeu- 
tung russ.  guljaf  'Hundsrose',  guljafnaja 
u'oda  'Rosenwasser'.  [DE  293.  Eguilaz 
434.  Devic  DEt  146.  ML  395"2.  Gor- 
jajew  84. 

743.  Hebr.  gulgöl§ö: 

'Schädel',  aram.  gulgalQ-ä;  hieraus  gr. 
foXyoQä,  das  in  den  Evangelien  als 
TÖiToq  Kpaviou  'Schädelstätte'  erklärt 
wird;  wahrscheinlich  hieß  der  Ort  so 
nach  den  zahlreichen  Schädeln  der  Hin- 
gerichteten, da  er  die  Richtstätte  bei 
Jerusalem  ist.  In  der  übertragenen  Be- 
deutung 'Leidensstätte,  Leidensweg'  ist 
das  hebr.-aram.  Wort  in  alle  europä- 
ischen Sprachen  übergegangen :  frz.  engl. 
golgoiha,  dtsch.  Golgatha  usw.  [Devic 
DEt  130. 

744.  Ar.  grnlgnläu ; 

Auch  gungulän  'Sesam';  hieraus  z.  T. 
mit  ar.  Art.  und  mit  häutigem  Über- 
gange der  Vokale  ä>  e>z:  sp.  aljon- 
joU,  ajonjoU,  pg.  gergelim,  zirgelim,  Irz. 
jugeoline,  gengili.  Da  aus  dem  Samen 
des  Sesams  eine  rötliche  Farbe  her- 
gestellt wurde,  ergab  sich  noch  sp. 
dnzolino,  frz.  zinzolin  'rötlich-violett'. 
[DE  146/147.  Devic  DEt  127/128  und 
230. 

745.  Pers.  gnigunä: 

'Rosenfarben'  [aus  pers.  gul,  s.  hier  Nr. 
740,  und  gün  'Farbe'  Horn  NpEt  S.  211, 
Nr.  946],  tk.  giilgüne;  hieraus  rum.  ghiul- 
ghhiliü,  ghiurghiuliü  'rosa'. 

746.  Ar.  gnU: 

'Großer  Eisenring,  Halseisen';  hieraus 
pg.  gola,  golilha  'kreisförmiger  Ring' 
[Constancio  Dicc  591  c]  und  mit  ar.  Art. 
und  folgender  Dissimilation  sp.  argolla 
'Halseisen',  pg.  argola  'dass.,  Schmuck- 
reif aus  Metall  für  die  Ohren',  argolao 
'Halseisen',  Vb.  argolar  'Halseisen  an- 
legen', jogo  da  argolinha  'Ringspiel', 
bei  dem  derjenige  gewinnt,  der  mit  der 
Lanze  durch  ehien  von  einer  Schnur 
herabhängenden  Ring  stößt  [Constancio 
Dicc  108  b]. 

747.  Ar.  güiii: 

Vulgäre  Aussprache  des  klass.-ar.  kaum 
'Truppe,  Schar',  im  Magrib  [s.  hier 
Nr.  674]  gebräuchlich;  hieraus  frz.  goum 
'Raubkarawane',  nach  Devic  DEt  131 
auch  jContingent  militaire  des  tribus 
alg^riennes". 

748.  Ar.  gnm'a: 
'Vereinigung',  besonders  am  Freitag  zum 
rituellen  Gebete,  daher  geradezu  'Frei- 
tag', ebenso  tk.  gumat,  gümet  ;  hieraus 
rum.  jumet  'Menge,  Volkshaufeii'.  — 
[Ableitung  aus  ar.  gami^a,  tk.  ^erntet 
Löbel  EITAP  57  wegen  der  weniger 


passenden  Vokalisation  unwahrschein- 
lich.] 

749.  Ar.  gniuaisä': 

'Weinende'  oder  'diejenige,  die  Schmerz 
in  den  Augen  hat'  [vom  Vb.  gamisa 
'von  schmutzigem  Flusse  triefen'  (vom 
Auge  gesagt)].  Die  Araber  nannten 
Sirius  undProcyon'die  beiden  Schwestern 
des  Ganopus'.  Da  Procyon  sich  erst  über 
den  Horizont  erhebt,  wenn  der  Sirius 
verschwindet,  sagte  man,  Procyon  weine 
über  die  Entfernung  ihres  Bruders,  da- 
her der  Name  al-gimaisä'' ;  hieraus  der 
Sternname  Algomeiza  'Procyon'.  [Devic 
DEt  40. 

750.  Ar.  gainl: 

'Schiffstau,  Seil';  hieraus  mit  partieller 
Assimilation  der  Liquida  l  ait.  gumina, 
it.  gomena,  sp.  pg.  gümena,  frz.  goumhne, 
gumhie  'Ankerlau'.  —  [Die  Form  ar. 
gainal  ML  3666  paßt  wegen  der  Voka- 
lisation lautlich  nicht.] 

751.  Tk.  gümrük: 

'Zoll'  [aus  gr.  KO|U|u^pKiov,  lat.  commer- 
cium] ;  hieraus  bulg.  gumruk  'dass.,  Zoll- 
haus', serb.  dzumruk  'Zoll'. 

752.  Pers.  ^nnhis: 

'Bewegung'  [aus  pers.  gän  'Richtung, 
Seite'  Horn  S.  95,  Nr.  426],  tk.  vulg. 
giimbüs  'Unterhaltung,  Zeitvertreib'; 
hieraus  rum.  giumbu§  'Vergnügen'. 

753.  Mal.  güng: 

'Großes  Schiff',  auch  egung,  agung  [Pijn 
90b;  gfmg  verhält  sich  zu  agüng  wie 
gong  zu  egong,  s.  hier  Nr.  558] ;  hieraus 
engl,  jimk  'ein  großes  Schiff',  besonders 
ein  chinesisches  im  östlichen  Asien,  ndl. 
jonk,  dtsch.  Dschunke,  schwed.  jonk, 
([ä.n.  jonke;  v\xss.  zonka;  frz.  jonque,  it. 
giunco,  giunca,  sp.  pg.  junco,  kat.  jonch. 
—  [Ableitung  aus  chin.  chwan,  sün 
'Schiff,  Boot'  Eguilaz  434  ist  lautlich 
schwierig  und  abzulehnen.]  [JAOS 
XVlll,  58/63. 

7.Ö4.  Ar.  g  uräb : 
'Rabe'  [wohl  nur  zufällig  dem  lat.  cormis, 
gr.  KÖpaE  so  ähnlich !] ;  hieraus  mit  ar. 
Art.  der  Sternname  Algorah  y  Corvi. 
[Devic  DEt  40. 

755.  Ar.  gnsja: 

'Schleier'  [vom  Vb.  gasä  'bedecken',  s. 
hier  Nr.  692],  tk.  gysa  'Pferdedecke'; 
hieraus  rum.  «rga  'Schabracke,  Sattel- 
decke' [wenn  das  rum.  Wort  nicht  besser 
zu  Nr.  692  zu  stellen  ist],  frz.  housse 
'dass.',  Ableitung  houspiller  'herum- 
zausen, ausschimpfen'.    [ML  3753. 

756.  Tk.  güweg: 

Auch  gilgeg  'Kochtopf  [K61ekian  Kämüs 
1056a];  hieraus  rum.  ^Ä/ve«« 'Blumen- 
topf, Bratpfanne'. 


Tk.  güwez.] 


60 


.  7h7.  Tk.  jrüwe/: 
Auch  ffü(/ez  'tiefblau  (nach  rol  hin), 
violett'  [Kelekian  Käiuüs  10.57a];  hier- 
aus rum.  ghiriziu  'braun'. 

758.  Pers.  g^n/däii: 
'Brieftasche'  [aus  ar.  guz'  'Teil,  Band, 
Kapitel,  Heft'  und  pers.  Suffix  -dän  zur 
Bezeichnung  eines  Behälters,  Horn  NpEt 
S.  118,  Nr.  .033],  ebenso  tk.  güzdan  'dass., 
Portefeuille' ;  hieraus  rum.  . ^/ii^f/ßn'dass.', 
ghiozdiin  '.Schultasche'.    [Sain  hl. 

759.  Tk.  8:yiibys: 

Auch  vulg.  gemhez  'kleines  Eisenwerk- 
zeug in  Form  einer  Zange,  mit  dem 
man  die  Haare  erfaßt  und  aus  dem 
Barte  rupft' ;  hieraus  in  romanisierter 
Form  rum.  cimbisträ,  jimhisträ  'Pin- 
zette, Haarzängelcheii'  [aus  dieser  Form 
ist  offenbar  das  gleiclibedeutende  tk. 
gynhystra  Kelekian  Kämüs  44-7  a  ent- 
standen und  zurückgewandert]. 

760.  Tk.  gyrah: 

'Ein  sehr  kleines  Maß,  etwa  V20  cm' 
[ngr.  Ypoixo?]!  hieraus  mit  leicht  ver- 
ständhchem  Bedeutungswandel  russ. 
goroh  'Erbsen',  kli  uss.  goroh,  oroh,  bulg. 
grah,  serb.  grasah  'Bohnen,  Fasolen', 
cech.  hrach.  poln.  groch,  dtsch.  Giersch. 
[Gorjajew  76.  Bern  SlEtWb  331/332 
(hiernach  alles  idg.  Ursprungs;  unwahr- 
scheinlich). 

761.  Ar.  habak: 

Eine  Labiate,  die  nicht  genau  definiert 
ist:  'Basihkkraut,  Majoran,  Kamille, 
AVasserminze' ;  hieraus  sp.  alfabega,  al- 
habega,  alabega,  albaheca,  kat.  alfäbrega, 
frz.  fabregue  'Basilikenkraut'  [mit  ad- 
ventivem r  wie  in  sp.  pg,  marlota,  hier 
Nr.  1380,  sp.  alferce,  hier  Nr.  597,  und 
öfter].  [Devic  DEt  113/4.  Lammens 
Rem  109/110. 

762.  Ar.  habb: 

Korn,  Körnchen';  hieraus  über  tk.  hap 
auch  rum.  hap  'Pille'. 

a)  Mit  ar.  r-äs  'Kopf  [s.  hier  Nr.  1701] 
wird  ar.  habb  ar-räs  Delphinium  staphi- 
sagria,  eine  Ranunculacee,  der  Päonie 
verwandt;  hieraus  sp.  abarraz,  albarraz 
'scharfer  Rittersporn ;  Läusekraut' ;  pg. 
paparaz,  peparrds  'Samen  vom  Läuse- 
kraut' [Constancio  Dicc  742  b] ;  vgl. 
DE  31. 

b)  Mit  ar.  musk  'Moschus'  [s.  hier 
Nr.  1701]  wird  ar.  habb  al-niusk  'Hibis- 
cus  abelmos(  hus  L.' ;  hieraus  sp.  abel- 
mosco,  pg.  abehnosco,  abelmoscho  [Con- 
stancio Dicc  4a:  'ambarina'],  frz.  abel- 
mosc,  abelmosch,  ndl.  abelmosch.  Da  der 
Duft  ihrer  Blüten  wie  der  von  Ambra 
und  Moschus  zusammen  ist,  heißt  sie 
auch  frz.  ambrette,  ndl.  amberbloem  [zu 


Ambra,  s.  hier  Nr.  78];  vgl.  DE  51. 
Dozy  Oost  51.    Devic  DEt  1. 

c)  Mit  ar.  zalam  ergibt  sich  habb  uz- 
zdlam,  der  Name  einer  Cyperacee ;  hier- 
aus frz.  habelzelin,  habalzelin,  habzeli 
'dass.';  Devic  DEt  134/5. 

d)  Das  Einheitsnomen  zu  habb  ist 
habba  'ein  Korn,  kleiner  Teil  einer  Sache' ; 
hieraus  sp.  alfaba,  alhaba  'kleines  Flä- 
chenmaß';  DE  911. 

e)  Mit  ar.  bannt  'unbebautes  Land, 
Brachland'  wird  ar.  habba  baura;  hier- 
aus mit  dem  häufigen  Wechsel  der 
Labiale  b^m  und  der  Liquiden  r^l 
sp.  amapvla  'Feldmohn';  DE  284. 

f)  Mit  ar.  halwa  'Süßigkeit'  wird  ar. 
habbat  halwa  'Anis' ;  hieraus  sard.  ma- 
tafaliiga,  kat.  matafuluga,  s\).hatafahiga, 
batafalua,  matafaluga,  pg.  niatalahuga, 
matalauva  'Anis' ;  DE  238.  Eguilaz 
342.    ML  3957. 

763.  Ar.  habar : 

'Nachricht,  Mitteilung',  ebenso  tk.  haber; 
hieraus  rum.  habar,  haber  'Sorge' ;  bulg. 
serb.  haber,  serb.  habar  'Nachricht',  russ. 
(dial.)  habar  'Gewinn,  Vorteil',  habarcij 
'Bote,  Eilbote'  [mit  tk.  Suffix  -cl,  -gi 
zur  Angabe  des  Berufes],  klruss.  chabar 
'Sportelii'.  poln.  chabar  'Geldgeschenk, 
Bestechung'.    [Bern  SlEtWb  380. 

764.  Hebr.  Mßar: 

'Verbunden  sein'  [v^l.  aeth.  habdra  'se 
adiunxit'] ;  dazu  hä^er  'Genosse';  hier- 
aus jüd.-dtsch.  Chawer  'Freund,  Genosse'. 
Mit  der  aram.  Endung  des  Abstraktums 
-MÖä  ergibt  sich  jüd.-dtsch.  Chatverüse 
'Gesellschaft'  oder  Chahrus  'eine  Ver- 
einigung von  Geldmenschen  zur  Erwer- 
bung von  Grundbesitz'  behufs  Ausübung 
des  damit  verbundenen  Wahlrechts,  also 
zu  einem  wirtschaftlich-politischen  Zweck 
[um  1870  in  Böhmen  aufgekommen]. 
Ebenso  poln.  (dial.)  chawrus  'Handels- 
streik', chawrusnik  'Teilnehmer  daran'. 
[Lenz  Eindr  19.    Karlowicz  417. 

765.  Ar.  Iiabasi: 

Ein  Bewohner  von  Habas,  d.  h.  Abes- 
sinien,  'Abessinier' ;  hieraus  angloind. 
htcbshee  'ein  Äthiopier,  Neger'.  Auch 
dtsch.  Abessinten,  Abessinier  und  die 
anderen  entsprechenden  europäischen 
Formen  gehen  auf  die  semitischen  Grund- 
wörter zurück.  [Hobson-Jobson  428/429. 

766.  Ar.  habl: 

'Stil' ;  hieraus  mlat.  capulum  'Fangseil', 
frz.  cäble,  sp.  cablo  'Ankertau',  engl. 
cable,  ndl.  kabel,  dtsch.  Kabel  [schon  im 
Gudrunliede  heißt  es :  ankersail  von 
Arabe,  wozu  Flachs  kaitän  benutzt 
Avurde.] 

767.  Ar.  hadda: 

Vb.  II  haddadä  'schütteln,  schwenken', 


61 


[Ar.  hadid. 


Infin.  hadda  'Rütteln,  Schütteln';  hier- 
aus sp.  alfada  'Schwanken'  [Fachaus- 
druck der  Seeschiffahrt].  Aus  ar.  Vb.  III 
Jiädda  "in  Tausch  geben'  stammt  die 
andere  sp.  Bedeutung  'Loskauf,  Befrei- 
ung, Erlösung'  [Dicc  Gast  118  a];  vgl. 
ML  1854. 

768.  Ar.  hadid: 

'Eisen' ;  hieraus  die  alchemistischen  Aus- 
drücke frz.  edic,  edich,  adid,  hadid ' EÄse.vi' , 
ferner  frz.  harderic  'Eisensulfat',  sp. 
alhadida  'Kupferoxyd'  [Dicc  Gast  123]. 
[DE  32.  Devic  DEt  11,  Nr.  38.  ML  3968. 

769.  Ar.  liadija: 

'Geschenk';  hieraus  pg.  odid  'dass.' 
[Constancio  Dicc  725c]  und  mit  ar.  Art. 
alfadia  'Bestechung',  alhadia  'kleine 
Schmucksachen'.    [DE  99  u.  325. 

770.  Ar.  hafala: 

'Polieren,  glätten';  hieraus  vielleicht  sp. 
alifar  'dass.'.  [DE  141.  Eguilaz  198. 
ML  3980. 

771.  Ar.  Iiafakän: 
'Herzschlag';  hieraus  mit  ar,  Ait.  sp. 
algafacän  'dass.'  [nach  DE  117  „pas 
dans  les  dictionnaires".  Jedoch  Dicc  Gast 
120c:  palpataciön  de  corazön]. 

772.  Ar.  haflfäf: 
'Schuhmacher'  [zu  ar.  Jiuff  'kurzer  Stie- 
fel'], tk.  vulgär  kawaf;   hieraus  rum. 
cavaf   'dass.,    Schuhhändler',  caväfie 
'Schusterei'.    [Sain  49. 

773.  Ar.  hafif: 

'Leicht',  tk.  ebenso  'leicht,  mittellos'; 
hieraus  rum.  afif  'arm,  armer  Schlucker'. 

774.  Pers.  häftäu: 

Ebenso  ar.  und  tk.  kaftän  'ein  Gewand' 
aus  Seide  oder  Brokat,  das  die  Orien- 
talen über  den  anderen  Kleidungsstücken 
tragen;  es  wird  mit  einem  Gürtel  ge- 
halten; die  Ärmel  sind  meistens  länger 
als  die  Arme  [Dozy  Vetem  162/168]; 
hieraus  russ.  klruss.  serb.  öech.  poln. 
haftan  'langschößigerRock' ;  vnm.caftan, 
sp.  pg.  caftan,  it.  caffetano,  frz.  caftan, 
cafetan;  engl,  caftan,  kaftan,  ndl.  caf- 
tan, dtsch.  Kaftan.  [DE  245.  Gorjajew 
137.    Bern  SlEtWb  468. 

775.  Ar.  liä^a: 

'Nötige  Sachen,  Kleider,  Möbel  u.  dergl.'; 
hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  pg.  alhaja,  al- 
faja,  gewöhnlich  pir.  alhajas  'Gerät, 
Schmuck,  Kleinod'.  [DE  133.  Eguilaz 
155.    ML  3987. 

776.  Ar.  hä^g: 

Eine  Pflanze  aus  der  Familie  der  Legu- 
minosen, aus  dem  Orient  nach  Frank- 
reich gebracht  und  als  sainfoin  alhagi, 
Alhagi  maurorum,  im  Jahre  1537  von 
RAUWOLF  beschrieben;  die  ganze  Fa- 
milie heißt  frz.  alhagees.  [Devic  DEt 
19.    Lammens  Rem  14. 


777.  Ar.  liägg: 

[Vgl.  hehr,  hägag  'hin  und  hergehen, 
tanzen,  feiern']  'Pilger',  und  zwar  nach 
Mekka,  Medina  oder  Jerusalem.  Eine 
verlängerte  Form  ist  häggi,  besonders 
pers.  und  tk.,  sie  wird  als  Ehrentitel  für 
jeden,  der  Mekka  besucht  hat,  benutzt; 
hieraus  rum.  agiü,  agia  'Pilger',  agiaUc 
'Pilgerfahrt  nach  Jerusalem',  bulg. 
hadzija,  serh. hacija  'Pilger';  engl,  anglo- 
ind.  hajß,  hadgee,  dlsch.  Hadschi;  frz. 
hadji  'Mekkapilger',  afrz.  aufage,  asp. 
a^/^ay'e 'Sarazenenführer'.  [Hobson-Jobson 
408/4U9.  Devic  DEl  135.  E£,niilaz  155. 
ML  3988. 

778.  Ar.  haggäin: 

'Barbier';  hieraus  mit  ar.  Art.  und  Imäla 
[ä  ^  e]  sp.  alfageme  'dass.',  pg.  alfa- 
geme  'dass.,  Schwerlfeger'. 

779.  Tk.  haida: 

Auch  haide  [Stamm  ait,  lutit  'rufen, 
schreien,  antreiben'  Vämbery  TktEtWb 
S.  2,  Nr.  2],  Interjektion  der  Autmuute- 
rung:  'wohlan;  auf!';  hieraus  rum.  ai, 
aida,  aideni,  aideft  'auf,  munter!';  russ. 
hajdej,  hajda,  poln.  hajda,  hajde,  hejdesz, 
serb.  hajd,  aid,  hajde,  hajdemo,  bulg. 
hajda,  hajdate;  it.  (nordöstl.  dial.)  aida. 
[Gorjajew  2.  Bern  SlEtVVb  381.  ML  3993. 

780.  Tk.  haidamak: 
'Vagabund,  Taugenichts'  (diejenigen  Ko 
saken,  mit  denen  Polen  Krieg  führte, 
und  die  Ukrainer,  die  sich  gegen  ihre 
Herren  empörten,  wurden  von  den  Türken 
so  genannt,  Löbel  EITAP  4)  [wahrschein- 
lich eine  Weiterlüldung  des  ung.  haidu 
'Räuber',  s.  hier  Nr.  781];  hieraus  rum. 
aidamac,  haidamac  'Straßenräuber; 
Keule';  poln.  hajdamak,  klruss.  hajda- 
maka  Straßen  räuber,  Schurke',  russ. 
gaidamak  'dass.'.  [Gorjajew  64.  Bern 
SlEtWb  375. 

781.  Tk.  haidüd: 

'Räuber';  hieraus  bulg.  hajdut  'Straßen- 
räuber'. [Dagegen  sind  aus  dem  ver- 
wandten ung.  haidu  'Räuber',  dessen 
l)\v\.haidük  als  sglr.  aufgefaßt  und  über- 
nommen wurde, abzuleiten:  serh. hajduk, 
poln.  hajduk,  russ.  gaiduk  'Diener  in 
ungarischer  Tracht' ;  frz.  heiduque  'Lakai 
in  Livree',  rum.  haiduc  'Räuber,  Grenz- 
soldat', dtsch.  Haiduck.]  Genaueres  über 
die  Haiduken  des  Balkans  vgl.  bei  Georg 
Rosen,  Die  Balkan-Haiduken.  Leipzig 
1878.  Man  unterscheidet  den  Tschelebi, 
Chyrsyz  [s.  hier  Nr.  407  und  891]  und 
Haiduk  im  engeren  Sinne.  Der  Balkan- 
celebi  ist  der  ,Edle  vom  Walde',  der 
gewöhnlich  aus  guter  türkischer  Familie 
stammt  und  durch  irgendeine  Ungerech- 
tigkeit der  Behörden  zum  Raubritter  ge- 
worden ist.  Er  plündert  besonders  i  eiche 


Ar.  haima.] 


62 


Armenier  oder  Griechen  aus,  ist  meist 
allein  und  greift  zur  SchußwatTe  nur, 
wenn  man  sie  gegen  ihn  erhebt.  Der 
Hyrsyz  entspricht  dem  gewöhnlichen 
Briganlen,  wie  er  auch  in  anderen 
Ländern  der  Halbkultur  vorkommt.  Der 
Haiduk  ist  der  Bandit  mit  nationaler 
Färbung,  eine  Spezialität  des  Balkans, 
heutzutage  häufig  Komitadschi  [<tk. 
komita  ==  comite  und  Suffix  -gi  zur  An- 
gabe des  Berufes,  also  ,dem  Komite 
Angehöriger",  d.h.  dem  Komite  zur  Be- 
freiung Mazedoniens  von  jeglicher  nicht- 
mazedonischer oder  -bulgarischer  Herr- 
schaft] genannt:  frz.  comitadji. 

782.  Ar.  haima: 

'Zelt';  hieraus  mit  ar.  Art.  pg.  alhaima, 
alxaima  'Zeltlager  der  Beduinen,  das 
auch  ihre  Herden  umfaßt'  [Constancio 
Dicc  51c  u.  63  bc]. 

783.  Ar.  haimäii: 

'Tollheit',  auch  tk.  hajmana  'scheu,  wild, 
ungebildet';  hieraus  rum.  haimana 
'Pflastertreter,  Bummler,  Vagabund', 
haimäni  'bummeln'. 

784.  Ar.  hä'in: 

'Veixäter'  [Part,  praes.  act.  des  Vbs.  fiäna 
'betrügen,  verraten'],  ebenso  tk.  Jiajn; 
hieraus  rum.  hain  'hinterlistig,  rach- 
süchtig', hainie  'Verräterei'. 

785  Ar.  liair: 
'Hürde  für  das  Vieh,  Umfriedung,  Pferch'; 
hieraus  mit  ar.  Art.  pg.  alfeire  'dass. 
besonders  für  Schweine',  'Schafherde' 
[Constancio  Dicc  49  b]. 

786.  Ar.  hajjät: 

'Schneider'  [von  hait  'Faden'];  hieraus 
mit  ar.  Art.  pg.  alfajate  'Damen-  oder 
Herrenschneider',  alfajata  'Schneiderin, 
Schneidersfrau'   [Constancio  Dicc  49  a]. 

787.  Pers.  häk: 

'Staub,  Erde',  dazu  das  Adj.  häkl  'staub- 
oder  erdfarben',  ebenso  bind,  khäkl; 
hieraus  engl,  khakee,  kharki,  kharkee, 
die  Farbe  der  Uniform,  welche  zum 
ersten  Male  einige  Pangäb-Regimenter 
bei  der  Belagerung  von  Delhi  i.  J.  1857 
trugen;  heutzutage  ist  das  Wort  zur 
Bezeichnung  der  hellen  Tropenuniform 
in  alle  europäisihen  Sprachen  über- 
gegangen: Aisch.  Khaki.  [Hobson-Jobson 
478/479. 

788.  Hebr.  haxäm: 

'Weise';  hieraus  rum. ^ia^am,  M.cacamme 
'Oberrabbiner' ;  ndl.  u.  jüd.-dtsch.  kochem, 
gochem  'weise,  verständig,  erfahren; 
Gauner',  dazu  jüd.-dtsch.  kochemer  lösen 
[aus  hebr.  lä§ön,  modern  ausgesprochen 
löson,  löSen  'Zunge,  Sprache']  'Gauner- 
sprache'.  [DozyOostSO.  Ave-LIV,530. 

789.  Ar.  hakk: 

«Recht';  hieraus  über  tk.  hak  rum.  hac 


'Lohn,  Entgelt',  bulg.  serb.  hak  'dass.', 
klruss.  hak  'das  30.  Schaf  als  Lohn  für 
den  Hirten,  ein  Dreißigstel'.  [Bern  Sl 
EtWb  383. 

790.  Ar.  häl: 

'Zustand,  Lage',  ebenso  tk.  hal;  hieraus 
rum.  hal  'bejammernswerter  Zustand 
oder  Lage'. 

791.  Tk.  hala: 

'Abort'  [Kelekian  Kämüs  547;  aus  ar. 
Jialü  'leer;  Einöde'];  hieraus  hnlg. hale, 
serb.  hala  'dass.'.     [Bern  SlEtWb  383. 

792.  Ar.  Halab: 

N.  pr.,  Stadt  im  nördlichen  Syrien: 
Aleppo,  dazu  das  Adj.  halabt  'aus  Aleppo, 
aleppinisch';  hieraus  die  Bezeichnung 
für  einen  'Seiden-  und  Wollstoff':  sp. 
alepl,  alepin,  frz.  aUpine,  dtsch,  Aleppin. 
[Devic  DEt  15.    Lammens  Rem  10. 

793.  Hebr.  hälal: 

'Preisen',  davon  pi'el  hillel,  imper  2. 
plr.  hallelü  'preiset!',  dazu  hebr.  jäh, 
die  übliche  Kurzform  für  den  Gottesnamen 
JahH'§  [Jehova],  also  hallelüjäh,  gr.  dWr)- 
Xoü'ia  'preiset  Gott!'.  In  viele  Sprachen 
übergegangen:  lat.  alleluia,  frz.  alleluia; 
dtsch.  Alleluja,  ndl.  halleluja,  engl. 
alleluia,  alleluiah,  halleluiah;  russ.  al- 
lihija,  poln.  aleluja  und  zahlreiche  dial. 
Ableitungen;  bulg.  aleluija  'Unsinn'  [zu 
dieser  pejorativen  Bedeutung  von  Wort- 
verbindungen der  christlichen  Liturgie 
vgl.  WuS  V,  127  Anm.  3]. 

794.  Ar.  haläl: 

'Erlaubt',  ebenso  tk.  halal  'dass.,  er- 
laubter Gewinn,  Segen' ;  aus  der  tk.  Gruß- 
formel halal  olsun!  'möge  dir  Heil 
blühen!'  nahm  man  rum.  halal  'Heil, 
Segen',  besonders  in  der  Redensart: 
halal  sä-ft  fiel 

795.  Ar.  halang^än: 

'Eine  dem  Ingwer  verwandte  Pflanze, 
Galanga'  aus  Indien  und  China,  die  im 
MA  im  Orient  und  Okzident  als  Arznei- 
kraut benutzt  wurde;  hieraus  mgr.  yc- 
XcIyt«,  mlat.  galanga,  it.  galanga,  afrz. 
galange,  garingal,  frz.  le  galanga,  sp. 
pg.  galanga;  mengl.  galingale,  galger 
['lebhaft  sein'],  engl,  galingale,  dtsch. 
Galgant{'w\xvzQ\);  russ.  bulg.  kalgan,  serb. 
galgan,  cech.  galgän,  poln.  galgan, 
'galgant.  [Nach  Hirth  ChinFW  201/203 
ist  ar.  halangän  auf  chin.  ko-Uung- 
kiung,  d.  h.  milder  Ingwer  von  Kao- 
tschau-fu,  einem  Regierungsbezirke,  aus 
dem  die  Galgantwurzel  besonders  be- 
zogen wird,  zurückzuführen.  In  der  Tat 
wird  der  Galgant  von  IBN  HURDADBA 
um  875  als  chinesisches  Erzeugnis  er- 
wähnt; er  muß  vor  dem  12.  Jahrhundert 
durch  Vermittlung  der  Araber  bis  nach 


63 


[Ar.  halfä'. 


Deutschland  gekommen  sein,  da  schon 
die  heilige  HILDEGARD  von  Bingen 
t  1179  eine  Abhandlung  über  ,die 
medizinischen  Vorzüge  des  Galgant " 
geschrieben  hat.]  [DE  271.  Eguilaz404. 
ML  1856. 

796.  Ar.  halfä': 

Stipa  tenacissima  oder  arundo  epigeios, 
eine  Pflanze  aus  der  Familie  der  Gra- 
mineen [sp.  esparto  'Spartogras'],  aus 
der  man  Malten,  Hüte,  Schnüre,  Seile 
für  Ziehbrunnen,  Säcke  u.  ähnl.  macht; 
hieraus  mit  ar.  Art.  prov.  aufo,  frz.  (alt) 
auffS,  (neu)  alfa  'Spartgras',  auch  papier 
alfa\  prov.  aufiS  'Schlafmütze';  dtsch. 
Halfa^vas.  [Devic  DEt  47/48.  DE  100. 
ML  4002. 

797.  Tk.  hali: 

'Teppich';  hieraus  bulg.  halija  'dass.', 
halina  'langes  Oberkleid',  serb.  haljina 
'Kleid',  ßech.  halina  'Bauernkittel'. 
[Bern  SlEtWb  383. 

798.  Ar.  halifa: 

Eigentlich  'Nachfolger,  Stellvertreter', 
insbesondere  Bezeichnung  der  politischen 
und  religiösen  Nachfolger  des  Propheten 
Muhammad;  dieses  Wort  ist  in  alle 
europäischen  Sprachen  übergegangen, 
z.  B.  rum.  calif,  it.  califfo,  frz.  calife, 
sp.  pg.  calif a;  engl,  caliph,  ndl.  kalief, 
dtsch.  Kalif  ;  russ.  kalif.  Im  Tk.  wurde 
das  ar.  Grundwort  zu  kalfa  korrumpiert 
und  erhielt  die  Bedeutung  'Geselle'; 
hieraus  mm.  calfa  'Handwerker,  Geselle'; 
bulg.  serb.  kalfa  'Geselle';  angloind. 
caleefa  'Schneider,  Koch'.  [Hobson- 
Jobson  146/147. 

799.  Ar.  hallg: 

'Kanal' ;  hieraus  siz.  galiggi  'Gießbach' 
[GrSVociSic  238]. 

800.  Tk.  Halirn: 

N.  pr.  [eigentlich  ar.  hallm];  ein  Schrift- 
steller aus  der  Krim  hieß  HALIM 
GIRAI  HÄN,  seine  viel  gelesenen 
Schriften  wurden  kurz  als  Jialima  be- 
zeichnet; hieraus  rum.  halima  'wunder- 
bare Begebenheit',  insbesondere  'Tausend 
und  eine  Nacht'  [nach  Löbel  EITAP  50 
unter  Berufung  auf  §äineanu  Dicc  179]. 

801.  Ar.  halka: 

'Umzäunung;  Ring';  tk.  ebenso  'Kreis, 
Eisenring'  [vom  ar.  Vb.  ^alaka  'um- 
geben']; hieraus  rum.  halca  'Ring',  alca 
'Haken,  Krampe;  türkisches  Ringspiel', 
bulg.  halka  'Ring',  serb.  halka  'Eisen- 
ring, Türring';  sp.  pg.  falca,  it.  falca, 
frz.  falque,  fargue,  fauque  'Setzbord'. 
[DE  263.  Eguilaz394.  Bern  SlEtWb  383. 

802.  Ar.  hallaka: 

'Schön  formen,  glatt  machen,  Lügen  er- 
finden' ;  hieraus  sp.  halagar,  valenc.  fa- 


lagar,  kat.  afalegar,  pg.  afagar  'lieb- 
kosen, schmeicheln',  Subst.  pg.  afago 
'Liebkosung'.  [RomForsch  IV,  357.  ML 
1857  (wo  andere  unmögliche  Ableitungen 
angegeben  sind). 

803.  Ar.  halfiki: 

Adj.  zu  ]ialük  'eine  Art  Wohlgeruch', 
Galia  muscata,  aus  Safran  und  anderen 
Zutaten  bestehend,  von  vorwiegend  roter 
Farbe,  daher  'hellrot'  [z.  B.  vom  Weine 
gesagt:  nah'td  Jialükl];  hieraus  sp.  aloyue 
als  Adj.  und  Subsl.  'hellrot,  hellroter 
Wein',  aZo^Mero 'Weinhändler',  aloqueria 
'Weinlager  oder  -fabrik'.  [DE  184. 
Dicc  Gast  135  c. 

804.  Ar.  halwa: 

'Süßigkeit',  ebenso  tk.  hdwa  'Süßwerk; 
aus  Sesammehl,  Honig  und  Zucker  her- 
gestelltes Gebäck';  hieraus  rum.  halva, 
halvifä,  alva,  alvifä  'aus  Eiweiß,  Nüssen 
und  Zucker,  mit  Honig  oft  rotgelb  ge- 
machtes Zuckerwerk',  alvagiü  'Zucker- 
bäcker'; russ.  gal'wa,  hal'wa  'Zucker- 
werk'; angloind. /imZj«;«  'aus  Milch,  Zucker, 
Mandeln  und  mit  Kardamome  wohl- 
riechend gemachtem  ghee  [aus  gleich- 
bedeutendem hind.  Wort  'Butter  aus 
Büffelmilch,  die  in  eine  Art  Öl  verwandelt 
ist'] ;  mit  ar.  Art.  pg.  alfeloa  'Einmach- 
zucker', alfeloeiro  'Zuckerbäcker'. 

805.  Hebr.  HBiii: 

N.  pr.,  Sohn  des  Noe,  der  nach  Gen  9, 
22  als  Urbild  aller  Schamlosigkeit  galt; 
hieraus  Jiäänta,  Jiänta,  honta  'me- 
retrix'  [zum  Über ^.'ang  von  tn  zu  n  vor 
dem  Dental  vgl.  jontef  <^  Jörn  <öß].  — 
OLZ  XXI,  202. 

806.  Ar.  hammäl: 

'Träger',  ebenso  tk. ;  hieraus  rum.  hamal 
'Last-  und  Gepäckträger',  auch  mit  Meta- 
Ihesis  mahal,  dazu  hatnallc ;  bulg.  ha- 
mal, hamalin,  serb.  hamal,  poln.  hamal 
'Lastträger' ;  angloind.  /mwwaMi 'Träger'; 
sp.  (dial.  in  Andalusien)  alhamel  'Last- 
tier; dessen  Führer',  it.  (dial.  in  Ligurien 
und  Kalabrien)  camälo  'Gepäckträger', 
gen.  camalä  'tragen',  prov.  camdlo,  frz. 
t'awte/oi 'Händler,  der  seine  Waren  markt- 
schreierisch anpreist',  daher  besonders 
'Zeitungsjunge'.  [DE  135.  Eguilaz  187. 
ML  4021.  N ALLING  in  ZDMG  LI,  534. 
ZfromPh  XXIII,  334.  422.  RomForsch 
IV,  366.  Hobson-Jobson  429/430.  Bern 
SlEtWb  384. 

807.  Ar.  hauisiu: 

Vulg.  'fünfzig',  Bezeichnung  für  einen 
aus  der  Wüste  wehenden  Wind,  der  etwa 
50  Tage  anhält;  hieraus  u.  a.  engl. 
kamsin,  khamsin.  —  [Andere  Ableitung 
aus  ostar.  ham  'Glut',  sin  'Wüste',  also 
'Glut  der  Wüste'.] 


Tk.  hüM.] 


64 


808.  Tk.  Iiän: 

Aus  liakän  [das  wohl  selbst  aus  dem 
Mongolischen  stammt],  ist  I.Name  der 
türkischen  und  mongolischen  Herrscher 
Miltfl.isiens,  etwa  'Kniser',  '■2.  eine  Art 
Adelsprädikat  im  heutigen  Persien  und 
Transkaukasien;  das  Wort  wird  in  dieser 
Bedeutung  nachgestellt,  z.  B.  Jahjä  Hän; 
hieraus  rum.  han  'Tatarenfürst';  bulg. 
serb.  hau,  cech.  chär},  poln.  klruss.  chan, 
russ.  hnn,  kagan,  kogan  'Herrscher  der 
Chasaren';  frz.  kan,  khan;  dtsch.  Chan. 
[Bern  SIEtWb  468. 

809.  Pers.  liäu: 

Auel)  hänä  'Haus'  [Horn  NpEt  S.  103, 
Nr.  4fi6  und  ANDKEAS  in  Festgabe  für 
Tlieodor  Nöldeke  zum  80.  Geburtstage. 
Göttingen  1916.  S.  4/6];  hieraus  tk.  han 
'Herberge,  Wirtshaus',  rum.  han  'Gast- 
haus'. 

810.  Ar.  Imiiaka: 

'Halskette'  [vom  Vb.  hnnaka  'mit  einem 
Stricke  erwürgen';  das  Subst.  ist  wie 
hinaka  'Kragen'  erst  vulg.  gebräuchlich, 
vgl.  'Vatermörder'] ;  hieraus  siz.  it.  (dial. 
im  Süden)  canacca  'dass.'.    [ML  1860, 

811.  Ar.  haubal: 

Nicht  klassisch,  nur  vulg.  'rotwollene 
Bettdecke';  hieraus  mit  ar.  Att.  sp.  al- 
hamar  'dass.'  [Dicc  Gast  123  b],  aramhel 
'Fetzen  am  Kleide;  Teppich  od.  Tapete' 
[ebenda  218  b],  pg.  lambel,  alambel 
'Teppich  oder  Decke,  um  Bänke,  Sitze 
oder  Tische  damit  zu  bedecken'  [Con- 
stancio  Dicc  42  b].  [DE  101/102.  Eguilaz 
156.  BomForsch  IV,  362.  ML  4027. 

812.  Fers,  häiidäk: 

'Graben'  [Horn  NpEt'S.  194,  Nr.  869  zu 
kändän  'graben'],  ebenso  tk.  hendek; 
hieraus  lum.  hindic  'dass.'. 

813.  Ar.  haufara: 

'Durch  Erkältung  bewirktes  Sprechen 
durch  die  Nase'  [Dozy  Suppl  I,  409]; 
hieraus  siz.  nanfara  'dass.',  wo  der  An- 
laut dem  Einfluß  des  Wortes  nuso  zu- 
zuschreiben ist.    [GrSVociSic  242. 

814.  Ar.  haugar: 

'Dolch';  tk.  hanger;  hieraus  bulg.  serb. 
handzar,  poln.  chandzinr,  koncerz, 
kindzal  [allein  noch  gebräuchlich] 'dass.', 
ßech.  koncif  'Rapier,  Stoßdegen',  russ. 
kinzal,  klruss.  cynhal  'Dolch',  russ. 
koncar,  koncan  'Schwert  mit  schmaler 
Klinge';  rum.  hanget;  it.  cangiaro  'Dolch 
mit  sehr  breiter  Schneide  und  ge- 
krümmtem Grift',  siz.  canciarru  'dass.', 
frz.  cangiar,  khanjar,  khandjar\  mit 
ar.  Art.  sp.  pg.  alfange  'Säbel',  frz.  (seit 
dem  17.  Jahrhundert)  alfange,  sp.  al- 
fanjazo  'großer  Säbel',  pg.  alfageme 
'Dolch,  kurzes  Schwert'.   [Gorjajew  140. 


DE  106.  Eguilaz  159.  Devic  DEt  16. 
ML  1861a.    Lammens  Rem  11/12. 

815.  Ar.  hauija: 

'Großer  Bogen,  Gewölbe';  hieraus  mit 
ar.  Art.  sp.  alhania  'Alkoven,  Nische 
zum  Schlafen'  [wie  bereits  in  den  ar. 
Häusern  Spaniens,  vgl.  Graf  Schack, 
Poesie  und  Kunst  in  Spanien  und  Sizilieu. 

II,  324,  wo  allerdings  das  dort  ge- 
nannte Alhamia  mit  m  ein  Irrtum  sein 
muß].  —  [DE  135. 

816.  Ar.  hanzal: 

'Koloquinte',  Frucht  von  CitruUus  colo- 
cynlhis;  hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  frz. 
alhandal  pharmazeutischer  Name  der 
Koloquinte.    [Devic  DEt  20. 

817.  Ar.  hauzlr: 

'Schwein';  hieraus  vielleicht  siz.  canzirri, 
ganzirri  'ein  Werkzeug,  um  Steine  und 
Felsbrocken  auf  den  Rücken  der  Last- 
tiere zu  heben'  [vgl.  auch  den  Ortsnamen 
Ganzirri,  ein  See  bei  Messina,  und  das 
siz.  N.  pr.  Ganzaria].    [GrSVociSic  231. 

818.  Jap.  hara: 

'Bauch',  dazu  kiri  'schneiden':  harakiri 
ist  die  Bezeichnung  für  die  jap.  Art  des 
Selbstmordes  in  Ehrensachen,  die  darin 
besteht,  daß  der  Selbstmörder  sich  selbst 
den  Bauch  aufschlitzt  und  dann  von 
einem  Diener  den  Kopf  abschlagen  läßt. 
Im  alten  Japan  gab  es  zwei  Arten:  das 
obligatorische  und  das  freiwilhge  Hara- 
kiri. Die  erste  Art,  die  jetzt  erloschen 
ist,  wurde  von  Verbrechern  der  Samurai 
[Adel]  Klasse  begangen;  sie  wurde  ihnen 
von  der  Regierung  als  Gunst  gewährt, 
damit  sie  so  der  Strafe  entgingen.  Die 
zweite  Art  wird  noch  in  schweren  Sorgen, 
vielfach  auch  als  Protest  gegen  Unge- 
rechtigkeit ausgeübt.  In  den  europäi- 
schen Sprachen  auch  ofl  in  übertragener 
Bedeutung:  Aisch.  Harakiri.  —  [Die  viel- 
fach angegebene  Übersetzung  'the  happy 
despatch',  'die  glückliche  Erledigung'  ist 
ganz  grundlos]  [Hobson-Jobson  411. 
Chamb  AllJap  243/246. 

819.  Ar.  harüni: 

'Verboten';  dasjenige,  wozu  der  Zutritt 
verboten  ist,  also  der  'Frauenraum'  und 
schließlich  'die  Frauen'  selbst;  ebenso 
tk.  harem  ;  hieraus  rum.  haretn,  STp.  Haren, 
pg.  frz.  engl,  harem,  ndl.  dtsch.  Harem; 
bulg.  serb.  hurem,  öech.  harim,  poln. 
harem,  russ.  gar^m.  In  der  ursprüng- 
lichen Bedeutung  'unerlaubt'  ist  aus  dem 
Tk.  rum.  haram  'nichtsnutzig,  ungesetz- 
lich' geworden. 

820.  Pers.  häräiuzädä: 
'Bastard,  Hurensohn'  [aus  ar.  haräm, 
s.  hier  Nr.  819,  und  zädä  'geboren',  s. 
hier  Nr.  69b];  hieraus  angloind.  haram- 
zadeh,  in  Indien  ein  allgemein  gebrauch- 


65 


[Ar.  harätni. 


lieber  Ausdruck  der  Verachtung  [Slang 
Dictionary.^'  1864.  S.  151]. 

821.  Ar.  haräml: 

'Räuber'  [vom  gleichen  Stamme  wie 
Nr.  819];  hierzu  der  plr.  harämija;  hier- 
aus in  singl.  Bedeutung  bulg.  aramija 
'Dieb',  serb.  klruss.  harämija  'Dieb, 
Straßenräuber'.  —  Aus  Jj,arämt  und  tk. 
bas,  s.  hier  Nr.  260,  wurde  rum.  ha- 
rämbaf  'Räuberhauptmann',  vielleicht 
auch  bulg.  grabez  'Straßenraub'. 

822.  Tk.  harar: 

'Große  Satteltasche  aus  Ziegenleder,  die 
man  den  Lasttieren  aufladet'  [Kölekian 
Käniüs  534a];  hieraus  rum.  arar  'Plane, 
Wagendecke'. 

823.  Ar.  liarba: 

'Lanze',  aber  auch  die  'eiserne  Lanzen- 
spitze' an  der  etwa  4  m  langen  Be- 
duinenlanze mizrak  [s.  hier  Nr.  1476; 
vgl.  FISCHER  in  MSOS  II,  233];  hier- 
aus mit  ar.  Art.  it.  labarda,  alabarda, 
frz.  hallebarde,  sp.  pg.  alabardo  'Helle- 
barde', pg.  hallabarda,  mhd.  mit  Volks- 
etymologie helmbarte.  Dazu  siz.  lapar- 
deri  'Gauner,  Erpresser,  Betrüger',  la- 
parduni  'Drohne'  [man  war  der  Mei- 
nung, die  Hellebardiere  lebten  vom  er- 
preßten Gute  anderer].  Mit  vorgesetztem 
mu  des  Partizips  ergibt  sich  ar.  *muharba, 
hieraus  sp.  moharra  'Lanzenspitze'. 
Über  das  Tk.  wurde  rum.  arbiu  'Lade- 
stock'.   [DE  316     ML  4040. 

824.  Pers.  härbuz: 

"Melone'  [aus  'här  'Esel'  Horn  NpEt 
S.  104,  Nr.  473  "und  buz  'Ziege'  ebenda 
S.  49,  Nr.  213,  also  'Eselsziege',  nicht 
'Eselsgurke',  wie  Horn  NpEt  S.  105  hat; 
die  dort  in  Anm.  1)  fehlende  Band-  und 
Seitenzahl  in  Brugsch,  Reise  der  K. 
Preuß.  Gesandtschaft  nach  Persien,  ist: 
Bd.  I,  S.  334/336.  Übrigens  scheint  sich 
BRUGSCH  die  dort  erzählte  „nicht  sehr 
geistreiche"  Volksetymologie  des  Wts. 
nicht  haben  aufbinden  lassen,  da 
er  sie  selbst  als  eine  „einfältige  Ge- 
schichte' bezeichnet];  ebenso  Ik.karpiiz 
[vgl.  ngr.  KapTTOüöia];  hieratis  rum.  car- 
puz,  carpus  'Melone,  Cucurbita  citrullus', 
bulg.  serb.  karpuz,  serb.  karpuza,  poln. 
karbuz,  garbuz,  harbuz,  arbuz,  klruss. 
garbuz,  russ.  arbuz  'Wassermelone'. 
[Gorjajew  5.    Bern  SlEtWb  491. 

825.  Ar.  harg: 

'Bodenertrag,  Einkommen,  häusliche 
Ausgaben',  tk.  ebenso;  hieraus  russ. 
h,ar£  'Lebensmittel,  Kost',  harcit'  'ver- 
pflegen', serb.  harsiti  'dass.',  russ.  har- 
cewnja,  serb.  krcma  'Speisehaus,  Gar- 
küche', poln.  haracz  'Tribut',  karczma 
'Schenke',  karczmarz  'Wirt'  [woraus 
die  dtsch.  N.  pr.  Kretschmar,  Kretschmer 

Lokotscb,  Etymolog.  Wörterbuch. 


entstanden  sind].  —  Aus  tk.  harec  [das 
wohl  durch  Kontamination  mit  ar.  haräg 
'Kopfsteuer  der  christlichen  Untertanen 
der  Türkei  und  anderer  muslimischer 
Reiche'  entstanden  ist,  vgl.  Kelekian 
Kehiüs  535]  'Strafe,  die  durch  die  Ge- 
richte erhoben  wird'  wurde  rum.  areciü 
'gerichtliche  Zusprechung',  arecinire  'zu- 
sprechen'. [Gorjajew  395.  Karlowicz421. 

826.  Pers.  härgälä: 

'Trupp  Pferde,  Maultiere  oder  dergl.' 
[aus  pers.  här,  s.  hier  Nr.  824,  u.  gälä 
'Truppe'];  ebenso  tk.  hergele;  hieraus 
rum.  herghelie  'Pferdegestüt,  Pferde- 
hürde'. 

827.  Ar.  harif: 

'Herbst,  Herbstregen';  hieraus  siz. garifu 
'zartes  Kraut,  das  bei  den  ersten  Herbst- 
regen  sprießt',  jittdrisi  a  lu  g.  'gierig 
zu  essen  anfangen'.    [GrSVoci  Sic  238. 

828.  Ar.  harita: 

'Lederbeutel,  Sack':  hieraus  russ.  kalita 
'Beutel,  Tasche',  klruss.  kalyfa,  poln. 
kaleta  'Geldsäckel';  sp.  ^ar«7a 'Schilder- 
haus, kleines  Zimmerchen  für  den  Pfört- 
ner eines  Hauses',  frz.  guSrite  'Schilder- 
haus', siz.  garitta,  qallitta  'hölzernes 
Schilderhäuschen'.  [DE  381.  GrSVoci 
Sic  238.    Bern  SlElWb  474. 

829.  Ar.  harmal: 

Eine  Pflanze  aus  der  Familie  der  Ruta- 
ceen,  Peganum  harmala  L.  'Harmelraute' 
[von  den  Arabern  zur  Gewinnung  eines 
roten  Farbstoffes,  des  sog.  Harmalins 
'Türkischrot'  und  eines  Insektenpulvers 
benutzt];  hieraus  gr.  äp|aa\a,  lat.  har- 
mala, sp.  alharma,  harma,  alfarma, 
harmaga,  alharmaga,  amargaza,  ga- 
marza,  pg.  harmale,  kat.  annalä,  frz. 
harmale,  it.  armora.  [DE  III.  Eguilaz 
162.  DevicDEt  137.  ZfromPh  V,  241. 
RomForsch  IV,  363.    ML  4051. 

830.  Ar.  harr: 

'Hitze';  hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  alhorre 
[bereits  im  Ar.  wird  a  durch  Einfluß 
des  Gutturals  zu  o:  horr]  'Exkremente 
der  eben  geborenen  Kinder'  [Dicc  Gast 
123  c],  pg.  alforra,  alfora  'dass.,  eine 
Art  Grind  oder  Körnerkrankheit'  [Con- 
stancio  Dicc  50a].    [DE  116. 

831.  Ar.  Iiarräka: 

'Brander';  hieraus  sp.  haloque  'kleines 
Boot'  [Dicc  Gast  1104  a],  falua,  pg.  falüa 
'Segelschiff  mit  vier  Rudern',  auf  dem 
Tejo  gebräuchlich  [Gonstancio  Dicc 
548  a],  frz.  felotique,  it.  feluca,  ßlucca 
'kleines  Ruderschiff' ;  ndl.  feloek,  engl. 
felucca,  dtsch.  Feluke;  russ.  fehika,  fil- 
juka  'kleines  Schiff  mit  zwei  lateinischen 
Segeln,  auf  dem  Meere  gebräuchlich 
gewesen'.  —  [Das  Wort  ist  in  der  ro- 
manischen Form  wieder  ins  Arabische 
5 


Ar.  harrnb.] 


66 


zurückfc'ekehrt :  faJülca,  ZDMG  LI,  300; 
vt-'l.  aui  h  georj?.  phihika  ZDMG  LI,  325]. 
—  Wahrsclieinlich  ist  auch  auf  das  ar. 
Grundwort  it.  carraca  'Brander'  zurück- 
zuführen [A.  V.  Kremer,  Gulturgeschichte 
des  Orients  I,  251.  Wenn  dem  Diez, 
Etymol.  Wb.  der  rom.  Sprachen  S.  88, 
mit  dem  Bemerken  widerspricht,  daß 
ar.  h  nie  romanisches  c  würde,  so  sei 
nur  auf  it.  camälo,  s.  hier  Nr.  806,  hin- 
gewiesen].   Neuestens  auf  einen  plr. 

fulük  zurückgeführt  von  KURYLOWICZ 
in  Rocznik  Orjentahstyczny.  Tom  II. 
Lwöw  19:25.  S.  253/254.  [DE  264/266. 
Dozy  Oost  37/39.  MWiD  37  (wo  alles 
über  ar.  fulüka  auf  gr.  ^qpöXKiov  zurück- 
geführt wird). 

832.  Ar.  harrüb: 

[Aus  aram.  liärü^ä  <[  assyr.  harühu,  vgl. 
ZAkkFW  55]  'Johaimisbrot,  Ceratonia 
siliqua' ;  hieraus  lat.  caruba,  cartimba, 
gr.  xapoüßa,  it.  carruba  'Johannisbrot', 
carrubo  'J.-Baum',  frz.  carotibe,  carouge, 
prov.  garrova,  sp.  garroba(o),  algarro- 
ba(o),  pg.  alfarroba  'Johannisbrot',  al- 
farrobeiro  'J.-Baum';  sp.  algarrobilla, 
pg.  algarroba  'eine  Erbsenart,  Ervum 
monanthos';  engl,  carob,  dtsch.  Karöbe, 
Karube  'Johannisbrot'.  [DE  121.  Egui- 
laz  178.  RomForsch  IV,  355.  ML  1864 
und  4680  (gehören  natürlich  zu  einer 
Nummer  zusammen). 

833.  Ar.  harsüf: 

'Artischocke,  Cynara  scolymus';  hieraus 
mit  ar.  Art.  sp.  alcarchofo,  alcachofa, 
pg.  alcachofra,  it.  carciofo,  articiocco, 
frz.  artichaut,  prov.  arqtiichaut,  archi- 
chaut;  ndl.  artisjoJc,  engl,  artichoke, 
dtsch.  Artischocke  (Erdschocke);  russ. 
artisok,  cech.  articok,  poln.  karczoch, 
klruss.  karcocha.  —  [Andere  Ableitungen, 
wie  aus  gr.  dpiuTiKci  'gewürzte,  ein- 
gemachte Dinge'  oder  aus  einem  an- 
geblichen ar.  ardl  sauki,  sind  sprachlich 
unhaltbar;  freilich  ist  die  letztere  Form 
sogar  in  ar.  Nationalwörterbücher  wie 
den  Mubit  al-muhit  übergegangen,  ob- 
wohl ihre  Unrichtigkeit  schon  lange  be- 
wiesen war,  s.  Dozy  Oost  18/22.]  — 
Vgl.  auch  hier  Nr.  563.  [DE  83.  Kluge 
23.  Bern  SlEtVVb  489.  ML  1865  und 
4060  (charsof  und  harsaf  gehören 
natürlich  zu  einer  Nummer  zusammen). 

834.  Ar.  harüu : 

'Störrisch'  (vom  Pferde  gesagt) ;  hieraus 
sp.  harön  'faul,  Faulenzer',  haronia 
'Faulheit',  haronear  'faul  werden'  [Dicc 
Gast  1106 ab;  woher  stammen  die  For- 
men mit  anlautendem  f  bei  ML  4053?], 
pg.  faronejar. 

835.  Ar.  Hasan: 

N.  pr.,  Vorname  [als  Adj.  hasan  'schön']; 


dazu  demin.  Husain  ebenfalls  als  häu- 
figer Name  gebraucht.  Jä  Hasan  jä 
Husain  'o  Hasan,  o  Husain!'  ist  der 
Klageruf  der  Schiiten  ata  10.  Muharram 
zum  Andenken  an  die  Ermordung  der 
beiden  Söhne  'Alis.  Diese  Wehklage 
ist  angloind.  zu  hobson-jobson  verball- 
hornt worden  und  ein  für  das  Anglo- 
indische  geradezu  typischer  Ausdruck 
geworden;  daher  gaben  YüLE  und 
BURNELL  ihrem  Glossary  of  Anglo- 
Indian  Colloquial  Words  den 
Namen  HOBSON-JOBSON.  Übrigens 
nennt  Chamb  AllJap  43,  Anm.  1)  dieses 
Werk  mit  Recht  ,das  entzückendste 
aller  Wörterbücher",  und  auch  ENNO 
LITTMANN  nennt  es  in  MWiD  IX  ,das 
eigenartige  englische  Werk  H.-J."  [Hob- 
son-Jobson  419/420. 

836.  Ar.  hasira: 
'Binsenmatte,  Rohrgeflecht';  hieraus  siz. 
gassira,  gassina  'dass.',  besonders  'ein 
Geflecht  aus  Binsen,  das,  vor  den  Fen- 
stern angebracht,  dazu  dient,  die  Zim- 
mer vor  Licht  und  Wärme  zu  schützen' ; 
'Geflecht,  um  die  Füße  warm  zu  halten, 
Fußmatte'.  Über  tk.  hasyr  wurde  bulg. 
has^r,  serb.  hasura  'Strohmatte'.  [Gr 
SVociSic  238.    Mikl  SlEtWb  86  a. 

837.  Ar.  hasira: 

'Verlust  haben,  bankrott  machen' ;  dazu 
das  Subst.  hasära  'Verlust,  Schaden' ; 
hieraus  siz.  cassara  in  dem  Ausdrucke 
fari  cassara  'verschwenden'.  [StGlIt 
H,  230.    GrSVociSic  231. 

838.  Ar.  hasis: 

Vulgäre  Form  für  haSsäs  [Imäla :  ä  ^ 
e  ^  T]  'spitzes  Instrument  z.  B.  zum 
Heumähen' ;  hieraus  sp.  aciche  'Hand- 
beil des  Flickschusters'.  [Dicc  Gast 
34  b.]   [DE  37/38. 

839.  Ar.  hasis: 

'Gras,  Heu',  später  beng  [s.  hier  Nr.  213] 
oder  indischer  Hanf,  Cannabis  indica 
[Über  den  indischen  Hanf  (Haschisch) 
und  seine  Verwendung  als  narkotisches 
Genußmittel.  In  Ausland  1863,  Nr.  30  j 
Ed.  Grimaux,  Du  hachich  ou  chanvre 
Indien.  Paris  1865];  in  die  europäischen 
Sprachen  ist  das  Wort  fast  unverändert 
übergegangen:  frz.  hachiche,  russ.  gasiSf 
dtsch.  Haschisch.  —  „In  Syrien  steht 
der  Hasis,  ein  berauschendes  Hanf-  oder 
Mohnpräparat,  welches  unvermengt  ge- 
nossen oder  dem  Tabak  beigemengt 
wird,  bei  den  niederen  Ständen  in 
Gunst.  Das  Schimpfwort  hassäs  ent- 
spricht unserem  'Trunkenbold'.  Keines- 
wegs ist  das  Laster  des  Haschischrauchens 
derart  verbreitet  wie  bei  uns  der  Ge- 
nuß der  Spirituosen.  Weit  mehr  als  in 
Syrien  und  Mesopotamien  ist  das  Hanf- 


67 


[Ar.  hass. 


rauchen  in  Ägypten  verbreitet.  In 
Marokko  wird  der  Hanf  klf  genannt, 
klein  geiiackt  und  mit  Tabak  vermischt 
oder  auch  unvermengt  in  winzig  kleinen 
Tonköpfchen  aus  etwa  1  Fuß  langen 
Pfeifen  sehr  viel  geraucht."  Max  Frei- 
herr V.  Oppenheim,  Vom  Mittelmeer  zum 
Persischen  Golf  I,  74.  Genaueres  über 
die  in  Marokko  benutzten  Pfeifen  und 
die  Art  des  Hanfrauchens  sowie  die  ar. 
Ausdrücke  dafür  vgl.  MSOS  H,  231 
u.  232.  —  Auf  das  oben  erwähnte 
haMM  hat  SILVESTRE  DE  SAGY  ein 
weit  verbreitetes  romanisches  Wort 
zurückgeführt  [de  S.,  Memoire  sur  la 
dynastie  des  Assassins  et  sur  l'origine 
de  leur  nom.  Lu  ä  la  seance  publique 
de  l'Institut  du  7  juillet  1809.  Im  Mo- 
niteur  no.  210,  an  1809  und  Lettre  de 
M.  de  S.  au  redacteur  du  Moniteur  sur 
I'etymologie  du  nom  des  Assassins. 
Ebenda  no.  359,  an  1809].  Aus  der  Ge- 
schichte der  Kreuzzüge  ist  der  ,AIte 
vom  Berge"  bekannt,  der  das  Haupt 
einer  Sekte  war,  deren  neue  Mitglieder, 
durch  den  Hanfrausch  fanatisiert,  auf 
Befehl  ihrer  Obern  selbst  Mordtaten 
begingen;  aus  dem  ar.  Namen  dieser 
Sekte  hassäsln  entstand  it.  assassino 
'Meuchelmörder',  prov.  asasi,  ansesi, 
frz.  assassin,  sp.  asesino,  pg.  assassino, 
rum.  asasin  und  die  dazugehörigen 
Verba  assassinare  usw.  und  andere  Ab- 
leitungen. It.  (dial.  Parma)  sasinä  'be- 
raubt, elend;  Weinbergschnecke'.  — 
Autiallend  ist,  daß  in  allen  Formen  die 
beiden  s  verschwunden  sind,  daher 
schlägt  Lammens  Rem  28  als  Grund- 
wort den  Namen  des  Gründers  jener 
meuchelmörderischen  Sekte,  Hasan  ihn 
§abäh,  vor;  jedoch  scheint  diese  An- 
nahme nicht  notwendig,  da  im  MA 
Namen,  die  über  das  Lateinische  ver- 
breitet wurden,  allgemein  das  s  durch 
einfaches  s  ersetzten.  [DE  207.  Egui- 
laz  293.   ML  4074. 

840.  Ar.  hass: 

'Lattich' ;  hieraus  mit  ar.  Art.  pg.  alface, 
alfaga  'dass.',  demin.  alfacinha,  dieses 
auch  Spitznamen  der  Lissabonerinnen 
[Constancio  Dicc  48c,  49a.    DE  99]. 

841.  Tk.  Hatai: 

'Nordchina',  bei  MARCO  POLO  Cataia 
MP  418.  Mit  dem  Namen  Kathay, 
Kitai  bezeichnete  man  vom  13.  bis 
15.  Jahrhundert  das  nördliche  China, 
während  man  unter  China,  Sina  die 
mittleren  und  südlichen  Provinzen  ver- 
stand. Der  Name  stammt  von  dem 
wahrscheinlich  tungusischen  Stamme 
der  Khitai  im  Sungarigebiete,  die  Nord- 
china zwei  Jahrhunderte  lang  bis  1123 


beherrschten.  Aus  dem  tk.  Grundwort 
entstand:  russ.  Kitai  'China',  kitaika 
'BaumwüUstofif,  Nanking  [s.  hier  Nr. 
1554]',  poln.  kitaj  'chin.  I3aumwollen- 
zeug  oder  Glanzleinwand',  kitajha  'Taf- 
fet',  klruss.  kytaj,  kytajka  'Taflet,  Seiden- 
zeug', bulg.  kitajka  'Nanking',  serb. 
Kitaj  'China',  citajka  'baumwollener 
Stoff';  rum.  chitaiü  'Wollfutter'.  [Hob- 
son  Jobson  274.   Bern  SlEtWb  505/506. 

842.  Ar.  hätir: 

'Gemüt' ;  ebenso  tk.  hatyr  'Gemüt,  Ver- 
gnügen, Wohlbefinden';  hieraus  rum. 
liatlr  'Begünstigung,  Gunst'. 

843.  Ar.  hatt: 

'Linie,  Schritt',  ebenso  tk.,  insbesondere 
Jiatt-i-serlf  'der  ehrwürdige  Schriftzug', 
d.  h.  das  Autogramm  des  Sultans,  'Hand- 
schreiben desselben';  hieraus  rum.  hat 
'Grenzrain,  stein,  kaiserliches  Auto- 
graph',  hati^erif  'kaiserlicher  Erlaß'. 

844.  Ar.  hatlä: 

'Bis';  hieraus  asp,  apg.  ata,  fata,  und 
durch  Kontamination  mit  gleichbedeu- 
tendem hacia  wurde  sp.  fasta,  hasta ; 
pg.  ati  'bis'.  Über  das  türk.  hatta  'bis, 
sogar'  entstand  rum.  hät  'sogar,  selbst'. 
[DE  286.  Eguilaz  397.  ML  4077. 
Löbel  EITAP  52, 

845.  Hebr.  hattä': 

'Sünder'  [Ave-L  IV,  529];  in  der  süd- 
fränkischen Händlersprache  sagt  man 
von  einem  Kaufmann,  dessen  Geschäft 
schlecht  steht,  er  gehöre  zur  Firma 
Katesberger  &  Co. 

846.  Ar.  haud: 
'Wasserbecken,  Teich';  hieraus  mit  ar. 
Art.  sp.  pg.  alfoz,  sp.  alhoz  'dass.'.  Über 
das  tk.  hatvtiz  wurde  rum.  havuz  'Wasser- 
becken, Zisterne',  bulg.  hawuz.  [DE 
116.    Eguilaz  173.    ML  4085. 

847.  Ar.  Jiaudagr: 

'Tragkorb  auf  einem  Kamele,  Kamel- 
sänfle',  ebenso  bind,  hauda  'Silz  auf 
einem  Elefanten' ;  hieraus  angloind, 
hotvdah,  howder  'ein  großer  Sitz  auf 
einem  Elefanten',  für  zwei  und  mehr 
Personen  eingerichtet,  gewöhnlich  noch 
mit  einem  Schutzdach  versehen.  [Hob- 
son-Jobson  4!27/428. 

848.  Ar.  liaurä': 

Fem.  zu  ahu  'ar  'schwarzäugig'  besonders 
von  einer  Gazelle,  einem  Jünglinge  oder 
einer  Jungfrau  gesagt;  dazu  plur.  hür. 
Dieses  Wort  betrachteten  die  Perser  [und 
gelegentlich  auch  schon  die  Araber,  s. 
BSGW  Leipzig  ph.-hist.  Kl.  1881 .  XXXIII, 
31]  als  sglr.  und  fügten  ein  *  der  Ein- 
heit an :  hüri ;  darunter  versteht  man 
die  Paradiesesjungfrauen,  die  man  nach 
Muhammads  Verheißung  im  Paradiese 
vorfinden  soll ;  hieraus  zur  Bezeichnung 

5* 


Ar.  hauz.] 


68 


einer  reizenden  Frau  sp.  hitrl,  frz.  houri, 
ndl.  engl,  houri,  dtsch.  Huri.  [DE  ;287. 
Devic  DEt  141. 

849.  Ar.  liauz: 

'Bezirk,  Umgebung';  hieraus  mit  ar. 
Art.  sp.  pg.  alfoz  'Landschaft,  Feldflur', 
im  MA  der  Bezirk,  der  seine  eigene 
Jurisdiktion  hatte  und  nach  einem  be- 
sonderen fuero  regiert  wurde,  meistens 
nur  eine  Pfarrei  oder  ein  Schloßgebiet 
umfassend.    [DE  116/117. 

850.  Pers.  hänagä: 

Daraus  ar.  hawäga  '^Herr,  Kaufmann, 
Europäer  [ZDMG  L,  640],  vulg.  unter 
dem  Einfluß  des  tk.  koga  'Greis,  Meister' 
[vom  Stamme  koc  'stark,  mächtig,  groß' 
Vämbery  TktEtWb  S.  91,  Nr.  94]  hoga, 
tk.  Jioga  'Gelehrter,  Professor';  hieraus 
rum.  hoge  'dass.',  bulg.  serb.  hodza  'tk. 
Geistlicher',  russ.  hozjain  'Wirt,  Herr', 
hozjaika  'Wirtin',  klruss.  chazajin  'dass,'. 
[Gorjajew  399.    Bern  SlEtWb  400. 

851.  Tk.  hawjar: 

'Kaviar';  hieraus  ngr.  Kaßidpiov,  bulg. 
hajwar,  hajiver,  serb.  hajwar,  poln. 
kawiar,  cech.  kaviar;  it.  caviaro,  caviale, 
sp.  cabial,  pg.  caoial,  caviar,  frz.  caviar; 
engl.  ndl.  caviar,  dtsch.  Kaviar,  — 
[JOEST  in  ZfEtbn  1890,  3  vermutet, 
daß  das  abendländische  Wort  auf  den 
Namen  des  Hafens  Kapha,  d.  h.  Theo- 
dosia,  eines  Hauplhandelsplatzes  für  die 
Fischer  des  Schwarzen  Meeres,  zurück- 
geht ;  doch  ist  diese  Ableitung  sehr  an- 
zuzweifeln. KESSELING  in  Neophilo- 
logus  VI,  213/214  verfolgt  das  Wort 
nur  bis  mgr.  Kaßidpiv  zurück.  Übrigens 
heißt  der  Kaviar  russ.  ikrd.]  [Bern  Sl 
EtWb  382/383.   ML  4086.    Kluge  232. 

852.  Ar.  hawwaa: 

Vulg.  'Verräter'  [vom  Stamme  häna 
'verraten',  s.  hier  Nr.  784];  hieraus  it. 
avania  'Plackerei,  Mißhandlung',  pg. 
avania  'Erpressung'  [Constancio  Dicc 
143  c].    [ML  4087. 

853.  Pers.  hiizär: 

'Tausend'  [Horn  NpEt  S.  244,  Nr.  1093], 
tk.  hezar  [ung.  ezer];  hieraus  serh.jezero 
'lausend'.    [Bern  SlEtWb  455. 

854.  Ar.  hazin: 

'Betrübt,  traurig';  hieraus  sp.  hacino 
'traurig,  unglücklich;  geizig'.  [DE  282 
u.  283.    Eguilaz  417.    ML  4089. 

855.  Ar.  hazlua: 

'Schatz',  tk.  hazna  ;  hieraus  rum.  hazna 
'Schatzkammer,  Abtritt',  venez.  casnd 
'Haufen  Geld'  [L'Oriente  I,  196];  russ. 
kazna  'Krone,  Staat,  Vermögen,  Pulver- 
kammer', kaznaöei  'Rentmeister,  Kas- 
sierer' [letztere  Bedeutung  wohl  durch 
Einfluß  von  kasa  'Kasse'  entstanden], 
bulg.  hazna  'viel  Geld,  Schatz',  serb. 


hazna,  poln.  kazna,  klruss.  haznd  'Kasse, 
Schatz'.  [Gorjajew  127.  Bern  SlEtWb 
386. 

856.  Ar.  hazz : 

'Vergnügen',  ebenso  tk. ;  hieraus  ram. 
haz  'Reiz,  Gefallen',  hazliü,  hazo§. 

857.  Hebr.  heßra: 
'Gemeinschaft'  [s.  hier  Nr.  764],  hieraus 
tk.  havra  'Synagoge',  rum.  havrä  'dass.', 
ebenso  bulg.  serb. 

858.  Hebr.  liel§k: 

'Teil'  [Ave-L  IV,  o30],  hieraus  jüd.- 
dtsch.  Chelek  'Teil,  Anteil  an  der  Diebes- 
beute', ndl.  (Gaunerjargon)  cheilek:  Man 
spricht  von  einem  eh.,  wenn  bei  einem 
Verkaufe  oder  einer  Versteigerung  sich 
einige  Personen  ohne  Wissen  des  Ver- 
käufers heimlich  verbinden,  nicht  gegen- 
einander zu  bieten,  und  später  das  Ge- 
kaufte unter  sich  verteilen.  [Dozy  Oost  30. 

859.  Tk.  hepjek: 

'Doppelas'  (beim  Kartenspiel)  [aus  tk. 
hep  'alles'  und  pers.  jäk  'eins'  Horn 
NpEt  S.  252,  Nr.  1128];  hieraus  rum. 
epiec  'dass.'. 

860.  Pers.  hic: 

'Gar  nichts',  tk.  ebenso  hic:  hieraus  nim. 
hici ;  bulg.  hic,  ic,  serb.  hic,  klruss.  chyc, 
ckyc  'gar  nicht,  ganz  und  gar  nicht', 
wie  im  Tk.  zur  Verstärkung  der  Ver- 
neinung.   [Bern  SlEtWb  387. 

861.  Ar.  hulina: 

'Dienst',  ik.'hizmet;  hieraus  vam.hiiz- 
niet  'Abgabe,  Unbrauchbares'. 

862.  Pers.  hidmätkär: 

'Diener'  [aus  ar.  hidma,  s.  hier  Nr.  861, 
und  pers.  -kär  'Täter'  Horn  NpEt  S.  185, 
Nr.  832],  bind,  ebenso;  hieraus  anglo- 
ind.  und  engl,  kitmutgar,  khitmutgar 
'musHmischer  Tafeldiener'.  [Hobson- 
Jobson  486/487. 

863.  Ar.  higra: 

[Vom  ar.  Vb.  hagara  'verlassen,  freund- 
schaftliche Beziehungen  abbrechen'] 
'Auswanderung,  Abbruch  der  Beziehun- 
gen', insbesondere  der  W^egzug  des  Pro- 
pheten MUHAMMAD  von  Mekka  nach 
Medina,  der  nach  der  üblichen  Rech- 
nung am  16.  Juli  622  n.  Chr.  stattfand; 
die  muhammedanische  Zeitrechnung  be- 
ginnt mit  dieser  sog.  „Flucht",  die  aber 
gar  keine  Flucht  war  [s.  auch  C.  H. 
Becker,  Islamstudien  I:  Vom  Werden 
und  Wesen  der  islamischen  W^elt.  Leip- 
zig 1924.  S.  340];  hieraus  rum.  hegirä, 
frz.  hegire,  it.  egira,  sp.  hegira,  pg.  he- 
jira;  engl.  ndl.  hegira,  dtsch.  Hedschra  ; 
russ.  gidzra 

864.  Ar.  hil'a: 

'Ehrengewand'  [das  von  den  orientali- 
schen Herrschern  ihren  Günstlingen, 
Künstlern,  Dichtern  zum  Zeichen  ihrer 


69 


[Ar.  hiläl. 


GuDst  geschenkt  wurde;  ursprünglich 
ein  'Kleidungsstück'  ganz  allgemein; 
wahrscheinlich  selbst,  Entlehnung  aus 
dem  Pers.  oder  Türk.,  da  die  Nisba 
zwischen  hWl  und  huVi  sowie  das  Vb. 
zwischen  }iaWa  und  kaWa  'schenken' 
schwanken],  tk.  halat;  hieraus  rum. 
halat,  russ.  Jialat,  serb.  hahjna  'Schlaf- 
rock', poln.  klruss.  cha/at  'Kaftan';  sp. 
gala  'Kleiderpracht',  it.  gala,  frz.  habit 
de  gala,  dtsch.  Gala,  engl.  gala.  Sp. 
galano  [eigentlich  'in  Gala  gekleidet'] 
'höfisch,  artig',  hieraus  dtsch.  Galan 
[über  den  Wiener  Hof,  da  das  Wort  im 
Frz.  fehlt] ;  it.  sp.  galante  'zierlich  und 
modisch  gekleidet',  frz.  galant,  dtsch. 
galant,  dazu  frz.  galanterie  'Höflichkeit, 
modisch  feines  \ieaehmen\  galanthot7ime, 
it.  galantuomo,  dtsch.  Galanter-ie(v^tivei\). 
[Dagegen  stammt  elegant  aus  dem  lat. 
elegantem  'wählerisch'.]  — •  Die  anderen 
Ableitungen  scheinen  begrifflich  weniger 
einfach:  a)  gr.  plur.  KoXd  'schöne  Dinge', 
wobei  k  y  g  wie  in  KÖXTTog  >  Golf; 
b)  afrz.  gnle  'das  Ergötzen',  so  Kluge 
154;  c)  ahd.  geili  'Prunk,  Üppigkeit, 
Lustigkeit'  nach  Diez.  [Gorjajew  394. 
Bern  SlEtWb  383. 

865.  Ar.  hiläl: 
'Bohrinstrument,  Zahnstocher,  Nadel' 
[vom  Vb.  halla  'durchbohren'] ;  mit  ar. 
Art.  u.  Imäla:  al-hilel;  hieraus  sp. 
alfilel  und  alfiler  'Stecknadel',  pg.  al- 
finete.  [DE  114.  Eguilaz  168.  ML  1873. 

S66.  Ar.  himäla: 
Pir.  hamffil  [vom  Vb.  hamila  'tragen', 
vgl.  hier  Nr.  806]  'ein  Tragband',  das, 
über  der  rechten  Schulter  hängend,  dazu 
dient,  das  Schwert  zu  tragen.  Ebenso 
wurde  dann  ein  'Amulett'  genannt,  das, 
mit  Koransprüchen  oder  Zauberformeln 
beschrieben,  mit  einer  Schnur  am  Halse 
getragen  wurde;  hieraus  vielleicht  lat. 
amuletiiin,  it.  amuleto,  frz.  anmlette, 
anmlUe,  sp.  pg.  amuleto;  engl,  amnlet, 
dtsch.  Amulett,  ndl.  amulet  [GILDE- 
MEISTER in  ZDMG  XXXVHI,  140  bis 
142.  HAUPT  in  Florilegium  Melchior 
de  Vogüö  1909,  S.  274.  Dozy  Oosl 
13/14].  Es  soll  nicht  verschwiegen 
werden,  daß  gewichtige  Gründe  gegen 
diese  Etymologie  sprechen:  das  Wort 
kommt  schon  bei  Plinius  XXVIII,  38; 
XXIX,  66;  XXX,  138  vor;  deshalb  wird 
es  als  lat.  amolimentiim  zu  amoliri  'ab- 
wenden, nämlich  die  Gefahren',  gestellt 
und  als  Ubersetzung  von  gr.  qpuXaKxripiov 
betrachtet  [Kluge  16.  OLBRICH  in 
Mitteilungen  der  Schles.  Gesellschaft  für 
Volkslsunde.  Breslau  1917.  XIX,  145], 
jedoch  bemerke  man  wieder  ngr.  xai'iuaXi 
'ein  magisches  Anhängsel  gegen  die  Fas- 


zination (puXaKTTipiov'  MSOS  XII,  192 
Anm.  1).  Vgl.  auch  ZOTENBERG  in 
Revue  Critique  ("10.  4.  1867),  der  beide 
Ansichten  zu  vereinen  sucht,  und  Fausto 
LASINIO  in  GSAJ  III  (1889),  142. 

867.  Ar.  hinnä': 

'Pulver  aus  den  Blättern  der  Lawsonia 
inermis  oder  der  Wurzel  von  Aleanna 
tinctoria  Tausch.,  mit  dem  sich  die 
Frauen  des  Orients  Haare  und  Nägel 
rot  oder  gelb  färben'  [ausführlich 
J.  LÖW  in  ZfSem  I,  136/144].  Hieraus 
mit  ar.  Art.  sp.  alhefia,  it.  alcanna,  al- 
chenna,  alfena,  mlat.  alchanna,  engl. 
alkanet,  sp.  alcanna  'Hennapulver',  frz. 
(dial.)  arcanne  'Rötel',  prov.  alquana 
'Röte  des  Gesichtes';  frz.  kenne.  Über 
tk.  kgna  wurde  rum.  cänä,  cänealä 
'Haarfärbemittel',  bulg.  kzna,  serb.  kna 
'dass.',  russ.  hna  'Henna'.  [DE  138. 
DevicDEt  138/139.  Lammens  Rem  135. 
ML  4135.    Bern  SlEtWb  530. 

868.  Ar.  liiri: 

Im  Magrib  haill;  hieraus  mit  ar.  Art. 
sp.  aleli,  alheU  'Levkoje,  Matthiola',  pg. 
alleli  'dass.'  [Gonstancio  Dicc  54  a].  — 
DE  98. 

869.  Per*«.  Mrmäii: 

'Tenne',  ebenso  tk.  harman  [Abbildung 
und  Beschreibung  s.  Globus  LXVIII, 
60];  hieraus  rum.  arman  'dass.,  Ein- 
friedigung, Kreis',  bulg.  harman  'Tenne'. 

870.  Ar.  hisän : 

'Rassepferd';  hieraus  mit  Spezialisierung 
der  Bedeutung  und  ar.  Art.  sp.  alazan, 
alazano,  pg.  alazäo  'braunrotes  Pferd', 
frz.  alezan  'Falber'.  DE  59/60  nennt 
zwar  die  Etymologie  verdächtig,  aber 
die  sonstigen  vorgeschlagenen  Ablei- 
tungen verdienen  diesen  Vermerk  in 
ungleich  höherem  Mafse,  nämlich  a)  ar. 
ahlas,  fem.  halsä\  Eguilaz  96.  ML  299. 
Aber  das  ar.  Grundwort  bedeutet  'colo- 
rem  nigrum  indorso  cum  rubi  o  mixtum 
habens  ovis'!  b)  Ar.  al-Jiasan  'der 
Schöne',  s.  hier  Nr.  835.  c)  Ar.  al-atan 
'der  Rauch';  d)  al-az'ar  'der  Blonde', 
Eguilaz.    [Lammens  Rem  10/11. 

871.  Ar.  hizäna: 

Vulg.  hazena  'Apotheke,  Zelle';  hieraus 
mit  ar.  Art.  sp.  alacena,  alhacena  'Büfett', 
Wandschrank'.    [DE  52^ 

872.  Hebr.  hösi'ännä: 

Imper.  2.  pers.  Sgl.  mit  der  Bittpartikel 
nä,  ein  Hilfe-  und  Heilruf  [vom  Vb. 
jäsa",  Hif'il  hösfa  'retten,  helfen',  also 
wörtlich  'hilf!'];  gr.  ihaavvct,  l&l. hosanna; 
hieraus  in  alle  europäischen  Sprachen 
übergegangen,  z.  B.  frz.  hosanna,  Jiosan- 
nah  [vgl.  Herrigs  Archiv  LXVHI,  123]. 
Zur  Bezeichnung  des  'Palmsonntages' 
afrz  osanne  und  des  an  diesem  Tage 


Pers.  hab.] 


70 


geweihten  'Buchsbaumes'  frz.  (dial.) 
osanue,  osenaie  'Buchsbaumgehölz'. 
[Devic  DEt  139.    ML  4196. 

873.  Pers.  hüb: 
'Gut,  scliön'  [Hörn  NpEt  S.  III,  Nr.  503], 
ebenso  tk.  [Kelekian  KämOs  554] ;  hier- 
aus bulg.  serb.  htibaw  'schön,  gut',  bulg. 
hubost,  serb.  hiibawost  'Schönheit',  russ. 
(dial.)  hupaw,  klruss.  chupavyj  'schön, 
ordentlich'.    [Bern  SlEtWb  405. 

S74.  Ar.  hubärä: 
'Trappe,  Otis',  mit  Imäla  hobera;  hier- 
aus wegen  der  Farbe  des  Tieres  sp. 
hobero,  overo  [mit  falscher  Anlehnung 
an  lat.  ovum  'Ei'],  pg.  fouveiro  'falb', 
frz.  atMre  'dass.'.  [DE  286.  Devic 
DEt  45.    Lammens  Rem  29. 

875.  Ar.  habäzä: 

'Malve';  hieraus  mit  ar.  Art.  und  Imäla 
alboheza  'dass.'.  —  DE  71. 

876.  Pers.  hndä: 

'Gott'  [Horn  NpEt  S.  104,  Nr.  471],  da- 
von demin.  nach  der  ar.  Form  fu'ail 
[vgl.  Hasan  >  Husain  hier  Nr.  835] 
hudaiw  'kleiner  Gott',  vulg.  Aussprache 
hedlw,  die  frühere  Bezeichnung  des 
Vizekönigs  von  Ägypten,  der  sich  jetzt 
wieder  sultän  'Herrscher'  oder  meistens 
malik  'König'  nennt;  hieraus  in  alle 
europäischen  Sprachen  übergegangen: 
frz.  kMdive,  engl,  khedtve,  dtsch.  Chedive. 
Daß  die  Auffassung  als  demin.  die  rich- 
tige ist  und  auch  von  Orientalen  so 
empfunden  wird,  zeigt  z.  B,  folgende 
Stelle  aus  der  Ägyptischen  Korrespon- 
denz. Organ  der  ägyptischen  National- 
partei in  Deutschland.  2.  Jahrg.  1922. 
S.  192:  „Das  Geld  war  es  auch,  dem 
Ismail  den  ihm  von  der  Pforte  auf 
Grund  von  zwei  Fermans  (von  1866 
und  1873)  verliehenen  Titel  Chedive 
(kleiner  König)  verdankte  .  .  .". 

877.  Ar.  Imdür: 

Ebenso  tk.  huzur  'Gegenwart,  Anwesen- 
heit' ;  hieraus  rum.  huzur  'Ruhe,  Sorg- 
losigkeit' [diese  Bedeutung  ist  wohl  mit 
Rücksicht  darauf  aufgekommen,  daß  im 
Ar.  und  Tk.  das  Wort  fast  immer  in 
Verbindung  mit  Namen  hochgestellter, 
sorglos  lebender  Persönlichkeiten  ge- 
braucht wird,  z.  B.  tk.  pasanyn  huzu- 
runda  'vor  dem  Pascha']. 

878.  Ar.  liufra: 

'Grube,  kleiner  Graben  zur  Bewässerung, 
Rigole';  hieraus  mit  ar.  Art.  pg.  alfobre, 
alforbe,  alfoufre  'kleiner  Kanal  zur  Be- 
wässerung der  Gärten',  siz.  furra  'ein- 
gegrabener Kanal  zur  Bewässerung  der 
Agrumen  usw.',  vielleicht  auch  it.  forra 
'Schlucht',  welche  die  von  den  Bergen 
herabstürzenden  Wässer  sich  graben. 
[DE  114/115.    GrSVoclSic  234. 


879.  Ar.  hnkka: 

'Flasche,  durch  die  zuerst  der  Rauch 
geht,  wenn  man  Tabak  raucht',  in  Ge- 
stalt eines  runden  Helmes;  auch  Name 
der  ganzen 'Wasserpfeife';  ebenso  bind. 
Hieraus  angloind.  hooka,  frz.  houka  [für 
die  einfachste  Form  der  Wasserpfeife 
angloind.  hubble-buhble ,  offenbar  die 
wallende  Bewegung  des  Wassers  laut- 
malerisch wiedergebend].  [Devic  DEt 
140.    Hobson-Jobson  428  u.  423/424. 

880.  Tk.  hukkabaz: 
'Taschenspieler'  [aus  ar.  hnkka,  s.  hier 
Nr.  879,  und  pers.  bäz,  Präsensstamm 
von  bähtän  'spielen'  Horn  NpEt  S.  35, 
Nr.  150];  hieraus  mit  Abfall  der  ersten, 
nur  schwachbetonten  Silbe  rum.  cabaz 
'Possenreißer',  cabazlic  'Schnurre'. 

881.  Ar.  hulba: 

Eine  Pflanze,  Trigonella  foenum  grae- 
cum;  hieraus  frz.  helbe,  hebbe,  helbeh; 
mit  ar.  Art.  sp.  alholva,  kat.  alfolbes,  pg. 
aforba,  alforba,  alfwvas,  alforfas  'dass.', 
'Bockskraut'.  [DE  138.  Eguilaz  192. 
Devic  DEt  138.    ML  4167. 

882.  Ar.  hnmra: 

'Röte,  Rotlauf  [vom  Stamme  ahmar 
'rot',  aus  dessen  fem.  hamra',  mit  ar. 
Art.  al-hamra'  'die  Rote'  der  Namen 
Alhambra  jenes  wunderbaren  maurischen 
Schlosses  auf  der  Höhe  von  Granada 
geworden  ist] ;  hieraus  sp.  alfombra, 
gewöhnlich  alfombrilla  'Masern'  [Dicc 
Gast  120  a].  —  Vom  gleichen  Stamme 
ist  sp.  alhamar  'rote  Decke'  [ebenda 
123  b]. 

883.  Ar.  hamra: 

'Kleiner  Gebetsteppich'  [vom  Vb.  hamara 
'bedecken'];  hieraus  sp.  alfombra  'Tep- 
pich' [Dicc  Gast  120  a],  pg.  alfombra 
'dass.',  alfambar  'grobe  rote  Bettdecke', 
alfambareiro  [Constancio  Dicc  49  a]. 
[DE  115.    Eguilaz  170.    ML  1880. 

884.  Ar.  hurg: 

'Quersack,  Satteltasche' ;  hieraus  mit  ar. 
Art.  sp.  alforja,  pg.  alforge,  gewöhnlich 
im  plr.  alforges  'dass.'  [Constancio  Dicc 
50a],  Vb.  alforjar  'm  die  Sattel-  oder 
Reisetasche  stecken',  frz.  (dial.  Bearn) 
forget,  auforget,  (Lyon)  fargeite  'Tasche', 
fargina  'Quersack'.  [DE  116.  Eguilaz 
171.    ML  1885. 

885.  Pers.  hurmä: 

'Dattel',  ebenso  tk.  hurma  [Kelekian 
Kämüs  537  a];  hieraus  rum.  curmal 
'dass.',  curmalä  'Dattelpalme' ;  bulg. 
hurma,  furnia,  serb.  hurma,  urma  'Dattel', 
russ.  kurma  'dass.,  Dattelpalme'.  [Bern 
SlEtWb  406. 

886.  Ar.  hurr: 

'Frei',  Subst.  hiirrija  'Freiheit';  hieraus 
sp.  horro  [schon  ar.  wird  unter  Einfluß 


71 


[Ar.  huss. 


des  benachbarten  Gutturals  m  >  o]  'frei' 
(von  Steuern),  'unbelegt'  (von  der  Stute 
gesagt),  Vb.  afeorrar 'sparen,  verschonen', 
a?/brr/a 'Freiheit',  pg.forro./brrar'dass.'. 
[DE  287.    Eguilaz  424.    ML  4184. 

887.  Ar.  huss: 

'Hütte  ,  Strohhütte',  besonders  im  Wein- 
berge; hieraus  [über  den  Übergang  von 
M  >  0  s.  hier  Nr.  886]  sp.  choza  'Hütte 
aus  Pfählen  od.  aus  bloßen  Steinen  ohne 
Mörtel  u.  mit  Stroh  bedeckt  für  Hirten 
u.  Feldarbeiter'  [Dicc  Gast  704  b],  pg.  cho- 
ga,  chogo  'Hütte,  besonders  für  die  Wäch- 
ter der  Weinberge'  [Gonstancio  Dicc 
256  a].  —  Ableitung  von  lat.  plutea, 
pluteum  'Schutzdach'  ist  wohl  nicht  nötig 
und  erklärt  den  sp.  Anlaut  ch  nicht.  — 
DE  254. 

888.  Ar.  hnttäf : 

'Krampe  od.  Haken  mit  zurückgebogener 
Spitze,  Harpune' ;  vulg.  hattäf,  mit  Imäia: 
hatfef;  hieraus  mit  Metathesis  pg.  fatexa 
'Ankerhaken,  großer  Angelhaken'  [Gon- 
stancio Dicc  550c.]  —  DE  267. 

889.  Ar.  hnzäniä: 

'Lavendel,  Lavandula  vera',  mit  Imäla  u. 
ar.  Art.  al  -  fyuzemä;  hieraus  sp.  alhucema 
'dass'.  [Dicc  Gast  124a:  gevvön  lieh  espliego 
<^  lat.  spicuhm],  pg.  alfazema  'dass.'. 
[DE  139. 

890.  Pers.  Hwärizin: 

"NTpr.,  eine  Landschaft  in  Mittelasien  [dem 
heutigen  Chanate  Ghiva-HIwa  entspre- 
chend]; davon  das  ar.  Adj.  hnärizmi  od. 
härizmi  'aus  Hwarizm  stammend,  der 
Gharizmier',  Beiname  des  Mathematikers 
ABÜ  GA'FAR  MUHAMMAD  IHN  MÜSÄ 
[s.  hier  Nr.  631];  durch  sein  Werk  über 
Algebra  kam  das  dekadische  Zahlensystem 
und  das  Rechnen  mit  ar.  Zahlen  um  das 
Jahr  1200  nach  Europa;  daher  wurde  lat. 
algorithmus,  algorismus  [mit  Anlehnung 
an  gr.  öpi&|ui6<;]  die  Bezeichnung  für  das 
Rechnen  mit  ar.  Ziffern  u.  schließlich  für 
Rechnungsverfahren  überhaupt.  Hieraus 
afrz.  algofisme,frz.  algorithme,it.alguaris- 
nio  'Rechenart,  Arithmetik',  sp.  alguaris- 
nio,  guarismo  'Ziffer',  engl,  algorism, 
algorithm  'Rechenart'.  [DE  130/131. 
WOEPGKE  in  JAs  (1863)  I,  519.  Devic 
DEt  18.  Lammens  Rem  13.  Schirmer 
WortschdMath  4/5. 

891.  Tk.  hyrsyz: 

'Schelm,  Schurke'  [aus  ar.  '^ird  'Ehre, 
guter  Ruf  u.  \k.-siz  'ohne'  vom  Stamme 
Silz,  siz  'trennen,  los,  ohne'  Vämbery 
TktEtWb  S.  156,  Nr.  170,  also  'Ehrloser', 
vgl.  M.  Horten,  Kleine  tk.  Sprachlehre. 
Heidelberg  1916,  S.  11];  hieraus  rum. 
hursuz,  urstiz  'mürrisch,  unfreundlich'. 
—  [Doch  ist  auch  die  von  Löbel  EITAP 


53  gegebene  Ableitung  aus  tk.  ogursuz 
'unglücklich,  ohne  gute  Vorbedeutung', 
in  der  modernen  Aussprache  mit  Unter- 
drückung von  g  :  uursuz  y  ursuz,  recht 
ansprechend].  Zum  Begriffe  des  Grund- 
worts fyijrsyz  vgl.  hier  Nr.  781. 

892.  Ar.  iblis: 

[Vom  gr.  bidßoXo;],  vulg.  blls  'Teufel'; 
hieraus  frz.  iblis,  iblis  'Dämon',  pg.  in 
der  Redensart:  hS  um  belis  'das  ist  ein 
umsichtiger  Mann',  aber  auch  'ein  Schur- 
ke' [Gonstancio  Dicc  168].  [DE  238/239. 
Devic  DEt  107. 

893.  Ar.  Ibn  Siiiä: 

N.  pr.,  berühmter  ar.  Philosoph  und  Po- 
lyhistor (t  1037);  bei  den  jüdischen 
Spaniern  Aben-Sina  genannt,  hieraus 
die  verlateinte  Form  Ävicenna.  Ein 
Baum  der  Mangrove- Vegetation,  aus  der 
Familie  der  Verbenaceen,  heißt  lat. 
Ävieennia,  frz.  avicenniee  [verwandt  mit 
Tectonia  grandis,  s.  hier  säg  Nr.  1766]. 
[Devic  DEt  51.    Lammens  Rem  32. 

894.  Ar.  ibrik: 

'Wasserkrug',  besonders  für  die  vor- 
geschriebenen Waschungen  der  Muslimen 
gebraucht  [aus  dem  Pers.,  doch  kennt 
man  das  pers.  Grundwort  noch  nicht, 
vgl.  de  Lagarde,  Gesammelte  Abhand- 
lungen S.  7];  tk.  ebenso;  hieraus  rum. 
ibric  'Wasserkrug,  Wasserkanne',  it. 
bricco  'Zinnkanne  für  Kaffee',  bulg.  serb. 
ibrik  'Waschkanne,  Krug',  serb.  imbrik, 
Y)o]n.imb)yk,  imhryczek  'Tee-  oder  Kaffee- 
kanne', klruss.  imbrycek  'dass.'.  [ML 
4253.    Bern  SlEtWb  419. 

895.  Tk.  icoglany: 

'Junger  Diener,  der  so  jung  ist,  daß  er 
die  Frauengemächer  noch  betreten  darf 
[aus  tk.  ic  'Inneres'  vom  Stamme  ic 
'innen'  Vämbery  TktEtWb  S.  35,  Nr.  38 1 
und  oijlan,  s.  hier  Nr.  1588];  hieraus 
frz.  icoglan  'großherrlicher  Page',  bulg. 
serb.  iöoglan,  serb.  idoglaniti  'dass.', 
poln.  iczoglan  'tk.  Page'.  [Devic  DEt 
141.    Bern  SlEtWb  419. 

896.  Ar.  'idäda: 

'BewegUches  Lineal  am  Astrolabium'; 
hieraus  sp.  alidada  'Diopterlineal',  frz. 
alidade  'dass.',  auch  'Lineal',  it.  alidada, 
dtsch.  Alhidade  physikalischer  Fachaus- 
druck zur  Bezeichnung  eines  wesent- 
lichen Teiles  optischer  Meßinstrumente. 
Es  kann  vermutet  werden,  daß  das  bis- 
her unerklärte  Wort  Theodolith  auf 
dieses  Grundwort  zurückgeht.  [DE  140. 
Devic  DEt  22/23.    Lammens  Rem  15. 

897.  Ar.  'ifrlt: 

[Aus  pers.  äfärid  'Geschöpf,  pers.  Vb. 
äfridän  'schaffen'  Horn  NpEt  S.  10, 
Nr.  39;  dazu  präfigiertes  'Ain,  vgl. 
ZfSem  II,  220]  'Kobold',  besonders  die 


Ar.  il'riz.] 


72 


mächtigen  Geisler,  welche  Prinzessinnen 
rauben  und  ähnliche  Heldentaten  ver- 
richten, v^l.  Koran  Sure  27,  39  und 
sehr  häufig  in  1001  Nacht,  wo  auch 
derartige  weibliche  Kobolde  [ar.  'ifrlta] 
vorkommen.  Der  Name  wurde  in  der 
yulg.  Form  'afrlf  zuerst  durch  die  erste 
Übersetzung  von  1001  Nacht  von  GAL- 
LAND in  Europa  bekannt,  z.  B.  frz. 
afrite.  [Devic  DEt  5.  Lammens  Rem  5. 

898.  Ar.  ifriz: 

Tries'  [aus  ngr.  Ziuqpöpoi;  Jannarakis 
Deutsch  -  Neugriechisches  Wörterbuch 
S.  :251  b  nach  Dozy  oder  wohl  besser 
aus  gr.  öq)pu?  nach  Völlers  in  ZDMG 
LI,  295] ;  hieraus  sp.  pg.  friso,  frz.  frise ; 
engl,  frieze,  ndl.  fries,  dtsch.  Fries  [auch 
it.  (regio,  freggial  Dieses  Wort  wird 
von  MENAGE  auf  lat.  fregium,  von 
PERRAULT  auf  Phryqia  zurückgeführt]. 
—  DE  270/271. 

899.  Ar.  'ijär: 

'Eichmaß,  Feingehalt  des  Goldes  oder 
Silbers,  Pendel  zum  Regulieren  einer 
LTir',  ebenso  tk.  ajar ;  hieraus  rum.  aiar 
'Eichmaß,  Regulator'. 

900.  Tk.  iki: 

'Zwei';  hieraus  vielleicht  rum.  ichm 
'ßleiknöchel  oder  -würfel'  beim  Knöchel- 
spiele. 

901.  Tk.  ikindi: 

'Die  Stunde,  die  den  Nachmittag  in  zwei 
gleiche  Teile  teilt';  hieraus  rum.  chindie 
'Vesper,  Bauerntanz',  den  die  Landleute 
häufig  nach  dem  Vesperbrote  tanzen. 

902.  Ar.  iklil: 

'Krone';  a)  iklil  algahal,  eigentlich 
'Bergkrone',  ist  ein  Pflanzenname,  Ros- 
marinus  ofBcinalis;  hieraus  sp.  pg.  ale- 
crim  'Rosmarin'  [Gonstancio  Dicc  47  c. 
DE  97]. 

b)  mit  simäll,  Adj.  zu  simäl  'Süden', 
ergibt  sich  ar.  al-iklil  as-simäli,  hieraus 
Achleischemali,  Name  des  Sternbildes 
Corona  borealis  [Devic  DEt  40]. 

903.  Ar.  iksir: 

[Aus  gr.  Zr)piov  'das  Trockene']  'Stein 
der  Weisen',  d.  h.  die  besondere  Sub- 
stanz, die  bewirken  sollte,  daß  unedle 
Metalle  in  edle  verwandelt  würden ;  ins- 
besondere sollte  die  Masse  auch  die 
Kraft  besitzen,  den  menschlichen  Kör- 
per zu  gesunden,  zu  stärken  und  zu 
verjüngen,  also 'Lebenssaft' ;  hieraus  it. 
elissire,  elisire  'Heiltrank',  frz.  elixir, 
sp.  pg.  rum.  elixir,  dtsch.  Elixir,  engl. 
elixir.  [DE  259/260.  Devic  108/109. 
Lammens  Rem  104/105.   Kluge  III. 

904.  Ar.  'ilka: 

[Vom  Vb.  'alaka  II  'aufhängen']  'kost- 
barer Besitz';  hieraus  mit  ar.  Art.  sp. 
alahilca  'Wandbekleidung',  besonders 


Teppiche  als  Wandschmuck,  Arazzi. 
[DE  54. 

905.  Ar.  iniäm: 

[Vom  Vb.  amma  'vorhergehen']  'Vor- 
gesetzter, Vorsteher',  insbesondere  die- 
jenige Person,  die  einer  Versammlung 
vorsieht,  um  das  Zeremoniell  bei  den 
öffenthchen  Gebeten  am  Freitag  und 
an  den  Beiramsfesten  zu  leiten.  Da  dies 
in  den  ersten  Zeiten  des  Islams  von  den 
Kalifen  selbst  geschah,  so  nahmen  sie 
den  Titel  imäm  an;  dieser  Titel  wurde 
sodann  auch  erteilt  1.  den  Lehrern  der 
ersten  islamischen  Jahrhunderle  als  den 
ersten  Auslegern  des  Korans,  2.  den 
Rehgionsdienern,  die  an  den  Moscheen 
die  Obliegenheiten  des  Priestertums  im 
Namen  des  obersten  Imäms  ausübten. 
Tk.  ebenso  iniam;  hieraus  rum.  imam, 
engl,  imam,  ungenau  iman;  ebenso  frz. 
iman,  imam,  dessen  Funktionen  imamat, 
imanat  heißen;  russ.  imam  'Ik.  Schrift- 
gelehrter'. [Devic  DEt  142.  Lammens 
Rem  136. 

906.  Tk.  imanie: 

'Mundstück  einer  Pfeife';  hieraus  rum. 
imamea  'Bernsteinmundstück'. 

907.  Ar.  intära: 

'Befehl'  [vom  Vb.  amara  'befehlen',  s. 
hier  Nr.  69],  'Zeichen';  hieraus  mit  ar. 
Art.  sp.  alimara  [alter  Ausdruck,  jünger 
ahumada  <^  lat.  adfumata]  'Feuersignal 
von  Wachttürmen  und  hohen  Punkten 
aus',  das  alte  miUtärische  Fernsignal, 
das  in  den  Zeiten  der  sog.  reconquista 
auf  maurischer  wie  christlicher  Seite 
viel  angewandt  wurde  [Dicc  Gast  94  b; 
DE  141/142]. 

908.  Ar.  'imära : 

'Öffentliches  Gebäude,  fromme  Stiftung 
[Moschee,  Schule,  Armenküche]' ;  hieraus 
frz.  imaret  nach  der  tk.  Aussprache  des 
ar.  Grundworts]  'eine  Art  tk.  Gasthauses, 
in  dem  die  Schüler  der  verschiedenen 
Schulen  ihre  Mahlzeiten  einnehmen 
können,  Hospiz'.  [Devic  DEt  142.  Lam- 
mens Rem  136. 

909.  India: 

N.  pr.,  Halbinsel  in  Südasien  [ursprüng- 
lich ind.  sindh,  hieraus  pers.  hind  mit 
lautgesetzlichem  Übergange  von  s  zw  h 
und  schließlich  gr.  'Ivbia,  Adj.  'IvbiKÖ?, 
lat.  India,  indicus].  Bereits  gr.  ivbiKÖv 
bezeichnete  einen  Farbstoff,  den  die 
Spanier  später  aus  Ostindien  nach  Europa 
einführten:  ein  tiefes  Blau,  das  aus 
Pflanzenstoffen  hergestellt  wird,  und 
zwar  aus  einer  Papilionacee  Indigofera. 
Aus  lat.  tndicum  wurde  dann  sp.  endico, 
indigo,  pg.  indigo,  it.  indaco,  afrz.  iiide, 
prov.  inde,  frz.  indigo,  dtsch.  Endich, 
Indiek,  Indigo  'indischblau'.  —  Nach 


73 


[Tk.  ingi. 


Indien  ist  auch  der  Truthahn  benannt, 
der  allerdings  [wie  der  türkische  Weizen] 
gar  nicht  aus  dem  Orient,  sondern  aus 
Nordamerika  stammt :  russ.  indjuk,  poln. 
indyk,  j^dyk,  khuss.  indyk  'Truthahn', 
russ.  indjuska,  cech.  indianka,  serb.  in- 
dijun  Truthenne'.  Im  Frz.  wurde  aus 
coq  d'Inde  durch  Abfall  der  ersten  Silbe 
dinde  'Truthuhn',  dazu  dindon  'Trut- 
hahn'; kat.  dindi  [neben  indiot],  [Gor- 
jajew  12a.  Bern  SlEtWb  430.  ML  4377. 

910.  Tk.  iug'i: 

Terle',  auch  in  nichtosmanischen  Dia- 
lekten inci,  jinci  [vom  Stamme  jeiii, 
s.  hier  Nr.  954,  vgl.  Cag.  inci  'Zierat, 
kokettes  Weib'  Värabery  TktEtWb  S.  83] ; 
hieraus  vielleicht  russ.  zemcug,  zemcu- 
äina  'echte  Perle'. 

911.  Tk.  ing^ir: 

'Feige';  hieraus  russ.  inzir  (dial.)  'dass.'. 

912.  Ar.  isfaiiärija: 

'Pastinake'  [lat.  pastinaca,  woraus  wahr- 
scheinlich auch  das  ar.  Wort  entstanden 
istj,  vulg.  wie  auch  sanärija;  hieraus 
sp.  zahanoria  'Mohrrübe,  Karotte'.  [DE 
224. 

913.  Pers.  iskänbä: 

'Eingeweide,  Kaldauuen',  tk.  iskembe 
'dass.',  dazu  iSkembe  corbasy  'Kaidaunen- 
suppe'; hieraus  rum.  schimbea  'dass.' 
[Löiiel  EITAP  84]. 

914.  Pers.  iskängfä: 

'Folter,  Qual',  tk.  iskenge;  hieraus  rum. 
schingiü  'dass.'. 

915.  Ar.  isläm: 

Eigentlich  Infin.  des  Vbs.  salama  IV 
'sich  unterwerfen',  nämlich  dem  Willen 
Gottes,  also  'Ergebung  in  Allahs  Willen'. 
Es  ist  der  Name  für  die  Religion  Mu- 
hammads geworden:  dtsch.  Islam,  engl. 
islam,  islamism  ;  frz.  islain,  islamisme,  it. 
islaniismo;  russ.  islam  [s.  hier  Nr.  1516  a]. 

916.  Ar.  istiftäh: 

'Anfang,  erster  Verkauf  eines  Kaufmanns 
am  Tage'  [Infin.  des  Vbs.  fataha  'öff- 
nen' VIII],  ebenso  tk.  zu  syftaii  [Kele- 
kian  Kämus  680  b]  vereinfacht ;  hieraus 
rum.  seftea,  saftea  'erste  Einnahme, 
glücklicher  Beginn'  [Löbel  EITAP  80]. 

917.  Ar.  itbä': 

'Gefolge,  Dienerschaft'  [Infin.  des  Vbs. 
taWa  'folgen'  IV],  ebenso  tk.  etba; 
hieraus  rum.  ecpaea  'Gefolge'. 

918.  Ar.  itmid: 

[Aus  äg.  kopt.  stün,  altäg.  sdm,  woraus 
auch  gr.  oti|U|ui,  lat.  sfibium]  'Antimon'; 
hieraus  mit  starker  Verstümmelung  [viel- 
leicht aus  der  ar.  Vokalisation  utmud 
heraus]  mlat.  antimonium,  frz.  antinwine 
[woraus  die  spafähafte  Volksetymologie 
von  dem  dtsch.  Mönche  entstanden,  der 
seinen  Bi  üdern  statt  eines  Purgiermittels 


Antimonium  reichte,  um  sie  zu  vergiften : 
anti  <  gr.  üivti  'gegen',  frz.  moine 
'Mönch'],  sp.  pg.  it.  anlimonio;  engl. 
antimony^  dtsch.  Antimon.  —  Möglicher- 
weise geht  auch  sp.  bismuto,  frz.  bistnuth, 
it.  bisniutia;  dtsch.  Wismuth,  engl,  bis- 
muth  auf  das  ar.  Grundwort  zurück. 
[RomForsch  III,  493.  Eguilaz  346.  Devic 
DEt  34.   Lammens  Rem  52/53  u.  260. 

919.  Ar.  itrija: 

'Nudeln  in  Sali,  Maccheioni';  hieraus 
mit  ar.  Art.  sp.  aletria  'eine  Art  Nu- 
deln', siz.  tria  'eine  Art  Gebäck,  ähnlich 
wie  Nudeln'.   [DE  98.   GrSVoci  Sic  228. 

920.  Pers.  'itr-i-sähi: 
'Geranium'  [aus  ar.  'itr  'Parfüm,  Duft' 
und  pers.  sähl  'königlich'  aus  sah  Horn 
NpEt  S.  170,  Nr.  772,  also  eigentlich 
'königliche  Substanz'],  tk.  ebenso  [Kele- 
kian  Kämüs  851b];  hieraus  rum.  en- 
dri§aim,  indri^aim,  «««'»•/gai« 'Geranium'. 
[Löbel  ElTAP  42. 

921.  Tk.  jaban: 

'Wüste'  [vom  Stamme  jab,  jav  'eitel, 
nichtig,  fremd'  Vämbery  TktEtWb  S.  108, 
Nr.  119,  oder  vielleicht  von  pers.  bijäbäu 
'Wüste'  Horn  NpEt  S.  57,  Nr.  248  ?,  so 
auch  KORSCH  in  Thomsen  Festschrift 
199:  mpers.  viyäpän  <  *vyäiMna;  aus 
vi  und  äp  'sich  zu  einem  Punkte  er- 
strecken' wurde  vyäpin  'sich  weit  er- 
streckend, d.  h.  ein  sich  weit  erstrecken- 
des, unbebautes  und  unbewohntes  Land'; 
im  Türkischen  soll  dann  die  erste  Silbe 
"^by- 1>  *bu-  als  echt  tk.  Wort  'dieser' 
verkannt  worden  sein;  vgl.  auch  kirgis. 
gapan  'Wüste'];  hierzu  jabangy  'Frem- 
der' ;  hieraus  rum.  iabangiü  'Bummler'. 

922.  Pers.  jäd: 

'Erinnerung'  [Horn  NpEt  S.  250,  Nr. 
1119];  dazu  äst  'ist',  ergibt  sich  jarf-äs< 
'ich  erinnere  mich',  d.  h.  'Wette',  ebenso 
iV.  jades;  hieraus  iwia.  iade^  'dass.'. 

923.  Tk.jagma: 

'Raub,  Kriegsbeute'  [Kelekian  Kämüs 
1353  a,  vom  Stamme  jot,  jag  'feindlich, 
kriegerisch'  Vämbery  TktEtWb  S.  113, 
Nr.  125],  vulg.  jawa;  hieraus  rum.  iamä 
'Plünderung',  bulg.  jama  'Raub',  serb. 
jagma  'Raub,  Beute',  russ.  (alt)  Jahna 
'Raub'.    [Bern  SlEtVVb  443. 

924.  Tk.  jagniur: 

'Regen'  [Stamm  jag  'Regen'  Vämbery 
TktEtWb  S.  109,  Nr.  121],  davon  jag- 
murluk  'Regenmantel'  [mit  dem  Suftix 
-lik,  das  Kleidungsstücke  bezeichnet,  s. 
hier  Nr.  704];  hieraus  hu\g.  jagmurluk, 
jatnurluk  'dass.,  Mantel',  klruss.  Jar- 
minka  'Kapuze',  poln.  jarmuluk  'doppel- 
ter Barchent';  rum.  imurluc,  irmuluc, 
iämurluc  'Regenmantel';  gUimber- 
lucco,  sp.  chamerluco  'enganliegendes 


Tk.  jagyz.] 


74 


Überkleid  der  Frauen' ;  aus  dem  Namen 
des  Kleidungsstückes,  das  zum  Expo- 
nenten des  Türken,  dann  des  Absonder- 
lichen und  Dummen  überhaupt  geworden 
zu  sein  scheint,  ist  wahrscheinlich  auch 
kors.  ghiamberluccUfjamberlticcu  'dumm, 
Dummkopf  geworden.  [Bern  SlEtWb 
444/445.  SAINEAN  in  ZfromPh  XXX, 
317;  XXXIII,  60.  BAIST  in  ZfromPh 
XXXII,  42.  SPITZER  in  Herrigs  Ar- 
chiv CXXXVIII,  109/110. 

925.  Tk.  jagryz: 

'Von  leuchtendem  Schwarz,  braun  oder 
schwarzbraun'  (besonders  vom  Pferde 
gesagt);  hieraus  rum.  oachie§  'schwarz- 
braun'.   [Löbel  EITAP  70. 

926.  Tk.jahny: 

'Verschiedene  Arten  Speise  aus  gekoch- 
tem Fleisch  und  allerlei  Gemüse'  [Kele- 
kian  Kämüs  1349  b];  hieraus  rum. 
iahnie  'Ragout',  ihnelu^a. 

927.  Tk.  jaka: 

'Kragen'  [Stamm  jak,  jan  'Seite,  Ufer, 
Rand'  Vämbei-y  TktEt  Wb  S.  1 12,  Nr.  123] ; 
hieraus  rum.  laca  'Halskragen'. 

928.  Hebr.  jakkir: 

'Kostbar,  wertvoll';  hieraus  oder  wohl 
besser  aus  einer  Form  jökä'  in  der  jidd. 
Handelssprache  jnuker  'teuer'. 

929.  Hebr.  Ja'aköß: 

N.  pr.,Tier  dritte  Patriarch  [Gen  25,  26  tf.], 
von  einem  semitischen  Stamme  '^kb  'auf 
der  Ferse  folgen,  überholen,  übervor- 
teilen', daher  von  E.  KÖNIG  als  'über- 
listend', von  TH.  NÖLDEKE  als  'er  folgt' 
übersetzt  und  erklärt.  Lat.  Jacob;  von 
einem  Trätjer  dieses  Namens,  JACQUES 
VON  BEAUVAIS  ca.  1360,  soll  infolge 
einer  nicht  näher  bekannten  Veranlas- 
sung ein  Kleidungsstück,  ein  Panzer- 
hemd oder  ein  Kriegswams,  seinen 
Namen  erhalten  haben:  hz.  jaqiie,  prov. 
jaque,  it.  giaco,  sp.  T^g.jaco ;  dtsch.  Jacke, 
engl,  jacket.  [Eine  bessere,  historisch 
fester  begründete  Etymologie  liegt  nicht 
vor.]  Aus  engl.  Jack  'Jakob'  ergibt  sich 
zur  Bezeichnung  eines  'Seemannes  oder 
Matrosen'  scherzweise  terjack,  hieraus 
mit  Anlehnung  an  Jacke  dtsch.  Teer- 
jacke [Zeitschrifl:  des  allg.  dtsch.  Sprach- 
vereins. M^issensch.  Beiheft  IX,  135]. 
Da  häufig  Vögel  in  Gefangenschaft  den 
Namen  Jakob  erhalten,  wurde  frz.  jaqtie 
'Räber' ,  jaquette'^Elster^  ,jacasser  'schwat- 
zen'. —  Bekannt  ist  die  Ableitung  Ja- 
kobiner, in  der  franz.  Revolution  ent- 
standen und  bald  im  Sinne  eines  'ge- 
walttätigen Fanatikers'  gebraucht,  dazu 
bei  Paul  de  LAGARDE  das  Vb.  jako- 
bienern.    [ML  4567. 

930  Ar.  jaküt: 
'Edelstein',  nämlich  'Rubin  oder  Saphir' 


[durch  das  Aram.  aus  gr.  OdKivöoi; 
ZDMG  LI,  305];  hieraus  russ.  jahont 
'Edelstein',  bulg.  sin  jahont  'Saphir'. 

931.  Ar.  Jaman: 

N.  pr.,  ar.  Landschaft  in  der  Südwest- 
ecke Arabiens,  dazu  das  Adj.  jamant, 
vulg.  jemenl  'jemenisch',  im  Tk.  'eine 
Art  leichter  bunter  Musselin'  oder  'rote 
oder  schwarze  Maroquinschuhe,  die  von 
Leuten  niederer  Stände  getragen  wer- 
den' [Kelekian  Kämüs  1359  b];  hieraus 
rum.  imineü  'mit  Knöpfen  versehener 
Bauernpantoffel'. 

932.  Hebr.  jänah: 
'Niederschlagen,  bedrücken  (z.  B.  beim 
Geschäfte)',  daher  neuhebr.  jönö  'be- 
trügen, übervorteilen';  hieraus  gauner- 
dtsch.  junen,  jonen  'dass.',  Jotier  'ge- 
werbsmäßiger Betrüger  im  Kartenspiel', 
Jaimer  'heimatloser  Strolch'  und  schließ- 
lich Gauner  (seit  LESSING)  'Betrüger' 
[die  letzten  Formen  vom  part.  praes. 
jöne;  die  Aussprache  ati  für  0  ist  neu- 
hebräisch wie  in  kaiiser,  s.  hier  Nr.  1112]. 
[Kluge  160.  WAGNER  in  Herrigs  Ar- 
chiv CXXXIII,  20.5. 

933.  Sskr.  jaugala: 

'Wüster  unbebauter  Boden',  ebenso 
bind.  mal.  pers.  gängäl;  hieraus  engl. 
jungle,irz.  djungle,djengle,  dtsch.  Dschun- 
gel 'ein  Gelände,  das  mit  Gebüsch  be- 
deckt ist',  'ein  wilder  und  von  wilden 
Tieren  bewohnter  undurchdringlicher 
Wald,  Dickicht'.    [Hobson-Jobson  470. 

934.  Tk.japyk: 

'Pferdedecke'  [vom  Stamme  jap  'ver- 
hüllen, bedecken'  Vämbery  TktEtWb 
S.  119,  Nr.  1301],  auch  japunga,  japyn- 
gak  'Regendecke  zum  Schutz  der  Pferde' 
[Kelekian  Kämüs  1334];  hieraus  rum. 
ipingea  'Regenmantel',  bulg.  serb.  ja- 
pundze,  bulg.  jepanca,  russ.  jepanca, 
japanca,japoncisca  'weiter  langer  Mantel 
ohne  Ärmer,  poln.  opöncza,  klruss. 
opanca  'Regenmantel'.  [Gorjajew  103 
und  436.    Bern  SlEtWb  445. 

935.  Tk.  jar: 

'Erdriß,  steiles  Ufer'  [Stamm  jar  'zer- 
spalten, zerklüflen'  Vämbery  TktEtWb 
S.  1 22,  Nr.  1 33  1 ;  Kelekian  Kämüs  1  :^36  a : 
'Abgrund'] ;  hieraus  bulg.  jar  'steiles 
Ufer',  serh.jai-ak  'große  Grube,  Graben', 
poln.  jar  'Schlucht,  Hohlweg',  jaruga 
'Niederung,  sumpfige  Ebene',  russ.  jar 
'steiles  oder  zerklüftetes  Ufer',  jaruga 
'Schlucht'  [s.  hier  Nr.  938].  [Bern  SlEtWb 
445. 

936.  Ar.  jarbü' : 

Auch  vulg.gerbü'  [z.B.CHERBONNEAU; 
vielleicht  heißt  diese  Form  aber  'Mur- 
meltier'], ein  Nagetier  'Springmaus", 
Dipus  aegyptiacus  Lichtenst.  oder  Ja- 


75 


[Tk.  jarlyk. 


culus  jaculus  L.,  in  Arabien  und  Noid- 
afrika  heimisch ;  hieraus  lat.  gerboa^  frz. 
gerbo,  gerboise,  sp.  gerbo,  gerbasia,  engl. 
jerboa,  dtsch.  Jerboa.  [DE  128.  Devic 
DEt  128.  Lammens  Rem  124/126.  ML 
3948. 

937.  Tk.  jarlyk: 

'Kaiserlicher  Befehl,  fürstliches  Send- 
schreiben' [Stamm  jig,  jag^jar  '^laut 
rufen'  Vämbery  TktEtWb  S.  130,  Nr. 
141  II] ;  hieraus  russ.  jarlyk,  vulg.  jer- 
lyk  'Etikette  oder  Zettel chen  (auf  Kisten, 
Ballen,  Säcken  oder  Arzneigläsern)', 
poln.  jarlyk,  bulg.  jarlik  'Quittung, 
schriftliche  Erlaubnis'.  [Gorjajew  436. 
Bern  SlEtWb  446. 

938.  Tk.  jaryk: 

'Kluft,  Spalte'  [S'tamm  jar,  s.  hier  Nr. 
935];  hieraus  russ.  jaruga  'Schlucht, 
Hohlweg',  serb.  jaruga  'dass.'  [s.  hier 
Nr.  935]. 

939.  Tk.  jasak: 

'Gesetz,  Verordnung;  Verbot'  [Kelekian 
Kämüs  1338  und  1352;  vom  Stamme 
jas  'Reihe,  Regel,  Gesetz'  Vämbery 
TktEtWb  S.  123,  Nr.  134.  Die  Ansicht 
von  Bern  SlEtWb  448,  das  Wort  sei 
ar.,  ist  ein  Irrtum;  umgekehrt  ist  das 
tk.  Wort  mit  dem  Suffix  des  Berufes 
als  jasäkgl,  jasakgi  ins  Arabische  über- 
gegangen: äg.  Dialekt  jasäkgl  'Kawaß' 
ZDMG  LL  310  und  Dialekt  von  Damas- 
kus jasäkgl  'Türhüter,  Schließer'  Halim 
Dammüs,  Kämas  al-'awwäm.  Damaskus 
1923.  S.  3Ö9];  hieraus  h\x\%.  jasak,  jesak 
'Verbot,  Wache',  serb.  jasak  'Verbot', 
russ.  jasak  'Tribut,  den  die  Stämme 
Sibiriens  in  Form  von  Pelzwerk  abzu- 
liefern haben'. 

940.  Tk.  jazdyk: 

'Kissen'  [vom  Stamme  jat,  jas  'liegen, 
ausstrecken,  flach'  Vämbery  TktEtWb 
S.  126,  Nr.  138];  hieraus  bulg.  >s<iit 
'Kopfkissen',  serb.  jastuk  'Kissen,  Pol- 
ster'.   [Bern  SlEtWb  449. 

941.  Ar.  jasm: 

'Grüner  Jaspis' ;  hieraus  über  tk.  jesem 
russ.  serb.  Jasma  'dass.'. 

942.  Pers.  jäsämln: 

'Jasmin'  [at.  jäsamün,  gr.  idcr|ur|];  hier- 
aus mit  Anlehnung  an  gelso  'Maulbeer- 
baum' it.  gehomino,  gesmino,  mlat.  gel- 
seminum,  jesminium,  prov.  jaussemin, 
jensemil,  frz.  sp.  jasmin,  pg.  jasmim, 
kat.  gessami,  rum.  iasmin,  iasomie,  as- 
monie  [letztere  Formen  über  ngr.  fia- 
aou|u{] ;  dtsch.  Gelsemin,  Jelsomin,  jas- 
min, Schasmin,  engl,  jasmin,  jasmine, 
ndl.  jasmijn;  russ.  bulg.  serb.  jasmin, 
ßech.  jasmin,  poln.  jasmin.  [DE  291. 
Eguilaz  432.  Devic  DEt  145.  ML  4577. 
Kluge  218. 


943.  Tk.-tat.  jasanl: 

'Bote'  [vom  Stamme  jas,  jaz  'Reihe, 
Ordnung,  Befehl'  Vämbery  TktEtWb 
S.  123,  Nr.  134;  vgl.  cag.  jasaul  'Ord- 
ner, Vollstrecker  des  Gesetzes'] ;  hieraus 
russ.  jesaul,  bulg.  esaul,  poln.  asaul, 
asawula,  jesawut  'Kosakenhauptmann'. 

944.  Tk.  jatagan: 

'Langer,  gebogener  tk.  Dolch,  kurzer 
und  breiter  Säbel'  [vgl.  FISCHER  in 
MSOS  II,  229] ;  hieraus  bulg.  serb.  jata- 
gan,  tuss.  jatagan,  6ech.  poln.  jntagan; 
rum.  iatagan,  irz.  yatagan;  ndl.  jatagan, 
engl,  yataghan  'tk.  Dolch',  dtsch.  Ja^a^an 
nach  Jacob  EMA  10  früher  in  Bayern 
scherzweise  für  'Seitengewehr'  üblich. 
[Devic  DEt  226. 

945.  Tk.  jatak: 

'Bett'  [Stamm  jat  'liegen,  strecken' 
Vämbery  TktEtWb  S.  126,  Nr.  138]; 
hieraus  rum.  iatac  'Schlafstube,  Neben- 
gemach', bulg.  serh.  jatak  'Bett,  Lager, 
Diebeshöhle',  serb.^jo/aiafc 'Schlafgemach 
für  ein  Ehepaar'.    [Bern  SlEtWb  450. 

946.  Tk.  jawas: 

'Sachte,  laugsam'  [Stamm  jaw  'eitel, 
nichtig,  schlecht'  Vämbery  TktEtWb 
S.  109,  Nr.  119];  hieraus  rum.  iavaf 
'sachte ;  Gemächlichkeit'. 

947.  Tk.  jawasa: 

'Eisen-  oder  Holzkneife',  die  man  dem 
Pferde  an  die  Nüstern  steckt,  wenn  man 
es  beschlagen  will  [wohl  zu  jawas  'leise, 
sachte';  Kel6kian  Kämüs  1361];  hieraus 
rum.  iava^a,  iaba§a  'Bremse,  Kneife 
(für  widerspenstige  Pferde)'. 

948.  Tk.  jedek: 

'Handpferd,  Vorspann'  [nur  zufällig  an 
a.r.  jad,  jed  'Hand'  anklingend?];  hier- 
aus rum.  jedec,  edec  'Zubehör,  Gepäck, 
Zugseil',  daher  a  trage  la  edec  'ein 
Schiff  treideln'. 

949.  Hebr.  JehiUa: 

Vierter  Sohn  des  Patriarchen  JAKOB, 
danach  Stamm  und  Königreich  Juda 
ibenannt:  gr.  'loOba?,  'loOba  [bab.-ass. 
Ja'üdii  'der  gelobt  oder  berühmt  ist']; 
hieraus  lat.  judaeus,  afrz.  juien,  fem. 
juive  und  danach  ein  neues  masc.  frz. 
juif,  prov.  juzieu,  k3it.  juheu,  sp.judio, 
pg.judeu,  it.  (alt)  giiulio  [neu:  ehreo], 
engl,  jeiv,  dtsch.  Jude;  engl,  yiddisch, 
dtsch.  jiddisch  zur  Bezeichnung  der 
dtsch.  Sprache  im  Munde  der  Ostjuden; 
russ.  zid,  6ech.  zid,  poln.  zyd  [vgl.  hier 
Nr.  424]. 

950.  Tk.  jel: 

'Wind,  Lähmung,Rheumatismus'  [Stamm 
jil,jel  'Wind,  windig'  Vämbery  TktEtWb 
S.  131,  Nr.  1421];  hieraus  rum.  tele,  ele 
'Lähmung,  böse  Fee'.  [Löbel  EITAP 
55. 


Tk.  jelek.] 


76 


<I5I.  Tk.  jelek: 
'Weste'  [Dozy  Vetcin  431];  hieraus  ait. 
giulecco,  sp.  gileco,  joleco,  chaleco,  pg. 
jaleco,  prov.  gileco,  frz.  gilet,  it.  giU 
'\Vesle\  rum.  ilic  Manger  Bauernmanter; 
russ.  zilef,  bulg.  serb.  iilet,  bulg.  ziletka 
'Weste'.  —  [Die  alte  von  MENAGE  her- 
rfihrenJe  Ableitung  führte  frz.  gilet  als 
demin.  auf  den  Eigennamen  Gilles  < 
Aegidius  zurück;  hiermit  sollte  eine 
komische  Figur  des  Jahrmarkttheaters 
bezeichnet  worden  sein,  in  deren  Kostüm 
die  Weste  eine  ähnhche  Rolle  spielte, 
wie  die  Hosen  beim  Pantalon,  vgl.  G.  PA- 
RIS in  Romania  X,  444.  ZfromPh  V, 
100.  XIV,  180.  SBKAW  Wien  phil.- 
hist.  Kl.  CXXXYIII,  1,  S.  8.]  [DE  291. 
ML  9582. 

952.  Tk.  jelkowan : 

'Ein  Vogel,  Halcyon  oder  Porcellaria 
yelcovan'  [aus  tk.  jel,  s.  hier  Nr.  950, 
und  tk.  kowan,  Part,  praes.  act.  des  Vbs. 
kowmak  'jagen'  vom  Stamme  kog^  kow 
'jage»,  verfolgen'  Vämbery  TktEtWb 
S.  91,  Nr.  95;  Kelekian  KämOs  1355  b]; 
hieraus  rum.  elcovan  'Eisvogel,  See- 
schvvalbe'. 

953.  Tk.  jenibahar: 
'Spanischer  Pfeffer,  Capsicum  annuum' 
[aus  ik.jeni  'neu'  vom  Stamme  en,  en, 
jeü  'klein,  jung,  neu'  Vämbery  TktEtWb 
S.  32,  Nr.  35 II  und  ar.  lahär  'Gewürz']; 
hieraus  rum.  enibahar  'Paradieskörner, 
Piment  zum  Würzen  der  Wurst'. 

954.  Tk.  jeniceri: 

[Aus  tk.  jeni,  s.  hier  Nr.  953,  und  ceri 
'Heer,  Truppe'  vom  Stamme  der,  ter 
'eng  zusammenziehen,  vereinigen'  Väm- 
bery TktEtWb  S.  170,  Nr.  182  II],  Name 
des  stehenden  tk.  Heeres  von  1330  bis 
1826,  in  welchem  Jahre  Sultan  MAH- 
MÜD  II.  die  Truppe  auflöste  [vgl.  Th. 
Menzel,  Das  Korps  der  Janitscharen.  In 
Beiträge  zur  Kenntnis  des  Orients.  I. 
(1902/03)  und  in  der  Beilage  zur  All- 
gem.  Zeitung  1903,  Nr.  284/286].  Hier- 
aus [und  aus  der  älteren  tk.  Form  ja- 
nycary]  bulg.  janil^arni,  serb.  janicar^ 
klruss.  janycar ,  jancar,  necar,  russ. 
janicar,  poln.  janiczar,  cech.  janicar ; 
dtsch.  Janitschar,  ndl.  jaiiitsaar,  engl. 
janizary;iLgiannizzero,  ivz.jannissaire, 
sp.  jemzaro,  pg.janizaro,  rum.  ianicer, 
ienicer.  [Devic  DEt  143.  ML  4583. 
Gorjajew  436.    Bern  SlEtWb  445. 

9.55.  Chili,  jensheil : 
[Aus  jen  'Mensch'  und  shen  'die  Wurzel 
von  Panax  ginseng']  Name  für  die 
Wurzel  der  Panax  ginseng,  die  berühmte 
Universalmedizin  der  Chinesen;  die  Vor- 
setzung der  Bestimmung  jen  ist  wohl 


erfolgt,  weil  die  gabelförmige  Wurzel 
eine  gewisse  Ähnlichkeit  mit  der  mensch- 
lichen Gestalt  zeigt.  Hieraus  dtsch. 
Ginseng,  engl,  ginseng  usw.  [Hirth 
ChinFW  209. 

956.  Jap.  jinrikisha: 

[Aus  jin  'Mensch',  s.  hier  Nr.  955,  riki 
'Kraft',  sha  'Wagen',  also  'Menschen- 
kraftwagen'] 'ein  leichtes,  zweiräderiges 
Holzwägelchen,  das  von  einem  Manne 
gezogen  wird';  hieraus  engl,  rickshaw, 
aDgloinä.jennyrickshaw.  Dieses  Gefährt 
ist  übrigens  erst  seit  ungefähr  1870  in 
Gebrauch,  hat  sich  aber  in  kürzester 
Zeit  über  ganz  Japan,  die  Häfen  Chinas, 
die  malayischen  Inseln  und  Indien  ver- 
breitet; neuerdings  wird  die  Rickshaw 
stellenweise  durch  die  Strafsenbahn  ver- 
drängt. [Hobson-Jobson  459/460.  Ghamb 
AllJap  288/290. 

957.  Tk.  jine: 

'Nadel';  hieraus  rum.  iglija  'Häkelnadel'. 

958.  Tk.  jlrmi: 

'Zwanzig',  mit  dem  Suffix  -Hk  zur  Be- 
zeichnung eines  Geldstücks  jirnii-lik 
'Münze  von  20  Para  oder  20  tk.  Pfund'; 
hieraus  rum.  irmilic  'alte  Silbermünze 
von  20  Piastern'. 

959.  Hebr.  jößel: 
'Blasinstrument,  Widderhorn,  Posaune'; 
hiermit  blies  man  jedes  50.  Jahr  ein, 
das  nach  mosaischem  Gesetze  ein  Erlaß- 
jahr war,  daher 'Jubeljahr';  hieraus  lat. 
jubilaeuni,  jubilare  viud  hz.  jiihile;  engl. 
jubilee,  dtsch.  Jubel,  Jubiläum,  jubeln, 
russ.  jubilei,  bulg.  serb.  jubilej,  öech. 
jiibileum,  poln.  jubileusz.  [Ave-L  IV, 
380.  Devic  DEt  145/146.  Gorjajew  432. 

960.  Tk.  jogurt: 

'Geronnene  Milch';  hieraus  rum.  iaurt 
'gegorene  Schafsmilch',  iaurgiü  'Sauer- 
milchverkäufer', als  Joghurt  zur  Bezeich- 
nung einer  nach  bestimmten  Verfahren 
gesäuerten  Milch  in  alle  europäischen 
Sprachen  übergegangen. 

961.  Tk.  jorgan: 

Decke';  hieraus  bulg.  jurgan  'dass.', 
rum.  iorgan  'Bett-  oder  Steppdecke', 
iorgangiü  'Polsterer'. 

962.  Tk.  jufka: 

'Eine  Art  feinen  Gebäcks,  Blätterteig' 
[Kelekian  KämOs  1365  b;  \gl.tk.  jufka 
'dünn'  vom  Stamme  ok,  jog,  juf  'reiben, 
kneten,  fein,  dünn'  Vämbery  TktEtWb 
S.  47,  Nr.  49  IV];  hieraus  rum.  efca, 
efcale  'eine  Art  Kuchen'. 

963.  Jap.  jnjntsn: 

Eine  Art  des  Ringens,  die  in  Japan  ge- 
übt wird  [aus  jap.  jü  'zehn'  und  juts' 
'Kunst,Kunstgrilf'],  hieraus  dtsch.  Dschiu- 
Dscliitsu.  Der  Grundgedanke  ist  dabei, 
nicht  Kraft  mit  Kraft  zu  überwinden, 


77 


[Tk.jük. 


sondern  der  Kraft  durch  Gewandtheit 
auszuweichen;  dazu  befähigen  verschie- 
dene Kunstgriffe,  durch  Druck  einen 
scheintodähnlichen  Zustand  hervorzu- 
rufen, den  Scheintoten  wieder  ins  Leben 
zurückzurufen,  Beine  zu  stellen  u.  ähnl. 
[Chamb  AllJap  458/459. 

964.  Tk.  jük: 

■^Last'  [Stamm  jilk  "hoch,  oben,  auf- 
häufen, auflegen'  Vämbery  TktEtWb 
S.  8,  Nr.  IV];  hieraus  bulg.  juh  'Last, 
Ballen',  russ.  w'juk,  tjuk  'Saumlast', 
Pack,  Ballen',  poln.  jxiki,  klruss.  'vuk. 
[Gorjajew  60.    Bern  SlEtWb  458/459. 

965.  Tk.  jnlar: 

'Halfter'  [vom  Stamme^/o?  'gehen,  schrei- 
ten, Weg',  also  jular  'Richtunggeber, 
Lenker',  Vämbery  TktEtWb  S.  134, 
Nr.  1451];  hieraus  bulg.  serh.  jular,  serb. 
ular  'dass.,  Leitseil'. 

966.  Tk.  jiirt: 

'Heimat,  Dorf;  hieraus  x\i5s.  jurt  'No- 
madenlager', juHa  'Filzzelt  der  Nomaden'. 

967.  Tk.  jürümek: 

'Vorwärts  marschieren'  [vom  Stamme 
jol,  jur,  jilr  'gehen',  s.  hier  Nr.  965], 
dazu  subst.  Infin.  jüriijüs  'Vormarsch, 
Angriff,  Sturm';  hieraus  rum.  iuru§,  «Jt- 
re^'dass.',  hulg.jurjns,  serb. jMns 'Sturm 
(feindlich)'. 

968.  Tk.  jüz : 

'Hundert',  mit  dem  Sufi'ix  -lik  [s.  hier 
Nr.  958]  jttzlak  'Münze  von  100  Para 
oder  100  tk.  Pfund' ;  hieraus  rum.  iuzluc 
'Geldstück  von  100  Piastern'. 

969.  Tk.  jylankawi: 

'Zickzack, Spirale'  [Kelekian  Kämüs  1370  ; 
aus  jylan  'Schlange'  und  kawl  'spiralig'] ; 
hieraus  rum.  mit  Abfall  der  ersten  Silbe 
langavie  'Zickzack,  Feston'. 

970.  Ar.  kä'a: 

'Hof,  plr.  ka^ät;  sie  waren  nach  AH- 
MAD AL-MAKKARI  (1591  —  1632)  in  An- 
dalusien mit  Azulejos  [s.  hier  Nr.  1311] 
gepflastert;  daher  sp.  alicatado  'Tafel- 
werk aus  Fliesen'  in  den  Höfen  (patios) 
oder  Sälen.  —  DE  140. 

971.  Pers.  käbä: 

Ar.  kaba'  'ein  Oberkleid  oder  Mantel' 
[Dozy  Vetem  352/362],  vulg.  ar.  kabäja; 
hieraus  pg.  cahaya  'seidenes  Oberkleid 
der  Orientalen',  [mit  rom.  Suffix]  sp. 
cabaza  'langer  Regenmantel',  rum.  cheha 
'Bauernmantel  aus  weißem  groben  Woll-' 
zeuge',  cabani^a  'fürstlicher  Pelzmantel', 
sp.  gabän,  pg.  gabbäo,  frz.  gahan,  caban, 
it.  gabbano  'Regenmantel' ;  serb.  kaban, 
bulg.  kabanina,  russ.  o^aben  'weites  är- 
melloses Gewand,  Mantel',  ßech.  kabanc 
'Regenmantel,  kurzer  Bauernrock' ;  [über 
ngr.  Kaßdbi  oder  ung.  kabat]  russ.  kabat, 
serb.  kabad,  öech.  poln.  kabat  'Bauern- 


hemd' ;  engl  angloind.  cabaya  'leichter 
wollener  Unterrock',  von  Männern  wie 
Frauen  getragen ;  ndl.  kabaai  'Hauskleid, 
Hausrock'  [wohl  unmittelbar  aus  Java, 
wo  die  Kleidung  der  Eingeborenen  aus 
einem  Sarong  und  einer  kabaai  besteht ; 
vgl.  Pijn  259:  'langes,  weites  Kleid',  aus 
dem  pers.  Grundwort  mit  t  der  Einheit]. 
[Dozy  Oost  44/45.  Hobson-Jobson  137  u. 
138.  Gorjajew  125. 243.  Bern  SlEtWb  464. 
Devic  DEt  73/74.  DE  244.  Eguilaz  351 . 
ML  4648. 

972.  Ar.  kabäb: 

'Auf  eiserne  Spieße  gesteckte,  stark  ge- 
pfefferte und  über  einem  Kohlenfeuer 
gebratene,  kleine  Stücke  Hammelfleisch' 
[z.  B.  ßi  ugsch,  Reise  nach  Persien  I,  143], 
tk.  kebab;  hieraus  rum.  chebab  'Brat- 
fleisch' ;  bulg.  kebap,  serb.  öebab,  klruss. 
kebab  'am  Bratspieß  gebratenes  Fleisch', 
russ.  kebab,  kabaw,  kebaf  'gebratenes 
Fleisch'.  [Gorjajew  1 38.  Bern  SlEtWb  498. 

973.  Ar.  kabäba: 

Auch  kubäba  'ein  Klettergewächs  der 
malayischen  Gebiete,  Piper  cubeba'  [sein 
Name  kabäb  chinl  im  Hind.  zeigt,  daß  es 
durch  chinesische  Kaufleute  aus  dem 
Osten  eingefühl  t  wurde] ;  hieraus  bereits 
seit  dem  MA  it.  cubebe,  prov.  cubeba,  frz. 
cubhbe,  sp.  pg.  cubeba  ;  engl,  ctibeb,  dtsch. 
Kubebein^iefiei).  [DE  257.  Hobson-Job- 
son 277.    ML  4648  a.   MWiD  84. 

974.  Ar.  kabala: 

'Steuer  oder  Taxe,  die  an  den  Fiskus  zu 
zahlen  ist';  hieraus  mlat.  cahalla  'Steuer', 
prov.  sp.  gabela,  pg.  gabella,  frz.  gabelle 
'Warensteuer',  it.  gabella  'dass.',  von 
Neapel  südwärts  und  siz.  'Miet-  und 
Pachtvertrag'  [z.  B.  der  Verlrag,  durch 
den  die  Schwefelminen  Siziliens  an  einen 
Unternehmer  gabelloto  verpachtet  wer- 
den: gewöhnlich  gegen  20''/o  vom  Werte 
des  gewonnenen  Schwefels,  vgl.  Globus 
LXVII,  154],  rum.  havalea  'Abgabe, 
Arbeitsdienst'  [wohl  durch  Kontamination 
mit  ar.  Jiawäla  'Auftrag,  Bürgschalt, 
Wechsel',  s.  auch  Löbel  EITAP  52] ;  russ. 
kabala  'Schuldbrief,  Verschrei bung,  be- 
sonders zur  Leibeigenschaft',  klruss.  Ä:«- 
bala  'Verschreibung  zum  Leibeignen', 
zakabalyty  'zu  seinem  Untertanen  ma- 
chen'. Mitar.  Art.  ergibt  sich  sp.  alcabala 
'Verkaufsgebühr',  pg.alcai^ala  'Eingangs- 
steuer'. Aus  dem  It.  wurde  serb.  poln. 
gabela'ZoU,  Steuer'.  —  [Ableitung  auslat. 
gabulum  <^  ags.  gafol  vom  Vb.  gifan, 
wie  Diez  Wb  der  rom.  Spr.  150  vorschlug, 
ist  abzulehnen,  da  lautlich  fast  unmög- 
lich.] [DE  GREGORIO  in  StGUtH.  Mikl 
SlEtWb  107.  Bern  SlEtWb  464.  DE  74 
u.  75.  Eguilaz  121.  RomForsch  IV,  589. 
XXII,  629.    ML  6893. 


Tk.  kaban.] 


78 


975.  Tk.  kaban: 

'Eber'  [Stamm  kab  'aufstehen,  anschwel- 
len, dick,  rund',  vgl.  cag.  kaban  'groß, 
stark,  hoch'  Yämbery  TktEtWb  S.  64, 
Nr.  711];  hieraus  russ.  kaban,  poln.  klruss. 
kaban  'dass.'  und  Ableitungen,  z.  B.  poln. 
kabanina,  (dial.)  chabanina  'Schweine- 
fleisch'. [Gorjajew  1 25.  Bern  SlEt  Wb  464. 
Karlowicz  426. 

976.  Tk.  kabara: 
'Schmucknagel  mit  großem,  vergoldetem 
Kopfe'  [Kelekian  Kämüs  943  a];  hieraus 
rum.  gahara  'Flitter,  Paillette'. 

977.  Hebr.  kabbäla: 
'Geheimlehre',  die  man  durch  Über- 
lieferung von  den  Älteren  erhalten  hat 
[vgl.  kä^al  'erhalten'],  'Intriguen';  hier- 
aus it.  cabala  'dass.,  Kunst  der  Prophe- 
zeiung aus  Zahlen',  frz.  cabale,  sp.  pg. 
cabala;  ndl.  cabbala,  cabaal,  engl,  cabale, 
dtsch.  Kabale;  poln.  kabafa,  klruss.  ka- 
bala  'jüdische  Geheimlehre,  Intrigue'. 
—  [Nach  anderer  Annahme  soll  das  Wort 
wenigstens  in  seiner  modernen  Bedeu- 
tung als  Akrostichon  aus  den  Namen  der 
im  Jahre  1670  ernannten  engl.  Minister 
Ciifford,  Ashley,  Buckingham,  Arling- 
ton  und  Landerdale  gebildet  sein;  da- 
gegen Mahn  EtUnt  68 ff.;  das  dtsch. 
Wort  kommt  schon  seit  dem  16.  Jahr- 
hundert vor.  Vgl.  Franz  Gräffer,  Histo- 
rische Raritäten.  Leipzig  1814.  S.  5/6.] 
[Devic  DEt  73.  ML  4659.  Kluge  220. 
Bern  SlEtWb  464. 

978.  Ar.  kabbär: 

'Kapern',  die  jungen  Blütenknospen  von 
Capparis  spinosa  [aus  gr.  Kdu-rrapiq],  Ein- 
heitsnomen kabbära;  hieraus  mit  ar. 
Art.  sp.  pg.  alcaparra,  it.  caparra.  Die 
übrigen  Formen  kommen  dagegen  un- 
mittelbar über  lat.  capimris  üus  dem  gr. 
Grundwort:  it.  cappari,  frz.  cctpi-es;  engl. 
capers,  dtsch.  Kapern,  Kappern;  russ. 
kapersy,  bulg.  kapari,  serb.  kapre,  ka- 
jjra,  ßech.  kapary,  kapa^-ky,  poln.  ka- 
pary,  kaparki  [vgl.  ngr.  Kuircipf)]. 

979.  Ar.  kabila: 

'Stamm' ;  hieraus  asp.  cabila,  alcavera, 
sp.  gabilla,  apg.  cabilla,  cabilda,  pg.  al- 
cdbella,  alcavale  'Schar',  frz.  kabyle  Be- 
zeichnung der  Berberstämme  Algeriens 
und  Marokkos,  la  Kabylie  ihre  Heimat, 
engl,  kabyle,  dtsch.  Kabyle  'Angehöriger 
dieser  Stämme'.  [DE  77.  244.  271. 
Eguilaz  332.    ML  6894. 

980.  Ar.  kabila: 

'Keil,  Pflock',  auch  Bezeichnung  des 
Keilbeins,  os  sphenol'dale  [von  acpriv 
'Keil'];  hieraus  pg.  cavilha  'Pflock,  Keil, 
Bolzen',  it.  caviglia,  cavicchia  'Pflock'; 
mlat.  cavilla  Ausdruck  der  Anatomen 
für   'Keilbein,   Sprungbein,  Knöchel', 


frz.  chevilles  'Knöchel'.  —  [Lat.  cavilla 
heißt  dagegen  'Stichelei,  Neckerei'.] 
[HArHebrAn  92/96. 

981.  Ar.  kabir: 

'Groß',  tk.  Äya&tr 'dass.,  mächtig';  hier- 
aus rum.  chiabur  'reich'. 

982.  Ar.  kabül: 

Subst.  Inf.  von  kabala  'empfangen'; 
hieraus  rum.  cabul  'Nachlaß',  cabuUpsi 
'sich  herablassen'. 

983.  Bind,  kachchä: 

'Roh,  unreif,  ungekocht';  hieraus  anglo- 
ind.  cuicha,  kutcha,  in  vielen  Verbin- 
dungen im  Gegensatz  zu  pucka  ge- 
braucht, z.  B.  cutcha-road  'einfacher 
Weg  mit  erdigem  Grunde',  pucka-7-oad 
'Straße  mit  festem  Grunde,  makadami- 
sierte  Straße',  also  kurz :  cutcha  'echt', 
pucka  'unecht'.    [Hobson-Jobson  287. 

984.  Ar.  kädi: 

'Richter',  hieraus  sp.  alcalde  'Dorfvor- 
stand', sp.  pg.  cadi  'muhammedanischer 
Richter',  kat.  plr.  cadisos,  rum.  cadi, 
cadiü,  frz.  cadi,  cadhy,  kadi  'Richter', 
alcade  'Dorfvorsteher' ;  engl,  cadi,  (ältere 
Form)  cauzee,  daneben  angloind.  cazee, 
kajee  'ein  ganz  bestimmtes  Amt  mit 
richterlicher  Funktion  in  Britisch-Indien' 
[vgl.  im  einzelnen  Hobson-Jobson  177 
bis  180],  dtsch.  Kadi,  ndl.  kadi;  russ. 
kadij,  bulg.  serb.  kadija,  poln.  kadi, 
kady  'Richter'.  [DE  80.  Eguilaz  127. 
Devic  DEt  74.  Lammens  Rem  63.  ML 
6897.    Bern  SlEtWb  466. 

985.  Ar.  kadi: 

Hieraus  frz.  cadie  'ein  in  Arabien  hei- 
mischer Strauch'  [Lammens  Rem  64]. 

986.  Ar.  kadim: 

'Alt,  antik' ;  hieraus  sp.  cadin  'altertüm- 
lich', pg.  cadimo  'erfahren,  geschickt' 
[Constancio  Dicc  202  c].  [DE  244.  Egui- 
laz 353.    ML  4652. 

987.  Ar.  kädir: 

Ebenso  tk.  kadyr  'fähig,  mächtig';  hier- 
aus bulg.  kadzr,  serb.  kader,  fcat?ar 'fähig, 
imstande'.    [Bern  SlEtWb  466. 

988.  Ar.  kädüs: 

'Krug'  [aus  gr.  Koibo;  'Gefäß  oder  Eimer 
für  Wasser  oder  Wein',  lat.  cadus;  diese 
Wörter  aus  hebr.  kad,  vgl.  assyr.  kadü 
'ein  bestimmtes  Tonbehältnis',  Del  HWB 
581a;  doch  vergleiche  man  zu  der  fol- 
genden Bedeutungsentwicklung  'Krug  > 
Vogel'  das  assyr.  Wort  kadü  'ein  Vogel', 
nach  ZAkkFW  51  wohl  eine  'Eulenart']; 
hieraus  nach  KURYLOWICZ  in  Rocznik 
Orjentalistyczny.  Lwöw  1925.  II,  252 
die  seltenen  Wörter:  sp.  cadoso  'Untiefe 
im  Flusse,  wo  sich  das  Wasser  noch 
lange  hält'  [Dicc  Gast  414  a],  pg.  cadoz 
'versteckter  Ort,  Geheimplatz'  [Constancio 
202  c] ;  zum  Bedeutungswandel  wird  auf 


79 


[Tk.  Ijadyn. 


Bern  SlEtWb  617  gewiesen:  altslav. 
krinica  'Topf,  Krug'  >  poln.  'Brunnen', 
slov.  'tiefe  Stelle  eines  Wassers'.  Aus 
demselben  ar.  Grundworte  entwickelten 
sich  meistens  mit  ar.  Art.  sp.  aleaduz, 
arcaduz  'Brunnenrohr,  Schöpfeimer  an 
einer  Bewässerungsanlage  [Noria,  s.  hier 
Nr.  1561]',  pg.  alcatruz,  asturisch  caduf, 
cadufol,  kat.  caduf,  cadufol,  alcaduf, 
catüfol,  logud.  caduffu,  cadofnlu,  siz. 
catussu  'irdene  Röhre  zur  Wasserfüh- 
rung'. Aus  dem  pg.  alcadroz  entwickelte 
sich  angloind.  albatross,  engl,  albatros, 
albatross,  frz.  albatros,  sp.  alcatraz, 
dtsch.  Albatros  'Diomeda  exulans  L.', 
ein  großer  Seevogel  aus  der  Familie 
der  Sturmvögel,  nach  der  Gestalt  seines 
Schnabels  so  benannt  [dagegen :  Eguilaz 
225  und  Lammens  Rem  5].  —  Der  plr. 
des  ar.  Grundworts  ist  kawädts  'Röhren'; 
hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  alcaraviz,  pg. 
alcribis  'Eisenrohr,  mit  dem  die  Schmiede 
den  Wind  aus  dem  Blasbalge  auf  das 
Feuer  blasen'  [nach  DE  85].  [DE  78 
u.  79.  Devic  DEt  6.  ML  1456.  GrS 
VociSic  232.  WAGNER  in  Herrigs 
Archiv  CXL,  243.  Hobson-Jobson  10/11. 

989.  Tk.  kadyn: 

'Dame,  Frau'  [Stamm  Icat  'anreihen, 
hinzufügen;  Gefährte,  Weib'  Vämbery 
TktEtWb  S.  85,  Nr.  88];  hieraus  bulg. 
kadina  'Türkin;  Mohn',  serb.  kaduna 
'tk.  Dame';  rum.  cadlnä  'tk.  Dame',  frz. 
kadine,  dtsch.  Kadine  'Gattin  des  Sul- 
tans'. 

990.  Ar.  kafä: 

'Schädel,  Hinterkopf,  ebenso  tk. ;  hier- 
aus rum.  ceafä  'Nacken,  Genick',  viel- 
leicht it.  caffo  'ungerade  Zahl'  [wenn 
nicht  eher  aus  hebr.  kaff  'Handfläche' 
als  Ausdruck  des  Ekels  oder  der  Ab- 
neigung in  der  Gebärdensprache  der 
Juden;  diskutiert  in  ZfromPh  XXVllI, 
98;  XXXII,  434;  XXXHI,  84.  ML  6896]. 

991.  Ar.  kafal: 

'Hinterteil,  Kruppe  des  Pferdes' ;  hieraus 
sp.  pg.  alcafar  'dass.,  Pferdedecke'.  [DE 
79.    Eguilaz  125.    ML  4654. 

992.  Hebr.  käqpar: 

[Oder  köper,  vgl.  aram.  kaprä,  assyr. 
kapru  Del  HWB  348  a]  'Dorf;  hieraus 
dtsch.  'Kaffer''  als  Schimpfwort,  ur- 
sprünglich 'Dörfler'  [vgl.  das  hieraus 
entstandene  Tölpel  im  gleichen  Sinne], 
jetzt  'ungebildeter,  roher  Mensch'.  — 
[Ableitung  aus  dem  südafrikanischen 
Stammesnamen  Kaffer  <^  ar.  käfir  'un- 
gläubig', s.  hier  Nr.  997,  oder  dial. 
kaffen  'schreiben'  Frühbier,  Preußisches 
Wörterbuch  1882  s.  v.  sind  unbegründet]. 
—  Hierhin  gehört  auch  dtsch.  Kaff  'Dorf, 
elendes  Nest'  [durch  Rückbildung  aus 


'Kaffer'  entstanden].  [Tendlau  126. 
Kluge  221. 

993.  Ar.  kafas: 

'Kätig'  [über  aram.  kafsä  aus  gr.  Kdipa, 
lat.  capsa],  ebenso  tk.  kafes ;  hieraus 
rum.  cafas  'Gitter',  insbesondere  'Roll- 
laden an  den  Haremsfenstern'  und  'um- 
gitterte Abteilung  in  einer  Kirche' ;  bulg. 
serb.  kafez  'Käfig,  Gitter' ;  sp.  pg.  alcahaz 
'Käfig',  ferner  mlat.  cabassium,  cabacius, 
cabacus  'Kiepe',  frz.  cabas,  sp.  capazo, 
capacho,  pg.  cabaz  'aus  Weidengeflecht 
hergestellter  Korb' ;  engl,  cabas  'Arbeits- 
körbchen für  Damen',  ndl.  kabas  'Binsen- 
oder Strohkörbchen',  dtsch.  Kabaß  'ge- 
flochtene Slrohtasche'  [dial.,  z.  B.  köl- 
nisch, s.  König,  Wörterbuch  der  Kölner 
Mundart.  Köln  1905.  S.  85bj.  [Devic 
DEt  74.    Bern  SlEtWb  468. 

994.  Ar.  kaffa: 

'Wagschale;  alles,  was  hohl  und  rund 
ist'  [auch  'innere  Handfläche',  vgl.  hier 
Nr.  990] ;  hieraus  siz.  gaffa  'Eisenstange, 
die  an  den  beiden  Enden  zurückgebogen 
ist,  Krampe',  sard.  gaffa,  kat.  sp.  gafa 
'Haken',  plr.  'Brillengestell',  frz.  gaffe, 
pr.  gaf  'Haken'.    [GrSVociSic  237. 

995.  Ar.  kaflfa: 

'Ohrfeige'  [eigentlich  dasselbe  Wort  wie 
hier  Nr.  994],  vulg.  keffe,  ebenso  tk., 
dazu  Vb.  tk.  kefelemek  'ohrfeigen';  hier- 
aus rum.  chelfäni  'durchprügeln',  chel- 
fänealä  'Prügelei'. 

996.  Ar.  käflla: 
'Reisegesellschaft,   Karawane',  hieraus 
sp.  pg.  cufila  'dass.,  Haufen,  Menge'; 
angloind.  capla  'Geleitzug  zur  See'.  [DE 
244.    Hobson-Jobson  142. 

997.  Ar.  käflr: 

Part,  praes.  act.  des  Vbs.  kafara  'leug- 
nen, ungläubig  sein',  also  'Ungläubiger'; 
hieraus  sp.  pg.  cafre  'roh,  grausam,  un- 
gebildet', frz.  cafard  'scheinheilig'  [mit 
der  pejorativen  Endung  a?-d;  schon  im 
Ar,  hatte  das  Wort  den  Sinn  'Hypokrit', 
s.  Dozy  Suppl  s.  v. ;  ausführlich  GRÜN- 
BAUM in  ZDMG  XL,  240].  —  Aus  dem- 
selben Grundwort  kommt  der  Name  des 
südafrikanischen  Stammes  der  Kaffern; 
sp.  pg.  cafre,  engl,  caffer,  caffre,  coffree 
usw.  —  Wegen  der  Worte  Giaur,  giaour, 
giaurro  s.  hier  Nr.  632.  [DE  245. 
Eguilaz  354.  ML  4655.  Hobson-Jobson 
140/142. 

998.  Ar.  kaf  iz : 

Ein  Hohlmaß,  'Scheffel'  [aus  gr.  Kairiön. 
aber  wohl  über  pers.  kaviz,  kavlz  ent- 
lehnt, s.  ZDMG  L,  647;  LI,  301  und 
V.  KREMER  in  SBKAW  Wien  CXX 
(1889),  III,  12:  „In  Babylonien  lernten 
die  Araber  das  alte  dort  übliche  Ge- 
treidemaß Kauiöri  kennen  (Xenophon 


Ar.  kafr.] 


80 


Anab.  I,  5,  6)  und  nahmen  es  in  der 
Form  kafyz  an"];  hieraus  kat.  cafiz, 
sp.  pg.  cahiz,  it.  (dial.  Calabrien)  cavizzu, 
siz.  vafisu  'ein  Ölmaß'  [dem  Dezimal- 
system zum  Trotz  noch  in  ganz  Sizilien 
allgemein  gebraucht].  [DE  244.  Egui- 
laz  H54.  ML  1478.  GrSVociSic  229. 
De  Sacv  ChrAr  III,  498. 

999.  Ar.  kafr: 

Vollständig-  kafr  aljahüd  'Judenpech, 
Asphalt';  hieraus  sp.  acafelar  'Tür  oder 
Fenster  zumauern,  eine  Wand  mit 
Gips  oder  Kalk  tünchen'  [Dicc  Gast  21a], 
pg.  acafelar  'mit  Stein  und  Kalk  zu- 
mauern' [Constancio  Dicc  9  c].  —  DE 
51/52. 

1000.  Hebr.  käliäl: 
'Versammlung,  Gemeinde';  hieraus  russ. 
kagal  'Gemeinde  bei  den  Juden,  jüdi- 
scher Gemeindevorstand'.  —  Gorjajew 
126. 

1001.  Mal.  kähau: 

'Eine  Art  kleiner  Affen  mit  langem 
Schwänze  von  verschiedener  Farbe' 
[fehlt  bei  Pijn,  aber  Roorda  van  Eysinga, 
Maleisch  en  Nederduitsch  woordenboek. 
Batavia  1825.  S.  302;  onomatopoetisch 
nach  seiner  Stimme,  vgl.  dajak.  kahau 
'rufen'] ;  hieraus  engl,  kahau  'ein  lang- 
nasiger  Affe  mit  langem  Schwänze  aus 
Borneo,  Semnopithecus  nasalis'  [auch 
prohoscis-monkey  genannt].  [JAOS 
XVIII,  63/64. 

1002.  Ar.  kahba: 

'Hure,  Buhlerin,  alte  Frau'  [vom  Vb. 
kaliaba  'husten'  mit  Anspielung  auf 
das  Husten,  dessen  sich  die  Buhlerinnen 
bedienen,  um  ihre  Kunden  anzulocken] ; 
hieraus  it.  (dial.  Neapel)  guappa  'eine 
kühne  Frau;  Maulheld',  frz.  (Argot) 
gouape  'Zuhälter,  Bummler',  gaupe  'un- 
gestaltes,  schmutziges  Weib,  Zottel, 
Schlampe,  liederliche  Person'  [dagegen 
Behrens  Beiträge  110/111,  wo  das  Wort 
auf  germ.  walpa  'Kupplerin,  dummes 
Weib'  zurückgeführt  wird;  dort  auch 
noch  verschiedene  andere  Etymologien]. 
—  La  Cava  wurde  auch  die  Tochter 
Julians,  die  eigentlich  Florinda  hieß, 
genannt;  ihre  Entehrung  durch  König 
Roderich  soll  die  Veranlassung  gewesen 
sein,  daß  ihr  Vater  aus  Rache  die  Ara- 
ber herbeirief.  Der  Name  wird  aus  ar. 
kahba  erklärt,  vgl.  Don  Quijote  I,  cap. 
XLI  [Colecciön  de  autores  espanoles. 
Tomo  HI.  Leipzig  1891.  S.  296,  Z.  3 
v.  u.]:  Cava  en  su  lengua  quiere  decir 
mujer  mala.  [Devic  DEt  125.  ZDMG 
XXXIX,  575. 

1003.  Ar.  kahkaha: 

^Gelächter,  Lachausbruch';  hieraus  sp. 
carcajada  'dass.'.  —  DE  249. 


1004.  Pers.  käbrnbä: 

'Bernstein'  [aus  pers.  käh  'Stroh'  Horn 
NpEt  S.  186,  Nr.  840  und  ruhä,  Präsens- 
stamm des  Vbs.  rubüdän  'rauben,  weg- 
nehmen' ebenda  S.  135,  Nr.  608,  also 
eigentlich  'Strohräuber',  wozu  die  wört- 
liche Übersetzung  gr.  TTTepuYo^öpoq, 
frz.  tire-jiaille,  dtsch.  Strohzieher  vorliegt ; 
für  letzteres  vgl.  Martins,  Grundriß  der 
Pharmakognosie.  Erlangen  1832.  S.370]; 
hieraus  [außer  mgr.  Kepaß^,  Kdpaiue  und 
ngr.  KexpiUTidpi]  über  vulg.  tk.  kehribar, 
kihlibar  mit  Dissimilation  auch  die  slav. 
Formen  bulg.  kehlibar,  serb.  hilibar; 
ferner  rum.  chihlibar,  chihlimbar,  chih- 
rimbar;  m\at.carabe  (im  13.  Jahrhundert 
belegt),  sp.  it.  carabe,  frz.  carabe  'Bern- 
stein'; dtsch.  Karabe  (1492  belegt),  dän. 
rav  [dagegen  scliwed.  bärnsten  wie  auch 
poln.  bursztyn  aus  dem  Deutschen,  engl. 
yelloiv  amber,  s.  hier  Nr.  78,  und  russ. 
jatitar'  aus  dem  Uralaltaischen,  vgl. 
ung.  gyänta  'Harz',  gyantdr  'Bernstein']. 

—  Als  Kuriosum  sei  erwähnt,  daß  käh- 
rubä  von  einem  Gelehrten  des  18.  Jahr- 
hunderts zum  Arzte  gemacht  worden 
ist;  dieser  ist  bei  Jo.  Albertus  Fabricius, 
Bibliotheca  graeca.  Vol.  XIII.  Ham- 
burgi  1746  im  Elenchus  medicorum 
veterum  S.  106  erwähnt,  vgl.  ZDMG 
XLIII,  381.  —  Vgl.  Jacob,  Neue  Bei- 
träge zum  Studium  des  kaspisch-balti- 
sehen  Handels  im  MA.  I.  Neue  Studien 
den  Bernstein  im  Orient  betreffend.  In 
ZDMG  XLHI,  353/387,  insbesondere 
über  „die  Verbreitung  des  Wortes  Käh- 
ruba"  ebenda  382  ff. 

1005.  Ar.  kahwa: 

'Wein'  [doch  stammt  das  Wort  sicher- 
lich wie  die  Sache  selbst  aus  der  Um- 
gebung Abessiniens:  die  Landschaft 
Kaffa  ist  die  Heimat  des  Kaffeebaumes, 
der  von  Saih  aS-SÄDILI  nach  Süd- 
arabien eingeführt  wurde,  wo  der  Haupt- 
ausfuhrhafen Moha  war;  hieraus  dtsch. 
Mokka],  tk.  kahtve;  hieraus  um  die 
Wende  des  16.  und  17.  Jahrhunderts  in 
Europa  eingeführt  als  it.  cahue  [Pietro 
della  Valle,  Viaggi  (ediz.  di  Roma)  I, 
110],  caffh,  frz.  sp.  pg.  cafS,  rum.  cafe, 
cafea;  engl,  coffee,  ndl.  hoffie,  dtsch. 
Kaffee  [1582  als  chaube,  1663  cahwe 
belegt] ;  russ.  kofe,  kofej,  klruss.  kofij, 
kava,  Cech.  käva,  poln.  kaiva,  bulg. 
kahwe,  serb.  kahwa,  kafa  [vgl.  poln.  ka- 
pinaz,  kafenauz  <^  dtsch.  Kaffeehaus]. 

—  Die  afrikanischen  Stämme  essen  die 
gerösteten  Bohnen  [ar.  bunn,  wodurch 
unser  dtsch.  Wort  beeinflußt  ist]  mit 
Bulter;  erst  spät,  etwa  im  15.  Jahr- 
hundert wurde  der  Trank  erfunden,  um 
die  Derwische  wachzuhalten,  damit  sie 


81 


[Ar.  ka'id. 


ihre  Gebetsstunden  nicht  verschliefen. 
Im  Jahre  1459  kam  der  Kaffee  [wie 
oben  angedeutet]  nach  Arabien  und  bald 
nach  Syrien:  um  1550  wurden  von 
Damaskus  und  Aleppo  aus  die  ersten 
Kaffeehäuser  in  Konstantinopel  einge- 
richtet; um  1580  brachten  die  Venezianer 
das  Getränk  nach  dem  übrigen  Europa. 
Die  ersten  Kaffeehäuser  wurden  1650 
zu  Oxford,  1652  in  London,  1679  in 
Hamburg  und  1721  in  Berlin  eröffnet. 
—  Aus  tk.  kahtve  alty  [wörtlich  ,das 
Untere  des  Kaffees'  von  alt  'unten'. 
Stamm  al  'nieder,  unter'  Vämbery  Tkt 
EtWb  S.  13,  Nr.  12],  vulg.  kahtvalty 
'erstes  Frühstück',  wurde  rum.  cafaltlc 
'dass.'.  [Gorjajew  164.  Bern  SlEtWb 
468/469.  Kluge  220.  Hobson-Jobson 
232/233,  JVlWiD  82.  (Ar.  Ansichten 
über  die  Etymologie  des  Wortes  s.  de 
Sacy  ChrAr  I,  180;  II,  226/227). 

1006.  Ar.  kä'id: 
'Befehlshaber'  [vom  Vb.  käda  'leiten, 
regieren'];  hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  al- 
caide  'Kommandant  einer  Festung',  pg. 
'dass.,  Richter'  [infolge  Kontamination 
mit  al-kadiy  s.  hier  Nr.  984],  engl,  al- 
caide,  alcalde  'Festungskommandeur, 
höchster  Zivilbeamter  einer  Stadt;  Ge- 
fängniswärter'; siz.  caJiiM 'Rädelsführer' 
[alt  gaitu  'Richter'],  kat.  sp.  cayado, 
gayato,  pg.  cajado  'Hirten-  oder  Bischofs- 
stab' [da  der  Hirle  das  Haupt  oder  der 
Führer  seiner  Herde  ist].  |DE  79. 
Eguilaz  126.  ML  6898.  GrSVociSic 
229.  GIBBS  in  American  Journal  of 
Science  &  Arts  XXXIII,  324. 

1007.  Ar.  kaif: 

'Wie'i",  tk.  fcey/ 'Befinden,  Wohlbefinden', 
dessen  Betätigung  im  Sinne  des  Orien- 
talen vor  allem  träumerisches  Nichtstun 
beim  Rauchen  und  Kaffeeirinken  ist. 
Hieraus  rum.  chef  'Lustigkeit,  Wohl- 
behagen', chefliü,  chefo^  'kreuzfidel', 
bulg.  kejf,  kef  'Lust,  gute  Laune',  serb. 
Cef,  ceif,  ceip  'Lust',  poln.  kiejf  'Mittags- 
ruhe'. [Bern  SlEtWb  499.  De  Sacy 
ChrAr  II,  479. 

1008.  Tk.  kajina: 

'Saum,  Umsäumung'  [K61ekian  Kämüs 
941 :  kajmak  'gleiten'  vom  Stamme  taj 
'glatt,  gleiten'  Vämbery  TktEtWb  S.  161, 
Nr.  175];  hieraus  russ.  kaima  'Kante, 
Saum',  klruss.  kajma  'Stickereisaum'. 
[Bern  SlEtWb  469. 

1009.  Tk.  kajinak: 

'Milch,  Rahm'  [Kölekian  Kämüs  941]; 
hieraus  rum.  caimac  'Sahne,  Rahm',  cai- 
maci  'entrahmen',  bulg.  serb.  kajmak 
*dass.',  russ.  kaimak  'dicke  Sahne'. 
[Bern  SlEtWb  469. 

Lokotscb,  Etymolog.  Wörterbuch. 


1010.  Ar.  kä'iiumakäni : 

'Orts-  oder  Distriktsvorsteher'  [aus  ar. 
käHm  part.  praes.  act.  des  Vbs.  käma 
'stehen'  und  makäni  'Ort',  also  etwa 
'locum  tenens'],  tk.  kajmakam ;  hieraus 
rum.  caimacam  'Distriktsvorsteher',  sp. 
caimacän  'Leutnant'  [DE  245]. 

1011.  Ar.  kaisärija: 
'Ladenreihe,  Bazar'  (noch  jetzt  in  Da- 
maskus und  Beirtit  Bezeichnung  der 
großen  Karawanserais,  vom  gr.  Adj. 
Kaiaapeia,  d.  h.  der  'kaiserliche',  sc. 
Markt,  vgl.  Dozy  Suppl  II,  432] ;  hieraus 
sp.  alcaiceria,  alcaeceria,  pg.  alcaqarias, 
kat.  (alt)  alcaceria  'die  Waren,  die  im 
Bazar  verkauft  werden'  [DE  76]. 

1012.  Tk.  kaisy: 

'Aprikose,  Malum  armeniacum';  hieraus 
bulg.  kajsij,  serb.  kajcija  'Aprikose,  Apri- 
kosenbaum'; rum.  cais  'Aprikosenbaum', 
cai'sa 'Aprikose',  caisiü  'aprikosenfarben'. 
[Bern  SlEtWb  469. 

1013.  Ar.  kajjäd: 

'Fessel'  [vom  Vb.  kajjada  'binden,  fes- 
seln'] ;  hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  alcayata 
'Wandhaken,  Hakennagel'  [DE  90]. 

1014.  Tk.  kajyk: 

'Boot;  langer,  sehr  spitz  zulaufender  und 
von  leichtem  Holze  gebauter  pfeilschnel- 
ler Kahn';  hieraus  bulg.  serb.  kaik  'Kahn 
für  10  Mann',  poln.  kaik,  klruss.  kajuk 
'Flußboot',  russ.  kaik,  kajuk  'Boot,  Last- 
schiff ;  rum.  caic  'Bai'ke',  caicgiü  'Barkeii- 
führer',  it.  caicco  'kleine  Barke  als  Ret- 
tungsboot, Schaluppe',  siz.  caiccu  auch 
'Kuppler',  frz.  culq,  ca'ique,  calc\  ndl. 
kaick,  engl,  ca'ique  'Schaluppe,  Boot  auf 
dem  Bosporus  und  dem  Schwarzen 
Meere'. —  [Hobson-Jobson  143  fragt  mit 
Recht,  ob  das  Wort  zufällig  oder  durch 
tk.  Sprachverwandtschaft  hmdurch  mit 
dem  grönländischen  kajak  gleichlautet]. 
[Gorjajew  158.  Bern  SlEtWb  469.  Gr 
SVociSic  229. 

1015.  Tk.  kajys: 

'Schmaler  Riemen'  [Kelekian  Kämüs 
940;  vom  Stamme  kaj  'hart,  fest;  Stein, 
Fels'  Vämbery  TktEtWb  S.  83,  Nr.  87; 
vgl.  Cag.  kajrak  'Schleifstein'] ;  hieraus 
bulg.  serb.  kais  'Riemen'. 

1016.  Ar.  kakang: 
'Nachtschatten'  [wohl  pers.  Ursprungs]; 
hieraus  sp.  alquequenge,  pg.  alkekengi, 
frz.  alkekenge,  dtsch.  Alkakandschi  'Ju- 
denkirsche, Physalis  alkekengi  oder  Ph. 
pubecsens  L.'.   [DE  147.   Devic  DEt  24. 

1017.  Mal.  kakatüiva: 

'Ein  Papagei  des  malayischen  Archipels' 
[entweder  nur  onomatopoetisch  oder  aus 
kakak  'Bruder,  Schwester',  tuä  'alt',  also 
'alte  Schwester,  alte  Dame',  ein  fami- 
liärer Namen  für  den  Vogel,  ähnlich  wie 

6 


Jap.  kakemono.] 


82 


engl.  PoUi/,  dlsch.  Lore];  hieraus  sp.  ca- 
catua,  pg.  cacatou,  catatua,  frz.  cacatohs, 
cacatois  [beides  gleich  ausgesprochen]; 
engl,  cockatoo,  ndl.  kakatoe,  kaketoe, 
dtsch.  Kakadu,  schwed.  kakadu,  cacatu. 
JAOS  XVII,  128/130.  Hobson-Jobson 
227.  MMM  27.  Devic  DEt  74.  Kluge 
222.  Suohlati,  Die  dtsch.  Vogelnamen. 
Straßburg  1909.  S.  3/4. 

1018.  Jap.  kakemono: 

'Bild'  [zum  Aufhängen  ohne  Rahmen  in 
Form  einer  Rolle,  vgl.  jap.  kakeru  'auf- 
hängen' und  mono  'Ding'].  Das  Kake- 
mono ist  die  gewöhnliche  Gestalt  des 
jap.  Gemäldes  und  nimmt  den  Platz  des 
gerahmten  Bildes  Europas  ein.  Nicht 
benutzt,  ist  es  fest  zusammengerollt. 
[Chamb  AllJap  293/294. 

1019.  Pers.  käkul: 

'Haarlocke',  besonders  die  beiden  Schlä- 
fenlocken [jüd. -dtsch.  Peies],  tk.  kjakill; 
hieraus  bulg.  kacul,  kacula  'Haarschopf, 
Kapuze',  Cech.  chodwl,  russ.Tjo/joZ 'Schopf, 
Büschel  Haare'  [und  Ableitungen  s.  MSI 
Sl  908/909];  rum.  cäciulä  'Schopf  der 
Vögel'  [ngr.  KaraoöXa  'Mütze,  Haube'], 
'Pelzmütze'.  Gorjajew  401.  Bern  SlEt 
V\^b  466  [hier  auch  noch  andere  Ablei- 
tungen]. Ableitung  aus  hypothetischem 
lat.  *catteulla  *cattea  'Katze',  wie 
Pu§cariu  Etym.  Wörterbuch  der  rumän. 
Sprache  248  ansetzt,  ist  unnötig. 

1020.  Tk.  kakum: 

'Hermelin';  hieraus  rum.  cacom.  caciim 
'dass.,  Hermelinpelz'. 

1021.  Ar.  kal'a: 

'Schloß,  Burg' ;  hieraus  mit  ar.  Art.  Äl- 
calä,  N.  pr.,  Name  vieler  sp.  Städte.  Eben- 
so, Kala,  Qualah,  hieß  im  Mittelalter  der 
Hauptstapelplatz  für  Zinn  auf  Malakka, 
wo  sich  etwa  im  9.  Jahrhundert  die  Han- 
delskarawanen aus  Ost-  und  Westasien 
trafen  [QUATREMERE  im  Journal  des 
Savants  1846,  S.  751  ;  W.  v.  Heyd,  Ge- 
schichte des  Levantehandels  im  MA  I, 
37] ;  hieraus  mal.  kelang  'Zinn',  pg.  calah7i 
'sehr  feines  ind.  Zinn'  [Constancio  Dicc 
205b;  DE  245].  Über  tk.  kalaj  [ngr. 
Ka\di]  wurde  serb.  kalaj  'Zinn',  bulg. 
ebenso;  ferner  rum.  calangiü  'Verzinner'. 

1022.  Ar.  kalafa: 

'Ein  Schiff  kalfatern  und  teeren'  [junges 
Wort,  wohl  aus  dem  mgr.  KaXaqpaxeiv 
'dass.',  KoXacpdTriq  'Schiffsarbeiter,  der 
die  betr.  Arbeit  ausführt';  dieses  kommt 
sicherlich  aus  ar.  kafr  'Asphalt',  s.  hier 
Nr.  999;  Ersatz  von  r  durch  l  und  Me- 
tathesis  sind  häufig];  hieraus  it.  cala- 
fatare  'ein  leckes  Schiff  ausbessern',  prov. 
calefatar,  frz.  calafater,  calefater,  cal- 
feutrer  [mit  Anlehnung  an  feutre  'Filz' 
im  Sinne  von  'Werg'],  sp.  calafatear, 


calafetar,  pg.  calafetar,  rum.  calfatare, 
calfätui;  ndl.  kalfaten,  kalefaten,  dtsch. 
kalfatern;  bulg.  kalafat,  serb.  kalavatiti, 
russ.  konopatit',  konopat'  'Werg  zum 
Kalfatern'  [durch  Kontamination  mit 
konoplja  'Hanf'].  —  Hierher  gehört  auch 
dtsch.  Klabautermann  'Schiffskobold' 
und  ndl.  klavaatshammer  'Kalfatham- 
mer'.  [ML  4663.  Kluge  222  und  241. 
Gorjajew  155.  Bern  SlEtWb  470.  (Vgl. 
auch  ZfromPh  XIV,  370.) 

1023.  Ar.  kalam: 
'Schreibfeder'  [aus  gr.  KÖXaiuoi;],  ebenso 
tk.  kalem;  hieraus  bulg.  kalem  'Rohr- 
feder', serb.  kalem  'dass.',  kalam  'Pfropf- 
reis'; rum.  calem  'Büro,  Schreibstube', 
calemgiü  'Schreiber'.  [Bern  SlEtWb  471 . 

1024.  Pers.  käläntär: 
'Islamischer  Mönch',  aus  1001  Nacht 
wohlbekannt  [aus  pers.  kälän  'groß', 
ein  altes,  nur  noch  dial.  gebrauchtes 
Woi't;  Komparativ:  käläntär  'größer', 
also  wörtlich  'Major'];  hieraus  frz.  ca- 
lender,  dtsch.  Kalender,  Kalenter  'isla- 
mischer Bettelmönch',  engl,  calender. 
[Devic  DEt  78. 

1025.  Ar.  kalb: 

'Hund';  al-kalb  al-asgar  'der  kleine 
Hund',  ein  Sternname  im  Gegensatz  zum 
k.  akbar  'großer  Hund',  d.  h.  Sirius; 
hieraus  der  Sternname  Kalbelazguar  a 
Procyonis.  —  Vulg.  ar.  kelb  ergibt  tk. 
kelb  'Hund';  hieraus  rum.  chelbe  'Grind, 
Schorf,  chelba§,  chelbo§  'grindiscli'  [s. 
kel,  hier  Nr.  1152].  —  Devic  DEt  42. 

1026.  Ar.  kalb: 

'Herz';  kalb  al-asad  'Herz  des  Löwen', 
hieraus  der  Sternname  Kalbehasit  'Re- 
gulu.s'.  Aus  kalb  al-'akrab  'Herz  des 
Skorpions'  wurde  Kalbolacrab  a  Scor- 
pionis,  d.  h.  Antares.  —  Devic  DEt  42. 

1027.  Tk.  kalb: 
'Nachgemacht,  falsch'  [K616kian  Kämüs 
968  a];  pers.  kälbzän  'Fälscher'  [von  zän, 
Präsensstamm  zu  zädän  'schlagen',  also 
'prägen'  vgl.  hier  Nr.  489 ;  Horn  NpEt 
S.  1 45,  Nr.  653] ,  ebenso  tk.,  tk.  kalpazanlyk 
'Fälschung';  hieraus  rum.  calp  'nichts- 
nutzig, falsch  [vom  Gelde  gesagt]';  cal- 
puzan  'Falschmünzer,  Betrüger',  calpu- 
panie,  calpuzanlic  'Betrügerei,  Falsch- 
münzerei'; bulg.  halpaw  'nachgemacht, 
fälsch' 

1028.  Tk.  kaldyrym: 

'Pflaster'  [vom  Stamme  kal  'anschwellen, 
Menge,  Berg',  also  k.  'erhöhter  Weg, 
Pflaster',  Vämbery  TktEtWb  S.  67,  Nr.  72] ; 
hieraus  bulg.  kaldzrim,  kaldhrma  'Pfla- 
ster', serb.  kaldrma  'Landstraße,  ge- 
pflasterte Straße';  rum.  caldarim  'Stein- 
pflaster', caldartmgiü  'Pflasterer'.  [Bern 
SlEtWb  472. 


83 


[Ar.  kali. 


1029.  Ar.  kali: 

Tüttasche,  Aschensalz';  mit  ar.  Art.  in 
alle  europäischen  Sprachen  als  Fach- 
ausdruck der  Chemie  übergegangen:  sp. 
pg.  alcali,  frz.  alcali,  als  alchemistischer 
Ausdruck  algali  'Salpeter',  dial.  (Süd- 
frankreich) caliou  'Asche  aus  den  Reb- 
stöcken', engl,  alhdi,  dtsch.  Alkali  usw. 
Auch  der  Namen  des  Elementes  Kalium, 
Calium  gehört  hierhin,  [Devic  DEt  7. 
Lammens  Rem  7. 

1030.  Ar.  kälib: 

'Leisten  eines  Schusters',  ebenso  tk. 
kalyh,  Icahjp  'Modell,  Form';  hieraus 
rum.  calib,  calip,  calup  'Gießform,  Mo- 
dell, Leiste',  calupciü  'Betrüger';  aus 
dem  Ar.  unmittelbar  sp.  gälibo  'Schiffs- 
modell', frz.  gabarit;  asp.  calibo,  sp. 
calibre,  frz.  calibre  'Durchmesser  der 
Mündung  eines  Geschützes,  Gewicht  der 
Kugel';  it.  coUbro  'Maßinstrument,  um 
die  Zusammengehörigkeit  von  Geschütz 
und  Geschoß  zu  bestimmen';  dtsch. 
Kaliber,  engl,  calibre  [amerikanische 
Schreibung  caliber,  s.  Herrigs  Archiv 
CXLI,  194],  bei  Shakespeare  l.HenrylVth 
IV,  2,  21.  2.  Henry  IVth  III,  2,  292 
und  295  caliver  'kleine  Muskete'  [wenn 
nicht  aus  frz.  coiileuvre  <^  lat.  coluber 
'Schlange'] ;  russ.Ä:«?«/^ 'Gießform, -löffel', 
kaliber  'Geschützweite',  bulg.  kahp,  serb. 
kalup  'Gußform,  Schuhleisten'.  [Devic 
DEt  79/80.  Gorjajew  129.  Sain  48. 
SCHUCK ARDT  in  ZfromPh  XXIV,  571. 
A.  KLUYVER  in  ZfdWf  XI,  219/224. 

1031.  Uiud.  köHködn: 

'Hahnfestung',  N.  pr.,  Name  einer  Stadt 
an  der  Westküste  Ostindiens  [ihr  Name 
wird  durch  eine  Sage,  die  derjenigen 
Didos  ähnlich  ist,  erklärt:  der  Raum, 
auf  dem  ein  Hahnenschrei  zu  hören 
war,  wurde  einst  dem  Zamorin  gewährt], 
von  großer  Bedeutung  in  der  ersten 
Entdeckungsgeschichte  [hier  landete  am 
20.  Mai  1498  VASCO  DA  GAMA]  und 
als  Herstellungsort  von  kattunenen 
Stoffen;  aus  der  späteren  Form  des 
Namens  Kalikati,  Calicut  wurde  frz. 
calicot  'Baumwollstoff  von  leinenartigem 
Gewebe',  engl.  ndl.  calico,  dtsch.  Kaliko; 
bulg.  serb.  kaliko,  ßech.  kaliko,  russ. 
kalenkor,  kolenkor.  —  Nach  der  Stadt 
wurde  früher  auch  der  Truthahn  [der 
allerdings  im  Jahre  1524  aus  Florida 
nach  Europa  gebracht  wurde]  benannt: 
dtsch.  kalekutischer  Hahn,  der  Kalekut, 
ndl.  kalkocnsche  oder  kalekntsche  hen, 
kalkoen;  hieraus  rviss.kalkun,  poln.(dial.) 
kalkun,  kalkut  [vgl.  hier  Nr.  909). 
[Hobson  Jobson  147/148.  Gorjajew  150. 
Bern  SlEtWb  479. 


1032.  Ar.  kalima: 

'Wort',  ebenso  tk.  kelimet;  hieraus  rum. 
a  face  chelemet  'mit  jmd.  verkehren'. 

1033.  Tk.  kaljan: 

'Pers.  Pfeife'  [aus  pers.  galjän] ;  hieraus 
russ.  kal'jan  'Wasserpfeife';  frz.  kalian, 
calioun  'dass.'.  [Gorjajew  129.  Devic 
DEt  80. 

1034.  Tk.  kalkaii: 

'Schild'  [Stamm  kal  'anhäufen,  schwel- 
len; dick'  Vämbery  TktEtWb  S.  67, 
Nr.  721 ;  vgl.  Cag.  kalkan  'Schirm,  Schild', 
eigentlich,  was  zur  Abwehr  in  die  Höhe 
gehalten  wird;  ebenso  kirgis.  kaikam 
und  kalka  'Wetterdach'];  hieraus  serb. 
kalkan  'Dach,  Schild',  bulg.  kalkan  'ein- 
hängiges Dach,  Scholle  (Fisch)',  poln. 
(alt)  kalkan  'Buckelschild'.  [Bern  Sl 
EtWb  474. 

1035.  Hebr.  kallä: 

'Braut  [von  källal  'einschließen',  also 
die  den  Bräutigam  Einschließende,  von 
der  sexuellen  Seite  hergenommen,  vgl. 
ZDMG  XXHI,  680] ;  hieraus  jüd.-dtsch. 
Kalle  'Liebste',  auch  in  der  Studenten- 
sprache. 

1036.  Ar.  kallä': 

'Sichere  Bucht,  Ankerplatz'  [vom  Vb. 
kald'a  'bewachen,  behüten'];  hieraus 
sp.  it.  cala  'Bucht,  Reede',  frz.  cale 
'dass.'.  [Vgl.  Globus  LXVII,  156:  ,Cala 
ist  der  kleine  seichte  Strand  der  alten 
Hafenbucht  in  Palermo,  der  heute  noch 
den  Fischerbooten  dient".]  [GrSVociSic 
230.    ZfromPh  XXXII,  33.    ML  4664. 

1037.  Ar.  kalläl: 

'Töpfer'  [von  ar.  kulla  'Topf,  Krug', 
s.  hier  Nr.  1237];  hieraus  unter  Imäla 
[ä  >  e]  und  mit  ar.  Art.  sp.  alcaller  'der 
Töpfer,  der  Krüge  herstellt'  [DE  80/81]. 

1038.  Mal.  kälong: 

'Eine  große  Fledermaus,  fliegender  Hund, 
Pteropus  edulis  Geoffr.'  [Pijn  172  b,  aus 
dem  Jav.];  hieraus  engl,  kalong,  dtsch. 
Kalong  'dass.'. 

1039.  Tk.  kalpak: 

'Hohe  Mütze'  aus  verschiedenem  Ma- 
terial (Ziegen-  oder  Lammfell,  Leinen); 
hieraus  bulg.  serb.  kalpak  'Pelzmütze', 
poln.  kofpak  'hohe  Pelzmütze,  Husaren- 
mütze', russ.  kolpak  'Schlafmütze',  klruss. 
koupak  'Barett' ;  rum.  calpac  'Pelzmütze', 
frz.  kaipack,  calpan;  dtsch.  Kalpak, 
ndl.  holbak  'Husarenmütze'.  Mit  Meta- 
thesis  entstanden  serb.  klobuk  'Mütze, 
Hut',  cech.  poln.  klobuk,  kobluk  'Hut, 
Helm',  russ.  klobnk  'Mönchskappe',  klo- 
hucok  'Falkenkappe'.  Es  müssen  also 
verschiedene  Zeiten  der  Entlehnung  an- 
genommen werden,  vgl.  Bern  SlEtWb 
474/475.    Gorjajew  144  und  151. 


G* 


Tk.  kalyk.] 


84 


1040.  Tk.  kalyk: 

'Armselig,  krüppelliatl'  [Kelekian  Kämüs 
935:  'Fehler,  Mangel'];  hieraus  russ. 
kaljäka  'Krüppel',  klruss.  kalika,  poln. 
kaleka  'dass.';  rum.  calic  'armselig; 
Krüppel',  cäläciä  'Elend,  Armut'.  [Bern 
SlElWb  473. 

1041.  Pers.  kämär: 

'Gürtel'  [Horn  NpEt  S.  193,  Nr.  866], 
ebenso  tk.  keiner  'Gürtel',  besonders  zur 
Aufbewahrung  von  Kleingeld,  Messer 
u.  ähul.  Hieraus  rum.  chimir  'dass., 
Geldkatze'  [dieses  Kleidungsstück  wird 
von  Landleuten  und  Bewohnern  der 
Berge  über  dem  Leinengürtel  getragen; 
es  ist  mit  Knöpfen  und  Stickereien  ge- 
schmückt und  besteht  aus  Leder] ;  bulg. 
kemer,  serb.  cemer  'Geldkatze'.  —  Aus 
pers.  kämärbänd  [aus  bänd,  Präsens- 
stamm zum  Vb.  hästän  'binden'  Horn 
NpEt  S.  50,  Nr.  219]  'Gürtel'  wird  über 
das  gleichlautende  hind.  Wort  angloind. 
cummerbund  'Gürtel',  der  in  Indien  ge- 
wohnlich von  Hausdienern  und  ähnlichen 
Leuten  getragen  wird.  —  [Bulg.  serb. 
kernet;  cemer  'Gewölbe'  Bern  SlEtWb 
556,  Reihe  6  gehört  nicht  hierher; 
vielmehr  sind  hier  zwei  verschiedene 
Worte  klanglich  zusammengefallen.] 

1042.  Tk.  kanicy: 

'Peitsche'  [vom  Stamme  kom,  kam  'rüh- 
ren, bewegen,  rütteln',  also  eigentlich: 
'Berührer,  Ansporner'  Vämbery  TktEtWb 
S.  92,  Nr.  96];  hieraus  bulg.  kamcik, 
kamdzija,  serb.  kamcija,  klruss.  kancyk, 
russ.  kamci/k,  poln.  kanczuk,  kanczug, 
cech.  kancuch;  dtsch.  Kantschu,  (dial. 
Preußen)  Kautschuk,  schwed.  kantschu, 
kantschuk  'Peitsche,  Knute'.  [Gorjajew 
131.    Bern  SlEtWb  477. 

1043.  Pers.  käinhä: 

'Damast  oder  Brokat'  [aus  chin.  kmisa, 
kinsa,  d.h.  glatte  haarlose  Seidengewebe, 
oft  von  satinartiger  Textur,  also  'Brokat', 
häufig  mit  Gold  durchwirkt,  vgl.  chin. 
kin  'Gold',  Karabacek,  Über  einige  Be- 
nennungen mittelalterlicher  Gewebe. 
Wien  1882,  S.  11/12],  tk.  kemha;  hier- 
aus bulg.  kamuha,  serb.  kamka,  poln. 
kamcha  'dass.',  russ.  kamka  'Damast', 
kamcatka  'Damastleinwand,  Tischzeug'; 
sp.  camocän  [daneben  ungebräuchlich 
geworden:  camucdn  'orientahscher  Bro- 
kat' Dicc  Gast  440],  frz.  camocan  'kost- 
barer BrokatstofP,  canque  'chin.  Baum- 
wolleinen'; angloind.  kincob,  kingcob 
'Goldbrokat'.  [Gorjajew  130.  Bern  SlEtWb 
477.    Devic  80/81.    IB  246,  Anm.  1. 

1044.  Ar.  kaml: 

'Laus',  Einheitsnomen  kamla;  hieraus 
it.  (dial.  Venedig)  cdmola,  siz.  camula 


'Insekt,  das  die  Tücher  zernagt',  venez. 
camolado  'wurmstichig'.  [Dozy  Suppl  II, 
407.    GrSVociSic  230. 

1045.  Mal.  kampong: 
'Einfriedigung,  abgeschlossener  Distrikt, 
Dorf  [Pijn  182];  hieraus  frz.  kampong, 
campon  'eingehegtes  Dorf  oder  in  Städten 
'das  abgeschlossene  Viertel  eines  be- 
stimmten Volkes',  z.  B.  der  Malayen  oder 
Chinesen,  en^X.kampong,  campong  'dass.', 
angloind.  Compound  'Einzäunung'.  [JAOS 
XVII,  123/125;  130/^131.    MMM  28. 

1046.  Ar.  kammüu: 

[Vgl.  aram.  Är«mmön(J,  assyr.  kamünu  Del 
HWB  336  a,  wahrscheinlich  soviel  wie 
'Mäusekraut',  da  ass.  kamünu  vielleicht 
auch  'Maus'  heißt,  vgl.  ZAkkFW  57] 
'Kümmel,  Cuminum  sativum',  dazu  kam- 
münlja  wahrscheinlich  'Verkaufsstelle 
für  Kümmel  u.  ähnl.';  hieraus  mit  ar. 
Art.  sp.  alcamonias,  pg.  alcamonia,  alca- 
munia  'verschiedene  Spezereien'  [DE  83]. 
—  Von  der  gleichen  Wurzel  ist  das 
hebr.Wort  kammön;  aus  dem  semitischen 
Grundwort  ist  gr.  KÜiaivov,  lat.  cuminum 
abgeleitet ;  hieraus  dtsch.  Kümmel  Carum 
carvi,  engl,  cumin,  schwed.  kuntmin, 
dän.  kummen,  ndl.  komijn;  frz.  ciimtn, 
it.  sp.  Camino,  pg.  cominho,  rum.  chimion 
[über  tk.  kimjon] ;  russ.  kmin,  tmin,  timon, 
bulg.  kimnon,  serb.  kirn,  cech.  kmin, 
Tßoln.kmin,  kniinek.  [Gorjajew  146.  Hern 
SlEtWb  681. 

1047.  Tk.  kamys: 

'Schilf,  Rohr' ;  hieraus  russ.  kamys  'Schilf- 
rohr', klruss.  komys,  poln.  komysz,  cech. 
kamys,  bulg.  katms,  kamis  'dass.',  serb. 

'Pfeifenrohr'.  [Gorjajew  131.  Bern 
SlEtWb  478/479. 

1048.  Tk.  kaiiad: 

Auch  kanat  'Flügel'  [vielleicht  vom 
Stamme  kar  'Arm,  Hand,  Spanne'  Väm- 
bery TktEtWb  S.  81,  Nr.  85];  hieraus 
rum.  canat  'Flügel  einer  Tür  oder  eines 
Fensters';  bulg.  serb.  kanat  'Fenster- 
oder Türflügel'. 

1049.  Pers.  käuär: 

'Ufer,  Rand'  [Horn  NpEt  S.  189,  Nr.  846], 
tk.  ebenso  kenar;  hieraus  rum.  chenar 
'Rand,  Saum,  Bordüre'. 

1050.  Hebr.  känas: 

Modernes  Wort  'bestrafen'  [aus  gr.  Kf|v- 
ao<;,  lat.  censiis;  denn  den  Juden  der 
Zeit  Christi  erschien  der  römische  Cen- 
sus  als  die  schhmmste  Strafe];  hieraus 
jüd. -dtsch.  Knast  'Geldstrafe',  Vb.  kiiassen 
und  schließlich  verknaxen  'gerichtlich 
bestrafen'. 

1051.  Ar.  kandara: 

'Stange' ;  hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  alcän- 
dara  und  alcändora  'Stange,  auf  welcher 
die  Falken  und  andere  zur  Jagd  abge- 


85 


[Ar.  kandi. 


richtete  Vögel  sitzen',  pg.  alcandora 
'Sitzstange  des  Falken',  Vb.  alcandorarse 
[Gonstancio  Dicc  45 ab].  —  [Dtsch.  Kan- 
dare kommt  zunächst  von  ung.  kantär 
'Zaum,  Halfter'.]  [DE  84.  Eguilaz  130. 
ML  4672. 

105!2.  Ar.  kandl: 
Adj.  zu  kand  nach  ar.  Originalwörter- 
büchern  'eingedickter  Zuckerrohrsaft', 
wahrscheinlich  durch  zweimaliges  Ko- 
chen erzielter  'Rohrzucker'  [SCHWARZ 
in  ZDMG  LXXIV,  244];  hieraus  it.  zuc- 
chero  candl,  frz.  sucre  candi,  sp.  azücar 
cando,  pg.  candil,  dtsch.  Kandiszucker, 
ndl.  kandij,  engl,  kandy,  Jcandtj-sugar ; 
dazu  die  Vb.  it.  candire,  frz.  candir  'über- 
zuckern', kat.  candir  'Früchte  ein- 
machen' ;  dtsch.  kandieren  'verzuckern', 
Konditor  'Zuckerbäcker'.  [DE  247. 
Eguilaz  358.    ML  (3899. 

1053.  Ar.  kandil: 

'Leuchte,  Laterne'  [aus  lat.  candela,  gr. 
KttvbriXn  ZDMG  LI,  316];  hieraus  sp. 
candil  'dass.',  mit  ar.  Art.  alcandora 
'Signalfeuer'  [DE  84  u.  247]. 

1054.  Berb.  kandür: 
Vollständig  prä-  und  suffigiert  takandürt 
'Hemd';  hieraus  zunächst  vulg.  ar.  kan- 
diir  und  dann  sp.  alcandora  'weißes 
Kleidungsstück',  z.  B.  'Hemd'  [Dicc  Gast 
110  b;  DE  84]. 

1055.  Tk.  kaiidyk: 
'Hundszahn,   Erythronium  dens  canis' 
[nicht  osm.];  hieraus  russ.  kandyk,  cech. 
kandik  'dass.'.    [Bern  SlEtWb  481. 

1056.  Tk.  kanga: 

Auch  kanca  'Haken,  Hakenstock';  hier- 
aus serb.  bulg.  kania,  kansa  'Adlerkralle; 
Haken',  russ.  kandeja  'Haken';  rum. 
mnffe  "Raken;  Kralle,  Klaue',  iL  gancio, 
prov.  ganche,  sp.  pg.  gancho  'dass.' ;  prov. 
ganso,  irz.  ganse  'Schlinge,  Tauschlinge', 
Ableitung  it.  aggianciare  'zuhaken',  sp. 
enganchar  'anhäkeln,  zum  Kriegsdienste 
werben',  enganche  'Handgeld'.  [Bern 
SlEtWb  481.    ML  4673. 

1057.  Ar.  kantara: 

'Brücke'  [aus  lät.  clntra  ZfAss  VHI,  100  f.] ; 
hieraus  sp.  cdcäntara  'dass.'.  Alcäntara 
ist  in  Spanien  häufiger  Ortsname  in  der 
Nähe  alter  römischer  Brücken.  —  DE  84. 

1058.  Tk.  kantarma: 
'HaHter,Anliängestric-k'  [vgl.  ung.  kantär, 
hier  Nr.  1051J;  hieraus  ruiii.  cataramä 
'Schnalle,  Spange'. 

1059.  Ar.  kanz: 

'Schatz'  [aus  pers.^r««^  ZDMG  L,  647/648] 
und  kanzija  'dass.' ;  liieraus  sp.  alcancla 
'Sparbüchse',  Vb.  alcanzar  'erreichen', 
siz.  accanzari  'erlangen,  nach  und  nach 
erreichen',  it.  scansia  'Regal',  dtsch. 
Schanze.  —  Das  pers.  Grundwort  wurde 


schon  früh  lat.  gaza  'Schatz';  hieraus 
it.  gazzetta,  ursprünglich  eine  kleine 
Münze,  die  man  für  ein  Zeitungsblatt 
hingab,  dann  'Zeitung'[die  ersten  geschrie- 
benen Zeitungen  erschienen  im  Jahre 
1560  in  Venedig],  frz.  gazette,  sp.  gaceta, 
pg.gazeta  'Zeitung'  [Körting  4117  a  leitet 
dagegen  vom  Demin.  von  gazza  'Elster' 
ab,  weil  die  Zeitungsbiätter  so  schwatz- 
haft seien  wie  dieser  Vogel;  noch  merk- 
würdiger ist  die  hier  nur  als  Kuriosum 
angeführte  Etymologie  in  Gonstancio 
Dicc  587  b  aus  dtsch.  Ganz-zeit.'];  engh 
gazette,  ndl.  gazet;  russ.  bulg.  poln.  ga- 
zeta  'Zeitung'.  —  Aus  dem  pers.  Grund- 
wort und  pers.  Suffix  -bär  'Träger'  [Horn 
NpEt  S.  36,  Nr.  158]  ergibt  sich  *gazbär 
'Schatzträger,  -meister'  und  hieraus  Kas- 
par, der  König  aus  dem  Morgenlande; 
da  er  komisch  wirkte,  entstand  die  Figur 
des  Kasperle.  Dagegen  geht  gauner- 
deutsch kaspern  'betrügen'  auf  hehr. 
käza^  'lügen'  zurück. 

1060.  Chin.  kao-liug: 

'Hoher  Berg',  N.  pr.,  ein  Berg,  der  we- 
nige Meilen  nordwestlich  von  der  Stadt 
King-te-chen  (290  gg'  n.  Br.,  1"  10'  ö.  L. 
von  Peking)  liegt.  Hier  wurden  große 
Mengen  einer  besonderen  Art  Feldspats 
als  Rohmaterial  für  die  Porzellanher- 
stellung gewonnen.  Eine  Beschreibung 
der  grofäen  Fabrikstadt  K.  gab  zuerst 
P.  D'ENTRECOLLES,  der  sie  im  Jahre 
1712  besuchte.  Aus  dem  Namen  des 
Berges  ^vurde  frz.  caolin,  dtsch.  Kaolin, 
engl,  kaolin  'Porzellanerde'.  [Hirth  Chin 
FW  206/^07. 

1061.  Tk.  kapak: 

'Deckel'  [Stamm  kap  'zudecken,  Hülle' 
Vämbery  TktEtWb  S.  77,  Nr.  81  I];  hier- 
aus rum.  capac  'dass.',  bulg.  kapak 
'dass.,  Fensterladen,  Türflügel',  serb.  ka- 
imk  'dass.,  Augenhd'  [so  schon  tk.  göz 
kapagy  Kelekian  Kämüs  945a]. 

1062.  Tk.  kapän: 

'Falle;  große  Warenmenge'  [zwei  ver- 
schiedene klanglich  zusammengefallene 
Wörter;  ersteres  vom  Stamme  kap  'er- 
greifen, erfassen,  bes.  gewaltsam  er- 
greifen' Vämbery  TktEtWb  S.  75,  Nr.  80; 
letzteres  vom  Stamme  kap  'zudecken, 
verhüllen,  umbinden',  s.  hier  Nr.  1061, 
vgl.  ujgurisch  kamnmk  'gebunden  = 
alle',  kamukiuk  'Menge'];  iiieraus  rum. 
capangä,  capcanä  [schon  tk.  kapkan 
ältere  und  östhche  Form:  'Falle']  'Falle, 
Hinterhalt';  ca/;«w 'Vorraisraum',  capan- 
liu  'Proviantmeister';  bulg. Ä-«2^an 'Falle' 

1063.  Sskr.  kapi: 

'Affe'  [eigentlich  'gelb,  rotbraun'  =  ka- 
pila] ;  hieraus  gr.  Kf|iToq,  hehr,  köf,  äg. 
gö'fe,  kaf.    Aus  einer  dieser  Formen 


Tk.  kaplcan.] 


86 


soll  durch  Wegfall  des  k  engl,  ajye,  dtsch. 
Affe  entstanden  sein  [MWiD  24/25;  in 
der  Tat  wird  im  vulg.  Arabisch  von 
Kairo  bis  Damaskus  vielfach  A-  als  '  er- 
leichtert gesprochen]. 

1064.  Tk.  kapkan: 

Talle'  [heute  nicht  mehr  osm.,  s.  hier 
Nr.  1062];  hieraus  rum.  capcanä  'dass.', 
russ.  klruss.  poln.  kapkan  Talle,  Fuß- 
eisen'. [Sain  16.  Gorjajevv  139.  Bern 
SlEtWb  485. 

1065.  Tk.  kaplamak: 

Tüttern,  polstern'  [Stamm  kaf  'zudecken, 
verhüllen',  s.  hier  Nr.  1061] ;  aus  diesem 
Stamme  rum.  cäptup  'füttern',  cäptu§e- 
alä  Tutter'. 

1066.  Tk.  kaplaii: 

'Tiger,  Panther'  [zum  Stamme  kap  'er- 
greifen', s.  hier  Nr.  1062, zu  stellen;  vgl. 
W.  BANG  in  KSz  XVII,  126  S.];  hieraus 
bulg.  kapilan  'Tiger',  serb.  kaplan  'Leo- 
pard'. —  Bern  SlEtWb  485. 

1067.  Mal.  käpok: 
'Baumwollkattun'  [Fijn  171;  aus  dem 
Jav.] ;  hieraus  frz.  capoc,  der  Baum  capo- 
qiiier;  dtsch.  Kap>ock  'eine  Art  seiden- 
artiger Baumwolle'  aus  Ostindien,  die 
man  nicht  spinnt,  sondern  nach  Art 
der  Watte  verwendet.    [Devic  DEt  82. 

1068.  Hebr.  kappära: 

Neuere  Aussprache  kappöra  [vom  Vb. 
kipp§r  'sühnen',  pi'el  von  käpar,  vgl. 
ar.  kafara  'bedecken']  'Versöhnungs- 
opfer'; da  man  dafür  nicht  immer  das 
Beste  nahm,  erhielt  k.  die  Bedeutung 
'verdorben',  hieraus  jüd. -dtsch.  kapore 
gehen  'zugrunde  gehen',  kapore  machen 
'verderben',  schließlich  kapores,  ndl. 
kapores,  kax)oeres  'verdorben,  vernichtet, 
zerstört,  zerschlagen'.  —  [Dtsch.  kaput 
Kluge  227,  ndl.  kapot  scheint  nicht  orien- 
talischen Ursprungs  zu  sein,  vgl.  Dozy 
Oost  47/48.]  [Kluge  227  s.  v.  Tend- 
lau  67. 

1069.  Pers.  kär: 

'Werk,  Tat'  [Horn  NpEt  S.  185,  Nr.  831], 
ebenso  tk.  kjar;  hieraus  bulg.  ä;'«?- 'Ge- 
winn', serb.  car  'Handel,  Geschäft'.  [Bern 
SlEtWb  680. 

1070.  Tk.  kara: 

'Schwarz'  [Stamm  kar,  kyr  'schwarz, 
trocken'  Vämbery  TktEtWb  S.  79,  Nr.  84] ; 
hieraus  bulg.  kara  'schwarz,  schrecklich', 
klruss.  karyj  'schwarz,  dunkel',  russ. 
Ära^vykastanienbraun,  braun  (vom  Pferde 
gesagt)',  poln.  kary  'dunkel  (Pferd)'.  — 
Mit  tk.  ^ms  [<  dtsch.  Groschen]  'Piaster' 
ergibt  sich  serb.  bulg.  karagros  'Taler'. 
—  Tk.  karalyk  [mit  Suffix  -lik  zur  Be- 
zeichnung des  Abstraktums]  'Schwärze', 
wegen  der  dunklen  Farbe  des  Stahls 


bei  hoher  Glut  'Stahl' ;  hieraus  russ.  (alt) 
hawalug  'dass.'.  [Gorjajew  135.  Bern 
SlEtWb  385  u.  488. 

1071.  Ar.  kära: 

'Cistus  humilis  Andorn';  hieraus  mit 
ar.  Art.  Tpg.  alcar  'dass.'  [DE  85;  Con- 
staiicio  Dicc  45b]. 

1072.  Ar.  kära: 

'Einzelner  Hiigel,  Anhöhe',  plur.  kär; 
hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  kat.  alcor  'Hügel'. 
[DE  92.    Eguilaz  140.    ML  6901. 

1073.  Mal.  kära: 

Auch  kärah,  käret  'Schale  der  Schild- 
kröte, Schildpatt'  [Pijn  171];  hieraus 
sp.  carey,  frz.  caret,  ndl.  karet,  dtsch. 
Karettschildkröte ,  Chelone  imbricata 
Schweigg.,  deren  Schalen  zur  Herstel- 
lung von  Schildpatt  dienen.  [MMM 11/12. 

1074.  Pers.  käräbä: 

'Große  lederne'  Milchflasche'  [offenbar 
mit  ar.  kirba  'Schlauch'  verwandt] ;  hier- 
aus engl,  carboy  'große  Glasflasche  zum 
Verschicken  von  Säuren  und  Explosiv- 
stoffen' [Hobson-Jobson  162/163].  — 
, Wenig  appetithch  ist  der  Anblick  der 
sauren  Milch,  die  in  einem  Zeugbeutel 
mitgeschleppt  wird,  der  an  dem  Hinter- 
schenkel des  Pferdes  herabhängt.  Die 
durchträufelnde  Flüssigkeit  gibt  dem 
Pferde  einen  sehr  widerlichen  Anbhck, 
der  vor  dem  Genüsse  der  so  transpor- 
tierten Milch  abschreckt.  Hat  die  Milch 
in  dieser  Weise  ein  gut  Stück  Weges 
hinter  sich,  so  ist  in  dem  Beutel  eine 
weiße  käseartige  Masse  zurückgeblieben, 
die  von  den  Persern  unter  dem  Namen 
Mas  zum  Brote  gegessen  wird."  Brugsch, 
Reise  der  k.  preußischen  Gesandtschaft 
nach  Persien  1860  u.  1861.  Leipzig 
1862.  I,  156. 

1075.  Sskr.  karabha: 

'KameP  [eigentlich  'Schnelligkeit  ha- 
bend'], hieraus  wahrscheinlich  pers. 
kärwän  oder  käricän  'Kamelzug,  Reise- 
gesellschaft', in  alle  europäischen  Spra- 
chen übergegangen:  rum.  caravanä, 
chervanä,  it.  caravana,  carovana,  pg. 
sp.  caravana,  frz.  caravane;  engl,  cctra- 
van,  ndl.  karavaan;  dtsch.  Karawane, 
schwed.  fcßj'afrtn;  vxxss.  karawan,  bulg. 
kerwan,  serb.  karawan,  öech.  karavana, 
poln.  karaivana.  Mit  pers.  säräi  'Palast' 
[Horn  NpEt  S.  161,  Nr.  727]  ergibt  sich 
die  Bezeichnung  für  die  Herbergen  der 
Karawanen :  känvänsäräl.  Hieraus  rum. 
cherväsärie  'Lagerhaus,  Stapelplatz',  it. 
caravanserraglio,  frz.  caravanserail,  pg. 
caraicansarä ;  dtsch.  A'^rrtwanserai;  russ. 
karatvanseraj  [vgl.  Karl  Müller,  Die 
Karawanserai  im  Vorderen  Orient.  Ber- 
hn  1920].  [Klutre  227/228.  FR.  MÜL- 
LER in  WZKM  V,  354. 


87 


[Tk.  karadas, 


1076.  Tk.  karadas: 

'Schiefer  [aus  tk.  kara  'schwarz',  s.  hier 
Nr.  1070,  und  das,  fas  'Stein'] ;  hieraus 
russ.  karandas,  bulg.  karandas  'Bleislift'. 

1077.  Tk.  karagan: 
'Steppenfuchs';  hieraus  russ.  karagan 
'dass.'. 

1078.  Tk.  karagol: 

Auch  karakol,  karawul,  karaul  'Wache' 
[vom  Stamme  kar  'Auge,  sehen',  z.  B. 
tk.  kara  'Augapfel',  Vämbery  TktElWb 
S.  78.  Nr.  831];  hieraus  rum.  caraulä 
'Wächter,  Schildwache';  bulg.  karaul, 
karaimil,  karakol  'Wache',  serb.  kara- 
ula,  karawula  'Wachtturm,  Schilder- 
häuschen', klruss.  kalawur  'Wacht- 
mann',  russ.  karaul  'Wache',  karaulka 
'Schilderhäuschen'.  [Gorjajew  134. 
Bern  SlEtWb  489. 

1079.  Tk.  karagöz: 

Die  lustige  Figur  des  tk.  Schattenspiels, 
etwa  'Kasperle'  [aus  tk.  kara  'schwarz' 
und  göz  'Auge'  vom  Stamme  kar,  kor, 
kör,  köz  'Auge,  blicken'  Vämbery  Tkt 
EtWb  S.  79,  Nr.  83 II];  hieraus  rum. 
caraghios  'Possenreißer,  närrisch',  ca- 
raghioslic  'Possenhaftigkeit,  Spaß' ;  frz. 
caragueiise  'Marionettenfigur'.  [Ausführ- 
liches über  die  Figur  des  Karagöz  s. 
Georg  Jacob ,  Türkische  Literaturge- 
schichte in  Einzeldarstellungen.  Heft  1. 
Das  tk.  Schattentheater.  Berlin  1900. 
S.  19  ff.,  sowie  G.  Jacob,  Die  tk.  Volks- 
lileratur.  Berlin  1901.  S.  33/34  ] 

1080.  Tk.  karakol : 

'Schwarze  Hand,  d.  h.  schlechte  Hand- 
schrift' [aus  tk.  ka7-a  'schwarz'  und  kol 
'Arm,  Hand'  vom  Stamme  kar,  kor, 
kol  'Arm,  Hand,  Spanne',  s.  hier  Nr.  1 1 94] ; 
hieraus  russ.  karakulja  'Gekritzel,  Krä- 
henfüße', [nach  MSISI  282]  'verkrüppel- 
ter Baum'. 

1081.  Tk.  karakolak: 
'Schwarzohr'  ist  der  Name  eines  kleinen 
Raubtieres  [pers.  ebenso  sijäh  gns 
'schwarzes  Ohr'  genannt];  hieraus  dtsch. 
Karakal,  Felis  caracal  Gmelin  'persi- 
scher Luchs'. 

1082.  Tk.  karakns: 

'Adler'  [aus  tk.  kara  'schwarz'  und  kus 
'Vogel'  vom  Stamme  kog,  kow  'jagen, 
verfolgen',  daher  *kous  >  *kuu§  y  kuS 
'Jagd,  Treibjagd,  Jagdvogel'  Vämbery 
TktEtWb  S."91,  Nr.  95];  hieraus  russ. 
karagus  Falco  chrysaetos,  serb.  kara- 
kosa.  [Gorjajew  133.  Mikl SlEtWb  112a. 

1083.  Ar.  karam: 

'Edelmut,  Güte',  tk.  kerem;  hieraus  rum. 
cheretn  'Laune,  Gunst'. 

1084.  Mal.  karauibil: 
Ursprünglich  die  Frucht  der  Kokospalme 
[Pijn  176/177:  'Kokosnuß'],  dann  die 


Frucht  eines  ostindischen  Baumes,  Aver- 
rhoa  carambola  und  A.  bilimbi  [nach  dem 
ar.Philosophen  MUHAMMAD  IBN  RUSD, 
verlateint  Averroes  (1126/1198),  be- 
nannt, vgl.  Brockelmann,  Geschichte  der 
:ir.  Literatur.  Leipzig  1901.  S.  184/185; 
bilimbi  aus  mal.  halimbang  'eine  Frucht'] ; 
hieraus  frz.  caramboUer,  pg.  carambola 
(auf  den  kanarischen  Inseln  carabeli) 
[Constancio  Dicc  222  b].  [Devic  DEt 
83.    MMM  13. 

1085.  Pers.  käränfll: 
'Gewürznelke'  [wohl  aus  dem  Sskr.], 
hieraus  mit  volksetymologischer  Um- 
bildung gr.  KapuöqpuXXov,  aber  mgr. 
KapoüjaqpouX,  Kapou|U(pi\;  hieraus  it. 
garofano,  siz.  galofaru  'Nelke',  frz. 
giroße  'Nelke',  giroflSe  'Levkoje',  prov. 
kat.  sp.  girofle,  pg.  girofre  'Nelke',  rum. 
garoufä,  carofil,  garofil;  aus  dem  Frz. 
wurde  engl,  gilliflower  [mit  Anlehnung 
an  flotver  'Blume',  ja  sogar  weiter  noch 
JuUflower  mit  Verkennung  und  ganz 
falscher  Deutung  des  ersten  Bestand- 
teiles] 'Nelke'.  Dtsch.  in  der  Aachener 
Mundart  Groffelsnagel  'Gewürznelke' 
[wie  ja  die  Nelke  wie  die  Gewürznelke 
ihren  Namen  'Nägel'  wegen  ihrer  Ge- 
stalt erhalten  haben,  z.  B.  engl,  clove, 
it.  chiovo  di  garofano,  frz.  clou  de  girofle, 
poln.  gwozdzik  von  gwozdz  'Nagel',  ndl. 
nagelbloem  und  kruidnagel  und  'Ge- 
tvilrznägelcheri'  im  Deutschen].  Bulg. 
kalamfir,  karamfil,  serb.  karatnfil. 

1086.  Ar.  karaTTän: 
'Rotfüßiges  Rebhuhn';  hieraus  mit  ar. 
Art.  sp.  alcaravan  [Dicc  Gast  III  b], 
pg.  alcaraväo  [Constancio  Dicc  45  b] 
'Rohrdommel,  Botaurus  stellaris  Steph.' 
[DE  85]. 

1087.  Ar.  karawijä': 
'Feldkümmel,  Carum  carvi  L.'  [vielleicht 
aus  gr.  Kdpov,  lat.  careiim] ;  hieraus  frz. 
it.  carvi  'Wiesenkümmel';  ndl.  karwij, 
engl,  caraway  'Feldkümmel',  dtsch. 
Kurve,  Karbe;  sp.  carvi,  alcaravea,  pg. 
alcaravia.    [Kluge  228. 

1088.  Pers.  kärd: 

'Messer'  [Horn  NpEt  S.  185,  Nr.  833]; 
hieraus  Tnss.korda,  A;orrfii- 'Hirschfänger', 
öech.  kord  'Säbel',  pohi.  kordelas  'Stutz- 
säbel'. 

1089.  Tk.  kardas: 

Eigentlich  karyndas  [aus  tk.  karn,  karyn 
'Leib'  und  Suffix  -das  'Gefährte']  'Bru- 
der'; hieraus  rum.  cärdä§ie  'Bande', 
bulg.  serb.  kardas  'Bruder',  poln.  kar- 
dasz  'Waffengefährte'. 

1090.  Tk.  karga: 

'Krähe'  [nach  der  schwarzen  Farbe,  aus 
kara  'schwarz'  Vämböry  TktEtWb  S.  SO, 
Nr.  84];    hieraus    russ.  karga,  korga 


Pers.  kärgäh.] 


88 


'Nebelkrähe,  Hexe',  bulg.  garga  'Dohle'. 
IMikl  SlEtWb  11^2  a.  Bern  SlEtWb  490. 

1091.  Pers.  kärgäh: 
'Werkslätle,  Atelier'  [aus  pers.  kär  'Ar- 
beil' Horn  NpEt  S.  185,  Nr.  831,  und 
gäh  'Ort'  ebenda  S.  199,  Nr.  889],  tk. 
zu  gergef  'Stickrahmen'  [Kelekian  Kä- 
müs  1021a]  umgestaltet;  hieraus  rum. 
gerghef  'dass.',  bulg.  gtrcetv,  serb.  dzer- 
dzew  'Stickrahmen'. 

1092.  Pers.  kärgir: 

Ebenso  tk.  kjargir  'Gebäude';  hieraus 
rum.  ghei-ghir  'Rumpelkammer,  gewölb- 
ter Raum'. 

1093.  Tamnl.  kari: 

'Tunke';  hieraus  angloind.  curry,  eine 
Speise,  die  aus  Fleisch,  Fisch,  Obst  oder 
Gemüse  besteht  und  mit  gequetschter 
Gelbwurz  und  andern  Gewürzen  ge- 
kocht wird.  Regelmäfsig  wird  eine 
Kleinigkeit  davon  dem  Reis  zugesetzt, 
der  sonst  zu  wenig  schmackhaft  ist 
[also  eine  ähnliche  Speise  wie  kuskus 
und  piläw,  s.  hier  Nr.  1267  und  1656]. 
[Hobson-Job.son  281/283. 

1094.  Ar.  karija: 

Namen  einer  AVüstenpflanze ;  hieraus 
mit  ar.  Art.  pg.  alcaria  'eine  auf  san- 
digem Boden  wachsende  Pflanze,  deren 
Blätter  denen  des  Veilchens  ähneln'. 
[DE  86.    Constancio  Dicc  45  c. 

1095.  Ar.  kariwija: 

'Merk,  Zuckerwurzel,  Sium  sisarum', 
eine  Umbellifere ;  hieraus  sp.  chirivid, 
pg.  cherivia,  alquirivia,  prov.  escaravi, 
afrz.  escherviz,  frz.  chervis,  chiroui; 
mlat.  cervüla.  [DE  254.  Eguilaz  374. 
ML  1697  a. 

1096.  Ar.  karja: 

'Dorf  ;  hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  alcaria, 
alqueria  'Meierhof ',  pg.a^jtteWa'Scheune, 
Haus  zum  Aufbewahren  der  landwirt- 
schaftlichen Geräte'  [Constancio  Dicc 
59  a]. 

1096  a.  Ar.  karkal: 

'Weiberhemd'  soll  das  Grundwort  zu 
mlat.  *ca>-cannum,  prov.  carcan,  afrz. 
charchan,  chercant,  frz.  carcan  'Hals- 
eisen' sein;  vgl.  G.  Meyer,  Etymologi- 
sches Wörterbuch  der  albanesischen 
Sprache.  Straßburg  1891.  S.  178. 

1097.  Tk.  karman: 

'Tasche'  [nicht  osm.];  hieraus  russ. 
karman  'dass.',  klruss.  karman  'dass.', 
poln.  (alt)  korman  'Kleiderdecke  gegen 
den  Regen',  weißruss.  kormannik  'Dieb'. 
—  [Nach  Bern  SlEtWb  490  soll  das  tk. 
Grundwort  selbst  aus  dem  Russischen 
entlehnt  sein,  doch  scheint  die  hier  an- 
gegebene Richtung  der  Entlehnung  ohne 
Schwierigkeit  möglich  zu  sein;  vgl. 
Mikl  SlEtWb  112  b.    Gorjajew  1.35.] 


1098.  Ar.  kam: 

'Horn';  hieraus  sp.  carne,  beim  Taba- 
spiele  [s.  hier  Nr.  1962]  die  Seite  des 
Knöchels,  die  etwas  konkav  ist  und 
ungefähr  die  Form  eines  lat.  S  hat. 
Dicc  Gast  475  b  [lautlich  mit  sp.  carne 
<^  lat.  carnem  'Fleisch'  zusammenfal- 
lend]. 

1099.  Hind.  karor: 

Geldbetrag  von  lOÖ  Lakhs  [s.  hier 
Nr.  1295],  also  10  Millionen;  hieraus 
angloind.  crore.  Eine  Crore  Rupien 
war  viele  Jahrzehnte  lang  der  genaue 
Gegenwert  einer  Million  Pfund  Sterling; 
engl,  a  crore  of  rupees.  [Hobson-Jobson 
276. 

1100.  Sskr.  karpfira: 

Ein  Baum,  Ginnamonum  Camphora,  aus 
Formosa  stammend;  schon  präkrit  mit 
Assimilation  kai)püra;  hieraus  ar.  käfür, 
Grundwort  für  die  europäischen  Ent- 
sprechungen: mlat.  camjjhora,  rum. 
camfora,  it.  (alt)  cafura,  (neu)  cänfora, 
frz.  caynphre,  sp.  pg.  cänfora,  alcanfor; 
ndl.  kamfer,  mhd.  gaffer  [ohne  ein- 
geschobenes m  oder  w!],  r\\i<Msch.  Kam- 
pfer, engl,  camphor;  luss.kamfora,  bulg. 
kamfora,  serb.  kamfor,  poln.  kamfora, 
kanfora,  t&ch.kafr.  [Vgl. ngr. Kaqpoupd.j 
[DE  84.  Eguilaz  131.  ML  4656.  Kluge 
224.  Gorjajew  130/131.  Bern  SlEtWb 468. 

1101.  Ar.  karräz: 

'Krug  mit  engem  Halse',  also  wohl  ge- 
eignet, das  Wasser  frisch  zu  halten 
[vielleicht  aus  dem  Pers.  JA  (8)  I,  545; 
Lammens  Faruk  961];  hieraus  mit  ar. 
Art.  sp.  pg.  alcarraza  'irdener  Krug, 
Wasserkühlgefäß'  [dass.  wie  albarrada, 
s.  hier  Nr.  249;  DE  86/87],  prov.  alca- 
razas,  frz.  alcarraza.  —  „Diese  werden 
von  Frauen  [sc.  Spaniens]  besonders  im 
Zustande  der  Schwangerschaft  gern  zer- 
brochen und  gegessen ;  der  Genuß  ihrer 
Scherben  soll  gleichzeitig  auch  die  Haut 
weiß  färben."  Dtsch.  Rundschau  für 
Geographie.  Wien-Leipzig.  XXVH,  126. 
[Eguilaz  133.  Devic  DEt  7.  Lammens 
Rem  7/8.    ML  4743. 

1102.  Sskr.  karsa: 

Ein  Silber-  oder  Goldgewicht  von  '/400 
Tulä;  über  tamul.  oder  konkani  käsu 
wurde  zunächst  pg.  caixa  'Münze  von 
3  Reis'  [Constancio  Dicc  204  c]  und 
hieraus  engl,  cash,  Bezeichnung  für  jede 
kleine  Münze  in  verschiedenen  Teilen 
Ostasiens;  in  China  ist  seit  mehr  als 
zwei  Jahrtausenden  der  runde,  mit  einer 
zentralen  viereckigen  Durchbohrung  ver- 
sehene Käsch  typisch.  Über  seine  Ge- 
schichte vgl.  MÜLLER  in  MSOS  XXH, 
ostasiat.  Abtlg.  S.  10  ff.  Hobson-Jobson 
167/168. 


[Ar.  karsana. 


1103.  Ar.  karsana: 

Name  einer  Pflanze,  entweder  'sciiwarze 
Wicke,  Vicia  sativa'  oder  'Erve,  Ervum'; 
hieraus  sp.  alcarcena  [=  yero  'dass.' 
Dice  Gast  111b;  DE  85]. 

1 104.  A.r  k3.rtfts  • 

Tapier'  [aus  gr.  xäpTti?  ZDMG  LI,  301] ; 
hieraus  pg.  cartaz  'Anschlag-,  Theater- 
zettel' [niclit  'Tüte',  wie  ML  1866  hat, 
dies  heißt  viehnehr  cartuxo],  mit  ar. 
Art.  sp.  alcatraz,  alcartaz  'Tüte'.  — 
DE  87.    Eguilaz  134. 

1105.  Ar.  ka's: 
[Wahrscheinlich  aus  aram.  käsä,  dazu 
vgl.  ass.  käsu  'Becher'  ZAkkFW  34] 
'Becher,  Kelcli,  Glas',  ebenso  pers.  käsä; 
hieraus  rum.  chisea  'Einmachglas'  und 
vielleicht  russ.  kosuha  'Becher'  [Gorjajew 
XXXIX]. 

1106.  Ar.  kas'a: 

'Großer  und  tiefer  Napf,  Speiseschüssel 
für  zwei  Personen',  vulg.  ausgesprochen 
kafat;  hieraus  siz.  cassala,  eine  Süfsig- 
keit,  deren  Hauptbestandteile  Butter- 
milch und  Sandkuchenteig  sind,  eine 
Spezialität  von  Palermo.  [GrSVociSic  232. 

1107.  Hebr.  käsaß: 

'Er  hat  abgeschnitten,  zerstückelt';  hier- 
aus gaunerdtsch.  Katzoff  [mit  anschei- 
neml  sla  vischer  Endung,  talsächlich  durch 
die  neuhebräische  Aussprache  des  aspi- 
rierten h  bewirkt],  Spottname  für  Flei- 
scher, Metzger.    [Ave-L  IV,  4.50. 

1108.  Ar.  kasaba: 

'Festung,  Zitadelle'  [vom  Vb.  kasaba, 
dass.  wie  hier  Nr.  1107;  eigentlich  also 
'das  von  der  Stadt  Abgeschnittene,  ab- 
seits Gelegene'];  hieraus  sp.  alcazaha, 
pg.  alcagova,  frz.  casbah,  casba,  casauba 
'dass.'  [bes.  in  Nordafrika,  z.  B.  die  be- 
rühmte Kasba  von  Tunis,  vgl.  Bädeker, 
Unteritalien.".  (1906)  S.  459];  angloind. 
cnsbah  'Hauptplatz  einer  pergunnah' 
[s.  hier  Nr.  1633].  [DE  90,  Devic  DEt 
87.    Lammens  Rem  79. 

1109.  Ar.  kasafa: 

'Mit  Geschrei  herumspringen':  von  die- 
sem Stamme  ar.  *knsaifa  'Ort  der  Aus- 
schweifung'; hieraus  mit  ar.  Art.  pg. 
alcoceifa  'Bordell;  Stadtteil,  wo  sich 
diese  befinden',  [mit  Abfall  der  letzten 
Silbe]  pg.  alcouce  'BordelP  [Constancio 
Dicc  46  c;  47  c]. 

1110.  Ar.  kasd: 

'Absicht';  hierzu  adverbialer  Akkusativ 
kasdan  'absichtlich',  ebenso  präpositio- 
naier  Ausdruck  'an  kasdin  'absicht- 
lich', tk.  kasden,  en  kasden;  hieraus 
bulg.  kästen,  enkasten,  enkast,  serb. 
käste,  kästen  'absichtlich'.  [Bern  SlEt 
Wh  492. 


1111.  Ar.  kasdir: 

'Zinn',  hieraus  gr.  KaoaiTepoi;  und  die 
slav.  Benennungen  des  Zinns:  bulg. 
kositro,  kositnn,  serb.  kositar,  kositer; 
auch  rum.  cositoriü  (Walachei).  [Bern 
SlEtWb  581. 

1112.  Hebr.  käser: 

'Gerade,  recht  sein',  hierzu  part.  praes. 
act.  köser  'rein,  gerade',  jüd.-dtsch. 
koscher  'rein'  gemäß  den  Speisegesetzen, 
aber  auch  fig.,  z.  B.  'das  ist  nit  so  ganz 
koscher''  =  'da  steckt  etwas  dahinter, 
das  ist  nicht  ganz  richtig  und  ehrlich'; 
ndl.  koscher,  kauscher;  poln.  koszer(ny) 
'rein',  Vb.A-osseroj^'ac 'reinigen,  waschen'. 

1113.  Hebr.  käsiu : 

'Richter,  Führer'  [wurzelverwandt  mit 
ar.  kädi,  s.  hier  Nr.  984],  in  moderner 
Aussprache  közin  'reicher  Mann';  hier- 
aus jüd.-dtsch.  'ein  dicker,  fetter  Koze', 
in  Berlin :  so'n  Jroßkoz  'einer,  der  sich 
viel  auf  sein  Geld  einbildet'. 

.1114.  Ar.  kasis: 
'Christlicher  Priester'  [wie  der  Begriff 
aus  dem  syr.  kasisa] ;  hieraus  pg.  caciz 
'dass.'  [Constancio  Dicc  201a;  DE  244]. 

1115.  Tk.  kaskawal: 

'Eine  Art  Käse'  [Kelekian  Kämüs  928b; 
wohl  aus  it.  caccio  cavallo];  hieraus  rum. 
ca§caval  'Quarkkäse'. 

1116.  Sskr.  käsmiras: 

Kasmir  ist  eine  Stadt  und  ein  größeres 
Gebiet  im  nordwestlichen  Indien,  wo 
Schals  in  vorzüghcher  Qualität  her- 
gestellt wurden.  Hieraus  engl,  cashmere, 
ndl.  cachemir,  dtsch.  Kaschmir  (früher 
Kasimir);  it.  casimiro,  sp.  casimiro,  pg. 
Casimir a,  frz.  cachemire;  russ.  kazmir, 
kasemir,  poln.  kazmirek,  cech.  kazimir. 
[Bern  SlEtWb  496. 

1117.  Ar.  kasr: 

'Schloß,  Burg'  [aus  lat.  Castrum,  gr. 
Kdaxpov  ZDMG  LI,  316];  hieraus  mit 
ar.  Art.  sp.  pg.  alcäznr  'dass.,  Kastell'; 
pg.  cagarete  'Teil  des  Zugnetzes  mit 
Sack'(?);  it.  cdssero  'kleines  Schloß',  siz. 
cässaru  'Hauptstraße'.  [In  Palermo  und 
in  anderen  Städten  nennt  das  Volk  den 
Hauptkorso  so].  [DE  90.  Eguilaz  135. 
ML  6895.  ZfromPh  XXV,  503.  GrS 
VociSic  232. 

1118.  Ar.  kassäb : 

'Metzger'  [vom  Vb.  kasaba  'schneiden', 
s.  hier  Nr.  1108],  ebenso  tk.;  hieraus 
rum.  casap  'dass.',  casapie  'Metzgerei', 
bulg.  kasap,  kasapiii,  kasab  'Metzger', 
serb.  kasap,  kasapin  'dass.',  bulg.  serb. 
kasapnica  'Schlachtbank'.  [Bern  SlEt 
Wb  492. 

1119.  Mal.  kasuwäri: 

[Pijn  143:  soewa7-i]  'Ein  großer  strauß- 
ähnlicher VogeP,    Casuarius  galeatus, 


Tk.  kasyk.] 


90 


der  auf  den  Inseln  Ozeaniens  heimisch 
ist.  Das  Wort  ist  in  alle  europäischen 
Sprachen  übergegangen:  engl. cassowari/, 
schwed.  dän.  kasiiar,  ndl.  casnaris,  ka- 
suaris,  dtsch.  Kasuar  (früher  Kossebares) ; 
sp.  casoar,  casiiel,  pg.  casicar,  it.  casua- 
rio,  frz.  casoar;  russ.  kazuaru.  —  Wegen 
der  Ähnlichkeit  seiner  Blätter  mit  den 
Federn  des  Kasuars  heifst  ein  im  ma- 
layischen  Archipel  wachsender  Baum 
schon  mal.  pöhon  kasuwärl  'Kasuar- 
baum', ebenso  lat.  Casuarina  L.,  engl. 
casuarina.  frz.  casuarine.  [Devic  DEt 
88.    MMM  14.    JAOS  XVII,  125/128. 

1120.  Tk.  kasyk: 

'LöfleP  [vom  Stamme  kas  'reiben,  schar- 
ren, graben'  Vämbery  TktEtWb  S.  20, 
Nr.  22 II];  hieraus  serb.  kasika  'dass., 
Holzlöffel'. 

1121.  Tk.  kat: 

'Lage,  Stockwerk'  [vom  Stamme  kat 
'anreihen,  hinzufügen'  Vämbery  TktEt 
Wb  S.  85,  Nr.  88];  hieraus  rum.  cat 
'Stockwerk',  vielleicht  aitä  'Falte';  bulg. 
serb.  kat  'Stockwerk'. 

1122.  Ar.  katäm: 

'Habicht';  hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  alco- 
tän  'Lerchenfalke,  Falco  subbuteo  L.' 
[Dicc  Gast  113  b;  DE  94]. 

1123.  Pers.  käthudä: 

Tk.  Schreibung  für  kädhudä  'Ortsvor- 
steher' [aus  pers.  käd  'Haus'  Horn  Np 
Et  S.  188,  Nr.  844  und  hudä  'Herr',  s. 
hier  Nr.  876],  tk.  Aussprache  kjaja,  ke- 
haja  'dass.';  hieraus  lum.  chihaiü  'dass.'. 

1124.  Ar.  kati'a: 

'Herde' ;  hieraus  mit  ar.  Art.  pg.  alcatda 
'Meute  (Hunde),  Rudel  (Wölfe),  Schar 
(Spitzbuben)',  auch  alcateia  [Constancio 
Dicc  45  c;  DE  87]. 

1125.  Ar.  katifa: 

'Samt,  Teppich',  tk.  kadife;  hieraus 
bulg.  kadife,  serb.  kadifa  'Samt,  Plüsch'; 
rum.  catifea,  cafifehtjä  'Samt',  mit  ar. 
Art.  sp.  alcatifa,  pg.  aJcatif,  alcatifa 
'Teppich';  hieraus  angloind,  alcatif'lang- 
haariger  Teppich'.  —  Ar.  plr.  kata'if 
'Nußkonfekt,  Nudeln',  ebenso  tk.  kada'if 
'verschiedene  süße  Speisen  in  Nudel- 
oder Scheibenform'  [über  deren  ver- 
schiedene Arten  s.  SEIF  in  MO  XVII, 
142];  hieraus  rum.  cataif,  carfat/" 'Mehl- 
kuchen [mit  Fadennudeln  und  Rahm]'. 
[DE  88.  Eguilaz  135.  ML  4683.  Bern 
SlEtWb  466.    Hobson-Jobson  11. 

1126.  Hebr.  kätön: 

'Klein' ;  dieses  Wort  kommt  in  dem 
ndl.  Ausdruck  houd  je  maar  katoen 
'halte  dich  mal  ruhig  oder  stille!'  vor. 

1227.  Ar.  katrä: 
'Stück  (Fleisch,  Fisch  oder  ähnl.)' ;  hier- 
aus mit  ar.  Art.  pg.  alcatra  'Hinterviertel 


eines  Ochsen'.  Ar.  plr.  katrät;  hieraus 
pg.  alcatraie  'Kielpflock  (ein  Teil  des 
Kiels  am  Schiffe)'  [Constancio  Dicc  45c; 
DE  88/89]. 

1128.  Ar.  katrä  : 

'Teer'  [vom  Vb.  katara  'tropfenweise 
fließen',  vgl.  dazu  aram.  'atränä  'Teer' 
<  ass.  etränu  'dass.'  ZAkkFW  60] ;  hier- 
aus z.  T.  über  tk.  katran  'dass.':  rum. 
catran  'Teer,  Gift  und  Galle',  cäträni 
'teeren',  it.  catrame  'Schiffsteer',  afrz. 
cotran,  nfrz.  guitran,  goudi-on,  prov. 
catran,  sp.  alqtiiträn,  pg.  alcaträo  'Schiffs- 
teer'; bulg.  serb.  katran,  serb.  katram 
'Schiffspech',  russ.  katran  'Erdpech'. 
[DE  186.  Eguilaz  251.  ML  6902.  Bern 
SlEtWb  494. 

1129.  Zigeuu.  katsTiua: 
'Wirtshaus,  Schenke'  [Fink,  Lehrbuch 
des  Dialekts  der  dtsch.  Zigeuner.  Mar- 
burg 1903.  Glossar  s.  v.  Vgl.  auch 
Jesina,  Romäüi  Gib.  ^.  Leipzig  1886. 
S.  84  b:  Iröma  <  öech.,  s.  MSISI  278] ; 
hieraus  gaunerdtsch.  Kaschemme  'ge- 
wöhnliche Kneipe',  katschänme  [Ave-L 
IV,  554]. 

1130.  Ar.  kattära: 
'Destillierkolben'  [vom  Vb.  kattara 
'destillieren',  II.  Form  von  katara  s.  hier 
Nr.  1128];  hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  alqui- 
tara  'Destilliergefäß'  [=  alatnbiqne,  s.  hier 
Nr.  79.    Dicc  Gast  137  a.    DE  186]. 

1131.  Tk.  katyr: 

'Maultier';  hieraus  rum.  cat'ir  'dass.', 
catirä  'Mauleselin';  bulg.  katzr,  serb. 
katura,  russ.  (dial.)  katjer  'Maultier'. 
[Sain48.  Gorjajewl36.  Bern  SlEtWb  495. 

1132.  Ar.  kaukab: 

'Stern',  eigentlich  k.  simäli  'Nordstern', 
d.  h.  Polarstern.  Der  Name  wurde  durch 
Verwechselung  auf  den  Stern  ß  über- 
tragen, der  jetzt  Kochab  heißt.  [Ideler 
Stern  n  14. 

1133.  Hind.  kauri: 

Od.  kaiidl  [aus  sskr.  kaparda]  'eine 
kleine  weiße  Muschel  Cypraea  moneta', 
die  in  einem  großen  Teil  Asiens  und 
Afrikas  als  Geld  in  Umlauf  ist.  Ihr 
Wert  ist  Schwankungen  unterworfen, 
z.  B.  werden  bei  den  Haussa  11  bis  18, 
an  der  Togoküste  40  und  an  der  Gold- 
küste 20  Stück  gleich  einem  Pfennige 
gerechnet  [vgl.  Globus  LXIX,  374  Anm.  2]. 
Hieraus  engl.cowry,  dtsch.  Kaurimuschel, 
frz.  cauris,  sp.  cauris,  pg.  cauril,  caiirim, 
coril  [Constancio  Dicc  237  c].  [Hobson- 
Jobson  269/271.  John  E.  Hertz,  Über 
Verwendung  und  Verbreitung  der  Kau- 
rimuschel. In  Mitteilungen  der  Geo- 
graphischen Gesellschaft  in  Hamburg 
1880/81. 


91 


[Tk.  kawaV. 


1134.  Tk.  kawak: 

'Pappel'  [vom  Stamme  kab,  kav  'auf- 
stehen, aufheben,  gewölbt,  stolz'  Väm- 
b6ry  TktEtWb  S.  64,  Nr.  71  I];  hieraus 
bulg.  kawak  'dass.',  ditv  kawak  'Espe', 
lioln.kawak 'it.Fappel'.  [Bern  SlEtWb 495. 

1135.  Tk.  kawal: 

'Flöte';  hieraus  rum.  caval  'Schalmei, 
Hirtenflöte',  bulg.  kawal  'dass'.,  serb. 
kawal  'kurze  Flinte,  Stutzen'  [sicherlich 
unter  Einwirkung  von  Kavallerie,  Ka- 
vallerist entstanden,  da  diese  Karabiner 
tragen].    [Bern  SlEtVVb  495. 

1136.  Tk.  kawata: 

'Rundes,  hohles  Holzgefäfs'  [aus  frz.  cu- 
vette];  hieraus  rum.  covatä,  covafä,  co- 
bejä  'Backtrog,  Backmulde'. 

1137.  Tk.  kawuk: 

'Mütze'  [vom  Stamme  kah,  kaw  'an- 
schwellen, hohl'  Vämbery  TktEtWb  S.65, 
Nr.  71  I];  hieraus  rum.  cauc  'Mütze, 
Samthut',  caucgiü  'Hut-  und  Mützen- 
fabrikant'. 

1138.  Tk.  kawun: 

'Melone'  [vom  gleichen  Stamme  wie 
Nr.  1 137];  hieraus  klruss.  kavun  'Wasser- 
melone', Y>o\n.  kau'on,  ßech.  kavon  'dass.'. 
[Bern  SlElWb  495.    Gorjajew  126. 

1139.  Ar.  kaTvwäd: 

'Zuhälter,  Kuppler'  [vom  Vb.  käda  'füh- 
ren' s.  hier  Nr.  1006,  II.  Form  kawwada 
'zuführen'];  hieraus  prov.  alcaot,  alcavot, 
arcabot,  kat.  alcabot,  arcabot,  sp.  alca- 
huete,  pg.  alcoveto,  alcoviteiro  'Kuppler, 
Bordellwirt',  pg.  alcayote  [Constancio 
Dicc  46  a]  'dass.',  Vb.  sp.  alcahuetar, 
pg.  alcovitar,  alcayotar  'verkuppeln'. 
[DE  79.  Eguilaz  126.  ML  6903  (wo 
qawwadKvL^'p&\Q  \  irrtümlich  stellt;  schon 
Körting  s.  v.  al-kanväd  hat  richtig 
'Kuppler').]  Christoph  Gebhardt,  Das 
arabische  Etymon  einiger  romanischer 
Wörter.  Progr.  Gymn.  Greiz  1912.  S.9/10. 

1140.  Tk.  kawwas: 

'Türhüter,  Diener  der  Gesandtschaften 
in  der  Türkei'  [vom  ar.  kaus  'Bogen', 
Berufsnamen  kawwäs  eigentlich  'Bogen- 
schütze'] ;  hieraus  bulg.  sei'b.  kawaz,  bulg. 
kavazin  'Polizeidiener;  dtsch.  Kaimß, 
frz.  cavasse  'Konsulatswächter'. 

1141.  Mal.  käyulängit: 

'Ein  Schatten  spendender  Baum,  Ailantus 
glandulosa  Desf.'  [aus  mal.  käyu  'Baum' 
Pijn  173  und  längit  'Himmel,  Firma- 
ment, Baldachin'  Pijn  203];  hieraus 
unter  Abfall  des  anlautenden  k  [vgl. 
hier  Nr.  1063]  der  botanische  Name, 
engl,  ailantus,  ailanthus,  frz.  ailante 
oder  langit,  ailanthe  [in  europäischen, 
bes.  französischen  und  deutschen,  sowie 
amerikanischen  Städten  als  Schattenbaum 
häufig  gepflanzt].  [JAOS  XVII,  105/180. 


1142.  3IaI.  käyupfitih: 

Ein  Strauch  aus  der  Familie  der  Myr- 
taceen,  Melaleuca  leucadendron  [auch 
schon  mal.  'weißer  Baum',  da  er  wie 
die  Birke  weiße  Rinde  zeigt] ;  aus  seinen 
Blättern  und  Zweigen  zieht  man  durch 
Destillation  ein  flüchtiges  Öl  von  durch- 
dringendem Gerüche:  frz.  htiile  de  caje- 
piit,  auch  kurz  cajeput,  pg.  cajeput,  engl. 
cajeput,  cajuput  'Kajeputöl'.  Es  wird 
in  der  Medizin  gegen  Wechselfieber  und 
in  der  Industrie  zur  Herstellung  von 
Firnis  gebraucht.  [MMM  9.  Devic  DEt 
76.    JAOS  XVII,  120/123. 

1143.  Tk.  kazak: 
'Landstreicher,  Vagabund,  Nomade'  [in 
diesem  Sinne  veraltet,  vom  Stamme  kaz 
'umherirren'  Vambery  TktEtWb  S.  22, 
Nr.  23 ;  jetzt  nur  noch  in  weicher  Form 
gezmek  'spazieren  gehen'] ;  hieraus  russ. 
kazak,  kozak,  bulg.  kazak,  poln.  kosak, 
dtsch.  Kosak,  Bezeichnung  für  die  süd- 
russischen Steppen-  und  Reitervölker; 
engl,  cossack,  angloind.  mit  der  Bedeu- 
tung 'Freibeuter,  plündernder  Reiter', 
rum.  cazac  'Kosak',  cazachiu  'russ. 
Weinhändler,  Kosakenmütze'.  Hieraus 
auch  die  Kleidernamen:  russ.  kazakin 
'Art  Halbrock',  öech.  hazuka  'Mönchs- 
kutte, Oberkleid,  Decke',  poln.  hazuka 
'Frauengewand';  mhd. kasugele,  kusuckel 
'Mefjgewand',  kasacke  'kurzer  Reiserock', 
nhd.  Ä'rtsacfcCjacke  in  der  Damenmode), 
engl,  cassock  'langer  Priesterrock,  Sou- 
tane'; nlat.  cazaca,  it.  casacca,  hz.casa- 
qne,  sp.  pg.  casaca  'lange  Überjacke'. 
[Gorjajew  127.  Bern  SlEtWb  377  und 
496.    Hobson-Jobson  262. 

1144.  Tk.  kazau: 

'Kessel'  [vom  Stamme  kas,  km  'reiben, 
scharren,  graben'  Vamberv  TktEtWb 
S.  20,  Nr.  22  II;  eigentlich  'Vertiefung']; 
hieraus  russ.  kazan  'dass.,  bes.  Brannt- 
weinkessel', klruss.  bulg.  serb.  poln.  (dial.) 
kazan  'Kessel,  Bassin'.  Auch  die  russ. 
Stadt  Kasan  a.  d.  Wolga  hat  ihren  Na- 
men wegen  ihrer  Lage  hierher.  Rum. 
cazan  'Kochkessel',  cäzänärie. 

1145.  Tk.  kazma: 

'Hacke'  [vom  gleichen  Stamme  wie  hier 
Nr.  1144];  hieraus  rum.  cazma  'Spaten, 
Doppelhacke'. 

1146.  Tk.  kazyk: 

'Pfahl'  [Kelfekian  Kämüs  927,  vom  glei- 
chen Stamme  wie  Nr.  1144  und  1145, 
vgl.  öag.  kazik,  kazuk  'Pflock',  eigentlich 
'das  Eingegrabene'] ;  hieraus  bulg.  Ä;azU', 
serb.  kaziik  'Pfahl'.   [Bern  SlEtWb  496. 

1147.  Ar.  kazz: 

'Robseide,  Flockseide'  [aus  pers.  käz, 
gäz  ZDMG  L,  640];  hieraus  sp.  gasa 
'durchsichtiges  feines  Leinen-  od.  Seiden- 


Tk.  keCe.] 


92 


gewebe',  frz.  gaze,  dtsch.  Gaze  'dass.', 
rum.  hasa  [über  das  Tk.]  'Kaliko'.  — 
[Die  ältere  Etymologie,  s.  hier  Nr.  702, 
so  auch  noch  ML  3710].  —  MWiD  94. 

114S.  Tk.  kece: 
Tilz,  Teppich'  [Kölekian  Kämüs  1015] ; 
hieraus  serb.  ceca  Tilz',  keca  'wollenes 
Obergewand  der  Berghirten  zum  Schutze 
gegen  Regen',  poln.  (dial.)  kieca,  kiecz 
'Frauengewand,  Soldatenmantel'  [wohl 
über  uug.  kecse  'Art  Mantel']  und  an- 
dere Ableitungen.    [Bern  SlEtWb  498. 

1149.  Hebr.  k^d^ui: 

'Osten' ;  hieraus  gr.  Kabjuia,  Kobiaei'a  zur 
Bezeichnung  des  Zinkerzes  [vgl.  Edmun- 
dus  Ries,  Quae  res  et  vocabula  a  gentis 
semiticis  in  Graeciam  pervenerint,  quae- 
stiones  selectae.  Vratislaviae  1890.  S.  6]; 
mit  Wechsel  von  d  zu  l  [wie  gr.  äbd- 
|naq  >  ar.  almäs  ZDMG  LI,  295;  gr. 
bciKpu  >  lat.  lacrima;  lat.  Elisabeth  > 
sp.  Ysabel]  mlat.  calamina;  Grundwort 
zu  it.  calaminaria  'kieselhaltiges  Zinkerz', 
afrz.  chalemme,  nfrz.  calamine,  it.  gella- 
mina,  sp.  pg.  calamina;  engl,  calaniin, 
mhd.  kalemine,  dtsch.  Galmei  'Kiesel- 
zinkspat'. [Romania  XXXIII,  605; 
XXXVIII,  371.    ML  1453. 

1150.  Syr.  kefal: 

'Aufdecken,  abdecken,  ziehen';  hieraus 
wohl  mit  Anlehnung  an  niederdtsch. 
fillen  'das  Fell  abziehen'  [von  vel  'Fell'] 
gaunerdtsch.  Kafiller  'Schinder'.  [Seiler 
DKiL  IV,  490. 

1152.  Tk.  kel: 

'Kahl;  Flechte,  Grind'  [vom  Stamme  il 
'glänzen,  strahlen'  Vämbery  TktEtWb 
S.  119,  Nr.  126  All];  hieraus  bulg.  kel 
'Grind,  Räude',  serb.  cela  'Glatze,  Kahl- 
kopf; rum.  chel  'kahl',  chelie  'Glatze, 
Kahlköpfigkeit'  [wegen  chelbas  s.  hier 
Nr.  1023].    [Bern  SlEtWb  499. 

1153.  MaL  kelädi: 

'Eine  Art  Aronstab  mit  eßbarer  Wurzel, 
Colocasia  Vera'  [Pijn  179  a];  hieraus  der 
botanische  Name  lat.  caladium,  engl. 
caladiiim,  frz.  caladion,  sp.  caladio 
'Pflanze,  die  in  den  feuchten  Land- 
strichen Südamerikas  wächst'  [Dicc  Gast 
418  c].    [Devic  DEt  77. 

1154.  Hebr.  kelaf: 

'Rinde,  Schale',  hieraus  [oder  aus  dem 
plr.  kelaf ö^]  schon  im  Rotwelsch  des  XV. 
und  XIV.  Jahrhunderts  klaffot  'Kleid'; 
jetzt  gaunerdtsch.  Kluft  'Anzug',  auch 
in  der  Studentensprache  und  dial.  weit 
verbreitet.  [Kluge  246  s.  v.  Kluft  2. 
Ave-L  IV,  556. 

1155.  Mal.  kelenibak: 

'Ein  Baum  Ostindiens  mit  wohlriechen- 
dem Holze,  Aquilaria'  [Pijn  180  u.  201]; 
hieraus  frz.  calambac,  calambart.  Über 


tk.  kalembek  [Kelekian  Kämüs  969,  wo 
der  Name  auf  die  Bezeichnung  einer 
Insel  des  ind.  Archipels  zurückgeführt 
wird]  ergibt  sich  rum.  calembec  'dass.'. 
Der  Baum  heißt  auch  frz.  garo  [aus  mal. 
gahäru  oder  gärü],  hieraus  vielleicht 
frz.  garou  'Rinde  einer  Art  Lorbeerbaums, 
Daphne  gnidium,  rispiger  Seidelbast', 
die  man  als  blasenziehendes  Mittel  ver- 
wendet [andere  Ableitung  aus  mlat. 
tvargus].    [Devic  DEt  77. 

1156.  Tk.  kelepir: 

'Zu  billigem  Preise  gekauft'  [Kelekian 
Kämüs  1033  a;  ursprünglich  kelebir 
'Finderlohn'  <  cag.  telebir,  tülebir  'dass.' 
vom  Stamme  töl,  tül  'entgegen,  Ersatz, 
Lösegeld'  Vämbery  TktEtVVb  S.  187, 
Nr.  200];  hieraus  rum.  chilipir  'Gelegen- 
heitskauf, chilipirgiü  'Glücksritter'. 

1157.  ig:,  kenii: 

Od.  klmt,  kopt.  kemi  'schwarz'  war  die 
Bezeichnung  des  Landes  Ägypten  [dar- 
aus auch  der  Name  des  dritten  Nach- 
kommen Noas,  Harn  'der  Schwarze', 
hebr.  allerdings  in  'der  Heiße'  umge- 
deutet] ;  hieraus  entstand  ar.  ktmija' 
zunächst  zur  Bezeichnung  des  'Steins 
der  Weisen'  [also  im  Sinne  von  ikslr, 
s.  hier  Nr.  903,  gebraucht,  vgl.  GILDE- 
MEISTER in  ZDMG  XXX,  534/538], 
dann  'Scheidekunst,  Chemie'.  Aus  dem 
Ar.  kommt:  it.  alchimia  'Goldmacher- 
kunst' [fast  synonym  zu  inganno  'Be- 
trug'], alchimia  'ein  aus  Messing,  Kupfer 
und  Erz  zusammengesetztes  Metall', 
modern  chimica,  arte  chimica  'Chemie', 
frz.  alnhimie,  chimie,  sp.  pg.  alqtdmia; 
dtsch.  Alchimie  [für  Alchimisterei  heißt 
es  bei  Schuppius  zur  Verspottung  dieser 
Afterwissenschaft  ungemein  treffend : 
'Allkühmisterei',  vgl.  Andresen  DVE  34], 
Chemie,  ndl.  alchimie,  engl,  alchemy,  al- 
chimij,  Vb.  to  alchemise,  chimistry.  — 
[Die  ar.  Lexikographen  leiten  ar.  kimija' 
vom  Vb.  kamä  'verbergen'  ab,  also  im 
Sinne  von  'verborgener  Kunst'.]  [POTT 
in  ZDMG  XXX,  6/20.  Mahn  EtUnt  81/85. 
Devic  DEt  7.    Kluge  10. 

1158.  Tk.  kep  : 

'Form,  Figur'  [nicht  osm.  Vämbery  Tkt 
EtWb  S.  95,  Nr.  101,  nur  altosm.  gib 
'Ebenbild,  Bild,  Ähnlichkeit',  Vämbery 
Altosmanische  Studien  169,  und  jaku- 
tisch, ujgurisch,  mongolisch,  ung.  usw., 
s.  Gombocz,  Die  bulg.-tk.  Lehnwörter  in 
der  ung.  Sprache.  In  Memoires  de  la 
Societe  Finno-Ougrienne  XXX,  93 f.]; 
hieraus  altsl.  kjäp  'Bild',  serb.  kip  'Zei- 
chen, Figur',  poln.  kep  'dass.',  russ.  ka- 
pisce 'Götzentempel' ;  rum.  capi§te  'dass.'. 
[Gorjajew  132.  Bern  SlEtWb  486. 
WuS  143/144. 


93 


[Tk.  kepeneg. 


1159.  Tk.  kepeneg: 

'Regenmantel,  Kapuze'  [fehlt  bei  Kele- 
kian  Kämas,  aber  bei  A.  Hindoglu,  Dic- 
tionnaire  Turc-Franqais.  Vienne  1838. 
S.  383  b;  vom  Stamme  kap,  kep  'zu- 
decken, verhüllen,  Kleid'  Vämbery  Tkt 
EtWb  S.  77,  Nr.  811];  hieraus  rum. 
chepeneag  'Mantel' ;  bulg.  kepeneg  'dass.', 
russ.  kobenjak  'Kapuze,  Tasche,  Sack', 
klruss.  kepenak,  kepen  'ung.  Rock',  serb. 
kepen  'Mantel',  poln.  kopeniak  'ärmel- 
loser Mantel';  dtsch.  Köpernick  'Art 
Hemd'  [bayr.  Dial.  Gebenek],  [Bern 
SlEtWb  500. 

1160.  Tk.  kepeng: 

'Innerer  Fensterladen'  [K61ekian  Kämüs 
1010  b;  vom  gleichen  Stamme  wie  Nr. 
1159];  hieraus  rum.  chepeng  'Falltür'. 

1161.  Mal.  keramunting: 

'Ein  Baum,  dessen  rotschwarze,  runde 
und  süße  Früchte  gegessen  werden: 
Adhatoda',  eine  Akanthacee  [Pijn  177]; 
hieraus  frz.  carmantine,  carmentine  [auch 
noyer  des  Indes,  n.  du  Ceylan  genannt], 
Adhatoda  vasica  Nees.  (Justicia  Adha- 
toda L.);  der  Strauch  wird  zu  Hecken 
und  zur  Maskierung  von  Mauern  ver- 
wandt.   [Devic  DEt  86. 

1162.  Tk.  kereste: 

'Bauholz'  [Kölekian  Kämtis  1020  b]; 
hieraus  rum.  cherestea  'dass.,  Gebälk', 
cherestegiü  'Holzhändler'. 

1163.  Mal.  kens: 

'Eine  Art  Dolch'  [Pijn  177],  dessen 
Schneide  etwa  10  bis  15  Zoll  lang,  am 
Griffe  breit  ist  und  spitz  ausläuft;  der 
Kris  ist  zweischneidig,  entweder  grade 
oder  mehrfach  gekrümmt  und  manch- 
mal vergiftet;  sein  Griff  ist  aus  feinem 
Holze  oder  Knochen  gemacht  und  ge- 
wöhnlich geschnitzt,  z.  B.  als  Schlangen- 
kopf; die  Malayen  tragen  ihn  an  der 
rechten  Hüfte.  Das  Wort  ist  in  die 
meisten  europäischen  Sprachen  überge- 
gangen: ndl.  kris,  kirris  'Schwert', 
angloind.  crease,  cris,  engl,  creese,  Vb. 
to  crease 'erdolchen',  dtsch.  X?7s,schwed. 
kris;  sp.  pg.  cris  [z.  B.  Camoes  Os  Lu- 
siadas  X,  44,  Vers  6],  pg.  crisada,  cri- 
zada  'Stich  mit  dem  Kris'  [Constancio 
Dicc  331  c],  frz.  kriss,  criss.  [MMM  30. 
Hobson-Jobson  274/275.  JAOS  XVIII, 
67/70. 

1164.  Tk.  kertik: 

'Einschnitt'  [Kelekian  Kämüs  1019b; 
vom  Stamme  kir,  ker  'hineingehen, 
hineinpassen',  Kausativ  kert-,  Vämbery 
TktEtWb  S.  100,  Nr.  108];  hieraus  rum. 
chertic  'Einschnitt,  Kerbe'. 

1165.  Hebr.  kerüß: 

Plr.  kerü^im,  Bezeichnung  von  Engeln 
mit  flammenden  Schwertern  [nach  König 


HWB  188  a  von  einem  Stamme  *karuha, 
parallel  dem  ar.  karuma  'edelmütig  sein', 
also  'Glanzerscheinung'  als  Repräsentant 
undVermittler  derWeltgegenwart  Gottes] ; 
in  alle  europäischen  Sprachen  überge- 
gangen: engl.  Cherub  'Engel,  hübsches 
Kind'  [plr.  in  der  letzteren  Bedeutung: 
Cherubs],  dtsch.  Cherub,  Cherubin;  frz. 
cherubin;  russ.  heruwim. 

1166.  Hebr.  kesil: 

'Dumm,  töricht'  [ursprünglich  'dick, 
fett'].  Als  Teekessel  ist  das  Wort  in 
der  dtsch.  Studentensprache  gebräuch- 
lich; im  XVIII.  Jahrhundert  hießen  in 
Halle  die  dem  eigentlichen  Burschen- 
leben fernbleibenden  Studenten  Mucker 
oder  Teekessel  [Kluge,  Studentensprache 
10],  als  Schülerausdruck  für  Lehrer  ist 
Kessel  noch  heute  verbreitet,  bes.  in  der 
Provinz  Sachsen  [ZfdWf  I,  44];  vielleicht 
hängt  auch  der  Name  Teekessel  für  ein 
Ratespiel  hiermit  zusammen.  —  Die 
Bedeutung  'Teekessel'  =  'fade,  weich- 
lich' ist  wahrscheinlich  in  Anlehnung 
an  das  Schimpfwort  'Teigesel'  entstanden. 
[GÖTZE  iu  ZfdWf  VHI,  101/102. 

1167.  Tk.  keskek: 

'Grütze,  die  mit  in  Stücken  geschnittenem 
Fleisch  gekocht  ist'  [Kelekian  Kämüs 
1029  a] ;  hieraus  rum.  che^chet  'Art  Suppe'. 

1168.  Hebr.  ke&Ißä: 

Aram.  Partizipialform  des  Vbs.  käba^ 
'schreiben',  also  'Geschriebenes',  in  jüd. 
Aussprache  keslwö  und  mit  dtsch.  En- 
dung gaunerdtsch.  Kassiber  'heimliche 
Mitteilung  eines  Gefangenen  an  die 
Außenwelt  oder  umgekehrt'. 

1169.  Hind.  khoprä: 

[Verwandt  mit  khapnä  'trocknen'] ;  hier- 
aus malayälam  koppara,  angloind.  cop- 
rali  'der  getrocknete  Kern  der  Kokos- 
nuß', dtsch.  Kopra.  —  [Ableitung  aus 
sskr.  kharpara  'Schädel'  ist  weniger 
gut.]    [Hobson-Jobson  253/254. 

1170.  Chili,  kiän-kien: 

Soll  nach  Jacob  EMA  97  Grundwort 
für  dtsch.  Kokon  'Seidein-aupengespinst', 
engl,  cocoon,  frz.  cocon  sein.  —  [Gewöhn- 
lich auf  frz.  coque  <^  lat.  concha  zurück- 
geführt] 

1171.  Ar.  kibrit: 

'Schwefel'  [Fremdwort  aus  dem  aram. 
kehribä  <^  ass.  kuprltu  'Schwefel',  dieses 
möglicherweise  aus  kupru,  s.  hier  Nr.  727, 
vgl.  ZAkkF W  60] ;  hieraus  mit  ar.  Art. 
sp.  alcrebite  'dass.';  in  der  Bedeutung 
'Schwefel-,  Streichhölzchen'  tk.  kibrit; 
hieraus  rum.  chibrit  'dass.',  chibritelnifa. 
—  DE  95. 

1172.  Ar.  kifäl: 

Name  einer  Vene  [möglicherweise  ein 
Fremdwort,  aber  jedenfalls  nicht  aus 


Ar.  kijät'a.] 


94 


gr.  K€9a\iKr|  von  KcqpaXr)  'Kopf,  da 
dieses  Wort  bei  gr.  Autoren  in  anato- 
mischem Sinne  nicht  vorkommt] ;  hier- 
aus wurde  von  den  schreibenden 
Analomen  des  MA  Vena  cephalica  ge- 
macht, was  um  so  näher  lag,  als  bei 
Kopf  leiden  aus  dieser  Ader  Blut  gelassen 
wurde.    [HArHebrAn  96/98. 

1173.  Ar.  kijäfa: 

Ebenso  tk.  kijafet  'Kleidung,  Gewand, 
Tracht'  [eigentlich  'das  Wie,  die  Wie- 
heit'  aus  kaif  'wie',  s.  hier  Nr.  1007]; 
iiieraus  rum.  caifet  'Gestalt,  Kleidung'. 

1174.  Ar.  kijäs: 

'JMali'  [vom  V'b.  käsa  'messen'];  hieraus 
mit  ar.  Art.  sp.  alqiiez  'Weinmaß  von 
12  cäntaras'  [Dicc  Gast  136  c],  pg.  al- 
quies  'Maf3  der  Gerber,  ein  Stock,  mit 
dem  sie  die  zu  verkaufende  Sohle  ab- 
messen' [Constancio  Dicc  59  b].  —  DE  185. 

1174  a.  Ar.  kil: 
Od.  ^-«17  'Maß',  bes.  für  Getreide  [vom 
Vb.  käla  'messen'],  tk.  ebenso  kile;  hier- 
aus rum.  chilä  'Getreidemaß',  in  der 
Walachei  680  1,  in  der  Moldau  430  1. 
Aus  dem  Ar.  unmittelbar  mit  ar.  Art. 
und  Wechsel  der  Liquiden  l  r  wurde 
pg.  alqueire  'Getreidemaß',  Ve  ^^^^ 
^l^^moto  [Constancio  Dicc  59a].  —  DE  184. 

1175.  Tk.  kil: 

'Ton'  [aus  pers.  gil  'Schmutz,  Lehm' 
Horn  NpEt  S.  207,  Nr.  927  bis] ;  tk.  kil 
evmeni  'fetthaltige  Tonerde'  [pharma- 
zeutisch benutzt:  Bolus  armeniaca] ;  hier- 
aus rum.  chilermenea  'dass.'. 

1176.  Tk.  kilim: 

'Teppich';  hieraus  rum.  chilim  'dass.'; 
bulg.  kilim,  kelim,  serb.  kilim,  cilim, 
poln.  kilim,  klruss.  kilim  'Teppich',  russ. 
kilim,  kelim  'zu  Hause  gewebter  Teppich' ; 
dtsch.  Kelim  'teppichartiger  Vorhang, 
Tischdecke'.  [Gorjajew  140.  BernSlEtWb 
503/504. 

1177.  Jap.  kimono: 

'Gewand',  das  durch  einen  breiten  Gür- 
tel, obi,  zusammengehalten  wird  und 
das  in  Japan  Damen  und  Herren  tragen. 
Als  Kimono  ist  das  mit  weiten  Ärmeln 
versehene  Kleid  bei  den  Damen  Europas 
als  Morgenrock  beliebt.     [MWiD  135. 

1178.  Ar.  kintär: 

Ein  Gewicht  von  100  Ratl  [s.  hier  Nr.  1 708 ; 
aus  lat.  centenarius,  ngr.  Kevxrivdpi  > 
mlat.  qiiintale];  hieraus  it.  cantaro,  siz. 
cantaiu  'Gewicht  von  100  rotuli',  qiiin- 
tale 'Zentner',  frz.  prov.  sp.  pg.  quintal 
'dass.';  über  tk.  kantar,  das  die  Bedeu- 
tung 'Wage'  angenommen  hat,  wurde 
rum.  c'mtar  'Sehnellwage',  cintargiu 
'Wiegemeister'.  [Mahn  EtUnt  126.  DE 
327.    Eguilaz  425. 


1179.  Tk.  kipciik: 

'Rauchtabaksbeutel'  [nicht  osm.,  vgl. 
cag.  kapöak,  kipöak  'hohl,  leer'  vom 
Stamme  kab  'aufstehen,  anschwellen' 
Vämbery  TktEtWb  S.  64,  Nr.  71  I],  auch 
kas.-tat.  kapcyk;  hieraus  russ.  kapsuk 
'dass.'.    [Gorjajew  133. 

1180.  Tk.  kir: 

'Schmutz',  dazu  Adj.  kirli  'schmutzig' 
[vom  Stamme  kir  'schmieren,  Farbe, 
Schmutz'  Vämbery  TktEtWb  S.  89, 
Nr.  92];  hieraus  bulg.  kir  'Sehmutz  am 
Körper',  kirliiv  'schmutzig',  russ.  kir 
'mit  Naphtha  getränkte  Erde'.  [Bern 
SlEtWb  505. 

1181.  Ar.  kirä': 

'Miete,  Mietpreis'  [Vb.  karä  'mieten,  ver- 
mieten'] ;  hieraus  mit  ar.  Art.  und  Imäla 
[ä  >  e]  sp.  alquile,  alquiler,  pg.  alquile, 
alquiler  'Miete',  Vb.  sp.  pg.  alqutlar 
'vermieten'  [pg.  nur  bei  Tieren  gesagt, 
sonst  alugar  <^  lat.  adlocare];  über  tk. 
kira  wurde  rum.  chiriä  'Miete',  chirigiü 
'Fuhrmann',  bulg.  kirija  'Fuhrlohn, 
Fracht,  Miete',  kiradzija  'Fuhrmann, 
Mieter',  serb.  kirija  'Miete,  Fracht', 
kiridzija  'Fuhrmann'.  —  [ML  4692  sp. 
alqueire  gehört  nicht  hierher,  s.  hier 
Nr.  1174a.]  [DE  186.  Eguilaz  250. 
Bern  SlEtWb  505. 

1182.  Ar.  kirät: 

'Für  Gold  und  Diamanten  gebrauchtes 
Gewicht'  [aus  gr.  Kepdxiov,  dieses  nach 
der  Form  der  Früchte  des  Johannisbrot- 
baumes, Ceratonia  siliqua,  eigentlich 
'Hörnchen',  benannt];  hieraus  sp.  qui- 
late,  pg.  quirate,  quilate;  mlat.  (bei  den 
Alchemisten)  carrätus,  it.  carato,  frz. 
carat,  rum.  carat;  dtsch.  Karat,  engl. 
carat;  russ.  karat.  —  [Eine  andere  Ab- 
leitung, die  zwar  der  ursprünglichen 
Schreibung  Garat  besser  gerecht  wird, 
aber  dennoch  mit  Rücksicht  auf  die 
anderen  europäischen  Formen  abgelehnt 
werden  muß,  gibt  aus  dem  Jüd.-Dtsch. 
Ave-L  IV,  302.]  [DE  327.  Eguilaz  474. 
Devic  DEt  85.    ML  6906.    Kluge  227. 

1183.  Tk.  kireg: 

'Kalk'  [Kelekian  Kämüs  1066] ;  hieraus 
bulg.  kirec,  serb.  krec  'dass.'. 

1184.  Pers.  kirpic: 

Ebenso  tk.  'Ungebrannter  Ziegel'  [Kele- 
kian Kämüs  1019];  hieraus  russ.  Hr^jc 
'Ziegel',  klruss.  kyrpyö,  bulg.  kerpic, 
kirpic,  serb.  cerpic,  cerpic  'ungebramiter 
Ziegel'.  [Gorjajew  140.  Bern  SlEtWb  501. 

1185.  Ar.  kis: 

[Aus  dem  aram.  kisä  <^  ass.  kisu  'Geld- 
beutel', vgl.  ZAkkFW  20]  'Beutel',  vulg. 
tk.  kise,  kese  'Börse,  Säckchen,  Geld- 
beutel'; hieraus  bulg.  kesija  'Beutel, 
Börse',  serb.  kesa  'Beutel,  Patrontasche', 


95 


[Ar.  kisä'. 


russ.  kisa  'Beutel,  Mantelsack',  kiset 
'Tabaksbeutel',  klruss.  kt/sa,  poln.  kiesa 
'Geldbeutel'.  Aus  dem  entsprechenden 
hebr.  Wort  kis  'Beutel'  wurde  gauner- 
dtsch.  Kies  'Geld'.  [Gorjajew  140.  Bern 
SlEtWb  503. 

1186.  Ar.  kisä': 

'LeinenstofP  und  alles,  was  daraus  her- 
gestellt ist,  bes.  'Mantel';  hieraus  asp. 
quiza,  sp.  alquicel,  alquicer  'maurischer 
Bauernmantel'.    [DE  185/186. 

1187.  Ar.  kisma: 

'Anteil'  [vom  Vb.  kasama  'teilen'],  tk. 
kismet;  hieraus  dtsch.  Kismet,  engl,  kis- 
met  'unabwendbares  Schicksal'. 

1188.  Tk.  kisinis: 

'Kleine  getrockneteWeinbeere  ohne  Kern' 
[Kelekian  Kämüs  1029;  vom  Stamme 
kis  'drücken,  pressen'  Vämbery  TktEtWb 
S.  84,  Nr.  87  III] ;  hieraus  russ.  kismiS 
'Trauben  oder  Rosinen  ohne  Kerne', 
poln.  kiszniisz  'dass.'.  [Bern  SlEtWb  505. 

1189.  Tk.  kisui§: 

'Koriander'  [Kelekian  Kämtis  1029;  bei 
Hindoglu,  Dictionnaire  Turc-Franqais. 
Vienne  1838.  S.  391  b  auch:  kisnig]; 
hieraus  russ.  kisnec,  klruss.  Äryswec 'dass.'. 
[Bern  SlEtWb  505. 

1190.  Hebr.  kisse: 

'Sessel,  Thron'  [gleich  dem  ar.  kwsl 
'Sessel,  Stuhl',  für  welches  die  ar.  Lexi- 
kographen eine  höchst  lächerliche  Ety- 
mologie geben:  aus  ar.  kirs  'Viehmist', 
also  'der  Mistige'  mit  späterer  Verdun- 
kelung von  i  zu  M,  um  den  Ursprung 
zu  verdunkeln;  vgl.  FLEISCHER  in 
BKSGW  phil.  bist.  Kl.  XVIII,  316;  in 
Wirklichkeit  kommt  das  ar.  Wort  aus 
dem  Aramäischen,  und  das  aram.  und 
hebr.  Wort  aus  ass.  kussü  'Thron'  <^ 
sumerisch  gnza,  vgl.  ZAkkFW  8].  Schon 
bei  den  Rabbinen  wuder  hait  ha-kisse 
'Haus  des  Sitzes'  als  'Abort'  benutzt; 
so  ist  das  Wort  immer  mehr  herabge- 
kommen, schließlich  dtsch.  Kitt  'Behau- 
sung, Herberge,  Bordell,  Gefängnis',  in 
letzterem  Sinne  vor  allem  als  demin. 
/sTiY^c/iew  weit  verbreitet  [Etymologie  nach 
Ave-L  IV,  558;  immer  noch  hesser  als 
neuere  Vorschläge,  z.  B.  von  GÜNTHER 
in  KZ  1925,  Nr.  28];  ndl.  kit  'Bordell'. 

1191.  Ar.  kit'a: 

'Teil,  Stück,  Portion'  [Vb.  kata'^a  'schnei- 
den'], tk.  kyta  'dass.' ;  hieraus  rum.  chitä 
'Bündel,  Büschel,  Portion'. 

1192.  Tk.  kocan: 
'Gemüsestrunk'  [vom  Stamme  koc  'stark, 
mächtig,  groß'  Vämbery  TktEtWb  S.  90, 
Nr.  94] ;  hieraus  rum.  cocean  'Mais-  oder 
Kohlstrunk';  serb.  kocen,  poln.  kaczan, 
klruss.  kacan,  russ.  kaöan,  kocan  'Kohl- 
kopf.   [Gorjajew  164. 


1193.  Tk.  koga: 

'Groß,  alt'  [vom  Stamme  koc,  s.  hier 
Nr.  1192],  dazu  koskoga  'steinalt,  riesig' 
[über  diese  Reduphkation  s.  Gotthold 
Weil,  Grammatik  der  osm.-tk.  Sprache. 
BerUn  1917.  S.  54.  Anm.  54];  hieraus 
rum. cogeamite,  co^cogea'ungehener  groß, 
pyramidal!'. 

1194.  Tk.  kol: 

'Arm'  [vom  Stamme  kar,  kor,  kol  'Arm, 
Hand',  Vämbery  TktEtWb  S.  81,  Nr.  85; 
vgl.  ßuwasisch  kol  und  kul  'Arm'];  hier- 
aus russ.  kulak  'Faust,  Faustschlag', 
poln.  klruss.  kulak  'dass.'.  —  Gorjajew 
174.  [M.  E.  ist  estnisch  kulak  erst  aus 
dem  Russ.  oder  Poln.  übernommen  und 
nicht,  wie  Mikl  SlEtWb  146  und  danach 
Bern  SlEtWb  641  haben,  Grundwort.] 

1194  a.  Hebr.  köl: 
'Stimme';    hieraus    gaunerdtsch.  Kohl 
'dummes,  unwahres  Geschwätz',  Vb.  ver- 
kolen  'etwas  vorschwatzen,  blauen  Dunst 
vormachen'.    [Ave-L  IV,  561. 

1195.  Tk.  kolan: 

'Gurt,  Gürtel'*  [Kel6kian  Kämüs  987]; 
hieraus  bulg.  serb.  kolan  'Sattelgurt, 
Gürtel';  rum.  colan  'Gurt,  Frauengürtel'. 
[Bern  SlEtWb  542. 

1196.  Tk.  kolcak: 

'Art  Handschuhe,  die  mit  Eisenstreifen 
bedeckt  sind,  Armschienen  des  Panzers, 
wollener  Fausthandschuh'  [Kelekian  Kä- 
müs 988 ;  von  kol  'Arm',  s.  hier  Nr.  1194]; 
hieraus  rum.  colceag  'Hülse,  Muff';  bulg. 
kolcak  'Auflage  auf  Ellbogen  und  Knien', 
serb.  Ä;o?cafc 'Muff,  Arm-  und  Kniewärmer', 
russ.  kolcak  'Armschienen  eines  Panzers', 
dazu  Ableitung  kolculia  'Ringpanzer, 
Waff'enhemd'.  [Gorjajew  152.  Mikl 
SlEtWb  123.    Bern  SlEtWb  543. 

1197.  Tk.  kolcan: 

'Köcher'  [nicht  osm.] ;  hieraus  russ.  kol- 
can, klruss.  koiican,  poln.  koIczan'Köcher^ . 
[Bern  SlEtWb  543. 

1198.  Ind.  Koli: 

N.  pr.,  Name  einer  Rasse  oder  Kaste  in 
den  West  Ghats  im  westlichen  Indien, 
deren  Angehörige  sich  oft  als  Arbeiter 
verdingten.  Hieraus  entstand  der  Name 
angloind.  engl,  coolg,  dtsch.  Kuli  'Ge- 
mieteter Arbeiter  oder  Lastträger',  bes. 
diejenigen  Arbeiter,  die  aus  Indien  oder 
China  in  überseeische  Pflanzungen  ver- 
schickt wurden.  Allerdings  verstand 
man  in  Westindien  nicht  chines.  Ein- 
wanderer darunter,  sondern  die  india- 
nischen Arbeiter,  die  in  den  Zucker- 
pflanzungen die  Stelle  des  Negersklaven 
annahmen  [vgl.  E.  G.  Bowra,  Notes  and 
Queries  on  China  and  Japan  1867.  S.  77]. 
Frz.  cooU,  couli;  dtsch.  auch  fig.  Tinten- 
kiili    'journalistischer  Lohnschreiber' 


Tk.  koltuk.] 


96 


[ZfdWf  VIII,  2"2/-23].  Das  älteste  euro- 
päische Zeugnis  für  das  Wort  stammt 
aus  dem  Jahre  1548  [es  ist  auch  ins  Ar. 
übertregangen:  htili,  vgl.  ZDMG  L,  65:2]. 
—  [Es  soll  nicht  verschwiegen  werden, 
dafs  im  Tamul  und  Kanaresischen  ein 
Wort  küli  'Miete,  Pacht'  vorkommt,  das 
Grundwort  zu  cooly  sein  könnte.  Auch 
im  Tk.  ist  ein  Wort  kul  'Sklave'  vor- 
handen, vgl.  Vämbeiy  TktEtWb  S.  95, 
Nr.  99:  Stamm  kul  'Gehör,  Ohr',  dazu 
vgl.  slav.  sluga  'Diener'  und  sluh  'Gehör', 
dtsch.  Höriger  und  hören!].  [Hobson- 
Jobson  249/:251.  Hirth  Chin  FW  198/199. 
MWiD  120. 

1199.  Tk.  koltuk: 

'Armhöhle' '[Vämbö'nr  TktEtWb  S.  81, 
Nr.  8.5];  hieraus  rum.  coltuc  'Ellenbogen, 
Koptkissen'. 

1200.  Tk.  kömiir: 

'Kohle,  Holzkohle'  [Stamm  k'dj  'brennen, 
glühen,  Glut,  Brand',  also  *küjmiir 
'Brennmaterial',  Vämbery  TktEtWb 
S.  105,  Nr.  116];  hieraus  bulg.  k'iimur., 
k'imur  'Kohle',  kiimurica  'Kohlenmeiler', 
serb.  cumur  'Kohle'.  [Bern  SiEtWb  681. 

1201.  Tk.  komsn: 

'Nachbar'  [vom  Stamme  kot,  koj  'unten, 
tief  >>  'niederlegen,  niederlassen',  re- 
flexive Bildung  *koju7i  >•  kon  'sich 
niederlassen',  hiervon  reziproke  Form 
kon-ns  'sich  gegenseitig  niederlassen', 
d.  h.  'nebenan  oder  gegenüber  wohnen', 
Subst.  konsu  >  komsu];  hieraus  bulg. 
komm,  komsija,  serh.  komsija,  komusija 
'Nachbar'.  [Mikl  SlEtWb  126  b.  Bern 
SlEtWb  556. 

1202.  Tk.  konak: 

'Palast,  Schloß,  Hotel'  [von  konmak 
'sich  niedei'lassen',  s.  hier  Nr.  1201]; 
hieraus  bulg.  konak  'Herberge,  Schloß', 
serb.  konak  'Wohnung,  Gemach,  Her- 
berge, Palast';  der  Konak  in  Belgrad 
[Baedeker,  Konstantinopel  und  das  west- 
liche Kleinasien.  Leipzig  1905.  S.  22] 
'königliches  Palais';  rum.  conac  'Her- 
berge, Gasthaus,  Poststalion',  Ableitung 
conäcar,  conäcärie.   [Bern  SlElWb  557. 

1203.  Tk.  kopca: 

'Agraffe,  Haken  und  Öse  daran'  [Kelekian 
Kämüs  975;  vom  Stamme  kah,  koh  'an- 
schwellen, dick,  rund',  Vämbery  TktEtWb 
S.  66,  Nr.  71];  hieraus  bulg.  serb.  kopca 
'Häkchen,  Heftel';  rum.  copceä  'Agraffe'. 
[Der  tk.  Urspruns:  kann  nicht  bezweifelt 
werden.]  [Mikl  SlEtWb  129.  Bern 
SlEtWb  564. 

1204.  Tk.  köpek: 

'Hund',  osttk.  ßag.  kopek.  Zur  Zeit 
TIMURS  war  Dlnär  köpejl  eine  Münze, 
die  wahrscheinlich  aus  demselben  Grunde 
so  benannt  wurde  wie  z.  B.  der  frühere 


äg.  ahä  kalb  'Vater  des  Hundes',  der 
holländische  Löweiitaler,  nach  dem  auf- 
geprägten Löwen  oder  'Hunde'.  Hieraus 
wurde  russ.  kopeika,  dtsch.  Kopeke. 
[Hobson-Jobson  253.   Bern  SlEtWb  566. 

1205.  Tk.  köprü: 

'Brücke'  [vom  Stamme  kab,  kob,  köb 
'aufstehen,  anschwellen,  rund,  gewölbt', 
Vämbery  TktEtWb  S.  66,  Nr.  71  III; 
also  keinenfalls  gr.  y^qpupov];  hieraus 
bulg.  k'uprija,  serb.  cuprija  'Brücke'. 

1206.  Tk.  kopnz: 

'Eine  Art  Zither  in  Birnenform  mit 
einer  einzigen,  sehr  dicken  Saite'  [vom 
Stamme  kob  'anschwellen,  dick  und  rund', 
s.  hier  Nr.  1203  und  1205] ;  hieraus  rum. 
cobuz,  cobzä  'Mandoline,  kleine  Schal- 
mei'; russ.  kobza  'Saiteninstrument  mit 
acht  Saiten'  (in  Kleinrußland),  klruss. 
kobza  'dass..  Laute',  kobzar  'Sänger  zur 
Laute',  poln.  cech.  kobza  'Laute'.  [Gor- 
jajew  147.    Bern  SlEtWb  534. 

1207.  Tk.  kör: 

'Blind',  vulg.  Aussprache  kjör;  hieraus 
rum.  chior  'einäugig';  bulg.  k'or  'blind', 
serb.  cor  'auf  einem  Auge  blind'  und 
Ableitungen. 

1208.  Tk.  korban: 

'Opfer'  [aus  ar.  kurbän;  zum  Teil  hat 
auch  hebr.  korbän  mitgewirkt];  hieraus 
rum.  curban  'dass.';  bulg.  serb.  kurban 
'Opfer,  Schlachtopfer',  russ.  korwana 
'Armenstock,  Opferstock'  [durch  Ein- 
wirkung von  gr.  Kopßaväg  'Gotteskasten', 
vgl.  Jannarakis,  Deutsch-Neugriechisches 
Handwörterbuch.  Hannover  1883. 
S.  318  b;  aus  der  Form  ei?  Kopßaväv 
wurde  das  folgende  Wort  oder  durch 
volksetymologische  Einwirkung  von 
sÄ"ari 'Schatz':],  "poXn.  skarbonka  'dass.', 
karbona  'Almosenbflchse'  [und  durch 
weitere  Angleichung  an  dtsch.  Spar- 
büchse^ skarbuszka,  ßech.  karban  'Glücks- 
spiel, Lotterie'.  [Gorjajew  157.  Bern 
SlEtWb  489  und  647  [gehören  eigentlich 
zusammen].  —  Kailowicz  416. 

1209.  Tk.  kos: 

'Wagenburg'  [vom  Stamme  kap  'er- 
greifen, erfassen',  wobei  kabiis  >  kavus 
y  kauS  y-  i-os  wurde:  'vereinigt.  Paar'; 
zahlreiche  Beispiele  Vämbery  TktEtWb 
S.  75/76,  Nr.  80,  z.  B.  ujgurisch  koos 
'Gesinde,  Heer,  Truppe';  mit  diesem 
Stamme  trifft  sich  lautlich  und  in  der 
Bedeutung  sehr  häufig  der  Stamm  köt, 
köc,  göc  'aufheben,  aufbrechen,  reisen' 
ebenda  S.  104,  Nr.  114  II;  aus  beiden 
ergibt  sich:]  klruss.  kos  'Kosakenlager', 
koseivoj  'Schirrmeister',  poln.  kosz  'Ta- 
taren- oder  Kosakenlager';  russ.  kosdej 
[im  Igorliede]  'Gefangener,  Sklave,  Die- 
ner': die  Sklaven  tk.  Herkunft  scheinen 


97 


[Tk.  köse. 


vorzüglich  als  Pferdeknechte  und  Fuhr- 
leute verwendet  worden  zu  sein,  daher 
wohl  auch  letzten  Endes  dtsch.  Kutscher 
{Ableitung  aus  der  un^.  Stadt  Köczi 
dürfte  geschichtlich  noch  nicht  erwiesen 
sein];  russ.  kocewoj  "^Nomade',  kocewat' 
'nomadisieren',  poln.  koczujqcy,  koczo- 
wac,  öech.  kocrony,  kocovati  'dass.'. 
[Gorjajew  1 64/1 Ö5.  Bern  SlEtWb  585/586. 

l^ilü.  Tk.  köse: 
'Mit  schwachem  Bartwuchse  oder  bart- 
los'  [Kelekian  KämOs  1054];  hieraus 
bulg.  k'ose,  serb.  cosaw  'bartlos',  Subst. 
Cosa. 

1411.  Tk.  köstek: 

'Kette,  bes.  Spannkette  für  Pferde';  hier- 
aus rum.  chiostec  'Fußfessel  der  Pferde', 
bulg.  kustek,  kostek,  serb.  custek  'dass.'. 

1412.  Tk.  kotas: 

Auch  hopz  'Art  Frisur  der  Frauen, 
Frauenniütze'  [Kelekian  Kämüs  555]; 
hieiaus  russ.  fci«<as 'Troddelquaste,  Schnur 
am  Tschako',  poln.  klruss.  kutas  'Quaste'. 
[Bern  SlEtWb  653. 

1213.  Tk.  kötek: 

'Stock,  Rute,  Stockschläge  oder  Baston- 
nade' [vom  Stamme  küc,  küt  'Macht, 
Gewalt'  Vämbery  TktEtWb  S.  104, 
Nr.  115];  hieraus  bulg.  k'otek,  serb.  cotek 
'Schläge,  Prügel'. 

1214.  Chiu.  k'o-t'ou: 

[Wörtlich  'Abschlagen  des  Kopfes']  'Die 
Begrüßung,  die  man  in  China  dem  Kaiser 
darbrachte,  indem  man  sich  eine  be- 
stimmte Anzahl  von  Malen  auf  den  Boden 
warf,  bekanntlich  eine  altorientalische 
Sitte  [vgl.  gr.  iTpoaKÜvr|ai<;,  Beschreibung 
schon  bei  Herodot  Vll,  136].  Das  chin. 
Wort  wird  zur  Bezeichnung  einer 
schmeichlerischen  und  kriecherischen 
Begrüßung  benutzt:  angloind.  kotow, 
engl,  kow-tow  [in  Amerika  im  Jahre  1848 
belegt,  s.  Herrigs  Archiv  GXLI,  187], 
dtsch.  Kotau.  [Hobson-Jobson  492/494. 
MWiD  132. 

1215.  Tk.  kötüri: 

'In  Bausch  und  Bogen,  im  ganzen' 
[Kelekian  Kämüs  1046b:  gjötüri;  vom 
Stamme  göt,  küt  'aufheben'  Vämbery 
TktElWb  S.  103,  Nr.  114a];  hieraus  rum. 
ghiotura  im  Ausdruck:  cu  ghiotura  'in 
Bausch  und  Bogen,  en  bloc'.  [Sain  52. 

1216.  Tk.-tat.  kowyr: 

'Braun';  hieraus  russ.  kauryj  'hellbraun' 
(von  Pferden  gesagt),  kaurka  [synonym 
zu  fuks]  'hellrotes  Pferd,  Fuchs  (Pferd)'. 
[Gorjajew  187. 

1217.  Tk.  koz: 

'Trumpf  im  Kartenspiel'  [nicht  bei  Ke- 
lekian Kämüs,  aber  bei  Hindoglu,  Dic- 
tionnaire  Turc-Fran9ais.  Vienne  1838. 
S.  374b];  hieraus  rum.  coz  'Trumpf; 

Lokotscb,  Etymolog.  Wörterbuch. 


russ.  kozyr,  klruss.  kozyr,  cech.  kozyf, 
poln.  kozyr,  kozera  'Tiumpf.  —  [Da- 
gegen scheinen  russ.  kozyrjok  'Mützen- 
schirm' und  viele  andere  Ableitungen 
bei  Bern  SlEtWb  597  nicht  hierhin  zu 
gehören,  sondern  bedürfen  eines  anderen 
noch  nicht  aufgefundenen  Grundworts.] 

1218.  Hebr.  Kreöl: 

Eigentlich  ha-kere&l  we  ha-pelebi  'der 
Kreter  und  der  Philister',  Bezeichnung 
des  AT  für  die  Leibwache  des  Königs 
David  [2  Sam  8,  18;  15,  18];  hieraus 
seit  dem  18.  Jahrhundert  dtsch.  Krethi 
und  Flethi  'zusammengewürfeltes  Ge- 
sindel' [Kluge  261 ;  über  das  Grundwort 
vgl.  Ed.  König,  Geschichte  des  Reiches 
Gottes  bis  auf  Jesus  Christus.  Berlin 
1908.    S.  207]. 

1219.  Sskr:  krmip: 
'Wurmerzeugt'  [aus  sskr.  krmi  'Wurm', 
vgl.  pers.  kirnt  'dass.'  Horn  NpEl  S.  190, 
Nr.  850],  ein  Insekt,  das,  getrocknet  und 
zu  Puder  gestampft,  die  rote  Farbe  gibt, 
die  mit  den  aus  diesem  Grundwort  sich 
ergebenden  Wörtern  bezeichnet  wird: 
Über  das  betr.  Insekt,  die  Cochenille 
oder  Schildlaus,  vgl.  Ed.  Wiepen,  Die 
geographische  Verbreitung  der  Coche- 
nillezucht. Köln  1890.  Zunächst  ergab 
sich  ar.  kinnizi  ZDMG  L,  650  und  hier- 
aus: it.  carmesino,  cremisino,  carminio, 
frz.  cramoisi,  carmin,  sp.  carmesi,  car- 
mtn,  quernies,  pg.  carmesim,  carmim, 
rum.  cänniz  [wobei  die  Formen  auf  in 
durch  Kontamination  mit  lat.  minium 
zu  erklären  sind];  ndl.  karmezijn,  kar- 
mozijn,  karmijn,  engl,  carmine,  dtsch. 
karmin ;  russ.  karmin,  karmazin,  poln. 
karmazyn  'scharlachrot',  kiermes,  al- 
kiermes  'Kermes,  Cochenille',  cech.  kar- 
mazin,  klruss.  karmazyn,  serb.  grimiz 
'purpurrot',  bulg.  k^rm^z.  [Dozy  Oost  8. 
DE  185.  Eguilaz  248.  Devic  DEt  24. 
ML  6907/8.  Gorjajew  131  und  135. 
Bern  SlEtWb  491. 

1220.  Ar.  Krümlr: 

N.  pr.,  vulg.  Aussprache  von  'humair, 
einer  berüchtigten  Mischbevölkerung  an 
der  Grenze  von  Tunesien  und  Algerien, 
teils  Araber,  teils  Berber.  Ihre  Züge 
über  die  Grenze  Algeriens  waren  be- 
kanntlich für  die  Franzosen  der  Vor  wand, 
im  März  1881  eine  Expedition  nach 
Tunesien  vorzunehmen  und  dieses  Land 
besetzt  zu  halten  [vgl.  Rudolf  Fitzner, 
Die  Regentschaft  Tunis.  Berlin  1895. 
S.  349].  Hieraus  ergibt  sich  frz.  kroumir 
'roher  Kerl,  Pfuscher,  Streikbrecher', 
it.  crumiro  'Streikbrecher'. 

1221.  Ar.  kubba: 

'Gewölbe',  jedes  gewölbte  Gebäude,  also 
'Zelt,  Nebenzimmer,  Grabkapelle  [bes. 

7 


Ar.  kubti.] 


98 


in  Nordafrika,  mit  dem  Grabe  eines 
Heiligen,  frz.  irrtümlicli  marabout,  s.  hier 
Nr.  141U,  genannt]';  hieraus  zum  Teil 
mit  ar.  Art.  sp.  alcoba,  pg.  alcova  'Schlaf- 
kabinett', kat.  alcova,  prov.  alcuba  'Zelt', 
afrz.  aucnbe  'dass.',  frz.  alcdve  'kleines 
Nebenzimmer',  rum.  alcove;  siz.  cnbba 
'Wasserturm',  sp.  alcubilla  'dass.';  mit 
romanischer  Demin.-Endung  it.  ctipola, 
frz.  coiipole.  Dtsch.  Alkoven,  Ktqypel, 
mhd.  ekub  'Zelt'  [bei  WOLFRAM  VON 
ESCHENBACH],  ndl.  alkoof,  engl,  alcove 
'Zimmervvinkei  für  Sitz  oder  Bett'  [m 
einem  Zimmer  oder  einer  Bibliothek].. 
Bulg.  kube,  serb.  kube,  kuba  'Kuppel, 
Gewölbe',  russ.  alkow  'Alkoven';  über 
vulg.  ar.  kiibbat,  kas.-tat.  kibbet,  kirgis. 
kibü  wurde  russ.  kibitka  'Verdeck  über 
einem  russ.  Wagen,  halbverdecktes  russ. 
Fuhrwerk'.  —  Auf  die  vulg.  Form  ar. 
kubbäja  'Glas  zum  Trinken'  geht  viel- 
leicht siz.  ciibbäita  'Art  Mandelkuchen 
aus  geriebenen  Apfelsinenschalen,  Honig, 
Karamel!'  usw.  zurück  [wegen  der  zylin- 
drischen Form;  vielleicht  auch  vom  ar. 
kubbait  'Mandelkuchen',  vgl.  Dozy  Suppl 
s.  V.  kubbat].  Als  Eigenname  hat  sich 
in  Palermo  für  ein  sarazenisches  Gebäude 
der  Name  La  Ctiba  erhalten  [vgl.  Schack, 
Poesie  und  Kunst  der  Araber  in  Spanien 
und  Sizilien.  ^.  II,  266/269].  —  [Mög- 
licherweise geht  das  ar.  Grundwort  selbst 
auf  pers.  gunbäd  zurück,  ZDMG  L,  646.] 
[Kluge  11.  DE  90/91.  95.  Eguilaz  131. 
Devic  DEt  14.  Lammens  Rem  8.  ML 
6909.  Hobson-Jobson  11/12.  Gorjajew 
4  und  139.  Bern  SlEtWb  635.  GrS 
VociSic  232/233. 

1222.  Ar.  kubtl: 

'Koptisch,  ägyptisch',  fem.  kubtlja;  hier- 
aus sp.  alcabtea  'sehr  feine  Leinwand' 
[DE  78].  —  Auf  das  or.  Grund  wort  geht 
natürlich  der  Landesname  Aegyptus  mit 
seinen  Ableitungen  zurück,  z.  B.  Adj. 
aegyptus;  hieraus  it.  ghetto  'Judenviertel' 
[freilich  durch  Kontamination  mit  *jec- 
tns  'Gießerei'  <;  *jectare  <  jactare, 
weil  sich  in  Venedig,  wo  im  Jahre  1516 
das  erste  Ghetto  eingerichtet  wurde,  an 
dieser  Stelle  vorher  Gießereien  befunden 
hatten,  vgl.  SPITZER  in  WuS  VI,  204/205 
und  VII,  205].  Auf  aegyptius  ist  zurück- 
zuführen: frz.  igyptien  'Zigeuner'  [statt 
des  gewöhnlicheren  boMmien;  im  The- 
aterargot von  Paris  'schlechter  Schau- 
spieler'], engl.gipsy,  sp.güano  [die  beiden 
letzteren  auch  in  derBedeutung'Schmied', 
da  das  Gewerbe  des  Kaltschmiedes  sehr 
häufig  von  Zigeunern  ausgeübt  wird].  [ML 
236.  Roth  Vi  Fr  4 1/42.  Warth  FEt  Wh  43. 

1223.  Tk.  kiibiir: 

'Röhre,  Futteral  für  die  Pistolen'  [Kele- 


kian  Kämas  975;  vom  Stamme  kab,  kob 
'anschwellen,  dick,  rund  und  hohl'  Väm- 
bery  TktEtWb  S.  64,  Nr.  71.  L];  hieraus 
rum.  cobur  'Pistolenhalfter';  bulg.  kubur, 
serb.  knbura  'kleine  Pistole,  Futteral  da- 
für', klruss.  kubur,  kobur,  russ.  kubura, 
kobura  'Lederfutleral,  Halfter'.  [Gorja- 
jew 147.    Bern  SlEtWb  636. 

1224.  Ar.  kudäf: 

'Schüssel,  irdener  Topf;  hieraus  mit  ar. 
Art.  und  Imäla  [ä  >  e]  pg.  alcadefe 
'irdener  Topf,  über  den  die  zu  messenden 
Flüssigkeiten,  wie  Wein,  Öl  oder  dergl., 
gehalten  werden,  damit  das  Überfließende 
hinein  tröpfelt',  kat.  cadaf  [DE  78;  Con- 
stancio  Dicc  44  b]. 

1225.  Ar.  kufifa: 

'Tiefer  Korb,  Tragkorb'  [aus  gr.  KÖqpivoq, 
lat.  cophinus  <C  lat.  cuppa,  vgl.  Lammens 
Farak  Nr.  1037];  hieraus  nach  der  vulg. 
Aussprache  mit  o  nach  einem  empha- 
tischen Laute  sp.  cofa,  cofe,  it.  coffa 
'Mastkorb',  pg.  alcofa  'Korb',  cofo  'Kü- 
bel', siz.  coffa  'Marktkorb',  [mit  rom.  En- 
dung] it.  cöfano,  sp.  cuibano;  rum.  cofä 
'Eimer,  Holzkanne'.  Afrz.  cofre,  frz. 
coffre,  engl,  coffer,  dtsch.  Koffer  [mit 
Anfügung  eines  -r  wie  in  Kaliber,  s.  hier 
Nr.  1030,  und  Kassiber,  hier  Nr.  1168]. 
Serb.  kofa  'Korb,  Mastkorb',  kofan  'Tru- 
he', öech.  kufr,  poln.  kufr,  klruss.  kufer 
'Koffer'.  [DE  94.  Eguilaz  140.  StGlIt 
n,281.  GrSVociSic  232.  ML  2207  u.  4730. 

1226.  Per^^.  küftäi: 

'Gehackt'  [part.  pass.  von  küftän,  vgl. 
köftän  'stoßen,  treten'  Horn  NpEt  S.  288, 
Nr.  159],  hieraus  Ik.  köfte  zur  Bezeich- 
nung eines  Fleischgerichtes  'Fleisch- 
klößchen' [Kelekian  Kämus  1055  b],  rum. 
chiftea,  chiftelufa  'dass.',  bulg.  kufte, 
serb.  cufteta  'Fleischkloß'. 

1227.  Ar.  knhl: 

[Über  aram.  kuhlä  vielleicht  aus  ass. 
guhlu  ZAkkFW"  61]  'Spießglanzpulver 
(Schwefelblei)  zum  Färben  der  Augen- 
brauen, Wimpern  und  Lider'  [über  den 
Gebrauch  und  die  Zusammensetzung  der 
orientalischen  Augenschminke  vgl.HlLLE 
in  ZDMG  V,  236/242];  noch  im  16. 
Jahrhundert  ist  das  hieraus  entstandene 
Wort  Alcohol  in  der  Alchemie  der  ge- 
läufige Ausdruck  für  'trockenes,  feines 
Pulver',  erst  später  wurde  es  zur  Be- 
zeichnung des  Weingeistes  benutzt.  Die 
einzelnen  Formen  sind:  sp.  pg.  alquifol, 
alcofol,  alcofor,  alcohol,  kat.  alcofoll, 
frz.  alquifoux,  coheul,  alcohol,  it.  alcool, 
rum.  alcool;  ndl.  alkohol,  engl,  alcohol, 
dtsch.  Alkohol;  russ.  alkogoV.  —  [Pers. 
und  tk.  heißt  die  Augenschminke  übrigens 
sürme,  subst.  Inf.  des  tk.  Vbs.  siirmek 
'glätten'  vom  Slamme  seb,  sit<>,  süp  'glatt, 


99 


[Tk.  kujruk. 


rein,  glätten',  Causativ  süpür  silr, 
Vämbery  TktEtWb  S.  148,  Nr.  160.] 
[Mahn  EtUnt  107.  DE  42.  Eguilaz  140. 
Devic  DEt  13.  28/29.  Lammens  Rem 
20/21.  RomForsch  IV,  364.  ML  4732. 
Kluge  11. 

1228.  Tk.  kujruk: 

'Schwanz'  [vom  Stamme  koj  'hart,  dicht, 
lest'  Vämböiy  TktElWb  S.  83,  Nr.  87  II] ; 
hieraus  russ.  kurdjuk  Tettschwanz'  (der 
kirgis.  Schilfe),  horugiv'  'Kirchenfahne, 
Banner',  cech.  korouheo,  poln.  chorqgiew, 
bulg.  heruywica,  heruglica  'dass.'.  [Gor- 
jajevv  176  und  401. 

1229.  Pers,  küka: 

Ebenso  tk.  koka  'Filzmütze  mit  Feder- 
busch, die  die  Fürsten  und  die  Komman- 
danten der  Janitscharen  trugen'  [Kel6kian 
Kämüs  986  a];  hieraus  rum.  cuca  'fürst- 
liche Mütze'. 

1230.  Tk.  kukurnz: 

'Mais,  Zea  Mais';  hieraus  dtsch.  Kuku- 
rutz;  russ.  kuhiruza,  serb.  ktikuruz, 
üech.  kukurice,  poln.  kukurydza  'Mais'. 

1231.  Tk.  kula: 

'Fahl,  isabellfarben';  hieraus  serb.  knlas, 
kulin,  bulg.  kulist  'mausfarbenes  Pferd'. 

1232.  Pers.  kuläh: 

'Mütze'  [Horn  NpEt  S.  192,  Nr.  863  und 
KZ  XXXII,  582],  tk.  kälah  'Derwisch- 
mütze'; hieraus  rum.  chiulaf  'Mütze'; 
bulg.  gugla(7). 

1233.  Tk.  knlau: 

'Wildesel,  Equus  onager  Schreb.'  [von 
kula  'gelbgrau,  fahl',  s.  hier  Nr.  1231 
und  KSz  XVII,  131];  hieraus  russ.  kulan, 
poln.  kutan  'Steppenesel' ;  dtsch.  Kulan, 
engl,  kulan  [nahe  verwandt  mit  dem 
Dschiggelai,  s.  hier  Nr.  639]. 

1234.  Tk.  külhau: 

'Ofen'  [das  Hypokauston  eines  orien- 
talischen Bades;  zusammengesetzt  aus 
tk.  gül  'Asche'  und  pers.  hän  'Haus', 
s.  hier  Nr.  809];  hieraus  rum.  chiulhan 
'Gelage,  Gastmahl'.  —  , Solche  Külhäns 
sind  die  Zufluchts-  und  Schlafstätte  aller- 
hand armen  Volkes,  auch  wohl  lieder- 
lichen Gesindels  und  heimatloser  Herum- 
treiber, namentlich  in  der  kälteren  Jahres- 
zeit, weil  sie  da  warm  liegen.  Daher 
nennt  man  auch  ein  gemeines  Bordell 
kjillchän  und  einen  Menschen,  der  sich 
an  solchen  Orten  herumtreibt  kjiilchäni 
oder  kjiili^    POTT  in  ZDMG  VII,  399. 

1235.  Mal.  külitkäjü: 

[Aus  mal.  külit  'Rinde'  Pijn  188  und 
käjü  'Baum,  Holz',  s.  hier  Nr.  1141]; 
hieraus  frz.  coulicoy,  engl,  coolicoy  'Rinde 
zu  pharmazeutischem  Gebrauche'.  [MMM 
15.    Devic  DEt  99. 

1236.  Ar.  knlkntär: 

'Vitriolum   flavum,   chalcitis'   [aus  gr. 


XoiXKavöo?,  xa^Kdvöri  verderbt];  hieraus 
sp.  colcotar,  pg.  frz.  engl,  colcothar,  dtsch. 
Kolkothar  'Eisenoxyd  (Ferrioxyd)',  zum 
Polieren  von  Glas  und  ähnl.  benutzt. 
[DE  2ö7.    Devic  DEt  97. 

1237.  Ar.  kulia: 

[Aus  aram.  kulhbä  'Weinkrug',  das  viel- 
leicht auf  assyr.  gullatu  'ein  Gefäß'  zu- 
rückgeht, vgl.  ZAkkFW  33]  'Großer 
Krug';  hiei-aus  mit  ar.  Art.  sp.  alcolla 
'dass.'.  [Vgl.  lat.  culullus  bei  Horaz.] 
[DE  92. 

1238.  Ar.  knlla: 

'Turm',  ebenso  tk.  kulle;  hieraus  rum. 
culä  'Turm,  Gewölbe,  Verlies',  bulg. 
serb.  kula  'Turm,  Schloß,  Berg'  [wohl 
mit  kaVa,  s.  hier  Nr.  1021,  zusammen- 
gefallen].   [Bern  SlElWb  641. 

1239.  Tk.  kulluk: 

'Wache,  Gardecorps'  [von  kxd  'Sklave'] ; 
hieraus  rum.  culuc  'dass.'. 

1240.  Ar.  kumäs: 

'Kleiderstoff,  Zeug',  tk.  und  kas.-tat.  ku- 
mas;  hieraus  russ.  kumac  'bucharisctier 
roter  oder  blauer  Baumwollstoff,  bulg. 
kumaS  'Stoff',  serb.  kttmaS  'Seidenzeug, 
Atlas',  ßech.  kumaö  'Baum wollsl off'; 
rum.  comas,  cumas  'Seidenstoff'.  [Bern 
SlEtWb  643. 

1241.  Ar.  kuiuDiijä: 

Vulg.,  bes.  in  Marokko  kummlja,  'ein 
Dolch',  etwa  38  cm  lang  und  2  bis  3  cm 
breit,  nach  auswärts  gekrümmt,  den  der 
gewöhnliche  Marokkaner,  Städter  wie 
Beduine,  stets  trägt  [FISCHER  in  MSOS 
II,  224/227];  hieraus  sp.  gumia,  cumia, 
pg.  gomia,  agomia,  agumia  'Art  Üolch'. 
—  [Als  andere  Grundwörter  werden  lat. 
acumen  und  guvia  'Meißel'  genannt, 
Eguilaz  416;  eine  ganz  lächerliche  Ab- 
leitung gibt  Schapiro  Revel  41.]  [Dozy 
Suppl  II,  487.    DE  282. 

1242.  Tk.  kuraiz: 

'Gegorene  Stutenmilch',  ebenso  kas.-tat. 
kymyz;  hieraus  russ.  kumys,  klruss.  ku- 
myz,  komyz,  poln.  (alt)  komiz,  kumyz 
'dass.'.  Dtsch.  (in  Reisebeschreibungen) 
Kumys,  engl,  kumiss.  [Gorjajew  67. 
Bern  SlEtWb  644. 

1243.  Ar.  kumknm: 

'Gefäß  mit  sehr  langem  Halse',  meistens 
aus  Metall,  dazu  bestimmt,  wohlriechende 
Flüssigkeiten  aufzunehmen;  hieraus  siz. 
cüncumo  'Kupfergefäß  zum  Wasser- 
kochen' [GrSVociSic  233]. 

1244.  Tk.  kuiibara: 

Vulg.  kumbara  'Granate,  Bombe'  [aus 
dem  Pers.;  fehlt  bei  Kelekian  Kämns, 
jedoch  bei  A.  Hindoglu,  Dictiotmaire 
Turc-Francais.  Vienne  1838.  S.  370]; 
hieraus  bulg.  serb'.  kumbara  'dass.'. 
[Mikl  SlEtWb  147  a.] 


7' 


Tk.  kundura.] 


100 


1545.  Tk.  kuudtira: 

'Sliefer  [aus  fjr.  Kouvboöpa  Byzantinische 
Zeitschritt  II,  304 f.,  dagegen  G.Meyer, 
Tiiriii^che  Studien  I,  53];  hieraus  rum. 
coiidur  'Stiefel,  leichter  Schuh,  Tanz- 
schuh'. 

1246.  Ar.  knuja: 

'Beiname',  meistens  mit  ibn  ['Sohn  des 
N.  N.']  oder  abü  ['Vater  des  N.  N.']  ge- 
bildet; hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  alcnfla 
'Geschlecht',  olcuno  'Geschlechfsname', 
pg.  alcunha  'Spottname',  kat.  vai.  alcunya 
'Geschlecht'.  —  [Ableitung  aus  ahd.  adal 
Tcuni  'edles  Geschlecht'  ist  nicht  nötig.] 
[DE  95/96.    Eguilaz  147.    ML  4793. 

1247.  S^skr.  kuhknma: 

Hieraus  zunächst  ar.  kiirlmm  [das  viel- 
leicht erst  über  gr.  lat.  crocum  entstanden 
ist]  und  dann  it.  siz.  sp.  curcuma  'in- 
discher Safran',  ndl.  curcuma  'dass.'. 
[DE  257.  Dozy  Oost  32.  GrSVociSic  233. 

1248.  Ar.  kuiiuab: 

'Hanf,  Cannabis  sativa'  [aus  gr.  Kawaßig, 
lat.  cannabis  ZDMG  LI,  30:i],  dazu  Adj. 
kunnabl;  hieraus  pg.  alcaneve,  alcanavy 
'Hanf  [Gonstancio  Üicc44c,  45  b].  über 
tk.  kijnneb  entstand :  serb.  kanab,  konop 
'Hanfstrick',  bulg.  konop.  [DE  83.  Mikl 
SlEtWb  127  b. 

1249.  Tk.  küp: 

Vulg.  kjilp  'großes  irdenes  Gefäß,  in 
welchem  man  Wasser  oder  Öl  aufbe- 
wahrt' [Kelekian  Känms  1046  b];  hier- 
aus rum.  chiub  'großer  irdener  Topf. 

1250.  Ar.  kur'än: 

'Lesung,  Vortrag'  [vomVb.  kara'a  'lesen, 
rezitieren',  vgl.  Tb.  Nöldeke,  Geschichte 
des  Qoräns.  2.  Aufl.  v.  Fr.  Schwally. 
Leipzig  1909.  I,  31/34];  Name  der 
Sammlung  von  114  Suren,  Aussprüchen 
oder  Offenbarungen  des  Propheten  Mu- 
hammad. Das  Wort  ist  zur  Bezeichnung 
dieses  islamischen  Religionsbuches  in 
alle  europäischen  Sprachen  überge- 
gangen, z.  B.  sp.  alcordn,  pg.  alcorao, 
frz.  alcoran,  jetzt:  le  Coran;  engl,  alko- 
ran,  the  Koran;  dtsch.  Koran  [früher: 
der  Alkorati]  usw.  [DE  95.  Devic  DEt 
14.    MWiD  61. 

1251.  Sin^hales.  kürawa: 
'Elefantengestüt'  [vielleicht  aus  sskr.  kari 
'Elefant'],  Grundwort  zu  frz.  cornac 
'Elefantenführer'  [gleichbedeutend  mit 
mahout,  s.  hier  Nr.  1352;  er  sitzt  auf 
dem  Halse  des  Elefanten  und  lenkt  ihn 
mit  seiner  Stimme  und  einem  Stäbchen], 
sp.  pg.  cornaca  'Elefantenführer  und 
-Wärter'  [Dicc  Gast  632  b;  Gonstancio 
Dice  316  b],  angloind.  cornac,  carnac. 
[Hobson-Jobson  256. 

liöi.  Ar.  karbä: 
'Verwandtschaft,   Nachbarschaft'  [vom 


Vb.  karuba  'nahe  sein'],  im  Dial.  von 
Algerien  kurbi  y  gurbi  [vgl.  güm  <^ 
kaum,  hier  Nr.  747] ;  hieraus  frz.  gourbi, 
(/ojtrö/rHütte,  Zeltdort',  scherzhaft 'Woh- 
nung' [wie  etwa  im  Dtsch.  das  india- 
nische Wort  Wigwam  benutzt  wird]. 
[Devic  DEt  132. 

1253.  Cag.  küren: 
'Wagenburg,  Lager,  Haufe'  [vom  Stamme 
kar,  kor,  kür  'umringen,  umfassen,  um- 
zäunen'VämberyTktEtWb  S.82,  Nr.8611] ; 
hieraus  russ.  kuren,  kurin'  'Kosaken- 
dorf,  klruss.  kuren  'Doif  und  Abteilung 
der  Zaporoger  Kosaken,  Strohhütte',  poln. 
kuren  'Erd-  oder  Holzhütte'.  [Gorjajew 
176.  Mikl  SlEtWb  1 48  a.  Bern  SlEtWb  648. 

1254.  Tk.  knrg'au: 

[Nicht  osm.,  sondern  kumanisch]  'Be- 
festigte Anhöhe'  [vielleicht  aus  pers. 
gürhänä  aus  gür  'Grab',  hänä  'Haus']; 
hieraus  russ.  kurgan,  klruss.  poln.  kur- 
han  'vorgeschichtlicher  Grabhügel',  häu- 
fig z.  B.  an  der  Wolga  oder  Kama  zu 
finden.  [Gorjajew  176.  Mikl  SlEtWb 
148.    Bern  SiElWb  648. 

12-55.  Tk.  kürk: 
'Pelz';   hieraus   bulg.  kurka  'Mantel', 
serb.  curak  'pelzgefütterter  Umhang'. 

12.56.  Ar.  kurma: 
'Baumstrunk,  'Klotz,  Block'  [aus  gr.  Kop- 
laöq  ZDMG  LI,  301];  hieraus  sp.  corma 
'Fußklotz'  für  Menschen  oder  Tiere,  aus 
zwei  Brettern  bestehend  [Dicc  Gast  632  b]. 
[RomForsch  XIX,  638.    ML  4742. 

1257.  Ar.  kurra: 

'Kugel';  hieraus  sp.  alcora  'dass.',  bes. 
in  astronomischem  Sinne.    [DE  93. 

1258.  Ar.  kursa: 

Ursprünglich  *  'etwas  Rundes',  dann 
'rundes  Brot'  [kurna  al-haläwl  'Marzi- 
pan' nach  Berggreen,  Guide  fran^ais- 
arabe  vulgaire.  ^Upsal  1844.  S.  266]; 
hieraus  sp.  alcorza,  pg.  alcorce,  alcorga 
'sehr  heller  Zuckerteig,  aus  dem  man 
allerhand  Figuren  macht'  [DE  94]. 

1259.  Tk.  kursun: 

'Blei'  [Vämliery  Prim  Kultur  175];  hier- 
aus bulg.  korsum,  serb.  kursum  'Kugel, 
Flintenkugel'.    [Mikl  SlEtWb  148  b. 

1260.  Ar.  kurt: 

'Ohrring',  plr.  akrät;  hieraus  mit  ar. 
Art.  sp.  arracadas  'dass.,  Ohrgehänge', 
pg.  algarradas  'Ohrläppchen'  [?  nach 
DE  86]. 

1261.  Tk.  kürtek: 

'Kurze  Jacke'  [wohl  nur  zufällig  mit 
lat.  curtus  zusammenklingend];  hieraus 
russ.  kurta,  kurtka,  poln.  öech.  kurtka 
'Jacke'.  [Gorjajew  176.  Mikl  SlEtWb 
148  b. 

1262.  Ar.  kurtnm: 

'Safflor,  Garlhamus  tinctoria  L.'  [aus 


101 


[Sskr.  kuruvinda. 


aram.  kurfemä  von  der  Wurzel  kirfem, 
Par'Sl  von  katam  'abkappen',  da  man 
zu  Beginn  des  Welkens  die  Blüten  aus 
den  Blütenkörbchen  herauszuplt,  um  sie 
als  Farbstoff  zu  verwenden,  vgl.  J.  LOW 
in  ZfSem  I,  III;  nach  VÖLLERS  in 
ZDMG  L,  650  indische  Entlehnung] ;  hier- 
aus mlat.  (der  Botaniker)  carthamus, 
sp.  pg.  cartamo,  cartama,  frz.  carthame. 
[Devic  DEt  87. 

1263.  Sskr.  kuruvinda: 
'Rubin',  bind,  zu  kurand,  kurund  zu- 
sammengezogen; hieraus  engl,  corun- 
dum,  dtsch.  Korund,  frz.  corindon,  sp. 
corindön,  corundo,  härtester  Edelstein 
nach  dem  Diamant;  zu  den  Korunden 
zählt  man  u.  a.  Rubin,  Saphir,  Amethyst. 

1264  Hebr.  küs: 
'Ekel  empfinden',  nach  neuhebr.  Aus- 
sprache kuiz;  hieraus  jüd. -dtsch.  Äroteen, 
ndl.  kotsen.  —  [Nach  Kluge  257  dagegen 
Intensivum  zu  dtsch.  ^•o/;^eH 'ausrülpsen' ; 
weniger  wahrscheinlich  als  die  von  Ave- 
L  IV,  447  gegebene  Erklärung.] 

1265.  Tk.  kusak: 

'Gurt'  [vgl.  ßag.  kursak  'Gürtel',  kur 
'Wache,  Schutz',  vom  Stamme  kar,  kor 
'umringen,  beschützen,  wehren',  Väm- 
bery  TktEtWb  S.  81,  Nr.  86  I];  hieraus 
bulg.  kusak,  kosak,  serb.  kusak,  poln. 
kusak,  russ.  kusak,  kusaöek  'Gurt,  Leib- 
binde'. [Gorjajew  178.  Mikl  SlEtWb 
149  b.    Bern  SlEtWb  652. 

1266.  Tk.  kuskuu: 
'Schwanzriemen'  [Kelekian  Kämüs  982]; 
hieraus  bulg.  serb.  kuskun  'Schwanz- 
riemen am  Pferdesattel'.   [Mikl  SlEtWb 
149  a.    Bern  SlEtWb  652. 

1267.  Berb.  kuskus: 

Ein  Gericht  aus  Mehl  und  Fleisch,  bei 
armen  Leuten  aus  Mehl  und  Wasser, 
das  in  einem  Teile  Nordafrikas  fast  als 
Nationalspeise  gelten  kann  [daß  es  je- 
doch keineswegs  im  ganzen  Magrib 
bekannt  oder  gebräuchhch  ist,  zeigt 
KAMPFFMEYER  in  MSOS  VIII,  229, 
Anm.  6];  hieraus  sp.  alcuzcuz,  alcuzcü, 
coscucho,  frz.  couscous,  auf  St.  Domingo: 
coussecouche,  siz.  cüscusu  'Gries',  als 
Interjektion  oh  cuscusti  'potztausend!'; 
ndl.  koeskoes  'Ragout,  Gemengsei',  auch 
in  übertragenem  Sinne.  [Dozy  Oost  53/54. 
ZfromPh  XXX,  465.  DE  96.  Devic 
DEt  99.    ML  4796. 

1268.  Ar.  kusilr: 

'Fehler,  Rest,  Auslassung',  tk.  ebenso; 
hieraus  rum.  cusur  'Fehler,  Rest,  Mangel', 
bulg.  kusur  'dass.',  serb.  kusur  'Rück- 
stand'. Mikl  SlEtWb  149  b.  [Bern  SlEt 
Wb  652. 

1269.  Ar.  kutr: 

'Gegend,  Landstück,  Acker',  ebenso  tk. 


fcutyr;  hieraus  russ.  htitor,  kutor  'Land- 
gut, Vorwerk,  Meierei'. 

1270.  Ar.  knttä'a: 

Eigentlich  katfä'a  [vom  Vb.  kata'a 
'schneiden']  'spitzes  und  schneidendes 
Werkzeug  für  Maurer  zum  Behauen  der 
Steine';  hieraus  mit  ar.  Art  sp.  alcotana 
'Maurerhammer'  [Dicc  Gast  1 13  b ;  DE  94]. 

1271.  Tk.  kntii: 

Auch  kupj  'Knsten,  Schachtel,  Dose'; 
hieraus  bulg.  kntija  'Büchse,  Schnupf- 
tabaksdose, Armenbüchse',  serb.  kutija 
'Schachtel' ;  rum.  cutie,  cutiufä,  cutivarä 
'Schachtel,  Büchse'. 

1272.  4r.  kutnn: 
'Baumwolle',  vulg.  koton  [selbst  Fremd- 
wort, wohl  äg.  oder  ind.  ZDMG  L,  633; 
vgl.  hebr.  kuttöne^,  woraus  gr.  x'^div; 
hieraus  wahrscheinlich  dtsch.  Kittel]; 
hieraus  it.  cotone,  sp.  algodön,  pg.  algo- 
däo,  frz.  coton  'Baumwolle';  pg.  cotäo 
'Panzerhemd  mit  großen  Maschen',  prov. 
alcoto  'Wams,  das  die  Ritter  unter  der 
Rüstung  trugen  und  das  innen  mit  Kattun 
gefüttert  war',  afrz.  auqueton,  nfrz.  ho- 
queton  'gestepptes  Wams  aus  BaumwoU- 
zeug';  mndl.  acotoen  'dass.',  ndl.  katoen, 
dtsch.  Kattun,  Katun  'Baumwollstoff, 
engl,  cotfon;  poln.  katun,  cech.  kartoun. 
—  Aus  dem  ar.  Adj.  kutiini  'baumwollen' 
wurde  tk.  ktdny  'Halbzeug  von  Satin 
und  Baumwolle'  [Kelekian  Kämüs  965  b] ; 
hieraus  russ.  kutnja  'asiatisches  halb- 
seidenes Zeug'.  [DE  127.  Eguilaz  162. 
ML  6910.  Lammens  Rem  264.  Bern 
SlEtWb  653.    MWiD  94. 

1273.  Ar.  knwwa: 

'Kraft,  Stärke,  Macht',  tk.  kuimvet  'dass.'; 
hieraus  bulg.  serb.  kuwet,  bulg.  koivet 
'dass.'. 

1274.  Ar.  küza: 

'Gehenkelter  Wasserkrug  mit  engem 
Halse  ohne  Ausguß'  [aus  pers.  hüzä 
'Topf  Horn  NpEt  S.  194,  Nr.  872; 
ZDMG  L,  648] ;  hieraus  mit  ar.  Art.  sp. 
alcuza  'Ölkrug'  [=  aceitei-a].  —  DE  96. 

1275.  Tk.  kyl.abdan: 
'Flittergold'  [Kelekian  Kämüs  967 :  Metall- 
faden aus  Silber  und  Kupfer  als  Nach- 
ahmung eines  Goldfadens];  hieraus  bulg. 
kalahadan,  serb.  klobodan  'dass.'. 

1276.  Tk.  kylaguz: 

'Führer,  Lotse',  vulg.  kylauz  [Kel6kiau 
Kämüs  986:  kulaguz,  vom  Stamme  kol 
'Arm,  Hand',  Vämbery  TktEtWb  S.  91, 
Nr.  85;  vgl.  Gag.  Ä-o/rfa^'i«? 'Helfer,  Leiter', 
ujgurisch  kolakuz  'Wegweiser'];  hieraus 
bulg.  serb.  kulanz,  bulg.  kalawuz,  poln. 
kalauz  'Führer,  Wegweiser';  rum,  cäläuz 
'Führer,  Vorläufer,  Wegweiser'.  [Sain 
48.    Bern  SlEtWb  472. 


Tk.  kyr.] 


102 


1277.  Tk.  kyr: 

'Grau'  [vom  Slanune  kar,  kyr  'schwarz, 
trocken'  Vuml)ery  TktEiWb  S.  79,  Nr.  84; 
vgl.  C;ig.  kir  'l'ecli,  duiikelgrau'] ;  hieraus 
puln.  /.•//•,  klruss.  Av/r  'schwarzes  Tuch, 
Trauerflor',  russ.  kireja  'Fuchspelz  mit 
Tuch  üherzosren'.  [Bern  SlKtWb  .504/505. 

1278.  Tk.  kjr: 

Infin.  kyrmnk  'brechen'  [Stamm  kir,  kil 
'zerbrechen'  Vämbery  TklEtWb  S.  88, 
Nr.  91  I];  hieraus  rura.  curma  'unter- 
brechen, abschneiden,  spalten'. 

1279.  Tk.  kyrbac: 

'Meistens  aus*  iVilpferdhaut  hergestellte 
Peitsche,  Ochsenziemer';  hieraus  bulg. 
kot-baö  'Peitsche  aus  Leder(riemen)',  serb. 
korobac,  poln.  korbacz,  karbacz,  kara- 
bacz,  russ.  (dial.)  karbuc,  klruss.  karbac, 
öech.  karabaö;  dtscli.  Karbatsche  'Hetz- 
peitsche', dän.  krabask,  schwed.  karbas 
'Rute',  ndl.  karbats,  karwats,  Vb.  kar- 
batsen;  runi.  girhaciü  'Peitsche,  Geißel', 
cärbäciü  'Stock  für  die  Bastonnade',  sp. 
corbacho,  frz.  cravache  'Reitpeitsche'. 
[ML  4691.  Kluge  228.  Bern  SlEtWb  568. 

1280.  Tk.  kyik  ajak: 
'Tausendfüßler,   Scolopendra'    [aus  tk. 
kyrk  'vierzig'  und  ajak  'Fuß'J;  hieraus 
rum.  cärcäiac  'Assel'. 

1281.  Tk.  kysla: 

'Kaserne'  [aus  kys  'Winter'  vom  Stamme 
kar,  kir  'Schnee,  Reif,  Winter',  also 
'Zeit  des  Schnees  und  Schneegestöbers', 
vgl.  slav.  zima  'kalt'  und  'Winter',  sskr. 
hima  'Schnee'  und  lat.  Iiiems  'Winter'; 
dazu  das  Suffix  -Ja  zur  Bezeichnung 
eines  Ortes,  demgemäß  kysla  eigentlich 
'Winterquartier'];  hieraus  rum.  cä^lä 
'Rammel-  oder  Schafherde',  cä§lärie 
'Gutshof'. 

1282.  Tk.  kywrak: 

'Krumm,  gewunden,  gekrümmt'  [vom 
Stamme  kij  'bieeen.  neigen,  krümmen' 
Vämbery  TktEt.Wb  S.  68,  Nr.  73] ;  hier- 
aus bulg.  kowrig  'kleiner  Kuchen',  russ. 
kowriga  'dass.,  rundes  Brot',  rum.  covrig 
'Brezel',  covrigar  'Brezelbäcker',  Vb. 
covriga  'winden,  krümmen' ;  dän.  norweg. 
kavring  'Zwieback'.  —  Vom  gleichen 
Stamme  kommt  tk.  kytvryk  'gekräuselt, 
Locke';  hieraus  serb.  kowrcica  'Haar- 
löckchen',  koivrciti  'kräuseln'. 

1283.  Tk.  kyzyl: 

'Rot'  [vom  Stamme  kis,  kiz  'Feuer, 
Wärme,  Röte'  Vämbery  TktEtWb  S.  89, 
Nr.  93 ;  mit  dem  Suffix  -gik  tk.  kyzylgyk 
'Kornelkirsche'  K616kian  KämOs  999  a]; 
hieraus  russ.  kizil  'Mispel,  Kornelkirsche', 
kiziljotvka  'Likör  daraus'.  [Gorjajew  139. 

1284.  Tk.  labada: 

'Ampfer,  Rumex  obtusifolius'  [Kelekian 
Kämüs  1070  b];  hieraus  rum.  lobadä, 


lobodä  'Melde,  Ghenopodium  oder  Atri" 
plex';  bulg.  seih,  loboda,  russ.  lebeda, 
lebedka,  klruss.  loboda,  poln.  loboda, 
lebioda,  öech.  loboda,  lebeda  'Melde'. 
[Mikl  SlEtWb  172  b. 

1285.  Ar.  labh: 
'Eine  Art  Acacia',  bis  zu  15  m  hohe 
Bäume,  mit  denen  z.  B.  die  schattigen 
Piomenaden  und  Alleen  Kairos  bepflanzt 
sind ;  hieraus  frz.  lebbeck  'Mimosa  leb- 
beck  Hasselqu.',  z.  B.  auf  der  Insel  R6- 
union.  —  [Der  Name  eines  am  Kap  der 
Guten  Hoffnung  wachsenden  Strauches 
Lebeckia,  frz.  lebeckie,  kommt  dagegen 
wohl  von  einem  Eigennamen  her?] 
[Devic  DEt  151.  Lammens  Rem  145/146. 

128(i.  Ar.  lädaii: 
'Harziger  Gummi'  [aus  pers.  lädän 
'Strauch';  vgl.  gr.  Xdbavov  Herod.  III, 
112,  lat.  ladanuni];  hieraus  frz.  Udanon, 
ladanuni;  engl,  ladanum;  russ.  ladan 
'Weihrauch,  wohlriechendes  Harz',  la- 
donka  'Riechkißchen',  (dial.)  ladan  mor- 
skoj  'Bernstein',  klruss.  ladan  'Weih- 
rauch', poln.  eech.  ladan  'Ladanum- 
strauch'.  [Mikl  SlEtWb  159  a.  Bern 
SlEtWb  682. 

1287.  Pers.  läf; 

'Prahlerei'  [Horn  NpEt  S.  212,  Nr.  952], 
ebenso  tk.  tefRede,  müßiges  Geschwätz' ; 
hieraus  rum.  laf  'leeres  Geschwätz',  la- 
fagiü  'Schwätzer' ;  bulg.  laf  'Wort',  serb. 
laf  'Gespräch'.  [Mikl  SlEtWb  159  a. 
Bern  SlEtWb  683. 

1288.  Tk.  lagym: 
'Unterirdischer  Kanal;  Mine,  Torpedo' 
[Kelekian  1079a;  wohl  aus  gr.  XaYibv 
'Höhlung'  ZDMG  LI,  303;  aus  dem  Tk. 
wieder  ngr.  Xa^ouiui  'Mine'] ;  hieraus  rum. 
lagäm  'Kanal,  Mine',  serb.  lagwn,  bulg. 
laghm  'Mine'. 

1289.  Ar.  la'ib: 

'Spiel';  hieraus  sp.  naipe  'Spielkarte' 
[ZDMG  LIII,  349/350],  jedenfalls  auch 
rum.  naibä  'Teufel'  [offenbar  durch  Zi- 
geuner samt  dem  Kartenspiel  eingefühi't ; 
Löbel  EirAP  68  führt  das  rum.  Wort 
freilich  auf  ar.  na'iba  'Wechselfälle  des 
Glücks,  Glück  oder  Unglück'  zurück]. 

1290.  Ar.  lakan: 

Auch  lakan  'Schale'  [aus  gr.  XaKÖvr) 
ZDMG  LI,  303],  ebenso  tk.  ;eÄ;m 'Wasch- 
schüssel'; hieraus  rum.  lighian  'Wasch- 
becken', serb.  ledjen  'Becken',  h\i]g.lihen, 
lejen,  klruss.  lochann,  russ.  lohan  'dass.'; 
öech.  lihanec  'Art  Kuchen'  [wegen  der 
Form].    [Mikl  SlEtWb  163  b  und  168  b. 

1291.  Ar.  lakk: 

'Fleisch';  hieraus  pg.  lacäo  'Schinken' 
[Gonstancio  Dicc  644  b],  sp.  (dial.  As- 
turien)  llacön,  (Galizien)  lac6n  'dass.' 
[ML  4858]. 


103 


[Pers.  läkkä. 


1292.  Pers.  läkkä: 

'Flecken'  [Berge  Dictionnaire  Persan- 
Francais.  Leipzig-Hamburg  1920.  Sp. 
305],  tk.  leke  'dass.';  hieraus  rum.  lichea 
'dass.,  durchtriebener  Schurke';  bulg. 
?eÄ;eTleck',Vb.»aZ«ca/^am 'beschmutzen', 
serb.  lece  'Sommersprosse'.  [Mikl  SlEt 
Wb  164  a. 

1293.  Ar.  lakkät: 

'Zange'  [vom  Vb.  lakat  'fassen,  auf- 
heben']; hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  alicates, 
alicantes  'Biegzange',  frz.  alicate  'kleine 
Zange,  Heren  sich  die  Klempner  bedienen'. 
[DEFREMERY  in  JAs  1862,  I,  92.  DE 
140.  DevicDEt22.  Lammens  Rem  14/15. 

1294.  Ar.  laklak: 

'Storch'  [onomatopoetische  Bildung  nach 
dem  Klappern  des  Schnabels,  ebenso  wie 
ass.  lakalaka  Del  HWB  885  a],  ebenso 
tk.  leklek,  vulg.  lejlek  [mit  Erweichung 
des  Gutturals  wie  in  Beg  >  bej,  s.  hier 
Nr.  282]  'Storch,  Kranich';  hieraus  rum. 
liliac  'Fledermaus';  serb.  lelek,  lilak, 
Cech.  lelek,  klruss.  lelek,  russ.  leklek 
'Storch'.    [Gorjajew  184. 

1295.  Sskr.  läksä: 

'Marke,  Fleck;  hunderttausend',  [und 
nach  den  100000,  d.h.  unzähligen  In- 
sekten Cocca  ilicis,  welche  durch  ihren 
Stich  auf  quercus  coccifera  die  harzige 
Absonderung  bewirken]  'Lack';  hieraus 
in  der  urspiünglichen  Bedeutung  bind. 
läkh  '100000',  engl,  lack  'dass.,  bes. 
100000  Rupien'  und  ferner:  sp.  pg.  laca 
'Lack',  ZßCT-e 'Siegellack',  frz  Jag?«e 'Lack', 
it.  lacca  'Lack,  Siegellack',  rum.  lac; 
engl,  lac,  ndl.  lak,  dtsch.  Lack  und  engl. 
shellac  [eigentlich  'Schalenlack',  da  er 
zu  kleinen,  dünnen  Täfelchen  geformt 
wird],  ndl.  schellak,  dtsch.  Schellack; 
russ.  lak,  Vb.  lakirowat',  bulg.  serb.  lak, 
Vb.  serb.  lakowati,  Cech.  lak,  Vb.  lako- 
vaü,  poln.  lakier,  Vb.  lakierowac.  [Hob- 
son-Jobson  499/501.  Dozy  Oost  57/59. 
Kluge  274.  DE  295/296.  Devic  DEt 
150/151.    Gorjajew  180. 

1296.  Tk.  laksa: 

'Nudeln,  kleine  l'eigstücke,  die  in  Brühe 
gekocht  werden'  [nicht  osm.,  nordtk.]; 
hieraus  russ.  lapsa  'Nudeln,  Faden- 
nudeln', klruss.  lapsa,  loksa  'dass.'. 
[MiklSlEtWb  160b.  Bern SlEtWb  690/691. 

1297.  Tk.  lakyrdy: 

'Gespräch,  Plauderei,  Wort'  [ob  verwandt 
mit  lat.  loquor,  nach  Walde,  Lateinisches 
Etymologisches  Wörterbuch.  Heidelberg 
1906/10.  S.  348  aus  Zrt^Mor?];  hieraus 
bulg.  lak^rdija  'Wort,  Unterhaltung', 
serb.  lakrdija  'Wort,  Tändelei,  Scherz'. 
[Mikl  SlEtWb  160  a.   Bern  SlEtWb  687. 

1298.  Pers.  läl: 

'Hochrot',  dazu  tat.  lalä  'Rubin';  hier- 


aus serb.  lal  'rot',  russ.  lal  'Rubin'. 
[Gorjajew  180.  Mikl  SlEtWb  160  a. 
Bern  SlEtWb  687. 

1299.  Pers.  lälä: 

'Haus-  und  Hofmeister',  tk.  ebenso  lala 
'Diener,  Hofmeister'  [Kölekian  Kämüs 
1072];  hieraus  rum.  (dial.)  lalä  'Onkel'; 
serb.  lala  'tk.  Würdenträger,  Hofmann', 
bulg.  lala  'Gouverneur',  lalo  'älterer 
Bruder'.  [Mikl  SlEtWb  160  a.  Bern 
SlEtWb  688. 

1300.  Pers.  lälä: 

'Tulpe,  Tulipa  persica'  [s.  auch  hier 
Nr.  544],  ebenso  tk.  lale;  hieraus  rum. 
lalea  'dass.';  serb.  lale  'dass.',  bulg.  lale 
'dass.,  Mohn'.  [Mikl  SlEtWb  160  a. 
Bern  SlEtWb  688. 

1301.  Tk.  lalanga: 

'Backwerk  aus  geschlagenen  Eiern  und 
Mehl'  [Kelekian  Kämüs  1072];  hieraus 
rum.  lalanghifä  'dass.'. 

1302.  Tibet,  laiua: 
'Buddhistischer  Mönch'  [eigentlich  bLa- 
ma,  jedoch  mit  stummem  6];  hieraus 
engl,  lama  und  ebenso  in  anderen  euro- 
päischen Sprachen  [Hobson-Jobson  502]; 
mit  moi\%.  dalai  'Gott',  eigentlich:  'Meer' 
ergibt  sich  dalai-lania,  Bezeichnung 
eines  der  beiden  höchsten  Lamas  in 
Tibet  und  der  Mongolei  ['Meer-Lama' 
genannt,  weil  seine  Macht  so  unendlich 
ist  wie  das  Meer].    [MWiD  127. 

1303.  Tk.  laniba: 

'Gezähntes  Gesims  um  die  Zimmerdecke 
herum'  [Kelekian  Kämüs  1073  a];  hier- 
aus rum.  lambä  'Strick  an  der  Wagen- 
achse; Einschnitt,  Falz'. 

1304.  Ar.  läml: 

'Art  Weihrauch  aus  Amyris  Zeylanica' 
[spätes  Wort  der  Vulgärsprache] ;  hieraus 
mit  Imäla  [ä  >  e]  sp.  elemi,  pg.  gumi 
lerne,  frz.  dlemi,  dtsch.  Elemih^rz  oder 
-gummi  [darüber  vgl.  die  Konversations- 
lexika]. [DE  259.  Devic  DEt  108, 
Lammens  Rem  263. 

1305.  Ar.  lamt: 
Einheitsnomen  lamta  'Art  Antilope'  in 
den  afrikanischen  Wüsten;  hieraus  sp. 
ante  [mit  Verkennung  des  anlautenden 
l  als  Artikel  und  Weglassung  desselben], 
dante  [aus  einem  Ausdrucke  wie  pelle 
d'ante  oder  dergl.  entstanden]  'Wild- 
leder', pg.  anta,  dante  'dass.'  [jedoch  in 
Brasilien  auch  'Tapir',  Constancio  Dicc 
82c],  it.  dante  'Damhirsch';  Ableitung 
sp.  anteado  'blaßgelb'  [in  ähnlicher  Be- 
deutung wird  der  it.  Eigenname  Dante 
entstanden  sein].  [DE  195.  Gaix  Studi 
di  etimologiaitaliana  e  romanza.  Firenze 
1878.    S.  303.    ML  4874. 

1306.  Pers.  läs: 

'Leichnam',  ebenso  tk. /es 'Leiche,  Aas'; 


Pers.  läJkär.] 


104 


hieraus  rum.  le§  'dass.',  le§iu  'Ohn- 
macht', le^-ina  'ohnmäclitig  werden'; 
bul^'.  serb.  les  'Leiche,  Aas',  serb.  lesinar 
'Aasgeier'.  [Mikl  SlEtWb  166  a.  Bern 
SlEtWb  70^2. 

1307.  Pers.  läskär: 

'Heer,  Feldlager'  [verwandt  mit  ar.  'as- 
kar,  byzantinisch-gr.  dEdpKr|TOv,  lat.  e.xe)-- 
citus,  von  denen  das  lat.  Wort  wohl 
das  ursprüngliche  Grundwort  ist;  doch 
sind  die  Entlehnungsverhällnisse  der 
übri^'en  Formen  noch  ungeklärt,  vgl. 
z.  B.  VÖLLERS  in  ZDMG  L,  64G,  der 
das  ar.  Wort  aus  dem  Pers.  entlehnen 
will;  neuerdings  wird  ar.  'askar  auf  gr. 
äöKctpioq  'Schlauch-,  Wasserträger'  zu- 
rückgeführt, vgl.  Streitberg-Festgabe. 
Leipzig  1924.  S.  233];  hieraus  engl, 
angloind.  /«scar 'Seemann'.der  zu  Fahrten 
auf  den  tropischen  Meeren  angeheuert 
wird,  da  Europäer  in  der  doppelten 
Gluthitze  der  Tropensonne  und  des 
Kesselraums  nicht  arbeiten  könnten. 
Man  unterscheidet  den  sea-lascar  'Ma- 
trose' vom  gun-lascar  'Hilfsmann  bei 
der  Artillerie'  und  dem  tent-lascar  'Zelt- 
aufschläger'. Ebenso  frz.  lascar;  dtsch. 
Laskare;  pg.  lascar,  lascar  im,  liscarim 
[Constancio  Dicc648c].  [Hobson-Jobson 
.507/509.  Devic  DEt  1.51.  Lammens 
Rem  145.    Eguilaz  436. 

1308.  Ar.  la'ük: 

Medizinischer  Fachausdruck,  eigentlich 
'was  man  aufleckt',  d.  h.  in  kleiner  Dosis 
nimmt  [vom  Vb.  la'aka  'lecken'],  syno- 
nym zu  ralat.  eclegma  und  linctus;  hier- 
aus pg.  looch  [mit  k  gesprochen,  Con- 
stancio Dicc  662  b],  lohoc  'Julep,  Lat- 
werge', afrz.  lohoc,  frz.  looch,  lok,  phar- 
mazeutischer Ausdruck  für  eine  Art 
Latwerge.  [SANGUINETTl  in  JAs  1866. 
I,  323.  DE  298.  Devic  DEt  152. 
Lammens  Rem  147/148.    Eguilaz  439, 

1309.  Ar.  lauza: 

'Mandel',  vulg.  löza ;  hieraus  mit  ar.  Art. 
sp.  alloza  'wilder  Mandelbaum'  [Dicc 
Gast  144  b],  pg.  arzolla  'grüne  Mandel' 
[Constancio  Dicc  122  b].    [DE  147. 

1310.  Lazarus: 

N.  pr.,  jedenfalls  aram.  Name,  im  NT  in 
der  Parabel  vom  reichen  Prasser  Luc 
XVI,  20  und  der  vom  Tode  auferweckte 
Bruder  der  Maria  und  Martha  von  Be- 
thanien Joh  XI,  1  sq.,  XII,  1  sq.  [gleich 
hebr.  ]^li'ez§r  Gen  XV,  2  'Gott  ist  Hilfe']. 
Hieraus  it.  lazzarone  'Bettler',  lazzaretto 
'Krankenhaus'  [ursprünglich  'Pestspital, 
Leproserie';  nach  SPITZER  in  WuS  VI, 
201/204  aus  dem  Namen  einer  solchen 
Anstalt  Santa  Maria  di  Nazaret  ent- 
standen, wobei  erst  eine  sekundäre  Ein- 
mischung von  Lazarus  oder  S.  Lazaro 


stattfand  und  aus  *Nazaretum  dann 
lazzaretto  wurde;  vgl.  auch  Herrigs  Ar- 
chiv CXXXVII,  225];  prov.  frz.  ladre 
'aussätzig',  dial.  (Picardie)  lasaire  'arm, 
elend',  lazaret  'Krankenhaus',  sp.  lazaro 
'Bettler,  aussätzig',  pg.  lazarino  'aus- 
sätzig', sp.  laceria,  pg.  lazeira  'Armut', 
Vb.  sp.  lazdrar  'Mühsal  und  Elend  er- 
leiden', sp.  pg.  lazareto  'Krankenhaus'; 
dtsch.  Lazarett,  engl,  lazaret,  lazaretto 
'Krankenhaus',  lazar-house  'dass.',  lazar- 
ly,  lazarlike  'elend,  aussätzig',  ndl.  la- 
zartis  'aussätzig',  lazarij  'Aussatz',  la- 
zarushuis  'Leproserie',  lazaret  'Kranken- 
haus', schwed.  lasarett  'Hospital',  dän. 
lazaret  'dass.';  russ.  lazar  'Bettler',  Vb. 
lazarit'  'betteln',  öech.  lazar  'Aussätzi- 
ger', poln.  tazarz  'Kranker,  Armseliger 
Bettler'.  [ML  4958.  Kluge  277.  Bern' 
SlEtWb  696. 

JJJJ^_  Pers.  läzwärd : 
'Lasurstein,  lasurfarben',  also  'blau' 
[vielleicht  aus  sskr.  rägävarta,  aus  rägä 
'König',  s.  hier  Nr.  1692,  und  ävarta 
'Locke,  gekräuseltes  Haar',  also  'Königs- 
locke', d.  h.  Haarschmuck  des  Königs  ; 
doch  wird  das  Wort  auch  als  'Quirl- 
edelstein' gedeutet],  ar.  läzwardi  'lazur- 
ähnlich';  hieraus  mit  Abfall  des  als 
Artikel  betrachteten  l  it.  azzurro,  azzuolo 
'dunkelblau',  lapis  lazzuli  'Lasurstein', 
prov.  frz.  azur,  kat.  sp.  pg.  azul,  rum. 
azur  'blau',  azuriü  'hinnnelblau',  mlat. 
lazulum  [woraus  mgr.  XaZ:oüp;ov,  \dla- 
poc];  dtsch.  azur,  Lasur,  lasurblau, 
ndl,  azuur,  lazuur,  engl,  azure;  russ. 
lazur ,  bulg.  lazur,  poln.  Cech.  lazur 
'das  Himmelblau'.  [DE  229.  Eguilaz 
326.    ML  4959.    Gorjajew  180. 

1312.  Hebr.  leß: 

'Herz';  hieraus  Lehen  in  jüd.-dtsch. 
Zusammensetzungen  wie  Vaterleben, 
Sarahleben  oder  in  der  jüd.  Koseform 
mein  Leben  'Herzchen!'. 

1313.  Ar.  lebek: 

Vulg.  [Aus  gr.  Xißöq  'der  regnerische 
Südostwind',  z.  B.  Herod.  II,  25]  'Süd- 
wind'; hieraus  it.  libeccio,  afrz.  lebeche, 
prov.  labech,  kat.  llebeig,  sp.  lebeche  'Süd- 
westwind' [Dicc  Gast  1 248  a].  —  ML  5016. 

1314.  Mal.  lempüjaiig: 
'Zingiber  cassumunar'  [Pijn  210a;  viel- 
leicht aus  lampü  'übermäßig'  mit  Hin- 
weis auf  die  Stärke  des  Gewürzes]; 
hieraus  frz.  lampoujane  'Art  Ingwer'. 
[Devic  DEt  150. 

1315.  Hebr.  lewai: 

Interjektion  des  Wunsches,  utinam!  Da 
die  Juden,  wenn  sie  mit  ihrer  gewohnten 
Lebhaftigkeit  und  ihrem  Eifer  sprachen, 
dieses  Wort  häufig  im  Munde  halten, 
entstand  hieraus  ndl.  lawaai  'Lärm,  Ge- 


105 


[Tk.  lewand. 


rausch'  in  den  Ausdrücken:  er  is  groot 
latvaai  und  hij  maakt  veel  latcaai. 

1316.  Tk.  lewand: 

'Freiwillig  sich  stellender  Soldat,  kühn' 
[aus  it.  levantino,  vgl.  Oriente  1,  195]; 
hieraus  rum.  levcnt  'tapfer',  sp.  levante 
'Soldat'  [in  Verbindung  mit  genizaro 
bei  Cervantes,  Don  Quijote  I.  Teil.  Kap. 
39,  in  Coleeciön  de  autores  espanoles  III. 
Leipzig  1891.  S.  274,  Z.  2  v,  u.];  bulg. 
lewen,  lewent  'junger  starker  Mann', 
serb.  lewenta  'tk.  Seemann,  Stutzer,  Held', 
klruss.  levened  'hochgewachsener  rüstiger 
Mann',  l^gin  'wackerer  Bursche,  Jüng- 
ling', russ.  (dial.)  leivenec  'dass.'.  [Eguilaz 
438.  Mikl  SlEtWb  166  a.  Bern  SlEt 
Wb  704. 

1317.  Tk.  libade: 

'Kurze  wattierte  Weste,  Wollmanter 
[Kel6kiun  Kämüs  1074  b];  hieraus  rum. 
libadea  'Rock'. 

1318.  Ar.  llf: 

Einheitsnomen  Ufa  'Palmenbast'  und 
'Seil  daraus';  hieraus  siz.  leff'a  'foglia 
delicata  del  ciafaglione',  sp.  hfe  'Art 
Fangseil'  [Dicc  Gast  1280  a].  [GrSVociSic 
239.  Eguilaz  437  [mit  anderer  Erklärung]. 

1319.  Ar.  lilak: 

Auch  lailak  [aus  pers.  llläg,  niläg,  s.  hier 
Nr.  1568]  'Syringa  vulgaris,  spanischer 
Flieder',  dessen  lilafarbene  Blütensträuße 
zwar  keinen  Farbstoff  liefern,  aber  einem 
bestimmten  Blau  seinen  Namen  gegeben 
haben ;  daher  hieraus  rum.  liliac  'P'lieder', 
Uliachiü  'lila',  lulachiu  'Indigo',  it.  sp. 
lilac,  frz.  lilas;  hu\g.  Iii' ak,lulak'^Fl\edev\ 
Cech.  poln.  lilak  'dass.';  dtsch.  lila  'bläu- 
lich', engl,  lilac  'Flieder'.  [Ngr.  XouXctKi 
'bläuliche  Farbe  oder  Tinte'.]  [DE  297. 
Eguilaz  439.    Mikl  SlEtWb  169  b. 

1320.  Ar.  Ilm: 
Einheitsnonien  l'inia  'kleine  Zitrone  von 
sehr  süßem  Geschmack' ;  hieraus  sp.  pg. 
lima,  frz.  Urne,  Urne  hergamote  'Citrus 
bergamia  vulgaris  Risso'.  [DE  297/298. 
Eguilaz  439.    Devic  DEt  152. 

1321.  Tk.  limaii: 

'Hafen'  [aus  gr.  Xi|ar)v;  ngr.  \i|Lidvi]; 
hieraus  rum.  liman  'Hafen,  Zufluchtsort' ; 
russ.  liman  'Meerbusen',  klruss.  Igman, 
lymen,  poln.  bulg.  liman  'Hafen'. 

1322.  Pers.  liiuüu: 

'Zitrone,  Citrus  limonum',  ebenso  ar. 
laimün  und  tk.  limon  'Zitrone'  und 
'Zitronenbaum';  hieraus  it.  limone,  siz. 
limuni,  prov.  limon,  frz.  limon,  limoniev, 
kat.  llimö,  sp.  limdn,  pg.  limäo,  Umoeiro, 
rum.  lämte  'Zitrone',  lamuH  'Zitronen- 
baum'; engl,  lemon,  ndl.  lemoen,  lamoen, 
dtsch.  Limone  (selten),  liieraus  Limonade 
'süßes  Getränk';  russ.  limon,  klruss.  ly- 
mon,   bulg.  öech.  limon,  serb.  limun. 


poln.  limona.  [DE  298.  Eguilaz  439 
ML  5057.  Kluge  287.  MWiD  81.  83 
Mikl  SlEtWb  170  a.  Bern  SlEtWb  72 1/722 . 

1323.  Sskr.  liiiga: 

Ebenso  tamul.  Ungarn  'membrum  virile', 
das  buddhistische  Emblem  des  Mahä, 
Deva  (Siva),  das  sich  als  Kegel  aus 
schwarzem  Stein  in  den  Pagoden  dieser 
Gottheit  findet.  In  den  Reisebeschrei- 
bungen über  Indien  häufig  als  Lingam, 
engl,  lingam  erwähnt. 

1324.  Tk.  lipkaii: 

'Name  eines  Kosakenstammes' ;  hieraus 
rum.  lipcan  'Tatare,  Ritter'. 

1325.  Hebr.  Imjädäu: 
Eigentlich  'gewundenes  oder  windungs- 
reiches Tier',  nämlich  'Walfisch'  Psalm 
CIV,  20  oder  'Krokodil'  Hiob  XL. 
Hieraus  frz.  leviathun  'Ungeheuer',  engl. 
leviathan  'Seeungeheuer',  dtsch.  Levia- 
than  'dass.',  sp.  leviätan.  [MWiD  29. 
Eguilaz  438. 

1326.  Ar.  liziua: 

'Tribut,  Steuer'  [vom  Vb.  ?«s»na  'müssen, 
obligatorisch  sein'];  hieraus  frz.  lisme 
'Gebühr  für  die  Korallenfischerei',  die 
an  die  Barbareskenstaaten  zu  zahlen  war. 
[Devic  DEt  152.    Lammens  Rem  147. 

1327.  Tk.  lobut: 

'Kurzer,  dicker  Stock'  [Kelekian  Kämüs 
1082  b];  hieraus  serb.  lobud  'Keule', 
bulg.  lohnt,  liibut  'Prügel,  Schläge'.  [Bern 
SlEtWb  726. 

1328.  Tk.  löküu: 

'Art  Zement  zum  Brunnenbau'  [Kelekian 
Kämüs  1084  a];  hieraus  rurn.  lichium, 
luchium,  serb.  lucum  'dass.'.  [Mikl  Sl 
EtWb  175. 

1329.  Tk.  longa: 

'Vereinigung  ehrbarer  Spießbürger'  [Ke- 
lekian Kamüs  1084  b;  aus  \t.  loggia  <^ 
ahd.  loubja  'Laube'] ;  hieraus  serb.  lond£a 
'Terrasse'.    [Mikl  SlEtWb  173  b. 

1330.  3Ial.  lontar: 
'Palmyrapalme,  Borassus  flabelliformis' 
[Pijn  210  b];  hieraus  frz.  lantavd  'ein 
Baum,  aus  dem  man  den  toddi  genannten 
Palmwein  zieht'.    [Devic  DEt  150. 

1331.  Ar.  Inbän: 

'Weihrauch'  [hebr.  le^önä,  woraus  gr. 
Xißavoq];  hieraus  mit  ar.  Art.  mlat.  oli- 
bamim,  frz.  oliban,  olibane,  it.  sp.  pg. 
olibano,  pharmazeutischer  Ausdruck  für 
'Weihrauch'.  Ferner  russ.  bulg.  serb. 
liwan  'dass.'.  Nach  FAUSTO  LASINIO, 
Di  alcune  voci  italiane  credute  di  ori- 
gine  Orientale.  In  GSAI  III,  145/6 
diiekt  aus  dem  gr.  6  Xißavoq,  für  die 
slavischen  Formen  freilich  das  Wahr- 
scheinlichste. [Devic  DEt  179.  Lammens 
Rem  185/186.  Eguilaz  466.  Gorjajew 
186. 


Ar.  lubäii  gäwi.] 


106 


1332.  Ar.  Inbän  gäwi: 

'Javanischer  Weihraucli'  [s.  hier  Nr.  1331 ; 
obwohl  er  aus  Sumatra  stammt],  mit 
Imiila  [ä  >>  e]  luben  gäwi;  hieraus  mit 
Abtall  der  er.sten  Silbe  it.  henju\,  belgiu), 
gebräuchlicher:  belgioina,  henzoino,  frz. 
boijoin,  kat.  benjugi,  sp.  benjul,  menjid, 
pg.  beijoim,  beijuim  'Benzoegummi'; 
ei\\x\.benjamin,  benjoin,  chemischer  Fach- 
ausdruck, und  Aisdh.. Benzoe;  russ.  benzoi, 
poln.  benzoes.  Hieraus  weiter  it.  belztiino, 
frz.  benzin,  dtsch.  Benzin,  Benzol,  russ. 
benzin,  poln.  (dial.)  b^dzivim  usw.  [Hob- 
son-Jobson  86/87.  DE  !239.  Eguilaz  344. 
Devic  DEt  66.  Lammens  Rem  186/187. 
Gorjajew  15.    MWiD  86. 

lo33.  Ar.  lübijä': 
'Bohne,  Phaseolus  vukaris'  [durch  das 
Aram.  aus  gr.  Xößoq,  ZDMG  LI,  303]; 
hieraus  val.  Hub!,  mit  ar.  Art.  sp.  aliibia 
'dass.'.    [DE  187.    Eguilaz  252. 

lo33a.  Arab.  luf: 
'Eine  Arumart,  Arum  arisarum',  Einheits- 
nomen lüfa;  hieraus  mit  Übertragung 
auf  eine  ähnliche  Pflanze  sp.  lufa  [Dicc 
Gast  1284  a]  zur  Bezeichnung  einer  den 
Cucurbitaceen  zugehörigen  Pflanze,  Luffa 
cylindrica,  aus  deren  trockenem  Faser- 
gewebe der  Früchte  der  sog.  vegeta- 
bilische Schwamm  hergestellt  wird, 
welcher  als  Schwamm,  Einlegesohle  oder 
zu  ähnlichen  Zwecken  benutzt  wird. 
Engl,  loofah,  dtsch.  L?i/^rt(kürbis  und 
-schwamm).  —  [Ableitung  aus  ar.  luffäh 
'eine  Art  Eierpflanze'  scheint  weniger 
zu  passen,  auch  existiert  das  in  MWiD 
84  angeführte  pg.  lufa  wohl  nicht.] 

1334.  Ar.  Inkät: 

'Nachlese,  Abfälle,  Wertloses',  mit  Imäla 
[ä  >  e]  Itilcet ;  hieraus  sp.  luquete  'Stück 
Zitronen-  oder  Apfelsinenschale,  das  man 
in  den  Wein  tut,  um  ihm  diesen  Ge- 
schmack zu  geben'  [Dicc  Gast  1286  a; 
DE  298]. 

1335.  Ar.  Inkiua: 

'Bissen,  Fetzen',  tk.  lokma;  hieraus  rum. 
locma  'Leckerbissen';  serb.  lokma,  lokioa 
'Bissen,  Stück  (Fleisch)',  russ.  lohmoty 
(veraltet)  'Lumpen,  Fetzen'.  [Gorjajew 
192.  Mikl  SlEtWb  173a.  Bern  SlEt 
Wb  729. 

1336.  Pers.  lülä: 

'Pfeife,  Pfeifenrohr',  ebenso  tk.  lüle; 
hieraus  rum.  lulea  'Tabakspfeife',  bulg. 
lula  'Tabakspfeife,  Pfeifenkopf',  serb. 
lula  'Pfeife,  Pfeifenröhre',  poln.  cech. 
lulka,  klruss.  l'ul'ka,  russ.  ljul'ka  'Pfeife'. 
[Gorjajew  198.  Mikl  SlEtWb  176  a. 
'Bern  SlEtWb  745. 

1337.  Mal.  liirl: 

'Art  Papagei',  bes.  auf  den  Molukken, 
seit  dem  XIV.  Jahrhundert  in  Südindien 


und  seit  dem  XVI.  Jahrhundert  in  Eu- 
ropa eingeführt,  auch  nüri  [Pijn  212]; 
hieraus  frz.  lauri,  loury,  sp.  loro,  pg. 
louro,  nore,  it.  nuro;  engl,  lory,  loory, 
(all)  7iory,  nury,  ndl.  noeri,  dtsch.  Lori 
[und  hiernach  häuhg  Lora],  [MMM  23. 
Devic  DEt  152.  JAOS  XVIII,  71/72 
und  84/86    MWiD  28. 

13.38.  Hiud.  lüt: 
'Raub,  Plünderung'   [aus  sskr.  lotra] ; 
hieraus  angloind.  engl,  loot  'dass.'  [vgl. 
Jesperson,  Growth  and  structure  of  the 
English    language.  Leipzig  1923. 

S.  150],  dazu  looty  'Plünderer,  Räuber' 
[pers.  lüti,  vgl.  Brugsch,  Reise  nach 
Persien  I,  224/225].  [Hobson-Jobson 
519/521. 

1338  a.  Chin.  ma: 
'Sperling'  [Rüdenberg,  Chinesisch-deut- 
sches Wörterbuch  S.  377  c,  Nr.  3771]; 
mit  chin.  djung  'Spiel'  verbunden,  ergibt 
sich  der  Name  für  ein  chinesisches,  dem 
Domino  ähnliches  Spiel  mit  verwickelten 
Spielregeln,  das  seit  kurzem  in  Amerika 
und  weniger  in  Europa  Eingang  gefunden 
hat;  also  eigentlich  'Spatzenspiel',  engl. 
mah-djong,  dtsch.  Mah-Jong. 

1339.  Ar.  mabrüni: 

'Seil'  [Part.  pass.  von  barama  'ein  Seil 
drehen',  also  'gedreht'];  hieraus  sp.  pg. 
kat.  maroma  'Seil,  dicker  Hanfstrick',  val. 
plr.  varomes  'dass.'.  [DE  304.  Eguilaz 
446  (wo  als  Grundwort  fälschUch  ar. 
harim  'Schnur,  Seil'  angegeben  wird). 

1340.  lad.  macao: 

'Art  Papagei';  hieraus  ivz.  macao  'dass.', 
Ableitung  macareux  'Papageitaucher, 
Mormon  arctica  III.'  [na^h  ML  5195 
mit  Berufung  auf  Behrens,  Beitr  372]. 

1341.  Ar.  ma'dan: 

'Bergwerk' ;  hieraus  sp.  alinadSn  'Berg- 
werk, Metallmine';  über  Ik.maden  wurde 
rum.  madem  'Bergwerk,  Metall';  bulg. 
madem  'Bergwerk'.  [DE  148.  Eguilaz 
207.  ML5Ü15.  Löbel  EITAP  59.  Mikl 
SlEtWb  179. 

1342.  Ar.  inädda: 

'Materie,  Stoff,  Gegenstand'  [vgl.  auch 
Dozy  Suppl  II,  574];  hieraus  siz.  maddu, 
maddiu  'Haarwulst'.    [GrSVociSic  24u. 

1342  a.  Teliign  Mädhavayya-pälemn: 
'Befestigter  Ort  von  Mädhava',  schon 
indisch  zu  Mädhavapalam  verkürzt,  N.  pr., 
Name  eines  Ortes  am  südlichen  Delta- 
ufer des  Godavery  an  der  Ostküste  Vorder- 
indiens. Hieraus  ist  die  Bezeichnung 
eines  besonderen  Baumwollstoffes  ent- 
standen: angloind.  engl.  madapoUam 
'ein  Mittelding  zwischen  Kaliko  und 
Musseline',  frz.  madapolam,  madapolame 
'geköperter  Kattun,  starker  Kaliko',  dtsch. 


107 


[Ar.  ma'dija. 


Madapolam.  [Hobson-Jobson  531/532. 
MWiÜ  125. 

1343.  Ar.  ma'dija: 

'Fähre  oder  Floß'  zum  Überschreiten 
eines  Flusses  [vom  Vb.  "adä  "über- 
schreiten']; hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  pg. 
almadia,  armadia,  frz.  almadie,  armadie 
Tiroge  oder  Floß'.  [DE  148.  Devic 
DEt  24/2.5.    Lammens  Rem  16/17. 

1344.  Ar.  madraba: 

'Netz  zum  Tunfisdifange'  [DEFREMERY 
in  JAs  1869,  I,  538;  vom  Vb.  daraba 
'schlagen',  sc.  'Pfähle  einrammen,  um 
das  Netz  festzumachen',  wahrscheinUch 
kontaminiert  mit  matraba  'Umzäunung 
mit  Netzen'  von  tarb  'Netz',  s.  hier 
Nr.  2030;  so  DE  149/151];  hieraus  sp. 
almadraba,  pg.  almadrava  [Constancio 
Dicc  55  b]  'Tunfischnetz',  prov.  frz.  ma- 
drague  'Tunfischfang'  und  'Netz  dazu', 
d.  h.  'eine  Absperrung  im  Meere,  die  aus 
einzelnen  Abteilungen  besteht,  in  die 
die  Fische  der  Reihe  nach  gejagt  werden'. 
—  Vom  gleichen  Grundwort  madraba 
'Ziegelei'  [vom  Vb.  daraba  at-tüb  'Ziegel 
schlagen',  d.  h.  herstellen]  kommt  sp. 
(alt)  almadraba  'Ziegelei'  [=  tejar,  Dicc 
Gast  129b].  [DE  148/151.  Eguilaz  207. 
ML  5218.    Devic  DEt  154. 

1345.  Ar.  inadrasa: 
'Hochschule'  [vom  Vb.  darasa  'studieren' 
mit  Präfix  ma-  des  Ortes],  als  N.  pr. 
Name  der  Stadt  Madras  an  der  mittleren 
Ostküste  Vorderindiens.  Hieraus  die 
Bezeichnung  für  einen  dort  verfertigten 
hellen  Stoff  mit  seidenen  Quer-  und 
baumwollenen  Längsfäden:  engl,  (ver- 
altet) madras,  frz.  madras  'halbseidenes 
Zeug'.    (Hobson-Jobson  .532/534. 

1346.  Ar.  mag:arra: 

'Balken,  Hebel';  hieraus  pg.  almanjarra 
'Balken  einer  Mühle  oder  Wasserkraft- 
maschine, an  den  man  das  Tier  bindet, 
das  drehen  soll',  siz.  minciarrn  'Arm 
der  Ölpresse  und  anderer  von  Pferden 
betriebener  Maschinen'.  [DE  156.  Gon- 
stancio  Dicc  55  c.    GrSVociSic  241. 

1347.  Ar.  magga: 

'Auswerfen,  speien' ;  hieraus  kat.  sp.  pg. 
almeja  'Miesmuschel',  pg.  ameja,  ameija, 
ameijoa.  —  [Etymologie  rou  DE  162/163 
zweifelhaft ;  Eguilaz  2 1 9  gibt  eine  andere : 
<[  lat.  mitulus,  die  ebenfalls  Bedenken 
erregen  muß,  da  sie  den  Anlaut  al-,  a- 
nicht  erklärt.] 

1348.  Ar.  mag:lstl: 

Arabische  Bezeichnung  des  Hauptwerkes 
des  CLAUDIUS  PTOLEMAEUS  i\  ^€Td^n 
öüvTaEiq,  das  zu  ineYiöTri  gesteigert 
wurde;  mit  dem  ar.  Art.  wurde  hieraus 
al-magistl  [bereits  unter  dem  Kalifen 
AL-MA'MUN  813—833  ins  Arabische 


übersetzt];  hieraus  im  Latein  der  mittel- 
alterlichen Übersetzer  Almagestum,  it. 
almagesto,  frz.  almageste,  sp.  almagesto, 
dtsch.  Älmagest.  [DE  152.  Devic  DEt  25. 

1.349.  Ar.  luagra: 
'Rote  Erde,  Rötel' ;  hieraus  mit  ar.  Art. 
sp.  pg.  almagra,  almagre  'Rötel,  roter 
Ocker',  frz.  almagra  'Indisch-  oder 
Persischrot' [Ausdruck  der  Malerei].  Ohne 
ar.  Art.  it.  (dial.  Aquileja)  macra  'Ocker, 
Zinnober'  [bei  ML  5210  auf  ein  „orien- 
talisches macir  'rote  Baumrinde  aus 
Indien'"  zurückgeführt;  gehört  natürlich 
zu  ML  5234];  russ.  bagor  'Purpurfarbe' 
[mit  häufigem  Wechsel  von  m  und  b, 
daher  wohl  durch  das  Tk.  vermittelt], 
bagrec  'Purpur',  bulg.  (alt)  bag^rh  'Pur- 
pur', bagr  'Farbe',  bagranica  'Purpur', 
klruss.  bahor  'Purpur'  [Bern  SlEtWb  38 
nennt  die  slav.  Gruppe  „fremd"  und 
ihren  Ursprung  „dunkel"].  —  „Zu  Heil- 
zwecken wurde  schon  im  Altertum  aus 
Iberien,  dem  heutigenSpanien,  bestimmte 
Erde  herbeigeholt.  Dies  war  wohl  die 
heutige  Almagra  oder  Ton  von  Estre- 
moz,  welcher,  mit  Piment  (Capsicum 
annuum)  vermengt,  auch  in  der  Gegen- 
wart von  Damen  der  sp.  und  pg.  Aristo- 
kratie als  Delikatesse  genossen  wird". 
Dtsch. Rundschau  für  GeographieXXXVII, 
125.  [DE  152.  Eguilaz  209.  Devic 
DEt  25.    ZfSem  IV,  258/9. 

1350.  Ar.  mahaUa: 

'Vorstadt,  Stadtviertel';  tk.  ebenso;  hier- 
aus rum.  tnahala;  bulg.  serb.  mahala 
'Stadlviertel';  rum.  mahalagiü  'Vor- 
städter'. [Löbel  EITAP  60.  Mikl  SlEt 
Wb  180. 

1351.  Ar.  inahärig: 

'Ausgaben,  Unkosten'  [plr.  von  ar.  mah- 
rag] ;  hieraus  russ.  magaryc,  klruss.  mo- 
goryc,  mohryc  'Bewirtung  beim  Abschluß 
eines  Geschäftes',  Vb.  mohorycytij  'be- 
wirten'. Vgl.  mlat.  magarisium  'tributi 
genus'.    [Mikl  SlEtWb  199. 

1352.  Hiud.  mahäwat: 

'Hoher  Offizier'  [aus  sskr.  mahä-niätra 
'großes  Maß',  vgl.  schon  Hesychius  s.  v.: 
MafidTpai,  oi  örpatriYol  nap'  'Ivboöi;]; 
hieraus  engl,  mahout  'Treiber  und  Lenker 
eines  Elefanten'  [der  auf  dessen  Halse 
sitzt  und  ihn  mit  Worten  und  einem 
Stäbchen  leitet].    [Hobson-Jobson  536. 

1353.  Ar.  mahdar: 

'Ort,  an  dem  Leute  zugegen  sind'  [aus 
hadara  'anwesend  sein'],  ^&znmuhädara 
'Unterhaltung';  hieraus  siz.  macadaru 
'Sammelplatz,  der  zur  Unterhaltung  und 
zum  Vergnügen  bestimmt  ist'.  [GrS 
VociSic  239. 

1354.  Ar.  maltgrara: 

'Steiniger  Ort'  [von  hagar  'Steine'  mit 


Ar.  mahjas.] 


108 


Präfix  ma-  des  Ortes];  hieraus  siz.  >nu- 
sciani  in  der  Redensari  a  musciaru 
'haufenweise,  ungeordnet'.  [GrSVoci 
Sic  !242. 

1355  Ar.  lualijas: 
'Prahlerei'  [modern  und  sehr  selten, 
vgl.  Dozy  Suppl  II,  62^];  hieraus  viel- 
leicht siz.  Diafia.  Adj.  mafiusu,  von  einem 
Manne,  der  sofort  bereit  ist,  zu  den 
Waffen  zu  greifen,  um  irgendeine  Be- 
leidigung zu  rächen,  und  dabei  Blut 
zu  vergießen.  Im  Anfange  des  XIX. 
Jahrhunderts  in  Faieniio  und  Umgebung 
entstanden,  ging  das  Wort  bald  ins  lt. 
über:  maffia,  maffioso,  bes.  zur  Bezeich- 
nung einer  verbrecheri.schen  Geheim- 
geseilscliaft  [entsprechend  der  napole- 
tanischen  Camorra].  Die  Etymologie 
kann  nicht  als  sicher  gelten.  [GrSVoci 
Sic  24U. 

1356.  Ar.  mahlab: 
'Weichselkirschbaum,  Prunus  mahaleb'; 
hieraus  sp.  mahaleb  [Dicc  Gast  13U0a], 
frz.  mahaleb,  mahalep,  maguelet;  unter 
diesem  Namen  importierte  man  früher 
aus  Syrien  nach  Europa  eine  kleine 
Frucht,  die  man  in  der  Medizin  brauchte 
und  jetzt  noch  in  der  Parfümerie  ver- 
wendet. Frz.  hois  de  mahaleb  'Weichsel- 
holz' [vulgär  hois  de  Ste.  Lucie  genannt]. 
[Devic DEt  154.  Eguilaz 441/442.  ML5240 

1357.  Ar.  mahlük: 
'Geschaffen'  [part.  pass.  von  ^alaka  'er- 
schaffen']; hieraus  siz.  macaluco  Matte 
di  pollo',  d.  h.  in  den  Kaffee  geschlagenes 
El.  [GrSVociSi.:  239  (mit  Hinweis  auf 
Corrado  Avolio,  Introduzione  allo  studio 
del  dialetto  siciiiano.  Noto  1882.  S.  44]. 

1358.  Ar.  iiiahiüt: 

Wörtlich  'gemischt',  Bezeichnung  einer 
Speise  aus  Linsen  und  Weizen  oder  Reis 
[auch  als  hurgul  bekannt,  s.  hier  Nr.  352]; 
hieraus  siz.  maccu  'eine  Art  Suppe'. 
[GrSVociSic  239. 

1359.  Ar.  mahmür: 

[Part.  pass.  I  zu  hamr  'Wein']  'betrun- 
ken', tk.  ebenso;  hieraus  rum.  mahmur 
'halh  betrunken',  mahmurie  'Katzen- 
jammer'; bulg.  iitahmuren,  serb.  mamu- 
ran  'nach  einem  Rausche  an  Kopfweh 
leidend'.  [Löbel  EITAP  60.  Mikl  Sl 
EtWb  180. 

1360.  Ar.  Mahr: 

N.  pr.,  Stammvater  eines  ar.  Stammes, 
nach  welchem  schnell  laufende  Kamele 
in  Nordafrika  als  mahrija,  pl.  mahärt 
bezeichnet  werden;  hieraus  frz.  mahari, 
sp.  mahari  [Dicc  Gast  13U0a]  'Laufkamel, 
Dromedar'  in  Nordafrika.  [Devic  DEt  155. 

1361.  Ar.  niahrauia: 

'Heiliges,  Verbotenes,  Weib'  [s.  hier 
Nr.  819],  ebenso  tk.,  hieraus  rum.  ma- 


ramä,  (Moldau)  näframä  'Schleier  der 
jung  verheirateten  Frauen';  bulg.  serb. 
mahrama,  russ.  bahroma  'Tüchlein'  [mit 
Wechsel  von  m  und  b  wie  z.  B.  hier 
Nr.  1349].    [Sain  55.   Mikl  SlElWb  180. 

1362.  Ar.  mahzan: 
'Warenniedei  läge,  Scheune,  Zeughaus', 
plr.  mahäzin;  hieraus  it.  tnagazzino, 
sai'd.  magasinu,  camasinu  [mit  Meta- 
thesis],  SIZ.  magasenu,  maasemi,  mala- 
senu,  malase,  frz.  ntagasin,  sp.  magacSn, 
almagacen,  alniacen,  pg.  almazem,  ar- 
mazem,  almacen,  rum.  magaza,  magazin; 
dtsch.  Magazin,  ndl.  magazijn,  engl,  ma- 
gazi)ie ;  russ.  magazyn,  (dial )  gamazeja 
[Metathesis  wie  im  Sard. !],  klruss.  ma- 
gazyn, kamazej,  bulg.  serb.  magaza, 
magazin  'Warenniederlage,  Zeughaus'. 
[Lasii.io  8.  DE  147.  Eguilaz  205.  ML 
5447  (wo  als  Grundwort  mayzen  'Scheune' 
gegeben  wird!).  Gorjajew  199.  Mikl 
SIElWb  180. 

1363.  Ar.  mai'a: 
'HarzbalsMmstrauch  Storax';  hieraus  sp. 
almea  'Rinde  des  Storax,  Storax'.  [DE 
161.    Eguilaz  218.    ML  5241. 

1364.  Ar.  maidäu: 

'Platz',  Ik.  ebenso  mejdan ;  hieraus  rum. 
maidan,  meidan  'dass.,  freie  Zeit,  Ge- 
legenheit'; bulg.  megdan,  serb.  mejdan, 
poln.klruss.  wiajf/aw,  russ.  maidan  'Platz', 
Vb.  maidanit'  'gaunern'.  —  [Sp.  alameda 
'Platz,  Promenade'  gehört  nicht  hierher, 
DE  370;  vielmehr  <  ulamo  'Pappel']. 
[Löbel  EITAP  60.  Gorjajew  XXXIX. 
Mikl  SlEtVvb  186.  _ 

13fi5.  Ar.  luaimuu: 
'Affe'  [eigentlich  'glücklich,  glückbrin- 
gend' genau  wie  das  andere  Wort  für 
Affe:  ar.  su'dän,  si'dän;  Euphemismus, 
da  der  Alle  als  Teufel  gilt.  Vgl.  Nöldeke, 
Neue  Beiträge  zur  semitischen  Sprach- 
wissenschaft. S.  89.  Zusammenhang 
mit  gl',  m^d»  ist  also  abzulehnen];  hier- 
aus it.  mammone  'Meerkatze',  maimone 
[Oriente  I,  195],  afrz.  prov.  maimon, 
kat.  maymon  'heuchlerisch,  faul',  sp.  pg. 
mono,  mona,  frz.  maimon,  mona,  Ablei- 
tung mimonet,  momine,  rum.  malmu^ä, 
momi^ä  [mit  Sulfixwechsel];  ferner  [mit 
Wechsel  von  m  zu  b]  it.  babuino;  engl. 
haboon  'Affe';  bulg.  majmima,  serb. 
majmun,  poln.  munia.  [ML  5242.  Devic 
DEt  155  (auf  pers.  m.  zurückgeführt). 
Mikl  SiElWb  ISO. 

1366.  Ar.  mais: 
[Wohl  aus  aram.  maisä,  das  aus  ass. 
mesu  <;  sumerisch  mes  entlehnt  ist, 
ZAkkF  W  53]  'Zürgel-,  Nesselbaum,  Geltis 
australis  L.';  hieraus  mit  ar.  Art.  sp. 
almez,  almezo,  Irz.  alizier  'dass.'.  [DE 
163/164.    Eguilaz  221.    ML  5243. 


109 


[Pers.  mäjä. 


1367.  Pers.  majä: 

'Stoff,  Substanz'  [Horn  NpEt  S.  217, 
Nr.  970J,  auch  'Sauerteig,  Hefe',  eben 
tk.  maje;  hieraus  vxxm.maia  'Sauerteig'; 
serb.  maja  'dass.'.  [Löbel  EITAP  60. 
Mikl  SlElWb  180. 

1368.  Tk.  majasyl: 
'Hämorrhoiden'  [Kelekian  Kätnüs  1097 ; 
ar.  niä  jasihi  'das,  was  flieliit'  vom  Vb. 
säla  'üießen'];  hieraus  bulg.  majas^l, 
serb.  mojasin  'Art  Aussatz'.  [Mikl  Sl 
EtVVb  199. 

1369.  Pers.  mäjhanä: 
'Weinbaus,  Schenke'  [aus  mäj  'Wein' 
Horn  NpEt  S.  "Ith,  Nr.  1U03  und  Mnä 
'Haus',  s.  hier  Nr.  809],  tk.  ebenso 
mejhane;  hieraus  bulg.  serb.  niehana 
'Schenke'.    [Mikl  SlEtVVb  186. 

1370.  Ar.  iiiak'ad: 

'Ort,  wo  man  sich  setzt'  [vom  Vb, 
ka'ada  'sich  setzen,  niederkauern'  und 
Präfix  ma-  des  Ortes],  ebenso  tk.  niakad 
'Ort,  wo  man  sich  niederlegt;  Stoff, 
der  das  Sofa  bedeckt';  hieraus  rum. 
tnacat  'Steppdecke,  Betlbehang'.  [Sain 
54.    Löbel  EITAP  59. 

1371.  Tk.  makara: 
'Flaschenzug'  [wohl  aus  ar.  hakra  'Rolle 
am  Flaschenzug'  mit  häufigem  Wechsel 
von  b  und  »«];  hieraus  rum.  niacara 
'Windezeug'. 

1372.  Ar.  makbara: 

'Grab,  Friedhof  [aus  ar.  kabr  'Grab' 
mit  Präfix  des  Ortes  ma-],  plr.  makäbir; 
hieraus  p^.almocävar  'Friedhof  [DE  168] 
sowie  sp.  macabro,  frz.  datise  macabre 
und  mit  falscher  Volksetymologie  miat. 
Chorea  Machabaeorum  'Totentanz'  [Egui- 
laz  441  und  Lammens  Rem  149]. 

1373  Ar.  iiiiikila: 
'Maßgefäß'  [s.  hier  Nr.  1174  a];  hieraus 
sp.  kat.  inaquila,  sp.  mäquia  'Mahluietze; 
Mahlgeld,  mit  dem  der  Müller  bezahlt 
wird'.  —  [Mtkjäl  ist  lautlich  nicht  als 
Grundwort  zu  gebrauchen.]  [DE  300. 
Eguilaz  443. 

1374.  Arain.  makkasitä: 
'Schwefelkies' [vielleicht  wegen  der Spren- 
kelung  nach  syr.  kessä  'Spreu'  so  ge- 
nannt; im  übrigen  ist  das  Wort  noch 
nicht  erklärt],  hieraus  ar.  markasitä 
Bezeichimng  der  'Kiese'  mit  Ausnahme 
derer  von  Antimon  und  Wismuth  [vgl. 
kulil,  hier  Nr.  1227,  und  itmld,  hier 
Nr.  918]  und  ferner  sp.  kat.  marcasita, 
marquesita,  pg.  marcasita,  marquezita 
[Constancio  Dice  677  c],  frz.  marcassite, 
it.  marcassita;  engl,  marcasite,  dtsch. 
Markasit  'rhombische  Modifikation  des 
Eisenkieses'.  (Devic  DEt  157.  Eguilaz 
444.  A.  Sadebeck,  Über  den  Namen 
, Markasit".    Im  Neuen  Jahrbuch  für 


Mineralogie,  Geologie  und  Paläontologie. 
Stuttgart  1878. 

1375.  Hebr.  iiiakk^b^d: 
'Hammer';  hieraus  Eiyenname  Macca- 
baeus  'Makkabäer'  und  mit  verschieden- 
artigem Bedeutungswandel  it.  (dial. 
Abruzzen)  maccabe  'Dmumkopf,  Tauge- 
nichts', frz.  machabee  im  Pariser  Argot : 
'Jude;  Leiche  eines  Ertrunkenen'.  — 
ML  5253  [wo  auch  fälschlich  macabre 
hierauf  zurückgeführt,  s.  dagegen  hier 
Nr.  1372]. 

1376.  Ar.  maklfib: 
'Umgewendet,  umgekehrt'  [part.  pass. 
von  kalaba  'umwenden'];  hieraus  it. 
macaluba,  siz.  niacalubi(a},  Bezeichnung 
der  Schlammvulkane  in  Sizilien  zwischen 
Catania  und  Sciacca,  die  schuii  den  Alten 
bekannt  waren  [vgl.  Strabo,  Solinus V,  24]. 

—  Bädeker,  Untentalien.  Leipzig  1906. 
S.  341 :  Le  Maccalube  bei  Girgenli  und 
bes.  W,  Decke,  Über  die  sizilianischen 
Schlammvulkane.  In  Globus  LX.X1, 69/71. 

1377.  Kas.-tat.  malahai: 
Hieraus  mit  gleicher  Bedeutung  russ. 
malahai  'große  Fellmütze'  [Gorjajew  200]. 

1378.  Ar.  malgaiu: 
'Erweichende  Salbe'  [aus  gr.  |id\aY|ua 
mit  Metathesis];  hieraus  sp.  pg.  kat. 
amalgama,  frz.  amalgame;  engl,  aniaf- 
gam,  Vb.  amalgamate,  dtsch.  Amalgam, 
Vb.  amalgamieren;  russ.  amal'gama 
[und  über  tk.  melhem,  ebenso  tat.]  mal  - 
han,  bulg.  mehlem,  serb.  meiern  'Saloe'. 

—  [Devic  DEt  29/30  und  Eguilaz  256/257 
geben  andere  unhaltbare  Ableitungen, 
Lammens  Rem  21/22  spricht  schon 
Zweifel  daran  aus;  die  hier  gegebene 
Etymologie  deutetschonGorjajew201  an]. 

1379.  Araiii.  itialka: 

'König' ;  hieraus  gr.  Md\xo?.  lat.  Malchus 
['der  Königliche',  aUo  synonym  fuit 
BaaiXeioi;),  als  N.  pr.  Name  des  Kriegs- 
kneihtes,  dem  PETRUS  das  eine  Ohr 
abhieb ;  daher  pg.  mouco  'schwerhörig', 
frz.  (dial.  Lüttich)  malcuss  'einohrig' 
(von  Tieren  gesagt)  [Behrens  ßeitr  302|, 
it.  (dial.  Verona)  malco  'ungezogen', 
averge  le  mani  dl  Malco  'schwt-re  Hände 
hüben'.  —  Das  entsprechende  hebr. 
Wort  mel§x  'König'  ist  Grundwort  zum 
Namen  der  Melkiten,  fiz.  melchites, 
eigentlich  also  „Royalisten",  Bezeich- 
nung der  syrischen  orthodoxen  Katho- 
liken, da  ihre  Lehre  von  den  Kaisern 
gegen  die  der  Eutychianer  begünstigt 
worden  ist.  —  Aus  dem  phönizischen 
Woit  mölek  'Herr,  König',  einem  Gotte 
der  Ammoniter  im  AT,  wurde  zunächst 
gr.  Mo\öx,  das  als  Moloch  in  alle  euro- 
päischen Sprachen  zur  Bezeichnung  eines, 
blutdürstigen   Abgottes  überging:  frz. 


Ar.  iiiallnta.] 


110 


tnoloch,  sp.  molok;  dlsch.  Moloch,  engl. 
moloch,  Vb.  niotochize  'wie  dem  Moloch 
opfern',  d.  h.  'über  Leichen  gehen'. 
[Devic  DEt  lü2.  167.  Eguilaz  457. 
ML  ö;25<). 

13SU.  Ar.  mallüta: 
'Übermantel'  [Dozy  Vetem  87.  412;  aus 
gr.  laaWiUTr)  oder  furiXiuxr)  ZDMG  LI, 
304];  hieraus  sp.  pg.  kat.  val.  tnarlota, 
sp.  molota  'maurischer  Talar',  mlat.  me- 
lota;  über  das  Tk.  entstand  rum.  malo- 
tea  'Frauen man teP.  [DE  3Ü3/304.  Egui- 
laz 446.    Löbel  EITAP  60. 

1381.  Ind.  malnial: 

'Stoff  aus  feiner,  weißer  Baumwolle', 
der  Musseline  ähnlich;  hieraus  engl. 
muhmil  und  durch  Verkürzung  auf  eine 
Silbe  engl.  muH,  dtsch.  Mull. 

1382.  Hebr.  malsin: 
'Bösewicht';  hieraus  sp. ma/s/w 'Angeber, 
Auflietzer'  [Dicc  Gast  1305  a],  pg.  mal- 
sim  'Angeber,  Verräter  beim  Schmuggel' 
[Constancio  Dicc  671  b],  Vb.  sp.  pg.  mal- 
sinar  'verleumden'.  —  [Etymologie  von 
DE  LAGARDE;  vgl,  auch  ML  5269.] 

1383.  Ar.  uial'üu: 

'Verflucht'  [part.  pass.  von  la'ana  'ver- 
fluchen'], tk.  ebenso  melun  'dass.';  hier- 
aus serb.  melun  'Teufel'.  [Mikl  SlEt 
EtWb  187  b. 

1384.  Ar.  niauilük: 
'Kaufsklave,  Höriger'  [part.  pass.  von 
malaka  'besitzen'];  hieraus  it.  mamma- 
lucco,  siz.  mammaluccu  'dumm,  stumpf- 
sinnig', sp.  pg.  ntanieluco  'dumm',  pg. 
in  Brasilien  der  Sohn  eines  Europäers 
und  einer  eingeborenen  Amerikanerin, 
frz.  mamlouk,  vielleicht  auch  malamoque 
'Albatros  mit  schwarzem  Schnabel', 
rum.  mameluc;  ndl.  mameluk,  engl. 
mamlouk,  mamaluke,  mameluke,  dtsch. 
Mamluk.  —  „Mamluken  wurden  die 
weißen  Soldtruppen  genannt,  welche 
sowohl  von  den  letzten  Fatimiden  als 
auch  von  den  Eijubiden  in  großer  Zahl 
angeworben  oder  auch  gekauft  wurden. 
Sie  rekrutierten  sich  besonders  aus  Tür- 
ken und  in  der  Folge  aus  Mingreliern, 
Zirkassiern  und  anderen  kaukasischen 
Stämmen.  Die  genannten  Fürsten  stützten 
ihre  Macht  hauptsächlich  auf  diese  Söld- 
ner. Der  Name  Mamluk  wurde  auch 
auf  die  Nachkommen  dieser  in  Ägypten 
seßhaft  gewordenen  Ausländer  über- 
tragen und  verblieb  ihnen,  als  sie  die 
Herren  des  Landes  wurden.  In  den 
folgenden  Jahrhunderten  hat  der  Name 
Mamluk  seine  ursprüngliche  Anrüchig- 
keit vollständig  abgestreift  "  v.  Oppen- 
heim, Vom  Mittelmeer  zum  persischen 
Golf  I,  52.  Ausführlich  ebenda  53/54. 
[DE  299.    Devic  DEt  156.   Eguilaz  442. 


1385.  Jaknt.  mamma: 

Auch  tungusisch  'Land';  hieraus  russ. 
mamont,  cech.  poln.  mamut;  frz.  mam- 
mouth;  engl,  mammoth,  dtsch.  Mam- 
mut. Der  Ausdruck  ist  im  Jahre  I69G 
von  LUDLOFF  in  die  wissenschaftliche 
Sprache  eingeführt  worden ;  die  Jakuten 
hatten  den  ausgestorbenen  Riesenele- 
fanten  mamojit  genannt,  weil  sie  glaub- 
ten, er  wühle  unter  der  Erde  wie  ein 
Maulwurf. 

1386.  Aram.  uiämöuä: 

Auch  mammön  [letzten  Endes  mög- 
licherweise ass.  memeni  'irgend  etwas' 
>  'Besitz,  Habe',  vgl.  ZAkkFW  20]; 
hieraus  gr.  |.xa|U|uujvä,  |ia|nuiväq,  got. 
mammöna  und  im  Anschluß  an  das  NT 
seil  Luther  nhd.  Mammon,  früher  mit 
'Scbatzteufel,  Gutsteufel'  übersetzt,  die 
mythische  Personifikation  des  Fieichtums ; 
engl,  mammon:  russ.  mamona  usw. 

1387.  Ar.  luamtar: 
'Regenmantel'  [aus  ar.  matar  'Regen' 
mit  präflgieitem  m  des  Werkzeuges]; 
hieraus  siz.  mantarru  [aber  Avohl  kaum 
it.  mantazzo]  'Regenmantel  der  Bauern'. 
[GrSVociSic  240. 

1388.  Hebr.  luamzer: 

'Bastard'  [im  AT  zweimal:  Deut  23,  2]; 
hieraus  mgr.  luavZirip  als  geläufiges 
Schimpfwort  [so  wurde  JOHANNES 
DA  MASGENUS  von  CONST  ANTIN  VI. 
statt  mit  seinem  Ehrennamen  Mansür 
als  tAa\Zr\pöc,  bezeichnet],  durch  den 
Verkehr  mit  jüd.  Rabbinern  sp.  mancer 
'Hurenkind'  [Dicc  Gast  1307  b:  'hijo  de 
la  mujer  publica']  und  poln.  (alt)  mam- 
zer,  mamzer  'Neugetaufler'.  Vgl.  GRÜN- 
BAUM in  ZDMG  XL,  264. 

1389.  Ar.  maiiäh: 

'Ort,  wo  man  die  Kamele  niederknien 
läßt'  [von  näha  'niederknien',  II.  Form 
nawwaha  'niederknien  lassen'  mit  Prä- 
fix des  Ortes  ma-],  hieraus  'Erzählung', 
die  man  an  diesem  Orte  hört,  schließ- 
lich 'Kalender'  [in  dieser  Bedeutung 
z.  B.  bei  PEDRO  DE  ALGALÄ].  Grund- 
wort tür  sp.  ahnanaque,  kat.  pg.  alma- 
nach,  frz.  almanac,  prov.  armana,  it. 
almanacco;  engl,  almanac,  dtsch.  Al- 
manach;  russ.  (tlmanah.  Gewöhnlich 
werden  diese  Formen  auf  gr.  (i\|nevixiaKd 
'Kalender',  das  beim  Kirchenvater  EU- 
SEBIUS belegt  ist,  zurückgeführt;  doch 
ist  nicht  einzusehen,  wie  dieses  seltene 
Wort  durch  die  ganze  romanische  Gruppe 
verbreitet  werden  konnte.  Wenn  auch 
im  Ar.  das  gewöhnliche  Wort  für  'Ka- 
lender' takwJtn  [s.  hier  Nr.  1999]  ist.  so 
deuten  doch  alle  europäischen  Formen 
zu  unverkennbar  auf  das  angegebene 
ar.  Grundwort.  Vgl.  Mahn  EtUnl  129/134. 


III 


[Tk.  mandar. 


DE  154.  Eguilaz  211.  ML  5281. 
Herrigs  Archiv  LVi,  422. 

139U.  Tk.  uiaiidar: 
'Lukeiiiiegel,  Drehkreuz'  |Kel6kian  Kä- 
mtls  1095  b];   hieraus  rum.  mandanea 
'Billardbande'  [Löbel  EITAP  61]. 

1391.  Ar.  mandil: 

'Tuch,  Hülle'  [aus  gr.  )aavbr|\iov,  lat. 
mantile  ZDMG  LI,  317;  Dozy  Vßtem 
414 f.];  hieraus  sp.  pg.  kat.  mandil 
"Schürze'.  —  [Unmittelbar  aus  dem  lat. 
mantile  kommen  mantel  'Tischtuch'  und 
mantilla].    [DE  2^i9/3üÜ.    Eguilaz  443. 

1392.  Tk.  niangal: 
'Kohlenbecken  zum  Heizen';  hieraus 
rum.  mangal:  bulg.  serb.  mangal,  russ. 
mangal  'Kohlenbecken'.  —  ,Man  läßt 
über  Nacht  auf  dem  Dache  des  Hauses 
ein  mit  glühenden  Holzkohlen  angefülltes 
und  mit  Asche  bedecktes  Metallbecken, 
Mangal  genannt,  ausglimmen  und  stellt 
es  in  die  Mitte  des  Zimmers.  Ein 
kleiner,  etwa  l'/a  Fufa  hoher  Tisch  wird 
darüber  gesetzt  und  über  den  Tisch 
eine  grofie  Decke  ausgebreitet,  die  mit 
ihren  Enden  allenthalben  den  Eidboden 
oder  richtiger  gesagt  den  Teppich  be- 
rührt. Die  Familie  kriecht  nun,  um 
sich  zu  wärmen,  etwa  bis  zur  Brusthöhe 
von  den  Fülien  an  unter  die  Decke, 
und  so  haben  bisweilen  zwölt  Personen 
hinreichend  Platz  und  Gelegenheit,  von 
unten  herauf  warm  zu  werden."  Hein- 
rich Brugsch,  Reise  der  K.  Preuß.  Ge- 
sandtschaft nach  Persien  18öO  und  1861. 
I.  Bd.  Leipzig  1862.    S.  7/8. 

1393.  Mal.  uiaiig:g-a: 

'Ein  Baum,  Mangilera  indica'  [Pijn  220a] ; 
hieraus  ndl.  mango  (boom),  dtsch.3/«w^o- 
(baum  und  -fruchl),  engl,  mango,  mango- 
fish  'ein  Fisch  des  Ganges'  [weil  er  so 
gelb  aussieht  wie  die  reife  Mangofrucht]; 
frz.  mangiie  'Frucht'  des  manguier. 

1394.  Mal.  mauggi-niaug'gi: 
'Wurzelbauni,  Rhizophora'  [Pijn  220 aj; 
hieraus  angloind.  mangle,  frz.  manglier 
(synonym  tmipaUtuvier),  engl.niangrove, 
dtsch.  Mangrove  'Baum  oder  Strauch 
mit  Stelzwurzeln'.    [Devic  DEt  156. 

1395.  Mal.  nianggis: 

Auch  manggista  [so  Pijn  220  a]  'Frucht 
eines  ind.  Baumes  aus  der  Familie  der 
Guttiferen',  von  der  Größe  einer  Apfel- 
.sine  und  vom  gleichen  Geschmacke  wie 
eine  Erdbeere:  Garcinia  mangostana; 
hieraus  engl,  mangis,  mangusUn,  man- 
gosieen,  frz.  mangoustan,  dtsch.  Man- 
gmte.    [MMM  34.    Devic  DEt  156. 

1396.  Pers.  mäugös: 

[Aus  pers.  lynin  'Gewicht'  Horn  NpEt 
S.  222,  Nr.  991  bis  und  göh  'Ohr'  eben- 
da S.  210,  Nr.  943],  ebenso  tk.  mefigßts 


'Ohrgehänge'  [Kelekian  Kämüs  1238  a]; 
hieiaus  bulg.  mengusi,  serb.  mendsuse 
'Ohrringe'.    [Mikl  SlEtWb  189. 

1397.  Mani: 

N.  pr.,  Name  des  im  Jahre  276  in  Per- 
sien getöteten  Gründers  der  Sekte  der 
Manichäer.  Im  MA  waren  die  mani- 
chaei  als  Urbild  der  Ketzer  verhaßt; 
aus  diesem  entstand  mit  Rücksicht  auf 
den  Anklang  an  dtsch.  mahnen  die  in 
Studentenkreisen  seit  1 728  oft  bezeugte 
Bezeichnung  Manichäer  für  den  'Gläu- 
biger'; ebenso  poln.  manich  'Gauner'. 
[Mikl  SlEtWb  182.  Kluge  Studenten- 
sprache 56. 

1398.  Hebr.  uianä: 

Gewöhnlich  als  man  hü  'was  ist  das?' 
gedeutet;  die  Aussonderung  der  Manna 
arabica.  Hieraus  gr.  )udvva  und  in  den 
europäischen  Sprachen :  it.  manna,  frz. 
manne,  sp.  pg.  kat.  manä,  pg.  mannä, 
v\xm..manä',  vxx&s.  manna;  en^X.  manna, 
got.  ahd.  manna,  nlid.  Manna,  übersetzt 
als  'Himmelsbi  ot'  und  übertragen  'Herz- 
stärkung'. In  anderer  Bedeutung  it. 
(dial.  Abruzzen)  manne  'Getreidebrand, 
Pilzkrankheit  der  Reben'.  [Eguilaz  442. 
ML  53ü7. 

1399.  Ar.  mausür: 

'Siegreich';  hieraus  afrz.  aumasor,  prov. 
almasor,  it.  (alt)  almansore  'Feldherr'. 
Als  N.  pr.  kommt  al-Matisür  in  der 
Geschichte  des  Orients  häufig  vor.  — 
ML  :>317. 

1400.  Hind.  inantri: 

Sskr.  mantrin  'Ratgeber,  Staatsminister' 
in  der  voriiiohammedanischen  Zeit  in 
Indien;  hieraus  pg.  mandarim  [Gon- 
stancio  Dicc  673  a;  mit  volksetymolo- 
gischer Einwirkung  von  mandar  'be- 
fehlen'], Bezeichnung  für  einen  höheren 
chinesischen  Beamten,  angloind.  mun- 
free,  engl,  mandarin,  dtsch.  Mandarin, 
(alt)  Mandarin.  Das  Wort  kommt  übri- 
gens bei  den  Chinesen  selbst  nicht 
vor,  sie  heißen  bei  ihnen  vielmehr  knan 
'Beamter',  und  zwar  tcen-kuan  'Civil- 
beamter',  wtikuan  'Militärmandarin'. 
Vgl.  Arendt,  Handbuch  der  nordchine- 
sischen Umgangssprache.  \.  Teil.  Berlin 
1891.  S.  346/347.  Unter  Mandarin- 
Sprache  versteht  man  die  in  China  bei 
den  offiziellen  und  literarischen  Klassen 
gesprochene  Sprache  im  Gegensatz  zu 
den  Lokaldialekten ;  sie  heißt  kuan-hua 
'Beamten spräche'  und  darf  nicht  etwa 
mit  dem  literarischen  Stil  der  Rücher 
verwechselt  werden,  vgl.  ausführlich 
Arendt  a.  a.  0.  S.  343/349  und  357/369. 
Die  obige  Etymologie  gab  zuerst  SCHOTT 
im  Entwurf  einer  Beschreibung  der 
chinesischen   Literatur.     Berlin  1854. 


Ar.  nianzil.] 


112 


S.  57.  —  Das  ind.  Grundwort  liegt  auch 
in  russ.  arhimandryt  'Arcliimandrit' 
vor.  [Hobson-Jobson  550/552.  598/599. 
Hirlh  Chiiil<^W  197/198. 

1401.  Ar.  manzil: 
'Ab.-teigequartier,  Wirtshaus'  [vom  Vb. 
nazala  'absteigen'  und  Präfix  ma-  des 
Ortes],  tk.  ebenso  memil;  hieraus  rum. 
inizil,  inezil,  nienzil  'Poststation',  serb. 
niezil  Tost'.  [Löbel  EITAP  64.  Mikl 
SJEtWb  94. 

140^.  Hebr.  uiä'ös: 
'Verächtliches,  Gebrechen,  Fehler', 
rihebr.  mpis  Sviderhch,  widerwärtig, 
veräciitlich' ;  hieraus  jüd.-dtsch.  mies, 
Vb.  vermiesen,  Miesmacher  'Flaumacher', 
[mit  der  slav.  Endung  -nik\  Mießnik 
'fauler Kopf. [ Ave-L I V,  574.  MWil)  47/48. 

1403.  Ar.  inar'a: 

[S.  hier  Nr.  169c,  dazu  präfigiertes  ma 
des  Ortes  wie  z.  B.  hier  Nr.  1401] 
'Weide',  ebenso  tk.  mera;  hieraus  rum. 
miiiRfe  'Stoppelfeld' 

1404.  Ar.  itiarad: 

'Kiankheit',  ebenso  tk.  maraz;  hieraus 
rum.  maraz  'geistige  oder  seelische  Ver- 
stimmung oder  Krankheit' ;  serb.  maraz 
'Krankheit'. 

1405.  Ar.  maräkk: 

Plr.  'die  zarten  und  empfindlichen  Teile 
des  Leibes';  hieraus  pjj.  mirac  'Bauch, 
Leib'.  [DE  314.  Eguilaz  453.  Constan- 
cio  Dicc  696  a. 

1406.  Ar.  Maräkiis: 

Jetzt  Marrähes,  die  frühere  südliche 
Hauptstadt  Marokkos;  hiernach  wird  das 
Ziegenleder  genannt,  das  in  Marokko 
hergestellt  und  jetzt  in  Europa  imitiert 
wird:  pg.  marroquim  [Gonstancio  Dicc 
679  c],  frz.  maroquin,  ndl.  marohijn, 
dtsch.  Maroquin;  engl,  morocco  'feines 
dünnes  marokkanisches  Leder'.  —  [Frz. 
maroquin  'Tau,  welches  vom  Topp  des 
Fockmastes  zum  Topp  des  grofsen  Mastes 
geht  und  dazu  dient,  eine  Ladetakel 
daranzuhängen,  um  vermittelst  der- 
selben Güter  aus-  und  einzuladen',  also 
dtsch.  'Toppreep',  fi'z.  surpente,  ist  wohl 
mit  ndl.  marren  'festbinden'  in  Zusam- 
menhang zu  bringen,  vgl.  Behrens  ßeitr. 
373/374]. 

1407.  Ar.  maraninia: 
'Ausbesserung',    tk.   meremet;  hieraus 
rum.   meremet  'dass',    Vb.  meremetisi 
'ausbessern'. 

1408.  Ar.  niaras: 

'Schnur';  hieraus  [mit  häufigem  Wechsel 
von  m  und  b]  pg.  kat.  barago  'Schnur', 
pg.  barafa,  baraza  'Strick  an  der 
Schlinge,  mit  der  man  wilde  Tiere 
fängt'.    [DE  236.   Eguilaz  3-^9. 


1409.  Ar.  innrassi: 

Auch  mirassa  'Gießkanne"';  hieraus  siz. 
marascia  'Ölkrug'  oder  'anderes  Gefäß 
in  dieser  Form'.    [GrSVociSic  240. 

1410.  Ar.  marliüt: 

'Gebunden'  [pari.  pass.  von  rahata 
'binden,  fromm  sein'];  hieraus  frz. 
marabout  'Einsiedler',  ein  heiligmäßiger 
Mann,  der  nach  seinem  Tode  in  einer 
Kapelle  begraben  wird  und  dort  Ver- 
ehrung findet;  das  Wort  wird  auch 
fälschlich  auf  diese  Grabkapelle  selbst 
bezogen ;  sp.  morabito,  pg.  marabuto, 
rum.  marabut  'Einsiedler',  siz.  mura- 
bitu  'Abstinenzler';  engl,  maraboot; 
ferner  wegen  des  ernsthatten  Aussehens 
des  Vogels  sp.  marabA  'Riesenstorch 
vom  Senes^al  oder  aus  Indien,  Lepto- 
ptilus  argaia  Gray.',  dtsch.  Marabu,  engl. 
marabou.  —  Dagegen  muß  sp.  morabito 
'Seemann'  auf  ar.  muräkibi  'dass.'  zu- 
rückgehen. [Devic  DEt  157.  Eguilaz  443. 
GrSVociSic  242. 

1411.  Ar.  mardakiis: 

'Majoran'  [wohl  selbst  fremden  Ur- 
sprungs, etwa  lat.  amaracutn],  vulg. 
Aussprache  mardadüs;  hieraus  sp.  al- 
moraduj,  almoradux  [worin  früher  x 
wie  s  gesprochen  wurde],  kat.  moradux 
'Majoran.'  [DE  174.  Eguilaz  236. 

1412.  Hebr.  mar'e: 

'Schein';  hiei'aus  mit  roman.  Endung 
sp.  wrtnvjHo'chrisIlicli  gewordener  Jude' : 
man  nahm  an,  daß  die  Marranos  nur 
zum  Schein  übergetreten  seien;  pg. 
marrano,  marräo.  [Andere  Ableitung 
ZDMG  XXIII,  637  ] 

1413.  Ar.  uiarfaka: 

'Kissen';  hieraus  sp.  marfaga.  märaga, 
almarrega,  pg.  almäfega  'grobe  Woll- 
decke' [früher  als  Zeichen  der  Trauer 
getragen,  Gonstancio  Dicc  55  b],  kat. 
marfega  'Slrohsack',  Ableitung  marfe- 
gassa  'Schlampe',  prov.  marrego  'Stroh- 
sack'. [DE  158.  Eguilaz  215/216.  ML 
5350. 

1414.  Ar.  iiiarfüd: 
'Zurückgewiesen'  [part.  pass.  von  rafa- 
da]\  hieraus  sp.  pg.  marfuz  'gemein, 
werllos'  [z.  B.  Don  Quijote  I,  cap.  XL, 
in  der  Collecciön  de  autores  espanoles  III. 
Leipzig.  S.  283  Mitte] ;  kat.  marfus,  it. 
(alt)  malfusso,  (dial.  Neapel)  maj-fuso, 
sard.  (log.)  marfusu  'verworfen,  schur- 
kisch'. [DE  391/392.  WAGNER  in  Herrigs 
Archiv  CXL,  243. 

1415.  Ar.  marg: 

'Wiese,  Sumpf;  hieraus  siz.  margiu 
'sumpfiger  Ort,  Sumpf,  früher  'Wald- 
land' ;  sp.  ahnarcha,  armajal,  pg. 
almarge,  almargem  'Stadt  in  flachem 
Lande'.  [Eguilaz  214.    GrSVociSic  240. 


113 


[Ar.  margan. 


1416.  Ar.  niargän: 

'Koralle'  [aus  gr.  laapTapiTr^q  ZDMG  LI, 
304],  tk.  mergan  'dass.';  hieraus  rura. 
märgean,  mnrgicä;  bulg.  merdzan  'Ko- 
ralle'. Mit  ar.  Art.  und  Imäla  [ä  >  e] 
«rgab  sich  der  alte  pharmazeutische 
Ausdruck  frz.  almargen:  poudre  d^al- 
margen  'gepulverte  iioralle',  die  früher 
in  der  Medizin  benutzt  wurde.  —  Als 
Fraueiiname  ist  Morgiane  in  der  Ge- 
schichte von  'ALI  BABÄ  und  den  vierzig 
Räubern  in  1001  Nacht  zuerst  durch 
GALLAND  bekannt  geworden.  Er  steckt 
auch  in  it.  fata  morgana  'Fee  Morgana', 
dann  'Luftspiegelung  in  der  Wüste', 
schon  in  Eschenbachs  Parzival  56,  18 
mhd.  Fämurgän,  Feimurgan.  —  Man 
hat  auch  versucht,  auf  das  ar.  Grund- 
wort margän  das  dtsch.  Meerschaum 
zurückzuführen,  zuerst  A.  Vambery  in 
Magyar  Nyelvör  1899,  S.  537 ;  vgl. 
ZfdWf  I,  361.  II,  345/346.  VII,  79^/796. 
Da  aber  der  tatsächlich  auf  tk.  Boden 
bei  Eskisehir  in  Kleinasien  gewonnene 
Meerschaum  tk.  liile  tisy  oder  dehiz 
köjmjil  'Pfeifenstein'  oder  'Meeres-, 
schäum',  niemals  aber  margan  heißt, 
muß  Meerschaum  [engl,  meerschaum, 
ndl.  meerschuim,  frz.  Racine  de  mer] 
deutsch  erklärt  werden,  was  um  so 
leichler  möglich  ist,  als  auch  die  vier 
Sorten  in  Eskisehir  an  Ort  und  Stelle 
mit  dtsch  Namen  „Lager,  Kasten,  Groß- 
baumwolle, Kleinbaumwoile"  bezeichnet 
werden;  vgl.  Hugo  Grothe,  Auf  tk.  Erde. 
Reisebilder  und  Studien.  ^  Berlin  1903. 
S.  380,  wo  sich  auch  eine  Schilderung 
der  Gewinnung  des  Meerschaums  findet: 
S.  277/281.  Ferner  vgl.  Joseph  Grunze), 
Die  wirtschaftlichen  Verhältnisse  Klein- 
asiens. Wien  1897.  S.  34/44;  Dernburg, 
Auf  dtsch.  Bahn  in  Kleinasien.  Berlin 
1892.  S.  51  ff.  „Die  Sladt  des  Meer- 
schaums*. —  Der  Kuriosität  halber  sei 
noch  die  Etymologie :  dtsch.  Meerschaum 
<  ar.  morsüm  [soll  heißen  marsüm] 
'gesiegelt'  erwähnt,  s.  J.  G.  Kochs, 
Vergleichungen  mineralogischer  Benen- 
nungen des  Deutschen  mit  arabischen 
Wörtern.  Leipzig  1795.  S.40.  [Kluge  304. 
Devic  DEt  2.Ö/26.    Lammens  Rem  18. 

1417.  Hebr.  Maria: 

Eigentlich  Mirjam  und  Marjam  'Die 
Bittere'  oder  'ßittermeer';  hieraus  über 
die  Koseform  Marion  frz.  marionnette, 
it.  marionetta  eigentlich  'Mariechen', 
dann  'Püppchen',  ursprünglich  wohl  die 
Bezeichnung  des  mit  einem  Puppen- 
kopf geschmückten  Narrenzepters,  dazu 
frz.  marotte  'Spielzeug,  Steckenpferd, 
Narrheit'.  —  Sp.  mariquita,  kat.  viari- 
etta,  dtsch.   Marienkä/er.    Sp,  marica 

Lokotsch,  Etymolog.  Wörlerbuch. 


'Elster;  Mannweib'.  —  Aus  Maria*  posa 
'Maria,  setze  dich'  wurde  kat.  sp.  pg. 
mariposa  'Schmetterling'  [mit  einer 
Volksetymologie,  die  auch  in  germ. 
Sprac  hen  ähnlich  vorkommt,  vgl.  Ro- 
mania  V,  180]. 

1418.  Ar.  ina'rif.a: 

'Wissen,  Kunst',  ebenso  tk.  marifd; 
hieraus  rum.  tnarafet  'Vermittlung, 
Kunstkniff'. 

1419.  Ar.  inarih: 

'Vergnügt';  hieraus  siz.  mmaria  'Witz'. 

1420.  Ar.  uiarkab: 

'Jede  Art  von  Fahrzeugen,  Sattel';  hier- 
aus entstand  als  passende  Bezeichnung 
für  den  Stern  a  Pegasi  der  Name  Mar- 
kab.    [Ideler  Sternn  117. 

1421.  Ar.  markät: 

'Stufe,  Treppe';  hieraus  mit  sp.  Aug- 
mentativsuftix  malecön  'Flußdamm',  eine 
Anzahl  erhöhter  Stuten,  um  die  Stadt 
vor  Überscliwemmungen  durch  den  Fluß 
zu  schützen,  bes.  in  Sevilla  am  Ufer  des 
Guadalquivir.   [DE  299.    Eguilaz  442. 

1422.  Sskr.  inarkata: 

'Affe';  hieraus  vielleicht  dtsch.  Meer- 
katze, Cercopithecus  [als  ob  das  Tier  zu 
uns  über  das  Meer  gekommen  wäre;  wie 
die  Katze  hat  es  einen  langen  Schwanz; 
vergleicht  man  daneben  aber  dtsch. 
Meerkalb,  Meerschweinchen  sowie  die 
älteren  Formen  ahd.  merikazza,  mnd. 
merkatte,  so  scheint  die  Etymologie  doch 
recht  zweifelhaft].  [MWiD  25/26.  Ander- 
sen DVEt  6. 

1423.  Ar.  markaz: 
'Mittelpunkt',  ebenso  tk.  merkez;  hieraus 
lum.  merchez  'Schliche,  schwache  Seite' 
[nach  Löbel  E1TAP63  auch 'Mittelpunkt']. 

1424.  Ar.  inartiiara: 

'Zornig  sein';  hieraus  nach  GrSVoci 
240  siz.  marmaruca  'Zorn,  Ärger'. 

1425.  Tk.  marpyc: 

[Aus  pers.  märpüs  aus  mär  'Schlange' 
Horn  NpEt  S.  219,  Nr.  977  und  püs,  s. 
hier  Nr.  162.Ö]  'Das  Holzrohr  oder  der 
lange  gewundene  Lederschlauch',  durch 
den  man  den  abgekühlten  Rauch  der 
pers.  Wasserpfeife  kaljän  oder  kaljün 
[s.  hier  Nr.  1033]  in  sich  hineinzieht; 
hieraus  rum.  marpiciu  'Rohr  der  Nar- 
gile'- 

1426  Ar.  marra: 
'Mal',  gewöhnlich  als  adverbialer  Akku- 
sativ  gebraucht:    marratan  'einmal'; 
hieraus  kat.  sp.  marras  'einst'.  [DE  304. 
Eguilaz  446.  MLü37l. 

1427.  Ar.  marsam: 
'Siegeleisen,  Marke'  [vom  Vb.  rasama 
'bezeichnen'];    hieraus    sp.  tnarchamo 
'Zollsiegel',  Vb.  marchamar  und  mar- 
chamero.    [DE  301/302.    Eguilaz  444. 

8 


Ar.  marsam.] 


114 


1428.  Ar.  mnrsüiii: 

'Befehl,  Erlaß",  plr.  maräsim;  hieraus 
sp.  kat.  orancel,  sp.  alancel,  pg.  aranzel 
'Erlaß,  durch  den  der  Preis  einer  Ware 
festgesetzt  wird;  offizieller  Tarif;  Zoll- 
tarif.' [DE  l'J7.  Eguilaz  271/!27!2  (wo  als 
Grundwort  ar.  si'r,  plr.  as'är  'Preis' 
angegeben  wird). 

1429.  Ar.  Diartaba: 

'Grad',  ebenso  tk.  mertebe;  hieraus  rum. 
mertepea  'Anfang,  Ursprung'.  Unmittel- 
bar ergab  sich  val.  martava  'Reihen- 
folge'. [Löbel  EITAP  Ü3.  DE  304.  Egui- 
laz  446. 

1430.  Tk.  marnl: 

'Lattich,  Lactuca  sativa'  [Kelekian  Kämüs 
1091  b];  hieraus  rum.  marulä,  marola 
'Lattich'. 

1431.  Tk.  masad: 

'Wetzstahl'  [Kelekian  Kämüs  1177]; 
hieraus  serb.  masat,  klruss.  nmsat,  russ. 
»iusai 'Feuerstahr.  [Gorjajew  219.  Mikl. 
SlEtWb  184  a. 

1432.  Ar.  mas'ala: 

'Fackel',  tk.  ebenso  masala;  hieraus 
serb.  masala;  rum.  masala,  masala 
'dass.',  masalagiü. 

1433.  Ar.  uiä  sä'-lläh: 

Wörtlich  'was  Gott  will',  Ausruf  der 
Bewunderung,  ebenso  tk.  masalla;  hier- 
aus rum.  masala  'wunderbar!  Gott 
schütze  dich!  [sc.  vor  den  bösen  Blik- 
ken]'.  —  Löbel  EITAP  62. 

1434.  Ar.  nia'sara: 

'Mühlstein,  Mühle'  [Vb.  'asara  'pressen']; 
hieraus  sp.  almazara  'Ölmühle',  siz. 
mäzzara  'Stein,  der  als  Gewicht  oder 
Gegengewicht  dient'.  [DE  161.  Eguilaz 
218.  GrSVociSic  241. 

1435.  Ar.  masgid: 
'Gebetshaus',  eigentlich  'Ort,  wo  man 
sich  niederwirft'  [Präfix  ma-  des  Ortes 
u.  Vb.  sagadu  'sich  niederwerfen,  irpoa- 
Kuveiv'];  hieraus  sp.  mezquita,  pg.  mes- 
quita,  it.  meschita,  moschea,  afrz.  mos- 
quete,  frz.  niosqiiee,  rum.  mo^ea;  ndl. 
moskee,  engl,  mosk,  nwsque,  dtsch. 
Moschee;  die  slav.  Formen  sind  über 
das  tk.  mesged  entstanden:  serb.  mecet, 
bulg.  medzit,  öech.  mesita,  poln.  meczet, 
russ.  medef  und  auch  rum.  mecet 
'Moschee,  tk.  Friedhof  bei  Bukarest'. 
[Eguilaz  451/452. 

1436.  Ar.  niashara: 
'Verspottung,  Possenreifser' ,  hieraus  it. 
mäschera,  sp.  pg.  mäscara,  mit  rom. 
Endung  sp.  mascarada,  frz.  mascarade 
und  hieraus  durch  Abfall  der  letzten 
Silben  [die  als  Endung  betrachtet  wur- 
den] frz.  masque;  dtsch.  Maske,  ndl. 
masker,  maskerade,  engl,  niask,  masque, 
dän.  maske,  schwed.  mask;  russ.  maska. 


maskarad,  ßech.  poln.  maskarada,  serb. 
maska,  maskara.  Mit  wenig  geänderter 
Bedeutung  rum.  mäscara  'Schimpf, 
aber  mascaralic,  n.äscäriciü  'Possen- 
reifser'.  Dazu  die  Vb.  siz.  ammascari 
'großtun',  it.  (dial.  Mailand)  mascarä 
'vermummen';  sp.  kat.  amoscarse  'zor- 
nig werden'.  —  [Diese  Etymologie,  die 
lautlich  und  begrifflich  keine  Schwieiig- 
keiten  bietet,  wird  vielfach  abgelehnt; 
statt  dessen  wird  bes.  langobard.  masca 
'Netz'  als  Grundwort  empfohlen,  vgl. 
KARPF  in  WuS  V,  120/124.]  [Dozy 
Oost  61/63.  DE  304/309.  Mahn  EtUnt 
60/61.  Kluge  301.  GrSVociSic  226. 
ML  5394.  Anglia  XIII,  106  ff.  517  ff. 
Wiener  Beiträge  zur  engl.  Philologie 
XV,  119. 

1437.  Hebr.  Masi'ah: 

'Der  Gesalbte',  gr.  luieaaiaq,  zur  Bezeich- 
nung Jesu  Christi  in  alle  europäischen 
Sprachen  übergegangen,  z.  B.  dtsch. 
Messias,  engl.  Messiah;  frz.  Messie\ 
russ.  Messija,  poln.  Mesiasz.  Außerdem 
hieraus  pg.  macio  'sanft,  weich,  glatt' 
[Constancio  Dicc  667  a].  [DE  298.  ML 
5209.  Eguilaz  440  [wo  noch  ar.  maslh 
'geschmeidig'  als  Grundwort  angegebea 
ist]. 

1438.  Tk.  maslak: 

Auch  maslyk  'Datura  stramonium'  [aus^ 
ar.  maslük];  hieraus  rum  maslag  'dass.'; 
cech.  maslak,  maslok,  poln.  maslok 
'betäubender  Saft',  mastocznik  'wüten- 
der Narr.  [Mikl  SIEtWb  184  a,  Karlo- 
wicz  422. 

1439.  Ar.  masraba: 
'Trinkgefäß'  [vom  Vb.  sariha  'trinken'],, 
erst  moderne  Aussprache  für  misraba 
'dass.,  kleiner  Krug';  hieraus  mit  ar. 
Art.  sp.  almojarra  'kleiner  Krug';  über 
tk.  masrapa  wurde  rum.  nästräpa 
'Trinkglas',  nästräpioara;  bulg.  mas- 
trapa,  serb.  mastraf a  'Becher'.  [DE  179. 
Eguilaz  238.  M  kl  SIEtWb  184  b. 

1440.  Ar.  massa: 

'Betasten';  hieraus  frz.  masser,  dtsch. 
massieren.  [ML  5395.  MWiD  102  (wo 
als  mögliches  Grundwort  auch  auf  gr. 
Udoauj  'kneten'  hingewiesen  ist). 

1441.  Hebr.  massa: 
'Ungesäuerte  Brcdfladen',  modern  matzo 
gesprochen;  hieraus  dtsch  Matze  'lüili- 
scher  Osterkuchen'.  Über  gr.  \xdLa, 
]xd.Za  [das  sicherlich  zum  Teil  semiti- 
schen Ursprungs  ist]  it.  (dial.  Kalabri(  n) 
maza  'Art  Brot'.  [Kluge  302.  ML  5396. 

1442.  Ar.  ma'.snra : 
'Weberschiffchen'  [vom  Vb.  asara  'bin- 
den']: hieraus  in  Verbindung  mit  germ. 
rocco  [vgl.  dtsch.  Spinnrocken,  sp.  rueca, 
pg.  roca,  it.  rocca]  sp,   mazorca,  pg. 


115 


[Ar.  mät{a). 


magaroca,  eigentlich  'Spindelvoll',  dann 
wegen  derselben  Gestalt  'Maiskolben'. 
Über  tk.  masure,  masra  wurde  rum. 
mosor,  demin,  mosoras  'Spule,  Rolle'. 
[DE  312/313.  Eguilaz  449.  Löbel 
EITAP  65. 

1443.  Ar.  inät(a): 

'Er  ist  gestorben,  tot';  als  Fachausdruck 
der  Schsichspieler  säh  mät  vom  pers. 
sah  'König'  [Horn  NpEtS.  170,  Nr.  772]: 
'Der  König  ist  tot' ;  hieraus  ist  mit  dem 
Schachspiele  selbst  der  Ausdruck  inter- 
nal ional  geworden,  vor  allem  it.  scacco 
matto  'schachmatt',  prov.  mat,  frz.  Schee 
et  mat,  sp.  jaque  y  mate,  jaqiii  mute,  pg. 
chaque  i  mate,  rum.  mat;  dtsch.  schach- 
matt, engl;  checkmate;  russ.  sahmaty 
'Schachfiguren',  hulg.  suhmatna  igra 
'Schachfigur',  sahmatna  (izska  'Schach- 
brett'. Aus  dem  Schachspiel  wurde 
volksctymologisch  parodierend  it.  matto 
'verrückt'  genommen.  Dazu  die  Vb.  it. 
mattare,  frz.  mater,  prov.  kat.  sp.  pg. 
matar  'matlsetzen,  überwinden,  besiegen' 
und  schiiefälich  sp.  pg.  matar  'töten' 
[und  nicht  etwa  <^  lat.  mactari,  worin 
et  y  ch  geworden  wäre  wie  factum  > 
hecho],  —  [Henii  Estienne,  Traicte  de 
la  confnrmite  du  langage  franqais  avec  le 
grec,  Paris  1569,  führt  trz.  mat  auf  it. 
matto  und  dieses  auf  gr.  judiTaioc;  zurück!] 
[Kluge  302.  ML  .5401.  SPITZER  in 
Herrigs  Archiv  CXLI,  264.  ZDMG 
XX  Vi  II,  696. 

1444.  Ar.  matniti>a: 

'Erdgrube  für  Getreide,  Keller';  hieraus 
kat.  sp.  pg.  mazniorra,  pg.  masmorra, 
matumorra  [mit  Anlehnung  an  matai- 
'töten']  'unterirdischer  Kerker,  Verlies, 
Gelaß'.  [DE  312.  Eguilaz  448/449. 
ML  ■■^41 4. 

144.5.  Tk.  iiüttrabaz: 
'Fechtmeister,  Händler,  Schurke,  Betrü- 
ger' [aus  ar.  motr,  matra  'Öl -oder 
Wasserschlauch'  und  pers.  häz,  Präsens- 
stamm von  bähtän  'spielen'  Horn  NpEt 
S.  35,  Nr.  150),  matrabazlyk  'Handel'; 
hieraus  rum.  matrapazlic  'Schacher, 
Hinterlist'.  —  Löbel  ELTAP  62. 

1446.  Ar.  matralt: 
'Ort,  wohin  etwas  geworfen  oder  gelegt 
wird ;  Kissen' ;  hieraus  it.  materasso, 
materassa  'Matratze',  denn  diese  war 
ursprünglich  ein  Netz,  das  man  auswarf, 
wo  man  sich  hinlegen  wollte;  prov.  al- 
mairac,  frz.  materas,  matelas,  kat.  alma- 
trach,  matalds,  sp.  py.  almadraque  'Ma- 
tratze', pg.  dem.  ahnadraguexa,  verkürzt 
almntrixa  'Pferdedecke',  pg.  madrago 
'Faulenzer':  engl,  maitress,  ndl.  mafras, 
disch.  Matratze,  russ.  matrac,  poln.  ma- 
terac,  öech.  matrace.   [Dozy  Oost  63  ff. 


DE  152.  Eguilaz  207.  RomForsch  IV, 
360.    ML  5415.    Kluge  302. 

1447.  Ar.  ma'taf: 

'Geneigt',  ebenso  tk.  [Kelekian  KämUs 
1194  b]  ;  hieraus  rum.  matuf  'schmutzig, 
nachlässig',  bes.  in  den  Kleidern.  — 
Löbel  EITAP  62. 

1448.  Ar.  niaulä: 
'Mohammedanischer  Geistlicher  oder 
Lehrer'  [über  dieses  Amt  und  den  of- 
fiziellen Rang  eines  Mulla  in  der  Türkei 
vgl.  NO  III,  62];  hieraus  angloind.  moo- 
lah  'dass.',  in  Indien  'Scliulmeister', 
engl,  molla  'ein  höherer  Richter  in  is- 
lamischen Ländern';  rnm.  mola  'moham- 
medanischer Geistlicher',  dtsch.  Mölln. 
—  Mit  dem  Suffix  1.  pers.  sgl.  ergibt  sich 
ar.  matiläja  'mein  Herr',  woraus  sp. 
muley  in  zusammengesetzten  Eigen- 
namen, bes.  aus  den  marokkanischen 
Wirren  bekannt.  [Hobson  Jobson  579. 
Eguilaz  460.    MWiD  64. 

1449.  Ar.  iiia'üii: 

'Gefäß',  ebenso  tk.,  sowie  ma^una  'Schiff 
(Kelekian  Kämüs  1093  a];  hieraus  it. 
maona  'tk.  Galeere',  frz.  mahone,  maho- 
ne,  kat.  sp.  mahona  'dass.'.  [DE  299. 
Devic  DEt  155.    Eguilaz  442. 

1450.  Ar.  ma'zal: 

'Abgesetzt'  [part.  pass.  von  '^azala],  eben- 
so \k.ma''zul  [Kelekian  Kämas  1193b]; 
hieraus  rum.  mazil  'abgesetzter  Bojar', 
Vb.  mazili  'absetzen',  mazilie  'Abset- 
zung'. 

1451.  Ar.  iiiausim: 

'Jahreszeil',  z.  B.  für  die  jährliche  Pil- 
gerfahrt nach  Mekka,  auch  schon  bei 
den  ar.  Seeleuten  zur  Bezeichnung  der 
Zeit  «ebräui  hlicb,  die  günstig  war,  um 
mit  dem  Winde,  den  wir  heutzutage 
Westmousun  nennen,  nach  Indien  zu 
gelangen;  hieraus  pg.  mongäo,  mougäo, 
sp.  monzon,  frz.  mousson,  it.  monsone, 
mussone;  engl,  monsoon,  ndl.  monsoen, 
dtsch  Monsun.  [DE  317/319.  Eguilaz 
458    ML  5439. 

14.52.  Ar.  maiitabän: 
'Einer,  bes.  ein  König,  der  ruhig  sitzt' 
[vom  Vb.  wataha  'sitzen'],  Bezeichnung 
einer  Münze,  die  während  der  Zeit  der 
Kreuzzüge  in  der  Levante  im  Umlauf 
war;  auf  ihr  war  eine  sitzende  Christus- 
figur dargestellt,  nach  der  sie  benannt 
war.  Um  das  Jahr  1193  führten  die 
Venezianer  eine  dieser  byzantinischen 
Münze  ähnliche  aus  dem  Oriente  ein, 
die  sie  matapan  nannten.  Hiermit 
wurde  dann  in  Famagusta  auf  Cypern 
eine  lO^oige  Abjjabe  und  endlich  eine 
Schachtel  oder  Kiste,  die  */io  moggio 
enthielt,  bezeichnet:  venez.  niarzapane 
[mit  Einfügung  eines  »•!],  noch  im  XIII. 

8* 


Pers.  mäzä.] 


116 


Jahrhundert  ist  siz.  marzapane,  neapol. 
marzapane  belegt.  Im  XIV.  Jahrhun- 
dert wurde  mit  diesem  Wort  der  Inhalt 
der  genannten  Kiste,  nämlich  ein  aus 
Zucker,  Mandeln  und  Rosenwasser  her- 
gestelltes Zuckerwerk  bezeichnet:  it. 
marzapane,  frz.  marsepain,  massepain, 
sp.  mazapän,  pg.  massapäo  [mit  offen- 
barer Anlehnung  an  pane,  pain,  pao 
<^  lat.  panis  'Brot'];  vgl.  noch  prov. 
massapan  'Schachtel'.  Engl,  marchpane 
[in  Anlehnung  an  March],  dtsch.  Mar- 
zipan, ndl.  marsepein,  schwed.  marsi- 
pan;  russ.  marcipan.  —  [Blarci  panis 
'Markusbrot'  ist  nur  Volksetymologie; 
die  vorliegende  Ableitung  stammt  von 
A.  KLUYVER  in  ZfdWt  VI,  59/68  ]  [ML 
5440.  MWiD  86. 

1453.  Pers.  mäzä: 
'Wohlgeschmack'  [Horn  NpEt  S.  219, 
Nr.  979],  tk.  vulg.  mezelik  'Vorspeise' 
[von  Seb.  BECK  sehr  treffend  mit 
'Appetitshappen'  wiedergegeben :  NO  III, 
56] ;  hieraus  serb.  bulg.  meze,  bulg. 
mezelik  'Dessert',  rum.  mezelic,  mezea 
'dass'.  —  Löbel  EITAP  63.  Mikl  SlEt- 
Wb  194  a. 

1454.  Ar.  niazäd: 
'Versteigerung',  ebenso  tk.,  vulg.  mezat 
ausgesprochen;    hieraus  rum.  mezat; 
bulg.  mezat  'dass.'. 

1455.  Hebr.  mazzäl: 

'Stern,  Schicksal'  [eigentlich  'Stern- 
station' entsprechend  ar,  manzil  s.  hier 
Nr.  1401];  hieraus  sp.  desmazalado  'un- 
glücklich', bei  Cervantes  'kleinmütig' 
[Dicc  Gast  773  a].  —  [ML  5448. 

1456.  Pers.  tk.  meger: 

'Wenn  auch'  [aus  pers.  mä  'nicht'  und 
ägär  'wenn'  Horn  NpEt  S.  221,  Nr.  988; 
auch  >  ngr.  liaYcipi];  hieraus  rum. 
macar  'obwohl,  wenn  auch'. 

1456  a.  Aram.  mene: 
Mene  mene  tekel  iKparsin  ist  die  von 
Daniel,  Kap.  5,  Vers  25  mitgeteilte  rätsel- 
hafte Inschrift,  die  der  Sohn  des  letzten 
Königs  von  Babylon,  der  sog.  König 
BELSAZAR  [assyr.  Belsar-usur  'Bei, 
schirme  den  König',  s.  ZDMG  Vm,  598; 
XXVI,  128],  während  eines  Gastmahls 
von  geheimnisvollen  Händen  an  die 
Wand  des  Speisesaals  schreiben  sah. 
Daniel  deutete  sie  auf  den  Übergang 
der  Herrschaft  an  die  Perser,  der  tat- 
sächlich bald  eintrat;  von  ihm  stammt 
die  Deutung:  , Gezählt,  gewogen,  zu 
schwer  [nämlich  befunden],  und  die 
Perser!"  Man  liest  sie  jetzt:  Mene  'eine 
Mine'  [s.  hier  Nr.  1462  a;  aus  assyr. 
manü  'Mine'  von  manü  'zählen'  Del 
HWB  416  und  417  b],  mene  tekel  'eine 
Mine  Sekel'  [assyr.  siklu  'Sekel'  von 


sakälu  'wägen'  Del  HWB  685  b,  s.  hier 
Nr.  1880],  u-parsin  'und  zwei  Halb- 
minen' [assyr.  parsu  'Halbmine'  von 
paräsu  'teilen'  Del  HWB  542  b;  zu 
allen  drei  Ausdrücken  vgl.  ZAkkFW 
21].  Der  erste  Teil  der  Inschrift  ist 
als  Menetekel  'grauenhafte  Warnung 
oder  Mahnung'  ins  Deutsche  überge- 
gangen. 

1457.  Ag.  mer: 

'Pyramide'.  Das  äg.  Wort,  dessen  Vo- 
kalisation  mangels  einer  kopt.  Entspre- 
chung unbekannt  ist,  ergab  mit  dem 
altägyptischen  Art.  p  umi  der  aus  gr. 
TTupaiLiiq  zu  erschließenden  Vokalisierung 
*piniar  oder  mit  Metathesis,  für  die 
beim  Übergang  aus  dem  Äg.  z.  B.  ins 
Semitische  viele  Belege  vorhanden  sind 
[vgl.  ZDMG  XL  VI,  112  ff.],  *pirani.  Da 
einerseits  die  Ableitungen  von  irupaiii? 
aus  rein  gr.  Grundwort,  besonders  Tröp 
'Feuer'  und  uupö;  'Weizen',  sehr  ge- 
künstelt und  schwerfällig  erscheinen  und 
sich  andererseits  aus  m-r  und  dem  se- 
mitischen Art.  ha  mit  folgender  Meta- 
thesis das  aus  dem  Semitischen  allein 
nicht  erklärbare  ar.  haram  'Pyramide' 
ableiten  läßt,  ist  die  gegebene  Deutung 
außerordentlich  befriedigend,  um  so 
mehr  als  a  priori  anzunehmen  ist,  daß 
die  Bezeichnung  für  ein  Ägypten  so 
eigenes  Bauwerk  wie  die  Pyramiden 
auch  äg.  Ursprungs  ist.  Diese  Etymo- 
logie stammt  von  Karl  LANG  im  An- 
thropos  XVni/XIX,  551/553.  Aus  gr. 
TTupaiaic;,  -rrupaiaibDq,  lat.  pyramis,  pijra- 
midis  haben  sich  alle  europäischen  For- 
men ergeben:  \t.piranude,  trz. pyramide, 
sp.  pirdmide,  pg.  pyramide;  engl,  j^yra- 
mid,  dtsch.  Pyramide. 

1458.  Tk.  mertek: 

'Viereckiger  Balken';  hieraus  rum.  mar- 
tac  'dicker  PfahP. 

1459.  Tk.  mest: 
'Filzüberschuhe,  absatzlose  Stiefelchen 
in  Maroquinleder'  [Kelekian  Kämüs 
1159];  hieraus  rum.  mest,  mesii,  mep 
'dass.',  serb.  mestwa,  poln.  meszty, 
klruss.  mesty  'Art  Fußbekleidung'.  [Lö- 
bel EITAP  63.  Mikl  SlEtWb  193. 

1460.  Ar.  mibrat: 

'Zucker'  [nach  DE  164];  hieraus  sp.  kat. 
almibar  'Sirup',  almibarar  'mit  Zucker- 
seim überziehen,  süße  Worte  geben', 
almibarado  'süßtuender  Mensch'.  — 
[Eguilaz  222  hat  als  Grundwort  miba.' 


1460a  bis  1469a  folgen  nach 
1469! 


1461.  Ar.  midakka: 
'Instrument    zum    Klopfen,  Stampfer, 


117 


[Ar.  mi'dai). 


Stößel'  [Dozy  Suppl  I,  451];  hieraus  siz. 
mataccu,  mataffu  'großer  Holzklotz'  mit 
einer  Achse  als  Handgrift,  mit  dem 
man  Steine  in  den  Boden  rammt,  um 
zu  pflastern.    [GrSVociSic  241. 

1462.  Ar.  mi'dan: 
'Spitzhammer  zum  Zertrümmern  von 
Gestein';  hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  alnia- 
dena,  ahnadina,  almadana  'großer 
eiserner  Steinhammer'.  [DE  148.  Egui- 
laz  206/207  (mit  anderer  Ableitung). 

1463.  Ar.  iiiigfar: 

'Stahlhaube,  aus  Eisenringen  verfertigter 
Helm' ;  hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  almofar, 
almofre  'der  über  den  Kopf  reichende 
Teil  des  Panzers',  pg.  aZwafra.  [DE  170. 
Eguilaz  232.   ML  5566. 

1464.  Ar.  mihadda: 

Auch  mu^adda  [von  ar.  ^ladd  'Wange'] 
'Kopflsissen' ;  hieraus  mit  ar.  Art.  sp. 
almohada,  pg.  almofada,  almofala  [Con- 
stancio  Dicc  57  a;  letzte  Form  nur  bei 
Eguilaz  233]  'dass.'.  -  DE  172. 

1465.  Ar.  miliassa: 

Vulg.  muhassa  'S'triegel'  [vom  Vb.  Jf,assa 
'striegeln'];  hieraus  mit  ar.  Art  sp.  al- 
mohaza,  pg.  abnofafa  'dass.'.  [DE  172. 
Eguilaz  234. 

1466.  Ar.  milifar: 

'Hacke'  [vom  Vb.  hafara  'graben'],  plr. 
mahäfir;  hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  almo- 
cafre,  armocafre,  almocafe  'Jäthacke'. 
[DE  167.  Eguilaz  228. 

1467.  Ar.  luihräs: 

'Mörser'  [vom  Vb.  harasa  'zermalmen, 
ganz  zerstampfen'],  plr.  mahäris;  aus 
dem  Sgl.  mit  Imäla  [ä  >  e]  sp.  almirez, 
pg.  almires  [Constancio  Dicc  57  a],  aus 
dem  Plr.  pg.  nlmofariz,  (all)  almafariz 
'Mörser  für  Drogen  und  Medikamente'. 
—  DE  165. 

1468.  Jap.  mikado: 

[Aus  mi  'erhaben'  und  kado  'Tor',  also 
'erhabene  Pforte',  ähnlich  'hohe  Pforte' 
als  Bezeichnung  der  tk.  Regierung  und 
äg-.  pr-a^a  >  Pharao  'hohes  Haus'] 
Titel,  unter  dem  der  Kaiser  von  Japan 
im  Auslande  bekannt  ist.  In  Japan 
selbst  wird  er  heute  nicht  mehr  ver- 
wandt, ausgenommen  in  der  Poesie  und 
bei  bes.  feierlichen  Anlässen;  in  den 
offiziellen  Stücken  wird  der  Herrscher 
Japans  als  emperor  bezeichnet.  [Chamb 
AllJap  366/368. 

1469.  Hebr.  Mixäel: 

N.  pr.  ['wer  ist  wie  Gott?'],  Nsme  eines 
Erzengels;  hieraus  it.  michelaccio  ur- 
sprünglich 'Michaelwallfahrer',  dann 
'Landstreicher',  frz.  miquelet  'Räuber', 
sp.  miquelito,  mtcatele  früher  eine  'Foli- 
zeitruppe  in  Katalonien',  jetzi  'bewaff- 
neter Räuber'. 


1460  a.  Tamil,  uiiläya-tauulr: 

'Pfeff'erwasser' ;  hieraus  angloind.  mulli- 
gatawny,  engl,  ebenso  und  muUagatawny 
'Art  Currysuppe'  in  Indien.  Die  Ab- 
kürzung mull  ist  zum  Spottnamen  der 
Mitglieder  der  Regierung  von  Madras 
geworden  [übrigens  schon  zur  Zeit  Sir 
John  MAUNDEVILLES  belegt].  [Hobson- 
Jobson  595. 

1461a.  Ar.  mimbar: 
Aussprache  für  ursprüngliches  minbar 
[von  ar.  nabara  'erheben';  minbar  aXso 
ursprünglich  die  Erhebung,  auf  die  man 
sieh  setzt  oder  stellt,  Untergestell,  s. 
BECKER  in  Orient.  Studien  (Festschrift 
für  Nöldeke)  I,  S.  338;  letzten  Endes 
aus  dem  Äthiop.,  s.  Nöldeke,  Neue  Bei- 
träge, S.  49]  'Kanzel',  und  zwar  im 
Gegensatz  zur  Predigtkanzel  kurst  die- 
jenige Kanzel  in  der  Moschee,  auf  der 
an  jedem  Freitag  die  Jiutba,  d.  h.  das 
Gebet  für  den  obersten  Herrscher  der 
Gläubigen,  gehalten  wird.  Hieraus  jüd.- 
dtsch.  Almemor,  die  inmitten  der  Syna- 
goge betindliche,  zum  Verlesen  der 
Tliora  bestimmte  Erhöhung  [die  in  jüd. 
Schriften  als  bema  oder  mifdal  bezeich- 
net wird],  vgl.  z.  B.  in  Heinrich  Heines 
, Prinzessin  Sabbath":  'Stolz  aufflackern 
auch  die  Kerzen  /  Auf  der  Brüstung 
des  Almemors'. 

1462  a.  Ar.  iiiinä: 

[Aus  gr.  pi\ä  'Mine',  lat.  tnina  'Pfund- 
gewicht', letzten  Endes  aus  assyr.  manü, 
vgl.  ZAkkFW  21]  Gewicht,  das  bei  den 
spanischen  Arabern  doppelt  so  groß  wie 
im  Altertum  war;  hieraus  mit  ar.  Art. 
sp.  almena,  frz.  ahnene  'Gewicht  von 
fast  2  Pfund',  etwas  weniger  als  1  kg. 
[Devic  DEt  26.  Eguilaz  220. 

1463  a.  Ar.  miiiära: 

Eigentlich  manäi-a  'der  Platz,  wo  Feuer 
oder  Licht,  ar.  när,  ist';  das  minära 
ist  der  Turm  einer  Moschee,  von  dessen 
Brüstung  aus  der  Gebetrufer  niu'addin 
fünfmal  täglich  die  Gläubigen  zum  Ge- 
bete aufruft;  pers.  und  tk.  minaret; 
hieraus  frz.  minaret,  rum.  minarea, 
minaret;  engl.  ndl.  minaret,  dtsch.  Mi' 
narelt;  sp.  almenar  'Eisenfuß,  auf  dem 
man  die  Fackeln  stellt',  sp.  pg.  almenara 
'dass.,  Leuchte  in  den  Leuchttürmen'. 

1464a.  Tk.  minder: 
[Kelekian  Kämüs  1231]  'Sofakissen, 
Strohsack,  Matratze',  eigentlich  im  tk. 
Hause  eine  hölzerne,  niedrige,  an  der 
Wand  befestigte,  also  unbewegliche,  mit 
Teppichen  belegte  Bank,  die  ringsum 
im  Zimmer  die  AVände  entlang  läuft. 
In  reichen  Häusern  ist  der  minder  oft 
mit  kostbaren  Seidenkissen  gepolstert; 
auf  ihm  wird  auch,  und  zwar  ganz 


Ar.  mingal.] 


118 


bekleidet,  gesdilafen.  Aus  dem  ti£. 
Grundwort  wurde  bulg.  mender,  serb. 
minder  'Kissen',  rum.  mindir  'Matratze, 
Strohsack',  mindirUjiu  'Strohsackfabri- 
kant'. [Löttel  EITAP  64.  Mikl  SlEtWb  197. 

1465  a.  Ar.  iiiiiig^al: 

'Sichel,  Fleischermesser';  hieraus  pg. 
tnanchü  'Messer,  Fleischermesser'.  [DE 
299.   Eguilaz  443. 

1466  a.  Ar.  inirassa: 
'Glasgefaß  zum  Begießen'  [vom  Vb. 
'begie&en'J;  hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  al- 
marraja,  alinart-asa,  kat.  almarraixa, 
pg.  alinarracha  'Gießkanne'.    DE  158. 
Eguilaz  215. 

1467a.  Ar.  rairät; 
'Erbschaft',   tk.  miras  'dass.';  hieraus 
rum.  miraz  'Erbteil',  mirazenie,  serb. 
miraz  'Erbschaft'  (vgl.  ngr.  noipdöiov]. 

1468  a.  Ar.  rairbat: 

'Zettel',  eigentlich 'Schnur  zum  Anheften' 
[vom  Vb.  rabata  'anheften,  binden',  s. 
hier  Nr.  I410I,  vulg.  marbat;  hieraus 
sp.  marbete  Treiszettel'.  DE  301.  Egui- 
laz 444. 

1469  a.  Pers.  niis: 

'Schaf,  Widder'  [Horn  NpEl  S  226,  Nr. 
1008:  mSs],  Adj.  dazu  mlsin,  ebenso  tk. 
meSin  'gegerbtes  Schafleder'  [Kelekian 
Kämtls  1117a];  hieraus  rum.  nf^inä 
'braunes  Schafieder,  Bauernhose'  [Löbel 
EITAP  63  und  Sain  55]. 

1470.  Ar.  iiiiskiu: 

[Aus  aram.  mesklnä  'arm',  das  selbst 
Entlehnung  aus  dem  ass.  muskenu  'arm', 
nämlich  zwischen  dem  freien  Volksbür- 
ger und  dem  Sklaven  in  der  Mitte  stehend, 
aus  Sukennu  'niederfallen',  irpoaKuveiv; 
vgl.  ZAkkFW  47]  'arm,  elend';  hieraus 
it.  meschino,  prov.  kat.  mesqui,  sp.  mes- 
quino,  mezqnino,  pg.  mesquinho,  mez- 
quinho,  rum.  nieschin,  f'Z.  mesquin 
'armselig',  afrz.  tueschin  'Bursche',  me- 
schine  'Mädchen'.  [DE  314.  Eguilaz 
450/451.    ML  5539. 

1471.  Ar.  uiisuias: 

Gewöhnlich  'Aprikose',  doch  auch  'Pflau- 
me' [Lammens  Faruk  Nr.  1284];  hieraus 
mit  ar.  Art.  und  folijender  Assimilation 
pg.  ameixa,  amexa  'PHaume',  it.  amos- 
cino,  [mit  häufigem  Wechsel  von  m  und 
b]  abostno  'Pflaumenbaum'.  [DE  189. 
Eguilaz  258  (jedoch  aus  lat.  myxa,  gr. 
\i\)la  abgeleitet!). 

1472.  Ar.  niiskal: 

'Instrument,  z.  B*.  eine  Muschel,  zum 
Glätten  von  Metallen'  [vom  Vb.  sakala 
'glätten,  polieren'],  auch  miskala,  eben- 
so tk.  vulg.  moskala;  hieraus  rum. 
mu§rhia  'Glättholz,  Fummelbolz'. 

1473.  Ar.  luisr: 

'Ägypten'  [vgl.  hebr.  mismjim  'dass.'j. 


tk.  mysyr;  hieraus  bulg.  mesirjak,  serb. 
misirka  'Truthahn'.  —  [Der  Truthahn 
scheint  überall  das  Schicksal  zu  haben, 
nach  fremden  Ländern  bezeichnet  zu 
werden,  vgl.  hier  Nr.  909  und  1031.] 

1474.  Ar.  raitraka: 

'Hammer',  vulg.  mafraka;  hieraus  it. 
matraca,  kat.  sp.  pg.  matraca  'Klapper, 
bes.  Karfreitagsklapper',  in  der  Kar- 
woche statt  der  Schelle  benutzt.  [DE  310. 
Eguilaz  448.    ML  5615. 

1475.  Ar.  mitras: 

'Brustwehr',  plr.  matäris,  ebenso  tk. 
meteris,  jedoch  als  Sgl.  betrachtet;  hier- 
aus bulg.  meteris,  serb.  meteriz  'Wall, 
Schanze';  rum.  meterez  'Festungswall, 
Scliutzwehr'.  [Löbel  EITAP  63.  Mikl 
SlEtWb  194. 

1476.  Ar.  mizrak: 

'Wurfspeer',  der  bei  den  heutigen  Be- 
duinen bis  zu  5  m  lang  wird  [vgl.  auch 
MSOS  H,  233/234],  ebenso  tk. ;  hieraus 
bulg.  muzrak,  serb.  mizdrak  'Lanze'; 
lum.  mazdrac  'Lanze,  Streitkolben',  it. 
(alt)  mugavero,  afrz.  muzerat,  migerat 
'Lanze'. 

1477.  Hebr.  raö'a: 

Moderne  Aussprache  für  biblisches  mä'ä 
Jes  48, 19  'Sandkörnchen,  Steinchen',  in 
der  Misna  'kleine  Münze  im  ungefähren 
Betrage  eines  Pfennigs,  plr.  mä'öb,  mo- 
dern ausgesprochen  maus,  moos;  hieraus 
jüd.-dtsch.  Moos  'Geld';  „Moos  haben" 
wurde  scherzhaft  erweitert  zu  „Moses 
und  die  Propheten  haben*  unter  Anleh- 
nung an  Luk  16,  29.  [Ave-L  IV,  405. 
Kluge  314  s.  V.  Moos  2. 

1478.  Mahratti  modachi: 

Auch  mödshl,  ebenso  konkani  [über 
diese  Sprache  und  ihre  Literatur  vgl. 
Baumgartner,  Geschichte  der  Weltlite- 
ratur. Bd.  II.  W  Freiburg  1902.  S.  329 
bis  335  und  Gust,  A  sketch  of  the 
modern  languages  of  the  East-Indies. 
London  1878.  S^  59/60]  'Cholera'  [vom 
Vb.  modnen  'zusammenbrechen,  sinken'] ; 
hieraus  pg.  mordexim,  morexim  [Con- 
stancio  Dicc  703  c]  'gefährliche  Cholera', 
woraus  die  Franzosen  mit  merkwürdiger 
Volksetymologie  frz.  mort-de-chien  mach- 
ten, unter  welchem  Namen  die  Cholera 
bis  zu  Ende  des  XVIII.  Jahrhunderts 
bekannt  war.  Angloind.  mordisheen, 
mordechi.    [Hobson-Jobson  586/589. 

1479.  Hebr.  raoral: 

Alt  mäyal  'mit  der  Sichel  maggäl 
schneiden';  jüd.-dlsch.  mogeln  'betrü- 
gen', ursprünglich  durch  Beschneiden 
und  Einkneifen  der  Karten;  das  Wort 
kommt  seit  Ende  des  XVIII.  Jahrhun- 
derts auf  [Kluge  Studentensprache  61]. 


119 


[Jap.  mogusa. 


1480.  Jap.  inogasa: 

'Eine  Pflanze  mugwort'  [aus  moe-kusa 
'brennendes  Kraut'];  hieraus  engl,  moxa, 
ein  Universallieiliiiittel  im  Osten  Asiens: 
man  drelit  aus  Teilen  der  Pflanze  einen 
kleinen  Kegel,  setzt  ihn  auf  den  Körper 
und  zündet  ihn  auf  der  Haut  an  ;  moxi- 
hnstion  ist  die  Kauterisation  mittelst 
einer  moxa.    [Chamb  AllJap  389/390. 

1481.  Tk.  moloz: 

'Kleine  Steine,  die  zum  Bauen  benutzt 
werden'  [Kelekian  Kämüs  1249  a];  hier- 
aus rum.  moloz  'Abraum,  Schutt;  Kies'. 
[Sain  55.    Löbel  EITAP  64. 

1482.  Tk.  mor: 

'Violett';  hieraus  bulg.  serb.  mor  'dun- 
kelblau', wohl  auch  rum.  mormaviü 
'blaßrot,  hellrot'.  —  [It.  moro  <^  lat. 
morus,  maurtis  klingt  wohl  nur  zufällig 
an  tk.  mar  an,  doch  will  Aug.  v.  Ed- 
linger, Alte  Beziehungen  der  tk.  Spra- 
chen zu  den  indogermanischen.  I.  Bam- 
berg, s.  a.  (1922).  S.  17,  Urverwandtschaft 
zwischen  jenen  Wörtern  annehmen; 
dann  würde  hierhin  noch  russ.  moroska 
'Brombeere'  gehören.]  —  Das  von  JVlikl 
SlEtWb  202  angegebene  mormenevis  ist 
ist  nicht  Grundwort,  sondern  selbst  Zu- 
sammensetzung aus  mor  und  menevis 
'Reflex  eines  moirierten  Stoffes',  wenn 
nicht,  was  m.  E.  wahrscheinlicher  ist 
Verwechselung  mit  menekse,  benefie  <^ 
pers.  bänäfsä  'Veilchen'  [Horn  NpEt  S. 
53,  Nr.  231]  vorliegt. 

1483.  Hebr.  Mos?: 

'Moses'  [<  äg.  nis(w)  'Kind',  sicherlich 
als  Kurzform  eines  zusammengesetzten 
Vollnamens;  früher  erklärte  man  das  äg. 
Wort,  als  ,aus  dem  Wasser  gezogen*], 
moderne  Ausspraclie:  Mause:  hieraus 
jüd.  -  dtsch.  mauscheln  'wie  ein  Jude 
reden  oder  handeln'.  —  Kluge  303. 

1484.  Ar.  Mösul: 

Klassische  Form:  Mausil  [Suffix  »na-des 
Ortes  und  Vb.  wasala  'vereinigen',  also 
eigentlich:  'Ort,  wo  etwas  vereinigt  wird', 
nämlich  Vereinigungsstelle  der  Wege  aus 
dem  oberen  Mesopotamien  und  dem 
'Irak],  früher  Fabrikort  eines  feinen, 
weißen  baumwollenen  Gewebes  [den  die 
Araber  heute  säs  nennen,  s.  WETZ- 
STEIN in  ZUMG  XXII,  161].  Hieraus 
it  mussolo,  mussolina  'Nesseltuch',  frz. 
mousseline,  sp.  muselina,  pg.  musselina, 
murselina,  rum.  muselina ;  dtsch.  Mus- 
seline, ndl.  mousselien,  engl,  muslin; 
bulg.  muselina,  serb.  muselin,  öech. 
muselin,  poln.  muslin.  Heutzutage  gibt 
es  sowohl  Woll-  wie  Ba  um  wo II- 
musseline.  [DE  325.  Eguilaz  491.  ML 
5700.    Hobson-Jobson  600/601. 


1485.  Ar.  tnn'addin: 

'Gebetsausrufer',  der  von  der  Galerie  des 
Minaretts  [s.  hier  Nr.  1463a]  aus  den  Ge- 
betsruf adän  hören  läßt,  tk.  muezzin; 
hieraus  rum.  muezin,  frz.  muSzzin,  sp. 
almuecin,  almuedano;  engl,  mueddin, 
muezzin,  dtsch.  Muezzin.  [DE  150. 
Eguilaz  240/241.    MWiD  ö2. 

1486.  Ar.  mn'ajjau: 
'Rhombus',  d.  h.  gleichseitiges  Parallelo- 
gramm; hieraus  (lisch.  Elmuahin  in  den 
Schriften  des  XV.  Jhdts.  infolge  der  Über- 
setzung der  Euklidischen  Elemente  durch 
Gampanus  im  XIII.  Jhdt.  aus  dem  Ar. 
durcli  das  Lat.  eingeführt.  [Schirmer 
WortschdM  63. 

1487.  Ar.  lun'ämila: 

'Handel',  ebenso  tk.  muamele  'dass.', 
mit  Suffix  -gi  des  Berufes  muamelegi 
'Händler';  hieraus  rum.  mamelegiü 
'Hausierer,  Händler'. 

1488.  Ar.  mn'arrif: 

'Trapez',  d.  h.  Viereck  mit  zwei  paral- 
lelen Seiten ;  hieraus  dtsch.  Elmuharifa, 
in  den  Übersetzungen  des  XV.  Jhdts. 
gebräuchlich.  [Schirmer  WortschdM 
72/73. 

1489.  Ar.  mudaggiu: 

[Part,  praes.  act.  des  Vbs.  dagana  'woh- 
nen, bleiben',  II.  'wohnen  lassen',  also 
'einer,  der  wohnen  bleibt  od.  eigentlich 
wohnen  läßt',  auch  wenn  das  Land  in 
die  Hände  der  Feinde  fällt].  So,  im  Plr. 
mudagginlti,  wurden  die  Araber  genannt, 
die  nach  der  sog.  Reconquista  der 
Iberischen  Halbinsel  durch  die  Spanier 
unter  den  Christen  wohnen  blieben;  aus 
dem  ar.  Gdvvl.  wurde  sp.  inudejar.  [DE 
321/322.  Eguilaz  460  (wo  mudaggin 
sehr  frei  als  'tributarius'  erklärt  wird). 

1490.  Ar.  mndd: 
'Getreidemaß'  [Lammens  Fartlk  Nr.  1242 ; 
im  'Irak  2  1,  im  Higäz  l'/s  1,  sonst  1,76  1 
fassend;  aus  lat.  medium,  gr.  liobiö?, 
die  beide  semitischen  Ursprungs  sind, 
vgl.  hebr.  mad  'Maß'];  hieraus  mit  ar. 
Art.  sp.  almud,  kat.  alrnut,  pg.  almude, 
frz.  almoude,  almude  'dass.'.  [DE  180. 
Eguilaz  239.  Devic  DEt  26.  ML  5625. 
Lammens  Rem.  18. 

1491.  Ar.  luuflis: 
'ßankrottierer'  [part.  praes.  act.  vom 
Vb.  falasa  IV  'bankrott  machen',  dies 
von  ar.  fals,  plr.  fulüs  'Geldstück' 
gr.  qpöUic  ZDMG  LI,  300]:  hieraus  rum. 
mofluz  'dass.',  mofluzi  'bankrott  machen', 
mo^M2;Zjc 'Bankrott',  vielleicht  auch  bulg. 
mihljuzni  'Bankrott'. 

1492.  Pers.  niuft: 
'Unbedeutend,  umsonst  erhältlich'  [Horn 
NpEtWb  S.  221,  Nr.  987]  u.  pers.  ^r, 
Präsensstamm  zu  hurdän  'essen,  trinken' 


Ar,  muflL] 


120 


f ebenda  S.  112,  Nr.  507]  ergeben  pers. 
viufthär,  tk.  müfthär  'Schmaiotzer' 
[wörtlich  'einer,  der  umsonst  ißt  und 
trinkt'];  hieraus  serb.  mtifte,  muhte  'um- 
sonst', Vb.  muktariti  'schmarotzen', 
klruss.  muhte  '^'ratis';  rum.  moft  'Flau- 
sen', moftangiü  'Zieraffe',  moftangioarcä 
'Zierpuppe'.  [Mikl  SlEtWb  204.  Löbel 
EITAP  20 1. 

1493.  Ar.  mnfti: 

'Erklärer  des  mohammedanischen  Rech- 
tes', so  genannt,  weil  er  das  fatwa, 
d.  h.  rechtliche  Gutachten  [s.  hier  602], 
verfaßt;  hieraus  sp.  pg.  mofti,  mufti, 
kat.  »ms^i',  frz.  mufti,  rum.  muftiü  ;  engl. 
mufti,  mufty,  iL\.SQh..  Mufti  'muslimischer 
Richter'.  [DE  315.  Eguilaz  455/456. 
Hobson-Jobson  593/594. 

1494.  Pers.  Magäl : 

Name  der  Angehörigen  der  großen 
Nomadenrasse  der  Mongolen  [also  ur- 
sprünglich Gattungsname  , Mongole"]. 
In  Indien  wurde  der  Ausdruck  Bezeich- 
nung aller  fremden  Mohammedaner, 
insbesondere  ist  engl.  Great  Mogul,  frz. 
grand  mogol,  dtsch.  Großmogul,  engl, 
auch  oft  nur  the  Mogul  genannt,  der 
Titel,  mit  dem  die  Könige  von  Delhi 
aus  dem  Hause  Timur  bezeichnet 
wurden :  zuerst  pg.  o  gräo  Mogor,  dann 
in  alle  europäischen  Sprachen  über- 
gegangen. Im  Frz.  auch  als  Länder- 
namen :  le  Mogol  bei  Lafontaine,  Fahles 
VII,  12, vers63.  [Hobson-Jobson 570/572. 

1495.  Ar.  mngatta: 

Part.  pass.  II  des  Vbs.  gatä  'bedecken'; 
hieraus  sp.  mogate  'Glasur'.  [DE  315. 
Eguilaz  456. 

1496.  Ar.  niDgäTvir: 

Part,  praes.  III  des  Vbs.  gära  [s.  hier 
669]  'einen  kriegerischen  Zug  machen, 
eine  gära  veranstalten',  also  'Krieger'; 
hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  pg.  almogävar 
'leicht  bewaffneter  Krieger,  leichte  Rei- 
terei', kat.  almogaver.  Dazu  ar.  mugä- 
wara  'Kriegszug' ;  hieraus  asp.  almogava 
'kriegerischer  Zug'.  [DE  172.  Eguilaz  233. 

1497.  Ar.  muhajjar: 

'Stoff  aus  Ziegenhaar';  hieraus  zur  Be- 
zeichnung von  allerlei  Stoffen  it.  moca- 
jardo,  mocajarro,  camojardo,  frz.  mouca- 
yarde;  russ.  muhnjar,  poln.  muchair; 
hieraus  dtsch.  Macheier.  Engl,  mohair, 
frz.  moiri,  it.  amuerre,  sp.  muer,  muarS, 
dtsch.  Mohär,  Moir^,  Mohr.  Vb.  frz. 
moirer  'einen  Stoff  moirieren'.  [Kluge 
293.  Mikl  SIEtWb  204a.  ML  5635  u. 
5640.    ZfromPh  X,  575.    MWiD  95. 

1498.  Ar.  muhakk: 
'Probierstein  für  Edelmetalle',  tk.  mehak, 
mehek  [Kelekian  Kärnüs  1130aJ,  vulg. 
mehenk  [ebenda  1254a]  'dass.';  hieraus 


rum.  mehenghiü  'Probierstein;  durch- 
trieben, schlau'. 

1499.  Ar.  uiiiharrania: 

'Verbotenes'  [part.  pass.  II  fem.  des  Vbs. 
harama,  s.  hier  Nr.  819];  hieraus  sp. 
(dial.  Andalusien)  muharrana  'frische 
Speckseite',  sp.  marrano  'Schweine- 
fleisch', marrana  'frisches  Schweine- 
fleisch', pg.  marrao  'ganz  kleines 
Schwein',  marra  'frisches  Fleisch  davon'. 
—  [Dagegen  muß  warrano'übergetretener 
Jude'  anderen  Ursprungs  tein,  s.  hier 
Nr.  1412.]    [Eguilaz  446.    ML  5636. 

1500.  Ar.  muharrig: 
'Spaßmacher'  [von  haraga  'sprechen, 
plaudern',  harräg  'Spaß',  vgl.  darüber 
Carlo  Gi  af  v.  Landsberg,  Jeder  tut,  was 
ihm  paßt,  denn  reden  werden  die  Leute 
immer.  Festgabe  zu  seinem  40jährigen 
Jubiläum  als  Orientalist.  Leiden  1909. 
S.27/29];  hieraus  sp.  moharrache  'dass.'; 
Begriff  u.  Wt.  ist  jedenfalls  von  den 
Damaszener  Umajjaden  nach  Spanien 
mitgebracht  worden.  —  ,In  Damask  ist 
harg  der  Spaß,  und  fann  at  tahrlg  ist 
die  Kunst,  eine  drastische  Erzählung  so 
vorzutragen,  daß  die  Zuhörer  belustigt 
werden.  Dies  geschieht  durch  eine  maß- 
lose Übertreibung  bei  Darstellung  der 
Gefühle,  verbunden  mit  einer  karikatur- 
artigen Mimik  und  Gestikulation.  Das 
Tahrig  gehört  neben  Musik,  Tanz, 
Taschen-  und  Schattenspiel  zu  den  Be- 
lustigungen einer  größeren  Damaszener 
Abendgesellschaft.  —  Der  Meister  Mo- 
harrig,  oft  ein  ganz  vortreff  licher  Ko- 
miker, ist  jedenfalls  eine  weit  erquick- 
lichereErscheinung  als  unser  langweiliger 
Deklamator  im  schwarzen  Frack  und 
weißen  Handschuhen.  Bei  öffentlichen 
Aufzügen  ist  er  der  Harlekin,  phan- 
tastisch gekleidet,  mit  geschwärztem  Ge- 
sicht und  den  Fuchsschwänzen  auf  dem 
spitzen  Filzhut. "  WETZSTEIN  in  ZDMG 
XXII,  132.  —  [DE  307/308. 

1501.  Ar.  luuhätara: 

'Gefahr,  Risiko'  [vom  Vb.  hatara  III 
'wagen,  riskieren'],  eigentlich  bai^  mu- 
hätara  'ein  gewagter  Kauf,  d.  h.  einer, 
bei  dem  man  ein  Risiko  eingeht.  Hieraus 
sp.  mohatra,  pg.  mofatra  'wucherischer 
Verlrag'.    [DE  316.    Eguilaz  456. 

1502.  Ar.  muhräz: 

Auch  »nVirS? 'Schusterahle';  hieraus  mit 
ar.  Art.  u.  Imäla  [ä  >  e]  pg.  almofrez 
'dass.'  [Constancio  Dicc  57  b],  wohl  auch 
sp.  almarada  'Ahle  des  Halfasohlen- 
schusters,  Stilett';  jedoch  kann  pg.  al- 
mofate  'Ahle'  [Constancio  Dicc  57  a] 
nicht,  wie  DE  170/171  meint,  durch 
vielfache  Änderung,  hieraus  entstanden 
sein,  sondern  muß  mit  Eguilaz  232  auf 


121 


[Ar.  mulitasib. 


ar.  tnihjat  'Nadel'  [Präfix  mi-  des  Werk- 
zeugs und  hait  'Faden',  s.  hier  Nr.  78(>] 
zurückgeführt  werden. 

1503.  Ar.  niuhtasib: 
'Eichmeister';  hieraus  sp.  almotacen,  pg. 
almotacel    'Marktpolizeimeister',  auch 
aveiiez.    matasej)    'justiciarius,  Markt- 
nieister'.    [DE  177.    Eguilaz  237. 

1504.  Ar.  miikaddam : 
'Befehiihaber',  bes.  eines  Schiffes;  hier- 
aus asp.  almocaden,  apg.  almocadem, 
p|r.  mocadäo  [nicht  mocadao,  wie  Eguilaz 
455  hat;  s.  Constancio  Dicc  697c],  kat. 
almogaden  'Patron  einer  Barke'.  [DE 
315.    Eguilaz  'H'llß'lS. 

1505.  Ar.  inukallid: 
'Spaßmacher  '  [Part,  praes.  act.  des  Vbs. 
kalada  II  'nachalimen,  iiachäffen'] ;  hier- 
aus rum.  mucalit  'dass.,  Hofnarr',  auch 
als  Adj.,  mucalitUc  'Possenhaftigkeit'. 

15GÖ.  Ar.  imikautura: 
Astronomischer  Fachausdruck  zur  Be- 
zeichnung der  Himnielskreise,  die  dem 
Horizont  parallel  laufen  [von  kantara 
'Brücke',  s.  hier  Nr.  1057],  plr.  mukan- 
farät;  hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  almocan- 
tarat,  almicanturad,  pg.  ahnicantarat , 
frz.  ahnucantarat,  almicantarat  'dass.'. 
[Eguilaz  2-22.    Devic  DEt  26. 

1507.  Ar.  liiuhäri: 
'Maullieitreiber',  der  Maultiere,  aber 
auch  Pferde,  Est],  Kamele  zu  vei mieten 
hat  [vom  Vh.  karä  'mieten',  s.  hier 
Nr.  1181,  pait.  praes.  act.  III];  hieraus 
apg.  ahnoqueire,  sp.  almocrebe,  pg.  al- 
mocreve,  frz.  moucre,  dtsch.  (gelegentlich 
in  Reisebeschreibui^gen)  Muker  'Tier- 
verleiher'. [DE  169.  Eguilaz  230/231. 
Devic  DEl  169. 

1508.  Ar.  iiiitka^wä: 
'PappdickiP   [eit;eiithch  'gestärkl.',  da 
pari.  pass.  II  von  kawt  'siark,  kräftig'], 
tk.  ebenso;  hieraus  hw\^.  mokawa ;  rum. 
mucava  'dass.'. 


löOSa  bis  1517a  folgen  nach 
1517. 


1509.  Ar.  mulk: 

'Grundstück,  Liegenschaft',  ebenso  tk. 
niiilk,  mülük;  hieraus  r\im.nuieag'd3iSS.\ 

1510.  Pcrg.  uifini: 

'Wachs',  ebenso  tk.  niiim  'dass.,  Kerze', 
hieraus  serb.  nium  'Kerze',  [über  tk. 
tnumgi/]  rum.  mungiü,  munger  'Kerzen- 
fabrikaiit',  m!<H.9?/7f 'Keizenfabrik',  kat. 
sp.  nioniia  'Pech  und  Asphalt',  apg. 
muminha  'Mischung  vou  Pech  und 
Quecksilber',  bes.  die  harzige  Masse,  die 
aus  den  der  Sonne  ausgesetzten  Mumien 
floß  und  als  heilkräftig  galt.  —  Ar. 


mümija  'einbalsamierter  Leichnam'  ist 
in  dieser  Bedeutung  in  alle  europäischen 
Sprachen  übergegangen:  it.  mummia, 
fvz.  motnie,  mimiie,  sp.  momia,  pg.mumia, 
Adj.  sp.  momio  'abgemagert',  vam.mumie 
'Mumie',  momie,  nioniue  'Vogelscheuche, 
Popanz';  engl,  tmunrny,  ndl.  mummie, 
dtsch.  Mumie;  russ.  murniju.  [Eguilaz 
457.    ML  5743.    Kluge  317. 

151 1.  Ar.  iiiunädija: 
'Versteigerung'  [vom  Vb.  nadä  'rufen' 
III,  eigentlich  munäda  'Ort,  wo  man 
veisteigeit',  also  synonym  zu  sük]; 
hieraus  sp.almoneda,  pg- «^woec?« 'dass.'. 
[DE  172/174.  EguÜHZ  236.   ML  5655. 

1512.  Ar.  iitiui§T: 
'Briefschreiber,  Korrespondent'  [part. 
praes.  act.  des  Vbs.  nasa'a  IV  'erziehen, 
Briefe  und  Dokumente  aufsetzen'],  ebenso 
hind.  munnhi  'Interpret,  Schreiber,  Se- 
kretär'; hieraus  anglomd.  engl. moonshee 
'eingeborener  Sprachlehrer',  bes.  für 
Arabisch,  Persisch  und  Urdu.  In  kauf- 
männischen Geschäften  hat  man  meistens 
einen  moonshi  zur  Entzifferung  der  oft 
Schwei-  lesbaien  Hiindschriflen  in  orien- 
talisch geschriebenen  Briefen.  [Hobson- 
Jobson  581. 

1513.  Ar.  miinti«: 

'Stinkend,  faulend';  hieraus  siz.  »HmiiM« 
'stinkendes  Wasser,  das  aus  den  Schwefel- 
quellen herausflie.ßl'.    [GrSVociSic  241. 

1514.  Per.»^.  uiiir: 

'Glasur,  Email';  hieraus  russ.  mur 
'Glasurmasse',  murawa  'Glasur'. 

1515.  Ar.  'niuräbiti: 

Adj.  zum  Namen  der  Dynastie  der 
murribitin  'Almoraviden'  iniVIiirokko  und 
Spanien  (1056  —  1147),  Bezeichnung  für 
eine  kleine  Münze,  die  ur  spi  ünglit  h  aus 
Gold,  dann  meist  aus  feilber  und  Kupfer 
bestand  [R.  P.  A.  Dozy,  Recherches  sur 
rhistoire  politique  et  litlei'aire  de  l'Es- 
pagne  pendant  le  moyen-äge.  I.  Leyde 
1849.  S.47Ü1'.];  h\era.us  prov.  warabotin, 
kat.  morabatl.  kat.  sp.  pg.  muravedi,  pg. 
maravedim  'eine  iVlünze'.  [DE  30!. 
Eguilaz  444. 

1516.  Perfi.  mnrdär: 
'Leichnam'  [Horn  NpEtS.218,  Nr.973], 
ebenso  tk.  'unrein,  unflätig';  hieraus 
serb.  niurdnr  'unrein',  rum.  mtirdar 
'dass.',  »i?(/-rfr5;7' 'beschmutzen,  besudeln', 
murdarie  'Unrat',  murdarUc  'dass.'. 
[Löbel  EITAP  6().  Mikl  SlElWb  204b. 

1517.  Tk.  miirekkcb: 

'Tinte'  [<^  ar.  murakkab  'zusammen- 
gesetzt']; hieiaus  bulg.  murekep,  serb. 
murecef  'dass.'. 

150Sa.  Ar.  inurtadd: 
'Renegat',   tk.   muitad;   hieraus  serb. 
murtat  'Verräter'. 


Ar.  musädara.] 


122 


lö09a.  Ar.  innsädara: 

'Beschlajrnaliuie',  ebenso  tk.  tnüsadere; 
hieraus  ruin.  satara  'gewaltsame  Steuer- 
eiiitreibunp'. 

ir)lüa.  Ar.  iiinsäßr: 
'Reisender,  Gast',   ebenso  tk.  miisafir; 
hieraus    rum.   musaßr    'Gast,  Einge- 
ladener'. 

l")!  1  a.  Ar.  musallä: 
'Gebetsteppicli';  hieraus  mit  ar.  Art.  sp. 
ahnozata,  almocela,  almozalla,  pg.  al- 
mocdla  'wollene  Bettdecke'.    [DE  169. 
Eguilaz  229/230. 

1512  a.  Ar.  musammn': 
'Gewachst'  [part.  pass.  des  Vbs.  sama' 
II  von  s«'»'  'Wachs'J,  ebenso  tk.  mu- 
semma,  vulg.  musamba  'Wachstuch'; 
hieraus  rum.  mu^ama  'Wachsleinwand, 
Wachstuch',  hn\g.  mosama,  sevh.  musema 
'Art  Wachsleinwand'. 

1513a.  Ar.  uuishaf: 
'Buch';    hieraus    pg.   mogafo,  mosefo 
[Constancio   Dicc   (j98a]   'der  Koran'. 
[DE  815.    Eguilaz  455. 

1514  a.  Ar.  müsikär: 
'Musikinstrument,  Musiker'  [aus  it.  mu- 
sicale],  ebenso  tk.  niusikar  'Art  Pfeile' 
[Kelekian  Kämtis  1246  a];  hieraus  rum. 
museal  'Hirtenflöte,  Schalmei'  [nur  zu- 
fällig gleichlautend  mit  museal  'Mosko- 
witer', daher:  'Mietskutscher  iiiBukarest'J. 

1515  a.  Pers.  musk: 

'Moschus'  [aus  sskr.  mnshkas  'Hode' 
wegen  der  Ähnlichkeit  einer  solchen  mit 
dem  Beutel  des  Moschustieres],  ar.  musk, 
misk,  tk.  misk;  hieraus  mlat.  museum 
'Bisam,  Moschus',  it.  musco,  musehio, 
prov.  mtisc,  frz.  musc,  kat.  almesc,  pg. 
almiscre,  alniiscar,  sp.  musco,  musca, 
amusco,  als  Adj.  'moschus-,  d.h.  dunkel- 
farbig', sp.  altnizele,  kat.  musc  'braun', 
sp.  pg.  mosquita  'Moschusrose',  frz. 
muscadin  'Stutzer'  [Behrens  Beitr.  376; 
wahrscheinlich  nach  dem  Moschus,  mit 
dem  die  Stutzer  sich  partümierten],  rum. 
mosc'MoschusLier',  moseu§or;  engl. musk, 
dtsch.  Müsch,  später  Moschus;  russ. 
muskus  'Moschus',  moskot'  'Drogen'.  — 
Eine  Abltg.  hiervon  ist  lat.  muscatus 
>  engl,  muskate,  dtsch.  Muskat  [Samen- 
kerne von  Myristica  fragrans].  [DE  166. 
Gorjajew  319.  ML  5775. 

1516  a.  Ar.  muslim: 

Part,  praes.  act.  IV:  'derjenige,  der  dem 
Islam  [s.  hier  Nr.  915]  ergeben  ist  oder 
anhängt',  tk.  müslim;  hieraus  engl. 
moslem,  dtsch.  Moslem,  Muslim.  Mit 
roman.  Endung  pg.  moslemäa,  verkürzt 
mollita  'Renegat'  [der  vom  Christentum 
zum  Islam  übergetreten  ist].  Im  Pers. 
wurde  die  Pluralendung  angefügt:  mus- 
Z«wän,'^und  diese  von  den  Türken  als 


Sgl. übernommen  und  verbreitet;  hieraus 
rum.  musulman,  frz.  musulman;  engl. 
musUman,  musulman,  plr.  musulmen 
[mit  volksetymologischer  Auffassung  als 
engl,  man,  ebenso  wie  im  Dtsch.:] 
Muselmann;  russ.  musuV manin;  huzur- 
man,  basurman,  beserman,  besermen 
'Ungläubiger'  [im  Gegensatz  zu  den 
Rechtgläubigen,  daher  Schimpfwort], 
klruss.  busloman,  poln.  bisurman,  muzul- 
manin.  [DE  320.  Gorjajew  34/35.  Mikl 
SlElWb  205a. 

1517a.  Tk.  mnslnk: 
'Spund,  Hahn'  [Kel'ekiän  KäniQs  1246  b]; 
hieraus  rum.  muslue  'dass.'. 

1518.  Tk.  musruula: 

'Mispel,  Mespilus  germanica'  [Kelekian 
Kämüs  1216b];  hieraus  rum.  moqmol 
'Mispelbaum',  mo^tnoalä  'Mispel', 

1519.  Ar.  mnsrif: 

'Aufseher';  hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  al- 
mojarife  'Einnehmer  desZolls',  den  man 
an  den  Toren  der  Städte  und  am  Ein- 
gang der  Häfen  zu  zahlen  hat,  kat.  al- 
moixerif,  pg.  almoxafife  'Rentmeister'. 
[DE  179.  Eguilaz  23.5.  ML  5701. 

1520.  Pers.  mustä: 

[Aus  must  'Faust'  Horn  NpEt  S.  220, 
Nr. 982;  ebenso  gebildet  wie  dästä  'Griff, 
Bündel,  Strauß',  d.  h.  alles,  was  in  die 
Hand  däst  hineingeht;  also  wörtlich: 
'alles,  was  in  die  Faust  hineingeht'] 
'Pelzmantel  mit  langen  Ärmeln,  weiter 
Rock'.  Aus  der  älteren  Form,  pehlewi 
niustak,  entstand  ar.  mustaka  'dass.'; 
hieraus  mit  ar.  Art.  mlat.  almutium, 
afiz.  auntusse,  sp.  almucio  'prunkvoller 
Pelzmantel  der  Domherren  und  Stifts- 
damen, der  über  den  Arm  herabhängt', 
afrz.  aumucelle,  sp.  almucella  'kleine 
Kapuze,  Kragenkappe',  sp.  muceta  'Pilger 
kragen',  pg.  murga  de  pelles  'Chorpelz 
der  Domherren';  eng\.amice  'Mantel  der 
Chorherren  und  Pilger',  ndl.  muts,  disch. 
Mütze  'eine  Kopfbedeckung',  (dial.)  Motze 
'Oberjacke  der  Frauen  (oder  Männer)'. 
Eingehend  behandelt  von  Justi,  Mütze 
und  Verwantes  [sie!]  in  Zeitschrift  für 
deutsches  Altertum  u.  deutsche  Literatur. 
Berhn  1891.  XLV,  420/426.  —  Auf  das 
ar.Gdwt. m«<s<«A;  geht  auch  trz.mousquet, 
it.  moschetto ;  engl,  musket,  dtsch.  Muskete 
zurück  [nach  DE  GOEJE,  s.  Wiedemann, 
Beiträge  zur  Geschichte  der  Naturwissen- 
schaften VI.  Erlangen  1906.  S.  38]. 

1521.  Ar.  mnstakT: 

'Krug';  hieraus  siz.mMsiic« 'Wasserkrug'. 
[GrSVociSic  242. 

1522.  Ar.  mnstari: 

'Käufer'  [pa;t.  praes.  act.  des  Vbs.  VIII 
istira'  'kaufen'],  tk.  ebenso  muUeri; 
hieraus  rum.  musferiü  'Kunde,  Käufer' ; 


123 


[Ar.  musta'rib. 


balg  nijusterija,  serb.  niusterija  'Käufer'. 
[LöbelElTAPey.  Mikl  SlEtWb  205a. 

15i23.  Ar.  musta'rib: 
'Arabisiert'  [so  bezeichneten  die  Araber 
die  fremden  Stämme,  die  unter  ihnen 
wohnten  und  die  ar.  Sprache  ange- 
nommen hatten] ;  hieraus  bp,  pg.  mozd- 
rabe,  muzärabe,  pg.  iiat.  niosärahe.  Auf 
der  Iberischen  Halbinsel  hießen  Moz- 
araber die  Christen,  die  mitten  unter 
Arabern  wohnten,  bes.  in  Toledo,  wo 
noch  heute  Gottesdienst  in  arabischer 
Sprache  nach  sog.  mozarabischem  Ritus 
stattfindet  [vgl.  dazu  Otto  Maas  0.  ¥M., 
Spanien.  Eine  Studienreise  während  des 
Weltkrieges.  Münster  i.  W.  1921. 
S.  453/455].  [DE  321.  Eguilaz  460. 
ML  5699. 

1524.  Hebr.  iiiüö: 
'Sterben' ;  hieraus  vielleicht  dtsch.  mause- 
tot^ mausstill  ['mäuschenstill'],  eigentlich 
also  'tolstille',  da  man  sagte:  er  ist  mos, 
später:  er  \si  mausetot.  Vgl.  Lenz  Eindr 
9/10,  aber  auch  ZfdWflV,  318. 

1-525.  Ar.  iiintawa^g:ih : 
'Maskierter'  [eigentlich  'ein  sich  Mas- 
kierender', pait.  act.  V  von  tvagh  'Ge- 
sicht' =  'Maske'],  plr.  mutawaggihln; 
hieraus  sp.  matachin,  kat.  matutxi,  frz. 
ma tassin,  it.  mattaceino,  pg.  muchachim 
[allerdings  wegen  des  fehlenden  t  aus 
ar.  muwaggah,  part.  pass.  II]  'maskierte 
Person  in  Harlekingewand';  4,  6  od.  8 
von  ihnen  führen  den  Tanz  auf,  den 
man  los  matachines,  les  matassins  nennt, 
wobei  sie  sich  gegenseitig  mit  Holz- 
schwertern und  mit  luftgelüUten  Blasen 
schlagen  [letztere  Sitte  scheint  in  ähn- 
licher Form  noch  jetzt  im  spanischen 
Amerika  auf  Karneval  zu  herrschen, 
vifl.  Der  Ta!<.  15.  3.  1925.  2.  Beiblatt, 
2.Spalte].  [DE  309/310.  Eguilaz 447/448. 

1526.  Ar.  müz: 

'Banane  Musa  paradisiaca  L.',  Einheits- 
nomen müza  'Banane';  hieraus  der  bo- 
tanische Name  und  siz.  musa  'Banane'. 
[Das  ar.  Grundwort  muß  selbst  aus  dem 
Ind.  stammen,  ZDMG  L,  6.50].  —  GrS 
VociSic  242. 

152Ba.  Ar.  muzawwir: 
'Fälscher,  Lügner',  ebenso  tk.  müzewwir; 
hieraus  russ.  muzawer,  bulg.  mjuzewirin 
'Betrüger'.    [Mikl  SlEtWb  205  b. 

1527.  Pers.  muzdä: 

'Frohe  Botschaft'  [Horn  NpEt  S.  219, 
Nr.  978],  tk.  ebenso  müMe  [Kelekian 
Kämüs  1157  a]  'gute  oder  erfreuliche 
Nachricht',  dazu  müidelik  'Geschenk  bei 
einer  guten  Nachricht';  hieraus  bulg. 
muzde,  serb.  mustuluk  'gute  Nachricht', 
sowie  bulg.  tmzda,  öech.  mzda.rnss. mzda 
'Lohn'.    [Mikl  SlEtWb  205b; 


1528.  Ar.  na'äma: 

Auch  na'ima  'Strauß  (Vogel)';  hieraus 
pg.  ema  'dass.'  [Constancio  Dicc  442  b], 
der  Name  des  südamerikanischen  Strau- 
ßes Emu  Rhea  americana  Lath.  — 
[DE  260. 

1529.  Ar.  nabika: 

'Frucht  der  Brustbeere  Zizyphus  lotus' 
[ar.  sidr] ;  hieraus  mit  ar.  Art.,  der  dem 
n  assimiliert  wird,  pg.  anafega  'Brust- 
beere (Baum  und  Frucht)'.  [DE  190. 
Eguilaz  261/262. 

1530.  Hiud.  nach: 
'Tanzmädchen'  in  Ostindien  [aus  sskr. 
nrtya  'Tanz-  und  Bühnenspiel'  über 
TpräkT.nachcha]:  hieraus  angloind.  waw^c/?. 
'Ballett,  das  von  Frauen  aufgeführt  wird', 
dann  jede  'ßühnenunterhaltung,  euro- 
päischer Ball';  engl,  nautch-yirl  'Tän- 
zerin', dtsch.  Natsch  'Tanzdirne'  [s.  Ab- 
bildung usw.  in  Globus  LXXV,  338].  — 
In  Europa  werden  diese  Tänzerinnen 
gewöhnlich  Bajaderen  [aus  pg.  hailadera 
'Tänzerin']  genannt.  [Hobson-Jobson 
620. 

1531.  Pers.  näfä: 

'Nabel'  [Horn  NpEt  S.  228,  Nr.  1020], 
tk.  ebenso;  hieraus  rum.  nafea  'Bauch- 
fell'. 

1.532.  Ar.  nafaka: 

'Geldausgaben,  Ausgabe  für  Nahrung', 
ebenso  tk. ;  hieraus  rum.  nacafa  'Schick- 
salsanteil'. 

1.533.  Ar.  uafar: 

'Person',  tk.  nefer  'dass.',  bes.  'gewöhn- 
licher Soldat';  hieraus  rutn.  nefer  'Sol- 
dat, Mannschaft'. 

1534.  Ar.  nafäta: 

'Pustel'  [Vb.  nafata  'mit  Blasen  oder 
Pusteln  bedeckt  sein'];  hieraus  siz. 
naffata  'eine  Rinderkrankheit'.  (GrSVoci 
Sic.  242. 

1535.  Ar.  uafha: 

'Duft,  Geruch',  hieraus  sp.  nafa,  nefa, 
frz.  naffe,  it.  lanfa;  mit  lat.  aqua  ver- 
bunden ergab  sich:  it.  acqua  nanfa,  siz. 
acqua  nanßa,  frz.  m«  de  naffe  'Wasser 
mit  Apfelsinenduft',  sp.  aguanafa  'Rosen- 
was.ser'.  [DE  323.  DEFREMERY  in 
JAs  1863,  I,  93.  Eguilaz  69/70  u.  462. 
ML  5808.  GrSVociSic  242. 

1536.  Ar.  uäfl': 

'Nützlich',  vollständig  näß'  li-^s-sadr  'für 
die  Brust  nützlich';  hieraus  ndl.  nafe 
'ein  Brustmittel'.    (Dozy  Oost  70. 

1537.  Ar.  uafTr: 

'Eherne  Trompete'  meistens  aus  Kupfer 
[Lammens  Farok,  Nr.  1473];  hieraus  mit 
ar.  Alt.  kat.  anafil,  prov.  anafil,  lanafil, 
sanafil,  fiz.  anafin,  sp.  anafil,  anafil, 
pg.  anafil,  anafim,  danafil  'kleine  mau- 
rische Trompete'.    [DE  196.  Devic  DEt 


Pers.  näft.] 


124 


3-2.    Egiiilaz  Lammens  Rem 

24/25.    ML  5S09. 

1538.  Fers,  näft: 

'Erdpech,  Naplitha'  (Horn  NpEt  S.  23'2, 
Nr.  103Ö],  ar.  naft  [der  Wurzel  nafata 
'sieden,  wallen'  anfrepaßl;  nachZAkkFW 
(iO  jedoch  ülier  aram.  napfä  aus  ass. 
naptu  'Erdöl'],  Ik.  na/t,  neft;  hieraus 
gr.  vctqpöa  [ngr.  tö  vd9Ti],  lat.  naphtha 
und  sp.  nafta,  frz.  naphte,  rum.  7iafta, 
naft;  luss.  neft';  dtsch.  Naphtha  'Erd- 
pech, Petroleum'.  [Gorjajew  228.  Löbel 
EITAP  68.  Eguilaz  462. 

1539.  Tk.  iia^ak: 

'Große  Hacke'  [Kelekian  KämOs  1259]; 
hieraus  .serb.  bulg.  nadzak  'kleine  Keule', 
poln.  nadziak  'Art  Waffe'.  [Mikl  SlEt 
Wb  210. 

1540.  Ar.  iiähija: 

'Gebiet,  Bezirk',  tk.  ebenso  nahije;  hier- 
aus rum.  nahiea  'dass.'. 

1541.  Pers.  näi: 

'Schilf,  näi  'Flöte'  [Horn  NpEt  S.  237, 
Nr.  1060],  ebenso  tk.  nej  'Flöte',  ins- 
besondere diejenige,  deren  sich  die 
Mewlewi- Derwische  ['heulende  oder 
drehendeDerwische',derftcÄfs/oMrneMrs] 
bei  ihrem  religiösen  Tanze,  dem  dikr 
[vulgäre  Aussprache  zikr]  bedienen; 
hieraus  rum.  naiü,  neiü  'Panflöte', 
naingiü  'Flötenbläser'. 

1542.  Ar.  nä'ib: 
'Stellvertreter,  Regent,  Fürst';  da  diese 
Fürsten  im  mohammedanischen  Indien 
gewöhnlich  sehr  reich  sind,  wurde  jeder 
Engländer,  der  im  Osten  einen  hohen 
Posten  bekleidet  und  sich  hierdurch  oder 
durch  Handel  ein  bedeutendes  Vermögen 
erworben  halte,  scherzhaft  oder  mit  einer 
gewissen  spöttischen  Nebenbedeutung 
engl,  nabob  <^  plr.  nuwwäb  genannt. 
Ebenso  ndl.  nabob,  dtsch.  Nabob  [ZfdWf 
IX,  28.3.  X,  238]  'steinreicher  Mann, 
Krösus';  frz.  nabab,  sp.  nabab,  sp.  pg. 
nababo,  rum.  nabab,  nababia  'dass.',  pg. 
nnbabo  'Gouverneur  einer  Provinz  in  den 
ostindischen  Kolonien'.  —  Das  Wort 
wurde  zuerst  sprichwörtlich  durch  Sa- 
muel FOOTE's  Lustspiel  ,The  Nabob' 
i.  J.  1772,  worin  ein  in  Indien  kolossal 
reich  gewordener  Engländer  so  genannt 
wurde,  und  besonders  verbreitet  durch 
den  i.  J.  1877  erschienenen  Roman 
Alph.  DAÜDET's  ,Le  Nabab",  wo  ein 
reicher,  im  Luxus  lebender,  verschwen- 
derischer Ausländer  .'^o  bezeichnet  wird. 
[Hobson-Jobson  GlO/613.  Eguilaz  461. 
ML  5812.    Devic  DEt  172. 

1543.  Kas.-tat.  najaii: 

Hieraus  russ.  najan,  najanliwyj  'zu- 
dringlicher, frecher  Kerl'.  [Gorjajew  227. 


1544.  Ar.  nakd: 

'Kleingeld',  ebenso  tk.  nakd  und  nakyd', 
hieraus  rum.  naht  'bares  Geld'. 

1545.  Ar.  nakkäl : 

'Träger'  [vom  V'b.  nakal  'tragen,  trans- 
portieren' gebildet  wie  hammäl  von  ha- 
mila,  s.  hier  Nr.  806];  hieraus  mit  ar. 
Art.  sp.  anacal,  aüacal,  anacalo  'Bäcker- 
junge, der  das  Brot  austrägt'  und  mit 
Imäla  [ä  e]  sp.  anaquel  'Fach',  ana- 
qneleria  'Ladeneinrichtung'.  [DE  189 
und  190.  Eguilaz  261  und  262. 

1546.  Ar.  nakkära: 

'Kleine  Kesseltromniel  oder  Pauke'  [vgl 
nakir  Lammens  FarOk  Nr.  1484] ;  hieraus 
mgr.  dvdKapa;  it.  nacchera,  gnacchero, 
naccaro  'Pauke';  im  Plr.  'Klapper', 
afrz.  nacaire,  nfiz.  nacre  'Perlmutter', 
sp.  ndcara,  näcar,  pg.  ndcar  [Constancio 
Dicc  711b],  VMva.nacaradä  'Pauke';  vgl. 
auch  frz.  gtiacare  [bei  Moliere].  —  [Das 
auch  von  ML  5814  gebrachte  Etymon 
kurdisch  nakera  ist  ein  schon  von  KÖR- 
TING und  DIEZ  verübter  Unfug,  der  im 
Anschluß  an  POTTS  ,KurdischeStudien* 
in  ZKM  entstanden  ist;  wie  sollte  gerade 
ein  kurdisches  Wort  im  Romanischen 
Boden  gefaßt  haben?].  —  Über  das  Tk. 
oder  Tat.  wurde  russ.  nakry  'Trommel', 
dazu  serb.  nakara  'Klapper'.  [Gorjajew 
225.  Mikl  SlEtWb  211.  Eguilaz  462. 

1547.  Ar.  na'I: 

'Huf,  dual,  na'län,  obliquus  na'lain^ 
hieraus  tk.  nalejn,  nalijn  [Kelekian 
Kämüs  1280]  'Holzschuhe';  hieraus  bulg. 
nahn  'Pantoffel',  fierh.  nalune  'Art  Stelz- 
schuhe'.   [Mikl  SlEtWb  211. 

1548.  Sskr.  naladä: 
'Duftgebend ;  eine  Pflanze  Andropogon 
muricatuni'  [nala  'Dufr  <C  nala  'Rohr 
arundo'  nach  Ascoli,  Studi  orientali  e 
linguistici,  S.  76*;  dazu  dä  'gebend'], 
hieraus  pers.  närdln,  Adj.  durch  Ersatz 
des  l  durch  r,  auch  hehr,  nerd,  aram. 
nirda,  gr.  vdpboq.  Hieraus  in  die  euro- 
päischen Sprachen  zur  Bezeichnung  eines 
sehr  feinen  Parfüms  übergegangen,  z.B. 
engl.  nard  [wozu  dasRhizom  der  Pflanze 
Nardostachys  Jatamansi  D.  C.  vom  nie- 
deren Himalaya  benutzt  wird],  dtsch. 
Nardc.    [Hobson-Jobson  617/618. 

1.549.  Pers.  nälbänd: 
'Hufschmied'  [aus  ar.  na'I  'Huf,  s.  hier 
Nr.  1547  und  pers.  band.  Präsensstamm 
zu  bäsiän  'binden'  Horn  NpEt  S.  50, 
Nr.  219],  tk.  ebenso  nalbend;  hieraus 
rum.  nälban,  bulg.  nalbantin,  serb.  nal- 
ba}'ta,  nalbatin  'dass.'.  [Löbel  EITAP 
68.    Mikl  SlEtWb  211. 

1550.  Pers.  iiäni: 
'Namen'  [Horn  NpEt  S.  229,  Nr.  1022); 
aus  bä-näin  'im  Namen'  wurde  bind. 


125 


[Pers.  nämä. 


benämi  'anonym'  und  dann  angloind. 
henamee,  ein  Ausdruck,  der  bes.  auf 
Schriftstücke  angewandt  wird,  in  denen 
der  Name  des  einen  Unterzeichners  nicht 
der  des  wirkUch  Interessierten  ist,  also 
etwa  'Strohmann';  solche  Handlungen 
und  Verträge  sind  in  Indien  aus  den 
verschiedensten  Gründen  ziemlich  häufig. 
[Hobson-Jobson  83. 

1551.  Pers.  nämä: 

'Buch'  [z.  B.  Schahname  <^  pers.  sah 
nämä  'Königsbuch'  des  FIRDOUSf],  dazu 
ar.  "ahd  'Vertrag',  ergibt  tk.  ahdname 
'Kontrakt';  hieraus  rum.  namea,  ahti- 
namea  'Vertrag'. 

1552.  Pers.  iiäinäz: 

'Gebet'  [Horn  NpEt  S.  233,  Nr.  1040], 
ebenso  tk.  nemaz  'Gebet'  [das  rituelle 
Gebet  der  Muslimen];  hieraus  rum.  na- 
mas  'dass.';  sp.  namaz,  namazi  [Dicc 
Gast  1406  c]. 

1553.  Pers.  nänii: 

'Mutter'  [Horn  NpEt  .S.  234,  Nr.  1044], 
ebenso  tk.  nene;  hieraus  rum.  neneacä 
'dass.',  nene  und  demin.  wen/for 'Trauter' 
als  Anrede  an  den  älteren  Bruder  oder 
Verwandten. 

1554.  Chili.  Nau-kiiis:: 

N.  pr.,  große  Stadt  am  Unterlauf  des 
Jang-tse-kjang,  wörtlich  'südlicher  Hof, 
d.  h.  Hauptstadt  des  Südens  [wie  Peking 
'Hauptstadt  des  Nordens'];  nach  dieser 
Stadt  wurde  ein  baumwollener  Stoff  von 
bräunlich-gelber  Farbe  mit  meist  ka- 
riertem Muster  benannt,  da  er  hier  ur- 
sprünglich ausgeführt  wurde  Engl. 
7iankin,narikeen,  disch.  Nanking,  Nankin, 
ndl.  nanking;  frz.  nankin;  poln.  serb. 
nankin,  6e  'h.  nankyn,  aber  russ.  nanka 
'chines.  Leinwand'.  [Hobson  Jobson  6 16. 
Hirth  ChinFW  209. 

1555.  Pers.  iiäräng:: 

'Aptelsine'  [vielleicht  aus  •s.sVr .ndgarant^a 
'Elefantenneigung',  d.  h.  Lieblingsfrucht 
der  Elefanten,  vgl.  Lassen,  Indische  Alter- 
tumskunde I,  247];  hieraus  über  das 
gleichlautende  ar.  Wort  sp.  naranja, 
pg.  laranja,  kat.  naronja,  rum.  näranfä, 
it.  arancia  'Apfelsine',  Adj.  rancio 
'orangegelb',  [mit  Anlehnung  an  or  mit 
Bezug  auf  die  goldgelbe  Farbe]  frz. 
orange;  dtsch.  Orange,  ndl.  oranje, 
oranjeappel,  -boom,  engl,  orange,  poln. 
or«»^i;  aus  mlat.  pomarancia  <^  it.  pomo 
'Apfel'  und  arancia  wurde  dtsch.  Pome- 
ranze. [DE  324.  Eguilaz4(;3.  ML  5822. 
Hobson-Jobson  642/643.  Kluge  332.  349. 

1556.  Pers.  iiärgilä: 
'Wasserpfeife'  [angeblich  aus  sskr.  nä- 
rikera  'Kokosnuß'];  hieraus  engl,  nar- 
gula,  nargileh,  narghile;   frz.  narguiU, 


kat.  nargili,  sp.  narguile,  rum.  narghilea 
'dass.';  poln.  nargile.  [Eguilaz  463. 
ML  5823a.    Hobson-Jobson  618. 

lf)57.  Pers.  närh: 
'Preis,  Wert'  [Horn  NpEl  S.  230.  Nr.  1027], 
ebenso  tk.  nark  'Preis,   feste  Taxe'; 
hieraus  rum.  nart  'Taxe,  Steuersatz'. 

1558.  Ar.  na's: 

'Sarg',  ar.  Name  der  vier  Sterne,  die  das 
Viereck  am  Großen  Bären  bilden,  voll- 
ständiger: wa's  la^zär  'Sarg  des  Lazarus'. 
Die  drei  den  Srhweif  bildenden  Sterne 
heißen  'die  Töchter  des  Na's',  ar.  banäl 
na's;  hieraus derSlernname Benetnaschr\ 
Ursi  Majoris.    [Devic  DEt  65. 

1559.  Ar.  iias^: 

'Gewebe'  [vom  Vb.  nasaga  'weben']; 
hieraus  sp.  nesga  'Zwickel  an  einem 
Hemde;  dreieckige  Spitze  an  einem 
Kleide,  um  ihm  größere  Weite  zu  geben'. 
[DE  324/325.  Eguilaz  464. 

1560  Ar.  uauba: 
'Wiederkehrende  Zeitfolge,  Wachposten,' 
plr.  nauhät  'Trommeln,  die  vor  den  Woh- 
nungen der  Großen  geschlagen  werden; 
Musik';  tk.  ebenso  newbet,  nöbet;  hier- 
aus russ.  nabat  'Sturmläuten,  Lärmglok 
ke'.    [Mikl  SlEtWb  21U. 

1561.  Ar.  na'flr;): 
'Wasserschöptwerk' ;  hieraus  sp.  frz.  siz. 
noria,  pg.  nora  'Wasserschöpfrad'.  — 
„Die  Nä'üra  .sind  unseren  Baggerma- 
snhinen  ähnlich,  mit  einem  in  dem 
Fluß  befindlichen  Rade,  das  von  der 
Strömung  selbst  getrieben  wird.  Die 
an  dem  Rade  befestigten  Tongefäße 
entleeren  sich  in  eine  Rinne,  welche  das 
Wasser  landeinwärts  führt.  Um  den 
Wasserdruck  zu  verstärken,  ist  gewöhn- 
lich ein  Steindamm  stromaufwärts  in 
den  Fluß  hineingebaut  ....  Obgleich 
der  größte  Teil  des  Wassers  bei  den 
Umdrehungen  dieser  primitiven  Schöpf- 
werke verloren  geht,  bevor  es  sich  in 
die  Rinnen  entleert,  ist  ihre  Leistung 
eine  ziemlich  beträchtliche.  Sie  stehen 
gewöhnlich  Tag  und  Nacht  in  Betrieb, 
haben  aber  den  großen  Übelstand, 
daß  sie  zu  arbeiten  aufhören,  sobald 
das  Niveau  des  Flusses  unter  die  Peri- 
pherie des  Rades  fällt.  Mit  der  Erbau- 
ung dieser  Schöpfwerke  beschäftigt  sich 
eine  eigene  Klasse  von  Einwohnern, 
deren  Kunst  sich  vom  Vater  auf  den 
Sohn  vererbt."  Max  Freih.  v.  Oppen- 
heim, Vom  Mittelmeer  zum  persischen 
Golf.  I.  Berlin  1899.  S.  338/334  mit 
einer  guten  Abbildung.  Vgl.  auch  eine 
Abbildung  „Schöpfrad  im  Kyzvl  Irmak' 
im  Globus  LXVIII,  62.  [DE  195.  Egui- 
laz 465.    ML  5856. 


Ar.  nawäla.] 


1562.  Ar  iianäla: 

'Hütte';  hieraus  mit  Imäla  [ä  >  e]  asp. 
nagnela  'Hütte,  armseliKS  Bude';  lat. 
mai>äUa,  magälia  'Hütten'  geht  auf  dass. 
semitsdie  VVt.  zurück,  hieraus  pgr.  mal- 
ha  'Schäterhütte'  [Cnnstancio  Dicc  670  c]. 
[DE  323.    Eguilaz  462/463.    ML  5223. 

1563.  Pers.  näz: 

'Vergnügen,  Freude'  [Horn  NpEt  S.  228, 
Nr.  1017],  tk.  ebenso  'Ziererei';  hieraus 
rum.  7iaz,  naznri  "A-dSs  ,  Nasenrümpfen'. 

1564.  Ar.  iiazar: 

'Anblick ;  Wohlwollen,  Gunst',  ebenso 
tk. ;  hieraus  rum.  nazar  'Gewogenheit', 

1565.  Ar  uazTr: 

'Ähnlich,  entgegengesetzt  gelegen',  nazlr 
as-sanit  'dem  Zenit  entgegengesetzt'; 
hieraus  kat.  sp.  pg.  frz.  rum.  nadir  'Fuß- 
punkt'; M.nadiro;  dtsch.  Nadir,  engl.wa- 
dir  'dem  Zenit  entgegengesetzter  Punkt'. 
[DE  323.   Eguilaz  462.   Devic  DEt  174. 

1566  Ar.  nazzär: 
'Inspektor;  Admiral,  Hauptmann,  An- 
führer' [vom  Vb.  nazara  'anblicken', 
s.  hier  Nr.  1564];  hieraus  mit  ar.  Art. 
und  Imäla  [ä  >  e]  sp.  anadel  'Haupt- 
mann', pg.  annodem,  anadel  [Gonstan- 
cio  Dicc  75  a]  'Hauptmann  der  Bogen- 
schützen', siz.  (alt)  annadaru,  nadaru 
'öffentlicher  Eichmeister',  Nh.anadarari 
'Gewichte  und  Maße  prüfen'.  [DE  189. 
Eguilaz  461.    Gr  S  Voci  Sic  242. 

1567.  Hebr.  neOer: 

'Natron'  [Prov.  25,20;  Jer  2.22;  wohl 
wie  aram.  niträ  aus  äg.  ntrj.],  hieraus 
gr.  vixpov,  lat.  nitrum  und  mit  lat.  sal 
zusammengesetzt:  it.  salnitro,  pg.  sp. 
salitre,  rum,  ^alitru;  dtsch.  Salniter, 
(dial.)  Saliter;  cech.  sahii/tr,  sanytr,  poln. 
saletra,  russ.  stlitra,  serb.  saliira  'Sal- 
peter'. Aus  ar.  natrün  ergab  sich  frz. 
engl.  7iatron,  dtsch.  Natron  und  mit  ar. 
Art.  sp.  anatron. 

1568.  Sskr.  nilas: 

'Schwarz',  [aus  der  Zusammenstellung 
'schwarz  wie  die  Nacht'  wurde  'schwärz- 
lich' und  schließlich]  'bläulich'  [titlas  <^ 
*nihlas  *nihras,  also  dasselbe  Wort 
wie  lat.  nigtr  <^  *niher  <^  *nihrus], 
ebenso  Tpers. mlä  'Indigo',  ar.  nila  'dass.'; 
hieraus  mit  ar.  Art.,  der  dem  folgenden 
n  assimiliert  wird,  sp.  anil,  anir,  kat. 
antßl,  pg.  anil,  frz.  anil;  ndl.  anijl,  engl. 
anile,  neel  'Indigo';  dtsch.  Anilin,  ein 
Farbstoff,  der  i.  J.  182i6  bei  der  Destil- 
lation von  Indigo  entdeckt  und  i.  J.  1884 
aus  dem  Steinkohlenteer  hergestellt 
%vurde.  —  Vgl.  noch  angloind.  neelwalla 
'Indigopflanzor',  neel-kothee  'Indigo- 
pflanzung'. [DE  196.  Eguilaz  269.  ML 
5923,    Hobson-Jobson  31. 


1569.  Pers.  nilgävv: 

Eine  Antilope  Portax  pictus  Pallas  mit 
schieferblauem  Kleide,  die  in  Persien 
und  Nordindien  vorkommt  [aus  pers. 
nll  'blau',  s.  hier  Nr.  1568,  und  gätv 
'Kuh,  Rind'  Horn  NpEt  S.  1 98,  Nr.  888] ; 
hieraus  frz.  nilgant,  nylghaut;  dtsch. 
Nilgau,  engl,  nilghau,  nylghau.  [Devic 
DEt  176. 

1570.  Pers.  nTlflfär: 

Eine  Wasserpflanze  Nymphaea  alba  'See- 
rose' [aus  pers.  m/  'blau',  s.  hier  Nr.  1568, 
und  nüfär  'Seerose',  woraus  der  botn- 
nische  Namen  Nuphar  luteum],  ar.  nai- 
nüfar,  vulg.  nenüfar;  hieraus  sp.  kat. 
it.  nenufar,  frz.  nenufar,  rum.  nenufär, 
nufär  'Wasserrose'.  Das  Wort  wurde 
zuerst  i.  J.  1534  durch  den  Botaniker 
Otto  BRUNFELS  ins  Frz.  eingeführt. 
[DE824.  Eguilaz464.  DevicDEt  175/176, 
Lammens  Rem  181/182. 

1571.  Pers.  nlmtäii: 

[Aus  pers.  new  'Hälfte,  halb'  Horn 
NpEtS.  239,  Nr.  1069,  und  tän  'Körper, 
Leib'  ebenda  S.  88,  Nr.  393],  tk.  mit 
Metalhesis  tninian  'wattierte  Weste  mit 
Ärmeln' ;  hieraus  rum.  mintean  'wat- 
tiertes Wams'. 

1572.  Mal.  nipa: 

'Art  Palmbaum,  Nipa  fructicans'  auf  den 
Sundainseln  [Pi.jn  226b];  hieraus  frz. 
nifa  'dass.',  der  botanische  Familien- 
name Nipaceen  und  t-ngl.  nipadifes  'aus- 
gestorbene Kokospalme'. 

1573.  Sskr.  iiirväna: 
'Ausgeblasen'  wie  eine  Kerze.  In  der 
Philosophie  der  Buddhisten  ist  dieses 
Wort  der  technische  Ausdruck  für  den 
Zustand  geworden,  nach  dem  sie  als  die 
Krone  und  das  Ziel  aller  Tugenden 
streben:  das  Aufhören  der  sinnhchen 
Existenz.  Mit  dem  wachsenden  Interesse 
für  den  Buddhismus  i.st  der  Ausdruck 
in  Europa,  bes.  durch  Schopenhauer, 
überall  verbreitet  worden,  z.  B.  engl. 
nirvana,  dtsch.  Nirtvana. 

1574.  Pers.  nisän: 

'Zeichen',  ebenso  tk.;  hieraus  russ.  mi- 
sen  'Zielscheibe,  Ziel';  frz.  nichan, 
dtsch.  Nischan  'tk.  Orden'.  [Gorj^ijew 
211.    Devic  DEt  176. 

1575.  Ar.  nisr: 

'Adler'.  An-nisr  at-fä^ir  'der  fliegende 
Adler'  ist  einer  der  fünf  Sterne  des 
Sternbildes  des  Adlers  im  Gegensatz  zu 
an-nisr  al-uäjcf  'der  fallende  Adler'; 
hieraus  die  Sternuamen  Allair,  Atair  a 
Aquilae  und  Wega  a  Lyrae  [letzteres 
mit  Imäla  des  ar.  Grundworts  ä  ^  e 
und  Erweichung  des  emphatischen  k  wie 
in  kaum  >  güm,  s.  hier  Nr.  747],  — 
Sollte  dtsch.  Kaiseradler  durch  ar.  käsir 


127 


[Pers.  nistär. 


'Adler  Aquila  imperialis'  [vom  Vb.  ka- 
sara  'die  Flüg'el  einziehen,  um  sich  zu 
senken']  beeinflußt  sein?  [Devic  DEt  28 
und  226.  Lammens  Rem  249/250. 

1576.  Pers.  nistär: 

'Lanzetie'  [Berge  Dictionnaire  persan- 
franqais.  Hamburg  1920.  ^.  467],  tk.  ebenso 
nister;  hieraus  rum.  ni^ter  'dass.'. 

1577.  Pers.  iiuhüd: 
'Kichererbse,  Cicer  arietinum',  ebenso 
tk.  nohut;  hieraus  rum.  näut,  nähut, 
nohot  'dass.'. 

1578.  Ar.  nukä'a: 

'Wasser,  in  dem  etwas  zerrissen  wird' 
[Vb.  naka'a  'zerreißen'];  hieraus  sp. 
noque  'Gerbergrube',  in  der  die  Gerber 
ihr  Leder  weichen  lassen.  Aus  dem 
gleichen  Stamme,  Form  manäki"  [mit 
Präfix  ma-  des  Ortes],  ist  abzuleiten  siz. 
bunaca  'Gerbergrube'  [mit  Wechsel  der 
Labialen  m  >ö],  siz.  (dial.  Palermo)  naca 
'Wiege'.  [DE  325.  Eguilaz  465  (mit 
fälschlicher  Ableituna;  aus  ar.  nukra 
'Grube'). 

1579.  Ar.  nnkra: 
'Nackengrube,  Hinterhauptsloch,  scrobis' 
in  occipitis  inferiori  parte";  hieraus  ent- 
stand durch  Übersetzung  der  ar.  Ana- 
tomen lat.  nucha  'Nacken',  it.  prov.  nuca, 
frz.  nuque,  sp.  pg.  nuca  'Nacken'  [pg. 
mica  'Nachen'  bei  ML  5991  ist  wohl 
Druckfehler?].  —  Das  lat.  Wort  ist  also 
nicht  klassisch  und  hat  auch  nichts  mit 
lat.  nucha  'Rückenmark,  medulla  spi- 
nalis'  zu  tun,  das  vielmehr  aus  ar.  nuhä' 
entstanden  ist,  aber  nur  bis  zum 
XVI.  Jhdt.  benutzt  wurde.  [RomForsch 
IV,  3.54.  XIV,  354.  DEFREMERY  in 
JAS1867,1I,  182.  Eguilaz  465.  ML  5991. 
HArHebrAn  188/193. 

1580.  Ar.  nur: 

'Licht',  ebenso  tk ,  dazu  Adj.  nurly 
'leuchtend';  hitraus  rum.  nur  'Reiz, 
Zauber,  Aimiut',  nurliü  'reizend,  an- 
mutig'.   [Löbel  EITAP  70. 

1581.  Ar.  nnsaüir: 
'Ammoniaksalz',  hieraus  mit  ar.  Art.  sp. 
almojatre,  almocrate,  pg.  almoxatre, 
nochatro;  über  das  tk.  nesadyr,  tat.  ni- 
sadyr  wurde  russ.  nasatyr',  klruss.  na- 
satyr  ,  bulg.  nisatir,  serb.  nisador  sowie 
it.  iisciardo  'Salmiak,  Ammoniak'.  [DE 
172.  Eguilaz  230  u  235.  Gorjajew  226. 

1582.  Ar.  nnwwär: 

'Blüten,  Blumen',  Einheit'nomen  nuw- 
wära;  hieraus  siz.  nuara  'Kürbisstaude, 
mit  Kürbi.'isen  bepflanztes  Land'.  GrS 
VociSic  243. 

1583.  Ar.  nnzlia: 
'Unterhaltung',  dem.  nnzaiha;  hieraus 
mit  ar.  Art.  sp.  anazea,  afiacea  'Ver- 
gnügen,  Unterhaltung',  Vb.  sp.  (dial. 


Asturien)  aflaciar.  [DE  195.  Eguilaz 
262.    ML  5814. 

1584.  Tk.  Oda: 

'Zimmer'  [vom  Stamme  oj,  öj,  ot  'graben, 
Grube,  Wohnung'  Vämbery  TktEtWb 
S.  43,  Nr.  47 III];  hieraus  rum.  odae, 
dem.  odäi^ä  'Zimmer',  odäia§  'Zimmer-, 
Bureaudiener',  odäjdii  'Meßgewänder'; 
bulg.  serb.  odaja,  poln.  oda  'Zimmer'. 

1585.  Tk.  öd  agagy: 
'Wohlriechendes  Holz'  [von  öd  'Galle' 
vom  Stamme  ol,  ög  'Zorn,  Eifer'  <^ 
'Feuer,  brennen'  in  flg.  Bedeutuug, 
Vämbery  TktEtWb  S.  51,  S.  56,  und  agag 
'Baum'  in  genitivischer  Verbindung]; 
hieraus  rum.  odogacm  'Seifenkraut,  Aloe- 
holz'. —  [Es  liegt  wohl  schon  im  tk. 
Grundwort  Kontamination  mit  ar.  'üd, 
s.  hier  Nr.  2127,  vor.] 

1586.  Tk.  odalyk: 

[Aus  oda  'Zimmer',  s.  hier  Nr.  1581,  und 
Suffix  lik,  also  wörtlich  'Frauenzimmer' 
wie  im  Dtsch.]  'Sklavin  der  Harems- 
damen'; hieraus  in  wesentlich  gleicher 
Bedeutung  serb.  odalika;  frz.  odalique 
und  mit  Verkennung  der  Endung  oda- 
lisque,  it.  odalisca,  rum.  odaliscä,  sp. 
odalisca;  ndl.  odalisk,  engl,  odalisk, 
odalisque,  dtsch.  Odaliske. 

1587.  Tk.  ograk: 

'Herd,  Feuerheni';  hieraus  bulg.  serb. 
odzak,  russ.  ocak  'dass.';  rum.  ogeac 
'Raui  hfang;  Familie,  Hausgenosse'. 

1588.  Tk.  oglan: 

'Knabe,  Sklave'  [vom  Stamme  ok,  og 
'Kind,  Sprößling',  Vämbery  TktEtWb 
S.  47,  Nr.  50,  vgl.  ogul  'Sohn';  schon 
im  Tk.  verschwindet  der  Laut  g  in  der 
Aussprache  mehr  und  mehr];  hieraus 
serb.  ulan,  oecli.  ulän,  poln.  ulan,  rus*. 
ulan;  dtsch.  Ulan,  engl,  ulan,  uhlan; 
frz.  uhlan,  it.  ulano,  rum.  mZo»  'leichl- 
bewafl'neter  Lanzenreiter'.  Dazu  dtsch. 
Ulanka  'Waffenrock  der  Ulanen'  <^ 
]M\n.uIanka.  [Gorjajew  396/387.  Oriente 
I,  196.  MWiD  109. 

1589.  Tk.  ogiir: 

'Glück'  [wohl  nur  zufällig  mit  laf  sm- 
gurium  in  Bedeutung  und  Klang  zu- 
sammenfallend]; hieraus  rum.  ogur  'Vor- 
hersage'. 

1590.  Tk.  okka: 

Altes,  auf  dem  Balkan  immer  noch  ge- 
bräuchliches Maß:  128:i,945  g  [aus  ar. 
ukija,  das  selbst  durch  das  Aram.  aus 
ST.  ouYKia,  lat.  uncia  'Unze'  stammt, 
ZDMG  LI,  312].  Aus  dem  Tk.  kommt 
rum.  oca  'Maß  und  Gewicht',  in  der 
Moldau  1,52  1  oder  1291g,  in  der  Wa- 
lachei 1,28  1  oder  1272  g,  ocäliiß;  bulg. 
serb.  oka,  poln.  oko  'ein  tk.  Pfund'.  Aus 
dem  ar.  wuklja  wurde  mit  ar.  Art.  sp. 


Tarn.  ölaL] 


128 


alguaquia  'Unze'.  [DE  130.  Eguilaz 
183. 

15<)1  Tiiiu.  ölai: 

'Palmblatt'.,  bes.  das  Blatt  der  Fahne 
Borassus  tlabellifornis,das  zum  Schreiben 
benutzt  wird;  hieraus  engl,  ollah,  frz. 
olle  Mass.'.    [Hobson-Jobson  636. 

\'b\)±  Tk.  oluk: 
'Kanal,  Rigole'  [fehlt  bei  Kelekian  Ka- 
mOs,  aber  bei  Hindoglu,  Dictionnaire 
Turc-FraiiQais.    Vienne  1838.   S.  86  a]; 
hieraus  rum.  uluc  'Falz,  Rinne'. 

1593.  Mal.  öi'ang: 

'Menscii'  [Pijn  19  a],  dazu  hütan,  ge- 
spro.'hen  ütan  'Wald,  wild'  [Pijii  232a]; 
örang-ütan,  also  wörtlich  'Waldmensch' 
[genau  dass.  wie  frz.  sauvage,  engl,  sa- 
vage  <^  lat.  silvaticus  sc.  homo],  ist  der 
Name  des  grotien  i\IenschenatTen  Simia 
satyrus  L.,  der  in  Sumatra  und  Borneo 
heimisch  ist  [die  Eingeborenen  bezeich- 
nen ihn  freilich  als  mias];  hieraus  engl. 
orang-uian  oder  kurz  orang,  ndl.  orang- 
oetang,  dt-ch.  Orang-Utang;  frz.  orang- 
oiitang,  sp.  orangutan,  pg.  ovang-otang. 
[MMM  37.  Devic  DEt  180.  Eguilaz  466. 
JAOS  XVIII,  86/89. 

1594.  Tk.  ordu: 

'Heerlager  und  -troß,  Schar';  hieraus 
angloind.  oordoo  'Urdti  oder  Hindustani- 
sprache'.  Ferner  bulg.  serb.  ordija 
'Armee',  klruss.  russ.  orda  'Heerscharen'; 
engl,  horde,  ndl.  horde,  dtsch.  Horde; 
frz.  hoi-de  [angeblich  durch  Voltaire  ein- 
geführt, in  Wirklichkeit  älter],  it.  orda, 
sp.  horda,  ordo,  rum.  orda,  oarda,  ordie 
'Heer,  Laujer'.  [Hobson-Jobson  639/640. 
Mikl  SlEtWb  225.  Kluge  210.  Dozy 
Oost  42/43.  Eguilaz  423  und  466.  Löbel 
EITAP  71. 

1595.  Tk.  ormnn: 

'Wald',  kas.-tat.  urman  'dass.';  hieraus 
bulg.  serb.  orman,  russ.  urman,  urema 
'dass.'. 

1596.  Pers.  Ormüz: 

N.  pr.,  Name  einer  auf  einer  Insel  am 
Eingang  zum  pers.  Meerbusen  gelegenen 
blühenden  Handelsstadt  [bei  den  Alten 
(Ptolemaeus)  "ApiaouZa,  Hormozia;  vgl. 
auch  MP  99/104  und  504  sowie  v. Oppen- 
heim, Vom  Miltelmeer  zum  pers.  Golf 
II,  320  und  336];  nach  ihr  wurde  im 
MA  ein  satinartiger,  zu  Vorhängen, 
Fütterungen  usw.  dienender  Seidenstoff 
benannt:  it.  ormesino,  ermesino,  arme- 
sino,  mlat.  ermisinus  und  schließlich  frz. 
armoisin,  armoise,  armosin  'taftartig; 
dünner  Taft'  [jetzt  in  Lyon  vom  sog. 
armoiseur  hergestellt].  [ML  6102.  Kara- 
bacek.  Über  einige  Benennungen  mittel- 
alterlicher Gewebe.  Wien  1882.  S.  14. 
Anm.  61. 


1597.  Tk.  orta: 

'Milte;  Regiment'  [vom  Stamme  ar,  or 
'zwischen,  gemeinsam,  Gesellschaft', 
Vämbery  TktEtWb  S.  18,  Nr.  19];  hieraus 
rum.  orla  'Regiment'. 

1598.  Tk.  ortak: 

'Kamerad,  Geführte'  [vom  gleichen 
Stamme  wie  Nr.  1597];  hieraus  rum. 
ortac  'dass.',  bulg.  serb.  ortak  'Handels- 
gesellschafter'. 

1599.  Tk.  ota^: 

Auch  ofak  'großes,  wohl  ausgestattetes 
Zell'  [Kelekian  Kämüs  172a;  vom  glei- 
chen Stamme  wie  hier  Nr.  1584];  hieraus 
rum.  otac  'Feldlager,  Viehhof,  poln.  otak 
'Krämerbude'.  [Löbel  EITAP  71.  Mikl 
SlEtWb  228. 

1600.  Tk.  otuz: 

'Dreißig',  dazu  bir  'eins'  [s.  hier  Nr.  311]: 
otuz-bir  'einunddreißig',  ein  Kartenspiel 
[Kelekian  Kämiis  174  b];  hieraus  rum. 
otuzbir  'dass.'. 

1601.  Tk.  paca: 

'Unterer  Teil  des  Beins  bei  den  Tieren', 
'Schaf  füße  und  Gericht  daraus'  [Kelekian 
Kämns310a];  hieraus  rum.  paeea  'Ra- 
gout aus  Schöpsentülaen'. 

1602.  Tk.  pacawra: 

'Lappen',  sokak  pacaurasy  wörtlich 
'Straßenlappen', 'Straßendirne'  [Kelekian 
Kämüs  310  a;  vgl.  vulg.  av.  sannüfa  in 
Ägypfen  'Lappen',  in  Syrien  'öffentliche 
Dirne',  Arab  Sprachführer  von  M.  Hart- 
mann. S.  219];  hieraus  rum.  paciaurä 
'Lappen,  liederliches  Weib',  serb. jjaJaw« 
'Lappen'.  [Löbel  EITAP  72.  Mikl  Sl 
EtWb  229. 

160s'.  Bengal.  pachapät: 
Hind.  des  Dekkan  pachoU,  Handelsname 
der  getrockneten  'Blätter  der  Labiate 
Pogoslemon  patchouly  Pelletier'  [s.  hier 
Nr.  1591],  die  der  Minze  verwandt  ist. 
Sie  werden  als  Zutat  zum  Rauchtabak 
und  in  sonstiger  ähnlicher  Weise  wie 
bei  uns  Lawendel  gebraucht.  In  flüssiger 
Form  kam  das  Parfüm  i.  J.  1844  nach 
England  und  wurde  bald  weit  verbreitet: 
engl,  patchouli,  frz.  patchouli,  patchouly, 
dtsch.  PatschuH.  —  [Die  Ableitung  bei 
Seiler  DKiL  III,  143,  patchouli  <^  patch 
leaf  'Blatt  des  Patch'  ist  also  ganz 
richtig.]    [Hobson  Jobson  683/681. 

1604.  Pers.  päilisäli: 
'König'  [aus  pers.  päd  'Schützer'  Horn 
NpEt  S.  60,  Nr.  265,  und  säh,  s.  hier 
Nr.  1762,  also  eigentlich  'Beschülzer- 
Konig'],  Titel,  der  dem  Sultan  der  Türkei 
zukam:  tk.  padysah;  hieraus  rum.  pa- 
di§ah,  padifach;  dtsch.  Padischa,  poln. 
padyszach  usw. 

160.5.  Pers.  pädzähr: 
'Gegengift,  Bezoar'  [päzähr  Horn  NpEt 


129 


[Hind.  päejäma. 


S.  62,  Nr.  273  oder  'Gift  antreibend'  aus 
päd,  s.  hier  Nr.  1604,  und  zähr  'Gift', 
ebenda  S.  150,  Nr.  678];  man  versteht 
darunter  hauptsächlich  gewisse  harte 
Abscheidungen  aus  tierischen  Körpern, 
denen  die  Wiriiung  von  Gegengiften  zu- 
geschrieben wird,  insbesondere  aus  dem 
Magen  einer  Wildziege  in  der  pers.  Pro- 
vinz Lar.  Hieraus  ar.  bädizahr,  bäzahr 
und  nach  magribinischer  Aussprache  mit 
Imäla  [a  >  e]  bezahr,  woraus  die  Ärzte 
des  MA.  die  ihre  Kunst  den  Westarabern 
verdankten,  mlat.  bezoar  machten:  sp. 
bezaar,  sj).  pg.  kat.  bezoar,  frz.  bezoar, 
it.  bezzoar,  bezzoarre,  belzuar;  engl,  be- 
zonr,  ndl.  bezoar  'Ziegenstein  im  Magen 
der  Wiederkäuer',  dtsch.£f2;oar'Gemsen- 
kugel'.  Im  Russ.  wurde  bezar,  bezuj 
sowie  daraus  abgeleitet  zaberzat  Bezeich- 
nung eines  Edelsteins  [vgl.  Zapiski  der 
Oriental.  Sektion  der  Kais.  Russ.  Ar- 
chäol.  Ges.  XIV.  1.  Lieferung:  K.  Ino- 
strantzew,  Über  zwei  allrussische  Be- 
zeichnungen für  Edelstein].  [DE  239/240. 
Dozy  Oost  25/26.  Eguilaz  345.  Devic 
DEt  68/69.    Hobson-Jobson  40/41. 

1606.  Hind.  päejäiua: 
'Beinkleid',  lose  Hosen,  die  um  die 
Hüften  geknüpft  sind  [aus  pers.  päi  'Fuß' 
Horn  NpEt  S.  63,  Nr.  291,  und  gämä 
'Kleid,  Gewand'  ebenda  S.  93,  Nr.  412], 
Diese  Kleidung  wird  in  Indien  vielfach 
von  Frauen  verschiedener  Klassen  und 
von  männlichen  und  weiblichen  Mo- 
hammedanern getragen.  Von  ihnen  über- 
nahmen die  Europäer  sie  als  Nacht-  und 
Schlafgewand:  pyjamma,  pyjamas 
[amerikanische  Schreibung  pajamas 
Herrigs  Arch.  CXL,  195],  dtsch.  Pyjama 
'Schlafanzug'.    [Hobson  Jobson  748. 

1607.  Pers.  pähläwän: 

'Held'  [Horn  NpEt  S.  76,  Nr.  343],  ebenso 
tk.  pehlewan;  hieraus  rum.  pehlivan 
'Gaukler,  Schwindler,  Spitzbube',  pehli- 
vanie;  bulg.  serb.  pehliivan  'Ringer, 
Held'.  Hieraus  auch  tk.  balaban  in  ver- 
schiedenen Bedeutungen,  bes.  'groß, 
Trommel';  rum.  baraban,  barabanä 
'Trommel',  bolovan,  bolohan  'Stein- 
klumpen, Felsen',  dazu  Vb.  bolohani 
'anschwellen,  sich  ballen'  [unter  Einfluß 
von  tk.  bol] ;  russ.  balaban  'Dummkopf, 
Würgefalk,  Fako  lanarius',  bolwan 
'Dummkopf,  Tölpel',  klruss.  balaban 
'Jagdfalke,  Schwätzer',  serb.  balaban 
'_groß,  Reiher,  ardea  stellaris',  poln.  ba- 
laban 'Prahler,  Tölpel',  russ.  baraban 
'Trommel'.  [Gorjajew  11.22.  Bern 
SlEtWb  40/41. 

1608.  Pfrs.  päik: 

'Bote,   Fußgänger'   [Horn  NpEt  S.  80, 
Nr.  359],  ebenso  tk.  pejk;  hieraus  rum. 
Lokotscb,  Etymolog.  Wörterbuch. 


paic  'Bote';  poln.  pajok,  pojuk  'Lauf- 
bursche, Kammerdiener',  serb.  peik  'Eil- 
bote'. [LöbelElTAP72.  Mikl SlEtWb 230. 

1609.  Chili,  pai-tnu-tzö: 
'Weißer  Quarz',  eine  Art  Feldspat,  die 
in  der  Porzellantechnik  ähnlich  wie 
Kaolin  [s.  hier  Nr.  1060]  gebraucht  wird; 
hieraus  sp.  petonce  [Dicc  Gast  1546  a], 
frz.  pitunsS,  pitunz4,  dtsch.  Petuntze. 
[Hirlh  ChinFW  207. 

1610.  Tk.  paj: 

'Teil,  Anteil'  [Kelekian  Kämüs  316a]; 
hieraus  bulg,  paj,  poln.  paj,  klruss.  pai, 
paika,  russ.  pai  'Anteil';  pajok,  gen. 
paika  'Soldatenration  an  Mehl  und 
Grütze'.  [Gorjajew  245.  Mikl  SlEtWb 230, 

1611.  Pers.  päjändä: 

'Stall'  [eigentlich  'schützend'  Horn  NpEt 
S.  63,  Nr.  2S2J,  tk.  ebenso  pajanda 
'fest,  Balken'  [Kelekian  Kamüs  316  b]; 
hieraus  vnm.paianta  'Bund,  Strebeholz'. 

1612.  Pers.  päjwiind: 

'Band'  [part.  praes.  von  päjwästän  'ver- 
binden' Horn  NpEt  S.  81,  Nr.  364],  tk. 
ebenso  und  pabend  'Band,  Bindung'; 
hieraus  bulg.  serb.  pajwan  'Strick',  russ. 
paiwa  'Korb  aus  Lindenbast'.  [Gorjajew 
245.  Mikl  SlEtWb  230. 

1613.  Chiu.  pa-kio: 
Kantonesisch  pät-kok  'Achthorn';  Be- 
zeichnung für  den  Sternanis,  Illicium 
anisatum,  dessen  Frucht  mit  einer 
zackigen  Schale  mit  meist  acht  Hörnern 
versehen  ist,  von  denen  jedes  einen  Kern 
enthält.  Diese  acht  Kerne  heißen  chin. 
pa-jen,  kantonesisch  pat-yan  gespi  ochen, 
hieraus  ar.  bädjän,  s.  hier  Nr.  162. 
[Birth  ChinFW  203/204. 

1614.  Hind.  pakka: 

'Reif,  gekocht',  dann  auch  'beständig, 
fest';  hieraus  angloind.  pucka  zur  Be- 
zeichnung eines  aus  Ziegeln  und  Mörtel 
gebauten  Hauses  im  Gegensalz  zu  solchen 
aus  geringerem  Material  [s.  hier  Nr.  983]. 
[Hobson-Jobson  734. 

1615.  Tk.  pala: 

'Geivrümmter  Türkensäbel  mit  breiter 
Schneide'  [Kelekian  Kämtis  314  a  mit 
Abbildung,  wahrscheinlich  aus  deralndo- 
gerni.,  z.  B.  kurd.  pola,  npers.  iniläd, 
s.  hier  Nr.  1672,  das  aber  sicher  nicht, 
wie  Fr.  MÜLLER  in  WZKM  V,  186  meint, 
gr.  Lehnwort  iroXirtraTaE  sein  kann]; 
hieraus  bulg.  pala,  serb.  cech.  palos, 
poln.  patasz, palasik,  russ.  palas  'Schwert 
der  Reiter';  rum.  pala  'Stutzsäbel',  palo^ 
'Schwert,  Dolch',  it.  palascio,  frz.  pa- 
lache;  engl,  palache,  dtsch.  Pallasch 
'Reitersäbel'. 

1616.  Tk.  palaniar: 

'Tau,    Dampfertau'    [Kelekian  Kämas 
314b];   hieraus  serb.  palamar,  bulg, 
9 


Pers.  pänbä.] 


130 


pzJimnr  'langer  Strick';  rum.  pälämar 
'Ankertau',  it.  palamaro  'dass.'.  [Löbel 
EITAP  73.    Mikl  SIEtWb  230. 

1617.  Pers.  piiiibä: 
'Baumwolle',  hieraus  tk.  pembe  'dass., 
rosafarben';  hieraus  rum.  pambria 
'Schafwolle',  jmnbeii  'blaßrot'.  Aus  der 
pers.  Form  pänbäk  ergaben  sich  tk. 
pambuk  'Baumwolle'  und  gr.  udiußaE, 
■iraiißdKiov  'dass.';  hieraus  rum.  bumbac, 
buig.  bubak,  serb.  panmk  'Baumwolle', 
FUSS,  bumaga,  klruss.  buniaha,  bamaha 
'Papier'  sowie  mlat.  bambaqium,  it.  bam- 
bagin  'Baumwolle';  aus  lat.  bombacium 
wurde  frz.  bombasin,  engl,  bombasine, 
bombazine;  dtsch.  Bombasin,  russ.  bu- 
mazeja  'Art  Barchent'.  [Bern  SIEtWb 
100/lül. 

1618.  Telugn  paudi-kokkn: 
'Schweine-Ratte'  Mus  melabaricus,  eine 
große  Ratte,  die  über  ganz  Indien  und 
den  malayischen  Archipel  bis  nach 
Queensland  verbreitet  ist  und  deren 
Fleisch  ein  Lieblingsgericht  der  Kulis 
ist;  hieraus  angloind.  bandicoot,  engl. 
6aM(?tcoo;'pig-rat'.[Hobson-Jobson  58/59. 

1619.  Pers.  päng: 

'Fünf  [Horn  NpEt  S.  73,  Nr.  328;  vgl. 
päng-äb  'Pandschab',  engl.  Schreibung 
Punjaub  'FOnfstromland'] ;  hieraus  engl. 
punch,  dtsch.  Punsch,  ein  Getränk,  das 
aus  fünf  Zutaten  hergestellt  wird:  Arrak, 
Zucker,  Zitronensaft,  Wasser  (oder  Tee) 
und  Gewürz  (Zimt)  [SCHILLER  läßt  in 
seinem  Punschlied  das  letzte  aus  und 
singt:  ,Vier  Elemente  /  Innig  gesellt  / 
Bilden  das  Leben  /  Bauen  die  Welt."]; 
sp.  ponche,  rum.  punciü,  russ.  punS. 
[Ho'oson-Jobson  737/739.    Kluge  353. 

1620.  Pers.  pängä: 

'Faust'  [Horn  wie  hier  Nr.  1619],  tk. 
pence  'Handfläche' ;  hieraus  rum.  pingea 
'Halbsohle',  pingelui  'wieder  besohlen' ; 
bulg.  pence,  serb.  pendze  'Sohle',  [Löbel 
EITAP  76.    Mikl  SIEtWb  238b. 

1621.  Tk.  pangar: 

'Rübe,  Beta  vulgaris'  [Kelekian  Kämüs 
315b];  hieraus  rum.  pangea  'Runkel- 
rübe, Mangold'. 

1622.  Hind.  pankha: 

'Fächer';  hieraus  angloind.  en^l.punkah 
'Fächer  aus  den  Blättern  der  Fächer- 
palme Borassus  flabelliformis',  ins- 
besondere ein  fester,  schwingender 
Fächer,  der  an  der  Decke  hängt,  um  die 
Luft  bei  warmem  Wetter  in  Bewegung 
zu  halten ;  es  ist  also  eine  Art  Ventilator, 
der,  brettartig,  an  mehreren  Fäden  von 
der  Decke  des  Zimmers  herabhängt  und 
vermittelst  eines  durch  die  Wand  ge- 
zogenen Stricks  von  einem  außerhalb 
des  Zimmers  befindlichen  Diener  in  un- 


unterbrochene Bewegung  gesetzt  werden 
kann.    [Hobson-Jobson  742/744. 

1623.  Mal.  pantfin: 

'Gedicht'  bestimmter  Form  [Pijn  162], 
vierzeilig  mit  Reim  abab,  von  Ad. 
V.  CHAMISSO  in  Deutschland  nach- 
gebildet; hieraus  frz.  pantomi,  engl. 
pantun  'ein  solches  Gedicht'.  —  Vgl. 
Ed,  Dulaurier,  Le  pantoun  considerö 
comme  une  des  formes  de  la  poesie 
lyrique  des  Malays  in  Revue  de  Torient 
(1859)  X,  589/609.  [MMM  41.  JAOS 
XVm,  122. 

1624.  Chili,  pa-pi: 

Im  kantones.  Dial.  'Lärm';  hieraus  an- 
geblich angloind.  bobbery  'dass.,  Störung'. 
[Hobson-Jobson  101, 

1625.  Pers.  päpüs: 
'Fußbekleidung'  [aus  pers.  p&  'Fuß' 
Horn  NpEt  S.  63,  Nr.  281  und  püs  Prä- 
sensstamm von  püsldän  'bedecken'], 
ebenso  tk.  papus,  ar.  bäbüs;  hieraus  it. 
babbuccia,  frz.  babouche,  sp.  babuche, 
Tum.papuci,  papuc  'leichter  Hausschuh', 
siz.  babbaluci  'verschiedene  Arten 
Schnecken' ;  serb.  papusa,  poln,  babusza, 
öech.  papuö,  russ.  babiisi  'Pantoffeln 
ohne  Hackenleder';  dtsch.  Babusche, 
(dial.  Schlesien)  Paputschen.  [DE  231, 
Eguilaz  328.  ML  858  und  6216  (gehören 
natürlich  zusammen).    GrSVociSic  227. 

1626.  Pers.  pärä: 

'Stück,  Teil'  [Horn  Np  EtS.  62,  Nr.  271], 
ebenso  tk.  para  'Stück,  Geldstück,  '/^<> 
tk.  Piaster';  hieraus  bulg.  para  'der 
Para',  serb.  pari  'Geld',  besparicen  'un- 
entgeltlich'; rum.  para  'Geldstück,  Para'; 
vom  Adj.  paralij  'reich'  kommt  rum. 
paraleü  'reich'  [Gi^ä  POP  hat  in  seinem 
Wörterbuch  S.  325  paraleü  'mächtiger 
Löwe'];  A&m.pärälu^ä  'Gänseblümchen'. 
[Löbel  EITAP  74,    Mikl  SIEtWb  232. 

1627.  Tain,  panai: 

'Große  Trommel',  die  bei  gewissen  Fest- 
lichkeiten geschlagen  wird ,  die  erblichen 
Trommelschläger  heißen  pasaiyan.  plr, 
paRaiijar  'Trommler'.  Hieraus  ist  anglo- 
ind. parriar,  pariah  zur  Bezeichnung 
einer  niederen  Hindukaste  in  Südindien 
geworden,  die  stellenweise  die  zahl- 
reichste Bevölkerung  ausmacht.  Jetzt 
ist  das  Wort  in  den  europäischen 
Sprachen  mit  'ausgestoßen,  verachtet*^ 
synonym  geworden:  engl,  pariah,  frz. 
paria,  dtsch.  Paria.  —  [Die  Seiler  DKiL 
IV,  371  angegebene  Erklärung  tarn. 
rajan,  bind,  paharija  'Gebirgsbewohner' 
gibt  also  erst  die  sekundäre  Bedeutung 
wieder.]    [Hobson  Jobson  678/680. 

1628.  Pers.  pärcä: 

'Stückchen'  [von  pärä,  s.  hier  Nr.  1626], 
tk.  ebenso  paria;  hieraus  bulg.  parca, 


131 


[Fers.  päiSäm. 


russ.  paria  'Brokat,  Stoß',  serb.  paröe 
'Stück'.  [Gorjajew  249.  MiklSlEtWb232. 

1629.  Pers.  pärcäm: 
'Haarlocke',  ebenso  tk.  periem  'Haar- 
locke auf  der  Stirne';  hieraus  bulg. 
percem,  peröiti,  serb.  per  ein;  rum.  per- 
ciun  'Schläfenlocke  der  Juden,  Peies', 
perciunat  'Jude'.  [Löbel  EITAP  75. 
Mikl  SlEtWb  241a. 

1630.  I'ers.  pärdä: 

'Vorhang',  tk.  ebenso  perde;  hieraus 
bulg.  perde  'Schleier;  Geländer',  serb. 
perde  'Bettvorhang';  lum.  perdea  'Vor- 
hang, Gardine',  perdelufä.  Hieraus 
wurde  auch  ar.  barda'a,  s.  hier  Nr.  228. 
[Löbel  EITAP  75.    Mikl  SlEtWb  241  b. 

1631.  Hebr.  pardes: 

'Paradies'  ['Wonnegarten'  aus  altpers. 
pairidaeza  'Umzäunung,  Garten'],  gr. 
irapdbeiooq,  lat.  paradisum;  hieraus  frz. 
paradis,  sp.  paraiso,  it.  paradiso,  rum. 
paradis;  engl,  paradise,  dtsch.  Paradies. 
Lautgesetzlich  entwickelt  mit  volks- 
etymologischer Umgestaltung  trz.  parvis 
'Vorhof  der  Kirche'.  Nfrz.  paradis  war 
bei  den  Mysterien bühnen  im  Gegensatz 
zur  im  Vordergrunde  gelegenen  Hölle 
ein  Platz  auf  einer  Anhöhe  des  Hinter- 
grundes, jetzt  der  oberste  Teil  des  Zu- 
schauerraums auf  der  Galerie  [sonst  frz. 
poulailler;  vgl.  dtsch.  'Himmelreich, 
engl,  up  among  the  Gods].  Vgl.  Otto 
Driesen,  Der  Ursprung  des  Harlekin. 
Berlin  1904.  (Forschungen  zur  neueren 
Literaturgeschichte,  herausgegeben  von 
Muncker.  XXV.)  S.  83, 
163iJ.  Fers,  pärgal: 
'Leichtes  Linnen  oder  Kleidungsstück 
daraus';  hieraus  sp.  percal  [Dicc  Gast 
1531  c]  'Baumwollstoff',  weiß  oder  bunt, 
mehr  oder  weniger  fein,  percalina  'ein- 
farbiges percal',  frz.  percal,  perkal,  per- 
caline  'weifses  Baumwollenzeug';  dtsch. 
Perkal. 

1633.  Hind.  pargana: 

'Bezirk'  [vom  sskr.  pragari  'abrechnen', 
vgl.  pers.  pärgänä  'Provinz,  Distrikt' 
Horn  NpEt  S.  67,  Nr.  302];  hieraus 
angloind.  engl,  pergunnah  'Unterbezirk', 
der  mehrere  Dörfer  umfaßt.  [Hobson- 
Jobson  698. 

1634.  Pers.  pari: 

'Guter  Genius'  [Horn  NpEt  S.  69,  Nr.  310 
im  Gegensatz  zu  dlw,  s.  hier  Nr.  509; 
vielleicht  Weiterbildung  von  pers.  pärr 
'Flügel'  ebenda  S.  65,  Nr.  293,  also  etwa 
'geflügelt'];  hieraus  sp.  peri,  frz.  piri; 
engl,  peri  [womit  natürlich  trotz  der 
gleichen  Bedeutung  fairy  <^  frz.  feerie 
<  lat.  fatum  nichts  zu  tun  hat],  dtsch. 
Peri  'gute  Fee'.  [Eguilaz  470.  Devic 
DEt  185/186. 


1635.  Pers.  pärkär: 

'Zirkel'  [aus  fers,  pär-  'herum'  und  k&r, 
s.  hier  Nr.  1069],  tk.  perkjar,  vulg.  mit 
Dissimilation  pergel  [Kdekian  Kämüs 
319b]  'Zirkel';  hieraus  rum.  perghel 
'Zirkel,  Gewölbe';  hn\^. pierigel  'Zirkel'. 

1636.  Tk.  parmak: 

'Finger'  [vom  Stamme  bar,  var  'vor- 
wärts gehen'  Vämbery  TktEtWb  S.  200, 
Nr.  210] ;  hieraus  rum.  palmac  'Daumen', 
als  Maß  o  cm;  i^ormac  'Pfahl,  Pfosten', 
parmacUc  'Geländer';  bulg.  parmakhk 
'Geländer'  [wie  schon  türk.  parmaklyk 
'dass.]. 

1637.  Pers».  pärtüw: 

'Glanz'  [Horn  NpEt  S.  66,  Nr.  296],  tk. 
ebenso  pertew  [Kelekian  Kämüs  318a]; 
hieraus  rum.  perdaf  'Glanz',  tig.  'Er- 
mahnung'. 

1638.  Pers.  pärwäz: 

'Rahmen'  [Horn  NpEt  S.  68,  Nr.  305 
'Flug'],  ebenso  tk.  'Rahmen,  Emfassung' 
[Kelekian  Kämüs  320b];  hieraus  bulg. 
perwaz  'Rand',  serb.  perivaz  'Ver- 
brämung'; rum.  pervaz  'Rahmen,  Ge- 
sims, Türeinfassung'.  [Löbel  EITAP  76. 
Mikl  SlEtWb  244a. 

1639.  Sskr.  paryarika: 

Auch  palyanka  'Bett',  Päli  pälangki, 
hind.  pälki  'Sänfte',  ein  bedeckter  Trag- 
stuhl, der  auf  einem  Pfähle  hinten  und 
vorne  von  vier  oder  sechs  Trägern  auf 
den  Schultern  getragen  wird.  Aus  der 
Telugu-Form  pallakl  entstand  wohl  zu- 
erst pg.  palanquim  [Constancio  Dicc 
738b,  mit  nasaler  Endung  wie  in  wan- 
darim  <^  sskr.  mantri];  sp.  palanquin, 
frz.  palanquin;  engl,  palankeen,  palan- 
quin, angloind.  palkee,  dtsch.  Palankin. 
—  Angloind.  pcdkeegarry  [aus  engl,  cor 
'Wagen']  'Palankinwagen',  ein  Gefährt 
von  der  Form  eines  Palankins,  in  Indien 
gebräuchlich.  [Hobson-Jobson  659/661 
und  664.    Jacob  EMA  97. 

1640.  Tk.  pasa: 

Tk.  hoher  Titel:  'Exzellenz'  [s.  liier 
Nr.  28];  hieraus  bulg.  serb.  pasa;  frz. 
pacha;  ndl.  pacha,  engl,  pasha,  dtsch. 
Pascha,  früher  Bassa. 

1641.  Uebr.  päsah: 
'Überschreiten'  [sc.  die  Grenze  mit  ver- 
botenen Waren];  hieraus  dtsch.  paschen 
'schmuggeln',  einpaschen,  wegpaschen, 
dazu  Pascher  'Schmuggler'.  —  [Nach 
Kluge  336  dagetren  von  frz.  passer  ab- 
geleitet; doch  ist  der  hebr.  Ursprung 
viel  wahrscheinlicher,  da  die  Wörter  aus 
der  Sphäre  des  Betruges  durchweg  hebr. 
sind,  vgl.  Gauner,  Kümmelblättchen, 
mogeln.] 

1642.  Tk.  peksimet: 

'Biskuit,  Fladen'  [Kelekian  KämQs  323a]; 

9* 


Hebr.  peletä.] 


132 


hieraus  bulg.  peksimit,  serb.  peksimet, 
peksimada;  rum.  pesmet  'Zwieback',  il. 
pasiimata  'pasta  con  zoflerano  e  cantucci 
Cotta  a  pane,  Zuckerbrot'  [v^l.  auch 
TToEn^olbi,  Jannarakis,  Deulsch-Neugr. 
Wörterbuch  S.  1361b].  [Miki  SlEtWb 
236.    ML  6319. 

1643.  Hebr.  peletä: 

'Errettung,  Entkommen,  Flucht';  hieraus 
jüd.-dtscli.  plete  gehen  "in  die  Flucht 
gehen,  sich  auf  die  Flucht  machen',  in 
dtsch.  Vokalisation  Pleite,  also  ursprüng- 
lich die  'rettende  Flucht' :  i)leite  machen 
'bankrott  machen',  dazu  Pleitegeier 
[Geiher  von  gehen,  vgl.  Ave-L  IV,  544]. 
Hierzu  gehört  dann  noch  die  volks- 
etymologisch umgestaltete  Redensart 
flöten  gehen  'verloren  gehen'.  [Kluge 
141.  HAUPT  in  American  Journal  of 
Philology  XLHI.  Baltimore  1922: 
Biblical  studies  no.  4. 

1644.  Hebr.  pelistin: 

N.  pr.,  Name  eines  Volkes,  das  an  der 
phönizischen  Küste  wohnte:  dtsch.  Phi- 
lister. Seit  1700  kommt  dieses  Wort 
in  der  Studentensprache  zur  Bezeichnung 
eines  spießischen  oder  mürrischen  Stu- 
denten oder  eines  Spießbürgers  vor. 
Vgl.  Kluge,  Studentensprache  13/14  und 
bes.  56/58,  wo  der  Bedeutungsursprung 
des  dtsch.Wortes  auf  eine  Leichenpredigt 
im  Anschluß  an  Rieht  16,  9  ,  Philister 
über  dir,  Simson!"  zurückgeführt  wird. 

1645.  Tk.  pelte: 

*Gelee'  [Kel6kian  Kämus324a;  vielleicht 
wie  tk.  paluze  'Gelee  aus  Stärke  und 
Zucker'  aus  pers.  pälüdä  'Süßspeise  aus 
Honig  und  Mandeln'];  hieraus  rum. 
peltea  'Obstgelee,  eingekochter  Frucht- 
satt'. 

1646.  Tk.  peltek: 

'Stotternd'  [Kelekian  Kämiis  324];  hier- 
aus Tum.  peltic  'lispelnd'. 

1647.  Äg.  Pelusium: 

N.pr.,  Name  einer  Stadt  in  Unterägypten, 
offenbar  äg.  Ursprungs  [p  wahrschein- 
lich der  bestimmte  Art.] ;  hier  wurden 
die  mit  Indigo  blau  gefärbten  Kittel  her- 
gestellt, welche  schon  die  Kreuzfahrer 
über  ihre  Rüstungen  zogen,  daher  mlat. 
pelusia  'pelusisches  Gewand';  hieraus 
frz.  blouse;  engl,  hlouze,  dtsch.  Bluse. 
Vgl.  BRUGSCH  in  der  Voss.  Zeitung 
25.  1.  1891.  Sonntagsbeilage. 

1648.  Tk.  peugere: 

'Fenster';  hieraus  bulg.  serb.  pendzer 
'dass.'. 

1649.  Mal.  peng-göliug: 

Name  eines  Säugetieres  aus  der  Familie 
der  Edentaten,  Manis  javanicus  [wörtlich 
'Roller',  da  er  sich  in  Gefahr  wie  ein 
Igel  aufrollt;  von  mal.  güling  'rollen' 


Pijn  201a  mit  denominativem  Präfix 
pe-,  bzw.  peng-];  hieraus  engl,  pangolin, 
pengolin,  dtsch.  Pangolin,  frz.  pangolin. 
[MMM  40.  Devic  DEt  181.  JAOS  XVIII, 
89/91. 

1650.  Äg.  per-a'a: 

'Großes  Haus'  [vgl.  kopt.  pero  'Haus' 
und  W.  Spiegelberg,  Die  Schrift  und 
Sprache  der  alten  Ägypter.  1907.  S.  26], 
Name  des  altägyptischen  Königs,  gr. 
q)apaüj;  hieraus  it.  faraone,  frz.  pharaon; 
engl,  pharaoh,  dtsch.  Pharao,  auch  Name 
eines  Kartenspieles,  verkürzt  Pharo  ge- 
nannt, da  der  Herzkönig  auch  Pharao 
hieß. 

1651.  Mal.  peräha: 

Auch  prähü  [Pijn  156;  doch  vgl.  auch 
malayäl.  päru  'Boot']  'Boot';  hieraus 
angloind.  parao,  engl,  prow,  prau,  proa, 
bes.  Malay  prow  'kleines  Schiff  jeder 
Art',  bes.  gerne  von  Seeräubern  benutzt, 
da  sie  damit  schnell  in  die  Flüsse  hinauf- 
fahren können,  um  sich  der  Verfolgung 
zu  entziehen;  dtsch.  Praue;  sp.  proa, 
pg.  2>c"'cu,  sp.  pg.  it.  parao,  frz.  prao, 
pro.  [MMM  45.  Devic  DEt  186.  Eguilaz 
468.  Hobson-Jobson  733.  JAOS  XVIII, 
93/97. 

1652.  Hebr.  pesah: 
'Osteropfer,  Osterfest',  gr.  udaxa,  lat. 
pascha,ki}.paschalis  'österlich';  hieraus 
it.  pasqiia,  pasqiiale,  sard.  pasca,  prov. 
pasca,  pasqua,  frz.  päque,  plr.  päqties 
'christliche  Ostern',  kat.  pasqua,  sp. 
pascua,  pg.  pascoa,  rum.  paqti;  russ. 
pasha,  paska;  engl.  ndl.  pasch,  dtsch. 
Passa.    [Eguilaz  469.    ML  6264. 

1653.  Tk.  pic: 

'Bastard,  Junge'  [Kelekian  Kämüs  330a]; 
hieraus  bulg.  pic  'dass.',  rum.  pictü 
'Knirps,  Balg'. 

1654.  Tk.  pide: 

Auch  pite  'Brot  in  flacher,  Janger  Band- 
form' [>  ngr.  uriTtt];  hieraus  ruvci.  pita 
'Brot',  pitar  'Bäcker',  pitärie;  bulg.  serb. 
pita  'Kuchen',  bul?.  pitice  'Krapfen'. 
[Löbel  EITAP  77.    Mikl  SlEtWb  248a. 

1655.  Mal.  piknl: 

'Eine  über  der  Schulter  getragene  Last' 
[Pijn  168],  'Gewicht',  dessen  Höhe  in 
den  verschiedenen  mal.  Ländern  variiert, 
z.  B.  in  Sumatra  60  kg;  hieraus  frz. 
pikoul,  engl,  pihul,  picul,  dtsch.  Pikid. 
[MMM  43. 

1656.  Tk.  pilaw: 

'Mit  Fett  abgekochter  Reis';  hieraus  in 
derselben  Bedeutung  rum.  pilaf,  frz.  pi- 
laf,  pilau;  engl,  pilau,  pillau,  pilaw, 
pillaw;  russ.  jyilaw,  plow. 

1657.  Pers.  piring: 

Auch  hiring  'Kupfer'  [Horn  NpEt  S.  48, 
Nr.  208 bis];  hieraus  mlat.  bronzium,  it. 


133 


[Pers.  pis-ahäng. 


hronzo,  frz.  sp.  hronce,  frz.  bronze;  ndl. 
brons,  engl,  bronze,  dtsch.  Bronze, 
Prinzmetall  [mit  vcjlksetymologischer 
Umgestallung,  POTT  in  ZKM  IV,  264]; 
russ.  hronza,  klruss.  bronza,  öecli.  poln. 
bronz,  serb.  bronac;  bulg.  pernio,  serb. 
pirinac  'Messing'.  —  [Die  anderen  Ab- 
leitungen sind  weniger  wahrscheinlich: 

1.  Ahd.  *brunizzo  'bräunliches  Metall' 
-<  dtsch.  bruno  'braun',  mlat.  brunitius. 

2.  Mlat.  obryzum  sc.  aurum  =  gr.  XP'J" 
afov  ößpuCov  'Gold,  das  die  Feuerprobe 
bestanden  hat';  also  Bronze  nach  der 
goldenen  Farbe.  3.  Mgr.  ßpovxriaiov  < 
lat.  aes  brumlisium,  da  nach  Plin.  Hist. 
nat.  XXXIII,  9,  45;  XXXIV,  17,  40  in 
Brundisiuni,  heute  Brindisi,  bronzene 
Spiegel  hergestellt  wurden;  Etymologie 
von  Berthelot,  Sur  le  nom  du  bronze 
chez  les  alchimistes  grecs  in  Revue 
archeologique  1888,  S.  294.  Übrigens 
ist  der  Ortsname  Brundisium,  gr.  Bpcv- 
Tr)aiov,  nach  Strahns  Geographie  das 
niessapische  Woit  für  'Hirschkopf'.  In 
der  Tat  springt  die  Ähnlichkeit  der  Ge- 
stalt des  Hafens  mit  dem  Geweih  eines 
Hirsches  in  die  Augen ;  dazu  weist  Meyer, 
Essays  und  Studien  II,  311  auf  das 
albanesische  Wort  brin  'Geweih,  Horn' 
hin.]  [DozyOost26.  Kluge  70.  ML  1113. 
Bern  SlEtWb  87. 

1658.  Pers.  pis-äliäng: 

'Führer,  Zuhälter'  [aus  pers.  pes  'zuerst' 
Horn  NpEt  S.  79,  Nr.  356  und  ähäng. 
Präsensstamm  zu  ahängldän  'ziehen' 
ebenda  S.  14,  Nr.  58],  tk.  umgestaltet 
zu  pezeivenk  'dass.'  [Kelekian  Kämüs 
321  b];  hieraus  rum.  pezeoenchm  'Kupp- 
ler', pezevenche  'Kupplerin',  pecevenclic 
'Kuppelei'. 

1659.  Mal.  pisau^: 

'Banane,  Musa  paradisiaca'  [Pijn  168]; 
hieraus  zur  Bezeichnung  der  Banane 
dtsch.  Pisang,  ndl.  dän.  schwed.  pisang; 
frz.  pisang  (—  bananier).  —  [Dtsch.  Pi- 
sang  <^  frz.  paysan,  das  im  Kriege 
1870/71  und  ebenso  im  Weltkriege  von 
den  deutschen  Soldaten  zur  Bezeichnung 
des  frz.  'Bauern'  benutzt  wurde,  hat 
natürlich  mit  diesem  mal.  Grundwort 
nichts  zu  tun.] 

1660.  Pers.  pisglr: 

'Handtuch'  [aus  pers.  pes,  s.  hier 
Nr.  1658,  und  gtr,  Präsensstamm  zu 
giriftän  'ergreifen'  Horn  NpEt  S.  202, 
Nr.  909],  ebenso  tk.  peskir  [Kölekian 
Kämüs  322b];  hieraus  rum.  pe^chir; 
bulg.  serb.  p)eskir  'dass.'. 

1661.  Tk.  pisik: 

*Katze'  [Kelekian  Kämüs  322a];  hieraus 
rum.  pisicä  'dass.'. 


1662.  Pers.  pisüi: 

'Alt,  früher'  [Horn  NpEt  S.  79,  Nr.  356], 
tk.  ebenso  pesin  'im  voraus  bezahlt,  in 
bar';  hieraus  rum.  pe^in  'auf  der  Stelle, 
sogleich',  pe^im  'bar,  bares  Geld'. 

1663.  Pers.  pTskäs: 

Ebenso  tk.  peskeS  [Kelekian  Kämus 
322  b]  'Geschenk,  das  man  einem  Hö- 
heren oder  seinesgleichen  anbietet,  Gast- 
geschenk' [vgl.  darüber  Brugsch,  Reise 
der  k.  preuß.  Gesandtschaft  nach  Per- 
sien 1,160];  hieraus  bulg.  peskis,  serb. 
peSkes  'Trinkgeld';  rum.  pe^che§  'Ge- 
schenk, Hochzeitsfjeschenk'.  [Löbel  El 
TAP  76.    Mikl  SlEtWb  244b. 

1664.  Pers.  pistä: 

Ebenso  tk.  fystyk,  ar.  fistik,  fustak 
'Pistazie,  Pistacia  vera';  hieraus  rum. 
fistic  'Pistazien bäum',  fistica  'Pistazie', 
it.  pistacchio,  frz.  pistache,  sp.  pistacho, 
prov.  festnc,  pg.  festuc;  mit  ar.  Art.  sp. 
alfonstgo,  alfostigo,  wohl  auch  frz. 
pasteque  'Melone'.  [DE  115.  Eguilaz 
169.    ML  6535. 

1665.  Tk.  placka: 

'Beute,  Plünderung'  [Kelekian  Kämüs 
323b;  aus  dem  alb.  'Gepäck'];  hieraus 
rum.  pla^ca  'herabwallender  Mantel, 
Betrug',  j}lea^ca  'Plünderung'. 

1666.  Ind.  polo: 

In  der  Balti  Sprache  'Ball' ;  hieraus  der 
Name  eines  Ballspieles  Polo,  engl,  polo 
'Hockeyspiel  zu  Pferde'.  Das  Spiel  wurde 
das  ganze  MA  hindurch  von  China  bis 
zur  Provence  unter  dem  Namen  öögän 
und  daraus  entstandenen  Bezeichnungen 
[s.  hier  Nr.  434]  gespielt.  S.  über  die 
Geschichte  seiner  Wiedereinführung 
Hobson-Jobson  720.  —  [Eine  andere 
Ableitung  gibt  Himly  in  ZDMG  XLI,  478: 
Nach  chin.  Quellen  hiefä  ein  Spiel  po- 
lo-sai,  das  vielleicht  aus  sskr.  prasäda 
'Heiterkeit,  Gunst,  Gewogenheit'  ent- 
standen sein  könnte.] 

1667.  Tk.  postal: 

'Schuhe',  wie  sie  früher  von  den  Janit- 
scharen  und  Dienern  zu  Fuß  getragen 
wurden  [Kelekian  Kämüs  326  b];  hieraus 
bulg.  postal,  bostal,  serb.  j^osto,  postola, 
ßech.  postola  'Schuh',  poln.  postol,  po- 
s<ofj/, russ.  (dial.)pos^o?(/' Art  Bastschuhe'. 
[Gorjajew  276. 

1668.  Tk.  potur: 

'Falte;  Unterhose  mit  vielen  Falten' 
[Kelekian  Kämüs  325b];  hieraus  rum. 
poturi  'unten  enge,  oben  weite  Bauern- 
hosen' [so  nach  Löbel  EITAP  77,  da- 
gegen nach  Sain  69:]  'am  Oberschenkel 
sehr  eng  anliegende  und  sich  gegen  das 
untere  Ende  erbreiternde  Bauernhose, 
die  an  den  Seiten  unter  den  Knien  ge- 


Mal.  paah.] 


134 


schlitzt  sind',  sie  werden  von  den  Land- 
leuten gewöhnlich  im  Winter  getragen. 

1669.  Mal.  püali: 

Püah-püah  'geiiräusell'  [Pijn  159  b],  zu- 
sammengezogen zu  papüa  'Bewohner 
von  Neuguinea  und  der  umliegenden 
Inseln';  hieraus  nd\.  papoea,  frz.  pajwu, 
ihr  Land  Papouasie,  dtsch.  Papua,  engl. 
papoua.  Dazu  noch  frz.  2)apoic  'Apteno- 
dytes  papua,  ein  Pinguin'.  [DevicDEt  183. 

1670.  Pers.  pühti: 

'Gelatine'  [vom  Vb.  ])ü^tän  'kochen' 
Horn  NpEt  S.  ti4,  Nr.  2S5],  tk.  pihti 
'geronnenes  Blut';  hieraus  rum.  piftie 
'Fleisch-  oder  Fischsülze'. 

1671.  Tk.  pul: 

'Kleine  Kupfermünze'  [Kelekian  Kämüs 
328  a];  hieraus  russ.  (alt)  pulo,  pul 
'dass.',  poluska  '^U  Kopeke'. 

1672.  Pers.  pilläd: 

'Stahl'  [Horn  NpEt  S.  75,  Nr.  340;  s. 
auch  hier  Nr.  161.5],  tk.  hulat  'dass.'; 
hieraus  poln.  klruss.  bulat  'dass.',  russ. 
bulat  'Damaszener  Stahl,  Dolch'.  [Gor- 
jajew  33.    Bern  SlEtWb  100. 

1673.  Pers.  püst: 

'Rücken'  [Horn  NpEt  S.  71,  Nr.  321], 
tk.  i)Hst  'Lotterbube,  scortum  sodomiti- 
cum',  als  schlimmes  Schimpfwort  ge- 
bräuchlich; hieraus  rum.  puq,  pu§chtü 
'Spitzbuhe,  Schlingel',  pu§läü  'Bummler'. 

1674.  Pers.  pastmäl: 

'Schürze'  [aus  püst,  s.  hier  Nr.  1673, 
und  mäl. '  Präsensstamm  zu  mältdän 
'reiben'  Horn  NpEt  S.  214,  Nr.  962  wie 
in  dästmäl,  s.  hier  Nr.  500],  ebenso  tk. 
pestimal  'dass.';  hieraus  rum.  pe^timan 
'Schürze,  Weiberrock  ohne  Taille'.  [Löbel 
EITAP  76. 

1675.  Ar.  rabäb: 

'Violine  mit  einer  oder  zwei  Saiten' 
[KM  II,  714;  Lammens  Farük  Nr.  1335; 
Abbildung  bei  Lane,  Manners  &  Customs 
of  the  modern  Egyptians  II,  84] ;  hieraus 
it.  ribeba  'Schäfergeige',  ribeca,  prov. 
rabey,  frz.  rebec,  Vb.  rabacher  'herunter- 
leiern, Unsinn  schwatzen",  afrz.  rebelle, 
sp.  rabel  'dreisaitige  Geige',  pg.  rabeca, 
rebel,  arrabil,  kat.rabaguet  'kleine Geige'. 
[DE  328.  Devic  DEt  191.  Eguilaz  476. 
ML  6978. 

1676.  Ar.  rabad: 

'Vorstadt';  hieraus  mit  ar.  Art.in  gleicher 
Bedeutung  kat.  sp.  pg.  arrahal,  pg.  sp. 
arrabalde,  kat.  arraval,  pg.  arravalde. 
[DE  198.    Eguilaz  280.    ML  6977. 

1677.  Hebr.  raßäli: 

'Sich  mehren',  nhebr.  rewah,  rebah; 
hieraus  jüd.-dtsch.  üebach  "'Gewinn, 
Zinsen',  bes.  auch  plr.  Rebochim;  ebenso 
Rebbes  'Vorteil,  gutes  Geschäft'. 


1678.  Hebr.  rabb: 

'Herr,  Lehrer',  als  Anrede  mit  dem 
Suffix  der  l.ps.sgl.ra&it  'mein  Lehrer!'; 
hieraus  gr.  ^aßßi  und  die  europäischen 
Formen:  kat.  sp.  rabf,  pg.  rabbi  'jüd. 
Gelehrter',  sp.  rabi  'Hirt,  Schäfer',  frz. 
rabbin;  engl,  rabbi,  rabbin,  ndl.  rabbi, 
rabbijn,  dtsch.  Rabbi,  Rabbiner  [über 
dieEndung  vgl.  ZfdWf  1, 64] ;  russ. rabbin, 
(alt)  rawwi,  öech.  rabin,  poln.  rabin. 

1679.  Hebr.  raß-säkeh: 
'Oberkommandierender'  [aus  assyr.  rab- 
sakü  'Obermundschenk',  vgl.  aber  auch 
sakä  'hoch,  Offizier'  DelHWB  685]; 
hieraus  angeblich  dtsch.  Ruppsack  [ähn- 
lich empfunden  wie  die  anders  ent- 
standenen Wörter  Schubjack,  Freßsack 
mit  poln.  Endung  jak  ^  ak]. 

1680.  Ar.  radi': 

'Säugling' ;  hieraus  siz.  reticu  'jähzornig, 
unruhig'  [hauptsächlich  von  kleinen 
Kindern  gesagt].   [GrSVociSic  244. 

1681.  Ar.  radil: 

'Gemein,  schändlich',  ebenso  tk.  rezil, 
dazu  das  Subst.  rezillik;  hieraus  rum. 
rizilic  'Verachtung'. 

1682.  Ar.  ragif: 

'Brötchen,  Kuchen',  Einheitsnomen  ra- 
gifa;  hieraus  pg.  regaifa  'in  den  Öl- 
mühlen ein  Stein,  auf  den  die  mit  Oliven 
gefüllten  Körbe  abgestellt  werden',  re- 
gueifa  [Constancio  Dicc  839  b]  'kleines 
Brot  in  Ringform'.  [DE  330.  Eguilaz  481. 

1683.  Ar.  räha: 

'Handfläche'  [Lammens  Farük  Nr.  1624]; 
hieraus  mlat.  racha  'Hand-  oder  Fuß- 
wurzel',  pg.  rasqueta  'Handwurzel' 
[Constancio  Dicc  826  b,  mit  falscher 
Etymologie],  frz. rasquette,rachette  'dass.' 
in  der  alten  Anatomie,  rasette  in  der 
Chiromantie  'die  Stelle,  wo  mehrere 
Querlinien  der  Hand  in  der  Nähe  der 
Handwurzel  zusammenlaufen'  [Einfluß 
von  ar.  rusg  'Hand-  und  FußwurzeP  ist 
wohl  nicht  abzuweisen;  Devic  DEt  190]. 

—  Aus  der  vulg.  Aussprache  rähat  er- 
gab sich  it.  racchetta  'das  elastische 
Schlagnetz',  das  seit  dem  XVI.  Jhdt.  im 
Ballspiel  eingeführt  ist,  'Federball,  Ra- 
kete', frz.  raquette  'Handfläche,  Fuß- 
sohle, Schneeschuh,  Federball,  Schlag- 
netz', sp.  pg.  raqueta  'Federball,  Ball- 
netz'; engl,  racket  'Schlagnetz  im 
TennisspieF,  dtsch.  RaTcett  'dass.'  und 
Rakete,  hieraus  engl,  rocket,  it.  rocchetta. 

—  [Ableitung  aus  it.  retichetta  'kleines 
Netz'  zu  lat.  retis  'Netz'  ist  zwar  ver- 
lockend, aber  lautlich  kaum  möglich.) 
[Devic  DEt  189.  RomForsch  IV,  371. 
ML  7013. 

1684.  Ar.  raha: 

'Ruhe,   Annehmlichkeit',   vulg.  rähat. 


135 


[Ar.  rahg  al-gar. 


dazu  rähat  hallfüm  'Erquickung  des 
Gaumeus',  tk.  korrumpiert  zu  rahat- 
lokum,  Name  einer  tk.  Süisspeise,  ge- 
wöhnlich in  Form  einer  Wurst,  die,  aus 
Konstantinopel  stammend,  sich  selbst  in 
europäische  Delikateßhandlungen  Ein- 
gang verschafft  hat;  hieraus  mit  Unter- 
drückung des  ersten  oder  zweiten  Be- 
standteiles bulg.  lokum  'Zuckerteig  mit 
Mandeln  und  Rosenöl',  serb.  lokuma 
'Art  harter  Krapfen' ;  rum.  lucumä  'süße 
Pastete'  [wie  ngr.  \ouKOU)nac],  rahat 
'Zuckerteig',  rahatlicnm  'dass.',  rahagiü 
'Zuckerwarenverkäufer',  frz.  locoum  'Süß- 
speise'; dtsch.  Rahatlukum.  [Bern  Sl 
EtWb  730. 

1685.  Ar.  rahgr  al-gar: 

'Rotes  Schwefelarsenik'  [eigentlich  'Höh- 
lenpulver', aus  ra%"'Pulver',  ^är'Höhle', 
weil  man  das  Arsenik  aus  Minen  ge- 
wann]; hieraus  s^.rejalgar,  pg.resalgar, 
rosalgar,  it.  risigallo,  risogello,  (alt)  Pisa 
risalgado;  dtsch.  Realgar  'Rauschgelb', 
engl,  realgar  'red  orpiment'  [<;^  frz.  or- 
piment  <^  lat.  auri  piymentmn].  [DE 
332/333.    Eguilaz  482.    ML  7011. 

1686.  Ar.  rahls: 

'Leicht,  gelinde,  billig';  hieraus  sp.rafez, 
»•«Ties 'leicht,  gering,  schlecht',  pg.rafece, 
rafez  'leicht',  a  refece  'billig',  refe^ar, 
arrafegar  'verbilligen,  billig  werden' 
[Constancio  Dicc  835].  [DE  329.  Eguilaz 
478.  ML  7020. 

1687.  Ar.  rahniän: 
'Barmherzig',  ebenso  tk. ;  hieraus  oder 
wohl  eher  aus  dem  entsprechenden  hebr. 
rahmänl  russ.  rahmannyj,  poln.  rach- 
many  (selten),  häufiger  rochmanny  'ge- 
zähmt, sanft'. 

1688.  Ar.  rahn: 

'Pfand',  plr.  rahän,  mit  Imäla  [ä  >  e] 
rahen;  hieraus  sp.  rehen,  mit  ar.  Art. 
arrehen  'Geisel,  Bürge',  pg.  refem,  ar- 
refem.  [DE  332.  Eguilaz  481.  ML  7181. 

1689.  Pers.  räht: 

'Möbel,  Pferdegeschirr',  ebenso  tk.  [Ke- 
16kian  Kämüs  618b];  hieraus  rum.  raft 
'Pferdegeschirr'.  Über  tk.  raf  'Eck- 
brettchen'  [Kelökian  Kämüs  612  b]  wurde 
rum.  raft  'Gestell,  Bücherbrett'.  Dagegen 
ist  sp.  pg.  arreo,  it.  arredo  'Gerät,  Putz' 
besser  nicht  hieraus  abzuleiten,  vielmehr 
germanischen  Ursprungs;  vgl.  Fauste 
LASINIO  in  GSAJ  III  (1889),  142/3. 

1690.  Ar.  raihän: 
'Wohlgeruch',  insbesondere  raihän  al- 
kubür   'Duft  der  Gräber'  =  'Myrte'; 
hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  arraihan,  arrayan 
'Myrte'.    [DE  199.    Eguilaz  281.  288. 

1691.  Ar.  ra'Is: 

'Kapitän'  [verwandt  mit  ra's,  s.  hier 
Nr.  1701;  vgl.  chef  und  capitaine  <^  lat. 


Caput] ;  hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  arraez, 
pg.  arrais,  kat.  arraix  'Patron  eines 
Schiffes',  frz.  riis,  rais  'Schiffskapitän', 
siz.  raisi  'Führer  eiues  Fischerfahrzeuges' 
[eigentlich  mit  dem  Suffix  der  1.  ps.  Sgl. 
'mein  Ra'is',  wie  man  jetzt  im  Hafen 
von  Palermo  den  Bootsführern  zuruft]. 
[Devic  DEt  192.  Eguilaz  281.  GrSVoci 
Sic  244. 

1692.  Sskr.  räjä: 

'König'  [urverwandt  mit  lat.  rex,  kelt. 
rix  z.  B.  in  Vercingetorix],  mahä-räjä 
'großer  König'.  Beide  Wörter  sind  in 
verschiedenen  Schreibungen  in  die  euro- 
päischen Sprachen  übergegangen:  engL 
raja,  rajah,  tnaharajah,  dtsch.  Radscha, 
Maharadscha,  frz.  radja,  maharadja. 
[Hobsou-Jobson  754. 

1693.  Ar.  ra'ja: 

Eigentlich  ra'ija,  plr.  ra'äja  'Herde', 
Bezeichnung  der  nichtmuslimischen 
Untertanen  muselmanischer  Herrscher, 
tk.  ebenso;  hieraus  rum.  raia,  frz.  rata, 
dtsch.  Raja  'unter  tk.  Druck  lebende 
Christen';  engl,  ryott  'ind.  Landleute'. 

1694.  Ar.  rakania: 

'Sticken,  iroiKiWeiv'  [hebr.  räkarn]  'Strei- 
fen in  einen  Stoff  weben';  hieraus  it. 
ricamare  'sticken',  Subst.  ricamo  'Stik- 
kerei',  siz.  raccatmi,  arracamari,  frz. 
rScamer,  sp.  pg.  recamar,  recamo,  sp. 
(alt)  margomar.  [DE  329.  Devic  DEt 
192.    Eguilaz  480.    ML  7066. 

1695.  Ar.  rakOba: 

'Zug  von  Reisenden  auf  Lasttieren'; 
hieraus  kat.  sp.  ricua,  pg.  recova  'Koppel 
Lasttiere',  pg.  recovar  'Tiere  treiben', 
recoveiro  'Mauleseltreiber'  [Constancio 
Dicc  833  a].  [DE  329.  Eguilaz  480. 
ML  7191. 

1696.  Mal.  rambütan: 

'Pflanze  des  mal.  Archipels  Nephelium 
echinatum'  [aus  mal.  rambut  'Haar' 
Pijn  121a];  hieraus  frz.  ramhontan,  rain- 
postan  'dass.'.    [Devic  DEt  188. 

1697.  Mal.  räini: 
'Verschiedene  Faserpflanzen'  [Pijn  117], 
z.  B.  Boehmeria  nivea  aus  der  Familie 
der  Urticaceen ;  hieraus  engl,  ratni,  ramie, 
dtsch.  Ramie.    [JOAS  XVHI,  123. 

1698.  Ar.  raml: 

'Sand',  Einheitsnomeu  ramla  'Sandflä- 
che, Bett  eines  Wildbaches';  hieraus  sp. 
kat.  rambla  'dass.,  Allee';  La  Ramhla 
die  Hauptstraße  in  Barcelona,  die  dem 
Laufe  eines  Wildbaches  folgt,  der  die 
Stadt  durchschnitt.  [DE  329.  Eguilaz 
478.    ML  7030. 

1699.  Pers.  rändä: 

'Hobel'  [vom  Vb.  rändidän  'schaben, 
kratzen',  Horn  NpEt  S.  138,  Nt.  622] 


•Pers.  räng.] 


136 


Ik.  rende  'dass.';  hieraus  rum.  rtndea 
■Hobel'. 

1700.  Pers.  riiiig: 

'Farbe',  Horn  NpEl  S.  138,  Nr.  623],  tk. 
ebenso  reng;  hieraus  rurn.  renghiü,  ren- 
chiu  Tossen,  Streich'. 

1701.  Ar.  ra's: 

'Kopf,  Ursprung',  vulg.  ras;  hieraus  sp. 
res  'ein  Stück  Kleinvieh',  pg.  rez 
'Schlachtvieh'.  —  Das  ar.  Wort  .scheint 
auch  Grundwort  zu  sp.  pg.  raza,  it.  raz- 
za,  frz.  race  'Geschlecht'  zu  sein  ;  eben- 
so engl,  race,  dtsch.  Rasse;  russ.  rasa 
[und  selbst  ngr.  pdxffa  JF  XXH,  Anzei- 
ger 38].  Die  zahlreichen  anderen  Ab- 
leitungen sind  noch  weniger  begründet, 
z.  T.  lautlich  schwierig  [1.  <  lat.  gene- 
ratio  ML  3732;  2.  ahd.  reiza  'Linie, 
Strich',  Diez  EtWb  265;  3.  <  slav.  raz 
'Schlag,  Gattung';  4.  <^  )-ace,  Subst.  zu 
racer  'Raubvögelzucht  treiben,  züchten' 
<*lat.  raptiare,  Körting  7716].  [Rom 
Forsch  IV,  415.  Kluge  359.  DE  333. 
Eguilaz  482.    ML  7069. 

1702.  Ar.    ra's  al  -  gäti: 

'Kopf  des  Niederknienden'  [part.  praes. 
act.  von  gatä  'auf  den  Knien  sitzen'], 
Name  eines  Sternes  ;  hieraus  der  Stern- 
name Rasalgethi,  Razalageihi  [mit  Imala : 
ä"^  e]  a  Herculis. 

1703.  Ar.  a's  ral-hawwä': 

'Kopf  des  Schlangenfängers  oder  -trä- 
gers',  Name  eines  Sternes;  hieraus  der 
Sternname  Ras  Alhague,  Ras  Alhagh, 
Rasalague  a  Ophiuchi.  [Devic  DEt  43. 
Ideler  Sternn  102. 

1704.  Ar.  rasif: 

[Vom  Vb.  rasafa  'pflastern'  aus  dem 
aram.  resap  'dass.',  dieses  wohl  aus  ass. 
rasäpu  'zusammenfügen',  bes.  als.  bau- 
technischer Ausdruck,  vgl.  ZAkkFW  26] 
'Dammweg  aus  Stein  an  einem  Flusse' 
hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  arrecife,  (alt) 
arracife  'Dammweg,  blinde  Klippe',  pg. 
arreceife,  (alt)  arracif,  recife  'Klippe', 
frz.  rMf  'Klippe'.  Arrecife  heißt  z.  B. 
die  Straße,  die  auf  dem  Cördoba  gegen- 
überHegenden  Ufer  von  der  Brücke  nach 
Esplritu  Santo  führt,  also  urspünglich 
wohl  ein  erhöhter  Dammweg  durch  das 
Überschwemmungsgebiet  des  Flusses 
war.  —  Sp.  arrafiz  'Wegdistel'  oder 
cardo  arracife  entspricht  genau  dem  lat. 
Carduus  vulgatissimus  viarum.  [DÜZY 
in  JAs  1844,1,  41.3.  DE  198/199. 
Eguilaz  280.   Devic  DEt  192.   ML  6985. 

1705.  Pers.  räsinä: 
'Pferdegeschirr,  -sattel',  ebenso  tk.  res- 
me  'Zügel  und  Kette' ;  hieraus  serb.  re^- 
ma  'Zügel',  russ.  resma  'Teil  des  Zau- 
mes'. 


1706.  Ar.  rassa'a: 

'Auslegen',  subst.  Infin.  dazu  tarst  'Aus- 
legearbeit, Inkrustierung';  hieraus  it. 
tarsia,  Vb.  tarsiare,  iutarsiare,  sp.  tara- 
cea,  ataracea,  Vh.  taracear,  ataracear, 
dlsch.  Intarsia  'eingelegte  Arbeit',  Aus- 
drücke des  Kunstgewerbes.  [DE  212. 
Eguilaz  304.  ML  8571a. 

1707.  Ar.  ratam: 

'Ginster',  Einheitsnomen  ratama;  hier- 
aus sp.  pg.  retama  'dass.',  sp.  retamar 
'Ginstergebüsch'.  [DE  335.  Eguilaz 
482.    ML  7085. 

1708.  Ar.  ratl: 

'Ein  Gewicht'  [aus  gr.  Xixpa;  ZDMG  LI, 
298;  de  Lagarde,  Gesammelte  Abhand- 
lungen 33,  Anm.  Dieser  Entstehung 
entsprechend,  ist  die  Aussprache  riß 
nach  den  Arabern  selbst  die  richtigere, 
aber  unter  dem  Einflüsse  der  beiden 
ersten  Konsonanten  durch  die  andere 
ratl  aus  dem  Sprachgebrauche  verdrängt, 
FLEISCHER  in  BSGW  XXXII,  130]; 
hieraus  it.  (dial.)  rotolo  'Gewicht',  siz. 
ro<M?M 'Gewicht  von  12  Unzen',  sp.  (alt) 
arrate  'Gewicht  von  4  Pfund',  arrelde, 
arrel,  pg.  arretih  arratel,  frz.  arratel 
'Gewicht  von  460g'.  [DE  201.  Devic 
DEt  35.    Eguilaz  286.    ML  7089. 

1709.  Ar.  rauda: 

'Garten',  plr.  rijäd,  im  Magrib  singu- 
larisch gebraucht  als  'Blumenbeet' ;  hier- 
aus sp,  arriates,  arriatas  'erhöhte  Beete 
längs  einer  Gartenmauer'.  [DE  201/202. 
Eguilaz  287/288. 

1710.  Tk.  rawak: 

'Reinster  Honig'  [Köl^kian  Kämüs  629  b]; 
hieraus  rum.  rävac  'Ausbruch  (Wein)'. 

1711.  Pers.  räi^änd : 
'Rhabarber  Rheum  palmatum',  tk.  re- 
wend;  hieraus  rum.  revent;  bulg.  retven, 
serb.  rewed,  russ.  rewen  'dass.'. 

1712.  Ar.  Räzl: 

N.  pr.,  ein  arabischer  Arzt  Muhammad 
ahu  Bakr  ihn  Zakarija  AR-RÄZI,  der  um 
930  starb.  Nach  ihm  wurde  ein  von 
ihm  eingeführtes  Heilmittel  frz.  blanc- 
Rhasis  genannt  und  hieraus  volksei y- 
mologisch  blanc  raisin  'Bleiweiß'. 
[FASZ  in  RomForsch  III,  495. 

1713.  Ar.  razza: 

'Pflanzen,  einsetzen',  dazu  VIII  irtazza, 
part.  murtazz  'eingepflanzt,  befestigt', 
fem.  murtazza;  hieraus  sp.  mortaja 
'Zapfenloch'  [muesca  Dicc  Gast  1388  b 
und  1395  c],  frz.  mortaise  'dass.'.  [Devic 
DEt  168. 

1714.  Ar.  razza: 

'Eisenband    des    Riegels,  Fischband 
frz.  fiche  ä  gond]   der  Türangel'; 
hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  alguaza  'Tür- 


137 


[Ar.  razzäkl. 


angel'  [Dicc  Gast  l!22c],  frz.  gäche 
'Schließklappe'.  [DE  131.  Devic  DEt  123, 

1715.  Ar.  razzäkl : 

'Art  Weintraube  mit  langen,  weißen 
Kernen',  ebenso  tk.  razaki  [K^lökian 
Kämüs  619b];  hieraus  rum.  razachie 
'dicke  weifse  Traube'. 

1716.  Ar.  ri'äs: 
'Schwertknauf,  -griff'  [vgl.  ra's,  s.  hier 
Nr.  1701];  hieraus  mit  ar.  Art.  s^t.arriaz, 
arrial  'Slichblatt  des  Degens',  pg.aniaz 
'Metallstück  am  Pferdeharnisch'  [Con- 
stancio  Dicc  117  a].  [DE  202.  Eguilaz 
288.    ML  7295. 

1717.  Ar.  ribäs: 

'Art  Sauerampfer',  auch  ribäz  [und  pers. 
ribäg];  hieraus  mit  Imäla  [Ä>-e]  mlat. 
ribes,  ribasium,  ribesium,  frz.  ribes  'Jo- 
hannisbeere'.   [Devic  DEt  193. 

1718.  Ar.  ribät: 

'Band,  langes  Slfick  Stoff'  [vom  Vb. 
rabata,  s.  hier  Nr.  1410];  hieraus  mit 
Imäla  [ä  >  e]  sp.  ribete,  kat.  ribet,  pg. 
ribete  [Constancio  Dicc  857  a]  'Saum, 
Besatz'.    [Eguilaz  483. 

1719.  Ar.  ridf: 

'Derjenige,  der  folgt  oder  nachkommt'; 
hieraus  mit  ar.  Art.  der  Sternname 
Arided,  Arioph  aus  dem  Schweife  des 
Cygiius.    [Devic  DEt  41. 

1720.  Ar.  rigl: 

'Fuß',  vollständig  ar-rigl  al-jumnä  'der 
rechte  Fuß'  sc.  des  Orions;  hieraus  der 
Sternname  Bigel  k  Orionis.  [Ideler 
Sternn  226.    Devic  DEt  193. 

1721.  Ar.  rizk: 

'Spenden,  die  Gott  zum  Leben  gibt; 
tägUches  Brot,  Ration';  hieraus  sp.  ar- 
risco,  riesgo  'Wagnis,  Gefahr',  risco 
'Klippe',  arriscador  'Olivensammler', 
pg.  risco  'Wagnis;  Klippe',  Vb.  sp.  pg. 
riscar,  arriscar  'in  Gefahr  kommen', 
it.  risico,  frz.  risqiie,  rum.  rizic  'Wag- 
nis, Gefahr',  Vb.  it.  risicare,  frz.  risquer 
'wagen' ;  dtsch.  Risiko,  engl.  risk.  [Devic 
DEt  194/195.  Jacob  EMA  97.  ML  7289 
(<  gr.  {)iIiKÖv  'Klippe'?). 

1722.  Ar.  riswa: 
'Beslechungsgabe,  Schmiergeld',  tk.  riä- 
wet  'dass.';  hieraus  rum.  rupfet  'Be- 
stechungsgelder'. 

1723.  Ar.  rizma: 

'Bündel  oder  Pack  Kleider,  Papierstoß' ; 
hieraus  it.  risma  'ein  Ries  Papier',  sp. 
\>e,.  resma,raztyia,  VBi.raima,  frz.  rame; 
engl,  ream,  ndl.  7'iem,  dtsch.  Eies  [mit 
Abfall  der  letzten  Silbe  des  it.  Grund- 
worts], dän.  riis,  schwed.  ris.  Dazu 
sp.  pg.  rima  'ein  Haufen'  (z.  B.  Kleider, 
Lumpen),  rimero  'Stoß,  Schicht'.  —  Man 
denke  daran,  daß  das  Baumwollpapier 
bereits  früh  von  den  Arabern  hergestellt 


wurde,  aber  erst  im  XIII.  Jhdt.  lernten 
es  die  Spanier  unter  Alfons  X.  kennen; 
in  Padua  und  Treviso  in  Italien  wurde 
das  erste  Papier  erst  um  1350  hergestellt. 
[DE  333/335.    Eguilaz  482.    ML  7343. 

1724.  Mal.  rötaii: 

Eine  Palme  oder  Strauch  von  der  Gat- 
tung Calamus,  derRdhr  liefert:  Calamus 
rotang  L.  und  Verwandte ;  hieraus  engl. 
raitan,  dän.  schwed.  ndl.  rotting;  sp. 
rota,  frz.  rotang,  rotin  'dass.'.  [MMM  46. 
Devic  DEt  198.  JAOS  XVIII,  97/99. 

1725.  Ar.  rub': 

Ein  Viertel,  fem.  rni'a  V'»  der  Masse 
ivaiba,  etwa  12  kg;  hieraus  mit  ar.  Art. 
kat.  sp.  arroba  11,5  kg,  pg.  arroba 
14,68  kg,  Vb.  sp.  arrobarse  'außer  sich 
geraten',  ec/jrt/'  por  arrobas  'übertreiben', 
frz.  arrobe  "/4  quintal'  [s.  hier  Nr.  1178], 
prov.  rup.  Ebenso  über  das  tk.  rup 
rum.  rup  '»/s  Elle'.  [DE  203.  Devic 
DEt  35.    Eguilaz  289.    ML  7345. 

1726.  Ar.  rubb: 

'Fruchtsaft,  Obsthonig'  [vielleicht  selbst 
aus  dem  Pers.] ;  hieraus  sp.  rob,  arrope, 
kat.  rop,  arrdp,  pg.  robe,  arrobe,  frz.  rob, 
it.  robbo,  rob;  ndl.  rob,  engl,  rob  'Frucht- 
saft mit  Zucker  und  Honig'.  [DE  204. 
Devic  DEt  196.  Eguilaz  290.  484.  ML 
7346. 

1727.  Ar.  rnh: 

'Sagenhafter  Vogel'  [wohl  über  das  Pers. 
aus  mal.  ruivak  'großer  Raubvogel' 
Pijn  125  und  MMM  47];  'mit  Bogen- 
schützen besetzter  Elefant  oder  Kamel', 
auch  Figur  im  Schachspiel;  hieraus  it. 
rocco  'Turm  im  Schachspiel',  Vb.  arro- 
care  'den  König  an  die  Stelle  des  Turmes 
und  umgekehrt  setzen'  [ein  Verfahren, 
dessen  Einführung  in  das  XVI.  Jhdt. 
fällt],  sp.  }-oque,  enrocar,  pg.  roque,  kat, 
roch,  frz.  roc,  roquer,  prov.  roc;  engl. 
7-ook,  dtsch.  Boche  "Turm  im  Schach- 
spiel', tochieren,  rockieren.  —  [Nach 
anderer  Ableitung  geht  ar.  ruh  in  der 
Bedeutung  'Wagen'  auf  bengal.  roih 
zurück.]  [DE  335.  Devic  DEt  196/198. 
Eguilaz  485.    ML  7366. 

1728.  Ar.  rnkb: 

'Reittier';  hieraus  kat.  ruc  'Esel'  [viel- 
leicht unter  Einfluß  von  ar.  ruh]. 

1729.  Ar.  rnmmäu: 
'Granatapfel  Punica  granatum',  Einheits- 
nomen ruinmäna  [so  von  den  Arabern 
nach  den  Römern  benannt,  wie  ihn  die 
Römer  nach  den  Puniern  als  malum 
punicum  bezeichneten];  hieraus  pg. 
romda,  ronieira  'Granatapfel'  (Frucht 
und  Baum).  Da  das  Gegengewicht  bei 
Schnellwagen  inForm  einesGranatapfels 
gebildet  zu  werden  pflegte,  erhielt  die 
Scimellwage  dieBezeichnung:  it.rotna7io, 


Sskr.  rtlpya.] 


138 


siz.  rumanu  auch  'Laufgewicht',  prov. 
sp.  kat.  pg.  romana,  sard.  romana,  frz. 
roinaine,  dtsch.  römische  Schnellwage. 
(Devic  DEL  196/197.  Eguilaz  484/485.  ML 
734)9. 

1730.  Sskr.  rüpya: 
'Verarbeitetes  Silber',  ebenso  rüpiya; 
hieraus  engl,  rupee,  frz.  roiipie,  dtsch. 
Rupie,  die  Grundmünze  des  angloind. 
Münzsystems,  schon  während  der  mu- 
liammedanischen  Herrschaft  gebräuch- 
lich. Von  demselben  Grundwoit  kommt 
russ.  ruhl' ,  engl,  roidtle,  dtsch.  Hubel. 
[Hobson-Jobson  774/776.  Gorjajew  303. 

1731.  Ar.  rosäfa: 

[Vom  Vb.  rasafa,  s.  hier  Nr.  1704]  Name 
eines  prächtigen  Gartens  bei  Cördoba 
während  der  arabischen  Herrschaft; 
hieraus  sp. arrizafa  'königlicher Garten'; 
Besitzungen  mit  dem  Namen  Eizafa 
gibt  es  noch  in  Sevilla  und  Granada. 
[DE  203.    Eguilaz  ^289. 

1732.  Ar.  ru»^: 

Auch  rasg  [s.  hier  Nr.  1683],  bei  AVI- 
CENNA  'Hand-  oder  Fußwurzel';  hieraus 
it.  rasga,  mlat.  der  Anatomen  rasceta 
'Handwurzel',  heutzutage  wissenschaft- 
lich carptis  gr.  Kapitöc;]  genannt. 
[HArHebrAn  198/201. 

1733.  Ar.  ruzz: 

'Reis  Oryza  sativa'  [aus  gr.  öpuZa  ZDMG 
LI,  298;  das  gr.  Wort  stammt  selbst 
sicherlich  aus  dem  Orient];  hieraus  mit 
ar.  Art.  sp.  pg.  arroz,  sard.  arrosu,  kat. 
arros  'Reis'.  [DE  204.  Eguilaz  200. 
ML  6109  (oryza  3).  Herrigs  Archiv 
CXXXV,  107. 

1734.  Hebr.  sa'aqp: 
'Schnappen';  hieraus  it.  ceffare  'schnap- 
pen, haschen',  ceffo  'Schnauze',  siz. 
acciaffari  'schnappen';  vielleicht  li.gaffo 
'Häscher'.  [RÖNSCH  in  RomForsch 
III,  460. 

1735.  Ar.  sabb: 

'Alaun';  hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  (alt) 
axebe,  enxebe,jebe,  jepe  'dass.',  siz.  scerba 
'Asche'  [wenig  gebräuchlich].  —  Aus 
sabb  knbti  'ägyptischer  Alaun'  [zu  kubti 
s.  hier  Nr.  1222]  wurde  sp.  mezacote 
'Soda',  it.  tnarzacotto  'Glasur',  frz.  rnas- 
&icot  'Bleigelb'.  [DE  219.  Eguilaz  312. 
423.  SEYBOLD  in  ZDMG  LXVHI,  623. 
ML  7677  a.  GrSVociSic  245. 

1736.  Ar.  sabag: 

Auch  sabag,  die  besondere  Art  glänzend 
schwarzer  Pechkohle,  die  dtsch.  'Gagat', 
frz.  jais,  engl,  jet  heißt  [KM  II,  885: 
haraz  aswad  'schwarzer  Schmuck';  wohl 
aus  pers.  säbäh,  ZDMG  L,  613];  hieraus 
mit  ar.  Art.  sp.  azabache,  kat.  acebeja, 
pg.  azeviche  'Gagat,  Trauerschmuck', 
sp.  azabaches  'Gagatkette,  die  den  Kin- 


dern zum  Schutze  gegen  den  bösen  Blick 
umgehängt  wird'.  [DE  221.  Eguilaz  315. 

1737.  Ar.  sabaka: 

'Netz' ;  hieraus  it.  sciabica,  siz.  scidbicca, 
sp.  jabeca,  jabega,  kat.  xabega,  prov. 
eisungo,  frz.  essaugue  'Art  Netz'.  [DE 
352.  EKuilaz  426.  ZfromPh  XXX,  319. 
ML  7667. 

1738.  Ar.  Sabal: 
Magribinisch:  'Alse,  Alose  Clupea  alosa 
Guv.';  hieraus  sp.  sdbalo,  frz.  savalle, 
pg.sayeZ'dass.',  pg.savelha  'Art  Anchovis' 
[Constancio  Dicc  876c].    [ML  7477. 

1739.  Kas.-tat.  saban: 

'Pflug'  [vom  Stamme  saj)  'hauen, 
schlagen'  Vämbery  TktEtWb  S.  142, 
Nr.  1531;  also  saban  'der  untere  feste 
Teil  eines  Körpers,  der  in  der  Hand  fest- 
gehalten oder  in  die  Erde  eingeschlagen 
wird'],  dazu  kumük.  sabanci  'Ackers- 
mann, Pflüger';  hieraus  russ.  saban 
'zweiräderiger  Pflug',  sabanscik  'Pflüger'. 
[Gorjajew  309. 

1740.  Ar.  sabbäk: 

'Kleines  Schiff  mit  drei  Masten  und  la- 
teinischen Segeln',  im  Mittelmeere  ge- 
bräuchlich gewesen  [vielleicht  mit  ar. 
sabaka  'Netz',  s.  hier  Nr.  1737,  irgend- 
wie verwandt];  hieraus  mit  Imäla 
[ä  <C  e]  sp.  jabeque,  pg.  chaveco,  (alt) 
enxabeque  'maurisches  Fischerfahrzeug', 
it.  sciabecco,  frz.  chebec  'kleines  drei- 
mastiges  Kriegsschiff'',  it.  stambecco, 
zambecco,  frz.  zambuche;  dlr^ch.  Schebecke 
'schmales  Kriegsschiff'.  IDozy  Oosl  28. 
DE  352.  Eguilaz  426.  ZfromPh  XXX, 
318;  XXXH,  44.    ML  7668. 

1741.  Ar.  sabbära: 

'Aloe  Aloe  variegata';  hieraus  aiz.gam- 
mara,  sard.  sevada,  und  mit  Beein- 
flussung der  Vokale  durch  das  gleich- 
bedeutende ar.  sabira  sp.  zabila,  zdbila, 
zdbida,  kat.  cever  'Aloe'.  —  [Ableitung 
von  saepes  ML  7496  ist  also  irrig]. 
[DE  35.  WAGNER  in  Herrigs  Archiv 
CXXXV,  116. 

1742.  Hebr.  sabbaö: 

Der  Ruhetag  nach  den  sechs  Wochen- 
tagen; hieraus  gr.  ödßßaxov,  lat.  sab- 
batum  und  it.  sabbato,  prov.  sabda,  sp. 
pg.  sdbado,  [mit  Einschiebung  eines  m 
angeblich  unter  Einfluß  von  lat.  septi- 
mus]  frz.  samedi,  rum.  sämhätä;  ähnlich 
in  den  slav.  Sprachen:  VMSs.subota,  serb, 
subota,  öech.  poln.  sobota,  und  in  den 
germ.  Sprachen:  dtsch.  Samstag 
[<^  Sampztag  <^  Sambtac  <^  Sambez- 
<^  ahd.  Sambaztac],  mhd.  sameztag.  — 
Die  neuhebr.  Aussprache  sabbes  ergab 
jüd.-dtsch.  Schabbes  und  russ.  sabas 
'Feierabend'  >  'gut,  fertig,  genug!'. 
Engl,  sabbdth  wird  in  England  und 


139 


[Pers.  säbbaü 


Amerika,  bes.  in  New-England,  im 
höheren  Stile  ähnlich  für  'Sonntag'  ge- 
sagt, wie  etwa  im  Dtsch.  von  'ernster 
Sabbathstille'  gesprochen  wird.  —  Aus 
poln.  sobota  wird  sobotka,  plr.  sobötki 
'Feier  am  Tage  vor  St.  Johannes',  dazu 
das  Vb.  sohotowac  'ausruhen,  feiern'. 
Aus  szabas  'jüdischer Sabbath'  wird  poln. 
szabasnik  'Art  Ofen',  szabasöwka  'kleiner 
Leuchter',  szabasowac  'feiern,  d.h.  nicht 
arbeiten'.  [KLUGE  in  Zeitschrift  des 
allgemeinen  dtsch.  Sprachvereins.  Wis- 
sensch. Beiheft  Vin,  98.  Karlowicz416 
u.  417. 

1743.  Pers.  §äbbüi: 

'Levkoje  Cheiranthus  cheiri',  tk.  ebenso 
se&&j<y  [Kelekian  Kämüs  719a ;  aus  pers. 
sab  'Nacht'  Horn  NpEt  S.  171,  Nr.  775 
und  böi  'Geruch,  Duft'  ebenda  S.  54, 
Nr.  240];  hieraus  rum.  §iboui  'dass.'. 

1744.  Arain.  saßkä: 

'Holunder  Sambucus';  hieraus  gr.  0a|u- 
ßÜKri,  lat.  sabacus,  sambuca,  frz.  sam- 
buque,  russ.  sambuk,  samwik  'dass.'. 

1745.  Ar.  sabr: 

'Aloe'  [s.  hier  Nr.  1741],  ebenso  tk.  sabr, 
sabyr  [Kelekian  Kämüs  755  a];  hieraus 
rum.  sabor,  sabur;  russ.  sabur  'dass.'. 
[Löbel  EITAP  79.    Gorjajew  369. 

1746.  Ar.  sabüga: 

'Maifiscii';  hieraus  kat.  sp.  pg.  saboga, 
sard.  saboga  'dass.'.  [ML  7483.  DE  338. 
Eguilaz  488. 

1747.  Pers.  säbzä: 

'Gemüse'  [von  säbz  'grün'],  ebenso  tk. 
sebze,  dazu  der  auf  ar.  Weise  gebildete 
Plr.  sebzetvat,  vulg.  zerzewat  'Gemüse'; 
hieraus  Y\iva..zarzavat  'dass.',  zarzavagiü 
'Gemüsehändler'. 

1748.  Tk.  sacak: 

'Franse'  [der  herabhängende  Teil  eines 
Kleides,  vom  Stamme  sat,  saö  'schleu- 
dern, umherstreuen',  Vämbery  TktEtWb 
S.  143,  Nr.  1541];  hieraus  rum.  sägeac 
'dass.'. 

1749.  Per.s.  sädä: 

Ebenso  iV.  sade  'einfach';  hieraus  rum. 
sadea  'rein,  einfach'. 

1750.  Ar.  sadaf: 
'Perlmuschel',  ebenso  tk.  sedef  [Kelekian 
Kämtis  758a];  hieraus  rum.  sidef,  sedef 
'dass.';  serb.  sedef  'Perlmutter'. 

1751.  Hebr.  säfal: 

'Niedrig  sein',  nhebr.  söfel  'niedrig',  fig. 
von  Waren,  der  Lebenslage  und  der 
Gesinnung  gebraucht;  hieraus  jüd. -dtsch. 
schofel  'ärmlich,  erbärmlich'  [z.  B.  beim 
Fabeldichter  PFEFFEL  ,der  schofle 
Mann"],  ebenso  ndl.  sjofel.  [Ave-L  IV, 
475.    Tendlau  176.    Kluge  405. 

1752.  Ar.  safaii: 

'Was  zum  Glätten  dient'  [vom  Vb.  sa- 


fana  'schälen'];  hieraus  dtsch.  Safan 
'weißes  Fischbein  Os  sepiae';  nicht  nur 
aus  der  harten  Rückenhaut  gewisser 
Fische,  sondern  aus  Eidechsen  und 
Krokodilen  gewonnen.  [FLEISCHER  in 
BSGW  XXI,  43. 

17.Ö3.  Ar.  safat: 
'Körbchen  aus  Palmblättern'  [KM  II, 
934;  Lammens  Farük  Nr.  1037;  mit  ar. 
giwälik  <C.  pers.  guwälä  und  kuffa 
synonym;  aus  pers.  säpäd,  woraus  auch 
tk.  sepet  'Korb'] ;  hieraus  sp.  pg.  azafate 
'flache  Schüssel,  Tablett',  kat.  aqafata, 
safata,  sard.  saffata  'Präsentierteller'; 
rum.  sipet,  sepet  'Koffer',  russ.  sapetka 
'Korb'.  [DE  222.  Eguilaz  317.  ML  7503. 

17.54.  Ar.  bäflu: 
[Offenbar  stammverwandt  mit  Nr.  1752] 
'Rückenarterie',  augebhch  wörtlich  'ver- 
borgen', weil  die  so  benannten  Venen 
nicht  durch  die  Haut  schimmern;  nach 
Avicennas  Känun  wurde  im  Latein  der 
Anatomen  des  MA.  das  jetzt  noch  ge- 
brauchte Wort  Vena  Saphena  hieraus 
zur  Bezeichnung  oberflächlicher  Venen 
am  Beine:  Saphena  magna,  S.  parva, 
S.  accessoria.  —  [Das  Wort  kommt  also 
nicht  aus  gr.  aaqpriq  'deutlich'.]  [HAr 
HebrAn  212/215. 

1755.  Pers.  säftälü; 

'Pfirsich'  [vgl.  pers.  älü  'Pflaume'],  tk. 
seftali  'dass.';  hieraus  serb.  seftelija, 
septelija  'Pfirsich',  russ.  septala  'ge- 
trocknete asiatische  Pfirsiche'. 

1756.  Ar.  säg: 

'Holz  von  Tectonia  grandis'  [aus  sskr. 
säka,  woraus  andererseits  malayäl.^efcÄ;«, 
tamil.  tekku  wurde];  hieraus  die  wissen- 
schaftliche Bezeichnung  lignum  sagali- 
ntmi;  aus  der  tam.  Form  wurde  engl. 
teak,  dtsch.  Teckholz  und  der  botanische 
Name  Tectonia.  [ZDMG  L,  650.  DeSacy 
ChrAr  450/452.  Hobson-Jobson  910/911. 

1757.  Hebr.  säTaT: 

'Hin-  und  herwanken,  irren';  aus  der 
Partizipialform  jüd. -dtsch.  meschugge 
'toll,  unsinnig'. 

1758.  Pers.  sägbän: 
'Ehemaliger  Soldat  oder  Amtsdiener,  der 
mit  Polizeidienst  betraut  war'  [aus  säg 
'Hund'  Horn  NpEt  S.  164,  Nr.  743,  und 
bän  'Wächter'  ebenda  S.  41,  Nr.  176; 
also  'Hundewächler',  wie  auch  andere 
Benennungen  von  Dienstgraden  der 
Janitscharen  der  Jagd  entlehnt  waren, 
z.  B.  tu7-negi  'Kranichmann',  sagarg y 
'Rüdenmann'],  ebenso  tk.  sejmen  [mit 
Wechsel  der  Labialen  b  >  »«  und  Er- 
weichung von  g  zu  j  wie  in  bej,  s.  hier 
Nr.  282] ;  hieraus  rum.  sehnen,  plr.  sei- 
meni  'Söldnei'truppen'.  [Löbel  EITAP  84. 


•Pers.  äSgird.] 


140 


175!).  Pers.  säfjirrt: 

'Schüler'  [vgl.  Horn  NpEl  S.  ^201,  Anm.  1 
«ndMÜLLEH  in\VZKMV,ü(i],  tk. ebenso 
iaffh-tl;  liieraus  bul^'.  segar,  Segir,  Sa- 
gertin, serb.  segrt  'Lehrling'.  [Mikl 
yiElWb  337  b. 

17G0.  Tk.  sa^ry: 
'Kruppe  oder  Kreuz  eines  Tieres,  Rücken- 
baut'; hieraus  frz.  chagrin  'genarbtes 
Leder',  it.  (dial.  Venedig)  sag)  m  'Haut 
des  Haifisches',  frz.  sagre  'Haifisch',  it. 
zigrino  'geprefates  Leder',  sp.  chagren 
'gegerbte  Pferde-  oder  Eselshaut' ;  engL 
shagreen,  ndl.  segrijnleer,  nihd.  zager, 
dtsch.  Chagrin.  Vielleicht  gehöit  hier- 
hin frz.  chagrin  'Kummer'.  [Hobson- 
Jobson  818.  Eguilaz  372.  ML  7513. 
MWiD  1 13  (wo  auf  die  Ind.  Stadt  Sagar 
zurückgegangen  wnd;  doch  vgl.Kelekian 
Kamas748a:  sa^ry 'Kruppe'  und 'Leder 
daraus'), 

1761.  Mal.  sägü: 
'Mehlartiges  Pflanzenmark'  [Pijn  ISSa; 
die  von  Seiler  DKiL  IV,  332  angegebene 
Bedeutung  'Brot'  ist  erst  sekundär]  aus 
der  Palme  Metroxylon  laeve  Hart.,  die 
überall  im  mal.  Archipel  und  den 
Philippinen,  bes.  aber  auf  den  Molukken, 
heimisch  ist  und  für  die  Eingeborenen 
dieselbe  Bedeutung  hat  wie  der  Reis  für 
die  Chinesen  oder  das  Getreide  für  die 
Europäer.  Hieraus  frz.  sagou,  der  Baum 
sagomer,  sagoutier,  sp.  sagü;  engl,  sago, 
dtsch.  Sago;  russ.  sago.  —  [Den  ersten 
Sago  brachte  MARCO  POLO  i.  J.  1295 
nach  Venedig,  vgl.  MP  445.]  [MMM  48. 
Devic  DEt  2U0.  Hobson-Jobsun  780/781. 

17G2.  Pers.  sah: 
'König,  Herrscher'  [Horn  NpEt  S.  170, 
Nr.  772];  hieraus  zur  Bezeichnung  des 
Kaisers  von  Persien  u.a.  rum.  §ah,  ^ach; 
russ.  sah,  bulg.  serb.  sah,  öech.  sach, 
poln.  stach;  frz.  chah;  dtsch.  Schah,  engl. 
shah.  Aus  dem  beim  Schachspiel  üb- 
lichen Ausruf:  säh  mät  [s.  hier  Nr.  1443] 
entstand  allgemein  der  Name  für  dieses 
Spiel:  rum.  sach,  it.  scacco,  prov.  escac, 
frz.  ^chec,  gewöhnlich  erhecs,  sp.  jaque 
[nur  im  Zurufe  jaque  mate],  pg.  xaque; 
ndl.  schaakspel,  eugl.chpss,  disch.  Schach, 
Abschach  [in  Lessings  Nathan  II,  1]; 
russ.  Sah,  bulg.  sah,  cech.  sach,  poln. 
szach;  das  'Schachbrett'  heißt  danach 
it.  scacchiero,  frz.  Miiquier,  sp.  jaquel; 
russ.  Sahmaty;  mhd.  schdchzabel  [<  lat. 
tabula],  hieraus  dial.  Schachzagel,  Schäf- 
zagel  [also  volksetymologisch  als  'Schafs- 
schwanz' gedeutet,  vgl.  Andresen  DVE 
29].  Endlich  wurde  aus  afrz.  eschec  zur 
Bezeichnung  eines  'Zahlscheins'  [Vor- 
schlag des  Deutschen  Allgemeinen 
Sprachvereins]  engl,  check,  frz.  cheque. 


dtsch.  Scheck.  Vgl.  noch  frz.  dchec  'Miß- 
erfolg, Schlappe'.  —  [Das  Wort  Schach 
suchte  als  urgermanisch  zu  erweisen 
M.  MAY  in  Zeitschrift  des  Dtsch.  Allg. 
Sprachvereins  (1895)  X:  Entgegnung. 
Zum  5.  Hefte.  S.  1/4  ]  [DE  352.  Eguilaz 
391.  Kluge  4.  382.  ML  7669.  Gor- 
jajew  419. 

1763.  Hebr.  sähar: 

'Im  Lande  umherziehen',  nhebr.  'als 
Händler  herumziehen,  hausieren';  hieraus 
jüd.-dtsch.  schachern  'geringfügige  Gegen- 
stände vorteilhaft  eintauschen',  dann 
verallgemeinert  'handeln',  Schacherjude 
'ein  solcher  Händler';  ebenso  ndl.  scha- 
cheren, schacheraar  [Lenz,  Der  Jude 
im  Handel  und  Wandel.  Münster  1894. 
S.  12.  Kluge  382. 

1764.  Pers.  säüiu: 

'Falke  Falco  peregrinus'  [aus  pers.  sah 
'König',  s.  hier  Nr.  1762,  also  wörtlich 
'der  königliche'  sc.  Vogel],  ebenso  tk.; 
hieraus  bulg.  sahin  'Falke';  rum.  §oim 
'dass.',  fig.  'kühner  Mensch'. 

1765.  Ar.  sahn: 

'Grofser  Becher,  Trinkschale',  tk.  sahan 
'Teller';  hieraus  rum. sahan  'tiefer Teller, 
Schüssel' ;  bulg.  serb.  sahan,  poln.  sagan 
'Kochkessel',  russ.  (dial.)  sagan  'große 
Schüssel'.  [Gorjajew  309.  Mikl  SlEtWb 
287  a. 

1766.  Ar.  sahrä': 

'Wüste';  hieraus  pg.  safnra,  gafara 
'steiniges  Gelände',  pg.  safaro,  sp.  za- 
hareno  'störrisch,  schwierig  zu  zähmen' 
(vom  Falken  gesagt);  frz.  le  sahara, 
dtsch.  «Samara 'die  große  nordafrikanische 
Wüste'.  [RomForsch  IV,  365.  DE  338. 
Eguilaz  488  (teils  andere  Ableitungen). 
ML  7517. 

1767.  Ar.  sahrig: 

'Teich'  [aus  gr.  öOpiY^];  hieraus  sp.  ^a- 
fareche,  kul.safareig  'dass.',  pa;.  chafariz 
'Springbrunnen'  [Constancio  Dicc  248c]. 
[DE  3.58/.3.59.    Eguilaz  518. 

1768.  Pers.  sähtürä: 

'Fumaria  officinalis  Erdrauch'  [aus  pers. 
säh,  s.  hier  Nr.  1762,  und  tär  'feucht, 
frisch,  zart'  Horn  NpEt  S.  85,  Nr.  382], 
ebenso  tk.  sahtere,  sahtere  [Kelekian 
Kämüs  717a];  hieraus  rum.  safterea, 
saftirea  'dass.'. 

1769.  Pers.  sälitijän: 
'Ziegenleder'  [aus  pers.  säht  'hart,  fest' 
Horn  NpEt  S.  160,  Nr.  723],  ebenso  tk. 
sahtjan;  hieraus  rum.  saftian,  safian; 
bulg.  sajitijan,  russ.  safjan,  poln.  safjan ; 
dtsch.  Saffian.  —  [Das  Wort  bat  mit  der 
ar.  Stadt  Scfl  an  der  atlantischen  Küste 
nichts  zu  tun.]  [Gorjajew  312.  Mikl 
SlEtWb  287  a.    Sain  57.   MWiD  95/96. 


141 


[Ar.  sai'. 


1770.  Ar.  sai': 

'Ding,  Sache';  so  bezeichneten  die  ara- 
bischen Mathematiker  die  Unbekannte 
[vgl.  die  Definition  bei  F.  Woepcke, 
L'algöbred'Omar  alkhayyäml.  Paris  1851. 
S.  4,  Z.  14/15]  und  verwandten  die  Ab- 
kürzung s,  die  von  den  Spaniern  durch 
X  wiedergegeben  wurde,  da  dieser  Buch- 
stabe im  älteren  Spanisch  so  aus- 
gesprofhen  wurde  [vgl.  Adolf  Zauner, 
Altspanisches  Elementarbuch.  ^.  Heidel- 
berg 19^1.  S.  4ö,  §  66];  daher  wird  die 
unbekannte  Größe  in  der  Algebra  mit 
X  bezeichnet  [Etymologie  von  DE  LA- 
GARDE;  neuerliche  Anzweifelung  ist 
lautlich  und  historisch  unberechtigt],  — 
Zu  ar.  saP  gehört  das  dem.  vulg.  suaije, 
suwaije;  hieraus  pg.  chuS,  xuS  'mager, 
schlecht  gekleidet'.  [DE  254/"i55.  Eguilaz 
377. 

1771.  Ar.  sä'id: 

'Oberarm';  hieraus  der  Sternname 
Scheut  ß  Pegasi.    [Ideler  Sternu  117. 

1772.  Ar.  sä'id: 

'Jagend,  Jäger'  [Part,  praes.  act.  I.  des 
Vbs.fäcZa 'jagen,  fischen'],  auch  'fischend, 
Fischer',  fem.  sä^ida;  hieraus  sp.  zaida 
'ein  kleiner  Kranich  oder  Reiher'.  [ÜE 
362.    Eeruilaz  522. 

1773.  Ar.  saifa: 

'Sommer',  dazu  sä''ifa  [ebenso  von  säfa 
'im  Sommer  tuen'  gebildet  wie  Nr.  1772 
von  säda]  'Heereszug  während  des 
Sommers';  hieraus  sp.  acefa,  pg.  aceifa 
'Erntezeit',  Vb.  ceifar  'ernten',  sp.  aceifa 
'Sarazenenzug  im  Frühjahr'.  [DE  34. 
Eguilaz  18.    ML  1799. 

1774.  Tk.  saiga: 

'Eine  Antilope  Antilope  saiga  Wagn.  = 
Colus  tataricus  Forst.';  hieraus  russ. 
saiga  'Antilope',  saigak  'wilde  Steppen- 
ziege', bulg.  saiga,  poln.  saiga,  cech. 
sajha;  dtsch.  Saigaantilope;  frz.  saiga. 

1775.  Ar.  saili: 

'Greis,  Alter,  Stammesoberhaupt'  [vom 
Vb.  säha  'weiß  oder  alt  sein'];  hieraus 
zur  Bezeichnung  der  Beduinenhäuptlinge 
sp.  jeqiie,  pg.  xeque,  frz.  cheik,  scheik; 
dtsch.  Scheich,  engl,  sheikh. 

1776.  Ar.  sä'is: 

'Reitknecht,  Pferdewärter'  [vomVb.säsa 
'beherrschen,  vorstehen',  vgl.  z.  R.  si- 
jäsa  'Politik';  verwandt  hiermit  ist  hebr. 
SMS,  aram.  süsjä  'Pferd',  also  nach  der 
Lenkung  oder  Wartung  bezeichnet  wie 
lat.  jumentum  nach  dem  Schirren,  lat. 
iungo;  dagegen  sind  sskr.  acvas,  pers. 
äsp  aus  dem  Begriff  der  Schnelligkeit 
entstanden  und  haben  hiermit  nichts  zu 
tun],  ebenso  tk.  seis  [Kelekian  Kämüs 
661  b],  bes.  auch  'Vorläufer',  der  vor  dem 
Wagen  mit  Stöcken  die  Fußgänger  bei- 


seite treibt;  hieraus  rum.  seiz  'Reit- 
knecht, Piqueur'. 

1777.  Pers.  sä'i>häuä: 
'Paekpferd,  auf  welches  der  Pferde- 
knecht steigt'  [aus  ar.  sfl'ts,  s.  hier 
Nr.  1776,  und  pers.  Mnä,  s.  hier  Nr.  809], 
ebenso  tk.  seissana,  vulg.  seksane  'Reise- 
gepäck eines  Fürsten'  [üelekian  KämOs 
661  b];  hieraus  rum.  sacsana  'Last, 
Bürde'. 

1778.  Tk.  saja: 

'Erheber  der  Schafsteuer'  [vom  Stamme 
saTf,  sag,  saj  'zählen'  Vämbery  TktEtWb 
S.  139,  Nr.  150],  saja  cokasij  'eine  Art 
dicken  Tuches';  hieraus  rum.  saia 
'Sersche,  dicker  Wollstoff,  bes.  für 
Mönchskutten',  saiac  'dass.',  saielu^ä, 
it.  saia,  saio  'Wams,  Soldatenmantel'; 
bulg.  serb.  saja  'Art  Kleid'.  [Sain  70. 
Mikl  SlEtWb  287  a. 

1779.  Pers.  säjü: 

'Schatten,  Schutz'  [Horn  NpEt  S.  154, 
Nr.  695],  ebenso  tk.  saje  [aus  'schattiger 
Ort'  wird  'Hof,  Stall'];  hieraus  rum.  saia 
'Stall',  saigiü  'Stall-,  Pferdeknecht'.  Aus 
pers.  säjäbän  'Schattenwächter  >  Bal- 
dachin, Schutzdach',  tk.  sajwan  wurde 
poln.  sejwan  'eine  Art  Zelt'. 

1780.  Tk.  sajka: 

'Barke',  von  einer  Form,  wie  sie  im 
XVII.  und  XVHI.Jhdt.  von  Türken  und 
Giiechen  viel  benutzt  wurde;  hieraus 
bulg.  serb.  sajka,  klruss.  cajka  'Barke', 
russ.  saika  'Barke,  hölzernes  Wasser- 
geschirr', serb.  siki  'Waschtrog';  rum. 
saicä  'tk.  Barke';  ndl.  saiek  'dass.'. 
[Mikl  SlEtWb  336  b. 

1781.  Hebr.  sak: 
'Hüflenschurz,  grobes  Gewand',  auch 
phöniz.  sak  [wohl  aus  ass.  sakku  'Sack; 
Büßergewand',  ZAkkFW  67];  hieraus 
gr.  adKKO«;,  lat.  Saccus  und  die  roman. 
Formen  it.  sacco,  sard.  saccu,  prov.  frz. 
kat.  sac,  sp.  saco,  pg.  sacco,  rum.  sac; 
engl,  sack,  ndl.  zak,  dtsch.  Sack,  dem. 
engl,  satchel.  dtsch.  Säckel  'Geldbeutel'; 
russ.  sak  'Erdsack  zum  Schutz  gegen 
Kugeln,  Netz',  sakwa  'Fultersack  der 
Kavalleristen',  prosak  'Seilerhahn',  poln. 
sak,  sakwy  'Quersack',  in  der  ursprüng- 
lichen biblischen  Bedeutung  russ.  sakkos, 
bulg.  serb.  saA-os  'Pluviale,  Oberkleid  der 
Bischöfe'.  In  fig.  Bedeutung  wird  sp. 
saqiiear,  it.  saccheggiare,  frz.  sacrager 
'plündern';  dtsch.  Sackmann  'Räuber' 
[vgl.  die  gefürchteten  Straßenräuber 
Konstantinopels,  ciaraldar,  d.  h.  'Sack- 
männer', die  ihre  Opfer  in  Säcken  in 
den  Bosporus  warfen];  it.  saccomanno 
'Troßknechl;  Plünderung',  sp.  sacomano 
'Plünderung'.  [IMi kl  SlEtWb  287  b.  ML 
7459.  7490. 


Ar.  säk.] 


142 


1782.  Ar.  säk: 
'Baumstamm'  [KM  II,  992,  Z.  7],  plr. 
sük ;  hieraus  siz.  zuvcii,  it.  zocco,  sp.  zoca, 
kat.  soca,  mlat.  socciis  'unterer  Teil  der 
Baumstämme'.  —  [Begrifllich  jedenfalls 
besser  passend  als  lat.  soccus  'niederer, 
leichter  Schuh'  StGllt  I,  157.]  [GrSVoci 
Sic  251.  Dagegen  Fausto  LASINIO  in 
GS  AI  III,  147. 

1883.  Ar.  säka: 
'Im  Todeskampfe  liegen'  [KM  II,  991, 
Z.  3  V.  u.],  dazu  subst.  Infin.  satik; 
hieraus  siz.  assaccu,  assacuni  'Todes- 
kampf, assaccari  'Röcheln  der  Ster- 
benden'.   [GrSVociSic  227. 

1784.  Ar.  säka: 

'Nachtrab,  Nachhut'  [von  der  gleichen 
Wurzel  wie  Nr.  1783;  KM  II,  992,  Z.  13]; 
hieraus  kat.  sp.  pg.  zaga  'Nachhut,  hin- 
terer Teil  einer  Sache'  [jetzt  sp.  gewöhn- 
lich rezaga  'Nachtrab'],  kat.  pg.  saga 
'Nachhut  in  der  ;ilten  Miliz'  [Constancio 
Dicc  867  b],  sp.  d  la  zaga  'hinterher'. 
[DE  359.    Eguilaz  518/519. 

1785.  Ar.  sakä': 

'Krankheit,  Unpäßlichkeit'  [synonym  mit 
mard,  KM  II,  1067,  Z.  14];  hieraus  sp. 
pg.  achaque  'Kränklichkeit,  Schwäche, 
Fehler',  auch  'Entschuldigung,  heimliche 
Anklage',  kat.  atxaque,  xaquia  'dass.', 
it.  acf-iacco  'Leibesbeschwerde;  Be- 
schimpfung', dazu  die  Vba.  sp.  pg.  achacar 
'anklagen',  it.  acciaccare  'schwächen'. 
[DE  35.  Eguilaz  28/29.  ML  7670  und 
7671  (die  natürlich  zusammengehören, 
da  das  zuletzt  angeführte  ar.  Wort  sakar 
'anklagen'  nicht  existiert). 

1786.  Ar.  sakana: 

'Wohnen';  hieraus  siz.  zAccanu  'Um- 
zäunung, in  die  die  Hirten  abends  ihre 
Herden  füliren'.    [GrSVociSic  249. 

1787.  Hebr.  säxar: 

'Sich  berauschen';  hierzu  a)  lexar*  'ein 
aus  Obst  und  Honig  hergestelltes  be- 
rauschendes Getränk  bei  den  Hebräern'; 
hieraus  gr.  oiKepa,  lat.  sicera,  it.  sidro 
'Obstwein',  cidro  'dass.',  rum.  p'ghir; 
frz.  cidre,  sp.  cidro  'Apfelwein';  dtsch. 
Cider,  ndl.  engl,  cider; 

b)  iikkör  'betrunken';  hieraus  jüd.- 
dtsch.  schicker  'betrunken,  toll',  an- 
geschickert,  heschickert  'betrunken'  [Lenz 
Eindr  12]. 

1788.  Hebr.  säkar: 
'Schminken',  dazu  pi'el  s7Z:J;er 'täuschen, 
lügen',  5eÄ-gr 'Lüge' ;  hieraus  jüd. -dtsch. 
Schakren  'Lügner',  dtsch.  Schäker 
'Mensch,  der  Scherz  treibt',  Yh.  schäkern. 
[Kluge  383.  O.WEISE  inZfdWfV,255 
(dagegen,  aber  wohl  zu  Unrecht). 

1789.  Hebr.  säkas! 

'Ekel  empHnden',  dazu  pi'el  sikkes  'ver- 


unreinigen', hierzu  fem.  sikkeza,  nhbr. 
äiktsö  'die  Unreine',  ursprünglich  zur 
Bezeichnung  eines  christlichen  Mäd- 
chens, bes.  eines  Dienstmädchens:  jüd.- 
dtsch.  Schicksei.  Jetzt  wird  der  Aus- 
druck gerade  umgekehrt  als  landläufige 
Bezeichnung  eines  jüdischen  Mädchens 
benutzt.  [Ave-L  IV,  477.  Kluge  390. 
MWiD  47. 

1790.  Ar.  sakf: 

'Dach';  aus  sakf  fv's-sama'  'Dach  am 
Himmel'  wurde  mit  Imäla  [ä  >  e  ^  »] 
sp.  zaquizami  'Rumpelkammer,  kleine 
elende  Bude'.    [DE  365.    Eguilaz  526. 

1791.  Ar.  säkija: 
'Bewässerungsgraben,  -kanal';  hieraus 
mit  ar.  Art.  und  Imäla  [ä  >  e]  sp.  pg. 
acequia,  pg.  azequia;  kat.  cequia,  ciquia, 
siz.  saya,  sayuni  'Wassergraben,  Be- 
wässerungskanal'. [DE  34.  Eguilaz  24/25. 
ML  7594. 

1792.  Ar.  sakika: 

'Eine  Seite  des  Kopfes'  [vom  Vb.  sakka 
'spalten'],  'einseitiges  Kopfweh';  hieraus 
sp.  jaqueca,  pg.  xaqueca,  enxaqueca 
'dass.,  Migräne'.  [DE  217.  Eguilaz  512. 
ML  7673. 

1793.  Ar.  sakima: 

'Halfter' ;  hieraas  sp.  jäquima,  pg.  xd- 
quema  [Constancio  Dicc  974a]  'dass.'. 
[DE  353.    Eguilaz  512. 

1794.  Pers.  säkirlät: 

'Mit  Kermes  oder  Cochenille  rot  gefärbtes 
Kleid'  [aus  ar.  siklät  >  dtsch.  Siklat, 
'schwerer  farbiger  Seidenstoö',  das  selbst 
aus  lat.  cyclas.  gr.  KUKXdi;  stammt], 
hieraus  mlat.  scarlatum  'Scharlach  als 
Stoß',  it.  scarlatto,  afrz.  escarlate,  nfrz. 
icarlate,  sp.  pg.  escarlata ;  engl,  scarlet, 
mhd.  scharlät,  ndl.  scharlaken  [mit  An- 
lehnung an  laken  'Tuch'],  dtsch.  Schar- 
lach; das  letztere  Wort  auch  zur  Be- 
zeichnung einer  Krankheit,  ebenso  frz. 
fihre  scarlatine,  russ.  skarlatina,  poln. 
szkarlatyna,  cech.  Sarlatina.  [Eguilaz 
391.    ML  7661.    Gorjajew  322. 

1795.  Ar.  sakk: 

'Zweifel,  Schwierigkeit',  vulg.  mit  Art. 
es-sekk;  hieraus  sp.  (alt)  enjeco,  pg.  en- 
xeco  'Schwierigkeit,  Schaden,  Strafe'. 
[DE  261.    Eguilaz  390.    ML  7686. 

1796.  Ar.  sakkä': 
'Wasserträger',  ebenso  tk.  ['der  gegen 
Lohn  Wasser  transportiert'  im  Gegen- 
satze zum  sugu,  sngy  'der  auf  eigene 
Rechnung  mit  Wasser  hausieren  geht', 
vgl.  MO  XVII,  142,  Nr.  7];  hieraus  mit 
ar.  Art.  sp.  azacdn  'Wasserträger;  Ecken- 
steher' [Dicc  Gast  295bl,  pg.  oQacal 
'Wasserträger  und  -Verkäufer';  rum. 
saca  'Wasserkarren,  -faß  der  Wasser- 


143 


[Ar.  sakkat. 


träger',  sacagiu  'Wasserträger'].  [DE 
221/222.  Eguilaz315.  Löbel  EITAP  79. 

1797.  Ar.  sakkät: 

'Althändler,  Trödler';  aus  sük  as- 
»akkätln  'Markt  der  Trödler'  wurde  sp. 
zacatin  'Plätzchen  oder  Straße,  wo  Tröd- 
ler wohnen',  'kleiner  Platz',  siz.  zügatu 
'Delikatessenhandlung;  Ort  von  zweifel- 
haftem Rufe'.  [DE  356/358.  Eguilaz 
517.    GrSVodSic  250. 

1798.  Tk.  saklii: 

[Vom  Stamme  jak,  sak  'recht,  wach; 
wach  sein,  beobachten,  hüten'  Vämbery 
TktEtWb  S.  1 1 1,  Nr.  122],  Infin.  saklamak 
'verbergen,  bewahren,  schützen';  hieraus 
russ.  saklja  'Hütte  der  Bewohner  im 
Kaukasus'. 

1799.  Ar.  sakr: 

'Jagdfalke  Falco  sacer';  hieraus  mlat. 
sacer  [die  Form  dieses  Wortes  ist  viel- 
leicht in  Anlehnung  an  gr.  lepal  <^  iepö? 
gewählt  worden],  mgr.  odKpe,  kat.  sp. 
pg.  sacre,  frz.  sacre,  it.  sncro,  pg.  gafaro 
'Falke';  dtsch.  Sackerfalk,  engl,  saker, 
sacre;  russ.  sokol,  klruss.  poln.  sokol, 
öech.  sokol,  serb.  soko,  bulg.  soA-o^  'Falke'. 
—  Die  Jagd  mit  Falken  erlebte  im  MA 
im  feudalen  Europa  eine  hohe  Blüte, 
schrieb  doch  FRIEDRICH  II.  sogar  ein 
Buch  de  arte  venandi  cum  avibus.  Von 
Deutschland  und  Byzanz  verbreitete  sich 
dieser  Sport  zunächst  in  das  östliche 
Europa  und  dann  bei  den  Völkern  Asiens, 
bes.  an  den  mittelasiatischen  Höfen  und 
bei  den  Nomaden  der  Steppe  und  den 
Beduinen  der  Wüste.  Bei  den  letzteren 
ist  sie  in  manchen  Gegenden  noch 
heutigen  Tages  eine  eifrig  betriebene 
Beschäftigung.  [DE  33S.  Eguilaz  488. 
Suohlati,  Die  dtsch.  Vogelnamen.  Straß- 
burg 1909.    S.  333/334. 

1800.  Tk.  saksy: 

'Blumentopf,  Porzellan vase'  [Kel6kian 
Kämüs  659a,  mit  Abbildung];  hieraus 
rum.  sacsie  'Blumentopf. 

1801.  Tk.  sakyz: 

'Mastix  Pistacia  lentiscus'  |K616kian 
KämOs  658  b];  hieraus  rum.sadz  'dass.'; 
saciz  de  vioarä  'Kolophonium'. 

1802.  Pers.  säl: 
'Umschlagetuch'  [ursprünglich  wohl  ein 
Eigenname,  denn  IBN  BATTÜTA  spricht 
IV,  109  von  einer  Stadt  Säliät  in  Indien, 
in  der  die  Stoffe  gemacht  werden,  die 
ihren  Namen  tragen];  hieraus  eT\g\.shawl, 
ndl.  sjaal,  dtsch.  Schal;  russ.  sal',  bulg. 
serb.  sal,  öech.  Sdl,  poln.  szal;  rum.  ^al, 
frz.  chäle,  kat.  xal,  sp.  chal,  per.  xal, 
chale,  it.  scialle.  [Devic  DEt  90.  Eguilaz 
372.  542. 


1803.  Ar.  saläm: 

'Gruß;  Friede',  bes.  im  Gruße  as-saläm 
'alaik  'der Friede  sei  mit  dir!';  hieraus 
sp.  kat.  zalema  'tiefer  Bückling',  sp.  za- 
lamerin  'Schmeichelei',  zalamero  'Krie- 
cher' sowie  sp.  zalamele  [Dicc  Gast 
1989c|  'übertriebene  Höflichkeit',  siz. 
salamilicchi,  frz.  salamalec,  rum.  sala- 
malec  'dass.,  kriecherischer  Gruß'.  [DE 
362.  Devic  DEt  200.  GrSVociSic  244. 
Eguilaz  522. 

1804.  Hebr.  sälacp: 
'Herausziehen';  hieraus  jüd. -dtsch. 
Schleef,  Schalef  'ungeschliffener  junger 
Mann,  Soldat'  [nach  Ave-L  IV,  595  mit 
der  Grundbedeutung  'lang  aufgeschos- 
sener Bursche',  aber  wohl  besser  nach 
Tendlau  72  mit  Erinnerung  an  das 
Zücken  oder  Ausziehen  des  Schwertes 
wie  Richter  8,10]. 

1805.  Tk.  salas: 
'Behelfsmäßig  eingerichteter  Laden  zum 
Verkauf  von  Obst';  hieraus  rum.  säla^ 
'Wohnung,  Quartier',  serb.  sala,  bulg. 
SalaS,  Cech.  saldS  'Villa',  poln.  sala.^z, 
szalasz,  russ.  ialas  'Hütte  oder  Zelt  aus 
Zweigen  oder  Stroh'.  [Gorjajew  418. 
Mikl  SlEtWb  287  b. 

1806.  Ar.  saiät: 

'Gebet';  hieraus  sp.  azalä  'Gebet  der 
Muslimen',  azalato  'Andacht'.  [DE  224. 
Eguilaz  318. 

1807.  Pers.  sälhhänä: 
'Schlachthaus'  [aus  ar.  salh,  subst.  Infin. 
zu  salaha  'abhäuten,  schinden'  und  pers. 
Mnä  'Haus',  s.  hier  Nr.  809],  ebenso  tk. 
salhane;  hieraus  bulg.  salhana;  rum. 
zalhana,  zahana  'Schlachthaus',  zalha- 
nagiü. 

1808.  Ar.  salib: 

'Kreuz';  hieraus  vielleicht  a)  siz.  scia- 
libbia,  scialibbisi  'Vergnügen,  Festlich- 
keit' [Tag,  an  dem  man  das  Kreuz  fei- 
ert ¥]  und  b)  .siz.  salibba  'Wasserfurche', 
nsalibbatu  'i)earbeitetes  Gebäude  mit  ge- 
neigten Stufen'.   [GrSVoci  244  und  245. 

1809.  Tk.  salkyin: 

'Traube'  [eigentlich  'das  Herabhängende' 
vom  Stamme  aal  'hin-  und  herbewegen, 
schütteln,  schwanken'  Vämbery  TktEtWb 
S.  141,  Nr.  152  IJ,  und  «war  ak  salJcym 
['weiße  Traube']  Robinia  pseudacacia, 
sary  salkym  ['gelbe  Traube']  Cystisus 
laburnum  ;  hieraus  rum.  salclm  'Akazie; 
Schotendorn'. 

1810.  Ar.  Säm: 

'Syrien',  auch  Bezeichnung  der  .syrischen 
Hauptstadt  Dimisk  as-Säm  [s.  hier  Nr. 
476],  dazu  Adj.  tk.  Samhj  'aus  Syrien 
stammend,  Art  Seide' ;  hieraus  rum.  sa- 
malagea  'Seidenstoff'  [vgl.  auch  ar.  siXml 


Hebr.  aämal.] 


144 


'hellgelber  Stoff,  mit  dunkelfarbiger  Sei- 
de durchwebt'].    [Löbel  EITAP  82. 

1811.  Hebr.  säiiial : 

'Verhüllen';  hieraus  jüd-dtsch.  beschum- 
meln 'betrügen'  [eigentlich  durch  Ver- 
hüllung des  wahren  Wertes  einer  Ware]. 

—  [Nach  Kluge  48  dagegen  mit  jüd. 
Schmid  <^  Samuel,  hebr.  semöi'el  ver- 
wandt; nach  SCHRÖDER  in  GRM  III, 
175  germ.  'dem  Baume  die  Sclmmmel, 
d.  h.  die  Rinde,  abziehen,  enthäuten'; 
beide  Ableitungen  weniger  wahrschein- 
lich.] 

1812.  Tk.  saiiiau: 

'Stroh',  dazu  samany  'strohfarben';  hier- 
aus rum.  samaniü  'strohgelb'. 

1813.  Hebr.  sämar: 
'Bewachen',     hierzu     nhebr.  semirä 
'Wache';  hieraus  jüd.-dtsch.  Schmiere 
'Wache  während  des  Diebstahls',  Vb. 
Schmiere  stehen. 

1814.  Ar,  saiind : 

'Mehlblüle,  feinstes  Mehl'  [aus  gr. 
aeiiibaXiq  ZDMG  LI,  298],  ebenso  tk. 
simit  'Brezel';  hieraus  rum.  simit  'Bre- 
zel', simigiü  'Brezelbäcker' ;  serb.  simit 
'Brezel';  mit  ar.  Art.  sp.  acemite  'Mehl- 
blüte'. 

1815.  Ar.  samis: 

'Stelle,  wo  die  Sonne  hinscheint'  [von 
sams,  s.  hier  Nr.  1816];  hieraus  mit  ar. 
Art.  sp.  ajimenez  'sonniger  Ort,  Söller'. 

1816.  Ar.  sauis: 

'Sonne',  eine  Ableitung  hieraus  ist  siz. 
assammarari  'die  Wäsche  einweichen' 
[ursprünglich:  sie  der  Sonne  aussetzen]. 

—  Ar.  simäsa,  im  Magrib  und  in  Spanien 
mit  Imäla  siinesa  gesprochen:  'Fenster'; 
hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  ajimiz  'Fenster 
mit  Doppelbogen,  der  in  der  Mitte  durch 
eine  Säule  gestützt  wird'  [in  Andalusien]. 
[GrSVociSic  227.  DE  219/220.  Egui- 
laz  77/78. 

1817.  Sskr.  sanskrta: 

Sc.  bhäsha  'vollkommene'  [nämlich 
'Sprache';  von  sanskr  'gut  oder  genü- 
gend kochen',  vgl.  JRAS  1905,  353  f]; 
hieraus  der  Name  der  klassischen  Spra- 
che des  alten  Indiens,  Sanskrit,  im  Ge- 
gensatz zu  der  späteren  Entwicklung, 
dem  Prakrit,  aus  präkrta  'natürlich,  ver- 
unfeinert'!    [Hobson-Jobson  792/793. 

1818.  Ar.  samt: 

'Weg,  rechter;  Richtung',  plr.  sumüt, 
simüt;  hieraus  mit  ar.  Art.  it.  azimut, 
azimutto,  frz.  azimut;  dtsch.  Azimut 
[oder  meistens  mit  grundlos  angefügtem 
h:]  Azimuth,  engl,  azimuth  'Bogen  eines 
Scheitelkreises'.  —  Aus  samt  ar-ru'üs 
'Richtung  der  Köpfe'  oder  kurz  as-samt 
wurde  mit  Verschreibung  von  m  zu  ni 
it.  zenit,  frz.  engl.  ndl.  zenith,  dtsch.  Ze- 


nit  oder  Zenith  'Scheitelpunkt'  im  Ge- 
gensatz zu  Nadir  [s.  hier  Nr.  1565). 
[Devic  DEt  54.  NALLINO  in  RSO  VIII 
(1919),  3(19  ff. 

1819.  Ar.  samüm: 

Name  des  äg.  Wüstenwindes,  aus  ar. 
simm  'Gift'.  Während  das  Wort  an  Ort 
und  Stelle  ungebräuchlich  und  durch 
hamsin  [s.  hier  Nr.  807]  ersetzt  ist,  ist 
es  in  alle  europäischen  Sprachen  als 
Fremdwort  übergegangen :  dtsch.  Samum ; 
frz.  simoun. 

1820.  Tk.  samnr: 

'Zobel  Maries  zibellina';  hieraus  rum. 
samur  'dass.';  wahrscheinlich  auch  it. 
cimarra,  frz.  simarre  'Schleppkleid  der 
Damen'  [ursprünglich  mit  Pelz  verbrämt, 
wie  noch  jetzt :]  sp.  zamarra  'Pelzjacke'. 
—  [Diese  Etymologie  ist  m.  E.  wahr- 
scheinlicher als  die  übliche  aus  lat.  syr- 
ma,  gr.  aupina  'Schleppkleid,  das  zur  Er- 
höhung der  Gestalt  auf  der  Bühne  ge- 
tragen wurde'.] 

1821.  Tk.  sau: 

'Zahl'  [vom  Stamme  sak,  sag,  san  'zäh- 
len' Vämbery  TktEtWb  S.  139,  Nr.  150]; 
hieraus  bulg.  sa?i  'Würde,  Ehrenstelle', 
russ.  san  'Rang,  AVürde'.  Dazu  das  tk. 
Vb.  sanmak  'zählen,  rechnen',  part.  nar- 
rativi  sanmys  'einer  der  gerechnet  hat'; 
hieraus  rum.  sameq  'Kassenvervvalter'. 

1822.  Ar.  sanä: 

'Senesstaude  Cassia  oSicinalis',  mit  Imäla 
[ä  >  e]  sene'  gesprochen;  hieraus  sp. 
sen,  senes,  sena,  pg.  sene,  senne,  frz. 
sene,  it.  sena,  senna;  ndl.  seneblad,  senne- 
hlad,  sene-,  senilbonni,  engl,  senna, 
dtsch.  Sennesblatt  oder  -bäum.  Im  Tk. 
wird  neben  sena  noch  sena-meki  [Kele- 
kian  Kämüs  693a  mit  Abbildung;  ei- 
gentlich ar.  Sana'  niakkl  'mekkanischer 
Sennes']  gebraucht;  hieraus  rum.  sena- 
mechi,  senamichie  'Sennesstrauch'.  [DE 
340.    Eguilaz  492.    ML  7815. 

1823.  Ar.  sanad: 

'Stütze'  [und  zwar  durch  Zeugen  oder 
Gewährsmänner],  tk.  sened  'Dokumente, 
Akten';  hieraus  rum.  sinet  'Dokument, 
Vertrag'. 

1824.  Ar.  sanbfik: 

Auch  sunbak  [so  in  KM  II,  972,  Z.  1 : 
zaurak  saglr  'kleines  B'>ot'],  eine  be- 
sondere Art  kleiner  Fahrzeuge,  die  bes. 
an  der  arabischen  Küste  üblich  sind; 
hieraus  engl,  sambook,  dtsch.  Sambuk, 
pg.  zambuco.  —  „Die  Barken,  von  den 
Arabern  Sembuk  genannt,  sind  kleine 
Baggelows  von  80  bis  180  Tonnen  Ge- 
halt. Während  sie  nach  vorn  in  einen 
spitzen  Schiffsschnabel  auslaufen,  ist 
das  Hinterteil  des  Schiffes  unverhältnis- 
mäßig breit  und  hoch  über  dem  Was- 


145 


[Ar.  sandal. 


ser  erhoben,  um  das  Gegengewicht  zu 
bilden  gegen  das  dreieckige  kolossale 
Segel,  welches  an  der  Spitze  des  Mast- 
baumes in  einer  Ausdehnung  angebracht 
ist,  daß  oftmals  die  Breite  der  Yard- 
stangen die  Länge  des  ganzen  Schiffes 
übertrifft."  Freiher  von  Neimans,  Das 
rote  Meer  und  die  Küstenländer  in  ZD 
MG  XII,  420.  Eine  weitere  Beschrei- 
bung s.  Charles  Didier,  Ein  Aufenthalt 
bei  dem  Groß-Scherif  von  Mekka.  Au- 
toris.  dtsch.  Ausgabe  von  Helene  Lobe- 
dan.  Leipzig  1862.  S.  117/118. 

182.5.  Ar.  saudal: 
'Indisches  Farbholz'  [aus  pers.  cändäl 
<^  sskr.  candana];  hieraus  gr.  öavbd\iov 
'Holz  von  Pterocarpus  sanlalina  L.'. 
It.  sändalo,  frz.  sandale,  bois  de  sandal, 
sp.  pg.  sändalo;  russ.  sandal;  engl,  san- 
dal, sandle,  sanders,  dtsch.  Sandel(holz) . 
[DE  339.    Hobson-Jobson  789/790. 

1826.  Ar.  saiidük: 

Auch  simdük  [^m.  \\,  1161,  Z.  6  v.  u.] 
'Truhe,  Kasten,  Koffer'  [wie  der  Gegen- 
stand ist  auch  das  Wort  wahrscheinlich 
ind.  Ursprungs :  ZDMG  L,  651 ;  noch  jetzt 
wird  dieses  Kernmöbel  des  kleinen  ar. 
Haushalts  von  Indien  nach  Südarabien 
eingeführt;  vgl.  auch  HÜBSCHMANN  in 
ZDMG  XLVI,  267,  Nr.  69],  tk.  ebenso 
sandyk  'Kasten,  Koffer';  hieraus  rum. 
sunduc  'Koffer';  bulg.  Shudhk,  serb.  san- 
duk,  klruss.  sunduk,  russ.  sunduk  'Kas- 
ten, Koffer'.  [Gorjajew354.  MiklSlEtWb 
288  a. 

1827.  Pers.  sängärf: 

'Mennig,  Zinnober',  hieraus  ar.  zingafr, 
zungufr  'dass.'  [KM  II,  865],  ebenso  tk. 
zingifre.  Aus  hieraus  entstandenem  gr. 
TiYTÖßapi,  Kivvdßapi,  lat.  cinnäbaris 
wurde:  it.  cinabro,  frz.  cinabre,  sp.  pg. 
cinabrio  [Constancio  Dicc  260  c],  rum. 
chinovar;  engl,  cinnabar,  dtsch.  Zinno- 
ber, schwed.  cinnober;  russ.  kinowar, 
poln.  cynober,  cech.  cinobr,  serb.  cinober, 
bulg.  kinowar. 

1828.  Ar.  sanifa: 

'Saum  des  Kleides'  [KM  II,  1163,  Z.  6 
v.  u.];  hieraus  mit  oder  ohne  ar.  Art. 
sp.  azanefa,  zanefa,  pg.  sanefa  'Bett- 
oder Türvorhang',  siz.  zinefra  'Bordüre, 
Franse;  Tür  Vorhang,  der  als  Schmuck 
vom  Türrahmen  herabhängt'.  [DE  224. 
Eguilaz  319.  GrSVociSic  251.  ML  1.587. 

1829.  Ar.  säiiija: 

'Großer  Schöpfeimer'  [part.  praes.  act. 
des  Vbs.  sanä  'schöpfen',  fem.  'die 
Schöpfende'] ;  hieraus  mit  Imäla  [ä,  >  e] 
teils  mit,  teils  ohne  ar.  Art.  sp.  acena 
'Wassermühle',  kat.  cenia,  sinia,  pg. 
acenha,  azena,  assania;  it.  (dial.  Kala- 
brien)  sena,  siz.  senia  'Schöpfwerk,  um 

Lokotsch,  Etyra olog .  Wörterbuch . 


mit  mehreren  Eimern  an  einem  Bande 
Wasser  aus  dem  Brunnen  zu  ziehen' 
[=  noria,  s.  hier  Nr.  1561].  [DE  33/34. 
Eguilaz  24.    ML  7582. 

1830.  Sskr.  saiiiprija: 

Ein  Edelstein,  der  dem  Diamanten  an 
Härte  nahesteht;  hieraus  aram.  sampir, 
hebr.  sapplr,  ar.  saflr;  aus  dem  Semi- 
tischen wurde  gr.  ödtT9eipoi;,  lat.  saj)- 
phirus  und  die  europäischen  Formen 
hz.  Saphir,  \i.  zafßro;  russ.  sanfir;  engl. 
sapphire,  dtsch.  Saphir.  —  [Der  Name 
des  bekaimten  humoristisch-satirischen 
Schriftstellers  Mor.  SAPHIR  ( 1 795— 1 858) 
kommt  nicht  hiervon,  sondern  ist  hebr. 
söcper  'Schreiber'  zu  secper  'Buch'.] 

1831.  Sskr.  sankha: 

Ebenso  bind,  sankh  'Muschel';  hieraus 
angloind.  engl,  chank,  chunk  'eine  große 
Art  Muscheln,  Turbinella  rapa',  die  von 
den  Hindus  sehr  geschätzt,  als  Tempel- 
horn oder  in  Stücken  geschnitten  als 
Armband  oder  anderer  Schmuck  benutzt 
oder  zu  Opferungen  verwandt  wird.  Be- 
sondei's  im  Golf  von  Manaar  wird  die 
Fischerei  nach  dieser  Muschel,  die  frü- 
her wie  die  Perlenfischerei  Regierungs- 
monopol war,  beirieben.  Abnorme  For- 
men mit  der  Spiralöffnung  nach  rechts 
wurden  bis  zu  100000  Rupien  geschätzt. 
[Hobson-Jobson  184/185. 

1832.  Tk.  sauki: 

Konjunktion  'als  wenn'  [aus  san,  Imper. 
'zähle!',  s.  hier  Nr.  1821,  und  der  Kon- 
junktion ki  'daß'];  hieraus  rum.  sanche 
'sozusagen,  von  sich  aus'. 

1833.  Ar.  saunäg': 
'Kastagnettenschläger'  [KM  II,  1160,  Z. 
1  V.  u.;  aus  pers.  cänk],  auch  schon 
vulg.  'Korb';  hieraus  sp.  cenacho,  kat. 
sma« 'Obstkorb'.  [DE  251.  Eguilaz  368. 
ML  1601. 

1834.  Chin.  sau-pan : 

'Drei  Bretter',  wahrscheinlich  Grund- 
wort zu  engl,  sanpan,  sanipan  'kleines 
Brot',  im  ganzen  östlichen  Asien  ver- 
breitet. Frz.  tamban  aus  dem  entspre- 
chenden anamilischen  Worte.  (Hobson- 
Jobson  789. 

1835.  Siames.  sa-pek: 

Eine  Münze  in  Tungking  im  Werte 
eines  halben  Pfennigs  [also  etwa  dass. 
wie  ein  cash,  s.  hier  Nr.  1102],  eine 
flache  runde  Kupfermünze,  die,  mit 
einem  viereckigen  Loche  versehen,  auf 
Schnüren  gereiht  wird  und  die  einzige 
Verkehrsmünze  Chinas  bildet;  so  wird 
sie  schon  von  arabischen  Reisenden 
zur  Zeit  Karls  des  Großen  beschrieben. 
Frz.  sap&que,  dtsch.  Sapeke.  [Hirth 
ChinFW  199/^ 

10 


Pers.  säpsär.] 


146 


1836.  Pers.  säpsür: 

[Wohl  vom  Vb.  supärdän  'anvertrauen, 
übergeben'  Horn  NpEt  S.  154,  Nr.  ü97 
und  -sär  'Kopf  ebenda  S.  153,  Nr.  690], 
hieraus  ar.  simsär  [ZDMG  L,  643]  'Ver- 
mittler, Makler'  und  it.  Sensale,  frz.  cen- 
sal  'levantischer  Vermittler';  über  tk. 
symsar  'dass.'  wurde  rum.  samsar  'Mak- 
ler, serb.  samsar  'dass.'. 

1837.  Ar.  sa'rä': 

'Distel;  mit  Büschen  bewachsener,  also 
unbebauter  Ort';  hieraus  siz.  sciara 
'mit  Lava  bedecktes,  daher  unbebautes 
Gelände'  [Provinz  Catauia],  sp.  jara 
'wilder  Rosmarin,  kretische  Ciste',  pg. 
jcara  'dass.',  Ableitung  sp.  jaral,  pg. 
xa7-al  'mit  jara  bewachsener  Ort'.  [Gr 
SVociSic  245.  DE  353.  Eguilaz  430. 
ML  7674. 

1838.  Ar.  saräb: 

'Trank'  [Vb.  sariba  'trinken'],  hieraus 
mlat.  siröpus,  sirüpus,  it.  sciroppo,  si- 
roppo,  frz.  sirop,  syrop,  prov.  isarop, 
kat.  aixarop,  sp.  jnrope,  pg.  xarope, 
enxarope,  rum.  sirop,  sirup;  ndl.  siroop, 
stroop  [in  Südhmburg  dial.  sroep,  vgL 
GRM  V,  171],  dtsch.  Sirup,  engl,  syrop, 
syrup;  russ.  sirop,  serb.  sirup,  äech. 
syrup,  poln.  syrop.  —  Aus  der  gleich- 
bedeutenden ar.  Form  surba,  sarba 
wurde  zur  Bezeichnung  eines  kühlenden 
Trankes  über  tk.  serbet  'Kühltrank'  it. 
sorbetto  'süßes  Fruchteis'  [mit  Einwir- 
kung von  it.  sorbire  'schlürfen'],  frz. 
Sorbet,  sp.  sorbete,  pg,  sorvete,  rum.  ger- 
bet 'dicker  Obstsaft';  ndl.  sorbet,  engl. 
sherbet,  shrub,  dtsch.  Sorbet,  Scherbet 
'ein  aus  Wasser,  zerstoßenen  Rosinen, 
Zucker,  Zitronensaft,  Ambra  und  ähn- 
lichen Zutaten  gemischter  Kühltrank'. 
[DE  218  und  417.  Eguilaz  495  und  513. 
ML  7675  und  7711. 

1839.  Ar.  sarabba: 
'Grasreicher,  aber  baumloser  Ort'  (KM  II, 
1023,  Z.  6  V.  u.);  hieraus  siz.  sciarabba 
'Ufer  eines  Flusses'.    [GrSVociSic  245. 

1840.  Ar.  sarafa: 

'Galerie,  Geländer';  hieraus  sp.  ajarafe 
'dass.;  Gemarkung,  höher  gelegener  Teil 
einer  Stadl',  bes.  Aljarafe  de  Sevilla. 
[DE  218.    Eguilaz  73/74. 

1841.  Pers.  särähur: 
'Stallknecht'  [eigentlich  'Stallvorstand' 
aus  pers.  sär  'Kopf  Horn  NpEt  S.  160, 
Nr.  726  und  ähur  'Stall'  ebenda  S.  4, 
Nr.  8],  die  dem  Oberstallmeister  mirähör 
[s.  hier  Nr.  69  c]  untergebene  2.  Diener- 
klasse, tk.  salahor  [offenbar  mit  der 
Bezeichnung  der  1.  Dienerklasse  ««YäÄiför 
'WafYenpolierer'  kontaminiert,  vgl.  FLEI- 
SCHER in  BSGW  XX.XIV,  48] ;  hieraus 
rum.  salahor  'Tagelöhner,  Handlanger'. 


1842.  Pers.  säräj: 

'Palast'  (Horn  NpEt  S.  161,  Nr.  727], 
'großes  Haus,  Hof,  tk.  ebenso  seraj, 
dazu  Adj.  serajly  'Höfling;  was  man 
am  Hofe  macht';  hieraus  rum.  saraiü 
'.Sultanspalast',  serailie  'Blätterteig  mit 
Mandeln',  it.  serraglio,  sp.  serallo.  pg. 
seralho,  frz.  sdrail;  engl,  seraglio  'Palast 
des  Sultans;  Harem',  serai  'Karawan- 
serei', dtsch.  Serai,  Serail  'Palast'.  Vgl. 
auch  hier  Nr.  1075 

1843.  Ar.  saraiida: 

'Sieb'  [aus  pers.  zäränd,  ZDMG  XXXVIII, 
115];  hieraus  S[).  zaranda,  pg.  ceranda, 
kal.(alt)  atsarü  [Eguilaz  526/527.  ML7596. 

1844.  Mal.  !<ärang: 

'Nest'  [Pijn  127  a];  hieraus  der  Name 
eines  kleinen  zur  Familie  der  Cypsehden 
gehörigen  Vogels  Salangan  Collocalia 
esculenta  Gray,  der  durch  sein  aus 
zähem  Speichel  verfertigtes,  napfför- 
miges,  weißes  Nest  bekannt  isi,  das  an 
steilen  Stellen  und  in  Höhlen  in  der 
Nähe  des  Meeres  oft  in  großer  Menge 
sich  findet.  Nach  China  eingetührt, 
werden  die  Salanganntsler  in  gekoch- 
tem Zustande  als  wohlschmeckende  und 
nahrhafte  Speise  gegessen.  Frz.  salangune. 

1845.  Pers.  säräpä: 
'Ehrengewand,  langer  Schleier' [wörtlich 
'von  Kopf  zu  Füßen',  vgl.  Horn  NpEt 
S.  160,  Nr.  726],  hieraus  gr.  aäpamc,  bei 
Hesychius  als  'weißes  persisches  Ge- 
wand mit  einem  Purpurstreifen'  erklärt; 
russ.  sarafan  'Kleid  der  russischen 
Frauen  aus  dem  Volke',  bulg.  serb. 
sarafan,  poln.  serafan,  szarafan ;  dtsch, 
Sarafan,  aus  dem  Volksliede  „Näh' 
nicht,  liebes  Mütterlein,  am  roten  Sara- 
fan" bekannt. 

1846.  Pers.  säräsär: 

'Kopf  an  Kopf,  tk.  seraser  'eine  Art 
Brokat':  hieraus  rum.  serasir  'dass.'. 
[Löbel  EITAP  88. 

1847.  Pers.  säräskär: 

'Haupt  des  Heeres'  [eigentlich  mit  pers. 
Genitivverbindung  i :  sär-i-üskär  aus  sä»- 
'Haupt,  Kopf  und  ar.  'askar  'Heer, 
Soldat'  <^  lat.  exercitus  mit  vorgeschla- 
genem 'ain  und  Metathesis  von  k  und  s 
wie  in  ar.  Iskandar  <^  Alexander],  tk. 
seraakjer  alter  Titel  des  'Generalissimus 
der  osmanischen  Streitmacht';  hieraus 
in  gleicher  Bedeutung  rum.  serascher, 
seraschier,  frz.  sirasker,  sSrasquier; 
dtsch.  Seraskier,  engl,  seraskier  'Kriegs- 
minister'. 

1848.  Ar.  saratäii: 

'Krebs'  [in  zoologischem  und  patholo- 
gischem Sinne] ;  hieraus  sp.  zaratän 
'Krebs  (als  Krankheit)'.  [DE  366.  Egui- 
laz 527. 


147 


[Ind,  saravara. 


1849.  Ind.  saravara: 

'Beinkleider'  [wörtlich  'die  Schenkel 
bedeckend'  aus  zend.  graona  'Ober- 
schenkel' und  Wurzel  vr  'bedecken', 
POTT  in  ZDMG  XIII,  381/382],  hieraus 
pers.  sälivär  [mit  Wechsel  von  r  >  l], 
ar.  sartväl,  pli'.  saräwll ;  hieraus  mlat. 
saraballa,  sarrabarrae  'Hose',  kat.  sara- 
ymlls,  pg.  ceroiilas  'Unterhosen',  sp. 
zaraguelles  'Pluderhosen'  [bei  Valencia 
üblich :  sehr  weite  Beinkleider  aus 
weiter  Leinwand,  die  in  vielen  Falten 
bis  auf  die  Knie  reichen  und  fast  aus- 
sehen, als  trügen  die  Leute  gar  keine 
Hose,  sondern  nur  ein  Hemd],  pg. 
zarelos,  sp.  solares  'lange  Beinkleider 
bei  den  sp.  und  pg.  Zigeunern' ;  anglo- 
ind.  engl,  shulivaurs  'weite  Hose', 
amerik.  sherryvallies  'dicke  Lederhosen, 
die  beim  Reiten  über  die  gewöhnlichen 
Beinkleider  gezogen  werden',  dtscb.  (dial. 
Danzig)  Scharr iwarri  'lange  Hose';  poln. 
szarawary,  russ.  sarawary  'Pluderhose', 
SaVwary  'tk.  Hose',  &ch.  saravara,  bulg. 
salwari,  serb.  Salware.  [üorjajew  419. 
DE  365/366.   Eguilaz  526.   ML  7596  a. 

1850.  Pers.  särbänd: 

'Art  Tanz  und  Gesang'  [aus  pers.  sär 
•Kopf,  s.  hier  Nr.  1841  und  band,  Prä- 
sensstamm zu  bästän  'binden',  s.  hier 
Nr.  212,  ähnlich  gebildet  wie  dästähänd 
aus  däst  'Hand',  ein  Tanz  bei  den  Be- 
duinen]; hieraus  engl,  saraband,  sara- 
bände;  it.  sarabanda,  frz.  sarabande, 
sp.  zarabanda,  pg.  sarabanda. 

1851.  Pers.  särdär: 
'Oberhaupt,  Kommandeur'  [aus  pers.  s«> 
'Kopf,  s.  hier  Nr.  1 841,  und  -dar  'habend'], 
bind,  sirdär  'dass.';  hieraus  angloind. 
sirdar  'Diener'  in  Bengalen.  Sirdar 
ist  auch  der  offizielle  Titel  des  Höchst- 
komniandierenden  der  englischen  Be- 
satzungstruppen in  Ägypten.  Frz.  serdar. 
[Devic  DEt  207. 

1852.  Ar.  sarlf: 

'Edel,  vornehm',  Titel,  dei-  den  Nach- 
kommen Muhammads,  also  Fätimas  und 
'Alis,  gegeben  wird ;  ihr  Abzeichen  ist 
der  grüne  Turban:  frz.  cMrif,  engl. 
sherif,  dtscb.  Scherif.  Aus  demselben 
Grundwort  sp.  jarifo  'schön,  schön  ge- 
kleidet'. [DE  355.  Devic  DEt  93.  Eguilaz 
431.  ML  7676. 

1853.  Ar.  sarill: 

Auch  asrafi  [beide  Wörter  mit  pers. 
Endung],  eine  Goldmünze,  einem  Denar 
gleich ;  hieraus  pg.  xarafim  'eine  Münze 
in  Ostindien  mit  wenig  wechselndem 
Werte,  etwa  300  reis'.  [Constancio 
Dicc  974.    DE  353/354. 

1854.  Ar.  sarita: 

'Seil,  Schiffstau  aus  Haifa-  oder  Palmen- 


faser'; hieraus  sp.  jareta  'Saum,  Ein- 
schlag', pg.  xareta  'F'ischernetz',  sp. 
jaretas,  pg.  xaretas  'Netze,  die  vei'hin- 
dern  sollen,  daiä  die  Seeleute  über  Bord 
fallen'.  [Constancio  Dicc  974.  DE  354. 
Eguilaz  431. 

1855.  Sskr.  särkarä: 

'Sand-  oder  Körnerzucker',  präkrt  sak- 
kara,  peis.  säkär;  hieraus  einerseits 
gr.  ödKxapov,  lat.  sacchartm,  anderer- 
seits ar.  sukkar.  Aus  dei-  letzteren 
Form  wurde:  it.  zucchero,  sard.  tuk- 
karti,  frz.  sucre,  sp.  azncar,  pg.  agucar; 
dtsch.  Zucker,  engl,  sugar,  ndl.  suiker, 
dän.  siikker,  schwed,  socker;  poln.  cu- 
kier,  cech.  cukr^  serb.  cukra,  cukara, 
klruss.  cukor,  cukur.  Dagegen  stammen 
aus  dem  Gr.  die  Formen  russ.  sahar, 
bulg.  zahar;  rurn.  zahär,  zähar;  aus 
dem  tk.  Seker  wurde  bulg.  seker,  serb. 
äecer.  Vgl.  ngr.  odKxap;  dtsch.  Saccharin. 
[DE  228.  Eguilaz  325.  ML  8058.  Bern 
SlEtVVb  131.    Devic  DEt  211/212. 

1856.  Ar.  sarkl: 

'Östlich'  [Adj.  zu  sark  'Osten'] ;  hieraus 
a)  ar.  musarki,  vulg.  moserkt,  eine  Art 
Leder,  das  in  den  östlichen  Ländern 
Nordafrikas,  bes.  Marokko,  hergestellt 
und  zu  feinen  Stiefeln  verwendet  wurde; 
mit  dem  häufigen  Wechsel  von  m  >  h 
sp.  kat.  borcegul,  pg.  borceguim,  frz. 
brodequin  'Halbstiefel',  it.  borzacchino. 
[Die  Ableilung  von  Eguilaz  348  aus 
bagdädi  'bagdadisch'  ist  lautlich  nicht 
möghch.] 

(b)  Bezeichnung  eines  Windes,  heut- 
zutage 'Südwind'  Mrklje;  hieraus  it. 
scirocco,  siz.  sciloccu,  sp.  siroco,  jaloque, 
pg.  xaroco,  frz.  siroc;  engl.  ndl.  sirocco, 
dtscb.  Sirokko  'heißer  Südwestwind'. 
[Aus  den  europäischen  Formen  mit  l 
haben  die  Araber  ihr  saJük,  saläk  zurück- 
genommen). 

(c)  Auf  das  ar.  Grundwort  sarki  geht 
auch  sicherlich  der  aus  byzantinischen 
Quellen  bekannte  Name  eines  zwischen 
Ägypten  und  Syrien  zeltenden  Beduinen- 
stammes lapaKfivoi  zurück;  hieraus  zur 
Bezeichnung  aller  islamischen  Völker 
des  Orients  lat.  Saraceni,  Adj.  saracenus 
'sarazenisch',  it.  saracino  'Stechpuppe 
oder  hölzerner  Mann,  nach  dem  die 
Reiter  mit  der  Lanze  stießen',  saracenüo 
'sarazenisch',  saracwiffre 'seil  warz  werden 
(Weintraube)',  hz.  sarrasin  'Buchweizen' 
[nach  de  Candolle  im  XV.  Jahrhundert 
aus  der  Tartarei  und  Rufsland  nach 
Mittel-  und  Westeuropa  eingeführt:  Poly- 
gonum  fagopyrum],  sarassine  'Gatter', 
Sarrazin  im  Argot  der  Pariser  Setzer 
'Streikbrecher',  sp.  sarraccino  'Buch- 
weizen', überall  in  der  Bedeutung  'Sa- 

10* 


Tk.  sarma]^.] 


148 


razene,  sarazenisch';  engl,  saroccn,  sa- 
racenie,  dtsch.  Sarazene,  sarazenisch. 
[Andere  Ableitungen  von  ar.  sarräg, 
das  aber  nicht  'Reiter',  sondern  'Sattler' 
heißt,  oder  von  särikln  'Diebe'  sind 
nicht  annehmbar,  vgl.  Lettre  de  M.  Silv. 
de  Sacy  au  rödacteur  du  Moniteur  sur 
l'etymologie  du  nom  des  Assassins.  Im 
Moniteur,'  an  1809,  no.  359,  pg.  5/6,] 
[DE  241/243.  Devic  DEt  72.  Lammens 
Rem.  57/58.    Eguilaz  348.    ML  7595. 

1857.  Tk.  sarmak; 
'Einwickeln',  subst.  Infin.  sarma  'das 
Eingewickelte' ;  hieraus  rum.  sarma  'mit 
Reis   und   Hackfleisch    gefüllte  Kraut- 
klöße'. 

1858.  Pers.  särpänäk: 

[Zu  sär  'Kopf,  s.  liier  Nr.  1841J  'Weib- 
licher Kopfschmuck';  hieraus  russ.  eer- 
pjanka  'undichte  Leinwand,  Fliegen- 
tuch, dünnes  Gewebe',  poln.  s(i)erpianka 
dass.'.    [Gorjajew  318.    Karlowicz  424. 

1859.  Ar.  sarra: 

'Krieg,  Schlacht ;  Streit,  Schlägerei'  [aus 
Sarr  'böse,  schlimm'] ;  hieraus  siz.  sciar- 
ra  'Prügelei,  Rauferei'.  [GrSVociSic  245. 

1860.  Ar.  sarräf: 

[Letzten  Endes  von  ass.  sarpii  'Silber', 
eigentlich  'das  Geläuterte'  vom  Vb' 
surrupu  'läutern,  schmelzen',  hieraus  syr. 
sarräpä,  ar.  sairaf  'Geldwechsler',  vgl. 
ZAkkFW  59]  'Wechsler',  tk.  ebenso; 
hieraus  rum.  zaraf  'Geldwechsler',  za- 
raflic,  zäräße  'Wechselstube';  serb. 
saraf,  bulg.  sarafin  'Wechsler'. 

1861.  Ar.  sart: 

'Bedingung',  ebenso  tk.;  hieraus  rum. 
§art  'Gehörigkeit,  Passendes'. 

1862.  MaL  särnng: 

'Behälter,  bes.  Scheide  für  den  Kris; 
Art  Rock'  [Pijn  127  ;  vielleicht  aus  sskr. 
särana];  hieraus  engl,  sarong,  dtsch. 
Sarong  'ein  langer  Rock,  gewöhnlich 
von  buntem  Seidenstoff  oder  Baumwolle', 
das  Hauptbekleidungsstück  der  Malayen 
und  Javanesen,  ndl.  saroeng.  [Hobson- 
Jobson  796. 

1863.  Tk.  sary: 

'Gelb'  [aus  der  Wurzel  sah  'trocken, 
dürr',  dazu  causat.  sakyr  'verdorren  > 
gelb',  Vämbery  TktEtWb  S.  140,  Nr.  151], 
tat.  'Adler' ;  hieraus  russ.  saryö  'Adler', 
iaryga  'Geier'.  [Gehört  auch  schwed. 
sarga  'zerfleischen'  hierhin  V] 

1864.  Pers.  säshäiiä: 
'Karabiner  mit  sechs  Kammern'  [aus 
pers.  Ms  'sechs'  Horn  NpEt  S.  173,  Nr. 
783  und  Mnä  'Haus',  s.  hier  Nr.  809], 
ebenso  tk.  ses^ane  [K61ekian  Kämas 
727  a] ;  hieraus  rum.  ^i^anea  'lange  tk. 
Flinte,  Luntengewehr'. 


1865.  Ar.  säsija: 

'Mütze'  [vulg.  ar.  Adj.  fem.  zu  §as 
'Musseline',  s.  hier  Nr.  1484];  hieraus 
frz.  chachia,  [mit  Imäla:  ä  ^  e]  cMchia 
'Mütze  aus  roter  Wolle  mit  blauer 
Troddel',  eine  Art  Fes,  wie  die  Levan- 
tiner  ihn  tragen,  it.  cicia  'dass.'.  [Devic 
DEt  89.    ML  7677. 

1866.  Tk.  sasy: 

'Schielend'  [vom  Stamme  mt,  sac 
'schleudern,  umherstreuen',  Vämbery 
TktEtWb  S.  144,  Nr.  154  I],-  hieraus 
rum.  §a§iü  'dass.'. 

1867.  Hebr.  sätän: 
'Wiedersacher,  Teufel'  [mit  ar.  saifän 
wurzelgleich,  beides  aus  äthiop.  sajefän, 
s.  Nöldeke,  Neue  Beiträge  S.  47] ;  in 
alle  europäischen  Sprachen  überge- 
gangen, bes.  durch  Vermittlung  des 
neutestamentlichen  gr.  öaTaväq,  auch 
6  Zaxäv,  lat.  satanas;  hieraus  z.  B. 
russ.  satana;  dtsch.  Satan,  engl.  satan\ 
frz.  satan. 

1868.  Ar.  sath: 

'Dach,  flaches  Dach,  Terrasse';  hieraus 
siz.  zaddacca  'Pflaster  auf  den  Dächern'. 
Aus  dem  Dem,  sutaiha  wurde  mit  oder 
ohne  ar.  Art.  sp.  azotea,  pg.  agotea, 
fofea 'Söller,  Allan'.  [DE  228.  Eguilaz  325. 
GrSVociSic  249. 

1869.  Sskr.  sati: 

'Gute  Frau,  treues  Weib'.  Dieses  Wort 
wird  in  den  ind.  Dialekten  heutzutage 
zur  Bezeichnung  der  Frau  benutzt,  die 
sich  in  höchster  Erfüllung  ihrer  Treue 
selbst  auf  dem  Scheiterhaufen  ihres 
verstorbenen  Gemahls  dem  Tode  weiht. 
Die  Anwendung  des  Wortes  auf  den 
selbstmörderischen  Akt  statt  auf  die 
Person  ist  erst  europäisch:  engl,  suttee, 
dtsch.  Satti  'freiwillige  Witwenverbren- 
nung'. Die  Unsitte  wurde  im  Jahre  1829 
durch  eine  strenge  Regulation  for  declar- 
ing  the  practice  of  suttee  or  of  burning 
or  burying  alive  the  widows  of  Hindoos 
illegal  and  punishable  by  the  criminal 
courts  verboten,  aber  es  dauerte  sehr 
lange,  bis  sie  restlos  verschwand,  ja  in 
abgelegenen  Teilen  Indiens,  wie  Nepal, 
soll  sie  noch  jetzt  vorkommen;  so  soll 
sich  um  1890  die  Witwe  von  SIR  JANG 
BEHADUR,  des  Premierministers  von 
Nepal,  mit  der  Leiche  ihres  Gemahls 
auf  dem  Scheiterhaufen  verbrannt  haben 
[Globus  LXIX,  337].  Eine  gute  Schilde- 
rung des  Vorganges  gibt  ein  Augen- 
zeuge in  Philipp  van  Mökern,  Ostindien. 
Seine  Geschichte,  CuHur  und  Bewohner. 
Leipzig  1857.  I,  326/332.  Ausführlich 
handelt  über  Suttee  F.  Max  Müller, 
Alte  Zeiten  —  alte  Freunde.  Lebenser- 
innerungen. Übersetzt  von  H.  Groschke. 


149 


[Ar.  satl. 


Gotha  1901.  S.  340  ff.  Vgl.  auch  Journal 
of  the  Anthropological  Society  of  Bom- 
bay 1894.  III,  275/300  und  Hobson-Job- 
son  878/883. 

1870.  Ar.  satl: 

'Schöpfeimer',  vulg.  seil ;  hieraus  kat. 
cetre,  sp.  cetre,  acetre,  celtre,  pg.  acetere 
'dass.'.   [DE  34.   Eguilaz  27.   ML  1852. 

1871.  Ar.  satrang: 

'Schach'  [aus  sskr.  catutanga  'viergüe- 
derig'.  weil  das  altindische  Schachspiel 
vier  Waffengattungen  kennt:  Wagen, 
Reiter,  Futivolk,  Elefanten],  auch  si- 
lrang  \  hieraus  kat.  aixedres,  sp.  ajedrez, 
pg.  xadrez,  enxadrez  'Schachspiel'.  — 
Aus  ar.  as-sitrang  at-tämm  'das  vollstän- 
dige Schach'  wurde  über  sp.  ajedrez 
atama  volksetymologisch  ajedrez  de  la 
dama,  frz.  jeu  de  dames,  dtsch.  Dame- 
spiel.  [DE  219.    Eguilaz  70.  ML  7694. 

1872.  Ar.  satrija: 

'Satureia  hortensis'  [aus  lat.  satiireia] ; 
hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  ajedrea  'Saturei'. 
[DE  219.    Eguilaz  75/76. 

1873.  Ar.  sätixr: 

'Großes  Fleischermesser,  mit  dem  das 
Schlachtvieh  zerlegt  wird'  [KM  II,  925; 
vgl.  auch  FISCHER  in  MSÖS  II,  233]; 
über  tk.  satifr  hieraus  rum.  satir  'dass., 
Hackmesser',  Ableitung  safira^;  bulg. 
satzr  'Hackmesser'.  [Sain  58.  Löbel 
EITAP  83. 

1874.  Ar.  saul: 

Infin.  des  Vbs.  säla  'sich  auf  jmd.  stür- 
zen' ;  hieraus  pg.  agular  o  cäo  'den  Hund 
reizen,  daß  er  sich  auf  jemand  stürzt' 
[wohl  unter  Einfluß  der  IV.  kausativen 
Form  asäla  'auf  jmd.  hetzen',  Constan- 
cio  Dicc  20c/21a].  [DE  40.  Eguilaz 
39/40  (mit  anderer,  unwahrscheinlicher 
Etymologie). 

1875.  Ar.  saut: 

'Peitsche';  hieraus  sp.  azote,  pg.  agoiite, 
kat.  assot  'Peitsche',  Geißel',  siz.  zotta 
'dass.',  Vb.  sp.  azotar,  it.  ciottare  'gei- 
ßeln'.  [DE  228.  Eguilaz  325.  ML  7628. 

1876.  Tk.  saz: 

'Schilf;  hieraus  bulg.  saz  'Schilfrohr', 
poln.  sasina  'dass.'.   [Mikl  SlEtWb  289  a. 

1877.  Tk.  sazan: 

'Karpfen'  [Kelekian  Käniüs  658  a];  hier- 
aus russ.  sazan  'dass.'  [vgl.  auch  ngr. 
oaZdvi,  Jannarakis  Dtsch. -ngr.  WB  456]. 
{Gorjajew  SlO.    Mikl  SlEtWb  289  a. 

1878.  Chi«,  se: 

'Seide';  hierauf  gehen  die  meisten  Be- 
nennungen der  Seide  in  den  verschie- 
denen europäischen  Sprachen  zurück: 
mlat.  seta  [mit  lat.  seta  <^  saeta  'Borste, 
Haar'  lautlich  zusammengefallen],  it.  seta, 
sp.  pg.  prov.  seda,  frz.  sok;  dtsch.  Sei- 
de.   Mit  der  Endpartikel  or,  deren  sich 


die  Bewohner  der  nördlichen  Provinzen 
Chinas  häufig  bedienen,  wurde  se-or, 
und  so  wurden  daher  im  Altertum  die 
chinesischen  Kaufleute  bezeichnet:  gr. 
Zripeq,  lat.  Seres,  das  Land  Serica,  Adj. 
serictis  'serisch,  seiden',  serica  'seidene 
Kleider';  aus  serica,  sarica,  sirica  ent- 
wickelte sich :  frz.  se7-ffe,  sarge,  prov. 
serga,  it.  sargia,  kat.  sarja,  sp.  pg.  sar- 
ga,  rum.  sarecä  'Art  Wollstoh',  sp.  jer- 
go,  pg.  xergo  'großer  Sack',  sp.  jergon, 
pg.  enxergäo  'Strohsack',  sp.  sirgo  'Flo- 
rettseide', it.  (dial.  Calabrien)  siricu  'Sei- 
denwurm'; dtsch.  Sarsche;  russ.  sarza, 
bulg.  sarza,  Cech.  sarse,  poln.  sarza, 
szarsza  'Art  wollener  Stoff.  Auf  se- 
ricum  'aus  Seide  gemacht'  geht  auch 
durch  Vermittlung  des  Afrz.  das  engl. 
Silk  'Seide',  ferner  aslav.  sell-ii  'Seide' 
zurück ;  hieraus  Solk  'Seide',  klruss.  solk, 
Abltg  russ.  selkowica,  selkownik  'Maul- 
beerbaum'. [Gorjajew  312.  Mikl  SlEt 
Wh  312.    ML  7848. 

1879.  Tk.  sef'ertasy: 

'Auf  einander  gelegte  Porzellangeschirre, 
die  auf  zwei  Seiten  verbunden  sind  und 
in  denen  man  Essen  trägf  [aus  sefer 
'Reise',  ar.  safnr,  woraus  auch  dtsch. 
Safari  'Reise-  oder  Kriegszug  in  den 
Kolonien  Afi  ikas'  über  das  gleichlautende 
Kisuaheliwort  entstanden  ist,  sowie  tas, 
s.  hier  Nr.  2044,  vgl.  Kelekian  Kämüs 
681  a] ;  hieraus  rum.  seferta^  'Essenträger, 
Eß-  oder  Kochgeschirr'. 

1880.  Hebr.  Sekel: 

Ein  Gewicht,  ungefähr  19,37  g  [vom  Vb. 
säkal  'wägen';  vgl.  assyr.  siklu,  hier  Nr. 
1456  a],  und  später  ein  Geldstück  im 
Gewichte  von  14,55  g  Silber  und  im 
Werte  von  2,50  M;  hieraus  in  gleicher 
Bedeutung  engl  shekel.  dtsch.  Sekel  und 
unter  Einfluß  von  gr.  oikXoc,  lat.  sicltis, 
auch  ndl.  sikhel. 

1881.  Hebr.  Sclömö: 

Statt  der  volleren  Form  SeJömön  [vgi. 
ar.  Sulainiän,  wie  dieses  Ablt^.  aus  hebr. 
Mlönt  =  ar.  saläm  'Friede'],  N.  pr.,  Name 
eines  jüd.  Königs,  der  durch  seine  Weis- 
heit berühmt  und  spiichwörtlich  wurde, 
daher  dtsch.  Adj.  salomonisch  [über  die 
lat.  Form  des  Namens  Salomon]  'weise'. 

1882.  Hebr.  s^lö  inö'il: 
'Derjenige,  der  nichts  taugt;  Tauge- 
nichts'; hieraus  dtsch.  Schlemiel,  Schle- 
mihl  'Pechvogel',  bes.  bekannt  durch 
CH AMISSOS  ,  Peter  Schlemihl',  den 
Schattenlosen.  [Ablt.  von  TORCZYNER 
in  ZDMG  L,  557 ;  andere  Ableitungen : 
a)  Eigenname  Selümfel  Num.  1.  6;  II, 
12,  ein  jüd.  Fürst,  so  Ave-L  IV,  470; 
denselben  Namen  soll  ein  Rabbinerschüler 
des  XIV.  Jahrhunderts  in  Ens  in  Öster- 


Tk.  semer.] 


150 


i"eich  geführt  haben,  h)  Aus  Schlim- 
massel mit  Anlehnung  an  Gabriel  oder 
ähnhtlie  Namen,  c)  Hebr.  selümVel  soll 
als  Ausruf  'Heil  Gottes!  =  Gott  behüte!' 
auf  die  Person  übertragen  sein.  Die 
oben  angegebene  Etymologie  scheint  die 
wahrscheinlichste  zu  sein.]  (MDWiD 
39/40. 

18S3.  Tk.  seuier: 
'Sattel'  [aus  ngr.  öutudpi  öafAdpi  'Pack- 
satleP  <  ooYiudpiov,  klassisch  odYina; 
vgl.  it.  soniaro  'riaumtier'] ;  hiei  aus  rum. 
saniai-  'Pack-  oder  SaumsatteP. 

1884.  Hel)r.  semü'ä: 

'Kunde,  Erzählung,  Gerücht';  hieraus 
jüd.-dtsch.  Schmu  titachen  'sich  einen 
unerlaubten  Gewinn  verschaffen'  [durch 
schlaues  oder  trügerisches  Geschwätz], 
Schmie  'der  so  erzielte  Gewinn'.  Aus 
dem  plr.  semuöQ  wurde  jüd.-dtsch. 
Schmus  Verschmitztes  Gerede  und  An- 
preisen', Vb.  schmusen  'lange  Redereien 
machen',  Schmuser  'betrügerischer 
Schwätzer',  beschmusen  'überreden'. 
|Ave-L  IV,  47iJ.    Kluge  400  und  401. 

1885.  Hebr.  seräqpini: 

Plr.  von  säraq)  [vom  Vb.  säracp  'verbren- 
nen', also  'die  Verbrennenden',  d.  h. 
'Läuternde'],  Name  von  Engeln  im  AT; 
in  der  gleichen  Bedeutung  durch  gr. 
öepaqpeiia,  lat.  Seraphim  in  alle  euro- 
päischen Sprachen  übergegangen,  z.  B. 
russ.  serafim;  sp.  serafin;  dtsch.  Seraf, 
plr.  Serafin. 

1886.  Tk.  serid: 

Od.  serit  'Band,  Tresse'  [Kelekian  Kä- 
müs  726  a;  aus  ar.  Hrit  'Strick  aus 
Palmbasl;  Tresse,  Franse'] ;  hieraus  rum. 
^iret  'gedrehter  Faden,  Zwirnband'. 

1887.  Taui.  shäti: 

Im  Pah  chärli;  hieraus  angloind.  chatty 
'irdener,  fast  kegelförmiger  Topf.  [Hob- 
son-Jobson  185. 

1888.  Tain,  shiinittu: 

Ebenso  malayälam  churutfu  'eine  Rolle 
(Tabak)';  hieraus  angloind.  engl,  che- 
root  'Zigarre',  bes.  eine  solche,  die  an 
beiden  Enden  abgestumpft  ist,  wie  es 
die  indischen  und  die  Manilazigarren 
früher  waren.   [Hobson-Jobson  188/189. 

1889.  Chili,  siao-ohnng': 

'Kleine  Sprossen';  hieraus  dtsch.  Sou- 
chong,  engl,  souchong  Name  einer  feinen 
Teesorte.  Andere  Namen  sind  dtsch. 
Pekko,  engl,  pekoe  aus  chin.  pai-hao, 
kantonesisch  pdk-ho  'weißer  Flaum'; 
Congou,  engl,  congou  aus  chin.  kung-fu 
'Arbeit',  die  zweite  Qualität  des  schwar- 
zen Tees,  die  von  der  dritten  Pflückung 
stammt;  Oolnvg  aus  chin.  wuhmg 
'.schwarzer Drache'.  [Birth  Chin  FW  209. 


1890.  Ar.  sibar: 

[Vom  gleichen  Stamme  wie  hier  Nr. 
1741]  'Aloi'';  hieraus  mit  ar.  Art.  sp. 
acibar,  kat.  aciber,  pg.  azevre,  azevar, 
ohne  ar.  Art.  kat.  cever,  siz.  zabarra 
'dass.'.   [DE  35.   Eguilaz  29.    ML  1893. 

1891.  Hebr.  sibböl?ö: 

'Flut,  Strom';  im  AT,  Richter  12,  6  wird 
das  Wort  als  Beispiel  für  die  Eigentüm- 
lichkeit der  Ephraimiten  angeführt,  statt 
s  ein  s  zu  sprechen;  an  dieser  Aus- 
sprache des  Worts  wurden  sie  ebenso 
erkannt,  wie  die  Franzosen  während  der 
sizilianischen  Vesper  an  der  Ausspra- 
che des  it.  ciceri.  Daher  ergab  sich  die 
Bedeutung:  'Erkennungswort,  Losung', 
z.  B.  dtsch.  Schibbolet  bei  GOETHE 
{Gampagne  in  Frankreich,  24.9.  1792): 
„Weiß  und  schwarz  Brot  ist  eigentlich 
das  Schibolet,  das  Feldgeschrei  zwischen 
Deutschen  und  Franzosen",  ebenso  ndl. 
schibboleth,  engl,  shibboleih;  dagegen 
frz.  schibboleth  'unüberwindbare  Schwie- 
rigkeit, schlüssiger  Beweis'.  [Devic  DEt 
204/205. 

1892.  Hebr.  siddäx: 

'Kuppler',  auch  'Heiratsvermittler';  hier- 
aus jüd  -dtsch.  Schadchon  'dass.',  jetzt 
Schadehen  'Heiratsvermittler  iür  jüd. 
Partien'. 

1893.  Ar.  siff: 

'Leichtes,  durchsichtiges  Gewand' ;  hier- 
aus afrz.  c/ii/fe 'leichter  Stoff  von  schlech- 
ter Beschaffenheit',  mit  romanischer 
Endung  frz.  chiffon,  it.  chiffone  'Lumpen ; 
dünner,  durchsichtiger  Stoff';  dtsch. 
Chiffon  'dünner  Stoff' ;  Abltg.  engL 
chiffonnier  [<C  frz.  chiffonnier  'Lumpen- 
sammler'] 'Art  kleiner  Anrichte,  hölzer- 
nesGesteh mitRegalen'.  [Devic DEt 94/95. 

1894.  Ar.  sifr: 

'Leer,  Null'  [Übersetzung  von  sskr. 
sünya  'leer  >  Null',  s.  Gantor,  Vorle- 
sungen über  Geschichte  der  Mathematik. 
I.  ^.  S.  614  und  711];  hieraus  zunächst 
in  der  Bedeutung  'NuU'  und  erst  später 
in  der  neuen  Bedeutung  'Zahlzeichen' 
zahlreiche  europäische  Abkömmlinge:  it. 

'Null  (alt),  Geheimschrift',  frz.  Chif- 
fre 'Geheimschrift',  sp.  pg.  cifra  'Zahl- 
zeichen', rum.  cifrä,  pifrä;  sp.  cero 
'Null',  frz.  zero,  it.  zero{<^  zefro,  zefiro, 
noch  bei  LEONARDO  PISANO  um  das 
Jahr  1200:  zephirum];  dtsch.  Ziffer,  ndl. 
cijfer  'Zahlzeichen',  engl,  cipher,  cypher 
'Null,  Zahlzeichen,  Geheimschrilt'.  — 
Am  vollständii-'sten  findet  sich  die  Ge- 
schichte der  Etymologie  von  Ziffer  usvv. 
unter  Zurückweisung  anderer  Ablei- 
tungen bei  Fischer,  Zur  Berichtigung 
einer  Etymologie  von  K.  VÖLLERS  in 
ZDMG  LVII,  783/793. 


151 


[Ar.  sifäk. 


1895.  Ar.  sifäk: 

'Darmhaut';  hieraus  sp.  cifac,  dfaque 
[Dicc  Gast  533  c],  pg.  sifac  'Bauchfell'. 
|DE  2ö7.    Eguilaz  379. 

1896.  Ar.  sign: 

'Gefäntmis'  [aus  gr.  aifvov,  lat.  signum, 
(las  selbst  auf  das  Koptische  zurückgeht; 
man  beachte,  daß  das  ar.  Wort  im  Koran 
nuran  Stellen  vorkommt,  die  auf  Ägypten 
Bezug  haben.  Vgl.  A.  A.  BEVAN  in 
'Agabnäma.  A  volume  of oriental  studies 
dedicated  to  Edward  Granville  Browne. 
Cambridge  1922.  S.  71 J;  hieraus  pg. 
sagena,  se;a«a 'Gefängnis  der  gefangenen 
Christen  bei  den  Mauren'.  [DE  338. 
Eguilaz  489. 

1897.  Ar.  siliäb: 

Plr.  suhüb  'Sternschnuppe';  hieraus  mit 
dem  ar.  Art.  it.  asuh.  [N ALLING  in 
RSO  Vlll.  3H9f. 

1898.  MaL  sijämaiig: 

'Ein  Affe  Hylobates  syndactylus  Wagn.' 
[Pijii  147];  hieraus  trz.  engl,  siamang, 
dlsch.  Siamang  'derselbe  Langarmaffe'. 
[Devic  DEt  207.   JAOS  XVIII,  101/102. 

1899.  Ar.  sikä': 

'Schlauch  für  allerlei  Flüssigkeiten,  bes. 
Wasser  und  Milch',  gewöhnlich  aus  Tier- 
häuten, insbesondere  einem  Ziegenfelle, 
hergestellt  [KM  II,  942] ;  hieraus  mit  ar. 
Art.  sp.  azacän  'dass.;  Krug,  Gefäß' 
[bicc  Gast  29.T  mit  odre  <  lat.  uter 
'.Schlauch'  synonym  erklärt].  [DE  222. 
Eguilaz  315/316. 

1900.  Ar.  sikäja  : 

'Brunnen,  Kanal  zur  VVasserzuführung' ; 
hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  azacaya  'dass.' 
[auch  mit  acequia  als  synonym  erklärt, 
s.  iiier  Nr.  1791].  [DE222.  Eguilaz316. 

1901.  Ar.  sikäl: 

'Politur',  subst.  Inf.  des  ar.  Vbs.  sakdla 
'polieren';  hieraus  sp.  acicalar  'schmin- 
ken, sich  herausputzen',  pg.  acicalar. 
aqacalar  'polieren'.  [Vielleicht  hat  auch 
ein  vulg.  Vb.  saikal  'polieren'  eingewirkt.] 
[DE  35/36.    Eguilaz  29/30.    ML  1936. 

1902.  Ar.  sikbägr: 

'Gehacktes  Fleisch,  in  Essig  trekocht; 
mariniertes  Fleisch'  [KM  II,  944,  Z.  3: 
aus  pers.  sikbä  'saure  Speise'] ;  sp.  pg. 
escabeche,  pg.  escaveche,  it.  (dial.  Neapel, 
Abruzzen)  scapeccio  'Salzlake,  mari- 
nierter Fisch',  Vb.  sp.  escabechar,  frz.  esca- 
becher  'marinieren'.  [DE  261.  Eguilaz 
390.    ML  7909. 

1903.  Ar.  sikka: 

'Münze,  Prägestock',  där  as-sikka  'Münz- 
stätte'; hieraus  durch  Abkürzung  it. 
zeeca  'Münzstätte',  sp.  kat.  zeca,  seca: 
Redensart  sp.  kat.  de  zeca  en  meca  'hin 
und  her'  [wörtlich  'von  der  Zeca  nach 
Mekka',  durch  den  Islam  berühmt  ge- 


wordene Stadt  in  Higäz,  Südwestarabien]. 
Abltg.  it.  zecchino  'eine  Goldmünze',  sp. 
kat.  cequi,  pg.  sequim,  zequim,  frz.  s<;- 
quin;  dtsch.  Zechine.  [DE  251.  Devic 
DEt  206.  Eguilaz  367. 369.  349.  ML  7793. 

1904.  Ar.  sikkiii: 

'Messer';  hieraus  siz.  zicchinetta  'ein 
Glücksspiel  mit  Karten'  [wahrscheinlich 
ursprünglich  ein  gefährliches,  gegen  die 
Gesetze  verstoßendes  Spiel,  bei  dem  das 
Messer  eine  Rolle  spielte].  [GrSVociSic 
2.50. 

1905.  Ar.  siklät: 

[Aus  gr.  lat.  cyclas,  s.  hier  Nr.  1794] 
'ßrokatstoff ;  hieraus  zur  Bezeichnung 
eines  orientahschen  Stoßes  mit  ar.  Nuna- 
tion  -MW  afrz.  siglaton,  prov.  si«clat6, 
sp.ciclatön.  [Eguilaz  378/379.  ML  7951. 

1906.  Ar.  siläh: 

'Waffe',  ebenso  tk. ;  hieraus  rum.  seleaf 
'Waffengurt'.  —  [Aus  s(7ä/(-erf-rfm 'Waffe 
des  Glaubens'  entstand  der  Eigenname 
dtsch.  Saladin.] 

1907.  Ar.  silka: 

Eine  Pflanze  Beta  sicula  [aus  gr.  aiKeXöq, 
nach  Theophrast  so  benannt,  weil  sie 
aus  Sizilien  stamme];  hieraus  sp.  acelga 
'Lauch',  pg.  acelga,  celga  'weiße  Bete', 
siz.  (alt)  secla,  (Messina)  sicali,  s^gali. 
[DE  33.  Mahn  EtUnt  9.5/96.  Eguilaz  21/22. 
GrSVociSic  545/246.    ML  7797. 

1908.  Tk.  silte: 

'Matratze ;  langes,  breites,  mit  Baumwolle 
gefüttertes  Polster,  auf  dem  man  bequem 
sitzen  kann'  [Kelekian  Kämüs  732b]; 
hieraus  rum.  saltea  'dass.'. 

1909.  Pers.  sim§äd: 
'Buchsbaum,  Buxus  sempervirens',  tk. 
cimsir    'dass.';    hieraus    rum.  citnpr 
'Buchsbaum':  serb.  simsir,  russ.  samSit, 
samsit  'dass.'. 

1910  Pers.  siiiisTr: 
'Schwert' ;  hieraus  it.  scimitarra,  frz. 
cimeterre,  ciniiterre,  sp.  pg.  cimitarra 
'tk.   Säbel' ;    engl,    scymitar,  cimetar 
'Säbel,  Schwert'.  [Oriente  1, 195,  Anm,2. 

1911.  Ar.  siadTj.i: 
'Wassermelone'  [ursprünglich  al-batfiha 
as-sindija  'die  Melone  aus  Sind  in 
Indien'];  hieraus  kat.  sindria,  acendria, 
sp.  sandia  'dass.';  sp.  sandio,  pg.  satv- 
deu  'töricht'.  [DE  339.  Eguilaz  490. 
ML  7934  a. 

1912.  Pers.  singräb: 
'Eichhörnchen,  Sciurus  cinereus',  ebenso 
tk. ;  hieraus  rum.  singeap  'Feh,  Marder- 
pelz', singepiii  'aschgrau'. 

1913.  Tk.  sini: 

'Große  Platte  an  Stelle  eines  Speisetisches' 
[aus  ar.  Adj.  sinl  'chinesisch,  Porzellan', 
zu  t^in  'Sina,  China'];  hieraus  rum. 
»inte  'Kuchenpfanne,  -form'. 


Per<.  sipilh.] 


152 


1914.  Peis.  sipäh; 

'Heer,  Lager'  [Horn  NpEt  S.  155,  Nr. 
699;  wohl  mit  pers.  äsp  'Pferd'  verwandt, 
daher  zuniu'list  'Reilerei'],  dazu  Adj. 
sipähl  'zur  Reiterei  gehörig ;  Reiter- 
soldat' ;  hieraus  engl,  seapoy,  sepoy 
'eingeborener  Soldat  in  Indien' ;  frz.  spä- 
ht, (alt)  clpai/e  'eingeborener  Kavallerist, 
bes.  in  Algerien',  sp.  pg.  espay,  cipayo, 
runi.  spahi  xpahiü  'dass.'  [vgl.  auch 
ngr.  OTiaxfi?  MSOS  XII,  239].  [DE  2(31. 
Devic  DEt  96  und  211. 

1915.  Ar.  si'rä: 

Name  des  Sternes  Sirius  [aus  gr.  aeipioq]; 
hieraus  mit  ar.  Art.  der  Sternname 
Äschere  'Sirius  a  Canis  maioris'. 

1916.  Ar.  sirra: 

Ebenso  tk.  sin-et  'Schlauheit,  Bosheit'; 
hieraus  rum.  §iret  als  Subst.  'Schlau- 
berger', als  Adj.  'schlau,  pfiffig',  Abltg. 
firetenie  'Schlauheit,  Pfiffigkeit'. 

1917.  Ar.  sis: 

'Stilett,  Bratspieß'  [vgl.  MSOS  II,  234, 
Anm.  8],  ebenso  tk. ;  hieraus  rum.  qi^ 
'Stockdegen'. 

1918.  Th.  sis: 

'Geschwulst'  [Kelekian  Kämas  741];  hier- 
aus russ.  siska  'Beule,  Zapfen',  cech. 
siska,  bulg.  serb.  sisarka  'Zapfen'. 

1919.  Ar.  sitära: 

'Vorhang,  Pferdedecke;  Mauer'  [eigent- 
lich 'alles,  womit  etwas  bedeckt  wird', 
vom  Vb.  satara  'bedecken'] ;  hieraus 
sp,  pg.  acitara,  sp.  citara  'Mauer',  pg. 
(alt)  'Decke'.  [DE  38/40.  Eguilaz 
34/36. 

1920.  Hebr.  slim-inazol : 

'Unglück,  Pechvogel'  [moderner  Aus- 
druck, s.  H.  L.  Strack,  Jüdisches  Wörter- 
buch. Leipzig  1916.  S.  195;  aus  dtsch. 
schlimm  und  nhebr.  mazol  'Geschick, 
Glücksstern',  s.  hier  Nr.  1455];  hieraus 
jüd.-dtsch.  Schlimasel  'Unglück',  Schlam- 
massel, ganz  modern  Schlamastik  'Verle- 
genheit, Unannehmlichkeit' ;  mit  slav. 
Endung  jüd.-dtsch.  Schlimasalnik  'ein 
Mensch,  dem  alles  widerrät ;  Pechvogel' 
[Birnbaum  Hebr.  El  52 1.  [SCHU- 
CHARDT  in  ZromPh  XXXI,  8.  SPITZER 
in  Herrigs  Archiv  CXXXVIII,  159  und 
234/236. 

1921.  Pers.  sobän: 

•Schäfer,  Hirle'  [Horn  NpEt  S.  171, 
Nr.  776],  tk.  cohan  \  hieraus  rum.  cioban 
'dass.'  und  viele  Ableitungen. 

1922.  Tk.  sohbet: 
'Unterhaltung,  bes.  abends'  [ar.  suhba]\ 
hieraus  bulg.  sobat,  serb.  sobet  'Gast- 
mahl',  [Mikl  SlEtWb  312  b. 

1923.  Tk.  soj: 

'Art';  hieraus  rum.  soiu  'Art,  Gattung, 
öeschlecht';  serb.  soj  'Rasse'. 


1924.  Tk.  sonniu: 

'Sdiwarzes  Brot  in  runder  Form'  [Kele- 
kian  Kämas  775  b];  hieraus  ruin.  somon 
'großes  Stück  Brot;  Dickkopf'. 

1925.  Tk.  sopa: 

'Großer  Knüppel,  Prügel'  [vom  Stamme 
sap  'hauen,  schlagen',  Vb.  sapmak  'ein- 
schlagen, einrammen',  Vambery  TktEt 
Wb  S.  142,  Nr.  153  IJ ;  hieraus  lum.  sopa; 
bulg.  serb.  sopa  'dass.'.  [Mikl  SlEtWb 
316  a.    Löbel  EITAP  86. 

1926.  Tk.  sorgiig: 
'Helmbusch,    Perleiistrauß'  [Kelekian 
Kämüs  771b];  hieraus  rum.  surgucnt 

1927.  Hebr.  söte: 

'Dumm,  töricht'  [mit  biblischem  sätä 
'abweichen,  abirren'  verwandt];  hieraus 
sp.  pg.  zote  'Tölpel',  frz.  sot  'dumm', 
Abltg.  sottie  'unflätiges  Narrenspiel', 
sottise  'gemeine  Beleidigung',  it.  zotico 
'grob,  ungeschliffen';  russ.  (dial.)  sut 
'Spaßmacher,  Possenreißer',  slovenisch 
S2itec  'dummer  Mensch';  ndl.  zot'Narv, 
närrisch',  engl,  sot  'dumm,  Tölpel', 
dtsch.  Schaute,  Schote,  mhd.  sot,  sote 
'Narr',  dtsch.  Zote  [früher^  vor  dem 
XVI.  Jhdt.  Zotte]  'unflätige  Rede'.  Aus 
dem  zugehörigen  Abstraktum  setüö, 
modern  ausgesprochen  ätus,  wurde  jüd.- 
dtsch.  Stuß,  z.  B.  rede  keinen  Stuß 
'Unsinn',  auch  in  der  Bedeutung  'törich- 
ter Aufwand'.  [Da  auf  den  Namen  des 
engl.  Gelehrten  Johannes  DUNS  SCO- 
TUS,  d.  h.  'der  Schotte',  viele  spottende 
Wortspiele  mit  softus  'dumm'  gemacht 
wurden,  wurde  schließlich  der  Familien- 
name zu  engl,  dunce,  dtsch.  Dtms 
'dummer  Mensch'.]  [Seiler  DKiL  III,  96. 
Kluge  445.  505. 

1928.  Sskr.  sranianä: 
'Bettelmönch,  Asket'  [eigentlich  'Selbst- 
peiniger', vgl.  sram  'defatigari !'],  präkr. 
samana ;  hieraus  tungusisch  saman 
'Geisterbeschwörer';  dieses  Wort  ist  in 
alle  europäischen  Sprachen  zur  Be- 
zeichnung des  ostasiatischen  Zauberers 
und  Geisterbeschwörers  übergegangen: 
russ.  saman,  bulg.  saman,  öech.  samän, 
poln.  szamcm;  frz.  chaman,  samanien; 
dtsch.  Schamane,  engl,  shaman.  Vgl. 
Geschichten  der  Ost-Mongolen  von 
Ssanang  Ssetzen  Chuntaidschi.  Aus  dem 
Mongolischen  von  Isaac  Jacob  Schmidt. 
St.  Petersburg  1829.  S.  416;  W.Schott, 
Über  den  Doppelsinn  des  Wortes  Scha- 
mane und  über  den  tungusischen  Scha- 
manen-Gultus  am  Hofe  der  Mandju-Kai- 
ser.  Berlin  1842.  Auf  altaischen  Ur- 
sprung soll  tungus.  sam  <  tk.  kam 
zurückgehen  nach  J.  N6meth,  Über  den 
Ursprung  des  Wortes  saman  in  KSz 


153 


[Sskr.  srgäla. 


XIV,  240/249;  mit  lautgeschichtlichen 
und  kulturhistorischen  Gründen  zurück- 
gewiesen von  Joseph  Schmidt,  A  persza 
saman  etymonja  in  Nyelvtudomänyi 
Közlemenyek  XLLV,  470/474. 

1929.  Sskr.  srgäla: 

T.anis  aureus,  Schakal',  ebenso  pers. 
säyäl,  tk.  sakal,  cakal;  hieraus  rum. 
ceacal,  it.  sciacallo,  afrz.  jachal,  frz. 
chacal;  engl,  jackal,  ndl.  jakhals 
[mit  volkselyinologischer  Umgestaltung], 
dtsch.  Schakal;  russ.  sakal,  cakal,  bulg. 
serb.  sakal,  cech.  sakal,  poln.  szakal 
'Goldvvolt'. 

1930.  Sskr.  sriig-avera; 

'Ingwer,  Zingiber  olficinarum  Roscoe' 
[eigentlich  'horiiarlig' ;  so  sind  die  Wur- 
zeln des  braunen  oder  gemeinen  Ing- 
wers tatsächlich  beschaffen];  mit  Schwin- 
den des  vokalischen  r  wurde  ar.  zen- 
§ehll,  tk.  zingifre  sowie  gr.  Zi-fYißepn;, 
lat.  zingiber  und  hieraus:  iL  zenzovcro, 
zenzero,  gengioi-o,  aprov.  gingebre,  frz. 
gingembre,  kat.  gingebre,  sp.  gengibre, 
agengibre,  pg.  gengibre,  gengivre,  rum. 
ghimber,  zingifil,  zinzifil ;  ndl.  gemher, 
engl,  ginger,  dtsch.  Ingtver  [mit  Abwurf 
des  Anlautes  wie  bei  den  folgenden 
Formen];  russ.  imbir,  inbir,  klruss.  im- 
bir,  poln.  imbier,  jembier,  cech.  zätcor, 
serb.  dzendzefil,  dumbir  [über  ung. 
gyönibir'].  [Dozy  Oost  40/41.  Kluge 
215/216.    Bern  SlEtWb  259. 

1931.  Tk.  Staiubul: 

N.  pr.,  Name  der  europäischen  Haupt- 
stadt der  Türkei,  auch  Istambul  [aus 
gr.  eiq  xäv  -nöXiv];  hieraus  serb.  stambol, 
russ.  stambulka ,  dtsch.  Stutnbulina 
'schwarzer  tk.  Gehrock'.  [Gorjajew  342. 
Mikl  SlEtWb  320  a. 

1932.  Ar.  snbät  : 

'Schlaf,  Ruhe,  Lethargie'  [vom  Vb.  sa- 
bata  'ruhen',  gleicher  Wurzel  wie  Sabbat, 
s,  hier  Nr.  1742],  ebenso  tk  ;  hieraus 
poln.  (alt)  subet  'Zuflucht;  Lethargie'. 
[JVIikl  SlEtWb  328  b.    Karlowicz  422. 

1933.  Ar.  siidd: 

'Schleuse,  Wehr  an  einem  Flusse'  [vom 
Vb.  sadda  'versperren'];  hieraus  mit 
ar.  Art.  kat.  assut,  sp.  azud  'dass.' ;  aus 
dem  Einheitsnomen  sudda  wurde  sp. 
azuda,  pg.  aguda  'Wasseriad,  Noria'. 
[DE  229.    Eguilaz  32ö. 

1934.  Ar.  süf: 
'Baumwollstoff',  ebenso  tk.  sof;  hieraus 
rum.  zof,  sof  'Barchent'.  —  Das  ar.  Adj. 
süft,  also  'der  in  Baumwollkutte  Ge- 
kleidete' bezeichnete  den  Anhänger  des 
sog.  Sufismus,  einer  Geistesrichtung  im 
Islam,  die  das  Lebensziel  des  Menschen 
in  dem  Streben  nach  mystischer  Ver- 
einigung mit  Gott  auf  dem  Wege  der 


Ekstase  erblickt  und  besonders  von  den 
Derwischorden  gepflegt  wird :  frz.  soufi, 
was  wir  heutzutage  etwa  'Theosoph' 
nennen  [Einwirkung  von  gr.aoqpöq 'weise' 
braucht  nicht  ausgeschlossen  zu  sein, 
wenn  es  auch  nicht  Grundwort  ist]; 
engl.  sofi. 

1935.  Ar.  snffa: 

'Ruhebank'  [vom  Vb.  saffa  'in  eine  Reihe 
stellen'];  hieraus  zur  Bezeichnung  eines 
gepolsterten  Sitzes  lür  mehrere  Personen 
it.  sofä,  frz.  sofa,  sopha,  sp.  pg.  sofd, 
rum.  sofa;  engl.  ndl.  sofa,  dtsch.  Sofa; 
russ.  sofa.  [DE  340.  Devic  DEt  210. 
Eguilaz  494.    ML  2025. 

1936.  Ar.  sufr: 

'Messing'  [von  asfar  'gelb';  über  die 
Form  des  ar.  Wortes  vgl.  FLEISCHER 
u.  DOZY  in  BSAW  XX,  285];  hieraus 
[oder  aus  einer  westarabischen  Form 
sufar,  die  in  Spanien  gebräuchlich  war] 
mit  ar.  Art.  sp.  azofar,  pg.  agofar  'dass.'. 
[DE  227.    Eguilaz  323. 

1937.  Ar.  sufra : 

'Niedriger  Speisetisch',  ebenso  tk.  sofra 
'dass.',  eine  manchnial  ziemlich  große, 
runde  Platte,  die  auf  einen  Schemel, 
kürsi  [s.  hier  Nr.  1 1 90],  oder  ein  ent- 
sprechendes einfaches  Gestell  gelegt, 
erst  unmittelbar  vor  dem  Gebrauche  in 
das  Zimmer  gebracht  wird  und  im  orien- 
talischen Haushalt  als  Eßtisch  dient; 
hiei  aus  rum.  sofra  'dass.',  sofragiü  'Ta- 
feldecker,  -diener',  sofrageiie  'Speise- 
zimiiier'. 

1938.  Tk.  sug-iik: 

'Wurst';  hieraus  russ.  sycug  'Magen- 
wurst; der  vom  Schlünde  in  den  Lab- 
magen führende  Kanal'. 

1939.  Ar.  snka: 

'Sporn'  [eigentlich  sauka  'Dorn'],  plr. 
sükät  'ein  Paar  Sporen';  hieraus  mit 
ar.  Art.  pg.  agueate,  acicate  [Constancio 
Dicc  15  c],  liAl.  asicats,  sp.  acica^c 'Sporn', 
der  statt  des  Sternchens  oder  Rädchens 
ein  dornförmiges  Ende  hat;  ein  Wider- 
haken verhindert  das  zu  iiefe  Eindringen. 
[DE  36/37.    Eguilaz  30/31. 

1940.  Ar.  sBkäta: 

'Ausschuß';  hieraus  mit  Imala  /«  >  e/ 
sp.  zoquete  'Brocken  Brot ;  kleiner  Mensch, 
roher  Mensch  von  langsamer  Auffassung'. 

1941.  Ar.  snkka: 

'Spalte';  hieraus  sp.  chuca,  chuque  [Dicc 
Gast  704  b]  'eine  der  vier  Seiten  des 
Knöchels,  die  eine  Höhlung  hat  (im 
Tabaspiel)'.  —  [Eguilaz  377  hat  eine 
andere,  nicht  haltbare  Ableitung.] 

1942.  Ar.  snlaiiuäm: 

'Gemisch  von  arseniger  Säure  und  Queck- 
silber, Arsenik'  [SANGUINETTI  in  JAs 
1866,  I;  Adj.  zu  Sulaiman,  N.  pr.,  = 


Ar.  sulliäm.] 


154 


Salomo,  s.  hier  Nr.  1881,  zu  dessen 
Form  v(?l.  NÖLDEKE  in  ZA  XXX,  158]; 
hieraus  sp.  .w/mirf»i'Quecksiihersuhiimat', 
kat.  soliwnni,  pj?.  solhnäo;  über  tk.  sü- 
/(V"rwf>i 'Quecksiliiersublimat  N  Schminke' 
wurde  rum.  ftiilii)ian  'Schminke',  Vb. 
mlenicui  'Mch schminken'.  [Löbel  EITAP 
87.    DE  340,    Kguilaz  494. 

1943.  Ar.  siilhäm: 

'Mantel  mit,  Kapuze'  [nur  in  Marokko 
und  angrenzenden  Ländern,  daher  viel- 
leicht berberischen  Ursprungs;  vgl.  Dozy 
Vötem  194/195];  hieraus  sp.  (alt)  guJame 
und  mit  Liquidenwectisel  [l'^  rj  sp. 
zorame.  zeramiie,  cerome  [Dicc  Gast 
1994  c  und  5.53  b],  psr.  cerowp,  cerame 
Constancio  Dicc  '246a]  'Mantel,  Über- 
zieher'. [DE  3H8/369.  Eguihiz  370. 
ML  8441. 

1944.  Ar.  snllaiii: 

'Leiter';  hieraus  pg.  .reZwa 'die seitlichen 
Bretter  eines  Leiterwagens,  mit  denen 
das  Heu  oder  Stroh  festgehalten  wird' 
[DE  355;  Constancio  Dicc  974b]. 

1945.  Ar.  snitäu: 

'Herrschaft  >  Herrscher'  [vom  aram. 
Stamme  snlat  'herrschen',  nicht  ur- 
sprünglich ar..  sondern  erst  entlehnt]; 
hieraus  zur  Bezeichnung  orientalischer 
Herrscher,  bes.  der  türkischen:  it.  sol- 
dano,  (moderner)  snltano,  sp.  soldan, 
Sultan,  pg.  soldäo.  ruin.  sultan,  frz. 
Sultan,  (älter)  soldan  und  soudan  [die 
letztere  Form  zur  Bezeichnung  der  mo- 
hammedanischen Herrscher  von  Ägypten  ; 
dagegen  kommt  le  Soudan,  dtsch.  der 
Sudan  aus  dem  ar.  biläd  as-südän  'Land 
der  Schwarzen' ;  süd  ist  Plr.  von  aswad 
'schwarz'] ;  engl.  ndl.  sultan,  mhd.  sol- 
dan, dtsch.  Sultan.  —  Ursprünglich  ist 
der  Titel  Sultan  nur  dem  Kalifen  von 
Bagdad  beigelegt,  worden,  aber  gegen 
Ende  des  X.  Jhdts.  wurden  die  'Abbä- 
siden  ihrer  weltlichen  Macht  beraubt 
und  auf  geistliche  Macht  beschränkt; 
Sultan  wurde  der  Titel  jedes  mächtigen 
Fürsten  oder  Emirs,  der  andere  be- 
herrschte, so  daß  sich  schließlich  der 
ger  ngste  Duodezfürst  so  nannte.  Vgl. 
Becker,  Bartholds  Studien  über  Kalif 
und  Sultan  in  Isl  VI,  3.50  ff.  (Devic 
DEt  212.  ZDMG  LXII,  .5(i3/.564,  714 
u.  715. 

1946.  Ar.  snmmäk: 

Eine  Staude  Bhus  coriaria  L.  'Essig- 
baum' [vom  Vb.  samaka  'einen  schönen 
Wuchs  haben'  oder  aus  dem  Aram.]; 
hieraus  it.  sommaco,  prov.  frz.  sumac, 
sp.  zumaque,  pg.  summagre,  rum.  sumac; 
russ.  sumah;  engl,  sumac,  sumach.  shu- 
mach,  ndl.  smalc,  dtsch.  Schmaclc,  Su- 
mach.  —  Die  zu  Pulver  zerriebenen 


Zweige  und  Blätter  des  Sumachhaumes 
werden  zum  Gerben  von  Häuten  und 
zum  Schwarzfärben  benutzt.  [DE  369. 
Eguilaz  532.   Devic  DEt  212.  ML  8450. 

1947.  Ar.  siinbnl: 

'Hyazinthe,  Hyacinthus  orientalis'  [KM 
II,"  972,  Z.  8]. 'ebenso  t^.  sümbül;  hier- 
aus serb.  zumbul;  rum.  zambilä  'dass.', 
frz.  snmbxl,  Bezeichnung  einer  pers. 
Um  belli  tere. 

1948.  Tk.  sniidnriiia: 

Auch  sondyrma  'offener  Schuppen'  [Ke- 
lökian  Kämas  775  b] ;  hieraus  rum. 
^andrama  'Bretterbude,  altes  Gerümpel'. 

1949.  Ar.  surad: 

Ein  in  islamischen  Märchen  vorkommen- 
der phantastischer  Vogel,  der  den  Sper- 
lingen nachstellt  |KM  II,  1123,  Z.  14/15], 
dazu  dual,  suradäni,  Obliquus  sura- 
daini;  hieraus  der  Sternname  Suradain 
a  und  ß  Sagittarii.    [Devic  DEt  44. 

19.50.  Tk.  sürgün: 
'Verbannung'  [Kelekian  Kämüs  698  a]; 
hieraus  bulg.  sjuvgjun;   rum.  snrgun, 
surghiun  'dass.'. 

1951.  Ar.  surku: 

'Armband,  Fußring  mit  Münzen  als 
Schmuck'  [nicht  klassisch-ar.,  wo  es 
saraka  heißt];  hieraus  mit  ar.  Art.  sp. 
ajorca,  oljorca,  pg.  xorca  'Gold-  oder 
Siiberreiten  mit  Edelsteinen,  die  am 
Fuß  oder  Arm  getragen  werden'.  [DE 
220.    Eguilaz  78. 

1952.  Tk.  sürnie: 

'Schminke'  [vom  Stamme  .stV,  sür  'rei- 
ben, streichen,  schmieren',  sürme  'Strich, 
Linie'  >  'Schminke',  Vämb^ry  TktEtWb 
S.  147,  Nr.  1.59 II];  hieraus  bulg.  serb. 
cech.  surma,  russ.  sur'ma  'Antimonium, 
Spießglanz'. 

1953.  Pers.  süriiä: 

'Festflöte,  Musikinstrument  zwischen 
Klarinette  und  Oboe'  [aus  pers.  sü»- 
'Fest,  Gelage'  Horn  NpEt  S.  166,  Nr.  753 
und  näl,  s.  hier  Nr.  1.541],  ebenso  tk. 
surna,  zurna  [K61ekian  Kämüs  650  a]; 
hieraus  rum.  surlä  'Querpfeife',  snrlar 
'Querpfeifer';  bulg.  serb.  surna,  klruss. 
surla,  russ.  znrna,  surna  'Pfeife',  öech. 
.SM,rw«  'Posaune'.    [Mikl  SlEtWb  329a. 

1954.  Ar.  surra: 

'Geldbörse';  hieraus  kat.  snrro,  sp.  zur- 
ron,  pg.  surräo  'Ledertasche  der  Schäfer'. 
[Eguilaz  533.    ML  2249. 

1955.  Ar.  snrta: 
'Polizeimann';  hieraus  siz.  scmia,  (alt) 
zurta 'Nachtwächter, Nachtwache;  nächt- 
licher Gesang'.    [ZfromPh  XXXV,  440. 
GrSVociSic  245.    ML  7717. 

1956.  Tk.  sürii^ü: 

Auch  sürigi  'Postillon,  Stallknecht' 
(Kelekian  Kämüs  699b];  hieraus  rum. 


155 


[Ar.  sQs. 


surugiü  'dass.,  Postknechf,  Ableitung 
surugiesc,  surugieste. 

1957.  Ar.  süs:° 

'Süßholz,  Glycyrrhiza'  [Dozy  Suppl  II, 
119a;  aus  aram.  süM  <  ass.  süsti, 
ZAkkFW  .öS];  hierzu  a)  'urük  süs  [Plr. 
von  'irk  'Wurzel']  'Wurzeln  der  Süs- 
pflanze';  hieraus  sp.  orozuz,  alcazuz, 
pg.  alcoQHZ  'Süßholz' ;  b)  rnhb  as-süs 
[s.  hier  Nr.  1726]  'Fruchtsaft  des  Sas'; 
hieraus  sp.  rabazuz  'Mus  aus  Süßholz'. 
[DE  3^25/326.  327.    Eguilaz  4()7.  476. 

1958.  Ar.  süsäii: 

'Lilie'  [teils  bläulich  oder  dunkelviolett, 
teils  weiß ;  s.  FLEISCHER  u.  DOZY  in 
BSAW'  XX,  305;  wie  hehr,  sösan  wahr- 
scheinlich aus  äg.  s-ss-n  entlehnt  ZDMG 
XLVI,  117],  Einheitsnomeii  snsäna  ;  hier- 
aus mit  ar.  Art.  und  Imäla  /«  ^  e/  sp. 
azucena,  pg.  agiccena  'weiße  Lilie',  Ab- 
leitung it.  susino  'Lilienparfüm'.  [DE 
228.    Eguilaz  325.    ML  8480. 

1959.  Ar.  siiwär: 

'Hausrat',  insbesondere  mwäv  al-'arün 
'Brautausstattung';  hieraus  mit  ar.  Art. 
sp.  ajuar,  ajovar,  kat.  aixovar,  aljurar, 
pg.  enxoval  'Mitgift'.  [DE  221.  Eguilaz 
79/80.    ML  7714a. 

1960.  Tk.  sykmak: 

'Diücken,  quälen'  [vom  Stamme  sok, 
sik  'eng,  dicht,  drücken'  Vämbery  Tkt 
EtWb  S.  152,  Nr.  164];  vom  Stamme 
f'-jk  wurde  rum.  säcäi,  s'icäi  'kritteln, 
nörgeln,  quälen'.  Das  tk.  Kausativ  lautet 
sylcdyrmak,  Imper.  s!/fcrf//»-;  hieraus  rum. 
sictir  'zum  Teufel  mit  dir',  ein  Fluch, 
dazu  das  Vb.  sictiri  'zum  Teufel  jagen'. 
—  [Der  osmanische  Fluch  k.  e.  ist  ana- 
syny  sykaji/m  'cum  matre  eius  coibo' 
oder  in  ähnlicher  Form,  z.  B.  NO  III, 
^1 ;  er  ist  wie  bei  den  Türken  so  auch 
bei  den  Völkern  des  südöstlichen  Eu- 
ropas trotz  seiner  Obszönität  zur  bana- 
len Redensart  in  allen  Lagen  des  täg- 
lichen Lebens  geworden.] 

1961.  Tk.  syra: 

'Reihe,  Glied'  [aus  gr.  ffeipctj ;  hieraus 
rum.  fir  'dass.',  ^irä  'Wirbelsäule'. 

1962.  Tk.  syriiia: 

'Filigran,  Gold- oder  Silberdraht' ;  hier- 
aus rum.  s:\rma  'Drnht,  bes.  aus  Gold 
oder  Silber'. 

1962  a.  Tk.  tabak: 
'Sohle'  [vom  Stamme  tap  'unten,  Grund, 
Sohle',  Vämbery  TktEtWb  S.  156,  Nr. 
1721;  Kelekian  Kämüs  787  a];  hieraus 
mit  Verlust  des  Endkonsonanten  sp.  taba 
'Art  Würfel  zum  Taba-  oder  Knöchel- 
spiel'. Man  beachte,  daß  bereits  im 
Mandschurischen  taba  ein  technischer 
Ausdruck  im  Knöchelspiel  ist:  'Die 
flachste  Seite  des  Spielkuochens';  eben- 


so kirgis.  tawa,  kalmük.  ta.  —  [Andere 
Ableitungen  bei  Eguilaz  497  und  ML 
8506.] 

1963.  Tk.  taban: 

'Brett'  [vom  gleichen  Stamme  wie  Nr. 
1962];  hieraus  rum.  taban  'Latte, 
Diele'. 

1964.  Persj.  täbär: 

'Beil,  Axt'  [Horn  NpEt  S.  84,  Nr.  374], 
ebenso  tk.  tabar,  tcber;  hieraus  russ. 
topor  'Beil',  topon'sce  'Stiel  am  Beile', 
bulg.  öech.  topor,  poln.  topör  'Beil,  Axt' ; 
rum.  topor  'dass.',  topori^te  'Axtstiel'. 
—  [Dagegen  kommt  der  Name  Taba- 
ristan,  die  Landschaft  am  Südufer  des 
Kaspischen  Meeres,  welche  die  pers. 
Provinzen  Gilän,  Mäzändärän  u.  Ästärä- 
bäd  umfaßt,  von  dem  einheimischen 
Worte  t(tbar  'Gebirge'  und  heißt  mithin 
'Gebirgsland',  ZDMG  XLVI,  186.]  [Mikl 
SlEtWi)  3.-.9a. 

1965.  Ar.  tabäsir: 
'Bamliuszucker',  d.  h.  zuckerhaltige  Kie- 
selknollen, die  an  den  Knoten  der  Bam- 
busstänime  abgeschieden  werden  [selbst 
aus  dem  Ind.  stammend,  ZDMG  L.  650, 
und  zwar  von  sskr.  tavakhshira];  hiei- 
aus  pg.  tabaxir  'Bambuszucker',  t.  dos 
alfaiates  [aus  ar.  al-liajjät  'der  Schnei- 
der'] 'Schneiderkreide',  frz.  tebachier, 
tabaschir  ;  engl,  tabasheer,  dtsch.  Taba- 
schir.  Über  tk.  tebesir  'Kreide'  wurde 
rum.  tibi^ir  'dass '  [DE  345.  Eguilaz 
497.  Löbel  EITAP  95.  Hobson-Jobsou 
887.    Lammens  Rem  231. 

1966.  Ar.  tabdil: 

'Änderung'  [subsl.  Infin.  von  badala  II 
'ändern'],  ebenso  tk.  tebdil  'verstohlen, 
incognito';  hieraus  rum.  tiptil  'sachte, 
verstohlen'. 

1967.  Ar.  tabi'a: 

'Natur,  Gewohnheit',  ebenso  tk.  tabiet; 
hieraus  rum.  tabiet  'Vorliebe,  Ange- 
wöhnung', Adj.  mit  tk.  Endung  tabietUü 
'bequemlich'. 

1968  Ar.  tabih: 
'Gekocht',  bes.  'gekochte  Milch";  hieraus 
pg.  tabefe  'mit  Mehl  und  Zucker  ge- 
kochte Schatmilch'  [Constancio  Dicc913; 
DE  34.5.    Eguilaz  4'.i8]. 

1969.  Ar.  ta'bija: 
'Verschanzung,  Bastei',  ebenso  tk.  tabijet 
'dass.'  [Kelekian  Kämüs  787;  woraus 
wieder  ar.  täbije  entstand,  vgl.  SKAW 
Wien  ph.  h.  Gl.  GV,  435],  hieraus  rum. 
tabie  'I3astion,  Wall  und  Graben'. 

1970.  Ar.  tabik: 

'Etwas  aneinander  Passendes';  hieraus 
sp.pg.  <aft«2Me 'Zwischenwand  aus  Steinen 
und  Lehm'.  [DE  344.  ML  8512.  Eguilaz 
498  [wo  wohl  mit  Unrecht  als  Grund- 
wort tasbik  angegeben  wird]. 


Ar.  tabl.] 


156 


1971.  Ar.  tabl: 

'Pauke'  [vgl. hei  HesycliiusTcißaXa 'Pauke' 
bei  lien  Paitliern] ;  hieraus  mit  ar.  Art. 
it.  ataballo,  taballo,  sp.  atabal,  p^.  ata- 
bale,  iiat.  tabal,  nifrz.  attabal  Tauke', 
prov.  iabalh  'GlockenschwcngeP;  mit 
siav.  Endung  hulg.  fjuiiibelek,  serb.  ta- 
lanibak;  ru.«s.  litaicra,  litawry,  pohi. 
litau-ra  'Pauke';  mit  lat.  tynipanum 
kontaminiert,  wurde  sp.  titubol,  frz.  tim- 
bale  'Pauke',  rum.  diblu,  lUplä  'Geige'. 
[DE  :J07.    Eguilaz  :29.ö.    ML  8513. 

197:2.  Polyues.  tabn: 
'Unverletzlich';  es  können  für  den  Be- 
wohner Polynesiens  gottgeweihte  Gegen- 
stände, Orte,  Personen  sein;  hieraus 
frz.  tabou,  engl,  taboo  [z.  B.  «  tabooed 
snbject  of  conrersnfion  'ein  Gesprächs- 
stoff, an  den  nicht  gerührt  werden  darf], 
dtsch.  Tabu  [z.  B.  halb  scherzhaft  'das 
ist  mir  tabu']. 

1973.  Tk.-tat.  tabiui: 

'Herde';  hieraus  russ.  tabun,  poln.  tabun 
'Pferdeherde'.  [Gorjajew  .3.59.  Mikl 
SlEtWb  346  a. 

1974.  Tk.  tabur: 

'Heerlager,  Abteilung,  Bataillon'  [vom 
Stamme  tap  'unten.  Sohle,  Spur  > 
nachspüren',  vgl.  cag,  tapkur  'die  zum 
Beutemachen  ausgeschickte  Kolonne', 
Vämhery  TktEtWh  S.  157,  Nr.  17s!  I]; 
hieraus  rum.  tabärä  'Heer,  Heerlager'; 
russ.  tabor  'Lager,  Zigeuneringer',  bulg. 
serb.  poln.  klruss.  tabor,  cech.  täbor 
'Lager',  selbst  im  Dtsch.  Tabor  'ein 
mehr  oder  weniger  befestigtes  Gebäude, 
meisliens  am  Ende  des  Ortes  liegend' 
[in  Österreich,  bes.  im  Salzburgischen, 
vffl.  Taborcdpe].  [Mikl  SlEtWb  346  a. 
Löbel  EITAP  90. 

1975.  Ar.  täbüt: 

'Kasten,  Sarg'  [aus  äg.  tht  'Arche',  ZD 
MG  XLVI,  123,  woraus  auch  hebr.  tefiä, 
aram.  te^übä,  nriit  Dissimilation  gr. 
KißujTÖq  'Arche  >  Kasten';  die  unhalt- 
baren Ansichten  der  ar.  Gelehrten  über 
dieser  Wort  und  seine  Erklärung  s. 
FLEISCHER  in  ßSAW  XVIH,  310]; 
hieraus  siz.  tabbutu  'Sarg',  sp.  atahud, 
ataiid  'dass.',  wahrscheinlich  auch  frz. 
bahnt,  pg.  bahü,  bahul,  sp  baill,  it.  baute. 
prov.  baue;  russ.  batd  'Koffer,  Kasten' 
[wofür  ML  1008  als  Ausgan ^'spunkt 
*ba-ut  mit  ,ganz  unbekanntem"  Etymon 
ansetzt].  [GrSVociSic  247.  DE"  214. 
Eguilaz  299. 

1976.  Ar.  tadkira: 

'Pafä'  [vom  Vb.  d'^ikara  'erinnern,  er- 
wähnen'], ebenso  tk.  tezkire  'dass.,  Doku- 
ment'; hieraus  frz.  teskM,  rum.  te§- 
cherea  Tassierschein,  Beglaubigungs- 
schreiben'. 


1977.  Ar.  tafar: 

'Hinterer  Sattelriemeii,  Schwanzriemen'; 
hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  atafurra,  ata- 
harra,  pg.  ataful  'bunter  Riemen,  den 
die  Maultiere  als  Schwanzriemen  tragen'. 
[DE  208.    Eguilaz  299. 

1978.  Hebr.  täcpas: 

'Ergreifen,  gefangen  nehmen',  dazu  täfüs 
'Gefangener';  hieraus  jüd.-dtsch.  Toffis 
'Gefangener',  Doufes  'Gefängnis',  auch 
im  it.  Gergo  tafüs  'Falle,  Gefängnis'. 
[Ascoli,  Sludi  orientali  e  linguistici  403. 

1979.  Berb.  Tafilelt: 

Auch  Tafilet,  N.  pr.,  zu  Marokko  ge- 
hörige Oase  südlich  des  Atlas,  in  der 
Lederindustrie  heimisch  ist;  hieraus  kat. 
pg.  tafilet,  sp.  tafilete  'feines  Leder, 
Saffian'. 

1980.  Ar.  taforma: 

'Art  Adler'  [vulg.-ar.,  wahrscheinlich  aus 
dem  Berb.];  hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  ata- 
horma  'Falke  von  aschgrauer  Farbe  mit 
rotgefleckter  Brust  und  gelben  Beinen'. 
[DE  209.    Eguilaz  299.    ML  8524. 

1981.  Pers.  täftä: 

'Zeugsloff'  [eigentlich  'gewoben',  part. 
pass.  von  täftän  'weben,  drehen,  spinnen' 
Horn  NpEt  S.  83,  Nr.  372];  hieraus  zur 
Bezeichnung  eines  bestimmten  Seiden- 
stoffes rum.  taftä,  it.  taffetä,  frz.  taffetas, 
pg.  tafetä,  kat.  tafeta,  sp.  iafetdn;  engl. 
taffeta,  taffeti/,  dtsch.  Ta/fet,  Taft,  ndl. 
taf;  wohl  auch  poln.  taftaj,  Pferde- 
decke'; ferner  russ.  tnfta,  poln.  tafta, 
serb.  tafet  'Taft'.  [ML  8525.  Gorjajew 
361.  Karlowicz  427  (mit  tat.  tahtuj  als 
Grundwort  für  das  poln.  W^ort). 

1982.  Tagalog: 

N.  pr.,  malayische  Bevölkerung  auf  einem 
Teile  der  Philippinen,  die  sich  selbst 
Tagalog  nennen  [aus  der  Partikel  taga 
'von  .  .  .  her'  und  ilog  'Flufa',  also  'Fluß- 
bewohner'];  nach  diesen  Tagalen  ist  eine 
sehr  feine  Strohsorte  für  Hüte  Togal 
benannt  [Globus  LXVII,  336]. 

1983.  Tk.  tagar: 

'Ledersack,  Gefäß':  hieraus  russ.  tagar, 
bulg.  tagar,  serb.  dagara  'Koib'  [vgl. 
ngr.  TCYCtpi,  mlat.  tagarra].  [Gorjajew 
3.59.    Mikl  SlEtWb  346  a. 

1984.  Hebr.  tähaö: 

'Unten',  modein  ausgesprochen  töfies, 
von  oberdtsch.  Juden  döhes,  hieraus 
jüd.-dtsch.  Doches,  Bokes  'Podex'. 

1985.  Ar.  tahiu: 

'Mehl',  ebenso  {k.  tahyn  'dass.,  Sesani- 
mehl'  [Kelekian  Kämüs  801a];  hieraus 
rum.  tahin  'Brei'. 

1986.  Ar.  tahlil: 

Subst.  Infin.  II  zum  Nomen  allah  'Gott'; 
er  bezeichnet  das  Aussprechen  der  For- 
mel la  iläha  illä  lläh  'es  gibt  keinen 


157 


[Pers.  täht. 


Gott  außer  Allah'.  Auf  Papier  ge- 
schrieben, diente  sie  als  Amulett;  in 
der  Folge  wurden  so  ganze  Koransuren, 
ja  selbst  der  ganze  Koran  oder  andere 
theologische  Werke,  in  einen  Behälter 
eingeschlossen,  getragen;  auch  die  christ- 
lichen Ritter  aus  der  Zeit  der  Recon- 
quista  nahmen  diese  Sitte  an  und  trugen 
Reliquien  oder  Gebete  in  einem  Amulett, 
das  tahlil  hieß;  dieser  Ausdruck  ging 
dann  auf  das  Band  über,  mit  dem  es 
gehalten  wurde,  schließlich  sogar  auf 
das  andere  Band,  an  dem  das  Schwert 
hing;  so  entstand  sp.  taheli,  tahaH,  pg. 
taly,  talim  'Degenkoppel'.  [Das  Wort 
ftama'il  >  Amulett  hat  gerade  die  um- 
gekehrte Bedeutungsentwicklung  ge- 
nommen, s.  hier  Nr.  866  :  [DE  346/347. 
Eguilaz  500. 

1987.  Pers.  täht: 

'Thron',  ebenso  tk.  taht;  hieraus  rum. 
taht,  taft  'Hauptstadt',  bes.  'Sitz  des 
Unterpräfekten'  [als  Abkürzung  aus  tk. 
pajita^t  'Hauptstadt',  eigentlich  'Fuß 
des  Thrones'  aus  pers.  pä  'Fuß']. 

1988.  Ar.  tälulua: 

'Mühle'  [vom  Vb  tahana  'mahlen',  vgl. 
tahm  hier  Nr.  l'J8ö];  hieraus  mit  ar. 
Art.  sp.  atahona,  tahona,  pg  atafona, 
kat.  tahona  'Mühle,  Bäckerei',  sp.  taho- 
nero  'Bäcker',  Vb.  atahoimr  'backen'. 
[DE  208.    Eguilaz  500. 

1989.  Berb.  Tähiirt: 

N.  pr.,  Stadt  in  Marokko,  an  zwei  Flüssen 
gelegen,  an  deren  Ufern  wohl  viele  Falken 
gehaust  haben,  die  daher  vulg.-ar.  tä- 
hurtl  heißen;  hieraus  sp.  pg.  tagarote, 
kat.  iagnrot,  taragot  'Steinfalk'.  [DE  316. 
Eguilaz  499.    ML  8527. 

1990.  Chin.  t'ai-fnng: 
Zusammensetzung  aus  chin.  Tai,  Ab- 
kürzung für  Tai-wan,  Namen  der  Insel 
Formosa,  und  fung  'Wind',  also  eigent- 
lich 'Formosawind' ;  hieraus  zur  Bezeich- 
nung eines  Zyklons  in  den  südchinesischen 
Gewässern  engl,  typhoon,  dtsch.  Taifun, 
Teifun;  frz.  typhon.  Erst  über  ar.  füfän 
'heftiger  Sturm'  entstand  pg.  tufäo,  to- 
fano.  —  Auch  die  Ableitung  aus  tai 
'groß'  und  fung  'Wind',  also  'großer, 
d.  h.  starker  Wind',  hat  aus  semantischen 
Gründen  manches  für  sich.  [Hirth 
ChinFW  210/212.  Hobson-Jobson  947 
bis  950  [mit  Anführung  anderer  z.  T. 
lächerlicher  Etymologien].  Lammens 
Rem  242/243. 

1991.  Ar.  taiffir: 

'Kupfernes  Becken,  Schüssel';  hieraus 
sp.  ataifor  'tiefe  Schüssel,  runder  Tisch'; 
aus  der  ar.  Ableitung  taifürljja  'Schüssel' 
wurde  sp.  tafurea  'TrausportschilT  für 
Pferde',  kat.  tafarea  'flaches  Brot',  it. 


tafferia  'Barktrog,  Holzmulde'.  [DE  345, 
Eguilaz  299.    ML  8532. 

1992.  Chiu.  tai-ming: 

'Großer  Name',  in  jap.  Aussprache  un- 
gefähr daimyö  'ein  Lehensfürst  im  feu- 
dalen Japan',  auch  Daimio  geschrieben  ; 
im  Gegensatze  dazu  hießen  die  Heer- 
führer von  geringerer  Bedeutung,  etwa 
unsere  alten  Barone,  shömyö  'kleiner 
Mann'.  Bis  zu  ihrem  Fall  i.  J.  1868  gab 
es  etwa  300  Daimios.  [Ghamb  AUJap  95  f. 

1993.  Tk.  tajaiimak: 

Auch  dajanmak  'dauern'  [vom  Stamme 
tal-,  tag,  taj  'anrühren,  hinzulegen,  bis', 
dajan  'sich  anlehnen  >  dauern',  Väm- 
bery  TktEtWb  S.  159,  Nr.  173  1];  hier- 
aus rum.  tiäinui  'dauern'. 

1994.  Ar.  ta'jln: 

'Zuweisung,  tägliches  Gehalt,  Ration' 
[Infin.  II  von  'ain  'Auge'],  ebenso  tk.; 
hieraus  bulg.  tajtji  'Anteil',  rum.  tain 
'Ration,  Brotgeld'. 

1995.  Ar.  tajjib: 

'Gut',  hieraus  pi^.  taibo  (alt),  tambo  'Ehe- 
bett', tamhoeira  'Brautführerin'.  [ML 
8.531  a. 

1996.  Ar.  täka: 

'Fenster',  daraus  abü  täka,  vulg.  bä  täka 
'Vater  des  Fensters',  Bezeichnung  des 
spanischen  Talers,  weil  die  auf  ihm 
befindlichen  Säulen  des  Herkules  von 
den  Arabern  irrtümlich  für  ein  Fenster 
angesehen  wurden  [dasselbe  Bild  mit 
der  hindurchflatternden  Fahne  hat  be- 
kanntlich zur  Entstehung  der  Abkürzung 
für  den  Dollar  $  Anlaß  gegeben] ;  hier- 
aus sp.  pg.  kat.  jjrt^«c«,  sp.  patacön 
'spanischer  Taler'.  [DE  326.  Eguilaz  469. 

1997.  Ar.  täkija: 

Auch  täkija  'üntermütze,  d.  h.  weißes 
Käppchen,  das  unter  dem  Turban  ge- 
tragen wird'  [Dozy  Velem  280  f.] ;  hier- 
aus sp.  toca,  it.  tocco,  frz.  toque  'Barett, 
Käppchen',  siz.  toccu  'weißes  Käppchen, 
das  gewöhnlich  die  Köche  tragen';  dtsch. 
Tocke,  Tockhut  [für  Damen,  Modeaus- 
druck]. Über  tk.  takije  'Mütze'  wurde 
rum.  tichie,  chitie  'Käppchen'.  [Das 
Entstehen  von  o  in  den  rom.  Formen 
aus  ar.  ä  erklärt  sich  aus  der  Nachbar- 
schaft der  emphatischen  Laute  t  und  k, 
die  schon  im  Ar.  eine  Verdumpfung  der 
Vokale  hervorrufen.]  [Löbel  EITAP  95. 
GrSVociSic  248.    Lammens  Rem  241. 

1998.  Ar.  taklid: 
'Nachahmung,  Umhängen  eines  Schwer- 
tes' [subst.  Inf.  II,  bes.  tk.  teklid-i-sejf 
die  Zeremonie,  bei  der  der  neue  Sultan 
auf  deu  Thron  in  die  'Ejjübmoschee 
geführt  und  dort  mit  dem  Schwerte  des 
Gründers  der  osmanischen  Dynastie, 
ORHAN,  gegürtet  wird];  hieraus  rum. 


Ar.  takwim.] 


158 


tacUt  'Gurt  zum  Hinablassen  des  Sarves 
in  das  Grab;  seidenes  Kopf-  oder  Hals- 
luch'. 

1999.  Ar.  takwim: 

'Richtige  Ordnung'  [subsl.  Inf.  H  von 
häma  'stehen'],  'Kalender';  hieraus  it. 
taccuiuo  'Notizbuch',  (alt)  'Kalender'. 
(ML  8667.] 

2000.  Tk.  takym: 

'Gesamtheit  aller  Teile;  Bande'  [vom 
Stamme  tak  'anrühren,  hinzufügen', 
öag.  tahim,  tokum  'ein  aus  mehreren 
Teilen  zusammengefügtes  Ganze',  Väm- 
bery  TktElWb  S.  158,  Nr.  173  Ij;  hier- 
aus ruiu.  tadm  mit  vielen  Bedeutungen, 
z.  B.  'vollständige  Sammlung,  Gedeck 
bei  Tische;  Gelichter,  Kerl,  Dirne'. 

2001.  Ar.  ta'lab: 

'Fuchs',  hierzu  fiusä  nt-taHab  'testiculi 
vulpis',  Bezeichnung  für  die  stärkemehl- 
haltigen  Knollen  einiger  Orchisarten, 
z.  B.  Orchis  mascula,  woraus  sich  schon 
vulg.-ar.  salilth  bildete.  Hieraus  kat. 
sp.  frz.  salej),  rum.  salep;  engl,  salep, 
salop,  ndl.  salep,  dtsch.  Salep,  Saleb, 
offizinelle  Bezeichnung  einer  Orchis. 
[Dozy  Oost  78/79.    Hobson-Jobson  784. 

2002.  Hebr.  tälä: 
'Aufhängen',  part.  praes.  act.  töle  'auf- 
hängend, Henker';  hieraus  frz.  (Argot) 
tolle,  /ö?c 'Henker',  gaunerdtsch.  Dollinger 
'dass.'.  fDRIESEN  in  Herrigs  Archiv 
GXXIII,  204. 

2003.  Ar.  talak: 

Ein  Mineral  'Talk'  [wohl  pers.  Ur- 
sprungs]; hieraus  li.talco,  irz.talc,  sp. 
talque,  sp.  pg.  talco,  kat.  talc;  ndl.  talk- 
steen,  dtsch.  Talk,  engl,  talc;  russ.  talk. 
[DE  347.  Eguilaz  501.  ML  8.536. 
Lammens  Rem  232. 

2004.  Ar.  taläk: 
'Ehescheidung' ;  hieraus  pg.  talaca  'Schei- 
dung'.   [DE  347.    Eguilaz  .500. 

2005.  Tk.  talan: 

'Beute'  [vom  Stamme  tal  'nackt,  bloß, 
leer;  berauben',  cag.  talan,  talkan'Ra.uh, 
Beute', Vämbery  TktEtWb  S.  1 64,  Nr.  178): 
hieraus  russ.  (all)  talan  'Glück,  Schick- 
sal', bulg.  tala7i  'dass.',  klruss.  talan 
'Glück',  bestalana  'Unglück'  und  Ablei- 
tungen. [Gorjajew  360.  Mikl  SIEtWb 
346  b. 

2006.  Ar.  talbis: 

'Bekleidung'  [subst.  lufin.  II  von  lahisa 
'kleiden'],  tk.  ebenso  telbis,  vollständig 
telbis-i-iblis  [s.  hier  Nr.  892]  'Bekleidung 
des  Teufels';  hieraus  durch  Verkürzung 
rum.  tälpiz  'hinlerlistig'. 

2007.  Ar.  tali'a: 

'Späher',  plr.  falä'i\  vulg.  taläji';  hier- 
aus mit  ai'.  Art.  kat.  sp.  pg.  atalaya, 
pg.  atelaya  'Wartturm;  Wache  auf  den 


Feldern',  siz.  taliari  'beobachten',  talel 
'paß  auf!'.  [DE  209/210.  Eguilaz  300. 
GrSVociSic  247. 

2008.  Ar.  ta'lim: 
'Übung'  [subst.  Iniin.  II  von  'alima 
'wissen,  lernen'],  ebenso  tk.  talim;  hier- 
aus rum.  talim  'Verbeugung,  Bückhng', 
Vb.  tallmuri  'sich  verneigen'.  [Löbel 
EITAP  91  erkennt  den  Zusammenhang 
nicht;  es  liegt  offenbar  Kontamination 
mit  dem  häufigen  tk.  Worte  teslim  -< 
ar.  tnslim  in  der  tk.  Bedeutung  'freund- 
liche Begrüßung'  vor.] 

20Ü9.  Ar.  tania': 
'Begierde' ;  hieraus  siz.  ntamari  'betäu- 
ben, verblüöen'.    [GrSVociSic  243. 

2010.  Ar.  tamäiii: 

'Vollständig,  richtig',  ebenso  tk.  temani : 
hieraus  rum.  taman  'gerade,  genau'. 

2011.  Ar.  taiuaniiä: 

'Gruß,  bei  dem  die  Finger  geküßt  und 
an  die  Stirne  gelegt  werden',  ebenso 
tk.  temenna;  hieraus  rum.  temenea  'Ver- 
beugung, Bückling'. 

g()i9  Mal,  tambäga: 
Kupfer'  [Pijn  68;  aus  sskr.  tanuka,  ei- 
gentlich 'das  dunkle  Metall',  also  'Kup- 
fer'; vgl.  A.  A.  E.  Schleiermacher,  De 
l'influence  de  l'ecriture  sur  le  langage 
suivi  de  grammaires  barmane  et  ma- 
laie.  Darmstadt  1835.  S.  537,  nicht 
S.  835,  wie  POTT  in  ZKM  IV,  265  an- 
gibt]; hieraus  zur  Bezeichnung  einer 
Legierung  von  Kupfer  (A^/i — 12  Teile) 
und  Zink  (1  Teil)  pg.  tambaque,  tambaca, 
sp.  tumbaga,  frz.  tombac,  it.  tombacco ; 
engl,  tomback,  dtsch.  Tombak  ;  russ.  tom- 
pak.  —  [Die  Ableitung  aus  dem  Namen 
eines  Engländers  DOMBACK  ist  un- 
bewiesen ;  ebenso  unwahrscheinlich  ist 
die  Entstehung  aus  dem  umgestellten 
chin.  pack-tang  'weißes  Kupfer'  >  tong- 
pack.]  [Devii-  DEt  221.  Hobson-Jobson 
829. 

2013.  Ar.  tamr: 

'Dattel',  Einheitsnomen  tamra\  hieraus 
sp.  pg.  tamara  'Dattel'  und  Ableitungen. 
—  Aus  tamr  hindl  'ind.  Dattel,  Tama- 
riscus  indica'  entstand  it.  tamarmdo, 
frz.  tamarin,  sp.  tamarindo,  pg.  tama- 
rinho,  rum.  tamarinda;  ndl.  tamarmde, 
engl,  tamarind,  dtsch.  Tamarinde.  Eine 
lat.  Ableitung  aus  tamr  ist  lat.  tamaris- 
CHS,  woraus  z.  B.  engl,  tamarisk,  dtsch. 
Tamariske;  kat.  tamarit,  sard.  tamaritfu. 
[DE  347.  EguÜHZ  502.  Devic  DEt  214 
u.  215.  ML  85.53.  Herrigs  Archiv  CXL. 
240. 

2014.  Ind.  tamtam: 

Onomatopoetischer  Ausdruck  zur  Be- 
zeichnung des  Trommellärms  und  ähn- 
licher Geräusche:  tarn,  tamhattum,  mal. 


159 


[Ar.  tanbür. 


tongtony  und  ähnlich  in  anderen  ind. 
Sprachen.  Hieraus  engl,  tum-tom  'Ein- 
geborenentrommeP,  frz.  tamtam  'Blech- 
pauke, chin.  Gong',  dtsch.  Tamtam  in 
übertragener  Bedeutung  'marktschrei- 
erische Reklame'.  [Hobson-Jobson  929 
u.  930. 

2015.  Ar.  tanbür: 

'Zither,  Mandoline  oder  ein  anderes 
Saiteninstrument',  vulg.  tambür ;  hieraus 
sp.  tamhor,  it.  tamburo,  frz.  tambour 
'Trommel'.  Mit  Metathesis  wurde  mlat. 
pandura,  iL  (alt)  pandura,  pandora  ^ 
(neu)  mandola,  frz.  pandore  >  mandore, 
mandole,  dtsch.  Mandoline.  Das  ar.  Wort 
kommt  selbst  aus  einem  pers.,  aus  dem 
u.  a.  afrz.  prov.  tabor  'Trommel',  prov. 
'kleiner  Sessel',  frz.  tabouret  'dass.', 
prov.  taborel,  taborin  'Tamburin'  und 
viele  Ableitungen  geflossen  sind.  [DE 
374.    Eguilaz  301.    ML  8516a. 

2016.  Berb.  tängult: 

'Kupfer';  hieraus  pg.  tanyul  'Kupfer  aus 
der  Berberei'.    [DE  348.    Eguilaz  502. 

2017.  Gnzerati  tänkh: 
'Wasserbehälter';  hieraus  engl,  tank, 
ritsch.  Tank  'großer  Behälter',  z.  B.  für 
Wasser  oder  Benzin.  —  [Die  Ähnlich- 
keit mit  pg.  tanque,  it.  sta(/no,  frz.  itang, 
sp.  estanque,  mengl.  stank  aus  lal.  stag- 
num  'Teich'  ist  zufällig.  Das  Wort 
engl,  tank,  dtsch.  Tank  'Kampfwagen', 
das  im  Weltkriege  entstanden  ist,  ist 
nach  seinem  Erfinder  entstanden.]  [Hob- 
son-Jobson 898/900. 

2018.  Ar.  tunnin : 

'Drache' ;  hieraus  mit  ar.  Art.  der  Slern- 
name  Etunin  y  Draconis.  Aus  räs 
attanmn  'Kopf  des  Drachen'  entstand 
Rastaben  'derselbe  Stern'.  [Devic 
DEt  42. 

2019.  Ar.  taunür: 

'Ofen,  und  zwar  beweglicher  Ofen'  [vgl. 
Assyr.  iitiüru,  Del  HWB  711b;  zur  Ent- 
stehung und  Geschichte  des  Wortes  vgl. 
Rudolf  Dvorak,  Ein  Beitrag  zur  Frage 
über  die  Fremdwörter  im  Koran.  Leip- 
ziger Diss.  München  1884];  hieraus  mit 
ar.  Art.  sp.  atanor  im  MA  'Ofen  der 
Alchemisten',  'Brunnenröhre',  frz.  atha- 
nor  'Alchemistenofen'.  Über  tk.  tandyr 
wurde  rum.  tandur  'Fußwärmer',  d.  h. 
ein  Tischchen,  unter  dem  ein  Gefäß  mit 
glühenden  Kohlen  aufgestellt  ist  [s.  man- 
gal  hier  Nr.  1392],  frz.  tandour  'dass.'. 
Unmittelbar  aus  dem  Ar.  wurde  siz. 
tanniira  'kleiner  Ofen,  Kohlenbecken'. 
Aus  dem  gleichlautenden  hehr.  Worte 
wurde  gaunerdtsch.  Tanner  'Ofen'.  [DE 
SlOy-il-ä.  Devic  DEt  216.  Lammens  Rem 
5234.    Lammens  Fartik  917. 


2020.  Ar.  tautana: 

'Metallischer  Klang,  Gepränge',  ebenso 
tk.  tantana  'Pomp,  Parade';  hieraus 
rum.  dandana  'Gepolter,  Lärm,  schlechte 
Angelegenheit'. 

2021.  Tk.  tapkur: 

'Kleines  Lederkoppel,  das  die  Schabracke 
des  Pferdes  festhält'  [Kelekian  Kämüs 
787  b:  iäiÄ;är];  hieraus  rum.  <«/'<wr 'dass.'. 

2022.  Pers.  tär: 

'Faden,  Gewebe'  [Horn  NpEt  S.  82, 
Nr.  369],  ebenso  tk.;  hieraus  rum.  tearä 
'Zetteln'  (Weberausdruck). 

2023.  Ar.  taraf: 

'Seite,  Gegend',  ebenso  tk.;  hieraus  rum. 
taraf a  'Schar,  Bande'. 

2024.  Ar.  taraha: 

'Entfernen,  beseitigen',  dazu  subst.  Intin. 
tarh  'Abzug';  hieraus  it.  prov.  tara, 
frz.  tare,  sp.  pg.  <a>-a,  rum.  dar«;  dtsch. 
Tara,  engl,  tare;  russ.  tara  'Abzug  vom 
Bruttogewicht',  also  'Verpackungsge- 
wicht'. [Zur  Lautgestaltung  beachte 
man,  daß  das  ar.  tarh  fast  wie  farak 
gesprochen  wird;  Ableitung  von  fürah 
scheint  daher  zweifelhaft,  vgl.  RUSKÄ 
in  Isl  XII,  234-/235.]  Hierhin  gehört 
auch  it.  tarocco,  dtsch.  Tarock  'ein  Kar- 
tenspiel'. [DE  313.  Eguilaz  304.  ML 
8568.    GrSVociSic  247. 

2025.  Ar.  turahsakun: 

'Wilde  Zichorie';  hieraus  la*.  taraxacum 
'Löwenzahn,  Leontodon  laraxacum',  frz. 
taraxacon;  eng),  taraxacum.  [Devic  DEt 
216/il7.    Lammens  Rem  235. 

2Ui6.  Tk.  tarak: 
'Kamm'  [vom  Stamme  tal,  tar  'groß, 
geräumig  >  erweitern,  ausstreuen',  c'ag. 
tarak  'Kamm',  eigentlich  'Zerstreuer', 
Vämbery  TktEtWb  S.  162,  Nr.  176  II]; 
hieraus  rum.  tarac,  arac  'Reben-  und 
Weinpfahr,  därac  'Wollkratze,  Krempel'. 

2027.  Kas.-tat.  tarakau: 
'Schabe';   hieraus  russ.  tarukan,  cech. 
tarakan  'dass.',    vielleicht  auch  poln. 
karuczan.     [Gorjajew  360.     Mikl  SiEt 
Wl)  347  a. 

2028.  Ar,  taran^nbin: 

'Flüssige  pers.  Manna'  [aus  pers.  türiin- 
gubin:  tär  'feucht,  irisch'  Hoin  NpEt 
S.  85,  Nr.  382  und  änguhin  'Honig'  eben- 
da 8.29,  Nr.  124];  hieraus  sp.  terenia- 
bin,  frz.  tireniabin  \teremabin  in  Roma- 
nia  XXXV,  409;  s.  Behrens  Beilr  264] 
'dass.',  fiz.  tringibin.  [DE  350.  Devic 
DEt  219/220.  Eguilaz  505.  Lammens 
Rem  239. 

2029.  Pers.  täräzQ: 

'Wage',  tk.  ebenso  terazi ;  hieraus  serb. 
teresije,  klruss.  terezy,  russ.  tereza ' Wase' ; 
rum.  tirizie,  terezie  'Wagscliale'.  [Löbel 
EITAP  94.    Mikl  SlEtWb  354  a. 


Ar.  Urb.] 


160 


2030.  Ar.  tarb: 

'ümenlum,  Netz',  d.  h.  Faltungen  (Dupli- 
katuren)  des  Bauchfells  (Peritonium)  der 
Wirbeltiere,  also  auch  beim  Menschen 
[aus  pers.  därb  'tetf  Horn  NpEt  ö.  97, 
Nr.  43ö];  hieraus  nilat.  der  Anatomen 
zirbits,  it.  zirbo,  sp.  pg.  zirbo,  zerbo 
'Leibesnetz',  unmittelbar  mit  Metathesis 
it,  tn'ppn,  frz.  tripe,  prov.  kat.  sp.  pg. 
tripj  'Eingeweide,  Kaidaunen',  it.  (dial. 
Piemont  bis  Neapel)  tripa  'Bauch'. 
[HArHebrAn  247/250.    ML  8703. 

2031.  Ar.  tarbüs: 

'Roter  Fez'  [Dozy  Vetem  220,  250,  289 ; 
aus  tk.  ter  'Schweiß'  und  pers.  püs, 
Präsensstamm  püsidän  'bedecken',  s.  hier 
Nr.  1625,  also  'Schweifskappe'] ;  hieraus 
frz.  tarbouch,  dlsch.  Tarbusch,  engl,  tar- 
boosh,  tarbouche. 

2032.  Ar.  tarfä': 

'Tamariske,  Tamarix  gallica' ;  hieraus  in 
gleicher  Bedeutung  sp.  atarfe,  taray. 
[DE  212.  348.    Eguilaz  305.  ML  8578. 

2033.  Ar.  iargumän: 

'Ausleger,  Dolmetscher'  [Vb.  targama 
'dolmetschen'  aus  syr.  targem  'erläutern', 
vgl.  targüm  'Erläuterung,  Erklärung'; 
beachte  assyr.  ragämu  'sprechen',  rigmu 
'Wort',  eigentlich  'schreien,  rufen';  'Ge- 
schrei, Ruf,  DelHWB  612  a,  sowie  assyr. 
targumänu  'Dolmetsch',  ebenda  713  a]; 
hieraus  it.  dragomanno,  turcimanno  [mit 
Anlehnung  au  turco  'Türke'],  prov. 
drogoman,  frz.  drogoman,  drogman, 
trucheman,  kat.  sp.  drogoman,  trujaman, 
pg.  dragomano,  trugimäo;  engl,  drogo- 
man, druggerman,  ndl.  drogoman,  drog- 
man, dtsch.  Dragoman,  (älter)  Dnitzel- 
mann,  Trutschelmann;  russ.  dragoman. 
[DE  351.  Eguilaz  508.  ML  8580. 
Kluge  96. 

2034.  Ar.  tarhün : 

'Kaisersalat,  Bertram  Arteraisia  dracun- 
culus'  [aus  gr.  bpdKUJv] ;  hieraus  it.  tar- 
gone,  mfrz.  targon,  frz.  targon,  estragon, 
prov.  draguneto,  estargon,  sp.  taragona, 
tarncontea,  pg.  estragäo,  rum.  tarhon; 
engl,  dragoon,  dtsch.  Dragun,  Esdragon; 
russ.  dragun,  estragon,  bulg.  estragon, 
cech.  dragön,  estragon,  poln.  estragon, 
draganek.  —  Der  Esdragon  ist  wahr- 
scheinlich zur  Zeit  der  Kreuzzüge  nach 
Europa  eingeführt  worden,  da  er  den 
Alten  unbekannt  war.  [DE  348.  Eguilaz 
392.  Devic  DEt  112/113.  Lammens 
Rem  108/109.  [ML  8581.  Gorjajew 
95.  432. 

2035.  Hind.  tärl: 

'Palm wein  vom  Palmbaume  tär'';  hier- 
aus engl,  toddy  'der  süße  Saft  gewisser 
Palmen,  gesüßter  Branntwein  mit  heißem 
Wasser'. 


2036.  Ar.  tarlda: 
'Transportschiff  für  Pferde,  Schlepp- 
schiff' ;  hieraus  it.  prov.  kat.  sp.  tarida 
'Lastschiff'.  Hiermit  muß  auch  it.  tar- 
tana,  frz.  tartane,  kat.  sp.  pg.  tartana; 
ndl.  tartaan  'kleines  Seefahrzeug'  zu- 
sammenhängen [das  ML  8588  genannte 
Grundwort  ar.  tarfaneh  existiert  wohl 
nicht  oder  ist  selbst,  wenn  es  belegt 
werden  könnte,  romanischen  Ursprungs]. 
[DE  349.    Eguilaz  503.    ML  8582. 

2037.  Ar.  ta'rif: 
'Bekanntmachung'  [subst.  Inf,  II  vom 
Vb.  'arafa  'wissen'];  hieraus  it.  tariffa 
'Warenverzeichnis',  frz.  tarif,  sp.  pg. 
tarifo,  rum.  tarif,  Vb.  tarif a  'besteuern'; 
ndl.  tarief,  dtsch.  Tarif,  engl,  tariff 
'Warenverzeichnis,  Preisliste';  russ.  tarif, 
cech.  tarifa,  poln.  taryfa.  [DE  348. 
Eguilaz  503.    ML  8583. 

2038.  Ar.  tariha: 
'Zwangsarbeit';  hieraus  sp.  tarea  'Arbeit, 
Tagewerk',  pg.  tarefa  'Arbeit,  die  zu 
einer  bestimmten   Zeit    geleistet  sein 
muß'.    [DE  348.    Eguilaz  503. 

2039.  Ar.  tarima: 

'Bettstelle'  oder  tärima  'Holzhaus  mit 
hochgewölbtem  Dach'  [aus  pers.  tärim]; 
hieraus  kat.  sp.  pg.  tarima  'Fußschemel, 
Tritt',  pg.  tarimba  'Pritsche';  rum.  tärim 
'Landstrich'  [über  tk.  tarym  'Gewölbe' 
wie  die  folgenden  Wöiter],  russ.  terem 
'Dachzimmer',  (älter)  'Kemenate,  Frauen- 
gemach', klruss.  terem,  poln.  trzem 
'dass.',  serb.  trijem  'Halle'.  [DE  348, 
Eguilaz  503.  ML  8584.  Mikl  SlEtWb  354. 

2040.  Tk.  tarla: 

'Saatfeld,  bebautes  Land'  [vom  Stamme 
tal,  tar,  s.  hier  Nr.  2026;  osm.  taramak 
'säen  <^  ausstreuen'] ;  hieraus  rum.  tarla 
'dass.,  schmales  Beet'. 

2041.  Ar.  tartib: 

'Anordnung',  ebenso  tk.  tertib  'Anord- 
nung, Plan';  hieraus  rum.  tertip  'Vor- 
kehrung, Kunstgriff  (bes.  unehrlicher)', 
Ableitung  tertipciü. 

2042.  Sskr.  tasara: 

Ebenso  hind.  tasar  'Schiffchen  des  We- 
bers' ;  hieraus  engl,  tussah,  tusseh,  dtsch. 
Tussaseide,  eine  Art  geringwertiger  Seide, 
die  von  verschiedenen  Seidenraupen, 
z.  B  Antheraea  paphia,  hergestellt  wird. 
[Hobson-Jobson  945/946. 

2043.  Tk.  tasnia: 

'Riemen';  hieraus  rnm. tasma  'Hutband'; 
russ.  tasma  'Riemen',  tesma  'Band',  tes- 
jomka  'schmales  Zwirnband',  öech.  tas- 
ma, poln.  tasma,  tasiemka  'dass.'. 

2044.  Pers.  täst: 

'Becken,  Untertasse'  [Horn  NpEt  S.  87, 
Nr.  389],  ins  Arabische  als  täs,  täsa 
'Schälchen'  übergegangen;   hieraus  it. 


161 


[Tk.  Tatar. 


tazza  'Trink schale',  sard.  taza,  prov. 
tassa,  frz.  fasse,  sp.  pg:.  taza,  rum.  tas; 
dtsch.  Tasse,  (dial.  Bayern)  Tatze;  russ. 
taz  'Becken',  serb.  tas,  poln.  tasa.  [DE 
349.    Eguilaz  504.    ML  8594. 

2045.  Tk.  Tatar: 

N.  pr.,  Name  einer  grolsen  Verzvveii^ung 
des  Türkenstammes;  hieraus  u.  a.  dtsch. 
Taterkorn  'Buchweizen',  Tatarennach- 
richt 'falsche,  voreilige  Nachricht,  Ente' 
(so  genannt,  weil  während  des  Krim- 
krieges ein  tatarischer  iVIeldereiter  vor- 
zeitig die  Nachricht  vom  Falle  Sewasto- 
pols nach  Konstantinopel  brachte] ;  cech. 
kh'üss.  tatarka  'Buchweizen,  Heidekorn'; 
rum.  tärtäcii^a  'dass.,  Walzenkürbis', 
tätar  'Tatare,  Tatarenpferd',  tätarcä 
'Tatarenstute,  Pelzmantel';  frz.  tartare 
im  Schneiderargot  von  Paris  'Lehrling, 
zweiter  Geselle'.  [Roth  ViFr  43/44. 
MWiD  III. 

2046.  Ar.  tatbika: 

jSubst.  Infin.  II  von  tabitka  'bedecken'] ; 
hieraus  sp.  pg.  iabica  'eine  Platte  aus 
Eisen  oder  Kupfer,  um  eine  Öffnung 
zuzudecken',  sp.  der  leere  Raum  selbst, 
also  'Hohlraum',  Vb.  tahicar  'zumauern'. 
[DE  344. 

2047.  Tahitisch  tatn: 

Auch  tatau  'Zeichen,  Schrift.  Malerei', 
Vb.  'zeichnen,  lesen,  rechnen';  hieraus 
engl,  tattow,  tattoo,  dlsch.  tatuieren,  täto- 
wieren; frz.  tatouer.  [Die  Sitte  des  Täto- 
wierens kam  zu  uns  von-den  Marquesas- 
Inseln.] 

2048.  Ar.  taur: 

'Stier'  [echt  .semitisches  Wort,  also  nur 
zufällig  mitlat.  faMms lautlich  zusammen- 
fallend]; hieraus  mit  ar.  Art.  der  Stern- 
name Ataur  'Sternbild  des  Stieres  Tau- 
rus'.    [Devic  DEt  41/42. 

2049.  Ar.  tanrTk: 

Subst.  Infin.  des  Vbs.  waraka  II  vom 
Subst.  warak  'Blätter',  nlso  'Blätterwerk' ; 
hieraus  mit  oder  ohne  ar.  Art.  sp.  atau- 
rique,  taurique  'maurische  Stukkatur'. 
[DE  214.    Eguilaz  30ö. 

2Ü.Ö0.  Ar.  taiisija: 
Subst.  Infin.  des  Vbs.  wasä  II  'färben, 
schönmachen',  also  'Färbung';  hieraus 
sp.  ataujia,  pg.  atauxia,  fnuxia.  mfrz. 
tauchie,  it.  tausia  'Damaszierung  mit 
Gold  oder  Silber',  dtsch.  Vb.  tauschieren. 
[DE  214/215.  Eguilaz  .306.  ML  8602  a. 

2051.  Tk.  tawa: 
'Bratpfanne;  Schüssel,  worin  Pastetchen, 
Kuchen  usw.  zubereitet  werden'  [Kelekian 
Kamus  798a;  339a  mit  Abbildung]; 
hieraus  rum.  tavä  'Kuchenschüssel,  Brat- 
pfanne, Hackofen';  bulg.  serb.  tawa 
'Pfanne'.  [Sain  59.  Löbel  EITAP  93. 
Mikl  SlEtWb  347  h. 

Lokotsch,  Etymolog.  Wörlerlmch. 


2052.  Tk.  tawan: 
'Zimmerdecke';    hieraus    rum.  tavan; 
bulg.  serb.  tawan  'dass.'. 

2053.  Ar.  tawäfur: 
'Wiederholung',  ebenso  tk.  'öffentlicher 
Lärm';  hieraus  rum.  täväturä  'wüster 
Lärm'. 

2054.  Berb.  tazabbügt: 

'Wilder  Ölbaum,  Rhamnus  lycioides'; 
hieraus  zunächst  ar.  zanhüg,  ferner  sp. 
acebuche,  pg.  azambtijo,  zambujo  'dass.'. 
[DE  32.  Eguilaz  1.5/17  (der  lat.  acerbus 
als  Gdwt.  vorschlägt;  lautlich  viel  zu 
schwierig). 

2055.  Tat.  täzäk : 
'Getrockneter  Kuhmist',  der  zur  Feuerung 
benutzt  wird;  hieraus  rusä.  tizjak  und 
mit  Assimilation  an  den  Auslaut  kizjak 
'dass.'.    [Gorjajew  139. 

2056.  Tk.  tebsi: 

'Metallplatte',  die  auf  Füßen  steht  und 
als  Tisch  dient  [Kelekian  Kämüs  341a]; 
hieraus  rum.  tipsie  'Präsentierteller, 
Pfanne';  bulg.  tepcija  'Tablett',  bulg. 
serb.  tepsija  'Teller'.  [Löbel  EITAP  96. 
Mikl  SlEtWb  352  b. 

2057.  Aram.  tCTar: 

Dazu  pa"el  tagger  'handeln,  Handel 
treiben',  taggär  'Kaufmann';  hieraus 
durch  Vermittlung  der  Juden  ndl.  tag- 
gerijn,  tangerijn  'Eisenhändler'. 

2058.  Tk.  tejel : 

'Hintei  naht'  [Kelekian  Kamas  394b], 
'Seidennaht  in  wattierten  Röcken' ; 
hienius  rum.  tighel  'Hinterstich,  Stepp- 
stich'.   [Sain  60.    Löbel  EITAP  96. 

2059.  Tk.  teker-ineker: 
'Plötzlich'  [Kelekian  Kämüs  393  b;  Dop- 
pelausdruck, bei  dem  das  zweite  Glied 
reduplizierend  mit  m  anlautet,  s.  Ad. 
Wahrmund,  Prakt.  Handbuch  der  osman.- 
tk.  Sprache.  \  Gießen  1898.  S.  .58  oder 
M.  Horten,  Kleine  tk.  Sprachlehre.  Heidel- 
berg 1916.  S.  123;  vgl.  fr.  pele-mele, 
dtsch.  Mischmasch];  hieraus  rum.  techer- 
mecher  'dass.'. 

2060.  Tk.  tel: 

'Draht,  Metallfaden';  hieraus  bulg.  tel, 
serb.  telej,  telo  'Draht',  rum.  tel  'Eisen- 
oder Kupferdraht'. 

2060a.  Siames.  telapat: 
'Palmblatt'  [angeblich  verwandt  mit 
mal.  keläpa  'Kokosnuß'  Pijn  179b];  nach 
diesem  von  ihnen  ständig  gebrauchten 
Abzeichen  sind  die  buddhistischen  Prie- 
ster in  Siaiii,  mit  dem  heimischen  Namen 
phra  genannt,  bezeichnet:  frz.  talapoi.n, 
engl,  talapoin  'siamesischer  Bonze'.  [De- 
vic DEt  233/234. 

2061.  Tk.  telatin: 

'Russisches   Leder'    [Kelekian  Kämüs 

11 


Tk.  temel.] 


162 


;{97aj',  hieraus  ruin.  telctin  Mass., 
Juclilenledcr'. 

:2üG'2.  Tk.  temel: 
'Grund,  Fundament'  [aus  gr.  öe|Lie\iov, 
ZDMG  LI,  t296];  hieraus  rum.  temelie 
'dass.',  temem  'Grundlage';  serb.  temelj, 
bulg.  temel  'Fundament'.  [Löbel  EITAP 
!>4.    Mikl  SIEtWb  349h. 

:20t)3.  Tat.  tomlik : 
'Säbeirieuu'ii' ;  hieraus  in  gleicher  Be- 
deutung:  russ.  temljak,   poln.  temlak, 
temblak,  serb.  temnjak.    [Gorjajew  363. 
Mikl  SIEtWb  349  b. 

2064.  Tk.  teubel: 

Taul',  vulg.  Aussprache  tembel;  hieraus 
rum.  tembel  'lässig,  saumselig'. 

2065.  Tk.  teneke: 

'Blech';  hieraus  rum.  tinichea  'dass.', 
tinichigiü  'Klempner':  bulg.  tenektja, 
serb.  tenece  'Blech'.  [Russ.  denga,  den'ga 
gehört  jedenfalls  zu  tk.  damga,  s.  hier 
Nr.  478.]  Mikl  SIEtWb  350a.  Bern 
SIEtWb  183. 

2066.  Tk.  tengere: 

'Kessel'  [letzten  Endes  vom  Stamme  tak 
'figere'  ZDMG  XXIII,  271];  hieraus 
rum.  tingire  'dass.,  Kochtopf,  Abltg. 
tingiricä  ;  bulg.  serb.  tendzera  'Pfanne'. 

2067.  Tk.  teukuefes: 

'Asthma'  [aus  pers.  täng  'eng'  Horn  NpEt 
S.  89,  Nr.  398  und  ar.  nefes  'Atem'], 
vulg.  tiknefes  [Kelekian  Kämüs  408a]; 
hieraus  rum.  tecnefes,  ticnafes  'dass. ; 
Engbrüstigkeit  (bei  Menschen),  Herz- 
schlächtigkeit  (bei  Pferden)'. 

2068.  Hebr.  teqpillä: 

'Gebet',  aber  auch  schon  im  AT  'Gebets- 
haus', vgl.  Jes.  56,  7:  „Mein  Haus  soll 
ein  Bethaus  für  alle  Völker  sein",  nhebr. 
tifla  'Kirche';  hieraus  jüd.-dtsch.  Difftel 
'Kirche';  frz.  (Argot)  antiffe,  entifle, 
prov.ewi//Z<; 'Kirche'.  DRIESEN  in  Herrigs 
Archiv  CXXIII,  204. 

2069.  Tk.  tepingi: 

Auch  iebengü  'Breiler  Sattelriemen' 
[Kelekian  Kämüs  342  b];  hieraus  russ. 
leben  ki  'dass.',  klruss.  tybenky,  poln. 
tebienki  'Sattelklappe'.  [Mikl  SiEtWb 
347  b. 

2070.  Hebr.  terecpä: 
'Zerrissenes  Fleisch',  daher  'unreine 
Speise';  aus  dem  Subst.  wurde  das  Adj. 
'rituell  ungenießbar',  daraus  'uni-ein, 
schlecht,  ungerecht';  hieraus  it.  (Gergo) 
tarif,  taref  'stinkend'  [vgl.  G.  J.  Ascoli. 
Studi  orienlali  e  linguistici.  Milano  1854. 
S.402],  prov.  trefa,  ^ra/'ans 'betrügerisch', 
sp.  trefe  'falsch,  treulos,  schwach',  pg. 
treto,  trefego  'verschmitzt,  arglistig'; 
jiddisch  träif  'rituell  ungenielabar',  mit 
slav.  Endung  träifnak  'Trefeesser,  d.  h. 
•Jude'  [Birnbaum  HebrEl  .52  und  53]; 


jüd.-dtsch.  trefe  'unrein'  [beim  Kuh- 
handel], übertragen  durch  und  durch 
trefe  'ein  ungenießbarer  Egoist',  e  trefe 
mokon  'ein  Ort,  an  dem  keine  Juden 
wohnen  durften';  poln.  trefny  'unrein', 
Vb.  trefic.  [ML  8662  glaubt  die  Etymo- 
logie der  roman.  Formen  als  , wenig 
wahrscheinlich"  bezeichnen  zu  müssen, 
da  die  rom.  Sprachen  sonst  kaum  hebr. 
Wörter  enthalten;  doch  beachte  man 
das  üben  von  ASCOLI  zitierte  Gergo- 
Avort  oder  etwa  hier  Nr.  659.] 

2071.  Tk.  terhaua: 

Auch  tarhana:  'Speise  aus  Mehl  und 
Milch' ;  hieraus  rum.  tarhana,  trahana 
'geriebener  Teig'. 

2072.  Tk.  terlik: 

'Art  Saffianpantoffeln  ohne  Absätze' 
[eigentlich  'Schweißtuch,  Schweißdecke' 
aus  tk.  ter  'Schweiß'  vom  Stamme  ter, 
tir  'Nässe,  Schweiß',  Vämbery  TktEtWb 
S.  174,  Nr.  187,  und  Suffix  -lik  zur  Be- 
zeichnung von  Kleidungsstücken,  s.  hier 
Nr.  704  und  924];  hieraus  rum.  terlic, 
tirlic,  plr.  terltct  'Art  Schuhe'. 

2073.  Tk.  terzi: 

'Schneider';  hieraus  bulg.  serb.  terzija 
'dass.'.    [Mikl  SIEtWb  355b. 

2074.  Ar.  tib: 

'Wohlgeruch';  hieraus  siz.  tibu  'Zucker- 
werk aus  Melil  und  Weinmo.st'  [Speziali- 
tät von  Girgenti].    [GrSVociSic  248. 

2075.  Ar.  tibr: 

[vollständiger:  •  dahab  at-tibr]  'Gold- 
staub', wie  er  im  afrikanischen  Handel 
üblich  ist;  hieraus  frz.  tiber  und  mit 
ar.  Art.  atibar  'dass.',  sp.  tibar,  oro  de 
tibar  'reines  Gold'.    [Devic  DEt  220. 

2076.  Tk.  tiftik: 

'Wolle  der  Angoraziege,  Scharpie'  [Kele- 
kian Kämüs  385  b];  hieraus  rum.  iiftie 
'Leinwandfasern,  Scharpie';  poln.  tyftyk, 
dywdyk  'Schabracke ;  Art  Gewebe'.  [Löbel 
EITAP  96.  Mikl  SIEtWb  369b.  Karlo- 
wicz  424. 

2077.  Ar.  tiLism: 

'Zauberbild'  [aus  gr.  TeXeopa],  vulg.-ar. 
tilsam,  pers.  tilism,  plr.  tilismän ;  hieraus 
it.  talismano,  frz.  sp.  pg.  talisman,  sp.  ta- 
lisma,  pg.  talismao ;  engl.  ndl.  talisman, 
Aisch.  lali^man  ;  russ.  talisman.  [Eguilaz 
501.    Lammens  Rem  233.    ML  8622. 

2078.  Tk.  tilmac: 
'Dolmetscher'  [osm.  veraltet  dilmaö  Kele- 
kian Kämüs  600,  vom  Stamme  til,  dil 
'schwatzen,  reden,  Zunge,  Sprache',  also 
öag.  tilmanc,  altaisch  tilmes,  ujg.  tilmedi 
eigentlich 'der  Sprecher'  ^  'Dolmetscher', 
Vämbery  TktEtWb  S.  175,  Nr.  188]; 
hieraus  russ.  tolmaö  'dass.',  Vb.  tolmacit', 
poln.  tlumacz,  öech.  tltimaö,  klruss.  Vb. 
tlmaviti,  tumaciti,  bulg.  thmaö,  serb.  toi- 


163 


[Tk.  timar. 


mac,  tomac;  rum.  tälmaetü,  Vb.  talmäci; 
mhd.  tolmetsche,  dtsch.  Dolmetsch,  Dol- 
metscher. [Mikl  SlEtWb  369a.  Kluge 
94.  KSz  XVII,  122.  (Vgl.  auch  ZfAss 
VI,  5ö:  kleinasiatische  Mitannisprache 
talami  'Dolmetsch'  im  i.  Jahitausend 
V.  Chr.). 

2079.  Tk.  timar: 

'Pflege';  hieraus  bulg.  serb.  timar'A'ASS,''. 

2080.  Mal.  tiugkal: 

'Borax'  [Pijn  63b;  aus  sskr.  tankana], 
hieraus  pers.  tängär,  ar.  tinkär,  tinkäl; 
liieraus  span.  atincar,  pg.  tincal,  atincal, 
frz.  tincal,  tinkal;  engl,  tincal,  tinkal 
'Rohborax  (aus  Persien,  Indien  oder 
Tibet)'.  [DE  216.  Eguilaz  307/308. 
Devic  220/221. 

2081.  Pers.  tirkäs: 

'Köcher'  [aus  ttr  'Pfeil'  Horn  Np  S.  91, 
Nr,  406  und  käs,  Präsensstamm  zu 
käsldän  'ziehen',  ebenda  S.  191,  Nr.  859J, 
mgr.  TapKdaiov  [vgl.  C.  MICHAELIS  in 
Eberls  Jahrbuch  XIII,  21211.];  hieraus 
it.  turcasso  [mit  volksetymologischer  An- 
lehnung an  turco],  afrz.  tarcais,  mtrz. 
carcas,  frz.  carquois,  it.  carcasso  'Köcher', 
sard.  straccasciu  'Futteral  für  den  Dudel- 
sack', sp.  carcaj  'Köcher';  mhd.  türkis 
'Köcher'  [bei  WOLFRAM  VON  ESCHEN- 
BACH],  —  [Aus  'Pfeil'  entwickelt  sich 
'pfeilgeschwind'  im  Namen  des  Flusses 
Tigris,  vgl.  schon  Dionys.  Eusth.  994: 
TiYpiv  KttXoüai  TO  TÖEeuMa  oi  Mrjbol 
und  KZ  VI,  2.53 ff.]  [DE  250.  ML  8571. 
WuS  VI,  132. 

2082.  Pers.  tlzäb: 
'Scheidewasser'  [aus  tez  'scharP  Horn 
NpEt  S.  92,  Nr.  408  und  äb  'Wasser, 
s.  hier  Nr.  5],  tk.  vulg.  kezzab  [Kelekian 
Kämüs  420] ;  hieraus  rum.  chezab  'Vi- 
Iriolöl'. 

2083.  Ar.  tob: 

'Ziegel',  Einheitsnomen  ^öha;  hieraus 
mit  ar.  Art.  sp.  pg.  adobe,  pg.  adobo, 
adova,  frz.  adobe;  engl,  adobe  'an  der 
Sonne  getrockneter  Luftziegel'.  [DE  46. 
Eguilaz  58/59. 

2084.  Hebr.  töß: 

'Gut,  tüchtig' ;  hieraus  gaunerdtsch.  duft, 
z.  B.  ein  dufter  Junge. 

2085.  Hebr.  töhü: 

'Wüstheit',  ebenso  böhü  'Leere';  töhü 
wa-böhü  'wüst  und  leer'  wird  im  AT 
in  der  Schöpfungsgeschichte  Gen.  1,  2 
zur  Kennzeichnung  des  Chaos  gesagt; 
der  Ausdruck  ist  sprichwörtlich  ge- 
worden: dtsch.  Tohuwabohu  'wüstes 
Durcheinander',  frz.  tohu-bohu  'dass., 
Chaos'. 

2086.  Tk.  toj: 

'Hochzeit,  Fest,  Festmahl'  [altes  Wort 
Kelekian  Kämüs  825  b;  vom  Stamme 


tok,  toj  'dicht,  fest,  satt',  Vämbery 
TktEtWb  S.  179,  Nr.  193  I];  hieraus 
mm.  toiii  'Fülle,  Glanzpunkt,  Gewühl', 
Vb  toi  'schreien,  lärmen'. 

2087.  Tk.  tokmak: 

'Schlägel,  Klopfer'  [Kelekian  Kämüs  819  b, 
vom  Slamme  tafc  'anrühren,  hinzulügen', 
tög  'sch.agen',  Vämbery  TktEtWb  S.  160, 
Nr.  173];  hieraus  rum.  tocmac;  bulg. 
serb.  tokmak,  russ.  tokmac,  tokmar  'dass.'. 
[Löbel  EITÄP  96.    Mikl  SlEtWb  358  a. 

2088.  Tk.  toniruk: 
'Baumstumpf,  Gefängnis'  [vom  Stamme 
tarn,  tom  'lest,  geschlossen  y  Kerker', 
Vämbery  TktEtWb  S.  166,  Nr.  179  II); 
hieraus  bulg.  serb.  tomruk,  poln.  temruk 
'Fuüschelle';  v\\.m.tumurluk  'Gefängnis', 
tumurug  'Pfahl,  Klotz'.  [Mikl  SlEtWb 
358  b.    Löbel  EITAP  97. 

2089.  Tk.  top: 

'Alles,  was  rund  ist:  Kugel,  Paket,  Bün- 
del' [vom  Stamme  tob  'Haute,  rund  > 
sammeln',  Vämbery  TktEtWb  S.  178, 
Nr.  192  I];  hieraus  bulg.  serb.  top  'Ku- 
gel'; rum.  top  'Ries  Papier'.  Vom  tk. 
Ablativ  topdan  'vom  Haufen'  kommt 
rum.  toptan  im  Ausdruck  a  .vinde  cu 
toptanul  'im  großen  verkaufen',  top- 
tangiü  'Großhändler'.  [Sain  60.  Löbel 
EITAP  96.    Mikl  SlEtWb  359  a. 

2090.  Tk.  topDz: 

'Keule'  [vom  gleichen  Stamme  wie  hier 
Nr.  2089];  hieraus  lum.  topuz  'dass.'. 

2091.  Tk.  torba: 

'Sack',  mit  Metathesis  [vgl.  z.  B.  den 
Namen  der  .alten  tk.  Hauptstadl  in  Klein- 
asien Brusa  und  Bursa]  tobra  [Kelekian 
Kämüs  814b  und  809b];  hieraus  rum. 
torbä.  tolbä  'Sack,  Jagdtasche,  Köcher'; 
bulg.  serb.  torba  'Tasche,  Sack',  klruss. 
cech.  poln.  torba  'Sack',  russ.  ^orfea 'Korb'. 

2092.  Tk.  torlak: 

'Neuling,  unerfahren,  zügelloser  Jüng- 
ling' [Kelekian  Kämüs  815  a;  vom 
Stamme  tur,  tor  'vorne,  oben  >  er- 
schatfen',  Vämbery  TktEtWb  S.  185, 
Nr.  197  IIJ;  hieraus  rum.  turlac  'be- 
trunken'. 

2093.  Tk.  torluk: 
'Kohlenmeiler'  [Kelekian  Kämüs  815  a;- 
vom  gleichen  Stamme  wie  hier  Nr.  2092, 
eigentlich   'das  Aufgestellte'];  hieraus 
rum.  turluc  'dass.'. 

2094.  Tk.  tozluk: 

'Staubiger  Ort;  Stiefel,  die  man  gegea 
den  Staub  trägt,  Gamaschen'  [aus  tk. 
toz  'Staub'  vom  Stamme  tir  >  tiz,  toz 
'brechen,  zerstäuben',  Vämbery  TktEtWb 
S.  177,  Nr.  190  H,  und  Suffix  -lik  zur 
Bezeichnung  des  Ortes  oder  der  Beklei- 
dung]; hieraus  rum.  tozluc,  tuzluc  'Ga- 
masche'. 

11* 


Tk.  trampa.] 


164 


2095.  Tk.  traiupa : 

'Tausch'  [K61ekian  Kämas  359  a;  aus 
it.  tramuta]:  hieraus  bul}?.  serb.  trampa 
'dass.-,  Vli.  seih.  trampHi.  [Mikl  SlEt 
\Vb  360  y 

'JÜ96.  Mal.  trlpaiig: 
'Seewalze,  Holothuria  edulis'  [Pijn  6^  b]; 
liieraus  en^l.  tripnng  ;aucli  swallow  aus 
mal.  suwälä  'dass.'  Pijn  143  b],  ndl. 
tfipang,  dtsch.  Trepaiif/;  trz.  trijjan,  tre- 
pang.  —  Der  Trepan;:  wird  in  den  in- 
dischen Gewässern  in  großen  Mengen 
getischt,  dann  abgekocht,  gedörrt  und 
nach  China  verkauft;  die  Chinesen  halten 
ihn  für  einen  Leckerbissen.  [Devic  DEt 
t>i>±    JAOS  XVIII,  110/111. 

2097.  Tk.  tüg: 

'Die  lange,  mit  dem  Rofsschweif  gekrönte 
Stange;  Fahne"  [von\  Stamme  tük 
'stecken,  aufstecken',  Vänibery  TktElWb 
S.  191,  Nr.  203];  hieraus  rum.  tum 
'Pferdeschweif';  serb.  tiig;  hz.toug,  totic; 
dtsch.  Tug.  [Ober  die  Einfülirung  der 
Roßschweife  bei  den  Standarten  vgl. 
Franz  Grässer,  Historische  Raritäten. 
Leipzig  1814.  S.  2ei/27  und  Ottokar 
V.  SCHLECHT A-WSSEHRD  in  ZDMGXl. 
549.  Das  Pferdehaar  wurde  gai  ben- 
weise in  Zöpfchen  zusammengedreht : 
während  der  Emirülumera  einen,  der 
Beglerbeg  zwei  und  der  Wezir  drei 
führen  durften,  gebührten  dem  Sultan 
neun  Roßsch weife.  1    [Devic  DEt  221. 

2098.  Tk.  tug: 

Auch  tue,  tung  'Bronze';  hieraus  bulg. 
tue  'dass.',  serb.  tue  'dass.,  Messing, 
Glockenspeise';  runi.  tucm  'Gußmetall; 
Vase  aus  solchem  Metall',  [Sain  60, 
Mikl  SlEtWb  364  b. 

2099.  Tk.  tngla: 

'Ziegel'  [auslat,  tegula ;  vgl  n^-r.  TOÖßXov] ; 
hieraus  bulg.  tugla,  tuwi.a  'dass.', 

2100.  Tk.  tugra: 
'Hoheitszeichen  des  Sultans,  das  seinen 
Namen  und  Titel  enthält';  hieraus  rum. 
iura  'Namenszug  des  Sultans;  Kopfseite 
einer  Münze',  turäi  'Kopf-  oder  Schrift- 
raten'. —  Um  1600  autgekommen,  be- 
hält die  Tugra  ihre  äußere  Form  stets 
bei;  nur  der  Name  des  Sultans  und  sein 
Patronymikon  werden  geändert;  doch 
kann  der  Laie  die  verschiedenen  Hoheits- 
zeichen nicht  unterscheiden.  Die  Tugra 
wurde  an  den  Kopf  der  kaiserhchen 
Verfügungen  und  Patente  gesetzt. 
Näheres  s.  NO  III,  HO, 

2101.  Pers.  tülä  : 

'Junger  Hund'  [tölä  Horn  NpEt  S.  90, 
Nr.  403],  tk.  ebenso  tule  'Jagdhund'; 
hieraus  mm.  duläü  'Schäferhund,  Kelten- 
hund: frecher  Kerl'. 


2102.  (Jag.  tulb: 

'Ledersack'  [dass.  wie  tk.  torba,  s.  hier 
Nr.  2091,  mit  Liquidenwechsel],  kas,-tat. 
tuhlp  'Schafspelz';  hieraus  russ.  tuluji 
'Art  Kleid',  klruss.  toluh,  poln.  iutub 
'das.s.';  schwed.  tuhibb  'Pelzmantel', 
tulubbkrage  'Pelzkragen'.  [Gorjajew  380. 
Mikl  SlEtWb  365  a. 

2103.  Tk.  tiilnni: 

'Schlaucli,  Dudelsack';  hieraus  rum.  iM- 
lum;  serb.  tuluni,  tulumina  'Schlauch', 
russ.  tiüiin  'Ledersack,  pulnisi  her  Pelz'. 
IGorjajew  :;80.    Mikl  StEtWb  365h, 

2104.  Tk.  tulnniba: 
'Feuerspritze'  [aus  it.  tromha],  tuliiinbagi/ 
'Feuerwehrmann';  hieraus  rum.  titlunibä, 
iulumbagiu  'dass.',  .4bleilung  tuhimbitu 
'Klvstierpumpe', 

2105.  Tk.  tamau: 
'Zehntausend  Einheiten;  Nebel,  Rauch' 
[Kelekian  KämOs  417b;  vom  Stamme 
tarn,  tum  'versammelt,  vereint',  cag. 
ahnen  'Haufe,  Menge,  Fülle',  Vämbery 
TktEtWb  S,  16.5,  Nr.  179  I];  hieraus  in 
der  ersten  Bedeutung  russ.  t'ma  'un- 
zählige Menge',  in  der  zweiten  Bedeu- 
tung bulg.  tunian,  russ.  tuman  'Nebel', 
poln.  tuinan  'Nebel,  Staubwolke',  klruss. 
tuman  'Nebel',  tumanec  'Staubwolke'. 
[Mikl  SlEtWb  349  b.  365  a. 

2106;  Ar.  tumii: 
'Ein  Achtel;  ein  Hohlmaß',  Einheits- 
nomen tumna;  hieraus  sp.  tomin,  kat. 
tomi  'Sechstelquentchen  (beim  Golde)', 
mit  ar.  Art.  sp.  azumbre  'der  8.  Teil  einer 
Arroba  [s.  liier  Nr.  172-5]  als  Flüssigkeits- 
maß'; >i\z.  tumndnu  'ungefähr  10  1',  als 
Flächenmaß  4  munneddi;  gesetzlich  ab- 
geschafft und  durch  den  tumolo  ersetzt, 
ist  der  Ausdruck  doch  noch  in  ganz 
Sizilien  gebräuchlich.  [DE  230/231. 
Ettuilaz  327.  507.    GrSVociSic-,  248. 

2107.  Tk.  tupe: 

'Kopfputz'  [nicht  osni.,  doch  vgl,  cag, 
töpe,  twpe  'Hügel,  oberer  Teil,  Kopf- 
scheitel',  Vämbery  TktEtWb  S.  178, 
Nr.  192  I];  hieraus  frz.  fowpet 'Unterlage 
für  die  Frisur,  Stirnbüschel  >  Frechheit', 
sp.  ttipe  'in  die  Höhe  gerichtetes  Büschel 
Haare  auf  der  Mitte  der  Stirn',  lig. 
'Kühnheit'.    [Oriente  1,  196. 

2108.  Tat.  tnrac: 

'Fasan'  [ebenso  osm.  durag];  hiei'aus 
russ.  tiirac  'kaukasisches  Rebhuhn'. 

2109.  Tat.  turak: 

'Geronnene  Milch,  Käse';  hieraus  russ. 
tworog,  twarog,  bulg.  ttmrog,  cech.  tva- 
roh,  klruss.  twaroh,  poln.  twarog;  mhd. 
twarc,  dtsch,  Quark  in  der  ursprüng- 
lichen Bedeutung.    [Mikl  SlEtWb  366  a. 

2110.  Ar.  tnrhad: 

Eine  ümbellifere,  die  als  Purgiermittel 


165 


[Ar.  turda. 


schon  bei  Avicenna  aufgeführt  wird 
[wahrscheinlich  selbst  aus  dem  Pers.J, 
vulg.-ar.  turhid;  liieraus  zur  Bezeichnung 
eines  Purgiermittels  mlat.  turpethum, 
kat.  sp.  pg.  turbit,  sp.  tiirbiche,  frz.  tur- 
bith]  ndl.  turbith,  engl,  furbüh,  turpeth. 
Frz.  turbith  rnineral  ist  ein  Präparat 
aus  Quecksilbersulfat  mit  gleicher  Wir- 
kung. [DE  351.  Pevic  DEt  2^22.  Eguilaz 
.509.  Dozy  Oost  9(i.  Lammens  Rem 
241/24-^. 

2111.  Ar.  turda : 

Eine  Speise,  die  von  FREYTAG  definiert 
wird  als  'in  frusta  fiactus  pauis,  cui 
iusculum  caruis  iiifunditur';  hieraus  mit 
ar.  Art.  pg.  agorda  'Speise  aus  Brot- 
stücken, Olivenöl,  Essii;'  und  Lauch',  oft 
mit  Eiern,  Zucker  und  Butterangemacht. 
[DE  40.    Eguilaz  37. 

2112.  Pcrs.  turfäudä: 
Trühobst,  Erstlinge',  ebenso  tk.  turfan- 
da;  hieraus  rum.  trufanda  'dass.'. 

2113.  Temasek  turik: 

Temasek  ist  die  Sprache  der  Tuareg 
der  Wüste  Sahara  und  gehört  dem 
berberischen  Zweige  an:  das  angegebene 
Wort  ist  t-urik  zu  trennen  [vgl.  z.  B. 
hier  Nr.  1980  und  2054]  und  heifcU,  "^Anti- 
lope' [Barlh,  Reisen  V,  686];  hieraus 
gr.  öpuE,  engl,  oryx  "^Antilope,  Gems- 
bock in  Südafrika',  dtsch.  Oryxantilope. 

2114.  Tk.  türk: 

N.  pr.,  Name  eines  über  weite  Teile 
Asiens  und  Europas  verbreiteten  Volks- 
stammes. Er  geht  auf  den  Staunri  tür, 
tör  "^vorne,  oben  >  hervorbringen"  Väm- 
bery  TktEtWb  S.  184,  Nr.  197  1  zurück 
'und  bedeutet  also  'Geschöpf,  Mensch', 
vgl.  SCHOTT  in  ZDMG  XXXIII,  538; 
0.  Franke,  Beiträge  aus  chinesischen 
Quellen  zur  Kenntnis  der  Türkvölker 
und  Skythen  Zentralasiens.  Berlin  1904. 
S.  13;  Beruh. .Munkäcsi,  Die  Bedeutung 
des  Namens  der  Türken  in  Körösi 
Gsoma-Archivum  I,  59/63  und  H.  C.  v. 
d.  GABELENTZ  in  ZKM  II,  70/75. 
Dagegen  wird  das  Wort  wieder  von 
J.  J.  HESZ  im  Isl  IX,  99/100  als  'Eisen- 
hauben' oder  'Helme'  gedeutet.  Mit 
Recht  wird  die  letztere  Deutung  schon 
von  FRANKE  als  „bedenkhch"  und  die 
erstere  von  SCHOTT  als  „gut  begründet" 
bezeichnet.  Nach  den  Türken  oder  ihrem 
Lande  sind  insbesondere  bezeichnet: 
a)  Ein  Edelstein  it.  turchinn,  Adj.  tur- 
chino,  frz.  turquoise,  sp.  tiirquesa,  pg. 
turqtieza;  ndl.  turkoois,  dtsch.  Türkis, 
engl,  turquoise;  er  ist  so  benannt,  weil 
die  Europäer  ihn  zuerst  durch  die  Türken 
erhielten,  vgl.  J.  E.  Polak,  Der  orien- 
talische Türkis.  In  Österreichische  Mo- 
natsschrift für  den  Orient  1877,  S.  1 75/177. 


b)  Der  Truthahn  heikit  engl,  turkey, 
turkey-powt  'Puter'  [bei  den  Türken  heißt 
er  übrigens  kaicuk  rnisri  od.  hindi  'ägyp- 
tische oder  mdische  Henne']. 

c)  'Mais' :  frz.  bU  de  Turquie,  it.  gran 
turco,  dtsch.  türkischer  Weizen. 

d)  Man  beachte  noch  dlach.  türkischer 
Flieder;  frz.  (Pariser  Argot)  ttn  c  'Mai- 
käfer' ;  sp.  turco  ' Wütericti',  frz.  turquerie 
'tk.  Benehmen,  Grausamkeit,  Geiz;  tk. 
Nippsachen' [HerrigsArchivLXVIII,  12.3]; 
dtsch.  türkenzen  'sich  wie  ein  Türke 
benehmen'  [bei  Fischart  Garg.  Neudruck 
S.  72] ;  Kümmeltürke,  in  Halle  Bezeich- 
nung der  aus  der  Umgegend  stammenden 
Studenten,  da  um  Halle  herum  sehr  viel 
Kümmel  gebaut  wird  und  'Kümmel'  das 
burschikose  Wt.  lur  die  Nahrungsmittel 
wurde,  die  solche  Studenten  von  daheim 
erhielten.  Vgl.  GOMBERT  in  ZfdWf  HI, 
316  und  Klut;e,  Deutsche  Studenten- 
sprache. Straßburi^  1895,  S.9.  [ML  9003. 
WuS  IV,  126  ff. 

2115.  Ar.  tnrinfls: 
'Wolfsbobne,  Lupine'  [aus  gr.  öep|nö?]; 
hieraus  sp.  tramuz,  atramuz,  altramuz, 
pg.  tremogo  'dass.'.    [DE  217.  Eguilaz 
2.52.    ML  8793  a. 

2116.  Tk.  tursnk: 

'Sack  für  den  Kumys,  d.  h.  die  saure 
Stutenmilch'  [vom  Stamme  tur,  tuz 
'Salz,  gesäuert',  osm.  turs  'gesäuert', 
Vämböry  TktEtWb  S.  185,  Nr.  198]; 
hieraus  russ.  tursuk  'dass.'. 

2117  Ar.  turungr: 
'Apfelsine',  Einheitsnomen  turunga; 
hieraus  sp.  pg.  toronja,  kat.  taronja 
'Mittelding  zwischen  Zitrone  und  Apfel- 
sine, dickschaliger  und  fleischiger  als  die 
letztere'.  —  Aus  ar.  turungän  'Melisse' 
wurde  sp.  torongil,  kat.  tarongina  'dass.' 
[mit  Imäla  ä  ^  e  >  i].  [DE  351. 
Eguilaz  507. 

2118.  Ar.  tut: 

'Maulbeerbaum  Moruni  nigruui,  album 
oder  fuscum',  ebenso  tk.  tut;  hieraus 
russ.  tutowoje  derewo,  bulg.  serb. 
dud:,  rum.  dud  'Maulbeerbaum',  duda 
'Maulbeere'. 

2119.  Pers.  tüti: 

'Papagei',  ebenso  tk.  tuty,  vulg.  dndu 
kusy  [Kelekian  Kämüs  584b]  'hübsche 
Dame',  bes.  'Armenierin';  hieraus  rum. 
dudue,  duducä  'Jungfer.  Fräulein''. 

2120.  Ar.  tütijä'  : 

'Zink,  Zinkoxyd'  [vielleicht  aus  dem  Ind. 
ZDMG  L,  650;  vgl.  auch  gr.  toutio; 
früher  bei  den  im  Orient  häufigen  Augen- 
erki  ankungen  benutzt],  ebenso  tk. ;  hier- 
aus rum.  tutea  'Zinkoxyd',  sp.  pg.  atutia, 
kat.  tutia,  frz.  tutie,  tuthie  'dass.';  poln. 
tucyja  'Art  Zinkkalk';  eng],  tntty  'Zink- 


Tk.  lütrui.J 


166 


oxyd'  Tills  Putzpulver  benutzt].  --  Aus 
pers.  tütijäuäk  'luti;i  ähnlich'  [s.  De  Sacy 
ChiAr  III,  44:2;  ebenda  4529/442  über 
tütijä'']  entstanden  die  Formen  engl. 
tuteudt)  'iml.  Zink;  Legierung  aus  Kupfer, 
Nickel  und  Zink  für  Tisch  bestecke';  Irz. 
toutenafjue,  tintenague,  pg.  tutenaga  Mie- 
seibe Legierung'.  [DE  '■217.  Devic  DEt 
222/t2i23.  Eguilaz  509.  309/:!l().  Lam- 
mens  Rem  ti2!2.    Mikl  SlEtVVh  3G4b. 

2121.  Tk.  tütüii: 

'Rauch'  [vom  Stamme  tok  >  tot  'fest, 
dicht',  nämlich  'feste,  dichte  Atmosphäre' 

>  'Rauch',  Vämbery  TklEtWb  S.  181, 
Nr.  193  II],  'Tabak',  dazu  iütiingü  'Tabak- 
händler'; hieraus  rum.  tutun  'Rauch, 
Tabak',  tutungiü  'Tabakhändler',  ttitun- 
gerie  'Tabakladen',  tutunärit  'Tabak- 
steuer'; russ.  tjutjun  'Blättertabak, 
Bauerntabak',  poln.  tutun  'Tabakpflanze, 
Rauchtabak',  bulg.  iitjun,  bulg.  serb. 
tutun,  klruss.  t'ut'wi.  'Tabak'. 

2122.  Mal.  tnwan: 

'Herr'fPiju  77a];  hieraus  angloind.  <Man, 
iidl.  toewan.  in  den  englischen  und  hol- 
ländischen Ansiedlungen  des  malayischen 
Archipels  zur  Bezeichnung  europäischer 
Herren  ebenso  gebraucht  wie  ar.  mhih 

>  engl,  ftahih  in  Indien. 

2123.  Tk.  tuz: 

'Salz'  [vom  Stamme  <Mr,  tiiz  'Salz',  Väm- 
bery TktEtWb  S.  186,  Nr.  198];  hierzu 
tk.  ttizluk  'Salzsole'  [Suffix  -lik  zur  Be- 
zeichnung einer  Örtlichkeit],  woraus 
russ.  tuzluk  'dass.'  entstand,  u.  tk.  tuzla 
'Saline'  [mit  dem  Suffix  -la,  das  zur 
Bezeichnung  eines  Ortes  dient],  woraus 
rum.  tuzla  'dass.'  entnommen  ist. 

2124.  Äg.  tybi: 

Gr.  Tußi,  kopt.  tobe  (sahid.),  tobt  (niem- 
phit.),  Monatsnarne,  nämlich  Januar.  In 
Ägypten  soll  es  in  diesem  Monat  das 
Gemüse  Gichoria  endivia  L.  geben  [s. 
Sprengel,  Geschichte  der  Botanik  1,  189], 
daher  der  gr.  Name  ^vTÜßioi,  Sgl.  gvxußov; 
hieraus  lat.  intibus,  [u.  über  den  Plr.  des 
Adj.  *intibea]  it.  prov.  kat.  eiidivia,  frz. 
endive,  pg.  endivia,  sp.  endiva,  endibia; 
dtsch.  Endivie,  engl,  endive.  [Ar.  htndab, 
hindibä\  das  manchmal  als  Grundwort 
angeführt  wird,  ist  selbst  entweder  dem 
Gr.  oder  Lat.  entlehnt  und  kann  jeden-, 
falls  niclils  mit  Hind  'Indien'  zu  tun 
haben,]    [ML  4521.    Kluge  112. 

2125.  Tyrus: 

Lat.  Form  des  gr.  TOpoq,  N.  pr.,  Name 
einer  Stadt  an  der  phönizischen  Küste, 
Umschreibung  des  phön.  hebr.  $ür,  §ör, 
d.  h.  'Fels'  [vgl.  Richard  Pietschmann, 
Geschichte  der  Phönizier.  Berlin  1889. 
S.  61,  bes.  Anm.  2];  hieraus  afrz.  tire 
'Art  morgenländischer  Stoff  [ML  9025]. 


2126.  Tk.  uökur: 

'Band,  das  um  den  Bund  der  Unterhose 
läuft,  um  sie  zu  halten;  Hosenband' 
[Kelekian  KämQs  177aj;  hieraus  bulg. 
serb.  uckur,  poln.  uczkur,  oczkur,  kir. 
oökiir,  russ.  ockur,  uökur.  [Mikl  SlEtWh 
371  a. 

2127.  Ar.  'üd : 

Eigentlich  'Holz',  dann.  'Instrument  aus 
Holz'  >  'Laute,  Zitlier';  hieraus  mit 
verschmolzenem  ar.  Art.  it.  Uuto,  liudo, 
afrz.  leüt,  frz.  luth.  sp.  laud,  pg.  alaude, 
rum.  lautä;  ndl.  luit,  engl,  lute,  dtsch. 
Laute;  [über  tk.  lauta,  ICi'uta  Kelekian 
KämQs  1073,  das  wie  ngr.  \aoöTa  aus 
dem  Rum.  kommt]  bulg.  lauta  'Geige', 
serb.  Icut  'Laute',  klruss.  lavuta  'Laute, 
Geige;  Dummkopf,  l'utn'a,  russ.  Ijtitnja, 
poln.  lutnia,  öech.  loutna  'Laute'.  —  Wie 
die  Laute,  das  Begleitinstrument  der 
Lieheslieder,  aus  dem  islamischen  Orient 
zu  uns  gekommen  ist,  so  ist  wahrschein- 
lich der  mittelalterliche  Minnegesang 
überhaupt  orientahschen  Ursprungs; 
darüber  vgl.  Konrad  BURDACH  in 
Sitzungsberichte  der  Preufs.  Akademie 
der  Wiss.  1918.  Nr.  XLV,  S.  994/1029 
u.  Nr.  XLVHI,  S.  1072/1098.  [DE  60. 
ML  388.    Bern  SlEtWb  696. 

2128.  Tat.  üfti: 

'Sack';  hieraus  russ.  juft',  juhf',  bulg. 
juft,  serh.  juhta,  6ech. juchta,  ^o\n.  Jucht : 
dtsch.  Juften,  Juchten  'ein  fernes  Leder', 
ndl.  juclit.  [Gorjajew  432.  Mikl  SlEtWb 
lOfia  (wo  ein  wohl  nicht  existierendes 
russ.  juft'  'Paar'  als  Grundwort  ange- 
geben wird,  da  die  Stücke  paarweise  ge- 
gerbt würden  •  wohl  kaum  richtig). 

2129.  Tk.  Ujgur: 

N.  pr.,  Name  eines  tk.  Volksstammes  im 
östlichen  Sibirien;  hieraus  frz.  ogre, 
sp.  ogro  'Popanz'  [Dicc  Gast  1447  c  mit 
Ableitung  von  skandinav,  Oegir,  einem 
Riesen  der  nordischen  Mythologie].  — 
ML  6048 

2130.  Tk.  ulak: 

'Läufer,  Eilbote'  [vom  Stamme  jol,  ol. 
ul  'gehen',  Vämbery  TktEtWb  S.  134. 
Nr.  145  I];  hieraus  [wohl  am  wahrschein- 
lichsten über  ngr.  oüXdKnt  MSOS  II,  239] 
frz.  laquois,  it.  lacM,  sp.  pg.  lacayo 
'Diener';  dtsch.  Lakai.  Unmittelbar 
wurde  übernommen  rum.  olac  'Schnell- 
post', oläcar  'reitender  Eilbote'. 

2131.  Ar.  'ulamä': 

Plr.  von  '^alim  'Gelehrter'  [part.  psaes. 
act.  von  'alima  'wissen'],  tk.  ulema  als 
Sgl.  gebraucht  mit  der  Bedeutung: 
'Rechtsgelehrter'  [und  zwar  Imam, 
Mufti  oder  Kadi,  s.  hier  Nr.  905,  1493 
und  9S4];  hieraus  frz.  ouUma,  uUma, 
sp.  kat.  ulema;  Qi\%\,ulemn,  dtsch.  Ulema 


167 


[Ar.  'ulafa. 


'^niuhaminedaiiischer  Gelehrter'.  [Devic 
DEt  223.    Eguilaz  510.    MWiD  64. 

2 1 32.  Ar.  'ulüfa : 

'Sold,  Lohn',  ehenso  tk.  illüfe  'Löhnung 
der  Soldaten';  hieraus  rum.  leafä  'Ge- 
halt, Sold',  lefegiü  'Söldner,  besoldeter 
Beamter' ;  bulg.  ulefe,  lefe  'Gehalt,  Pen- 
sion', serb.  ulewa  'Sold',  poln.  lafa  'Sold, 
Lohn',  klruss.  lafa  'Sportel,  Bestechung', 
tachva  'schöne,  gute  Zeit',  russ.  lafa 
'Gelingen,  Glück,  Nutzen'.  [Gorjajew  180. 
Mikl  SlEtWb  159  a.  Bern  SlEtWb  683. 

2133.  Tk.  ulDk: 

'Rinne'  [Kelekian  Kämus  203  a];  hieraus 
rum.  uhic  'Falz,  Nute;  Rinne',  ulucä 
'Brett,  Plr.  Hecke'. 

2134.  Tk.  ulus: 

'Großer  Stamm,  Volk;  Lager'  [vom 
Stamme  al,  ol,  iil  'groß,  hoch',  Vämbery 
TktEtWb  S.  1],  Nr.  11];  hieraus  bulg. 
ulus,  klruss.  ulus,  russ.  ulus  'Nomaden- 
lager', poln.  wlus  'Tatar'.  [Gorjajew  387. 
Mikl  SlEtWb  372. 

2135.  Sskr.  iipala: 

'Stein';  hieraus  gr.  ÜJTtaXoq,  öirdWioi;, 
lat.  opalus  zur  Bezeichnung  eiiies  be- 
stimmten Edelsteins:  milchweiß  oder 
bläulichgrau  mit  verschieden  gefärbtem 
Reflexe  je  nach  dem  Standpunkte  de« 
Beschauers.  Frz.  opale;  engl,  opal, 
dtsch.  Opnl.    [Hobson-Jobson  640. 

2136.  Mal.  üpas: 

'Gift'  [Pijn  20],  insbesondere  das  von 
den  Malayen  zur  Vergiftung  ihrer  Pfeile 
und  ihres  Krises  benutzte  tödlich  wirkende 
Gift  üpas  andar,  engl,  ujms  antiar,  vom 
Baume  Antiaris  toxicaria  [mal.  pöhun 
üpas  'Upasbaum',  woraus  engl,  bohon 
upas,  frz.  boun-upas^  btibon-upas  'Gift- 
baum' entstanden  ist].  Durch  Ein- 
schneiden der  Rinde  fließt  aus  ihr  ein 
milchiger  Saft  von  Cremefarbe.  Ein 
weit  kräftigeres  Gift  ist  upas  cettik  aus 
der  Wurzelrinde  von  Cerbera  oppositi- 
folia»  Während  das  erstere  einen  Büffel 
in  zwei  Stunden  tötet,  genügt  das  letztere, 
um  das  kräftigste  Tier  in  einigen  Augen- 
blicken zu  töten.  Engl,  iqms,  frz.  oupas, 
upas.  [MMM  38.  Devic  DEt  223.  JAOS 
XVIII,  112/115. 

2137.  Tk.  Urgangr: 

N.  pr.,  Ort  im  Chanate  Chiwa  [Hiwa]  in 
Russisch-Turkestan,  der  im  MA  in  Europa 
unter  dem  Namen  Organzi  als  wichtiger 
Seidenmarkt  bekannt  war.  Hieraus  it. 
organzino,  afrz.  orgasin,  frz.  organsin, 
sp.  pg.  organsim  'zweimal  gezwirnte 
Keltenseide';  dtsch.  Organsinseide'Gaz.e' . 
engl,  organzine  'Seidenfaden';  Vh.  Trz. 
organsiner  'doppelt  zwirnen'.  Auf  dass. 
Grundwort  wird  zurückgehen:  engl,  Or- 
gandy, frz.  organdi,  dtsch.  Organdi,  Or- 


gandin  'eine  Art  Mull ;  ein  glattes,  feines 
Baumwollengewebe  dichter  als  Musselin'. 
[Mfi  9082.  Karabacek,  Über  einige  Be- 
nennungen mittelalterlicher  Gewebe. 
I.  Wien  1882.  S.  21/22. 

2138.  Ar.  usailim: 

Eine  Vene  des  Handrückens  [eigentlich 
'die  Fließende'  oder  'diejenige,  die  fließen 
läßt'  von  säla  IV  'fließen  lassen'];  hieraus 
über  alaseilem  und  andere  Entstellungen 
schließlich  im  Latein  der  Anatomen 
(Vena)  Salvatella.  [HArHebr  An  210/211. 
216/217. 

2139.  Ar.  nsna: 

'Moos,  Flechte';  hieraus  im  Latein  der 
Bolaniker  usnea  'eine  Flechte  der  Familie 
der  Ascolichenes,  z.  B.  Usnea  barbata 
'Bartflechte'  und  frz.  usnde  'eine  Flechte', 
usn^e  humaine  'Flechte,  die  auf  den  der 
Luft  ausgesetzten  Schädeln  der  Toten 
sprießt' ;  man  schrieb  ihr  früher  außer- 
ordentliche Heilkräfte  zu.  [Devic  DEl  224; 

2140.  Tk.  ustiira: 
'Rasiermesser' ;  hieraus  serb.  ustm  'dass.'. 
[Mikl  SlEtWb  372  b. 

2141.  Ar.  n»4tuwän: 

Auch  satwän  'Säule;  Vorhalle  bei  einem 
Palaste  oder  Hause  arabischer  Bauart' 
[aus  gr.  ffTod;  nach  Völlers  allerdings 
von  pers.  sutün,  ustün  'Säule'  ZDMG 
L,  636] ;  hieraus  sp.  zaguan  'Vorhalle'. 
[DE  223.    Eguilaz  520. 

2142.  Ar.  utäj: 

'Ein  Gefäß  zum  Sublimiereii,  aus  zwei 
Töpfen  bestehend,  von  denen  der  eine 
in  den  andern  hineinragt,  so  daß  sie  ein 
mehr  oder  minder  langes  Rohr  bilden'; 
hieraus  mit  ar.  Art.  und  Imäla  [ä  >•  ej 
sp.  aludel,  alludel,.  frz.  aludel  'dass.'. 
[Devic  DEt  28/29.    Eguilaz  252. 

2143.  Ar.  'utärid: 
'Quecksilber',  ebenso  tk.  ntaryd  ;  hieraus 
russ.  rtut',  klruss.  ortut',  rtut',  poln.  rt^6, 
trt^c,  cech.  rtut  'dass.'.    [Gorjajew  302. 
Mikl  SlEtWb  285a. 

2144.  Ar.  'ütmän: 

N.  pr.,  Name  des  dritten  Kalifen  und  des 
Begründers  der  türkischen  Dynastie  [Os- 
man  I.  1259—1326];  nach  dem  letzteren 
ist  das  Volk  der  Osmanen,  fi  z.  Ottomans, 
benannt;  nach  ihnen  heißt  ein  niedriges, 
breites  Sofa  ohne  Füße  und  Lehne  frz. 
Ottomane,  dtsclj.  Ottomane,  engl.  Otto- 
man. 

2145.  Tk.  ütü: 

'Bügeleisen'  [vom  Stamme  üt,  üt  'vorbei- 
gehen, vorausgehen',  also  ötülemek 
eigentlich  'mit  dem  Eisen  hin-  u.  her- 
fahren' >  'bü;.'eln',  Vämbery  TktEtWb 
S.  59,  Nr.  65] :  hieraus  bulg.  jutija,  serb. 
utija,  russ.  ul:/ug  'dass.',  Vb.  utjuzif' 
'bügeln'. 


Tk.  üzengi.] 


168 


'2146.  Tk.  ÜKOiigri: 

'Steigbügel'  [telekian  KämOs  187  a;  vom 
Stamme  ös,  iis,  üz  'oben,  hinauf,  oag. 
vzengi  'worauf  man  sich  in  (he  Höhe 
hebt'  >  'Steigbügel'.  Vämbery  TktEtWb 
S.  5ü,  Nr.  ti41];  liieraus  seib.  uzendjija, 
buiiT.  izingija,  zjungiji  'dass.'.  [Mikl 
SlEtWb  373  b. 

2147.  Tk.  iizüm: 

'Weintraube'  [vom  gleichen  Stamme  wie 
Nr.  2146,  vgl.  kirg.  ösüm  'Gewächs']; 
hieraus  russ.  izjum,  klruss.  ozum  'Rosine'. 
[Gorjajew  121.   Bern  SlEtWb  441. 

2148.  lg.  Tä-rä: 

'Kahn  der  Sonne  oder  des  Sonnengottes 
Ra',  auch  barl;  nach  Herodot  II,  96 
nicht  nur  der  hlg.  Kahn,  aut  dem  der 
Gott  der  Sonne  über  den  Himmel  fährt, 
sondern  jedes  große  ägyptische  Schiff: 
gr.  ßäpi?,  lat.  barca ;  hieraus  zur  Bezeich- 
nung eines  gewöhnlich  dreimastigen 
Seglers  it.  barca,  sp.  pg.  barca,  Irz.  bar- 
que;  engl,  barque;  dtsch.  Barke.  Aus 
it.  barcarolo  'Barkenfülirer'  wurde  it. 
harcaruola  'einfaches  Lied',  engl,  bar- 
carolle,  dtsch.  Barkarole.  In  Anlehnung 
an  engl,  brigantine  'Piratenschiff  [<;  frz. 
brigand,  it.  brigante]  wurde  engl,  bar- 
quantine  'der  Barke  ähnliches  Segelschiff' 
gebildet.  —  [Abltg.  aus  nordischem  börkr 
'Boi  ke'  scheint  unberechtigt  trotz  nord. 
barkr  'Schiff'.] 

2149.  .>lal.  vettila:- 

Nach  Hobson-Jobson  89/90  soll  dieses 
Wort  'einfaches,  bloßes  Blatt'  bedeuten, 
es  ist  also  wohl  mal.  betul  [Pijn  32  b] 
'echt,  wahr'  und  ist  für  den  Malayen 
das  Blatt  k.  €.,  nämhch  von  Chavica 
betle  Miq  ,  einer  Kletterpflanze  aus  der 
Familie  der  Fipeiaceen.  Hieraus  pg. 
helle,  betre,  betel  [Gonstancio  Dicc  171c], 
sp.  betel,  frz.  betel:  engl,  betel,  betle,  dtsch. 
Betel.  —  Man  wickelt  den  Kern  der 
Frucht  der  Arekapalme  Areca  Catechu  L. 
[s.  hier  Nr.  17]  in  das  Blatt  der  Chavica 
betle,  mit  etwas  Kalk  gemischt,  und 
kaut  dies  als  Narkotikum.  Die  Sitte  des 
Betelkauens  ist  in  allen  indischen  und 
malayischen  Ländern  weit  vei  breitet. 
Vgl.  L.  Lewin,  Über  Areca  catechu, 
Chavica  betle  und  das  Betelkauen.  Stutt- 
gart 1889;  über  die  sprachliche  Seite 
SCHMIDT  in  ZDMG  LXVII,  6.53/659. 

2150.  Ar,  wa'da: 
'Versprechen',  ebenso  Ik.  wade  'Zeit, 
bestimmter   Zeitpunkt';    hieraus  runi. 
vadea  'Termin,  Zeitpunkt'. 

21.M.  Ar.  TVädi: 
'Flußtal,  das  nur  zeitweilig  während  der 
Regenpeiiode   Wasser   führt';  hieraus 
engl,  wadi,  wady,  dtsch.  Wadi.   Im  Sp. 
wurde  aus  ar.  tcädl  der  erste  Bestandteil 


vieler  Flußnamen,  z.  B.  Guadalquivir 
<  al-wädi  alkabir  'der  große  Fluß', 
Guadiann  <^  wädi  anas  (lat.  'Ente'), 
Guadalete  <^  u-adi  Lekke. 

2152.  Kopt.  wuhe: 

'Wohnen'  und  sa  'trinken'  sind  die 
Grundworte  für  ar.  wäho,  gr.  oaoi?,  lat. 
oasis;  hieraus  u.  a.  frz.  oasis,  engl,  oasis, 
plr.  oases,  ndl.  oase,  dtsch.  Oase  [auch  in 
übertragenem  Sinne  „Oa.se  des  Lebens", 
ein  erquickender  Ruhepunkt  im  mühe- 
reichen Leben]. 

2153.  Ar.  waki<la: 

'Zündholz  oder  Docht  zum  Anzünden'; 
hieraus  mit,  ar.  Art.  sp.  alguaquida  'Zünd- 
holz'; aus  dem  ar.  dem.  wukaid  wurde 
mit  ar.  Art.  sp.  aluquete,  luquete.  [DE 
1  SO.    Eguilaz  184. 

2154.  Ar.  wakil: 

'Sachwalter',  tk.  ebenso  wekil  'Aufseher, 
Verwalter';  hieraus rum.  vechil 'Aufseher, 
Gutsverwalter',  vechilet  'Vollmacht'. 

2155.  Ar.  walwala: 

Subst.  Infin.  des  Vbs.  walwala  'Seufzer 
oder  Freudenschreie  ausstoßen'  [ebenso 
onomatopoetisch  wie  das  entsprechende 
gr.  6\o\ij^uj];  hieraus  mit  ar.  Art.  sp. 
älbörbola  'Freudenschrei'.  [DE  72/73. 
Eguilaz  116. 

2156  Ar.  waran: 
Eine  Eidechsenart  in  der  Arabischen 
Wüste  in  Afrika:  Varanus  arenarius 
Dum.  u.  Bibr.;  hieraus  der  lat.  Name 
varänns  [von  Cuvier  durch  falsche  Ety- 
mologie als  monitor  wiedelgegeben], 
frz.  varan,  dtsch.  TFaran- Eidechse,  [durch 
dieselbe  volksetymologische  Umgestal- 
tung] Warneidechse. 

2157.  Ar.  wars: 

Eine  sesamähnliche  gelbe  Pflanze  aus 
Jemen,  aus  der  ein  Waschwasser  gegen 
Sommersprossen  und  eine  gelbe  Farbe 
bereitet  werden;  hieraus  mit  rom.  Suffix 
it.  verzino  'Färbeholz.  Brasilholz',  it. 
(dial.  Venedig)  vergelä  'fleischfarben'. 
[ML  9159. 

2158.  Ar.  was! : 
'Testamentsvollstrecker';  hieraus  mit  ar. 
Art.  sp.  pg.  albacea  'dass.'.    [DE  61. 
Eguilaz  98. 

2159.  Tat.  wataha: 

'Menge,  Schar,  Volkshaufen,  besonders 
Fischergesellschaft  an  den  Ufern  des 
Kaspisees';  hieraus  russ.  wataga  'Haufe, 
Schar,  klruss.  watag  'Oberhaupt,  Räu- 
berhauptiiiann',  vataha  'Masse,  Haufe', 
poln,  wataha,  icatacha  'Genossenschaft'; 
runi.  tmtaf,  väta^  'Anführer;  Autseher', 
imtä§el  'Feldhüter,  Nachtwächter'.  [Mikl 
SlEtWb  376a.  Sain  60  (mit  ar.  watfas, 
das  nicht  existiert,  als  Grundwort).  Kar- 
lowicz  427/428. 


169 


[Ar.  wazir. 


2160.  Ar.  wazir: 

'Erster  Minister,  Regent'  [vom  Vb.  wa- 
zara  'tragen',  weil  der  erste  Minister 
die  Lasten  trägt,  die  eigentlich  dem 
Herrscher  aufgebürdet  sind ;  andere  von 
ar.  Philologen  gegebene  Ableitungen 
s.  De  Sacy  ChrAr.  I,  i248;  II,  298]; 
zur  Bezeichnung  des  Ministerpräsidenten 
an  orientalischen  Höfen  in  alle  euro- 
päischen Sprachen  übergegangen:  sp.  pg. 
kat.  visir,  sp.  pg.  vizir^  frz.  vizir;  ndl. 
engl,  vizier,  dtsch.  Wesir;  russ.  wizir. 
Als  Lehnwort  findet  es  sich  als  sp.  al- 
vacil,  alguazil  'Gerichtshäscher'  [z.  B. 
los  alguaciles  de  la  Santa  Inquisiciön], 
pg.  alvazir,  alvazil  'Schöffenrichter',  al- 
f/uazil  'Gerichtsdiener',  guazil  'Statt- 
halter', frz.  alguazil  [aus  dem  Sp.], 
nrgousin  'Stockmeister  im  Bagno',  it. 
aguzzino  'Sklavenaufseher'.  —  Über  Ge- 
schichte und  heutige  Verwendung  des 
Titels  Wezir  vgl.  NO  Hl,  61.  [DE  129. 
Devic  DEt  18/19.  34/35.  Lammens 
Rem  13/14. 

2161.  Tk.  Tveresi: 

'Borg,  Kredit'  (von  wermek  'geben' > 
'verleihen'  vom  Stamme  her,  ver  'gebwi, 
schenken'  Vämbery  TktEtWb  S.  201, 
Nr.  212];  hieraus  rum.  veresie  'dass.'. 

2162.  Ar.  wiläja: 

'Provinz'  [von  tvcilä  'regieren,  verwalten', 
daher  ar.  wäli  'Gouverneur'  ^  frz.  mli, 
dtsch.  Wali];  über  tk.  tvilajet  hieraus 
frz.  vilayet,  dtsch.  Wilajet;  angloind. 
bilayut,  hiUa'it  Bezeichnung  für  'Europa' 
[daher  bind,  biläyati  päni  'europäisches 
Wasser',  d.  h.  'Sodawasser'].  [Devic  22.5. 
Hobson-Jobson  93/94. 

2163.  -  Pers.  wiräii: 

'Leer,  wüst'  [Horn  Np  Et  S.  243,  Nr.  1087], 
tk.  ebenso;  hieraus  ruui.  viran  'dass., 
unbebaut',  z.  B.  loc  virati  'Baustelle'. 

2164.  Tk.  wisue: 
'Weichselkirsche'  [wie  das  dtsch.  Wort  aus 
slaw.  visnja,  Mikl  SlEtWb  392  b];  hieraus 
rum.  vifinä  'dass.  Cerasus  acida',  visin 
'Weichselbaum',  f«p'naja,  visinat  'Weich- 
selgeist, Kirschwasser'. 

2165.  Ar.  wizna: 

'Wage',  ebenso  tk.  wezne  'dass.';  hieraus 
rum.  vizinea  'Goldwage'. 

2166.  Chili.  Wui-shaii: 

N.  pr.,  Gebirge  in  der  chin.  Provinz 
Fukien,  auf  dessen  Abhängen  lange  Zeit 
der  beste  Tee  gezogen  wurde.  Die  lokale 
Aussprache  des  ersten  Bestandteiles  [der 
zweite  heißt  'Gebirge',  vgl.  Tien-shaii 
'Himmelsgebirge']  ist  bohi  und  ging  so 
ins  engl,  bohea  in  der  Bedeutung  'Tee' 
über,  z.  B.  Pope,  Rape  of  tbe  lock, 
Canto  IV,  156;  heute  ist  engl,  bohea 
eine  geringwertige  Sorte  schwarzen  Tees. 


Auch  im  botanischen  Namen  der  Tee- 
pflanze Thea  bohea  kommt  das  chin. 
Grundwort  wieder  vor.  [Hirth  ChinFW 
209. 

2167.  Tk.  wnruiak: 

'Sehlagen'  [vom  Stamme  er,  ür,  ur 
'Kraft,  Stärke'  Vämbery  TktEtWb  S.  33, 
Nr.  36],  auch  urmak.  Hierzu  Imper.  3. 
Sgl.  urä\  'er  schlage!'  [d.  h.  der  Feind 
'werde  geschlagen'];  hieraus  russ.  ura, 
bulg.  serb.  ura,  cech.  hurra,  poln.  hura; 
dtsch.  hurrah,  engl,  hurra,  hurrah  ;  dän. 
schwed.  hurra;  frz.  hourra  [da  mih- 
tärische  Ausdrücke  zahlreich  durcli  slav. 
Vermittlung  aus  dem  Tk.  gekommen  sind 
und  die  Verbreitung  des  Wortes  deutlich 
auf  östliche  Herkunft  verweist,  ist  ein- 
fache Zusammenstellung  mit  ähnlichen 
Interjektionen  wie  z.  B.  hussa,  engl,  huzza 
unbegründet].  — Aus  dem  Satze  tk.  urdu 
bela  'Unglück  oder  Übles  [tk.  bela]  schlug 
nieder  [d.  h.  kam  plötzlich]'  wurde  rum. 
urdubelea  'unversehens,  unvermutet' 
[Löbel  EITAP  98  weist  auf  belä  ugrady 
hin,  das  aber  lautlich  schwieriger  wäre]. 

2168.  Ar.  wussak: 
'Ammoniak';  hieraus  mit  ar.  .\rt.  sp. 
aguajaque  'Art  Harz  von  weißer  Farbe, 
den  der  Fenchel  ausscheidet'  [Dicc  Gast 
87  c].    [DE  52.    Eguilaz  69. 

2169.  Sskr.  yögm: 

'Indischer  Büßer',  der  sich  durch 
Kasteiungen  dem  Nirwana  [s.  hier 
Nr.  1573]  nahebringen  will,  bei  uns  in 
Europa  meistens  fälschlich  Fakir  [<  ar. 
fakir  'arm']  genannt.  Dtsch.  Jogi, 
Dschagi;  frz.  djoguy ;  engl.  jogy. 

2170.  Jap.  yoshiwara: 
'Binsenfeld'  [aus  jap.  yoshi  'Schilf  und 
hara  'Moor',  also  'schilfiges  Moor'],  ur- 
sprünglich der  Name  einer  Stadt  Moto- 
Yoshivvara,  aus  der  am  Anfang  des 
XVII.  Jhdts.  eine  Gesellschaft  von  Kur- 
tisanen nach  Yedo  kam.  Nach  ihr  wurde 
jeweils  der  Stadlteil  benannt,  in  dem 
sie  ihr  Gewerbe  ausübten.  Nur  im  Munde 
der  Europäer  und  Amerikaner  ist  Yoshi- 
wara  ein  Gattungsbegriff  im  Sinne  von 
'Bordellstadt'  geworden;  dagegen  werden 
Stadtteile  dieser  Art  in  andern  Teilen 
•Tapans  von  den  Japanern  nie  so  genannt. 
[Cbamb  AllJap  571/572.  Globus  LXX, 
23/24. 

2171.  Tk.  yskiiflja: 
'Nachtmütze'  [Kelekian  KämCis  90;  aus 
it.  scuffia,  cuffia] ;  hieraus  russ.  skiif'ja, 
bulg.  skufa,  serb.  skutvija,  skowija, 
poln,  skofija,  skofija,  kofija  'Kappe'; 
rum.  scufie  'Nachthaube'.  [Gorjajew  327. 
Mikl  SlEtWb  304  b. 

2172.  Pers.  'ytr-i-§ähl: 
'Königliches  Parfüm'  [aus  ar.  'itr  'Par- 


Ar.  zabäd.] 


170 


fäm'  und  pers.  säht,  s.  hier  Nr.  1762; 
Tielleichl  ist  auch  ytyr  tk.  Wort  mit  der 
Bedeutung  'Geranium']  oder  'Geraniunr, 
so  auch  tk.  (Kelekian  KämOs  851  h] : 
hieraus  rum.  indi-i^aim,  andri^ea  'Ge- 
ranium'. 

2173.  Ar.  zabäd : 

'Schaum';  hieraus  mit  Imäla  [ä  >  ej 
mlat.  zibethum  'Zibetkatze'  [so  genannt, 
weil  sie.  eine  stark  riechende  schaum- 
artige Flüssigkeit  absondert],  it  zibetto, 
frz.  civette;  ndl.  civet,  civetkat,  dts<-h. 
Zibetkatze,  engl,  civef.  [Dozy  Oost  31/32. 
ML  95SÖ. 

2174.  Pers.  zäbän: 

'Zunge'  [Horn  NpEt.  S.  144.  Nr.  6.Ö0], 
zäbänä  'Pfeifenzunge':  ebenso  tk.zywane 
'Mundstück  der  Pfeife'  [Kelekian  Kämas 
649 b];  hieraus  luin.  ghivanea  'dass ' 
[Löbel  EITAP  49]. 

2175.  Ar.  zabat : 

'Schlamm,  Morast' ;  hieraus  mit  Wechsel 
der  Labialen  siz.  zanimafo  'dass.,  Matsch'. 
Vb.  zammatiari  'im  Schlamm  planschen 
[wie  Schweine]'.    [GrSVociSic  250. 

2176.  Ar.  zabün: 

Vulg.  'Unterjacke.  Korsett',  ebenso  tk. 
zebun  'Jäckchen,  Mieder' ;  hieraus  rum. 
zäbun  'wattierter  Bauernkittel';  bulg.  za- 
bunce,  serb.  zubuii,  klruss.  zobuncac, 
russ.  zipun  'Jacke'  [vielleicht  geht  das 
ar.  Grundwort  selbst  zuletzt  auf  ^r.gubba, 
s.  hier  Nr.  737,  zurück].  [Löbel  EITAP 
99.    Mikl  SlEtWb  404a. 

2177.  Pers.  zäbün: 

'Schwach',  ebenso  tk.  zebun  'dass., 
energielos';  hieraus  serb.  zabun  'ver- 
blüfft', Vb.  zabuniti.  [Mikl  SlEtWb  399a. 

2178.  Ar.  za'farän: 

'Safran  Memocylon  tinctorium';  hieraus 
it.  zafferano,  frz.  Safran,  sp.  azafrän, 
pg.  agafräo,  rum.  safran,  sofran,  §ofran 
'dass.',  afrz.  saffre  'mit  goldenem  Be- 
sätze versehen',  sard.  tofferanu  'Safran'; 
dtscli.  Safran,  engl  saffron,  ndl.  saff- 
raan-  russ.  safran,  poln.  szafran,  Cech. 
serb.  safran,  bulg.  serb.  öafran.  [DE  223. 
Eguilaz  317.  ML  9588.  Mikl  SlEtWb 
336  a. 

2179.  Ar.  za'frän: 

'Hacke  des  Steuerruders';  hieraus  teils 
mit,  teils  ohne  ar.  Art.  pg.  agafräo,  sp. 
azafrän,  prov.  frz.  safran  'Schege, 
Steuerhacke'.    [ML  1479. 

2180.  Ar.  zäg: 

'Vitriol';  hieraus  mit  ar.  Art.  u.  Imäla 
[ä  y>  e]  sp.  aceche,  aciche,  acige,  pg. 
azeche,  frz.  azeg  [alchemistischer  Aus- 
druck] 'dass.'.  [DE  32.  Eguilaz  17. 
Devic  DEt  10. 

2181.  Berb,  zagäja: 
'Wurfspiefs,  Bajonett' ;  in  gleicher  Form 


ins  vulg.  Ar.  übergegangen  [vgl.  DE- 
FREMERY  in  JAs  (5)  XLX,  89  f.] ;  hier- 
aus sp.  pg.  azagaya,  pg.  zagaia,  it.  za- 
gaglia,  frz.  zagaye,  zagaie;  durch  die 
Portugiesen  [s.  Camöes  Lusiadas  Ganto  I, 
X6]  wurde  das  Wort  früh  nach  Südafrika 
gebracht,  und  von  hier  gelangte  es  durch 
die  Kämpfe  der  Engländer  mit  den  Ein- 
geborenen in  die  engl.  Zeitungssprache 
ussegay  'Wurfspieß  der  Neger',  Vb.  to 
assegay  'mit  dem  Wurfspieß  durch- 
bohren', dtsch.  Hassagai,  Assegai,  ndl. 
sagaai.  —  Genaue  Beschreibung  nebst 
Abbildungen  bringt  F.  A.  K.  von  Specht, 
Geschichte  der  Waffen.  Berlin- Leipzig 
1877.  III,  61/62;  100/101  und  öfter. 
[Dozy  Oost  77.  Hobson-Jobson  38/39. 
DE  223.  Eguilaz  318.  ML  9591.  Fischer 
in  MSOS  II,  236. 

2182.  Ar.  zagal: 

'Mutig,  tapfer';  hieraus  sp.  pg.  zagal 
'starker  und  mutiger  junger  Mann,  Schä- 
ferbursche' [Constancio  Dicc  975  aj. 
[DE  359/:^60.  Eguilaz  519/520.  ML9589. 

2183.  Tk.  zahire: 

'Vorrat,  Getreide'  [aus  ar.  dahira  'Vor- 
ritte, Proviant'] ;  hieraus  bulg.  zajre, 
zähere,  serb.  zajiira,  zaira  'Lebensmit- 
tel'; rum.  zahirea,  zaharea  'Kriegsvor- 
rat.  Proviant'.  [Löbel  EITAP  100.  Mikl 
SlElWb  399  b. 

2184.  Ar.  zahma: 

'Gedränge,  Mühseligkeit';  hieraus  mit 
ar.  Art.  pg.  azäfama  'Gedränge';  über 
tk.  zähmet  'Mühsal'  wurde  bulg.  zagmet, 
serb.  zamet  'Ungelegenheit'.  [DE  222. 
Mikl  SlEtWb  399  b. 

2185.  Ar.  zahr: 
'Orangenblüte'  [vom  Vb.  zahura  'leuch- 
ten, weiß  schimmern'],  plr.  azhär;  hier- 
aus teils  mit,  teils  ohne  ar.  Art.  sp. 
azahar  'dass.',  zahor  'glänzende,  weiße 
Farbe',  pg.  azar  branco  'Art  Anemone', 
Abltg.  azareiro  'Kirschlorbeerbaum',  it. 
zaghera,  siz.  zagara  'Orangenblüle'.  [DE 
223/234.  Eguilaz  318.  ML  9594.  Gr 
SVociSic  249. 

2186.  Ar.  zahr: 

Dieses  Wort,  das  in  der  klassischen 
Sprache  als  'Würfel'  nicht  vorkommt, 
soll  in  der  Vulgärsprache  diese  Bedeu- 
tung haben,  doch  erscheint  die  Existenz 
dieses  vulgären  Wortes  nicht  gesichert 
zu  sein.  Auf  dieses  Grundwort  wurde 
die  Gruppe  hasard  zurückgeführt,  vgl. 
DE  224.  Eguilaz  319.  Devic  DEt  137 
u.  138.  Lammens  Rem  133.  ML  9595. 
Belegt  ist  einwandfrei  bereits  in  der 
klassischen  ar.  Sprache  das  Vb.  jasara 
'würfeln',  und  auf  eine  Form  dieses 
Vbs.,  vielleicht  jasar  'Gesellschaft,  wel- 
che würfelt',  gehen  folgende  Formen 


III 


[Ar.  zait. 


der  europäischen  Sprachen  zurück:  sp. 
pg.  azar,  frz.  hasard,  Vb.  hasarder  'wa- 
gen', it.  azzardo  'Zufall',  zaro,  zara 
'Würfelspiel  mit  drei  Würfeln',  (alt) 
zaroso  'gewagt',  rum.  'Spielwürfel'; 
mhd.  hasehart  'Würfelspiel',  dtsch.  Ha- 
sarf/(spiel),  engl,  hasard ;  russ.  azart. 
[Vgl.  auch  ngr.  Idpi  'Würfel';  der  Voll- 
ständigkeit Tialber  sei  angeführt,  daß 
man  die  Formen  der  vorliegenden  Gruppe 
auf  den  Namen  einer  palästinischen 
Stadt  Hezar,  Hazart,  wo  das  Würfelspiel 
erfunden  sein  soll,  zurückführen  wollte; 
ebenso  unbegründet  sind  Ableitungen 
aus  tk.  zär  'Würfel',  das  wohl  selbst 
erst  entlehnt  ist.] 

2187.  Ar.  zait: 

'ÖP;  hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  pg.  aceite 
'Olivenöl'.  Aus  ar.  zaitün  'Oliven',  Ein- 
heitsnomen zaitüna  'Olive'  wurde  mit 
ar.  Art.  sp.  aceituna,  pg.  azeitona  'Olive' : 
über  tk.  zejtyn  entstand  serb.  zejtin, 
russ.  zitin  'Baumöl'.  [DE  32/33.  Egui- 
laz  20.  ML  9611/12.  Mikl  SlEtWb 
400  a. 

2188.  Ar.  Zaitün: 

N.  pr.,  Name,  mit  dem  im  MA  der  große 
chinesische  Ausfuhrhafen  Tseutung  oder 
Tswan-tschou-fu  in  Fokien  [MP  408/410; 
JB  246/247]  bezeichnet  wurde.  Hier- 
nach wurden  gewisse  Damaststoffe  ar. 
atlas  zaitüm  'zaitunischer  Satin'  ge- 
nannt; hieraus  sp.  aceituni,  setuni,  mfrz. 
zatony,  frz.  satin,  mit.  zetani,  it.  zetani- 
no,  setino  [mit  Anlehnung  an  seta];  engl. 
satin,  dtsch.  Satin.  Vgl.  ausführlich 
Karabacek,  Über  einige  Benennungen 
mittelalterlicher  Gewebe.  I.  Wien  1882. 
S.  12/13.  Hirth  ChinFW  204/205  weist 
darauf  hin,  daß  in  den  Seidenfabriken 
Kantons  noch  heutzutage  derselbe  Stoff, 
den  wir  gewöhnlich  als  Seidenatlas  be- 
zeichnen, unter  den  Namen  ssü-tuan, 
kantonesisch  szetün  'Seiden-Atlas'  ver- 
kauft wird.  Es  scheint,  daß  ar.  Käufer 
im  Laufe  der  Jahrhunderte  dieses  un- 
mittelbar eingeführte  Wort  mit  dem 
ähnlich  klingenden  Namen  ihrer  schon 
vor  Kanton  berühmt  gewordenen  Han- 
delskolonie Zaitiln  verwechselt  haben. 
[Hobson-Jobson  797.  DE  340.  Eguilaz 
20/21.    ML  8962. 

2189.  Ar.  zalläg: 

'Art  Barke' ;  hieraus  mit  ar.  Art.  und 
Liquidenwechsel  [l  >  r]  pg.  azurracha, 
zurracha  'Barke',  deren  man  sich  auf 
dem  Douro  bedient;  als  Steuer  wird  ein 
großes  Ruder  [espadelha  genannt]  be- 
nutzt, gerudert  wird  mit  zwei  Rudern 
an  der  Seite.    [Eguilaz  327/328. 

2190.  Ar.  zämila: 

'Lasttier   [vom  Vb.  satnala  'tragen']; 


hieraus  mit  ar.  Art.  sp.  acemila,  Abltg. 
azemilero  'Maultiertreiber',  pg.  azemola, 
kat.  asemhla  'Lasttier'.  Aus  ar.  zammäl 
'Treiber'  wurde  mit  Imäla  [ä  >  e/  i)g. 
azemel  'Maultiertreiber'.  Zur  gleichen 
Wurzel  gehört  ar.  zamla.  'Familie  und 
Hausgerät  eines  Häuptlings';  hieraus 
pg.  nzemel  'Lager,  Zeltstadt',  frz.  zniala, 
srnala  'dass.  (in  Algerien)'.  [DE  33. 
Devic  DEt  209.    Eguilaz  22/23. 

2191.  Ar.  zämir: 

'Musiker'  [part.  praes.  act.  I  des  Vbs. 
zamara  'pfeifen,  blasen'],  plr.  zamara; 
hieraus  kat.  sambra,  pg.  snnibra  'nächt- 
liches Fest  der  Mauren,  Freudengeschrei'. 
[DE  363/364.    Eguilaz  523/524. 

2192.  Ar.  Zanäta: 

N.  pr.,  einer  der  fünf  Stämme,  die  Afrika 
eroberten  und  nach  Spanien  hinüber- 
gingen [so  nach  Don  Diego  Hurtado  de 
Mendoza,  Guerra  de  Granada  contra  los 
moriscos  IV,  5],  vulg.  mit  Imäla  Zeneta, 
sp.  Zenette;  später  lieferten  sie  den  Ka- 
lifen von  Granada  kühne  Reiterei.  Hier- 
aus sp.  jinete  'mit  Lanze  und  Schild 
bewaffneter  maurischer  Reiter',  daher 
sp.  ginete  'kurze  Lanze',  frz.  genette,  it. 
giunnetta  'Spazierstock',  und  sp.  montar 
ä  la  jineta  'mit  kurzen  Steigbügeln  rei- 
ten', jinetear  'ausreifen',  pg.  ginete,  frz. 
genet,  it.  ginnetto,  gianetto,  kat.  janet 
'Reitpferd',  siz.  giannettu  'Rennpferd'. 
[DE  276/277.  Devic  DEt  127.  Eguilaz 
413.    ML  9615. 

2193.  Ar.  zanbll:- 

'Korb',  ebenso  tk.  zenihil  'dass.';  hier- 
aus serb.  zemhil,  russ.  zimhiV  'Körbchen', 
rum.  zamhil,  zimhil  'Handkorb'.  [Mikl 
SlEtWb  401a.    Löbel  EITAP  100. 

2194.  Pers.  zänglr: 

'Kette',  ebenso  tk.  zingir  [vgl.  dazu  Horn 
NpEt  S.  149,  Nr.  671  zindd,n  'Gefäng- 
nis']; hieraus  rum.  zingir;  bulg.  zindzir, 
serb.  sindzir  'dass.'.  [Mikl  SlEtWb 
403  b.    Löbel  EITAP  102. 

2195.  Ar.  zänija: 
'Proslituierte'  [part.  praes.  act.  I  fem. 
von  zanä  'Unzucht  treiben'];  hieraus 
pg.  zoina  'Straßendirne'  [Gonstancio  Dicc 
976  a].    [DE  368.    Eguilaz  531. 

2196.  Ar.  zanka: 

'Enge  Straße',  vulg.  zanäka;  hieraus 
mit  ar.  Art.  pg.  azinhaga  'enger  Weg'. 
[DE  227.    Eguilaz  3;i3. 

2197.  Pers.  zänpäräst : 
'Mädchenjäger,  Wollüstling'  [aus  pers. 
sän  'Frau',  Horn  NpEt  S.  148,  Nr.  668, 
und  päräst  'Verehrer,  verehrend',  Prä- 
sensstamm zu  pärästidän,  ebenda  S.  66, 
Nr.  298],  ebenso  tk.  zenpare,  vulg.  mit 
Assimilation  des  n  zu  m  vor  dem  Labial 
und   Vokalharmonie    zampara  'dass., 


Ar.  z.ii  l>.J 


172 


Schweiger';  hieran-  ruui.  zampara 
'Schwelgerei',  zamparagiü  'Zeciibruder, 
WüstUiig',  zamjHiraUc  'Schwelgerei'. 

•iiys.  Ar.  zjirb: 
'Waäserrinne',  plr.  zurüh;  hieraus  mit 
ar.  Art.  pg.  algeroz,  aljaroz  'Dachrinne' 
|ar.  z  y>  0  wie  in  zuräfa  ^  girafa  und 
ar.  b  >  '-|.    [DE  125.   Eguilaz  180. 

^199.  Ar.  zarb: 
'Hölzerner  Pferch  für  Vieh'  ;  hieraus  uiit 
ar.  Art.  pg.  ozerve,  azerbe  'aus  Zweigen 
hergesteilte  Wand  zum  Schutz  der  Üörr- 
diele'  [Constancio  Dicc  1.50a].  (DE  227. 
Eguilaz  322. 

2-20Ü.  Pors.  zärbäf: 
'Golddurchwirktes  Gewebe,  Brokat'  [aus 
pers.  zär  'Gold',  Horn  NpEt  S.  145. 
Nr.  654,  und  bäftän  'weben'  ebenda 
S.  38,  Nr.  168],  ebenso  tk.  zerbaf  ;  hier- 
aus rum.  zarpa  'Brokat,  Brokatkleid, 
mit  Gold  durchwirkte  Pferdedecke'.  [Sain 
61.    Löbel  EITAP  101. 

2201.  Ar.  zarbatäna: 

'Blasrohr  zum  Töten  von  Vögeln'  [mit 
adventivem  r,  auch  ohne  dieses:  zaba- 
iäna,  aus  dem  Pers.,  das  sicherlich  auf 
mal.  semjntan  'langes  Rohr  mit  enger 
Öffnung,  um  Pfeile  hindurehzublasen' 
aus  semjnt  'eng'  Pijn  140a  zurückgeht]; 
hieraus  sp.  zarbatäna,  zerbatana,  cebra- 
tana,  pg.  sarabatana,  saravatana,  frz. 
sarbacane  [mit  Anlelinung  an  canne 
'Rohr']  'Blasrohr',  it.  cerbottana  '2  bis 
3  m  lange  hohle  Stange'.  [Vgl.  ngr. 
rapaßoTdva].  [DE  251.  Uevic  DEt  203. 
Eguilaz  367.  ML  9600.  Lammens  Rem 
214/215.    GrSVociSic  2-50. 

2202.  Ar.  zarf: 

'Untertasse',  aus  Porzellan  oder  Metall, 
in  die  man  die  Tasse  fingän  hineinstellt 
(wie  bei  unseren  Teegläsern),  tk.  ebenso 
zarf;  hieraus  serb.  zarf  'kleine  Schale' ; 
rum.  zarf  'Untertasse,  Untersatz,  Näpf- 
chen'. 

2203.  Ar.  zarif: 

'Anmutig,  elegant',  ebenso  tk. ;  hieraus 
rum.  zarif  'zart,  anmutig'. 

2204.  Pers.  zäriiikädä: 
'Narcissus  jonquilla'  [aus  pers.  zärln 
'golden',  s.  hier  Nr.  2200,  und  kädä 
'Haus',  Horn  NpEt  S.  188,  Nr.  844], 
ebenso  tk.  wulc:;.  zirimkada ;  hieraus  rum. 
zarnncadea  'Narzisse'. 

2205.  Ar.  zarkä': 

Fem.  zum  Adj.  azrak  'blau,  blauäugig'; 
hieraus  sp.  pg.  zarco  'blauäugig'  [viel- 
leicht durch  Metathesis  garzo,  it.  gazzo], 
siz.  zarcu  'blaß'.  [DE  36f5.  Eguilaz 
527.    ML  9601. 

2206.  Ar.  za'rfir: 
'Azarolapfelbaum,   Crataegus  azarolus 
L.',  eine  Clrataegusart  aus  der  Levante 


[also  un.sereni  Rot-  oder  Weißdorn  ver- 
wandt], Einheitsnomen  za'rüra  'Frucht 
des  Baumes',  also  'eine  Art  Mispel'; 
hieraus  mit  ar.  Art.  und  Dissimilation 
fr  ^  IJ  sp.  acerola,  pg.  azarola,  azerola, 
zarola,  zerola,  kat.  atserola,  frz.  azerolle, 
it.  azzeruola,  lazzeruola  [mit  angeleim- 
tem Art.]  'Azarolapfel  bzw.  -bäum', 
dtsch.  Azarol(a.i>fe\).  [DE  34.  Devic 
DEt  53/54.    Eguilaz  25.   ML  9603. 

2207.  Chiu.  zat-liao: 
'Chinesischer  Lack';  hieraus  sp.  charol 
'leuchtender  dauerhafter  Lack',  Vb.  cha- 
rolar  [Dicc  Ca<f  696  c],  pg.  charäo,  xa- 
räo  'chin.  Lack'  [Constancio  Dicc  974a]. 
[ZfromPh  XXXV,  568.    ML  9606. 

2208.  Ar.  zauka: 

'Quecksilbei ',  vulg.  Form  von  zuwak 
[=  zJbak  aus  pers.  Mwä  'Quecksilber', 
Horn  NpEl  S.  151,  Nr.  683,  vom  Vb. 
zistän  'leben',  also  etwa  'lebendig']; 
hieraus  mit  ar.  Art.  pg.  azougue,  sp. 
uzogue,  kat.  agogue,  frz.  assogue  'Queck- 
silber; Schiff  zum  Transport  von  Queck- 
silber', azoth  'Quecksilber'  in  der  Sprache 
der  Alchen! ibten.  Unmittelbar  auf  die 
pers.  Grundform  [über  tk.  ziwe,  giwe] 
gehen  bulg.  zlwak,  serb.  ziiva  'Queck- 
silber' zurück.  [DE  228.  Devic  DEt 
.H9.    Eguilaz  324.    ML  9607. 

2209.  Tk.  zawally: 

'Armsehg';  hieraus  it.  (dial.  Piemoute) 
zavalli  'armer  Teufel'.  [Oriente  1,  196. 

2210.  Hebr.  zigß^l: 

'Mist,  Kot';  hieraus  gaunerdtsch.  Vb. 
sefein  'cacare',  besebeln  'betrügen'. 

2211.  Tk.  zenlali: 

'Art  kleine  Aprikose'  [Kelekian  Kämüs 
643a,  aus  pers.  zärdälü  'gelbe  Pflaume': 
zärd  'gelb'  Horn  NpEt  S.  146,  Nr.  656 
und  älü  'Pflaume'] ;  hieraus  serb.  zer- 
delija,  klruss.  ierdela,  russ.  zerdele,  bulg; 
zarzala  'Art  Aprikose'.  [Mikl  SlEtWb 
399  a. 

2212.  Tk.  zewk: 

'Vergnügen'  [aus  ar.  dauk  'dass.'].  a)  Mit 
Sufßx  -Ii  entsteht  das  Adj.  zewkli;  hier- 
aus rum.  zefliü  'spafäig'.  b)  Tk.  zew- 
klenmek  'sich  über  jemand  lustig  ma- 
chen', dazu  subst.  Infin.  zewklenme;  hier- 
aus rum.  zefleme  'S|'ott,  Verhöhnung'. 

2213.  Tk.  zewzck: 
'Leichtsinnig,  Narr,  Stutzer'  [Kelekian 
KämOs  651  aj;  hieraus  rum.  zevzec  'blöd- 
sinnig, Dummkopf,  zevzelic'-\i\xmmh&\V . 

2214.  Ar.  ziblb: 

'Rosinen',  Einheitsnomen  zibiba;  hier- 
aus sp.  acebibe,  pg.  acepipe  'Leckerei, 
Naschwerk',  Vb.  pg.  acepipar  'naschen', 
siz.  zibibbo  'Art  Rosinen' ;  dtsch.  Zibebe 
'getrocknete  Weinbeere'.  [DE  32.  Egui- 
laz 15.    ML  9608. 


[Ar.  zidwär. 


!^215.  Ar.  /idwär: 
'Zitwerwurzel  (ingwerartiges  Gewürz)' 
[aus  pers.  zädtvät'] ;  hieraus  sp.  cedoaria, 
pg.  zeduaria,  it.  zettovario,  frz.  zedoaire, 
nilat.  zeduarium;  russ.  cytwar,  klruss. 
eetwar,  cytwar,  poln.  cytwar,  bulg.  c«Y- 
^^;ar;  dtscii.  Zitwer,  engl,  zedoary. 

2216.  Kas.-tat.  ziget: 
'Jüngling';  hieraus  russ.  rfi/^jf  'dass.', 
Vb.  dzigitowat'  'Rosse  tummeln,  Reiter- 
stückchen ausführen'  [von  Kosaken  und 
kaukasischen  Reitern  gesagt].  [Goija- 
jew  91. 

2217.  Pers.  zijän: 

'Schade'  [Horn  NpEt  S.  150,  Nr.  ü?'.»], 
tk.  ebenso;  hieraus  bulg.  zjan  'Nachteil, 
Schaden',  serb.  zijan  'Schade',  russ. 
izjan  'dass.,  Mangel'.  [Mikl  SlEtWb 
403  a.    Bern  SlEtWb  440. 

2218.  Ar.  zijär: 

'Nasenkneife',  d.  Ii.  Instrument  des  Huf- 
schmiedes, mit  dem  er  die  Nase  eines 
widerspenstigen  Pferdes  hält:  hieraus 
sp.  acial,  azial,  uciar,  pg.  aziar  'dass.'. 
[DE  35.    Eguilaz  29. 

2219.  Ar.  zikk: 
'Weinschlauch',  auch  zakh;  hieraus  sp. 
zaque  'kleiner  Weinschlauch;  Betrun- 
kener'.   [DE  365.    Eguilaz  525. 

2220.  Tk.  zil: 

'Schallbecken',  bes.  als  militärisches 
Musikinstrument;  hieraus  bulg.  zilu, 
poln.  zele,  frz.  zil  'dass.'.  [Devic  DEt 
229.    Mikl  SlEtWb  403  a. 

2221.  Ar.  zillgär: 

'Grünspan';  hieran-  mit  ar.  Art.  pg. 
azinhavre.  azinhame  'dass.'.  [DE  227. 
Eguilaz  323. 

2222.  Ar.  zir: 

'Großer  Krug'  [der  Gestalt  nach  dem 
lat.  doUum,  gr.  irOoi;  gleich,  ZDMG  L, 
631];  hieraus  it.  ziro  'dass.'. 

222o.  Pers.  zör: 
'Gewalt,  Kraft'  [Horn  NpEt  S.  149, 
Nr.  674  bis],  ebenso  tk. ;  hieraus  bulg. 
serb.  zor  'Gewalt',  serb.  zoran  'gewal- 
tig'; runi.  zor  'Hast,  Eile',  Vb.  zari 
'treiben,  zur  Eile  antreiben'.  [Mikl  Sl 
EtWb  404  a.  .  Löl)el  EITAP  102. 

2224.  Pers.  zörbäz: 

'Rebell'  [aus  zör,  s.  hier  Nr.  2223,  und 
häz,  Piäsensstamm  zu  bähtän  'spielen' 
Horn  NpEt  S.  35,  Nr.  150],  ebenso  tk. 
zorba;  hieraus  rum.  zorba,  zurha  'Re- 
bellion, Gezänk',  zurbagiü  'Zänker,  Auf- 
rührer', zurhallc  'Aufstand',  zurbalicgiu 
'Meuterer,  Aufständiger'. 

2225.  Ar.  Zuäwa: 

Auch  Zawäwa,  N.  pr.,  Name  eines  Ka- 
bylenstammes  in  Nordafrika,  der  den 
Franzosen  zuerst  die  Soldaten  lieferte, 
die  man  heute  frz.  zouaves,  dtsch.  Zua- 


ven,  nennt;  es  sind  gewisse  Regimenter 
leichter  Infanterie  in  einer  tast  ganz 
orientalischen  Uniform,  die  ursprünglich 
aus  eingeborenen  Algeriern  rekrutiert 
wurden,  heutzutage  aber  nur  noch  aus 
Franzosen  bestehen.  [Devic  DEt  230. 
Eguilaz  5:!1. 

2226.  Ar.  zuS)b: 

'Männliches  Glind';  hieraus  siz.  zubbu 
'dass.'.    [GrSVooiSic  251. 

2227.  Ar.  zubja: 
'Löwengrube;  tiefer  Graben  voller  Was- 
ser, um  Tiere  zu  fangen';  hieraus  siz. 
zübbiu  'Abgrund,   Graben'.  [GrSVoci 
Sic  251. 

222S.  Ar.  zufaizaf: 
'Brustbeere'  [wahrscheinlich  aus  gr.  ti- 
Zuqpov,  lat.  ziziphum] ;  hieraus  mit  ar. 
Art.  sp.  azilfaifa,  azofeifa,  pg.  agofeifa 
'dass.'.    [DE  229.    Eguilaz  .323. 

2229.  Ar.  znharl: 
'Geomantiker'  [von  zuhra  'Planet  Ve- 
nus', welches  ar.  Wort  über  die  Form 
Azofra  hinüber  in  der  durch  den  Reim 
bedingten  Verunstaltung  Alligafir  auch 
in  Wolframs  Parzival,  Ausgabe  von 
Lachmann.  ^.  (1854),  782  Eingang  ge- 
funden hat,  vgl.  ZfdWf  VIH,  149];  hier- 
aus sp.  zaliori  'Wahrsager'.  [DE  361 
u.  362. 

2230.  Pers.  zulf: 

'Haarlocke',  ebenso  tk.  zi'df  oder  mit 
Stützvokal  zülüf;  hieraus  rum.  zuluf 
'Haarwickel,  Locke'.  —  „Die  Perser  ra- 
sieren sich  wie  alle  Muhammedaner  den 
Kopf.  Sie  lassen  jedoch  hinter  jedem 
Ohre  einen  Haarschopf  stehen,  der  lang 
herabhängt  und  das  Aussehen  der  alt- 
ägyptischen Kinderlocke  hat."  Brugsch, 
Reise  nach  Persien  I,  157. 

2231.  Ar.  zulla: 

'Sonnendach'  [von  zill  'Schatten'] :  hier- 
aus kat.  sp.  pg  told-o  'Zeltdach',  toldillo 
'Sonnendach,  Markise'  [mit  eingescho- 
benem d  wie  in  sp.  humilde  <^  lat.  hti- 
milis].  [DE  351.  Eguilaz  507  (wo  als 
Grundwort  gr.  öö\o<;  angegeben  wird). 

2232.  Ar.  zürn : 

Vulg.  TrucIilsafV:  hieraus  sp.  zumo 
'Saft'.  [ZfromPh  .\XX1V,  568.  Eguilaz 
532  [mit  gr.  I\u)x6<;  als  Grundwort.]  ML 
9632. 

2233.  Pers.  zniniirud: 

'Smaragd'  [vielleicht  aus  gr.  oiudtpaYboQ, 
wahrscheinlich  beides  aus  dem  Ind.], 
ebenso  tk.  ziimriid  [Kelekian  Kämüs 
646  b];  hieraus  hu\^.  zumrtui,  russ.  izum- 
rud  'Smaragd'.  [Gorjnjew  122.  Mikl 
SlEtWb  404  b.    Bern  SlEtWb  441. 

2234.  Ar.  zmära: 
'Giraffe,  Cameloparilwlis  giraffa'  [sicher- 
lich selbst  ein  Fremdwort  und  wie  das 


Ar.  zurziil. 


174 


Tier  aus  Zentralafrika  stainuiend];  hier- 
aus it.  i/iraffa,  Irz.  girafe,  kat.  sp.  pg. 
(firafa,  runi.  girafä;  engl.  ndl.  giraffe, 
dtsch.  Giraffe  [älteste  Belege  s.  ZfdWf 
Xi,  3041'.];  russ.  i»ro/'.  [ÜE  218.  Egui- 
laz  413.    ML  9602. 


2235.  Ar.  /nrzäl: 
'Drossel',   auch   zurzür   [KM  II,  839, 
Z.  G  V.  u.] ;  hieraus  sp.  pg.  zorzal  'dass.'. 
[DE  369.    Eguilaz  .531.    ML  9629. 


176 


Sach-  und  Namensverzeichnis. 


'Abbäs  I.  4 
'Äbbäs  Pascha  507 
Äbutilon  14 
Adamsapfel  19 
Ädenia  venenata  20 
Adhatoda  1161 
Ägypten  1222 
Ailantus  glandulosa  1141 
^Zc«Z(J  1021 
Alcdntara  1057 
.4Zei)^;o  792 
Algarve  674 
Alhambra  882 
Aljarafe  (de  Sevilla)  1840 
^/fco/jo/  1227 
Almagra  1349 
Amber  78 
Amocklaufen  71 
Anakonda  74 
Antiaris  toxicaria  2136 
Antilope  saiga  1774 
.4rafta  90 
^rec«  1 7 
Argali  96 

Arrecife  (Cördoba)  1704 
^4ssassmeM  839 
^<o«  132 
'4«äö  133 
Averroes  1084 
^OTcmna  579.  893. 
Bagdad  170 
Bairam  183 
Bakkam.  190 
jBa/^is  203 
Bartole  259 
Baumwollpapier  1723 
jBeÄen  176 
Belsazar  1456  a 
Beriberi  291 
£ete  sicula  1907 

318.  2149 
Boehmeria  nivea  1697 
Bolgar  351 
Bougie  340 
Brindisi  1657 
Brundisium  1657 
Brunfels  1570 
Bungalo  214 


Bürän  358 
^Msa  376 
Busbeck  544 
Casuarina  1119 
Casuarius  galeatus  1119 
Cagatai  639 
Ca/a  (Sizilien)  1036 
Calamus  rotang  1724 
Camelopardalis  giraffa 

2234 
Camphora  1100 
Cannabis  indica  839 
Carrfoib  397 
Ceratonia  siliqua  1182 
Cercopitheciis  1 422 
«.  Chamisso  1623.  1882. 
Chavica  belle  2149 
Chedive  876 
C/*mrt  841 
Cochenille  1219 
Collocalia  esculenta  1844 
Constantin  VI.  1388 
Corchorus  capsularis  693 
Crataegus  azarolus  2206  ' 
Cypraea  moneta  1 133 
Daimio  1992 
Dante  1305 

Daudet  (Alphonse)  1542 
Z)eZ«&as  507 
Dipus  aegyptiaeus  936 
Dollar  (zeichen)  1996 
Domback  2012 
Dschiu-Dschitsu  963 
Dumdum  477 
Dmws  Scotus  1927 
Elixir  903 
jBmM  1528 
d'Entrecolles  1060 
Equus  onager  1233 
Esdragon  2034 
Euphorbia  567 
Euphorbus  567 
Eusebius  1389 
jPeZ«s  caracal  1081 
Fe«  596 
Floririda  1002 
J'ooie  (Samuel)  1542 


Friedrieh  II.  1799 

i?'Ms^äjf  621 

Gadämas  633 

Gaeta  644 

Galgant  795 

GaZ^ant?  897.  1416 

Garcinia  mangostana  1395 

Cra»««  702 

.Gecfco  707 

Gehinnom  705 

Generalife  99 

GÄp«o  1222 

(?*pif  716 

öorfÄe  1891 

öos:«  735 

Öra/  731 

Guadalete  2151 

Guadalquivir  2151 

Guadiana  2151 

Gm/i«  739 

Guido  V.  Arezzo  552 
Guingamp  722 
(?mZ  741 

Guttapercha  712 
jffafcö  792 
ifa^M»  GiVai  800 
i/am  1157 
Harakiri  818 
Harmelraute  829 
Harün  ar-Rasid  605 
Hasan  ibn  Sabäh  839 
Haschisch  839 
Hedschra  863 
Hildegard  v.  Bingen  795 
Hobson-Jobson  835 
Holothuria  edulis  2096 
ifw^fta  655 

Hylobates  syndactylus 
1898 

al  Hwarizmi  631.  890 
16«  Baifär  45.  646 
/fc«.  Hurdädba  795 
76«  Smä  893 
Imam  905 

Jacques  v.  Beauvais  929 


176 


Jakoh  \m  . 
Janfj  Behadur  liStilt 
Janit scharen  954 
Johannes  Damascenus 

1388 
Jubii  II.  r)(i7 
Juda  941) 
JuUiin  lOO-i 
Jute  li93 
Kaffa  lOüf) 
Än/l^f«  lüOn 
Kala  \m\ 
kaliktit  1031 
Kamel!  653 
i:ao/i«  1060 
Kapha  851 
A'nrZ  rf.  (?r.  605 
Kam»  1144 
A'rtsfcft  fTunfsi  1108 

Ä'äW*  1102 
Kaschmir  1116 
Kaspar  1059 
Kathay  841 
Kaurimuschel  1 1 33 
Kimono  1177 
King-te-chen  1 060 
Ä'itet  841 
iCoZJ  1198 
A'onafc  120!2 
Ä'omn  1250 
Xo<«M  1214 
Kretschmur  825 
Kretschmer  825 
AV«s  1163 
Krumir  1220 
Kuskus  1267 
Landow  80 
Lawsonia  inerniis  867 
Lazarus  1310 
Leonfo/idon  taraxacum 

2025 
Lingam.  1323 
Ludloff  1385 
Luffa  cylindrica  1333  a 
Mädhava  1342 
Madras  1345 
Magrib  674 
Mahnivd  IL  954 
al  Makkari  f  Ahmad)  9' 
Malchus  1379 
Mamluken  1384 
al-Md'mün  1348 
Mangal  1392 
jMflw?:  1379 

Monis  javanicus  1649 


1  Maria  1417 

Mannderille  (Joh)i)  1460a 

Meerschaum  1416 

JlffA-A:a  1903 

Melia  azederach  140 

MÄ;r/rfo  1468 
I  Milchsack  (persj  1074 

Mrz'f  Schaff y  69b 
I  Morqiane  1416 
j  ilfosW  1483 

ifoswZ  1484 

Mozaraber  1523 

Muhammad  abu  Bakr  ihn  \ 
I      Zuknrlja  1712 
i  Muhammad  ihn  Müsä  631 . 
890 

Muhammad  ihn  Rusd  1084 
i  ilf««sa  paradisiaca  1526 
!  jI'/ms  nialabaricus  1618 
'  Nanking  1554 

Nipaceen  1572 

Nirwana  1573 

Noria  1561 

Nuphar  luteum  1570 

Orchix  mascula  2001 

Ormuz  1596  j 

Osman  I.  2144 

Panax  ginseng  955 

Parzival  592 

Paulus  Diaconus  552 

Peking  1554 

Pelusium  1647 

Pertschabaum  712 

P/e/fe^  1751 

Phymlis  alkekengi  1016 
I  Piper  cubeba  973 

.Pogostemon patchouly  lß03 

Polospiel  434.  1666 

Polygonum  fragopyrum  \ 
^      1856  c  i 
i  Portax  pictus  1569 
j  P/-afc«Y  1817 

Pteropus  edulis  1038 

Ptolemaeus  (Claudius) 
1348 

Qualah  1021 

ar-R&zi  1712 

Rauwolf  776 

ÄÄe«  americana  1528 

Ä^MS  coriaria  1946 

Ricksliaw  956 

Roderich  1002 

Rofischweif  2097 

as-SädiU  1005 


6'«/««  1752 
&V*  1769 
Sa^o  1761 
Saladin  1906 
Salangan  1844 

ä'ä/i*«  1802 
Sambuk  1824 
Sanskrit  1817 
Sapeke  1835 
Saphir  (Moritz)  1830 
Sa««  1869 
Schahname  1551 
Schild  laus  1219 
Seinnopithecus  nasalis 
1001 

Simia  satyrus  15!t3 
Äma  841' 
Smj^s  641b 
Sir  dar  1851 
Sohnisation  552 
ö'<«7ja  tenacissima  795 
Sudan  1945 
Sufisntus  1934 
Suntach  1946 
Tabaristan  1964 
7'a/*7(?!!  606.  1979 
Tagalen  1982 
Tamerlan  .508 
Trmfc  2017 
Tectonia  1756 
TÄe«  toÄert  2162 
Tien-shan  2166 
2V^/r^•s  2061 
Tim,ur  Leng  598 
Trepang  2096 
T7-uthahn  909.  1031.  1473. 

2114 
Tseu-tung  2188 
r^i/ra  2100 
Tulpe  544 

Turbinella  rapa  1831 
r«rt^  2114 
TmVÄ;»«  609.  2114a 
T(/n<s  2125 
Urgang  2137 
Usnea  barhata  2139 
Varanus  arenarius  2156 
Vasco  de  Gama  1031 
Wui-shan  2166 
X  (Unbekannte)  1770 
Yoshiwara  2170 
Zanä^a  2192 
143. 


177 


W  Ortverzeichnisse. 

Vorbemerkung. 

In  die  Wortlisten  sind  alle  überhaupt  erwähnten  Wörter  aufj^enommen,  nicht 
etwa  nur  diejenigen,  die  aus  den  orientalischen  Sprachen  entlehnt  sind.  Die 
Reihenfolge  richtet  sich  nach  dem  lateinischen  Alphabet,  auch  bei  den  in  Um- 
schrift gegebenen  Wörtern  der  semitischen  Sprachen;  nur  das  Griechische  und 
Russische  sind  natürlich  nach  ihrem  eigenen  Alphabet  geordnet,  da  sie  in  ihrer 
Originalschrift  aufgelührt  werden.  Im  ganzen  ist  die  Liste  alphabetisch  nach 
Sprachen  geordnet,  um  ein  schnelles  Nachschlagen  zu  ermöglichen. 


Arabisch  (Klassisch- 
und  vulgärarabisch) 

ahjad  6 
ahras  9 
abü  I 
"abür  12 
abütilün  14 
ahüzina'  556 
'^äda  16 
'adä  1343 
'^adala  18 
'ad an  'zO 
'adl  18 
'äfiia  24 
afiwi  !25 
'ahd  1 55 1 
äMr  33 
aklns  870  a 
afimak  .S5 
ahmar  882 
ahumr  848 
'ä''ida  37 

'ain  38.  402.  1994 
'ajjük  41 
'akär  43 
akbar  121 
"aMda  44 
'akika  45 
'äkir  karhä  46 
'akrab  47 
'äla  559 
'alaka  904 
'alam  53 
'a/^'  57 
'a^iw  2131 
'aZiwa  2008,  2131 
'alkam  58 
a?;i?Ä  59.  1986 


alniäs  60 
atnän  66 
amara  907 
'amära  67 
aw?r  69 
amma  905 
ainmä  64 
amrah  70 
'amüd  72 
'anäk  75 
'nnbnr  78 
'anöiÄ;  79 
andül  80 

OM/"  81 

'ankabüt  83 
"Antar  84 
"anzarüt  86 
'rör  87 
W  138 
89 

'arablja  674 
"amA;  W2 
'arata  93 
'ar(^"  94 
ctr</aZ  95 
99 

an?-  100 
'rtris  1001 
«/•/•«  100 
arrih  106 
'artanltä  109 
'«rSs  fll.  1959 
a/-2a  114 
'ajÄ  1 15 
'asnr  123 
asam  1442 
"asara  116.  1434 
asfar  1936 
asir  118 


'asÄ;ar  1307.  1847 
asrafi  1853 
'asw-  123 
aswad  1945 
aian  870c 
'öiasa  129 
öi^>  130 
ff^Zffls  131 

l;i4 
"awwär  138 
azädirah  140 
'azala  1450 
a^'ar  870 d 
azdiraht  140 
'a^t^  143 
'^«^r/«  144 
a^mfc  2205 
babagä  147 
/;a(^a/a  153.  1966 
badan  155 
badingän  161 
bädizahr  1605 
fea(7;a«  1613 
fcarfio  164 
örtf^a  165 
/;(J<7  166 
bagdädl  170 
baglja  171 
öä^i.?  171 
Z)«^/a  172 
öft/iär  953 
bahman  1 76 
ftrt^r  177.  341 
bahür  179 
baitär  184 
bakara  186 
6ak/a  188 
ftaU-ä;  189 
bakkam  190 


Lokotsch,  Etymolog.  Wörterbuch. 


12 


Arabisch.] 


178 


hciJcfa  1371 

l)tt»"tiMS  365 

dtÄ^»*  1541 

balä^  li)4 

2>t7«  368 

di'nta  520 

balad  196 

6üs  369 

Dimisk  476 

bctlo^s  151 

fcü^  370 

dirham  .523 

balät  200 

busr  371 

dirwa  488 

ballä'a  204 

hutunt  B74 

di.«  524 

ballü'a  204 

disär  525 

ballür  205 

<f(J'a  460 

dubl)  535 

fca//M<  206 

dabarän  451 

dö^Äö  543 

bdniijci  210 

dnii«  452 

d«t/f  537 

band»  211 

ddbhäg  453 

di(^«  538 

io«^'  213 

454 

duhän  539 

bannä^  216 

dafana  456 

dukkän  542 

baraka  222 

dafara  457 

düraicä  549 

barania  1339 

(fa/fa  538 

dwrr  552 

baras  224 

dafana  456 

durra  5.51 

barai  225 

dafira  Abi 

^lar'öi  226 

dafna  5 1 5 

/adi  613 

barhäris  227 

dagäg  458 

fagära  568 

bardu'a  228.  1630 

dogana  1489 

fug  für  569 

bardag  229 

dß/i'/6  2075 

fahhär  570 

bardän  241 

dnhnl  459 

fä'ida  571 

iardi  242 

dahhäla  459 

fafciÄ  572 

iar<7a  243 

dohira  2183 

/flfc«-  573.  2169 

iäWt^  241 

rfä'l  460 

fakka  574.  57.5 

bar  IM  1339 

dai'a  461 

fnkkäk  575 

barkük  247 

da^if  463 
dä'ira  464 

fokküs  .576 

barnija  248 

/■är592.  731 

iarr  251 

dcikal  465 

falaha  580 

barräda  249 

dükara  1976 

/■a^rtfca  577.  578 

barrakän  250 

daklka  466 

fahisa  1491 

barük  257 

dakka  466 

/a%'  579 

Ms»7iÄ;  262 

rfrth'i  471 

/"a/ZäÄ  580 

batärih  274 

rfaZ/a  471 

fa^i-  581.  1491 

6äit;a"269 

rfaWäZ  473 

förtafc  582 

to7  271 

dainagän  474 

fänid  583 

fcaitrt  273 

damgäna  474 

fonika  584 

fcflir  375 

damniüs  480 

fanka  584 

bafrali  274 

(?a'M  481 

/«/'(T  585 

&a«  276 

da«a&  482 

faraga  603 

batta  56 

rför  495 

faras  586 

baura  762c 

rfä/  a  464.  502 

/■«rd  587 

fcä«  582 

daraba  489.  1344 

/■(/rd  588 

bcizoga  277 

davaga  485 

farfara  589 

bäzuhr  1605 

daraka  487 

farfijün  567 

fcazr  279.  295 

davänag  486 

fargija  590 

6a^^  280 

da  rasa  1345 

färis  591 

ta^^rt  281 

rfart  488 

farkad  593 

billäh  59  a 

darbfhänaj  489 

/«'s  597 

iiwä'  309 

darmaka  494 

fasfasa  598 

fcirfca  312 

darünag  486 

/"aNÄ«  599 

bitäna  316 

dasJsa  497 

fr»  ^(2  602 

bittiha  319 

d^'M  504 

fatalta  916 

bizzäf  320 

d"MA;  2212 

600 

6fe  892 

daur  501 

/ai/a  601 

buhür  343 

datiu'&r  502 

fattäta  601 

ftwl;  347 

däwa  504 

fa^M'ä  602.  1493 

bunduk  355 

da'^wa  .505 

faicwära  585 

büränija  358 

d''6  513 

/■jfc/i  572 

6ur(i  360 

dj/7ä  515 

6U5 

ÖMrp'  362 

dijäta  516 

A/ö^t  606 

burfca  364 

(iij;  518 

/■»/i£f(2/t  608.  2202 

flruza  609 
fisfisa  598 
fistik  1064 
fitna  611 
fulän  614 
fulük(a)  831 
fM>»  615 
/■«»rfMfc  616.  617 
furhijün  567 
fuiga  618 
fursa  619 
fusiak  1664 
fMs<!^Ä;  620 

622 
^fWr  623 

gr«'ö"  626 
gdbal  <ö'il 
gahara  631 
gabbän  628 
gabbär  629 
gäbija  630 
^a/>?'  631 
gädämasi  633 
^'a(/(i  634 
ß'adt  635 
<7«/f«  637 
gaffäfa  637 
^'a/'»  638 
gahäz  640 
^'aiö  641 
^ötrfrt  642 
<|rt/<rt  643 
galiiba  648 
galada  649 
gäliba  646 
gälija  647 
^■ffZ/ä/j  648 
</rt«(?ri  649 
ganiä'a  651 
gunial  653 
gämi'  655 
g<itut  656 
ganill  658 
ganiisa  749 
ganam  666 
^rt>i&  661 
ganhija  662 
gandür  663 
ganib  664 
gamma  665 
ganna  99 
^är  667.  1685 
</öra  669.  1496 
garaba  674 
gurad  670 
garafa  689 
garäma  671 
^aras  672 
garb(t)  674 
garbäl  673 
^arf  676 


^ar«  678 
garlb  680 
garid  681 
garim  682 
garmia  683 
garnait  685 
^a/-ra  687.  688 
garräfa  689 
garräh  690 
^asä  692.  755 
^(isi;a  692 
^"'iss  716 
(^oi-ci  1495 
^f^iiä  1702 
gnuhar  694 
gauza'  695 
(/rtw'j  1332 
i^a^o?  698 
^«cöi  699 
gazära  700 
gazira  696 
gazwa  701 
^'(;/8M<i  424 
gTbü"  936 
^Tär  715 
^Ci/jö  736 
^?/ös  716 
(/jrfär  717 
720 
g^mn  723 
girbäl  673 
giwälik  1753 
^M/>i  736 
gnhba  737 
^'«//ä  739 
^üi  741 
gnlgulän  744 

746 
^M»w  747 
gum'a  748 
gumaisä^  749 
^'itwi/  750 
guräb  754 
^iMrij  1252 
^Ms/a  755 
^'i<«'  758 

Äafcafc  761 
linbar  763 
habasl  765 

762 
ÄaW  766 
hadara  1353 
Äac?<^  1464 
haddn  767 
^«rfid  768 
hadija  769 
Jjafakän  771 
^n/«/a  770 
hafara  1466 

772 
^o/i/"  773 


[Arabisch. 

ÄSf/a  775 
hagar  1354 
hugara  863 
Tja^j^'  776.  777 
hnggäm  778 
Ä.a<7^  868 
h'tima  782 
haimän  783 
M'w  784 
ÄazV  785 
^'«y^  644 
hfjjät  786 
^«fcA;'  789 
Ää/  790 
^rtZä  791 
Äa/aöi  792 
Wa&a  801.  1357 
^a/ä^  794 
hnlan^än  795 
/ja//"«?'  796 
^«/T/a  798 
7ia%'  799 
ÄßZ*w  800 
/t«/A-a  801 
halkünt  1684 
Äa^^a  865 
^llaka  802 
haiük  803 
^a^i*'«  762 f.  804 
haniara  883 
hnmila  866 
hammäl  806 
hamr  1359 
^«'wäw  807 
Ääwrt  784.  851 
hnnaka  810 
Äanö'"<Z  811 
hanfara  813 
hau gar  814 
hanlja  815 
hanzal  816 
hnnzir  817 
haraga  1500 
haram  1457 
haräm  819 
harania  1499 
fiaränn  821 
harasa  1467 
harba  823 
/iar</  825  • 
Äanf  121 
hartf  827 
Äar«a  828 
harmal  829 
Äarr  830 
harrä^  1500 
^nrtäka  831 
^arrüb  832 
harsüf  833 
harün  834 
Äasaw  835.  870 
^asära  837 

12* 


Arabisch.] 


180 


haslra  836 
fiasira  837 
hasiS  838.  839 
haSiäa  al-hargüt  279 
'liass  840 
hassn  1465 
hassäS  839 
^atara  1501 

655 
Mit;-  842 
5«//  843 
J),attä  844 
;ja«rt/  888 
haud  846 
haudag  847 
/(ajts  849 
haialga  850 
hawäla  974 
/iat<'jf5'  1703 
hawicän  851 
haztn  854 
hazlnn  855 
Äaff  856 
hedlw  876 
^zrfwa  861.  862 
higra  863 
īra  864 
/w7ä^  865 
himäla  866 
k^/rf»  2013 
hinuä^  867 
hinzlr  627 
j^ü-t  8<i8 

870 
hizäna  871 
^or/a  850 
hnbärä  874 
hiibäzä  875 
hudür  877 
jw/f-  772 
Ätt/-ra  878 
TjuA-ä:  144 
hukka  879 
/nt/ö«  881 
1198 
/(jt^wra  882 
humra  883 
7t»«7;  884 
/»trr  886 
hurrijff  886 
^Msä  2001 
^Mss  887 
615 

hutba  655.  1461  a 
^«/«ä/  888 
huzämä  889 

»ö?2s  892 
iö?-vfc  894 
ibnsam  10 
ibrisuin  10 
'j#rfa  896 


'«/rT^  897 
«•/riz  898 
i/ä/a  559 
'^7ör  899 
«X-^ji  9t)2 
iX-.«7»-  903 
'j^A-a  904 
'<7'/a  612 
imäm  905 
imäna  66 
imära  907 
'imära  908 
W  891 
'iVÄ-  1957 
isfanäg  126 
isfanärija  912 
isfinäg  126 
is?öm  915 
istiftäh  916 
«sa"/-ä'  1522 
iiM'  917 
4»Mj<^  918 
Vfr  134.  920.  2172 
Htrija  919 
jfaf^  948 
jahüd  424 
jaküt  9.'S0 
jarbü'  936 
jasakgi  939 
jäsamün  942 
jasara  2186 
jasm  941 

feä'a  970 
ka'^ada  1370 
fca&ä'  971 
fca^xJft  972 
A-flM6rt  973 
kabäja  971 
i-«fta^a  982 
iaööi«  974 
ifca&öär  978 
ifcaöi;«  979.  980 
Ä:a6Tr  981 
ifcrtör  1372 
ÄraiüZ  982 
j-är/«  1006.  1139 
fcfff^i  985 
i-^i^i  984 
kadim  986 
fcärfir  987 
Ä;öc?ös  988 
A-aAä  990 
A^rtfa^  991 
Ä'a/'ara  997.  1068 
kafas  993 
Ä;a/'/'a  994.  995 
kätila  996 

632.  997 
kaftz  998 
A;a/r  999.  1022 
käfür  1100 


A;«^«?'«  1002 
ka'fihn  1002 
ÄrrtÄA-rt/ur  1003 
kahwa  1005 
k'i^  1006 
A;«*/*  1007.  1173 
kail  1 174  a 
kä^iininnkäm  1010 
katsänia  1011 
kaitus  273 
Ä-«)i;ö(i  lol3 
käkang  1016 
ter«  1021 
kala'a  1036 
kalaba  1376 
kalada  1505 
fcatofa  1022 
Ä-aZ«w  1023 
Ä:ffZ6  1025 
A-a/ö  1026 
teZ»  1029 
k^/ö  1030 
Ä;fl?«»iffl  1032 
A;a?tö'  1036 
A-aWfli  1037 
A;rt>Hä  1157 
käma  1010.  1999 
if«H!7  1044 
kammün  1046 
kand(l)  10.52 
kandara  1051 
kandil  1053 
kantara  1057.  1506 
kanz(lja)  1059 
Ä;ar«  1181.  1507 
A;ßm  1071.  1072 
A-ar'^a  689 
kaya'a  1250 
karam  1083 
karawän  1086 
karawijä'  1087 
kafija  1094 
karlwija  1095 
A;ar>«  1096 
Ä-flrA-rti  1096  b 
Ä:a»-n  1098 
karräza  1101 
karsana  1 103 
A-a;YSs  1104 
karuba  1252 
Ära's  1105 
A-äsa  1174 
kas^a  1106 
iW&ff  1108.  1118 
Ä-asa/'a  1109 
kasama  1187 
kasara  1575 
Ä;as(i  1110 
kasdlr  1111 
Ä-ßs/r  1575 
A-as/s  1114 
fcasr  1117 


181 


[Arabische 


hassäb  1118 

la'^aka  1308 

maklüb  1376 

Icata'a  1191.  1270 

la'ana  1383 

malaka  1384 

katäm  1122 

/a67i  1285 

malgam  1378 

häti'a  1124 

iaö/srt  2006 

mallüta  1380 

Jfatifa  1125 

Marfan  1286 

mal'ün  1383 

kätra  1127 

lagania  657 

mamlük  1384 

katrän  1128 

Za'iö  1289 

mamtar  1387 

kattära  1  loO 

lailak  1319 

tnanäh  1 389 

katünä  279 

laimün  1322 

manäki'  1578 

fcaMfcaö  1132 

;aA;aw  1290 

manära  1 463  a 

kaum  747 

ZaA:a<  1293 

mandil  1391 

Ä;aMs  1140 

;ak'  1291 

mansür  1399 

fcaM-?  1508 

ZaA;A:5i  1293 

manzü  1401 

kawwäd  1139 

ZafciaÄ;  1294 

mar'a  1403 

fca^«  1147 

Za'itfc  1308 

marad  1404 

fciör«  1171 

ürtMs^a  1309 

maräkk  1405 

Ä;l^ä^  1172 

lazinia  1 326 

maramma  1407 

kijäfa  1173 

läzwardi  1311 

maras  1408 

fci/äs  1 1 74 

Ze&eA;  1313 

marassa  1409 

1174a 

Zif  1318 

marbüt  1410 

kimijä^  1157 

Z»/«A;  1319 

wjar^  1 785 

A-jM^är  1178 

Zim  1320 

mardaküs  1411 

Lvi'  1181 

lizma  1326 

marfaka  1413 

kiräd  1 1 

lubän  1331 

marfüd  1414 

AnVö/  1182 

lühija''  1333 

»warf/  I  i  15 

kirba  1074 

Zm/"  1333a 

margän  1416 
ma'rifa  1418 

kirmizi  1219 

luffah  1333  a 

krs  1190 

ZmA;«^  1 334 

marih  1419 

Ais  1185 

lukma  1335 

markab  1420 

A;isä'  1 186 

markasitä  1374 

kisnia  1187 

mabrüni  1339 

markät  1421 

j;*fa  1191 

ma'dan  1341 

markaz  1 423 

kubäba  973 

mädda  1342 

marmara  1424 

fcMÖö«  1221 

ma'di ja  1 343 

niarra  1426 

/ctöört/;;  1221 

madraba  1 344 

niarsam  1427 

kubbäja  1221 

madrasa  1 345 

marsüin  1428 

fcMÖf*  1222.  1735 

magarra  1346 

marsüm  1416 

i;u(iäf  1224 

magga  1347 

martaba  1429 

AjM^a  1225.  17.53 

magistl  1348 

tnas'ala  1432 

kuM  1227 

magra  1349 

ma'sara  1434 

kulkutär  1 236 

niagrib  674 

masgid  1435 

fci^zL  1037.  1238 

mahalla  1350 

mashara  1436 

.t«(wäs  1240 

mafidar  1353 

masih  1437 

kumkum  1243 

maligara  1354 

niaslük  1438 

kummija  1241 

malijäs  1355 

masraba  1439 

kunja  1246 

mnhlab  1356 

niassa  1440 

kui-'än  1250 

mahlük  1357 

md'süra  1442 

kurba  121>2 

nialüüt  1358 

wJä^a  1443 

kurbän  1208 

mahmür  1359 

mafar  1387 

kurkum  1247 

mahrag  1351 

matmüra  1444 

kurnia  1256 

mahrama  1361 

matr(a)  1445 

iwr/-«  1257 

mahfija  1 360 

matraba  1 344 

Icursa  1 258  * 

mahzan  13ö2 

mafrah  144B 

Ä!?^)-si  1190 

mai'a  1363 

mairaka  1474 

Ä;i«t  1260 

maidän  1364 

ma'tüf  1447 

ÄJMriMW  1262 

maimün  1365 

maulä  1448 

ibrtsör  1268 

jna*s  1366 

ma'ün  1 449 

feMif»-  1269 

mak'ad  1370 

mausitn  1451 

kttttaa  1270 

makäm  1010 

mautabän  1452 

kutun(t)  Tt"l 

makbara  1372 

watts  211 

kuwiva  1273 

maklla  1373 

mazäd  1454 

Ä;MÄa  1274 

maAiA^i  1822 

ma'^üi  1450 

Arabisch.] 


18! 


mibrat  1460 
midak-ka  1461 
vii'iian  146^2 
tnigfar  1463 
mihadda  1464 
niihassa  1465 
mihfar  1466 
Mi//i;'((/  1502 
mihräs  1467 
mimbar  1461a 
miwÄ  1462  a 
niinära  1463  a 
mingal  1465  a 
mirassa  1466a 
mirät  1467  a 
tnirbat  1468  a 
miskal  1472 
mismas  247.  1471 
mitraka  1 474 
mitras  1475 
mizrak  1476 
mu'addin  1463  a.  1485 
mu^ajjan  1486 
mu'ämila  1487 
mu'^arrif  1488 
mudaggin  1489 
wHffrf  1490 
fwit/"««  1491 
wm/"«  1493 
mugattä  1495 
mtigäwara  1496 
mugäwir  1496 
muliädara  1353 
muhadda  1464 
tnuhajjar  1497 
muhakk  1498 
muharrig  1500 
muhassa  1465 
muhätara  1501 
tnuhräz  1502 
muhtasib  1503 
mukaddam  1504 
mukdllid  1505 
mnJcantara  1506 
mukän  1-507 
mukäri  1507 
muknwivä  1508 
wmZA;  1509 
mümija  1510 
munädija  1511 
munäi  1512 
muntin  1513 
muräbiti  1515 
muräkihi  1410 
murakkab  1517 
murtadd  1508  a 
mmädara  1509  a 
musäßr  lölOa 
musallä  1511a 
musamma!^  1512  a 
musarki  1856 
mushaf  1513  a 


nnisikär  1514a 
»njtsfc  762  b 
niuslim  löl6a 
mn.iluk  l517a 
musrif  1519 
mustaka  1520 
mustakl  1521 
mustnri  1522 
musta'^rtb  1523 
niutawaggih  1525 

211.  1.526 
muzawwir  1526  a 

na'äma  1528 
nabara  1461 
nabika  1529 
w«rfä  1511 
nafaka  1532 
nafar  1533 
na f ata  1534 
nafha  1535 
wäfi'  1536 
nafir  1537 
w«/"^  1538 
«öAa  1389 
näht' ja  1540 
nä'i'ö  1542 
Mö'iöa  1289 
na'ima  1528 
nainüfar  1570 
naka^a  1578 
nakal  1545 
MaM  1544 
nakir  1546 
nakkäl  1545 
nakkära  1546 
Ma7  1547 
Mär  1463a 
wa'^s  1558 
nasa^a  1512 
nasnga  1559 
was«/  1559 
natrün  1567 
nauba  1560 
na'üra  1561 
nawäla  1562 
nazala  1401 
nazar  1.564 
nazir  1565 
nazzär  1566 
Mefes  2067 
nenüfar  1570 
msr  1575 
mmM'  1579 
nukä^a  1578 
nuJcra  1579 
Mür  1580 
nusädir  1581 
nuwwär  1582 
nuzha  1583 

raöäö  1675 
rabad  1676 


ra?)rti!a  1410.  1468a.  171* 
radf  1680 
radtZ  1681 
rafada  1414 
rä^i'  13 


1684 


1714 


ra«;?/"  1682 
räAa  1683. 
ra/i^  1685 
rahts  1686 
rö^i'  69 
rahniän  1 687 
raÄn  1688 
raihän  1690 
ra'ts  1691 
ra'ja  1693 
rakania  1694 
raküba  1695 
raw?  1698 
ra's  1691.  1701 

762  a 
rasafa  1704 
rasama  1427 
»•as^  1732 
rasif  1704 
rassa  1466  a 
rassa'a  1706 
ratam  1707 
raiZ  1708 
rauda  1709 
razza  1713. 
razzäki  1715 
ri'äs  1716 
Wöäs  1717 
ri&5i  1718 
r»te  1717 
r/d/-  1719 
W^7  95.  1720 
rimäk  98 
mwa  1722 
rizfc  1721 
rtÄm«  1723 
rM&Ya-»  1725 
rM?>i>  1726.  1957 
rwA  1727 
rMÄ;&  1728 
rMwwän  1729 
rusäfa  1731 
rM.y(^  1732 
rM2:0  1733 

safta^jf  1736 
sahag  1736 
sabaka  1737 
sö&rt?  1738 
sfl&rtte  1932 
s«&ö  1735 
srtfciäfc  1740 
sabhära  1741 
sabtra  1741 
sa6r  1745 
sabüga  1746 
sörfa  1772 


1716 


i 


sadaf  1750 
sa'dän  1365 
sadda  1903 
säfa  1773 
safan(a)  1752 
safat  1753 
sa/f«  1935 
sä/iAi  1 754 
safir  1830 
söp'  1756 
sagnda  1435 
M/ia  1775 
sahn  1765 
sahrä'  1766 
sahrtg  1767 
irtf  1770 
sä'jo!  1771 
säV<^  1772 
^a?/a  1773 
sa«Ä  1775 
saikal  19U1 
sairaf  1860 
sä'js  1776.  1777 
Saüän  1867 
säfc  1782 
säfca  1783.  1784 
Sakä'  1785 
sakala  1901 
sakana  1786 
safc/"  1790 
säkija  1791 
saiyfca  1792 
saktina  1793 
saArÄ;  1795 
sakkä'  1 796 
sflil-Ä-ft  1792 
safcfcsi  1797 
«fffcr  1799 
sa^a  1368.  2138 
sä/«  1874 
salaha  1807 
saläm  1803 
salama  915 
sa/fi«  1806 
saZiö  1808 
sa>w'  1512a 
saniaka  1946 
söm/  1810 
saniid  1814 
sanns  IS 15 
sams  1815.  1816 
sa»^^  1818 
samüm  1819 
sawä'  1822 
san5  1829 
sanat^  1823 
sanärija  912 
sanbük  1824 
saiidal  1825 
sanrfMÄ;  1826 
«aw^'  392 
san*/a  1828 


183 

sänija  1829 
sannäg  1S33 
sa'rä  1837 
sarä&  1838 
sarahha  1839 
5«»-«/^«  1840 
saraka  1951 
saratän  1848 
sarba  1838 
sart^a  1439.  1838 
san/-  121.  1852 
S'irtft  1853 
sar«  1886 
sarifa  1854 
sark(i)  1856 
Sai-kije  1856  b 
sarmüta  1 602 
sarr(a)  1859 
sarräf  1860 
iari  1861 
sarwäl  1849 
sös 5 1484.  1865 
säsd  1776 
säsija  1865 
satara  1919 
sa^;»  1868 
«aii  1870 
safrang  1 87 1 
sa!;ri;a  1872 
sätür  1873 
sattvän  2141 
sawA;  1783 
sauka  1939 
sa««Z  1874 
saj<<  1875 
stört?-  1890 
si'dän  1365 
sjrfr  1529 
sifnÄ;  1895 
ifi/^'  1893 
si/r  1894 
si^n  1896 
S'/täö  1897 
sijäsa  1776 
sjfcS'  1899 
s/fcöja  1900 
s4-ä/  1901 
sikö<ji  1902 
s*fcfca  1903 
sikkin  1904 
s«Ä;te<  1794.  1905 
s«7äÄ  1906 
se7A;a  1907 
stwSZ  902 
simäsa  1816 
s/ww  1819 
simsär  1836 
sin  807 
sinä'a  495 
sindlja  1911 
stM»  1913 
siV  1428 


[Arabisch. 

siVä  1915 
sirra  1916 
sjs  1917 
si/Äm  1919 
snhät  1932 
südän  1945 
S!£rf(i  1933 
sü/'fi;  934 
SM/"fa  1935 
sufr  1936 
Sit/^m  1937 
s'm^'ö'  587 
suhba  1922 
sm/c  1511 
süka  1939 
sukäta  1940 
sukka  1941 
sukkar  1855 
sulaimäni  1942 
sulhäm  1943 
sullam  1944 
sultän  1945 
summäk  1946 
sunbük  1824 
sunbiil  1947 
smidük  1826 
surad  1949 
surba  1838 
surka  1951 
surra  1954 
SMrirt  1955 
SMS  1957 
süsän  1958 
suwär  1959 

«aftflfea  2046 
tabäsir  1965 
iaöffii  1966 
tabVa  917 
iafci'a  1967 
iaftFÄ  1968 
ia'fci;«  1969 
fäfti^e  1969 
irtöii:  1970 
ifaW  1971 
iäÖM^  1975 
tadkira  1976 
iaī'-  1977 
ta  forma  1980 
tahatia  1988 
ifrtÄm  1985 
iaWi/  1986 
toÄrlr;  1500 
tähüna  1988 
tahurtl  1989 
'taifür(lja)  1991 
<ä'tr  1575 
iajijVfe  1995 
jfdfc  397 
jtdjta  1996 
iäkja  1997 
i!aA;/td  1998 


Assyrisch.] 


184 


takwlm  1999 
'ta'lab  12001 
talak  "lOO'A 
taläk  2U04 
'talbls  ;200ü 
taira  5>007 
ta'lim  !2008 
tama'  !2009 
/awäm  2010 
tamannä  "iOll 
towr  2013 
fawiwr  483.  2015 
tannln  2018 
tannür  2019 
tantana  2020 
teraf  2023 
ia;-«Ä«  2024 
tarahsakün  2025 
taranguhvn  2028 
<ar6  1344.  2030 
terÖMS  2031 
iarfä'  2032 
targama  2033 
targumän  2033 
ia>7i  2024 
torÄM»  2034 
iarfrfa  2036 
taV?/'  2037 
tarllta  2038 
tarirna  2039 
iarsl'  170ß 
iartifo  2041 
^ösr«;  2044 
tasannug  579 
tasblk  1970 
iasßm  2008 
te^6lÄ;a  2046 
iawr  2048 
tausija  2050 
tawätur  2053 
<ay»n  1994 
ßft  2074 
i«ör  2075 
tilasm  2077 

2083 
.^MÖ  1344 
tumn  2106 
fMria«?  2110 
turbid  2110 
turda  2111 
türm  äs  2115 
turung(än)  2117 

2118 
*M<y(J'  2120 

1585  2127 
«?;ya  1590 
M^a/a  2132 
usaiUin  2138 
Msna  2139 
«ts^Mwä«  2141 


utäl  2142 
«fär/rf  2143 

wa'c^a  2150 
wädi  2151 
M'a(;Ä  1525 
wäha  2152 
waklda  2153 
wafeZ  2154 
ioaZ(?  2162 
«•d^;  2162 
ivalläh  59  a 
walwala  2155 
waraka  2049 
toaran  2156 
M'ars  2157 
«oasä  2050 
tvasala  1484 
?t>as»  2158 
wataba  1452 
wazara  2160 
loazlr  2160 
wiläja  2162 
wizna  2165 
wussäk  2168 

safedf?  2173 
2ö&fli  2175 
zabatäna  2201 
zabün  2176 
za'farän  2178 
za'frän  2179 
«ö^l  2180 
zagäja  2181 
0ac^aZ  2182 
zahma  2184 
sn/tr  2185.  2186 
zahura  2185 
2:ai^  2187 
^afcA;  2219 
zalam  762  c 
0oZ%'  2189 
zamala  2190 
zamara  2191 
ä'öwiVa  2190 
««»wir  2191 
zanda  2190 
zammäl  2190 
Äa«ä  2195 
^a>i(?fca  2196 
«awfei^  2193 
zanbüg  2054 
zänija  2195 
zawÄ-a  2196 
zärand  1843 
2ar&  2198.  2199 
zarbatäna  2201 
farf  2202 
fartf  2203 
zarkün  141 
«aVür  2206 
zawjja  2208 


zehgebil  1930 
2208 
2214 
zidivär  2215 
^;jar  2218 
0«A;A;  2219 
^«7^  2231 

1827 
zingär  2221 
slr  2222 
ämW  2226 
2?<ö;a  2227 
znfaizaf  2228 
Äit/ta>-t  2229 
SM^tra  2229 
^M«a  2231 
«MW  2232 
zungufr  1827 
s^Mräfrt  2234 
s^wr^ä/  2235 
zurzür  2235 
ÄMi^^aÄ;  2208. 

Assyrisch 

(oder  akkadisch). 
a&M  1 
admu  19 
argamannu  97 
asäru  127 

etränu  1128 

giparu  121 
guhlu  1227 

Jiarübu  832 
fearfw  988 
kamünu  1046 
kapru  992 
1105 
tew  1185 
kupritu  1171 
ÄrwprM  727.  1171 
fcjii'sit  1190 

lakalaka  1294 

manü  1456  a.  1462  a 
menieni  1386 
»igstf  1366 
muskenu  1470 

napfu  1538 

pahäru  570 
paräsu  1456a 
jiarsH  1456  a 
parzillu  259 

rab-sakü  1679 
ragämu  2033 
rasäpu  1704 
rigmu  2033 

sakälu  1456  a 
saA-i-M  1781 


185 


[Bulgarisch. 


sakü  1679 
sarpu  1860 
'siklu  1456  a.  1880 
sukennu  1470 
surrupu  1860 
süsu  1957 

targumänu  2033 
tinüru  2019. 


Bulgrarisch. 

2 

a/!OM  25 
«(/«Z  136 
ahcija  117 
«/lg/-  36 
ajgzr  40 

48 
aZa;  51 
alelidja  793 
allilujn  793 
almaz  60 
aZijw  61 
«m  64 
amanet  66 
ambar  11 
anii  64 
anterija  84 
nraba  90 
aramija  821 
arap(in)  89 
arnpka  89 e 
arkan  102 
armagan  103 
arnautin  104 
arslan  107 
arsin  108 

128 
a</aÄ  131 
awarija  138 
ait^er  142 

&oJ  166 

badem  154 
badiawa  160 
badihawa  160 
badzeica  625 
Z>afca  169 
bayr(anica)  1349 
bag%n  1349 
&aj6afc  181 
iö/Zr  348 
irtiraÄ;  182 
bakalija  189 
fcaÄ's/s  178 
bakzr  193 
buldahin  170 
6a^Ä;on  197 
balsani  293 
6«Zte  207 
hat•as^k  258 


OuTduiC  Ciöyj 

öuifid  445 

bct?'6  245 

cntufd  442 

öfiysuJc  254 

chfddJc  397 

husYHct  264 

Otts  ^Ou 

CtdCld  4ÖO 

hüSfHctJc  ^65 

dcfdijd  455 

UdvUtC  •±00 

ddfHdslcifid  476 

otitry  ovo 

ddfHdst  476 

hfl^zicd  306 

ddtHyu  478 

hß^'oh,ft  990 

ildtrlld  '±iu 

hacih  9Qi. 
OffSlfC  ^ij'i 

ddfivddzijd  505 

bzÖJc'ij^ci  377 

Hfttir-i'ln  Rli'S 
li/tJ/U/tJit'  0\jO 

hivjuzct'  609 

d€ll  0\j\j 

his€r  371 

dslijd  506 

^97 

dt/Hl?  üUO 

00) (l  o^o 

dßTilc  484 

/  ?y  f/-  327 

düiZ  ^vo 

OOSiCti  IDOi 

d^vwis  496 

hnnfnn  '-?^9 

l)o^ct  376 

d  iiH  ijd  521 

Uli/Uli  tv    XUX  1 

dit^ßJc  522 

I}itÖ?^€y  337 

OUUCllCl  Oöö 

diwdil  526 

biiy(z  339 

d'iwdHC  509 

Jyttjtt'i'*  346 

öf izcfifi  527 

t>Ht(  ftry«  O'it? 

dj67iyiih6z  660 

himciik  354 

djtiJxjdyt  542 

i^o^a/wa  530 

hutjct  357 

ciovijd  *)Oa 

btiViHd  363 

doK'iJßst  532 

^79 

c^Mrf  2118 

hiizd  368 

itnu  ti/v  O'jyj 

hiizdoffdH  333 

duyniß  540 

dxihdfi  539 

fi'ith'ni'i  ^4.9 
(tlt/l-tt/t  tJ7^ 

An  A«/v  M     9  1  7  ö 

Cdjrdn  LiX.  lo 

diildp  529 

CdJ  415 

duly€t'('iii)  553 

CtivfUtO  ooo 

dufUßt i  547 

cdvddJc  397 

diiscJc  533 

ödHS  404 

dus'yytdyif'iiij  5o4 

Ct^fCdfl  Oö-i 

dzdfH  650 

dZtO  O^l 

c^fvidd d}t  652 

dziyß  v  719 

XayrJnh  ^Q7 
C(>fdltfC  Out 

dzoh  641 

C€ryd  412 

rl-TJnn  470 

C€SfHd  402 

7    ^ '  Fii-n 

CylBHClZ^  ÖOU 

tfiko  st(^€  1110 

nifflih 

€SQul  943 

(,*/  »*(-(  *±.ir± 

csty'dyoti  2034 

cizYilfi  431 

ClZ'biH  431 

Jdjdd  Oll 

cohd7i(iyi)  433 

'fd)'fo7'(iJdJ  569 

fßfcdzd  603 

C07'dp  439 

fevedzß  603 

JorZ^a  440 

/■frz  595 

cordok  397 

^/  605 

Jo^ra  442 

^/(//s  607 

cugun  436 

^/c?ian  608 

cw/Ä:a  437 

;^5tftn  621 

Bulgarisch.] 


186 


fitilj  600 
fodul(in)  613 
fudul(hi)  613 
furma  885 
fustan  621 
fiita  622 

gajda  643 
gajtan  644 
i/ar^a  1090 
«^n^f^a  1059 
geenna  705 
gemija  709 
gerdan  675 
gircew  1091 
grabe z  821 
^/•rt/^  760 
i?7<9?f/  1232 

740 
i^M/fe  730 
gumruk  751 

haher  763 
hadzija  III 
hajda(te)  779 
Äa/cfwi  781 
hajicar  851 
hajwer  851 
Äofc  789 
ÄaZe  791 
Äa/«;a  797 
halina  797 
Äa/Ä-a  801 
hanial(in)  806 
Äa«  808 
handzar  814 
harem  819 
harman  869 
hamiz  846 
hazna  855 
heniglica  1228 
heruqwica  1228 
/j/c  860 
;?orfirt  850 
hubaw  873 
htihost  873 
hurnia  885 
;«M?a  622 

iör«l  894 
tc  860 
icoglan  895 
«7c(;'a  561 
isop  566 
izingija  2146 

Jagmurluk  924 
jfaÄoiii  930 
j'awa  923 
jatnurluk  924 
jamcarni  954 
japundze  934 


>rtr  935 
>ar;Ȁ:  937 
jasak  939 
jasmin  942 
.;'as/ÄÄ-  940 
jastagan  944 
j«<nÄ;  945 
jepanca  934 
/esafc  939 
■;Mfc)7<'7  959 
>/i  2128 
yjtÄ;  964 
^■«Zar  965 
jupka  737 
jurgan  961 
jurgus  967 
jiitija  2145 

Jcabanina  947 
kacul(a)  1019 
Ä;arf?/e  1125 
fcarf/j«  984 
kad%na  989 
Ärarfö;-  987 
Äraft-^;  993 
kahwe  1005 
fcatÄ;  1014 
Ä;ais  1015 
Ä;a;maA;  1009 
A^o/ä/ä  1012 
kalabadan  1275 
kalabahk  645 
Ä;nZf//'a<  1022 
ykaZfli  1021 
kalamfir  1085 
kalaimz  1276 
kahhrtna  1028 
I  kaldznm  1028 
!  1023 
'  Ära/fa  798 
kalgun  795 
Ä;aZ/Ä-o  1031 
!  fcff/i-an  1034 
I  Ä-a/^rtfc  1039 
j  kalpaiv  1027 
I  Ä-a/?,p  1030 
[  kamcik  1042 
I  kamdzija  1042 
I  kamfora  1100 
j  kamila  653 
kamis  1047 
j  kamuha  1043 
I  ÄrawBs  1047 
!  fca/fai  1048 
kansa  1056 
I  kanza  1056 
'  kapak  1061 
kapan  1062 
j  kapari  978 
j  kaplan  1066 
I  fear  1069 
t  fcaro  1070 


karafa  689 
karagroS  1070 
karakol  1078 
karanifil  1085 
karandas  1076 
fcaraM^  1078 
karawid  1078 
iarrfas  1089 
karpuz  824 
fcasfffc  1118 
kasap(in)  1118 
kasapnica  1118 
kästen  1110 
Ä;a«  1121 
toran  1128 
Ä-a?ir  1131 
kaicak  1134 
kawal  1135 
kaicaz(in)  1140 
kawga  696 
kazak  1143 
kazan  1144 
Äia^jfc  1146 
Ä;e&ap  972 
Ä;*^/'  1007 
kehlibar  1004 
ivi/-  1007 

1152 
Ä,-eZ»w  1176 
kemer  1041 
kepetieg  1159 
kerpic  1184 
kerwan  11)75 
kesija  1185 
kilim  1176 
kimnon  1046 
kimur  1200 
kinowar  1827 

1180 
kiradzija  1181 
ÄrjrfC  1183 
kirija  1181 
kirliw  1180 
kirpic  1184 
kitnjka  841 
ÄoZan  1195 
ifcoZcrtfc  1196 
koms'ja  12Ul 
komsu  1201 
Ä;owayfc  1202 
konop  1248 
fco/jca  1203 
Ä;o>-  1207 
fcorfcac  1279 
korsum  1259 
Ä:ose  1210 
kositro  1111 
kosHrzn  1111 
Ärosiefc  1211 
fco^*-*:  1213 
ÄrosaÄ;  1265 
fcos«  732 


187 


[Bulgarisch. 


kosk  732 
kowet 

kowrig  1282 
kuhe  1221 
kubur  1223 
kufta  1226 
kula  1238 
kuliat  1231 
kumbara  1244 
kumur  1200 
kuinurica  1200 
kuprija  1205 
/fcMri!)uM  1208 
kurka  1255 
kuskun  1266 
kustek  1211 
kusur  1268 
ÄTMiafc  1265 
Ä;Mse  732 
kutija  1271 
kuwet  1273 
fciMa  867 
fcarw^s  1219 

iafewi  1327 
Zaf  1287 
lag^m  1288 
JlaÄ;  1295 
lakordija  1297 
/a/a  1299 
Za/^  1300 
Zo?o  1299 
?ai<^«  2127 
lazur  1311 
ie/-*;  2132 

1290 
Z«ä:p  1292 
Zfl  1306 
leweri(t)  1316 
Zt/ifM  1290 
ZiZafc  1319 
Ii  man  1321 
/iH/ow  1322 
liwan  1331 
Zoöorfa  1284 
Zoöi^i  1327 
üofcMm  1684 
Zm/o!  1336 
^M^aÄ;  1319 

modern  1341 
magaza  1362 
niagazin  1362 
mahala  1350 
mahmuren  1359 
mahrama  1361 
majasil  1368 
majmuna  1365 
matigal  1392 
mastrapa  1439 
medzit  1435 
megdan  1364 


mehana  1369 
mehlem  1378 
mender  1464  a 
mengusi  1396 
merdzan  1416 
mesirjak  1473 
meteris  1475 
meze(lik)  1453 
mihljuzni  1491 
mjusterija  1522 
wjiizewei-in  1626  a 
mokawa  1508 
wor  1482 
mosama  1512  a 
murekep  1517 
muselina  1484 
muzrac  1476 
mtir/e  1527 
wa(;'a  199 
rmzda  1527 

nadzak  1539 
nalbantin  1549 
nahn  1547 
nisatir  1581 

orZfj/a  1584 
orfiaA;  1587 
ofca  1590 
ordija  1594 
orman  1595 
or<aÄ;  1598 

1610 
pajwan  1612 
/ja^a  1615 
papagal  Iii 
para  1626 
parSa  1628 
parmakhk  1636 
2msinma  261 
^asa  1640 
pazar  278 
]}eksimit  1642 
pence  1620 
pendier  1648 
percem  1629 
percin  1629 
perde  1630 
perigel  1635 
pernic  1657 
perwaz  1638 
peskir  1660 
peskis  1663 
p«d  1653 
ytta  1654 
pitice  1654 
postal  1667 
pilimar  1616 

raslan  107 
rewen  1711 
niiw  108 


sahan  1765 

sahttjan  1769 

sa«(7«  1774 

so/a  1778 

saAm-  1781 

salhana  1807 

sarafan  1845 

saraßn  1860 

sarza  1878 

sa<ar  1873 

sa»  1876 

njurgjun  1950 

s^■^tfa  2171 

so6a<  1922 

soioZ  1799 

S02>a  1^25 

spanak  126 

surma  952 

Sur na  1953 

s^nd^k  1826 

SrtdÄr  380 

sag  er  l  in  1759 

laA  1762 

sahin  1764 

sahmatna  d^ska  1443 

sahmaina  igra  1443 

s"o;l'a  1780 

saA.-«/  1929 

s«Z  1802 

saZf/s  1805 

salwari  1849 

Sanian  1928 

s«im  380 

segur  1759 

set/sr  1759 

sVÄ;er  1855 

sisarka  1918 

tabak(hana)  453 
^a&or  1974 
tagar  1983 
^o/iM  1994 
iöten  2005 
^at^a  2051 
tatvan  2052 
if/  2060 
^em<;^  2062 
tendzera  2066 
tenekija  2065 
tepcija  2056 
tepsija  2056 
terzija  2073 
<es«e  498 
«»war  2079 
titjun  2 121 
tjumbelek  1971 
tteac  2078 
tokmak  2087 
^owiritA;  2088 
<o/>  2089 
iopor  1964 
forfca  2091 


Deutsch.] 


188 


trampa  2095 
tuö  2098 
tugla  2094 
tuman  545.  2105 
tnrban  544 
tutun  2121 
Uiula  2099 
<«v//-o(7  2109 
^iwia  545 

uchir  2126 
wZf/-«»  2132 
tilus  2134 
u>-a  2167 

zahun  131 
zabunce  2176 
zagwet  2184 
sahar  1855 
zähere  2183 
Äff;>e  2183 
zalicaivam  1292 
zarzala  2211 
zijafet  516 
2riiM  2220 
zindzir  2194 
^iM^aÄ-  2208 
«;aw  2217 
zjungiji  2146 

2223 
zimrud  2233 
zemadan  652 
zilet(ka)  951 
zupan  737. 


Deutsch 

(einschl.  alt-  u.  mittel- 
hochdeutsch, jüdisch-  u. 
gaunerdeutsch,  jiddisch) 
ahd.  =  althochdeutsch 
mhd.  =  mittelhochdeutsch 
j.  -=  jiddisch,  jüdisch- 
u.  gaunerdeutsch 
St.    =  Sternname. 

Abessinier  765 
Abschach  1762 
^6«  1 
4ö<<'z  1 
Äbtissin  1 
Acarnar  St.  33 
acheln  j.  42 
Achelputz  j.  42 
Achernar  St.  33 
Achltischemali  St.  902 
Adamsapfel  19 
Adniiral  69  a 
admirät  inhd.  69  a 
^/ft;  1063 
Agger- Agger  30 
.4^Äa  28 


.4?awrtc  St.  75 
Albatros  1)88 
Alchabor  St.  12 
Alchimie  1157 
Aldebaran  St.  451 
Aleppin  792 
Algebar  St.  629 
Algebra  631 
Algedi  St.  035 
Algenib  St.  664 
Algomeiza  St.  749 
^Z^^oZ  St.  741 
Algorab  St.  754 
Alhabor  St.  12 
Alhajoth  St.  41 
Alhidade  896 
Alizarin  116 
Alkakandschi  1016 
^ZA-«?i  1029 
^/fro/io?  1227 
Alkoran  1250 
Alkoven  1221 
^/^«/t  59 
Alleluja  793 
alligaßr  mhd.  2229 
Abnagest  1348 
Almanach  1389 
Almemor  j.  1461  a 
Alphard  St.  587 
Alpherath  St.  586 
Alpheraz  St.  586 
Alpheta  St.  574 
^/<«/r  St.  1575 

St.  75 
Amalgam  1378 
arnalgamieren  1378 
Atnber  78 
Amen  68 
.4»iocA:  71 
Amulett  866 
Anakonda  74 
Anatolien  76 
angeschickert  j.  1787  b 
Anilin  1568 
Antimon  918 
Aprikose  247 
Araber  89  c 
Arabeske  89  d 
v4r/rfftf  St.  1719 
.4r?V>-  112 
^riojoTi  St.  1719 
^rnujii«?  104 
^rrai;  92 
Arschitie  108 
^rsewa^  495 
Artischocke  833 
Asangue  St.  392 
Äschere  St.  1915 
Aschkenasi  120 
A  schlauch  119 
Assegai  2181 
I  ^toir  St.  1574 


St.  2048 
^^/rts  131 
^^0«  132 

ausbaldowern  j.  145 
^yw/c  St.  41 
Äzarolapfel  2206 
Azimut(h)  18l8 
aewr  1311 

Babirussa  148 

Babusche  16^5 

Bäffchen  165 

Bajadere  1530 

Bakschisch  178 

.ßa/s  j.  184  a 

Balalaika  198 

Baldachin  170 

ßnWafc  170 

Baldower  j.  145 

.B,JÄ,-ort  197 

Ballasrubin  151 

Balsam  293 

Balsamine  293 

Bambus  209 

Banane  211 

Banianen  290 

Bantamhuhn  217 

barchät  mhd.  250 

Barchent  250 

Barkarole  2148 

.Barfce  2148 

Barock  364 

Barthel  255 

Baschibosuk  266 

Baschlik  260 

ßassffl  1640 

Baten  Kaitos  St.  273 

£f/<iÄr  270 

fca<t'A;en  270 

£a^ar  278 

Beduine  164 

Beelzebub  145 

iy*-»/  282 

Beglerbeg  282 

Behenioth  283 

Behenwurzel  176 

Beilerbei  282 

Benettiasch  St.  1558 

bengalisch  289 

Benzin  1332 

Benzoe  1332 

7iew0o/  1332 

Berberisbeere  227 

Berherize  227 

Berberstaude  227 

Bergamotte  282 

Bergamottknöpfe  282 

jSfrÄ-</M  250 

ßes  j.  184  a 

beschicken  j.  1787  b 
I  beschmusen  j.  1884 
I  beschummeln  j.  1811 


189 


[Deutsch. 


besehein  j.  2210 
Beteigetize  St.  695 
Betel  2149 
betucht  j.  267 
Betuchter  j.  267 
Betuecliter  j.  267 
Bezoar  1605 
Bisam  293 
ii/Mse  1647 
Boback  181 
ßüc/i^r  j.  180 
Bombasin  16 17 
Bonze  331 
Borax  356 
Boretsch  13 
Borretsch  13 
£os  j.  184  a 
Bronze  1657 
Burnus  365 
Burrich  13 
5?<sa  376 
Buxkin  324 

CaZmw  1029 
Chabrus  j.  764 
Chagrin  1760 
Chamsin  807 
C/jan  808 
Chawer  j.  764 
Chawernse  j.  764 
Chedive  876 

j.  858 
Chemie  1157 
Cherub(in)  1165 
C7««/fon  1893 
Chonta  j.  805 

1787  a 
CoM^o?«  r^Ve.»  1889 
cupfer-houm  ahd.  727 

Dalai-Lama  1302 
DriZ/e*-  j.  468 
Da//os  j.  468 
Damast  476 
damaszieren  476 
Damesinel  1871 
Da?«  504 
dawnen  j.  505 
St.  482 
Denebola  St.  482 
Derwisch  496 
Dey  460 
dibbern  j.  514 
D//f<eZ  j.  2068 
D/f/(27«/  521 
Diwan  526 
Doc/j^s  j.  1984 
Doto  j.  1984 
Dollinger  j.  2002 
Dolman  530 
Dolmetsch(er)  2078 
I>oM/"es  j.  1978 


Dragoman  2033 
Dragun  2034 
Dro^ffi  549 
Drutzelmann  2033 
Dschagi  2169 
Dschiggetai  639 
Dschiu- Dschitsu  963 
Dschungel  933 
Dschunke  753 
D.scĻfe  693 
Dm«;-  502 
D?^W»e  St.  535 
dudeln  536 
Dudelsack  536 
rfM/^i  j.  2084 
Dtigong  541 
Dumdum  476 
Dmws  1927 

i7r/en  20 

557 

einpaschen  1641 
pA;mö  mhd.  1221 
elegant  864 
FJemi(harz)  1304 
Elixir  903 
Elmuahin  1486 
Elmuharifa  1488 
Emir  69  a 
^nrfte/i  909 
Endivie  2124 

js;/(»7  81 

eppetisse  mhd.  1 
Erdschocke  833 
Esdragon  2034 
i;<a«w  St.  2018 

Facardin  St.  593 
Fämurgän  mhd.  1416 
/^afc^r  573 
/'är*s  mhd.  591 
Feimurgan  mhd.  1416 
Fe//ac-/j  580 
i?'fZMÄ;e  831 
F er  man  594 
Feiwa^j  602 
Fea:  596 

flöten  (gehen)  j.  1643 
Fomalhaut  St.  615 
Frefssack  1679 
i^'ries  898 

mhd.  1100 
ö«/«  864 
GaZan  864 
^ra/an«  864 
Galanterie  864 
Galgant  795 
Galniei  1149 
Gamaschen  633 
Gambit  661 
ganfen  j.  659 


Gannef  \.  659 
Garaf  1182 
Ö«seZ  698 
(?««<Z  653 
Gauner  932 
GawaZ  714 
C?a^«  702.  1147 
Gazelle  699 
Gebenek  1159 
Geöer  632 
Ge^'Ä-o  707 
Gehenna  705 
Geischa  706 
Gelsemin  942 
genieren  705 
Geseier  j.  713 
Geseires  j.  713 
G/ftwr  632 
Gjf/-scÄ  760 
Gingang  722 
Ginggang  722 
Ginghum  722 
Ginseng  955 
Geps  716 
G^-ff/f*  2234 
Golgatha  743 
6ro«ö'  558 
Graz  731 

Groffelsnagel  1085 
Großmogul  1494 
Gu'tape'  cha  712 
Gy^Js  716 

Hadschi  111 
Haferei  138 
Hniduck  781 
ifa/«Z}  59  d 
Haifagras  796 
Harakiri  818 
iJf/r^w  819 
Hasard(spiel)  2186 
Haschisch  839 
hasehart  mhd.  2186 
Hassagai  2181 
Havarie  138 
Hedschra  863 
helmbarte  mhd.  823 
Dorrfe  1594 
Hosanna  872 
ÄMr«  848 
hurra(h)  2167 

Imam  905 
iM«^/cÄ  909 
JweZ/^o  909 
Ingwer  1930 
Intarsia  1706 
Islam  915 
/so^  566 

e7rtcA:e  929 
jakohienern  929 
Jakobiner  929 


Dentsch.] 


190 


Janitschar  954 
Jasmin  942 
Jatagan  944 
janker  j.  928 
Jauner  j.  932 
Jelsomin  942 
Jerboa  936 
jiddisch  949 
Joghurt  9ü0 
Jo</j  2J69 
Jonen  j.  932 
Joner  j.  932 
Jb/)j[)e  737 
Jroükoz  1113 
jMfcf/  959 
jubeln  959 
Jubiläum  959 
Juchten  2128 
JweZe  949 
Jw/Ye«  2128 
junen  j.  932 
Jwfe  693 

Äafta?e  977 
iCrtöajg  993 
iCa^eZ  766 
Zaö(//e  979 
^Tad«  984 
ifßtZjne  989 
i:fl/f  992 
Kaffee  4005 
^^//fe;-  992 
Ka filier  j.  1150 
Kaftan  774 
Kaj>'put(öl)  1142 
Kakadu  1Ü17 
Kolbehasit  St.  1026 
Kalbelazguar  St.  1025 
Kalbolacrab  St.  1026 
kalekutischer  Hahn  1031 
kalemine  mhd.  1149 
Kalender  1024 
Kalenter  1024 
kalfatern  1022 
Kaliber  1030 
ifaZ//"  798 
A'rtZiX-o  1031 
Kalium  1029 
ifaZ/e  j.  1035 
ifaZo«^  1038 
Ar<?jjrtfc  1039 
Kamel  653 
Kamelie  653 
Kamelhaut  653 
Kamelot(t)  653 
Kampfer  1100 
Kandare  1051 
kandieren  1052 
Kandis  fzuckerj  1052 
Kantschu(k)  1042 
iCao/in  1060 
Kap(p)ern  978 


ifapocÄ-  1067 
kapore(s)  j.  1068 

1068 
A'ar«i*('  1004 
Karaffe  689 
Karakal  1081 
ifa>-rt<  1182 
Karawane  1075 
Karatvanserai  1075 
Karbatsche  1279 

1087 

Karett(schildkröte)  1073 
harmin  1219 
Äaro6<;  832 
Aantie  832 
Za/w  1087 
ÄrtsacÄ;  1143 
ka  sacke  mhd.  1143 
iTäsf/j  1102 
Kaschemme  ].  1129 
Kaschmir  1116 
Kasimir  1116 
Kasperle  1059 
kaspern  J.  1059 
Kassiber  1168 
üfa.wär  1119 
kasugele  mhd.  1143 
Katesberger  j.  845 
Katschäume  j.  1129 
Kat(t)un  1272 
Katzoff  ].  1107 
Kauri(mtixchel)  1133 
K'iviar  851 
Af/ü«  1176 
Keschengannef  j.  659 
ifessfZ  j'.  1166 
ÄÄaiti  787 
ZvV/'er  727 
AiVs  j.  1185 
Kimono  1177 
iC/osfc  732 
je*«»)««  1187 
KitUchen)  j.  1190 
Ai^^eZ  1272 
Klabautermann  1022 
AZMf<  j.  1154 
knassen  j.  1050 
Änasi  j.  1050 
AocTiafe  St.  1132 
kochem  j.  788 
kochemer  Loschen  j.  788 
A'o/f«-  1225 
ATo/t/  j.  1194 
A^ofroH  1170 
Kolkothar  1236 
Komitadschi  781 
Konditor  1052 
Aopefce  1204 
Köpernick  1159 
Aojsm  1169 
Aoran  1250 
Korund  1263 


Kosack  1143 
koscher  j.  1112 
Ko^sebares  1119 
Ao<rm  1214 
kotzen  j.  1264 
Ao2:e  j.  1113 
AVfi/ii  M.  P/f^/f«  1218 
Ar»s  1163 
iTMÖefce  973 
Kukurutz  1230 
A«*;«^  1233 
A?<^t  1198 
Kümmel  1046 
Kümmelblättchen  721 
Kümmeltürke  2114 
Kumys  1242 
AM^jjse/  1291 
kusuckel  mhd.  1143 
Kutscher  1209 

iacÄ:  1295 

Lakai  2130 

Lama  1302 

Landauer  180 

Lärche  114 

Laskare  1307 

Lasur  1311 

lasurblau  1311 

Laute  2127 

Lazarett  1310 

Af&(?rt  j.  1312 

Leviathan  1325 

Z/7a  1319 

Limonade  1322 

Liinone  1322 

io/-a  1337 

Lor<>  1017 

Aorj  1337 

/oi^fty«  ahd.  1329 

Luffa(schwamm)  1338  a 

JUacheier  1497 
Madapolam  1342 
Magazin  1362 
Maharadscha  1692 
Mah-Jong  1338  a 
Mamluk  1384 
Mammon  1386 
Mammut  1385 
M'indarin  1400 
Mandoline  2015 
Mandarin  1400 
Mango  1393 
Mangrove  1394 
Manguxte  1395 
Manichäer  1397 
Jlf«MM«  1398 
manna  ahd.  1398 
Marabu  1410 
Marienkäfer  1417 
Markab  St.  1420 
Markasit  1374 


191 


[Deutsch. 


Maroquin  1406 

Marzipan  1452 

Maske  1436 

massieren  1440 

Matratze  1446 

matt  1443 

Jlfa^ze  1441 

Mansche  j.  1483 

mauscheln  j.  1483 

mausetot  1524 

mausstill  1524 

Meerkatze  1422 

Meeritchaum  1416 

Melkiten  1379 

Menetekel  1456  a 

merikazza  ahd.  1422 

meschugge  j.  1757 

Messias  1437 

wfes  J.  1402 

Miesmacher  1402 

Mießnik  j.  1402 

m-arfo  1468 

Minarett  I4ü3  a 

mogeln  j.  1479 

JioAäV  1497 

JWo/ir  1497 

J/ojVe  1497 

JlfoÄ;/ka  1005 

ilfoZ/a  1448 

ifo/ocÄ  1379 

Jfoos  j.  1477 

Monsun  1451 

Moschee  1435 

Moschus  1515  a 

Moses  (und  die  Propheten) 

Uli 
Moslem  1516  a 
Jtfoi^e  1520 
Muezzin  1485 
Mtf^i  1493 
Jlf;(Ä-cr  1507 
M««//  1381 
Mumie  1510 
Müsch  1515  a 
Muselmann  1516  a 
Muskat  1515  a 
Muskete  1520 
Muslim  1516  a 
Musseline  1484 
JfM<Äe  1520 

3^a&ofe  1542 
Nadir  1565 
Nankint'gJ  1554 
Naphtha  1538 
J^a/-(/e  1548 
Natron  1567 
JV^afscfe  1530 
Neschires  j.  127 
iST/if/r/M  1569 
Nirwana  1573 
Nischan  1574 


Ortfse  2152 
Odaliske  1586 
Oo;h//.9  (^ree;  1889 
0/j«Z  2135 
Orange  1555 
Orang-Utang  1593 
Organdi(n)  2137 
Oryxantilope  2113 
Osmanen  2144 
Ottomane  2l44 

Padischa  1604 
Pa^rorfe  373 
Palankin  1(139 
Fallasch  1615 
Pangolin  1649 
Papua  1669 
Paputsche  1625 
Paradies  1631 
P«ria  1627 
Parteibonze  331 
Pasc/;«  1640 
paschen  1641 
Pascher  1641 
Pass«  1652 
Patschuli  1603 
PeMo  r'Pee;  1889 
PeH  1634 
Perfcrti  1632 
Petuntze  1609 
Pharao  1650 
P/mj-o  1650 
Philister  l644 
PjA-?^^  1655 
P/srt«^  1659 
^j/rt«?  j.  1643 
Pleitegeier  j.  1643 
Polo(  spiel)  1666 
Pomeranze  1555 
Praue,  1651 
Prinzmetall  1657 
Punsch  1619 
Pyjama  1606 
Pyramide  1457 

Qm«;-/,-  2109 
Quetsche  476 

Itahhi(ner)  1678 
Radscha  1692 
Eahailukum  1684 

1693 
PrtA-e«e  1683 
Pafcf«  1683 
PamtV  1697 
Rasalague  St.  1703 
Basal gethi  St.  1702 
Kasalgeuse  St.  695 
PrtS  ylZ/iop/j  St.  1703 
Pas  Alhayue  St.  1703 
Pftsse  17U1 
Bastaben  St.  2018 


Razalageihi  St.  1702 

PazÄta  701 

Realgar  1685 

Rebach  j.  1(377 

Pfftöes  j.  1677 

Rebochim  j.  1677 

P«es  1723 

P/^fZ  St.  1720 

PiSiÄ'o  1721 

PocÄe  1727 

rochieren  1727 

rockieren  1727 

römische  Schnellwage  1729' 

Pi«ö«-;  1730 

Rupie  1730 

Ruppsack  1679 

Saccharin  1855 
ÄicÄ;  1781 
SäcAreZ  1781 
Sacker  falk  1799 
Sackmann  1781 
&'a/^«n  1752 
Äa/"«/-«  1879 
Ärt/'/jaw  1769 
SaA/-«w  2178 
Sa^o  1761 
Sahara  1766 
Sniga(antilope)  1774 
Salangan  1844 
Äa^pft  2001 
Sa/t;p  2001 
Äa/i««-  1567 
Salniter  1567 
salomonisch  1881 
Sambuk  1824 
sambaztac  ahd.  1742 
sameztag  nihd.  1742 
Samatag  1742 
Samum  1819 
Sandel(holz)  1825 
Sapeke  1835 
Sarafan  1845 
Sarazene  1856  c 
Sarsche  1878 
Sarong  1862 
Safa«'  1867 
Äa<m  2188 
S(,/rt  1869 
Schabbes  j.  1742 
Schabbesgoj  j.  728 
Schabracke  395 
Schach  1762 
Schacherjude  1763 
schachern  j.  1763 
schachtnott  1443 
schachzabel  mhd.  1762 
Schachzngel  1762 
Schäfzngel  1762 
si-haqgün  mhd.  434 
Sc-Äa/i  1762 
Schakal  1929 


Englisch.] 


192 


Schäker  1788 
schäk-ern  1788 
Schakren  j  17i>8 
Schal  1802 
Schalet  ].  1804 
Schalotte  119 
Schamane  1928 
Schanifott  653 
schamponieren  417 
Schanze  1059 
Scharlach  1794 
scharlät  iiilid.  1794 
Scharriic'arri  1849 
Schasmin  942 
Schauhe  737 
Schaum pun  417 
Sc/iaii/e  j.  1927 
Äc/iea«  St.  1771 
Schebecke  1740 
Scheck  1762 
Scheich  1775 
Schellack  1295 
«■cAer/f  1852 
Schibbolet  1891 
schicker  ].  1787  b 
Schicksei' j.  1789 
Schikane  434 
Schin(hiindchen )  420 
Schlamastik  j.  1920 
Schlammassel  j.  1920 
SfA/t«/'  j.  1804 
Schlemiel  1882 
Schlemihl  1882 
Schlimasdlnik  j.  1920 
Schlimasel  j.  1920 
Schmuck  1946 
Schmiere  (stehen)  j.  1813 
Schmu  (machen)  j.  1884 
.Sc/if/i?iZ  j.  1811 
ÄcÄ»«««  j.  1884 
schmusen  j.  1884 
Schmuser  j.  1884 
Schoberbartel  j.  259 
schofel  j.  1751 
Äf/io^e  j.  1927 
Schübe  mhd.  737 
Schuhjack  1679 
SefeZ^os  j.  184  a 
sf/"eZ«  j.  2210 

1878 
Äeyfce^  1880 
Sennes(blatt)  1822 
Sera  f(  in)  1885 
Serai(l)  1842 
Seraskier  1847 
Siamang  1898 
siklätün  mhd.  1794 
Ä/-oÄ;Ä;o  1856 
ÄtrMp  1838 
soW^?i  mhd  1945 
Äo/'a  1935 

Son(n)e(nJbos  j.  184  a 


Sorfoei  1838 
Sorgweizen  551 
so</'<';  mhd.  1927 
Souchong  (Tee)  1889 
Spinat  126 
Stambulina  1931 
Ströhzicher  1004 
S<)«iS  j.  1927 
Sm^^xh  194.^^ 
Sumach  1946 
Suradain  St.  1949 

Tabaschir  1965 
To&m  133 
Trtfcor  1974 
Trtt^f  1972 
Tabnrett  483 
Tw/f^i  1981 
rrt/-^  1981 
TagaK  Stroh)  1982 
Taz/Mw  1990 
Talisman  2077 
TaZfc  2003 
Tamarinde  2013 
Tamariske  2013 
Tamtam  2014 
Tarife  2017 
Tanner  j.  20 19 
T«m  2024 
Tarbusch  2031 
Trtrty  2037 
tärkis  mhd.  2081 
^rtroc^•  2024 
2044 

Tatarennachricht  2045 
Taterkorn  2045 
tätowieren  2047 
tatuieren  2047 
Ta^ze  2044 
tanschieren  2050 
Teckholz  1756 
7V^  415 

Teekessel  j.  1166 
Teerjacke  929 
re/f»M  1990 
TheodoUth  896 
Tintenkuli  1198 
Tocfce  1997 
To/fts  j.  1978 
Tohuwabohu  2085 
tolmetsche  mhd.  2078 
Tombak  2012 
Trabant  490 
^»•«■/■e  j.  2070 
Trepang  2096 
Trutschelmann  2033 
Tm^  2097 
Tm/^jc  544 
Turban  544 
tilrkenzen  2114 
rwrifcw  2114 

türkischer  Flieder  2114d 


türkischer  Weizen  2114 
Tussa(seide)  2042 
«wart  mhd.  2109 

17;an  1588 
;7/«nÄ;a  1588 
2131 

väris  mhd.  591 
Feranrfa  223 
verknaxen  j.  1050 
verkolen  j.  1194 
Vermiesen  j.  1402 

TFa^??:  2151 
TTa/i  2162 
TFa«e  273 

Waran(eidechse)  2156 
Warneidech.te  2156 
wegpaschen  j.  1641 
^Ff-s/r  2160 
Tr«7oyfi  2162 
Wismiith  918 

Tsop  566 

zager  mhd.  1760 
Zamlott  653 
Zec/i/M«  1903 
Zedrach  140 
Zenit(h)  1818 

2214 
Zibetkatze  2173 
Z«/f<?r  1894 
Zinnober  1827 
Z«Y<<.-er  2215 

1^27 
J^Möt^en  2225 
Zucker  1855 
Zwetsche  476. 


Englisch  (euischl.  angel- 
sächsisch u.  angloindisch). 
^&io^  1 
aööo^  ags.  1 
abcaree  7 
abkarg  7 
aboogerdan  11 
achar  15 
Adam's  apple  19 
adau)lut  18 
admiral  69  a 
adoöe  2083 
agar-agar  30 
ag-boat  27 
agdaun  27 
agun-boat  27 
ailant(h)us  1141 
alang- alang  54 
albairos(s)  988 
alcaide  1006 


i 


im 


[Englisch. 


alcalde  1006 

bamboo  209 

alcatif  1125 

banana  211 

alchemise  1157 

bandicoot  1618 

alchemy  1157 

bandicoy  297 

alchimy  1157 

6a na  213 

alcohoi  1227 

banian-trce  290 

aZcotJc  1221 

bankshall  215 

alemhic  79 

bantam  217 

aZ/aZ/a  598 

banteng  218 

algebra  631 

hanting  218 

algorism  890 

barberry  227 

algorithm  890 

barcarnlle  2148 

rt?i«Z/  1029 

barchani  250 

alkanet  867 

bargeer  244 

alkoran  1250 

barquantine  2148 

alleluia(h)  793 

barque  2148 

almanae  1389 

bashihazouk  266 

amadavat  34 

hasicnl  (vein)  261 

amalgatn(afe)  1378 

basilicnn  261 

amber  78 

fcaiia  296 

amice  1520 

&a«/cfc  270 

amo(c)k  71 

irt«//  270 

nmuck  71 

baza(a)r  278 

amulet  866 

bedouin  164 

aniZe  1568 

fteeif't'  299 

fmna  73 

ftee^;«/»  302 

untimoyiy  918 

beegum  300 

a^je  1063 

301 

apricot  247 

begum  300 

araft  89  c 

behadoor  175 

«recrt  17 

behawdur  175 

arrack  92 

behemoth  283 

arsenal  495  ■ 

beiramee  183 

artichoke  833 

fec/Za?  287 

Aryan  112 

benamee  1550 

aryanize  112 

imt?y  297 

assegay  2181 

feen^?«/  r/t^rÄ«;  289 

aio«  131 

benjamin  1332 

avadavat  34 

benjoin  1332 

average  138 

berberine  227 

a!/aÄ  139 

bergamot  282 

azimuth  1818 

beriberi  292 

rt2«>f  1311 

bezoitr  1605 

bhang  213 

baba(log)  146 

bheesty  304 

babirus{s)a  148 

bigarry  301 

ftaioo  150 

Way««  2162 

baboon  1365 

2162 

badgeer  158 

ftmrfi/  297 

badjoe  185 

bismuth  918 

Jö/to  165 

blachonq  195.  286 

bahandur  175 

WoM2t'  1647 

bahaudur  175 

feotfteri/  1624 

6<>;oo  185 

feo/iea  2166 

balachan  286 

bohon-upas  2136 

balachong  195 

bolgar  351 

balcony  197 

bombasine  1617 

Baldacca  170 

bombazine  1617 

bald  achin  170 

ftoMze  331 

baldaquin  170 

borage  13 

6a?m  293 

borax  356 

balsamine  293 

!  6oi/  298 

I/Okotsch,  Btyiuolog.  Wörterbncl». 


brid(/eman  335 

brigantine  2148 

bronze  1657 

bruang  336 
'  ftMfifc  192 

buckram  250 
i  bucksheesh  178 
i  buckskin  324 
I  budlee  153 
i  ftwfto  165 
I  buggalow  172 
!  bulgar  351 
I  ftwnrf  212 
I  bungalow  214 
I  burra-beebee  246 
!  burr-tree  290 
]  buxees  178 
j  byramee  183 

byrampaut  183 

i  cabale  9Ti 
j  caia,<t  993 
1  cabaya  971 
I  caftZe  766 
I  carf«  984 
j  m/f  er  997 
i  co^re  997 
!  ca^Zrt  996 
'  ca/<o«  774 
I  ca'ique  1014 
i  cajeput  1142 
j  cajuput  1142 
I  caladium  1153 
I  calam,in  1149 
:  (■a^ff/'a  798 
i  calender  1024 
j  ca//ftßr  1030 
I  cöiiöre  1030 
I  CaZ/co  1031 
caZtpfc  798 
caliver  1030 
camel  653 
camphor  1100 
campong  1045 
capers  978 
far«/fe  689 
cara<  1182 
Caravan  1075 
caraway  1087 
carboy  1074 
carmine  1219 
carnac  1251 
caroi»  832 
casÄ  1102 
cashmere  1116 
I  cassock  1143 
cassowary  1119 
casuarina  1119 
cau^ee  984 
cariar  851 
coze?  984 
cÄanfe  1831 


Englisch] 


194 


charpoy  381 
chaUti  'l  F87 
fhecl-  1762 
checkniaie  1443 
cheechfc  419 
chcenar  i'lb 
cheese  430 
cÄeroo<  1888 
chei'ub  1165 
fÄfss  1762 
chicane(ry)  434 
chiffonnier  1893 
chimistry  1157 
cÄtwa  421 
ching-ching  422 
chop(-suey)  418 
cÄunA-  1831 
1787  a 
cimetar  1910 
cinnabar  1827 

1894 
cicei!  217  H 
cochatoo  1017 
cocoon  1170 
co/fee  1005 
co/fer  1225 
co/frf^  997 
colcoihar  123G 
Compound  1045 
congou  (tea)  1889 
cooUcoy  1235 
coo^^^  1198 
coprnh  1169 
corjiac  1251 
corundutti  1 263 
cossack  1143 
co^<o>i  1272 
cowry  1133 
crease  1163 
rreese  1163 
cr^s  1163 
crore  1099 
rt^fcefe  973 
cumin  1046 
cummerbund  1041 
tMr/"y  1093 
cusbah  1108 
micÄa  983 
cypher  1894 

dagoba  511 
dalailama  1302 
damascene  476 
damask  (plutn)  476 
dammar  475 
liö^e  465 

dau-hungalow  214 
demi-john  474 
dervish  496 
dewatin  526 
dÄOM  504 
dAoK'  504 


diniity  521 
divati  52(i 
dragnmnn  2033 
dragoon  2034 
dniggerman  2033 
drugs  649 
duin-diim  477 
rfuncc  1927 
durbar  491 
durian  550 
durwaim  490 
512 

eZ/a;ir  903 
emperor  1468 
j  .»Mrfjpe  2124 

fakeer  673 
/afriV  573 
felucca  831 
feiwrt  602 
first  chop  418 
j  /V-fß^e  898 

f/a/"oZ  ags.  974 

5»«^«  864 

g alger  795 

galingale  795 

garry  679 

gamal  714 

gazelle  699 

gazette  1059 

pecco  707 

^reci-o  707 

geisha  706 

gekko  101 

gharry  679 

i^Ä^e  804 

giaour  632 

gillifiower  1085 

ginger  1930 

gingham  722 

ginseng  955 

^fpsy  1222 

^rtVa/fe  2234 

godown  703 

golgotha  743 

^on^  558 

gonoff  659 
I  Grail  731 

Gr^o<  J/ogriiZ  1494 

gueber  632 

guebre  632 

guicowar  636 

gutta-percha  712 
I  gymkhana  710 

hackery  416 
!  Äarf^ee  777 
j  /frti;»  777 

halleluiah  793 
I  haramzadeh  820 
I  harem  819 


I  Äa^arrf  2186 

I  htgira  863 

I  hobson-johson  835 

I  ÄoöÄ;«  879 

I  Äor(/e  1594 

j  ÄoMrt  848 

I  howdah  847 

!  Äotw/fr  847 

hubble-bubble  879 

hubshee  765 

Äu^M^a  804 

hummaul  806 

hurra(h)  2167 

hysso2)  566 

j  *»n«m  905 
I  twa«  905 
i  islam(ism)  915- 

^TacÄ;  929 

iac-Ä-«;  1929 
929 

janizary  954 

jennyrickshaw  956 
I  jerboa  936 
i  949 
j  2169 
'  ,iuliflower  1085 
I  jungle  933 
!  ;m«ä;  753 
j  ^u<e  693 

I  Äa&;/?,»  979- 
^  Ä-afto«  774 
■  ÄraÄaw  1001 

ifl^Ve  984 
'  Äraion^  1038 
'  kampong  1045 

kamsin  807 
'  kandy  (sugar)  1052: 
1  ÄraoZm  1060 
•  MaA-ee  787 

khamsin  807 
I  kharkee  787 
I  Marifct  787 
1  Merf»;;«  876 
i  khitmutgar  862 

Ä;mfo6  1043 

kingcob  1043 

ÄiJoÄA-  732 
j  Ärts-wef  1187 

kitmutgar  862 
I  ^o/-a;i  1250 
I  fco<OM>  1214 
1  fcM^an  1233 
I  kutniss  1242 
I  Ä:u<c^ia  983 

Jacf/fc;  1296 
ladanum  1286- 
lalang  54 
/«mo  1302 


195 


I  Englisch. 


landau  80 
lascar  1307 
lazaret(to)  1310 
lazar-house  13  lO 
lazarlike  1310 
lazarly  1310 
fewort  1322 
letiathan  1325 
Wae  1319 
Ungarn  1323 
loofah  1333  a 
/oo;-y  1337 
fa)0<Cy;  1338 
/(>r«/  1337 
lute  2127 

madapollam  1342 
madias  1345 
magazine  1362 
maharajah  1692 
mah-djong  1338  a 
mahout  1352 
mamnluke  1384 
mamelttke  1384 
manihmk  1384 
mammon  1386 
»«ammuife  1385 
manatee  541 
mandarin  1400 
mangis  1395 
mangle  1394 
mango  1393 
mangosteen  1395 
mangrove  1394 
marigustin  1395 
wafwn«  1398 
marabou  1410 
marcasite  1374 
marchpane  1452 
/»/rtsfc  1436 
masque  1436 
mattrexs  1446 
meerschauin  1416 
Messiah  1437 
mikado  1468 
minarct  1463  a 
J/0(/J*«  (Great)  1494 
mohair  1497 
moZ/a  1448 
moloch(ize)  1379 
wionsoow  1451 
moolah  1448 
tnoonshee  1512 
mordechi  1478 
mordishee  1478 
morocco  1406 
mosÄ;  1435 
moslem  1516  a 
mosque  1435 
»woxa  1480 
moxibustion  1480 
/»McÄ;  71 


tnueddin  1485 
muezzin  1485 
ww/"<i  1493 
»>M/Ky  1493 
»wuZi  1381.  1460  a 
mullagatawny  1460  a 
mulligatawny  1460  a 
mulmul  1381 
munimy  1510 
mun/rfe  1400 
»iMSÄ;  1515  a 
muskate  1615a 
musket  1520 
mnsliman  1516  a 
muslin  1484 
tnusulman  1516  a 

»oÄo6  1542 
j  nadir  1565 
1  «ante««  1554 
I  nankin  1554 

narrf  1548 

nargeela  1556 
I  narghile  1556 
i  nargileh  1556 
I  natron  1567 
I  nautch  1530 
I  »let'Z  1568 

nilghau  1569 

nifjadites  1572 

nirvana  1573 

nort/  1337 

MM/-;/  1337 

nylghau  1569 

oas*s  2152 
1  odalisk  1586 

odali^que  1586 

o/ZaÄ  1591 

oo/m«(/  1889 

oordoo  1594 

OjoaZ  2135 

orange  1555 

orang-utan  1593 
1  Organdy  2137 

or ganzine  2137 
!  ort/a;  2113 
;  Ottoman  2144 

ijarf«?y  503 

pagoda  373 

payode  373 

2)ajamas  1606 

palache  1615 

palankeen  1639 

palanquin  1639 

palkee  1639 

pangoUn  1649 

pantun  1623 

papoua  1669 
j  pnradise  1631 
I  parao  1651 


,  pariah  1627 

j  parriar  1627 

I  pasha  1640 
patchouU  1603 
j9fÄ;o«!  1889 
pengolin  1649 

'  Percival  592 

!  pergunnah  1633 

1  ^ert  1634 

:  pharaoh  1650 

I  /)tcM/  1655 

I  pigeon  422 

I  pikul  1655 

;  p«ZaM  1656 

i  pilaw  1656 

'  pillau  1656 

I  pillaw  1656 

'  Po%  1017 

j  /)oZo  1666 
popingay  147 
^•«M  1651 
^/•ow  1651 
/>McÄra  983.  1614 
punch  1619 
punkah  1622 
Pyjamas  1606 
pyjamma  1606 
pyramid  1457 

rabbi(n)  1678 

race  1701 

racÄ;  92 

racket  1683 

raja(h)  1692 

rami(e)  1697 

ra«an  1724 
1  realgar  1685 
!  re«»i  1723 
i  rickshaw  956 
I  risÄ;  1721 

ro6  1726 

rocket  1683 

rooÄ;  1727 
}  rowWe  1730 

royal  vein  261 

rwpee  1730 
I  ryo«  1693 

sabhalh  1742 
sacÄ;  1781 
sacre  1799 
sa/f/-OM  2178 
sa(/o  1761 
saÄJÖ  2122 
saÄ;er  1799 
saZep  2001 
sa/op  2001 
sambook  1824 
samp  m  1834 
sandal  1825 
Sanders  1825 
sandle  1825 

18* 


fVanzösisch.] 


196 


nanpa^i  1834 

«a/iA'  2017 

achour  123 

.tappiinwood  190 

taraxaaim  2025 

adargue  487 

sapphire  1830 

tarbooKh  2031 

adigtge  468 

sarahand(e)  1851t 

tarbonche  2031 

ad^ne  20 

saracen(ic)  1856  c 

<a>-e  2024 

arficü  768 

sa  rotig  1862 

<ffr»7f  2037 

adig4ge  468 

sata7t  1867 

<a«oo  2047 

adtpe  513 

satchel  1781 

<fl«o?r  2047 

admiral  69  a 

«n<j»  2188 

<;^a  415 

arfo5e  2083 

sawney  503 

<eaA;  1756 

af(f)ion  25 

scaWf^  1794 

tea-totaller  415 

rt/"r(<e  897 

scymitar  1910 

terjack  929 
«orfdy  2035 

aigrefin  121 

seapoy  1914 

ailant(h)e  1141 

senna  1822 

tomback  2012 

akharnar  33 

»•e^o;/  1914 

tom  tom  2014 

alambic  79 

seraglio  1842 

tripang  2096 

alambique  79 

swrtt  1842 

fM«n  2122 

alancabuth  83 

seraskler  1847 

fw/Zp  544 

a^feam  224 

shabrack  395 

turban  544 

albatros  988 

shagreen  1760 

«wröitÄ  2110 

a^feor«  224 

sÄrtÄ  1762 

^ttrfcey  2114 

a/feo#!»?  374 

shaman  1928 

turpeth  2110 

alboucor  343 

Shampoo  417 

turqiioise  2114 

aZcörfe  984 

sÄa«-i  1802 

«im-a/i  2042 

a?c«W  1029 

1775 

^Msse/t  2042 

nlcarraza  1101 

ÄÄeA-eZ  1880 

tutenag  2120 

alchimie  1157 

sÄgZ^ttr  1295 

«M«.y  2120 

a^coÄo;  1227 

.^Äfrfte^  1838 

typhoon  1990 

alcoran  1250 

sÄerj/  18ö2 

«/rdt'<:  1221 

sherryvallies  1849 

uOiJlan  1588 

aldibaran  451 

shihboleth  1891 

ulema  2131 

aWe'e  461 

•s-ferwi  1838 

2136 

a^^pme  792 

shulwaurs  1849 

upas-antiar  2136 

alezan  870 

shuniach  1946 

aZ/'o  796 

siamang  1898 

veranda(h)  223 

al fange  814 

st7fc  1878 

vizier  2160 

ai^er  591 

sirdar  1851 

«?<7aZj  1029 

sirocco  1856 

?/;arf  273 

algarade  669 

so/"«  1935 

wac?»  2151 

alghbre  631 

so^  1934 

jfttrf*/  2151 

algorisnie  afz.  890 

so<  1927 

algorithme  890 

souchong  1889 

yataghan  944 

alguazil  2160 

stowÄ:  2017 

yellow  amber  1004 

alhagi  776 

MMpar  1855 

f//dd?:sÄ  949 

alhandal  816 

Sultan  1945 

aliboron  313 

sumac(h)  1946 

zedoary  2216 

alicate  1293 

.su</ee  1869 

1818. 

alidade  896 

swallow  2096 

alisari(ne)  116 

.s«/ro/>  1838 
^yrup  1838 

1)  rftuzosiscil  (einschl.  alt- 
französisch). 

alizier  1366 
alkSkenge  1016 
alUluia  793 

tabasheer  1965 

Ahbaye  1 

almadie  1343 

coööa/  133 

a<>6^  1 

almageste  1348 

/«6oo  1972 

abhesse  1 

almagra  1349 

<a/feto  1981 

afte  d'Äbraham  dial.  8 

almanac  1389 

tö/^fiy  1981 

abelmosc(h)  762  b 

almargen  1416 

/«/fy  503 

ofeiY  G 

almhie  1462  a 

talapoin  2060  a 

abricot  247 

almicantarat  1506 

(ioic  2003 

abutilon  14 

almoude  1490 

talisman  2077 

acarne  686 

almucantarat  1506 

tamarind  2013 

achars  16 

a/wMrfe  1490 

tamarisk  2013 

achernar  33 

alphanesse  582 

197 


[Französisch. 


alphanette  582 
alphinic  683 
alquifoux  1227 
aludel  2142 
alvarde  242 
amalgame  1378 
aman  66 
amhre  78 
amhrette  762  b 
nmiral  69  a 
amire  afz.  69  a 
amuUte  866 
amulette  866 
anafin  1537 
andouille  355 
angrec  82 
«wii  1568 
<iw<t/f(;  20ö8 
antimoine  918 
arabe(sque)  89 
«ra^  92 
arcawne  867 
archine  108 
argali  96 
argousin  2160 
aWeie  100 
ar»m  112 
armadie  1343 
armoise(ur)  1596 
armo(i)sin  1596 
«rra^e?  1708 
arrofee  1725 
arsenal  495 
artichaut  833 
ar^iei  95 
assassin  839 
assogue  2208 
»thanor  2019 
a^fcar  2075 
a«a6a?  1971 
ffM&^e  874 
aubergine  161 
«MCTtöe  afz.  1221 
uufage  afz.  586.  777 
auferrant  afz.  586 
aw/fe  796 
au^n  afz.  605 
auforget  884 
«M^r^  135 

aumasor  afz.  1399 
aumucelle  afz.  1520 
utimusse  afz.  1520 
nuqueton  afz.  1272 
avarie  138 
avicenniie  893 
ayan  38 
azidarac  140 
««ciT  2180 
memine  29 
uzeroUe  2206 
azimut  1818 
rtso^A  2208 


«0My  1311 

babiroussu  148 

babouche  1625 

bacasse  171 

bachibouzouck  266 
1  badamier  154 
I  badiane  162 
j  badigeon  156 
I  fca/tMf  1975 
[  bakchich  178 

balais  151 

balale'ika  198 

balcon  197 
I  baldequin  170 

bambou  209 
!  banane  211 
I  bananier  211 

bangue  213 

bantam  217 

baragouin  256 
I  barbacane  197 
I  bardache  afz.  229 
]  barde(au)  228 
i  ftarc^of  228 
,  baroque  364 
I  barque  2148 
i  barracan  250 
I  basane(r)  afz.  316 
^  basane  316 
I  basanier  316 
!  basiUqtie  (vemej  262 

6«iftrt  280 

Baudas  afz.  170 
^  haudequin  170 

bäume  293 

bazar  278 

bidegar  157 

bedouin  164 

behudour  175 

bihemoth  283 

behen  176 

fo^iiaZ  287 

belzibuth  145 

benzin  1332 

berbiris  227 

bergamotn  282 

i^ie^  2149 

beygam  300 
I  i^^oar  1605 
;  bigarade  303 
:  bigaradier  303 
I  bismuth  918 

öjzef  320 

blanc-raisin  1712 

blanc-Rhasis  1712 

ftZoMS«  1647 

boback  181 
;  &oe  298 

rfe^  öoes  298 
j  boeuf-garde  11 
I  bombasin  1617 


j  i>o«2;e  331 
1  borax  356 
I  bosan  376 
1  botargue  274 

boucassin  324 
i  fcoM^  298 
;  bougie  340 

bougran  342 
i  boun-upas  2136 

bouqueraut  afz.  342 

bouquin  347 

bouracan  250 
i  bournotcs  365 
1  bourrache  13 
j  boutargue  274 
i  bouza  376 
j  brodequin  1856 
!  bronce  1657 
I  bronze  1657 
I  brouhaha  256 

bubon-upas  2136 
:  biirnous  365 

!  cöörti^  977 
I  caban  971 
j  cabas  993 
766 

cacatoes  1017 

cacatois  1017 

cachemire  1116 

cad%  984 

carft  984 

carfi'e  985 

cafurd  997 

ca/-^  1005 

cafetan  774 

caftan  Iii 

ca'ic  1014 

<;aÜ3('M«?^  1014 

cajeput  1142 

caladion  1153 
j  calafuter  1022 
I  calambac  1155 

calambart  1155 

calamine  1149 

ca^?  1036 

calefater  1022 

aalender  1024 

calfeutrer  1022 

calibre  1030 

calicot  1031 

calife  798 

calpan  1039 

caliou  dial. 

calioun  1033 

camelia  653 

camelot  653.  806 

camocan  1043 

caiiiphre  1100 

catnpon  1045 

candi(sxicre)  1052 

crtMrf/r  1052 


Französisch.) 


19S 


eangiar  814 
lanqitc  104'! 
caolin  1060 
eapoc  1067 
capoqiiier  1067 
cäpres  978 
carflW  1004 
caraf(f)e  689 
caragtieuse  1079 
carambolier  1084 
cara/  1182 
cararane  1075 
earavans6rail  1075 
carcan  1096  b 
carcas  nifz.  2081 
car^i  1073 
carmaniine  1161 
carmentine  1161 
carniin  1219 
carquois  2081 
carthame  1262 
caroube  832 
earouge  832 
earri  1087 
casaque  1143 
casauba  1108 
casba(h)  1108 
casoar  1119 
casuarine  1119 
cauris  1133 
caviar  851 
cMratier  303 
censal  1836 
chabraque  395 
cÄaca?  1929 
chachia  1865 
chagrin  1760 
fÄöÄ  1762 
1802 

chalemine  afz.  1149 
chamau  1928 
chameau  653 
chanipac  390 
charahia  674 
charchan  afz.  1096  h 
cÄeftec  1740 
cA^f/jia  1865 
cīl-  1775 
cÄ^gM«  1762 
chercant  afz.  1096  b 
cÄ^ri/  1852 
chh-ubin  1165 
chervis  1095 
chevilles  980 
chicanc  434 
chicoter  434 
cÄ»7f«  afz.  1893 
chijfon(nier)  1893 
cÄ?';fre  1894 
chimie  1157 
chiroui  1095 
rirfr«"  1787  a 


I  cimeterre  1910 
!  cimiterre  1910 

cinabre  1827 

cipaye  1914 

«wf««  2173 

cocon  1170 

co/fre  1226 

co/"re  afz.  1225 

coÄmi  1227 

colcoihar  1236 

comitadji  781 

coo/«  11'.  8 

CoroM  1250 

corindon  1263 

cornac  1251 

co/OM  1272 

cotran  afz.  1128 

cotdeuvre  10  30 

COM?«  1198 

couUcoy  1235 

coupole  1221 

courge  potiron  623 

couscous  1267 

coufssecouche  1267 

crammsi  1219 

cravach",  1279 

«•i'ss  1169 

cubibe  973 

cumin  1046 

damars  dial.  476 

damas  476 

damasquiner  476 

damasser  476 

dainejeanne  474 

Oew        dames  1871 

dammarine  475 

dainoisine  476 

da>-se  495 

darsine  495 

c?a«<e  465 

rfat'i'rf  503 

davU  503 

davier  503 

rfai>/<  afz.  503 

demoisine  476 

derviche  496 
460 
:  rfmrfe  909 
!  dindon  909 

dirhem  523 

diran  526 

djengle  933 

djoguy  2169 

djungle  933 

dol(i)man  530 

doronic  486 

douane.  526 

douar  502 

dougong  541 

dourion  650 

drabant  490 


I  drogfojman  2033 
drogue  649 
durion  650 

I  ^6«s  892 
I  ecatlate  1794 
I  Schalotte  119 
:  ^cZ/^-cfs;  1762 

ichiquier  1762 
.  ecume  de  mer  1416 
:  erfttY/i;  768 
,  ef(f)endi  557 
I  igyptien  1222 
I  ^/e//a  1304 
I  cZ(7«?;)ar  629 
1  ilixir  903 

endive  2124 
!  enüi^e  2068 
i  epinnrd  126 

escabecher  1902 

escarlate  afz.  1794 

eschalogne  afz.  119 

escherviz  afz.  1095 
1  espinard  afz.  126 

espinoche  afz.  126 

essaugue  1737 

estragon  2034 

^^an()r  2017 

eyaZi-^  559 

!  fabregue  761 

fagarfe)  568 

fagarier  568 

/a/fciV  573 

/■a/gwe  801 
i  fanegue  584 

fanfaron  589 

faquin  573 

faquir  573 

fardeau  588 
]  farfoulier  dial.  Ö89 

fargette  884 

fargina  dial.  884 

fargue  801 

fauque  801 

f<fct  596 

^eZ/afe  580 

felouque  831 

/erce  afz.  595 

ferrant  afz.  586 
602 

/V<i;a  602 

/•ea;  596 
I  ^«"rgie  afz.  595 

/iZa«  606 

firman  594 

fomalhaut  615 
j  fondique  afz.  616 

fori?e<  884 
I  /'ou  605 
'  /'oM^aÄ  622 

frtse  898 


199 


[Französisch. 


fustaiyne  afz.  621 
futaine  621 

gaban  971 
gaharit  1030 
gabeile  974 
gäühe  1714 
gaife  994 
gaüan  741 
lyaZa  864 
galanga  795 
galange  afz.  795 
galant(erie)  864 
galanthomme  864 
gatnache>!  633 
ganse  1056 
garatnaches  dial.  633 
garbin  674 
garde-boeuf  11 
garingal  afz.  795 
garo(u)  1155 
^awp?  1002 
<7a«e  702.  1147 
gazelle  699 
5rö2:p«<>  1059 
gecko  701 
gehene  afz.  705 
gShenne  705 
gene(r)  705 
genetCte)  2192 
genette  685 
gengeli  744 
gerbo(ise)  936 
gJiazel  698 
giaour  632 
giberne  641 
</«7c<  9.t1 
GtV?«-«  951 
gingembre  1930 
^tV«/"«'  2234 
.9jVo/?*'  1085 
giroflee  1085 
gnacarS  1546 
godemetim  afz.  633 
golgotha  743 
gomtne  gutte  712 
pon^  558 
gouape  1002 
goudon  703 
goudron  1128 
gouge  728 
goujat  728 
$fOM?e  741 
goum  747 
goumhie  750 
gourbi(l)  1252 
gourgandine  677 
Graa?  731 
grubeau  673 
grabeler  673 
Gr^ai  731 
gulbre  632 


guerite  828 

jugeoline  744 

guingam(p)  722 

^Mzew  afz,  949 

nUllrUJl  ILCO 

guTtiCHB  750 

Jul^p  742 

glittet- p€Tch(i  712 

JUpC  löi 

gypsc  716 

jupoTt  73  < 

Icnhtilt»  Q7Q 

lidhßlzßliyi'  762  c 

Kddt  uO^ 

hcLchichc  839 

iCQdXTlt  oOO 

nudtii  luo 

Kdlldlb  iUOO 

fCdipuCfC  xUOt? 

halleharde  823 

n/UffljJUiiy  LKfrcKJ 

JidTdßvic  768 

tCdTh  OUO 

JictfCfH  819 

KnuJl  OUO 

ItCLftYlCllB  829 

Jchun( d)J(if  814 

JldSQ-TCifCT)  2186 

fcnedtvt  o  to 

fciosQtiB  732 

Ji^gif^  263 

JiciduQiiß  781 

JcfOi4fftif  1220 

ivtvUt\  flß  (JOX 

hß^ifi^  867 

^ä'uo^^'U/??  Iii  ob 

JioQtictofi  1272 

Iddi €  lOlU 

flu/  II- C  XU 

ledfit p(yiij(iyt€-  1314 

Hos<xfi7i(if  h)  872 

Idtiddu  80 

Ictfigit  1141 

flOUft  O'iO 

Idfiiurn  1  oou 

JiOHfrG  2167 

IdQHdis  2130 

Iiottspillß?"  755 

IdQUB  1295 

Hotissc  755 

IdSCClT    lijyJ  i 

Jiysopc  566 

Iduvi  1337 

Idzdivc  dial.  1310 

idZdrvl   XO  LK) 

icogldTi'  S9o 

tTHdrytf  dt)  90o 

IchßcJiß  1313 

itHClHf  dt )  905 

leotfCKte  i^oo 

'iYt%Q/K€t  908 

«f™  9197 
(rufr  alz.  1 

iTiiiigu  ijyju 

isld ni  ( isiHc)  91  ö 

/v™^  1  Q9n 

jdCQSSd} '  929 

liifl07%(  IBf  )  1322 

jdchdl  afz.  1929 

JdTnJ)€ttB  662 

locotctH  1684 

jambohme  GM 

loJioc  atz.  1308 

jdtyiDoitcj'  004 

frWa-  XOUO 

^dTi'if^olo'tigtic  654 

lOOCrl  xovo 

jdfit  b  os(  ij  6  ()'_)  654 

loHvy  IS-]/ 

jdtftlo'fig€  654r 

7^//fc   91  97 

fr  WC/fr         6  ( 

jctfftT'osddc  654 

jd7%Titssdit*€  954 

ti%ClOiiSSB  il IZ.   i  1  O 

juunfj^  f/iv /  Oda 

ffidCdbvB  ( ddfisc)  1372 

jdvdc  670 

fHdCdO  1340 

^ctt'doTi  670 

THdCdVB'tlX  1340 

jdtfß  688 

THdchdhcc  1375 

jdstyiiHf t )  942 

ffiddd  poldtH^^ € )  1342 

javari(s)  627 

madrdque  1344 

jazerant  afz,  697 

madrds  1345 

jonqtie  753 

magdsm  1362 

yw&t7^  959 

magtielet  1356 

jubiler'  959 

tnahdleh  1356 

Französisch.] 


2m 


mahalep  135ti 
maharadja  1692 
mahari  1"560 
mahonfnje  144!) 
maimon  1365 
malamoque  1384 
malcuss  dial.  1379 
mamlouk  1381 
manimouth  1385 
inandole  2016 
mandore  2015 
mangliev  1394 
mangoustan  1395 
mangue  1393 
manguier  1393 
«irtiime  1398 
mardbout  141U 
marcassite  1374 
Marion  1417 
marionnette  1417 
tnaroquin  1406 
marotte  1417 
mascarade  1436 
masque  1436 
massepain  1452 
masser  1440 
massicot  1735 
»lai!  1443 
matasse  476 
matassin  1525 
matelas  1446 
mater  1443 
materas  1446 
maugrebin  674 
milangine  161 
melchites  1379 
meranghie  161  • 
meschin(e)  afz.  1470 
mesquin  1470 
Messie  1437 
migerat  afz.  1476 
mimonet  1365 
minaret  1463  a 
miqueht  1469 
(grand)  Mogol  1494 
moirS  1497 
moirer  1497 
»MoZoc/?  1379 
momie  1510 
momine  1365 
>noMa  1365 
morceau  d' Adam  19 
mortaise  1713 
mort-de-chien  1478 
mosquee  1435 
mosquete  afz.  1435 
moucayarde  1497 
moucre  1507 
mousquet  1520 
mousseline  1484 
mousson  1451 
mudzzin  1485 


'  mufti  1493 

mumie  1-^10 

musc(adin)  1515  a 
1  musulman  1516  a 
I  muzerat  afz.  1476 

j  naftai  1542 

1  nacaire  afz.  1546 

j  nacre  1546 

nadir  1565 

('e^aw  de^  ««/^'t;  1535 
!  nankin  1554 

naphte  1538 

narguilS  1556 
j  natron  1567 

nenutar  1570 

nichan  1574 
i  nilgaut  1569 
1  m'pa  1572 

Moria  1561 

noyer  des  Indes  1161 
i  niique  1579 
!  nylghaut  1569 

I  oasts  2152 

i  odali(s)que  1586 

I  of^re  2129 

!  ohbanfe)  1331 

;  oZ/e  1591 

j  ojjaZe  2135 

)  orange  1555 

!  orang-outang  1593 

organdi  2137 

07-gansin(er)  2137 

or gasin  afz.  2137 

o.sawne  872 

osenaie  872 

Ottomane  2144 

Ottomans  2144 
1  owaie  273 

ouUma  2131 
I  oupas  2136 

'  pacha  1640 
;  pachalik  559 
i  palache  1615 
I  palanquin  1639 
!  pandore  2015 

pangoUn  1649 

pantoun  1623 
i  papagai  afz.  147 

papegai  147 

papeyaut  afz.  147 

papou  1669 
,  Papouasie  1669 

päque(s)  1652 

paradis  1631 
I  paria  1627 
'  parvis  1631 
'  pastique  319.  1664 

patchouli  1603 
:  penid  583 


percal(ine)  1632 
Percival  592 
jo^rt  1B34 
perkal  1632 
pitunsi  1609 
pdttmze  1609 
pharaon  1650 
^fe^ci  596 
pikotil  1655 
j)i7a^  1656 
2)«7aM  1656 
pisang  1659 
pistache  1664 
pomme  d'Adam  19 
potiron  623 
poutargue  274 
pr(a)o  1651 
Pyramide  1457 

quintal  1178 

rabacher  1675 

rahbin  1678 

racc  1701 

rachette  1683 

racfc  92 
j  »:ad/a  1692 
I  rata  1693 
I  rainpostan  1696 
,  rai's  1691 
I  ramboutan  1696 
j  ra»«e  1723 
i  raquette  1683 
j  rasette  1683 
I  rasquette  1683 
I  razzia  701 
j  refcec  1675 
1  rche-We  afz.  1675 
I  recamer  1694 
!  r^ct/  1704 

r^ts  1691 
i  W6es  1717 
j  riquiqui  92 

risque(r)  1721 

ro6  1726 
I  roc  1727 
;  romaine  1729 
!  roqner  1727 
'  rotang  1724 
I  ro^m  1724 
,  roupi  1730 

j  «ac  1781 

I  saccager  1781 

i  sacre  1799 
sa/T";-^  afz.  2178 
Safran  2178.  2179 

i  sagou(ier)  1761 

I  sagoutier  1761 

I  sagfre  1760 

I  Sahara  1766 

:  sa»ö'a  1774 


201 


[Griechisch. 


sainfoin  ulhayi  77H 
mlamalec  18<i.') 
salangane  1844 
><alep  2001 
samanien  1928 
sambuque  1744 
samedi  1742 
sampac  390 
mndal(e)  1825 
Miplque  1835 
Saphir  1830 
Sarabande  1850 
sarabacane  2201 
.sar^re  1878 
mrrasin(e)  185tj 
mrrazin  1856  i* 
.va^an  1867 
srt<«M  2188 
savalle  1738 
savale  379 

i-carlatine  (fdvrej  1794 
■schabraque  395 
«cÄ«fc  1775 
schibboleth  1891 
s^n^  1822 
seqnin  1903 
s^ra«7  1842 
s^rasker  1847 
sSrasquier  1847 
serdar  1851 
ser^'e  1878 
siamang  1898 
siglaton  atz.  1905 
simarre  1820 
•ssmoMti  1819 
«iroc  1856 
s«V02?  1838 
A-m«to  2190 
w/Vx  1935 
.sotV  1878 
soldan  1945 
sopha  1935 
.sorfcci!  1838 
sorg(h)o  551 
so<0«v)  1927 
.so«ise  1927 
sondan  1945 
C/«;  Soudan  1945 
soM/?  1934 
spoÄf  1914 
s-Mcr«  1855 
'  Sultan  1945 
«Mmac  1946 
aumbul  1947 
»yrop  1838 

tabaschir  1965 
tabis(er)  133 
fabor  afz.  2015 
<«fcoM  1972 
tabouret  483.  2015 
Art/f 1981 


j  talapoin  2(i60a 
I  <a?c  2003 
1  talisman  2017 
i  tamarin  2013 

tamban  1834 

tambour  483.  2015 

tambourin  183 

tamtant  2014 

tandour  2019 
I  taraxacon  2025 

tarbonch  2031 
I  tarcais  afz.  2081 
j  tere  2024 

<ar(7<;  487 

^«r^'o»  2034 

irtr«/  2037 

tartane  2036 

tartare  2045 

iasse  2044 

<a<OM«-  2047 
I  tauchte  2050 

tibachier  1965 

tMniabin  2028 

««>sfc<5r,^  1976 
415 

<i6er  2075 

timbale  1971 

tintenague  2120 

iiVe  afz.  2125 

tire-paille  1004 

<orf<i8  1330 

tohii-bohu  2085 

<ö/e  2002 
i  ioZZe  2002 

tolleban  afz.  544 

<omöac  2012 

<02Me  1997 

foMc  2097 
I  <0M5r  2097 
}  iOMi?e<  2107 
j  toutenague  2120 
I  trabant  490 
:  tr^pang  2096 
j  tringibin  2028 
I  tripan  2096 
i  «r»pe  2030 

trucheman  203') 
1  iMZjpe  544 
'  turban  544 
I  <Mr6rtÄ  2110 
'  <Mn;  2114  d 
1  turquerie  2114 
i  ('fcZ^  rfc;  Turquie  2114 
I  turquoise  2114 
I  tut(h)ie  2120 
!  «.v/'Äon  1990 

I  «t^ema  2131 

j<pas  2136 
'  MSM^e  2139 

ra^t  2162 


I  earau  2156 
I  Veratide  223 

vierge  695 
i  oilayet  2162 
I  »iz»»-  2160 

I  yatagan  941 
ys(s)ope  566 

i  zagaie  2181 
}  zagaye  2181 
I  zambuche  1740 
!  zatony  mfz.  2188 
I  zidoaire  2215 

1818 
'  ;s^ro  1894 

st7  2220 

zinzoHn  744 
j  «maZa  2190 
;  zouares  2225. 


'  Griechisch  (alt-,  mittel- 
[        u.  neugriechisch). 

i  äßßaq  I 

ÄKapva  686 

dXXnXoüia  793 

dXM€vx»aKd  1389 
'  ä|Lir|v  68 
I  dvoKapa  1546 

dpaßööTO?  89  e 

äpiaaXa  829 

"ApuouZa  1596 

dpruTiKÖ  833 

daKctpioq  1307 

aöO^vxriq  557 

i  ßdXoaiiov  293 
Bapaßßä?  220 
Bap9oXo|iaioi;  255 
ßoipiq  2148 
BeeXCeßoüX  145 
BeXi'aX  287 
BeXiap  287 
ßippo?  ."i65 
ßpovTfiaiov  1657 

rdZa  702 
TaiETavöv  644 
ToiTcivi  644 

Ycdvva  705 
Y^V^pov  12Ü5 
yia0ou|j.i  942 
roXTOÖd  748 
Ypäxoq  760 
TÜi+;0(;  716 

bdKTuXo?  465 
baiudöKrivov  47(> 
bimto?  521 
bpdKiuv  2034 
bpaxiiii^  523 


Griechisch.] 


202 


^ßevo?  o 
?Xeq)a(;  605 

^VTÜßlOl 

JvTußov  2I!24 
^E^pKriTOV  i:iü7 
l(p6\K\ov  831 

Capaßoxdva  i2"2(»l 
Zidpi  2186 
üiTfißepi?  1930 
Z:{Z:u<pov  2228 
lwn6q  2232 
Zujqpöpoi;  898 

öe^eXlov  2062 
Oepuö?  2115 
ööXog  2231 

lotaian  942 
ifepaE  1799 
'Ivbia  909 
ivbiKÖq  909 
'loüba;  949 

Kaßdbi  971 
KaßdXXti?  653 
Kaßidpiov  851 
Kobue'a  1149 
Kabpia  1149 
Kdbot;  988 
KOioapeia  1011 
KaXdi  1021 
KdXa^o?  1023 
KaXaqpaxeiv  1022 
KaXacpdrriq  1022 
Kafir)X.iov  653 
Kd|ar|^o?  653 
Ka^n^uJfn  653 
KavbrjXri  1053 
Kdvvaßi;  1248 
Kandpf)  978 
Koniön  998 
Kdinrapiq  978 
Kdpov  1087 
KapouuqpiX  1085 
KapoünqjouX  1085 
KapiToüaia  824 
KopuöcpuXXov  1085 
KaaalTepoq  IUI 
KdöTpov  1117 
KaxöoöXa  1019 
Kocpoupd  1100 
Kduia  993 
KevTr|vdpi  1178 
Kepaße  1004 
K^paue  1004 
Kepdxiov  1182 
K€cpaXiKri  1172 
Kexpi^irdpi  1004 
Kfivaoi;  1050 
KfiTioq  1063 
Kißtuxöq  1975 
kIkko^  434 
Kivvdßapi  1827 


KO|Ll^^pKlOV  751 

I  Kopßavd?  1208 
I  KouvbüOpa  1245 
j  KÖqpivoq  1225 
1  KUKXdq  1794 
j  KOvta  445 
I  KÜinivov  1046 
1  Kutrdpiöffot  727 

i  XaToüm  1288 

Xaribv  1288 

Xdbavov  1286 

XdCapcxq  1311 

XaCoüpiov  1311 

XaKdvn  1290 

XooOxa  2127 
1  Xißavoc  1331 
j  XiMdvi  1321 
I  Xi|Liriv  1321 

Xixpa  1708 
I  Xiiv  1313 
i  XouKOU^äq  1684 
I  XouXdK  1319 

I  iLiOTÖpi  1456 

I  ^d^:a,  naza  1441 

!  ^dXaT^a  1378 
j  naXXiuxfi  1380 
:  MdXxo?  1379 
I  nandxpa  1352 

|najAmuvä((;)  1386 
j  i^avbriXiov  1391 
I  \xavlr]p  1388 
:  ndvva  1398 
!  MopYapixric;  1416 
I  ndööu)  1440 
I  lidxaioq  1443 
I  |i6YdXn  0OvxaEiq  1348 
i  MeöOia?  1437 
j  fidxaEa  476 

i  mmi)  136.") 
j  ^vd  1462  a 
!  jiobiö;  1490 
:  laoipdaiov  1467  a 
i  MoXöx  1379 

!  vdpboc;  1548 
!  vdcpöa  1588 
i  VTi'Jiev&i'iq  213 
j  vixpov  1Ö67 

j  Ei^piov  903 

öaffi^  2152 

I  ößpuCov  (xpu0iov)  1657 

,  6XoXüruu  2155 

I  ÖTrdXXioq  2135 

i  öpvZa  1733 

I  öpuE  2113 

I  oöfKia  1590 

i  oöXdKHc  2130 

i  öcppüi;  898 

i  TTaKoöpio^  569 


naXXoK(<;  203 
iraMßdKiov  1617 
udiißaE  1617 
iravboxciov  616 
TiaEniuabi  1642 
uapdbeiöoi;  16  51 
irdox«  1652 
TtÖxa  16ö4 
TTlöoq  2222 
iriöxdKiov  620 
iroXdiraTaE  1615 
TtovxiKÖv  355 
irpoaKÜvnaii;  1214 
TtxepuYOCpöpoq  1004 
iTupaiiic;  1457 

I  f)aßßi  1678 
i  ixxTla  1701 

'  adßßaxov  1742 
j  oatudpiov  1883 
'  aaldvi  1877 
I  adKKoq  1781 

odxpe  1799 
I  adKxapov  1855 
i  aayidpi  1883 
i  ffajußÜKri  1744 
!  oavbdXiov  1825 
I  odircpeipoq  1830 
I  odpami;  1845 
j  laxdv  1867 
i  öaxavdq  1867 
1  oeipd  1961 

ffeipioq  1915 
!  aeuibaXii;  1814 
!  öepa(pe(|i  1885 
i  Ifipe?  1878 

oiYvov  1896 
i  aiKeXöq  1907 
'  a(Kepa  1787  a 
!  oixXoi;  1880 
!  o|ndpafbo<;  2233 
!  aTTaxn?  1914 
I  oxWi  918 
I  axod  2141 
i  oüpifE  1 767 
i  oöpua  1820 
j  öujudpi  1883 

i  xdßaXa  1971 
I  xaydpi  1983 
I  xapKdaiov  2081 
I  xdXeö^a  2077 
i  xCuKavKeiv  434 
I  xSuKÖviov  434 
j  xSuKavioiripiov  434 
!  TiTTäßapi  1827 

tItpK  2081 

xoOßXov  2099 

Touxla  2120 

TpoxiöKOq  549 

Tußi  2124 

TOpoq  2125 


\ 


[Hebräiäch. 


öctKivöoc;  930 
öoaujTTo?  566 

qpapadj  1650 
(pdpr\c,  591 
q)apq)iövi  567 
<p6\\K  581.  1491 
(poaaärov  621 
(pouoxdvi  621 
<puXaKTr|piov  866 
cpuTÜXi  600 

xmnaXi  86() 
XoXKdvöri  1236 
xdXKttvao?  1236 
Xapoüßa  832 
XdpTn?  1104 
Xndjv  1272 

d[)naXo<;  2135 
Ouoavvd  872. 

Hebräisch. 

uyäla  145 
äbäm  19 
abonaj  21 
äxal  42 
ämen  68 
asirüö  127 
ashenaz  120 

ört'«;  145 
bähal  180 
Äa^wr  180 
hajib  145 
hakbük  187 
Järwx  256 
iarze/  259 
iätoÄ  267 
bdtü"}!,  267 
heheinä  283 
6eZi  287 

1461a 
ftg.tgw  293 
böhü  2085 

tZäßär  514 
rf«/  468 
dallü^  468 
Z)a!<j»b  503 
dibb§r  514 

^sgr  127 
esöß  566 

öfäß»»  716 
^äw«ß  659 
ge  705 
gezera  713 
^f/wg^  721 
<7öi  728 
i^öqpgr  727 
göräl  731 
gulgöl^b  743 
Aäßar  764 


j^ße/-  764 

AäTaT  77V 

haxäm  788 

Äa/äZ  793 
I  hatta'  845 
I  ^ßra  857 
j  Miele  858 
I  ÄösTa  87i: 

I  H^ri  12 
>'a;  287 
jaklfir  928 
iäwaÄ  932 
jäSa  872 
jößei  959 

kabbäla  977 
fcab  988 
A-a/f  990 
kähäl  1000 
Ä;a«ä  1035 
kammön  1046 
i^nas  1050 
Ä;äq)ar  992 
kappära  1068 
i^saß  1107 
Ä-äse?"  1112 
]  käsln  1113 
I  Äräöaß  1168 
fcäfön  1126 
I  käza?  1059 
j  fcgbgm  1149 
kelatp  1154 
I  ierwß  1165 
I  kesil  1166 
!  Äreöißä  1168 
i  kippfr  1068 
I  kisse  1190 
fco/  1194 
köcper  992 
ÄJorMn  1208 
i^«  1264 

läSön  788 
;  /eß  1312 
I  le^önä  1331 
Zew«»  1315 
lücjäQän  1325 

mab  1490 

mäfal  1479 
I  maggäl  1479 
I  »i«M-fßfö  1375 
i  mamzer  1388 
j  ma«ä  1398 
j  wä'ös  1402 
j  mai-'e  1412 
I  massa  1441 
j  mazol  1920 
!  mazzäl  1455 
^  we'is  1402 
j  rng/gx  1379 

mifdal  1461a 

mö'cf  Uli 


mötal  1479 
»nüö  1524 
«erd  1548 
Mfö^r  1567 

pardes  1631 
p(Ss<ife  1641 
pelefä  1643 
p^sah  1652 
pjigTgä  203 

räßrtÄ  1677 

ratö  1678 

ra^säkeh  1679 

rahmänl  1687 

räkarrt  1694 
I  sa'aqp  1734 
j  saötoa  1742 
I  *'äT«T  1757 
'  sähar  1763 
I  safc  1781 
!  ^äkal  1880 

söfcar  1788 
i  Mxar  1787 
!  sä/fca«  1789 

M/aq?  1804 

sdma/  1811 

sämar  1813 

sdqpaZ  1761 

sapptr  l83i) 
I  sän/cp  1885 

säö«  iy27 

sätän  1867 

sgfcfZ  1880 

semlra  1813 
1  IfwiM^ä  1884 
!  secper  1830 
I  serä9m  1885 

sibhöl^b  1891 
I  strfrfäx  18'32 
'  söcpe/  1751 
i  söq)er  1830 
i  sölan  1958 
I  sö<e  1927 
!  süs  1776 

«(SÄad  1984 

<äiö  2002 

iä^ias  1978 

ießd  1975 
I  tef^illa  2068 
;  Jere(pä  2070 

<öß  208 i 
:  iöÄft  2085 
i  3!?ßf/  -'210. 

Italienisch  (einschl.  Dia- 
lekten, sizilianisch  u.  sar- 
disch). 
dial.  =  dialektisch 
sard.  =  sardisch 
siz.  =  sizilianisch 
abadessa  1 


Italienisch.  I 


204 


(ibate  1 

ar^^rtHM  siz.  49J 

beduino  1 64 

abhadia  1 

assaccari  siz.  1783 

belgioina  1 332 

abbate  1 

assaccu(ni)  siz.  1783 

belgiui  1332 

uboifino  1471 

assammarari  siz.  1816 

belzebu  145 

accanzari  siz.  lOöl' 

assagsinar  839 

betzuar  1605 

acciaccarc  1785 

assassino  839 

belzuino  1332 

ncciacco  17^5 

asMft  1897 

benzoino  1332 

acciaffari  siz.  1734 

afaöa^/o  1971 

bergamotta  282 

affarari  siz.  585 

attaciatu  siz.  122 

bernusso  365 

attaciu  siz.  129 

bezzoar(re)  1605 

iiggianciare  1056 

ajip'ß  135 

biddaca  siz.  204 

aguzzino  2160 

avania  8  r2 

6*sca  314 

(*«rfff  rfjrti  779 

avarla  138 

bismutta  9  8 

(ilabarda  82'i 

azimut(to)  1818 

320 

alamari  67 

azzardo  2186 

borrace  13.  356 

idbagia  277 

azzeruola  2206 

borragine  13 

(ilbagioso  211 

azzuolo  1311 

borrana  13 

albercocro  247 

azzurro  1311 

borzacchino  185t)  . 

albergese  247 

bottarga  274 

nlbicocco  247 

habbaluci  siz.  1625 

brenusu  dial.  365 

alcanna  867 

babbuccia  1625 

brenuzio  365 

alchenna  867 

babuino  1365 

hricco  894 

olchimia  1157 

bäcara  siz.  186 

bronzo  1657 

«7coo?  1227 

badananai  21 

brünia  dial.  248 

alfana  586 

badessa  1 

bncJierame  342 

«//■«t«  867 

badia  1 

budelä  dial.  338 

«s/^do  605 

bagascia  171 

fctt^ia  340 

alfiere  591 

baggianu  siz.  277 

bunaca  siz.  1578 

iilßno  605 

balascio  151 

burgiu  siz.  362 

(flgebra  631 

balasso  151 

burnia  siz.  248 

alguarismo  890 

balata  siz.  200 

frttsa  siz.  369 

ulidado  896 

balcone  197 

butana  siz.  316 

nlma.gesto  1348 

baldacchino  170 

buttaraca  siz.  274 

almanacco  1389 

Baldacco  170 

butteriga  sard.  375 

almansore  1399 

ia«o<?a  206 

buttei'o  375 

almiragUo  69  a 

balsamo  293 

almirarite  69  a 

balsimo  293 

cabala  977 

ambra  78 

bambagia  1617 

cacamme  788 

ammascari  siz.  1436 

&omM  209 

cadofulu  siz.  988 

ammatula  siz.  271 

banano  211 

caduffu  sard.  988 

ammiraglio  09a 

baraba  dial.  220 

cop  1005 

amoscino  476.  1471 

bco  acane  250 

caffetano  774 

«mMowi  1497 

baracundia  256 

co//d  iHtO 

amuleto  866 

baraonda  256 

cafisn  siz.  998 

annadarari  siz.  1566 

barbacane  197 

cafura  llDO 

annadaru  siz.  1566 

barbagianni  Iii 

cahue  1005 

antimonio  918 

barbau  dial.  220 

caicco  1014 

arabesco  89  d 

öarca  2148 

caicai  siz.  1014 

arancici  1555 

barcarolo  2148 

caßtu  siz.  1006 

uftnesino  1596 

barcaruola  2148 

m/«  1036 

armora  829 

barda  22^ 

calafafare  1022 

arracamari  siz.  1694 

barda<cia  229 

calaminaria  1149 

«rrassare  dial.  93 

barocco  364 

calibro  10  jO 

arrassu  siz.  93 

baruccabä  dial.  256 

caZiyfo  798 

arredo  1689 

basana  316 

camalä  dial.  806 

arrt"  106 

fioM^e  1975 

camalo  dial.  806 

arrocare  1727 

bazar  278 

camasinu  sard.  1362 

arrosu  sard.  17.13 

bazza  281 

cambellotto  653 

arsenale  494 

bazzana  316 

camiddu  siz.  653 

artanüa  siz.  109 

feazzar  278 

cammeU(in)o  653 

articiocco  833 

bazzarare  278 

cammellotto  653 

arzand  494 

bazzariotu  siz.  278 

camojardo  1497 

[Italienisch. 


cämolu  dial.  1Ü44 
camolado  dial.  1044 
camula  siz.  1044 
canacca  dial.  siz.  810 
canciarru  siz.  814 
cand\  (succhero)  1052 
candire  1052 
canfora  IlOO 
cangiaro  814 
cantoro  1178 
cantaru  .siz.  1178 
canzirri  siz.  817 
caparra  978 
cappari  978 
carahe  1004 
caraffa  689 
carato  llS'^i 
caravana  1075 
caravanserraglio  1075 
cur ca SSO  2081 
carciofo  833 
carmesino  1219 
carminio  1219 
carovana  1075 
carrabba  siz.  689 
earraca  i?3l 
carruba  832 
carwi  1087 
casacca  1143 
casimiro  1116 
castiä  dial.  855 
cassara  siz.  837 
cässaru  siz.  1117 
cassdta  siz.  1106 
cassero  1117 
casuario  1119 
catrane  1128 
catussu  siz.  988 
caviale  851 
eaviaro  851 
vavicchia  980 
caviglia  980 
cavizzu  dial.  998 
ceffare  1734 
ce/fo  1734 
cerbotfana  2201 
c7tt/fo«e  1893 
chimica  1157 
chiosco  732 
«d  415 
ciabatta  379 
ciaera  siz.  715 
c/aa  1865 
«rfro  1787a 
«/ra  1894 
«/o^a  dial.  424 
cj/m  dial.  424 
«ywi  dial.  424 
cimarra  1820 
cinabro  1827 
ciotola  442 
ciottare  1875 


I  cofano  1225 
I  co/fa  1225 
j  cowi'no  1046 
I  cotowe  1272 

cremisino  1219 

crumiro  1220 

(la)Cuba  1221 

CMÖ6a  siz.  1221 

cubbäita  siz.  1221 

cubebe  973 

cüncumo  siz.  1243 

cupola  1221 

curcuma  1247 

curino  siz.  715 

ciisoM.s-7/  siz.  1267 

I 

I  damaschino  47 <> 
j  damasco  476 
]  damasto  476 
I  damigiana  474 
!  dammusu  siz.  480 
I  c?a/ii<?  1305 
I  darsena  495 

dattero  465 
I  ddisa  siz.  524 
I  dica  siz.  518 

dimito  521 

divano  526 

doana  526 

dogana  526 

dragomanno  2033 

rfro^rt  549 
j  duriano  550 

I  ef?t>a  863 

elis(s)ire  903 
I  endivia  2124 

ermesino  1596 

facchinu  573 

fachiro  573 

/■a/ca  801 
j  fanfano  589 
I  fanfarone  589 
I  /"arc  siz.  585 

faraone  1650 
I  fardaggio  588 
.  /■a;-tio  588 
^  farfalla  589 
I  farfante  siz.  589 
I  farfareddu  siz.  589 

/"ar/aro  689 
I  färfaru  siz.  589 

farfogliare  589 

/ö<a  morgana  1416 

feluca  831 

filano  siz  614 

fllucca  831 

filussi  dial.  581 

fondaco  616 

fonteco  dial.  616 

fantego  616 
j  fora  ('a  harra)  siz.  251 


/br/  a  878 
I  freggia  898 
j  /"re^to  898 
]  frustagno  621 

fünnacu  siz.  616 

furra  siz.  878 
1  fustagno  621 
j  fustanella  621 

i  gabbano  971 

!  i?aftf//f/.  974 

I  gabelloto  .siz.  974 

I  f/ff/fa  siz.  sard.  994 

i  p^a^To  1734 

I  gaglioffo  659 

I  ^a«/««  siz.  1006 

j  ^rt?«  864 

I  galanga  765 

j  galante  864 

galantnomo  864 
'  gnliggi  siz.  799 
I  828 
j  galöfano  siz.  1085 
i  galufn  dial.  659 
j  gammara  siz.  1741 
I  gancio  1056 
1  gnnzirri  siz.  817 
'  garheUara  673 
j  garbellafura.  673 
i  garbino  674 
I  garbula  siz.  673 
i  garifu  siz.  827 
j  garitta  siz.  828 
I  garofano  1085 
i  garrusu  siz.  III 
I  gassina  siz.  836 
I  gassira  siz.  8.36 
I  gazzarra  700 
[  gazzella  699 
I  gazzettn  1059 
i  gazzo  2205 

gazzurrv  700 
1  gebbia  siz.  630.  736 
'  gellamina  1149 
I  gelsomino  942 
i  gengiovo  1930 
j  (;er/"a  siz.  676 
;  ge^minu  942 
I  p'esso  716 

f/ÄeWo  1222 

ghiazzerino  697 

ghimberluccu  dial.  924 

ghingano  722 

^taco  929 

giamberlucco  924 

gianetto  2192 

gianfutre  dial.  424 

giannetta  2192 
!  giannettu  siz.  2192 

giannizzero  954 

^riara  688 

giarda  670 


Italienisch.) 


206 


giarra  siz.  688 
</iaurro  632 
giberna  641 
gilt  9öl 
ginnetfo  2192 
ffiraffa  2234 
gitibba  737 
giub,-tta  737 
giucca  dial.  739 
giucco  dial.  siz.  739 
gittdio  949 
(7«tt/"a  dial.  739 
giulebbe  742 
giulebbo  742 
giulecco  951 
giuleppo  742 
giunca  753 
yiunco  753 
yiuppa  737 
ffiitppone  737 
gnacchero  1546 
gomena  750 
granturco  2114c 
guajassa  siz.  171 
guappa  dial.  1002 
guingano  722 
gumina  750 
guttaperca  712 

indaco  9  9 
hüarsia(re)  1706 
islamismo  915 

Jamberluccii  dial.  924 
jippimi  siz.  737 

labarda  823 
/rtc-c«  1295 
/accÄe  2130 
/a/ia  siz.  24 
lambiccare  79 
lambiccio  79 
lanibicco  79 
/an/"«  1535 
laparderi  siz.  823 
laparduni  siz.  823 
/a^is  lazzuli  1311 
larice  114 
lazzaretto  1310 
lazzarone  1310 
lazzeruola  2ii06 
lazzuli(lapis)  1311 
Ze/ffli  siz.  1313 
libeccio  1313 
i?7ac  1319 
Hmbiccio  79 
limone  1322 
limuni  siz.  1322 
Usciardo  1581 
K«rfo  2127 
«M<o  2127 
1329 


inoaseMK  siz.  1362 

macadaru  siz.  1353 

macaluba  1376 
,  macalubi  siz.  1376 
'  maciilucco  siz.  1357 

maccabh  dial.  1375 

maccit  siz.  1358 

macra  dial.  1349 

rnadd(i)H  siz.  1342 
:  tuafjia  1355 

majfioso  1855 

»»a/5a  siz.  1355 
I  mafiuftu  siz.  1355 
j  magasenu  siz.  1362 
i  magasinu  sard.  1362 

magazzino  1362 
:  maimone  1365 
i  malase(nu)  siz.  1362 
!  malco  dial.  1379 

malfusso  1414 

mammalucco  1384 

mammone  1365 

mandola  2015 

inanna  1398 

manne  dial.  1398 
i  mantarru  siz.  1387 

maona  1449 
i  marascia  siz.  1409 
!  mareassita  1374 
!  marfuso  dial.  1414 
;  marfusti  sard.  1414 

margiu  siz.  1415 
I  marignano  161 
I  marionetta  1417 
!  marmaruca  siz.  1424 
i  marzacvtto  1735 
{  marzapane  1452 
I  mascarä  dial.  1436 
I  manchem  1436 

mutaccu  siz.  1461 

matafaluga  sard.  7621 

mataffu  siz.  1461 
I  matasep  dial.  1503 
;  matassa  476 
t  matassaru  siz.  476 

materassa  1446 

maierasso  1446 
'  matraca  1474 
j  mattaccino  1525 
'  mattare  1443 
j  »wa«o  1443 

«ja«a  dial.  1441 
I  mäzzara  siz.  1434 
I  melangola  161 
I  melanzana  161 

meschino  147U 
i  meschita  1435 
j  michelaccio  1469 
I  tnilinciana  siz.  161 
j  millufia  siz.  24 

minciarru  siz.  1346 

minima  siz.  1513 


1  mmaria  siz.  1419 
j  mocajardo  1497 
I  mocajarro  1497 
I  monsone  1451 
j  »Moro  1482 

morso  d'Adamo  19 

moschea  1435 

moschetto  1520 

moscino  476 
!  mugavero  1476 
j  mummia  1510 

ntunneddi  siz.  2106 

murabitu  siz.  1410 

»jMsa  siz.  1526 

muschio  1515a 

musciaru  siz.  1354 

tnusco  1515a 

munsolina  1484 

mussolo  1484 

muasone  1451 
I  WM.s^ica  siz.  1521 

nacß  siz.  1678 
I  naccaro  1546 
I  macchera  1546 
I  nadaru  siz.  1666 
i  nadtro  1565 
I  naffata  siz.  1534 
{  nanfa(acqua)  1535 

nanfara  siz.  813 
I  nanfia(acqua)  siz.  1536 
!  nenufar  1570 
I  noria  siz.  1561 
;  nsalibbatu  siz.  1808 

ntamari  siz.  2009 

WMara  siz.  1582 

«MC«  1579 
!  nwro  1337 

!  odalisca  1.586 
I  oZiAawo  1331 

orrfa  1594 

organzino  2137 

ormesino  1596 

opa^c  273 

o»o«o  273 

pagodo  373 

palamaro  1616 
I  palascio  1615 

pandora  2015 

panduro  2015 

papagallo  147 

paradiso  1631 

parao  1651 

pasra  sard.  1652 

pasimata  1642 

pasqua(le)  1 652 
I  petonciano  161 

piddttnia  siz.  155 

pilosso  dial.  581 
I  piramide  1457 


207 


r  Italienisch. 


pist-acchio  1664 
pomo  d'Ädamo  19 
pomo  di  paradiso  19 

quintale  1178 

rabesco  89d 
raccamu  siz.  1694 
racchetta  1683 
raisi  siz.  1691 
rancio  1555 
ras^ff  1732 
razza  1701 
riticu  siz.  1680 
ribeba  1675 
ribeca  1675 
ricamare  1694 
Hsalgado  1685 
risicare  1721 
risico  1721 
risigallo  1685 
risma  1723 
risogello  1685 
ro^r^o;  1726 
rocchetta  1683 
rocco  1727 
romana  sard.  1729 
romano  1729 
roioZo  dial.  1708 
fötulu  siz.  1708 
rumanu  siz.  1729 

sabbato  1742 
suboga  sard.  1746 
saccheggiare  1781 
söcco  1781 
.«rtccu  sard.  1781 
sacomanno  1781 
sacro  1799 
saffata  sard.  1753 
sagrin  dial.  1760 
sata  1778 
aaio  1778 

salamiltcchi  siz.  1803 
salibba  siz.  1808 
salnitro  1567 
nandalo  1825 
mrabanda  1850 
saracenico  1856c 
saracinare  1856c 
saracino  1856c 
sargia  1878 
sasinä  dial.  839 
«öya  siz.  1791 
sayuni  siz.  1791 
sbaragliare  225 
sbaragltno  225 
sbaraglio  225 
scacchiero  1762 
scacco  1443.  1762 
scalogno  119 
scansia  1059 


scapeccio  dial.  1902 

scarlotto  1794 

scerba  siz.  1735 

sciabecco  1740 

sciabica  1737 

sciäbicca  siz.  1737 

sciacallo  1929 
!  scialibbia  siz.  1808 
I  scüilibbisi  siz.  1808 

sciai/e  1802 

sciara  siz.  1837 

seiarabba  siz.  1839 

sciar}-a  siz.  1859 

sciloccu  siz.  1856 

scimiiarra  1910 
1  sciorta  siz.  1965 

scirocco  1856 

sciroppo  1838 

sicali  siz.  1907 

««■Z«  siz.  1907 

««'^'fli*  siz.  1907 

se«a  1822.  1829 

sen»ö  siz.  1829 

senna  1822 

Sensale  1836 

serraglio  1842 
I  sffa  1878 

se««o  2188 

sevada  sard.  1741 

sirfro  17ö7a 

sirico  141 

smcM  dial.  1878 

siroppo  1838 

so/d  1935 

soldano  1945 

somaro  1883 
'  sommaco  1946 
!  sorbetto  1838 
I  sor^o  551 
I  spinace  126 
!  sia^cMO  2017 
j  stambecco  1740 

straccasciu  sard.  2081 

sultano  1945 
j  sMSjwo  1958 

j  «aftaZZo  1971 

j  tabbutu  siz.  1975 

!  <aö»  133 

j  taccuino  1999 

1  iö/fe<(i  1981 

i  <a/f«7«  1991 

<o/"ws  dial.  1978 

<a/co  2003 

/aZ^  siz.  2007 

<aZi"ar»  siz.  2007 

talismano  2077 

tamarindo  2013 

tamarütu  sard.  2013 

tamburo  483.  2015 

tannura  siz.  2019 

<arff  2024 


!  <are/"  dial.  2070 

targone  2034 

tarida  2036 

<ort7  dial.  2070 

tor«7fa  2037 

tarocco  2024 

tarsia  1706 

tarsiare  1706 

tartana  2036 

tausia  2060 

ia««  sard.  2044 

te^s:«  2044 
415 

^er^ana  49.:i 

Wfrw  siz.  2074 

timone  547 

tirzanä  siz.  495 
i  «occo  1997 

ioccM  siz.  1997 

tofferanu  sard.  2178 
I  tombacco  2012 

trabante  490 

<r*a  siz.  919 

«r»pa  dial.  2030 

trtppa  2030 

tuccaru  siz.  1855 

tulipano  544 

tumminu  siz.  2106 

tumolo  2106 

turbante  544 

turcasso  2081 

turchina  2114 

turchino  2114 

turcimanno  2033 

wZano  1588 

varcoccu  siz.  247 
»a>'da  siz.  228 
varvaianni  siz.  147 
j  Veranda  223 
j  vergelä  dial.  2157 
'  vernicalc  dial.  248 
:  vernicato  dial.  248 
I  vernigau  dial.  248 
verzino  2157 
vuttaraca  siz.  274 

zabbara  siz.  1890 
j  zabbina  siz.  628 
I  adccanM  siz.  1786 
!  zaddacca  siz.  1868 
i  zaff'erano  2178 

«a/^ro  1830 

zayaglia  2181 

zagara  siz.  2185 

zägatu  siz.  1797 
I  zayhera  2185 

zambecco  1740 
i  zammatiari  siz.  217S 

zammatb  siz.  2175 

zara  2186 
'  zarbinata  siz.  628 


Katalan  isch.l 


208 


zarcii  siz.  220;") 
zarda  670 
zaro(so)  2186 
zamlli  dial.  2209 
zecca  1903 
zecchino  1903 
zenit  1818 
zenzero  1930 
ztnzovero  1930 
rerda  670 
^«•0  1894 
zetan(ino)  2188 
zettovario  2215 
«iirf<o  2173 
zibibbo  siz.  2214 
zicchineffo  siz.  1904 
zigrino  1760 
zinefra  1828 
3»röo  2030 
«iro  2222 
aocco  1782 
zotico  1927 
^of<«  siz  1875 
zübhiu  siz.  2227 
zubbu  siz.  2226 
zuchero  1855 
succu  siz.  1782 
^Mrto  siz.  1955 

Katalanisch. 

Abadejo  1 
abadesa  1 

acebeja  1736 
acendria  1911 
«ci&<?/-  1890 
aeafata  1753 
a^ogue  2208 
afalegar  802 
aixarop  1838 
aixedres  1871 
aixovar  1959 
aZard  89 
alarde  94 
alberginera  161 
albiideca  319 
alburnia  248 
alcabot  1139 
alcaceria  1011 
a/carfMf  988 
aleofoll  1227 
aZcor  1(172 
alcova  1221 
alcunya  1246 
alfäbrega  76 
a^^ftwe-^"  582 
aZ/'oZ&^s  881 
öZjMi  736 
aljuvar  1959 
almanach  1389 
almarrnixa  1466a 


aliHutfacli  1446 

■  ahne  sc  1515a 
almibar  1460 

I  almibarado  146U 
[  almibarar  1460 

alinogaden  1504 
i  almogaver  1496 
1  almoixe}-if  1519 
I  aZwM<  149Ü 
i  amalgama  1378 
*  amoscarse  1436 

anaß.1  1537 
I  anxub  736 
'  «n?,'»7  1568 
:  anzelot  86 
i  arancel  1428 
I  arcabot  1139 
I  arwaZa.  829 
i  arrabal  1676 
i  arraix  1691 
I  arraval  1676 
I  arroba  1725 
i  arrop  1726 
i  arros  1733 
!  artanita  109 
j  asembla  2190 
I  asicats  1939 
i  assoü  1875 
1  assM<  1933 
j  atsarä  1843 
i  aUeroUi  2206 

■  atxaque  1785 
aM^e  135 

I  ozmZ  1311 

;  ('de,  t'ny  bades  271 

j  halaix  151 

:  bara(;o  1458 

1  ■barana  223 

:  barbacana  197 

1  barragan  250 

beana  316 

I  benjugi  1332 

j  beozar  1605 

j  borcegui  1856 

!  carföf  1224 

!  cadi(sos)  984 

i  caduf(ol)  988 

j  c-«/?Ä  998 

j  cameil  653 

!  carbassa  689 

;  ca<M/"oü  988 

'  cayado  1006 

!  c^Hia  1829 

!  cf(?M/  1903 

j  cdqiiia  1791 

crtre  1870 

I  cever  1741.  1890 

j  ciquia  1791 

.  damajana  474 


I  darqa  485 
I  dmc^t  909 
i  dragoman  2033 

endivia  2124 
espinac  126 

I  falca  bin 
j  fanfarö  589 
fulano  614 

grafa  994 

gandul(lo)  66^i 
gayf.er  643 
gessami  942 
gingebre  1930 
p'«/)^  737 
girafa  2234 
girofle  1085 

«Mrf»o^  909 

2192 
jonch  753 
1  yMÄ«<  949 

llebeig  1313 
7<tOT<5  1322 

madeixa  476 
■mahona  1449 
I  manä  1398 
i  mandil  1391 
i  mandonguilla  355 
I  maquila  1373 
i  maravedi  1515 
[  marcasita  1374 
I  marfega(ssa)  1413 

marfus  1414 
I  marietta  1417 
!  inariposa  1417 
j  warioi«  1380 
I  maroma  1339 
marquesita  1374 
mnrras  1426 
matafaluga  762  f 
;  matdläs  1446 
matar  1443 
matraca  1474 
matutxe  1525 
I  maymon  1365 
!  mesqui  1470 
momia  1510 
morabati  1515 
moradux  1411 
mosdrabe  1523 
WMsc  15.5a 
musti  1493 

nadir  1565 
nargili  1556 
naronja  1565 
nenufar  1570 


i 


209 


[Kleinrussisch. 


pasqua  1652 
pataca  1996 

rabaguet  1675 
rabi  1678 
raima  1723 
ramlla  1698 
r^ctf«  1695 
ribet  1718 
rocÄ  1727 
romana  1729 
ro;>  1726 
rMC  1728 

sac  1781 
^acre  1799 
safareig  1767 
safata  1753 
sap-«  1784 
sa^ep  20ül 
sambra  2191 
saraguells  1849 

1878 
•sa>vd  1954 
seca  1903 
senall  1833 
sindria  1911 
s*Mia  1829 
sisclati  1905 
soca  1782 
solimani  1942 

*o6aZ  1971 
«a/«rea  1991 
to/'efa  1981 
ia^/f<  1979 
tagarot  1989 
tahona  1988 
te?c  2003 
tamarit  2013 
taragot  1989 
iar<rfa  2036 
tarongina  2117 
taronja  2117 
tartana  2036 
ioWo  2231 
<ow/  2106 
^r«>a  2030 
trujaman  2033 
<Mr&«Y  2110 
iMiia  2120 

ulema  2131 
v«sjV  2160 

Xabega  1737 
xa^  1802 
xaquia  1785 

Äa^rt  1784 
zalema  1803 
zayato  10u6 
«eca  1903. 

Lokotsch,  Etymolog. 


Kleinrussisch. 

cuha(na)  435 

^ier  32 

öunta  445 

ajjfa  39 

cynhal  814 

almaz  60 

Cf/srwy  431 

altyn  61 

chabar  763 

anibar  77 

cÄaZa;  864 

amin  68 

cÄan  808 

arkan  102 

chazajin  850 

arnaut(ka)  104 

chiipawyj  873 
c/jyt;  860 

öachmat  128 

c%c  860 

bahatyr  175 

bahof  1  '-!49 

d,emen  547 

bairah  345 

dochan  539 

169 

dolonian  530 

balabaika  198 

dusman  554 

balahan  1607 

dzerha  412 

öa/C«  207 

bamaha  1617 

fajfurka  569 

barakan  250 

fajfuroivyj  569 

harchat  250 

/?wf?i(t  608 

barys  258 

/ö<a  622 

basmacnik  265 

/b^yt«  622 

basmak  265 

fudulija  613 

basztan  332 

fyndzan  608 

helmes  305 

bestalana  2005 

gajda  643 

beztnin  272 

garbuz  824 

371 

gafda  Qlb 

bohatyr  175 

goroch  760 

borsuk  254 

grabant  490 

bronza  1657 

bugay  339 

hajdamaka  780 

buhaj  339 

hajtan  644 

few/jiV  348 

AaÄ:  789 

hulanyj  350 

halinaz  60 

&M?a^  1672 

haramija  821 

biimaha  1617 

Äarfta  90 

ÖMser  371 

hazna  855 

busloman  1516a 

hemija  709 

biizdygan  333 

im&j>'  1930 

imbrycek  894 
mrfi/^-  909 
»>  32 

Jan  dar  954 
janycar'  954 
jarminka  924 
iaroÄ;  113 

kabala  974 
Aöftpf/a  977 
kaban  975 
kacan  1192 
i-af^rtH  774 
Ä;rt>ia  1008 
Ä;aiMi  1014 
kalawiir  1078 
Ära^ita  1040 
A-ar^te  828 
katnazej  1362 


Cetwar  S215 
CMÄror  1855 
cukur  1855 
cytwar  2215 
Ja&öM  433 
Jac^ra  380 
öagun  -136 
co/te  1780 
calma  388 

887 
cöMw  436 
c«Ks  404 
cawun  436 
öekan  384 
öekman  406 
cekmen  406 
J«-(^aA;  397 
co6o«  379 

447 

I  cugun  436 
Wörterbuch. 


Latein.] 


210 


kanci/k  1042 
kapkan  1064 
karbad  1274 
kardocha  833 
karman  1097 
karmazijn  1219 
Ä;rtr(/J  1070 
kawa  1005 
kaivun  1138 
kazan  1144 
A-e«<aZ*  972 
kepen'  1159 
kepen'ak  1159 
Ä;27jm  1176 
i-ofcwr  1223 
Ä-oÖ2ra  1206 
kohzar'  1206 
A-o/?;  1005 
komys  1047 
Aowf/^  1242 
kormannik  1096 
Äros  1209 
kosewoj  1209 
koucan  1197 
koupak  1039 
Äro^i/r  1217 
Ä;M6Mr  1223 
A;M/"er  1225 
A;m?oä;  1194 
kumyz  1242 
Teuren  1253 
kuriian  1254 
A-M^as  1212 
A(/r  1277 
kyrpyc  1184 
A-ysa  1185 
kysnec  1189 
kytaj(ha)  841 

lachwa  2132 
?arfan  1286 
/V«  2132 
(a/jsa  1296 
lawiita  2127 
Te^'««'  1316 
WeA  1294 
levence  1316 
?o6orfa  1284 
lochana  1290 
?oAsa  1296 
losa(k)  55 
rt<rA-ö  1336 
Z'Min'a  2127 
lyman  1321 
hjmen  1321 
fymon  1322 

magazyn  1362 
majdan  1364 
mesty  1459 
morgoryi  1351 
mohoryäyty  1351 


mohryf  1351 
»/!M;^/<;  1492 
tmisat  1432 

nasatyr  1582 
necar  954 

obezjana  556 
ocAwr  2126 
o^(?r  40 
opanöa  934 
orda  1594 
orocÄ  760 
or^wr  2143 
OÄwm  2147 
ozdygan  333 

pai(ka)  1610 
papiiha  147 
polutabent  133 
postroma  261 

/•<M<'  2143 

soA;of  1799 
sukmana  406 
sunduk  1826 
SMrZo  1953 
saier  380 
sWA;  1878 

«a&or  1974 

<aZan  2005 
tatarka  2045 

2039 
iere^y  2029 
tlmaciti  2078 
io?z<Z)  2102 
tumaciti  2078 
tuman(ec)  2105 
t'ut'un  2121 
tyben'ky  2069 
twaroch  2109 

M?Ms  2134 

watag  2159 
wataha  2159 
w'mA  964 

zakabalyty  974 
zobuncac  2176 
ie6  641 
iercZe^a  2211. 

Latein  (einschl. 
mittellatein). 

abarca  24 
«feöas  1 
abbntia  1 
abhatlssa  1 
abelmoschus  762  b 


Aegidius  951 
aegyptus  1222 
alambicum  79 
alchanna  867 
algorismus  890 
algorithmus  890 
alleluia  793 
ahnageshim  1348 
almutium  1520 
amaracum  1411 
amen  68 

amolimentum  866 
amuletum  866 
angraecum  82 
angrecum  82 
antiaris  85 
antimonium  918 
ascalonia  (cepa)  119 
augurium  1589 
avicennia  893 

halascius  151 
balsatnum  293 
bambagium  1617 
Barabbas  220 
ftarca  2148 
harracanus  250 
basilica  (vena)  262 
bezoar  1605 
birrus  365 
bisamutn  293 
bombacium  1617 
borrago  13 
bronzium  1657 
brundisinum  Caes)  1657 
brunitius  1657 
buccina  347 
burgns  362 
burrus  365 

cabacius  993 
cabacus  993 
caJaZZa  974 
caballus  653 
cabassmm  993 
cadus  988 
caladium  1153 
calamina  1149 
camelinum  653 
camelotum  653 
camelus  653 
camphora  1100 
candela  1053 
cannabis  1248 
capparis  978 
capsa  993 
capulum  766 
carabe  1004 
carcannum  1096  b 
careum  1087 
carratus  1182 
carthamus  1262 


earuba  832 
carumba  832 
Castrum  1117 
cavilla  980 
census  1050 
centenarius  1178 
cephalica  (vena)  1172 
cer  Villa  1095 
ciccum  434 
cimiabaris  1827 
cintra  1057 
commercium  751 
cophinus  1225 
cribellum  673 
cromm  1247 
cummum  1046 
cuppa  1225 
cnpresstis  727 
ci/c^as  1794.  1905 
cywa  445 
t«/^oZa  442 

dactylus  465 
damascenus  476 
datura  512 
rfoimm  2222 
doronicum  486 

ebenus  3 
elephantus  605 
ermisinus  1596 
exercitus  1307.  1847 

fossatum  621 
fregium  898 

gabulum  974 
gaitanum  644 
galanga  795 
^«Z/a  (mucata)  647 
^««a  1059 
gehenna  705 
yelseviinum  942 
genius  723 
gerboa  936 
5'?fcrt  641 
gypsiim  716 

harmala  829 
hosanna  872 
hysopum  566 

jMrfm  909 

Indicum  909 
intibus  2124 

jesminium  942 
jubilaeum  959 
jubilare  959 
judaeus  949 
julapium  742 


211 

ladanum  1286 
Za>'ia;  114 
lazulum  1311 

Maccabaeus  1375 
Machabaeorum  (chorea) 

1372 
magalia  1562 
magarisium  1351 
Malchus  1379 
manichaei  1397 
mantile  1391 
mapalia  1562 
mataxa  476 
maurus  1482 
melota  1380 
»wiwa  1462  a 
modium  1490 
morus  1482 
mi«sa  211.  1526 
muscattis  1516  a 
muscum  1515  a 

naphtha  1538 
wj^er  1568 
nitrum  1567 
nucha  1579 
nuphar  1570 

Oasts  2152 
obryzum  1657 
olibanum  1331 
opalus  2135 

Pacorus  569 
pallaca  203 
pandura  2015 
paradisum  1631 
pascha(Ks)  1652 
pastinaca  912 
pelusia  1647 
penidium  583 
jp?M^e«  887 
pomarancia  1555 
pontica  (niix)  355 
pyramis  1457 

quintale  1178 

racha  1683 
rasceta  1732 
ribasium  1717 
ribes(ium)  1717 

sabacus  1744 
sabbatum  1742 
saccharuDi  1855 
Saccus  1781 

sagalinum  (lignns)  1756 
salvatella  (vena)  2138 
sambuca  1744 
saphena  (vena)  11  bi 


[Malayisch. 

sapphirus  1830 
saraballa  1849 
Saraceni  1856  c 
sarrabarrae  1849 
satanas  1867 
satureia  1872 
scarlatum  1794 
Seraphim  1885 
Äeres  1878 
sericus  1878 
seto  1878 
sicera  1787  a 
siclus  1880 
Signum  1896 
s/nws  641  b 
Sir  opus  1838 
sirupus  1838 
soccus  1782 
stagnum  2017 
stibium  918 
syrma  1820 

tagarra  1983 
tamariscus  2013 
taraxacum  2025 
tauriis  2048 
«e^rw/a  2099 
trochiscus  549 
turpethum  2110 

uncia  1590 
usnea  2139 

varanus  2156 

Zeduarium  2215 
zibethum  2173 
zingiber  1930 
»iVftMs  2030 
ziziphum  2228. 

Malayisch. 

«car  15 
ae^Ofr  30 
agong  558 
agung  753 
alang  54 
ämuk  71 
ancar  85 
anggrek  82 
antjar  85 

148 

bädak  152 

ifä^'M  185 

&(l;tJ  185 
I  baläian  195 
I  öawöjf  209 

bangsal  215 

banting  218 

fc<?«fc  270 

14* 


Niederländisch.] 


212 


beläöan  286 

pügciK  568 

balsetn  293 

bgtul  2149 

p^HQcjö^i'^ii^  1649 

bamboe(s)  209 

^futvcttv^  336 

pcf'&hii  1651 

bctfiaau  211 

pcvcoJi  712 

barkan  250 

CditipöJcd  390 

pikul  1655 

(ge)batikd  270 

ptsuHg  1659 

bazaar  278 

^ö/tHttt'  475 

pöhii7i  2136 

bedotvijn  164 

düjong  541 

pyöJiü  1651 

Je/"  165 

Ulli  t  OKf\J 

bc'lfken  165 

bergatnot  282 

syuyiQ  558 

rambut  1696 

bezoar  1605 

f(it}ihntci'ti  1696 

borax  356 

•y^YYlf  1697 

&7'0ws  1657 

ff(lhä'f*tC  1155 

rötan  1724 

^cLftihSlciH  654 

Tüdfig  336 

cabaal  dll 

gdmhu  654 

T'MSÖE  148 

cabbala  211 

gG,vü  115  D 

vHWük  1727 

cachemir  1116 

g^dOHQ  703 

caftan  774 

^eÄrofc  707 

Sctgü  1761 

calico  1031 

712 

s&vct'iig  1844 

casuaris  1119 

ginggüfig  722 

scLvutig  1862 

caviar  851 

^0>i^  558 

sempitCan)  2201 

cheilek  858 

giding  1649 

siJüttKzng  1898 

cWer  1787  a 

giXttg  753 

ci/Z'er  1894 

tamhäga  2012 

civet(kat)  2173 

tingkal  2080 
tfipciyig  2096 

c'iCT'ct4ifyi(x  1247 

kahäu  1001 

tuä  1017 

tiffrfeZ  465 

jttyT«  1235 

^wwcf^i  2122 

cl(ltH<XSC6&7'Bfl  476 

l'nhnh  1017 

i/pas  2136 

d/dtudst  476 

JcctJcot  ItlVd  1017 

kälong  1038 
JcuTHpofiff  1045 

w«j7a  2149 

ddtHdstpi'uiii  476 
dervis  496 

fca^oA;  1067 

Niederländisch. 

(^^t/  460 

fcära  1073 

docvid'i'i  550 

Jcctfambil  1084 

^beltnosch  762  b 

dTdgo^udti  2033 

Jcctsuwüfi  1119 

dhvikoos  247 

dt*ogy)idfi  2033 

Tc&yu  1141 

a&i  1 

Jcäyupütih  1142 

acatoen  1272 

emier  69  a 

kelädi  1153 

(idcttHsctppßl  19 

kilang  1021 

üdtHivtxcil  69  a. 

/■^ZoeÄ;  831 

kelüpu  2060a. 

ctlchitnic  1157 

fhVfHdfi  594 

MUmbak  1155 

(ildt!b(zt'(i7i  451 

/V'zVs  898 

kSfuiTiwyiting  1161 

alkohol  1227 

kefis  1163 

alkoof  1221 

ffdfif  659 

külit  123Ö 

dinbe^"  78 

güHfief  659 

cttixbcvbloctyi  762  b 

gdzel  699 

lampü  1314 

GtnßoßTi  25 

^a^ei  1059 

längit  1141 

CLniok  71 

^eÄ;Ä;o  707 

lewpüjcing  1314 

umulct  866 

gefnber  1930 

lontar  1330 

anijl  1568 

geuffßn  659 

lüri  1337 

arak  92 

gingayn  722 

arsenaal  495 

gingang  722 

'iftcttiggu  1393 

artisjok  833 

giraffe  2234 

tnanggi  1394 

aiZas  131 

gong  558 

THCi'Hggts(tci)  1395 

avarij  138 

gonggotig  558 

mias  1593 

avBrij  138 
as:««»"  1311 

gutta'psrcha  712 

nipa  1572 

halleluja  793 

nüri  1337 

haalhaboos  146 

harem  819 

Drang  1593 

baldakijn  170 

haverij  138 

balleboos  145 

hegira  863 

213 


[Polnisch. 


horde  1594 
houri  848 

jakhals  1929 
janitsaar  954 
jasmijn  942 
jatagan  944 
^OMÄ;  753 
Jucht  2128 

Jcabaai  971 
Ä;a6eZ  766 
A-arfj  984 
fcaücÄ;  1014 
kakatoe  1017 
Ä'ftfcetoe  1017 
kalefaten  1022 
kalfaten  1022 
Ä;ö;i<>/"  798 
kalkoen  1031 
kalkoensclie  hen  1031 
kamfer  1100 
kandij  1052 
kapoeres  1068 
kapores  1068 
Ä;«j50<  1068 
Äjarflf  689 
karavaan  1075 
karbats(en)  1279 
Ärare«  1073 
karmezijn  1219 
karmijn  1219 
karmozijn  1219 
karwats  1279 
karwij  1087 
kasuaris  11 19 
Äratoen  1126.  1272 
kauscher  1112 
fceosifc  732 
kirris  1163 
fcY  1190 

klavaatshanimer  1022 
koeskoes  1267 
Ä;o/f«e  1005 
fco^rtfc  1039 
koniijn  1046 
koscher  1112 
kotsen  1264 
Ä;r»s  1163 

«a&  1295 
lamoen  1322 
lawaai  1315 
lazaret  1310 
lazarij  1310 
lazarus  1310 
lazarushuis  1310 
lazuur  1311 
lemoen  1322 
lip-lap  419 
teÄ  2127 


magazijn  1362 
mameloek  1384 
mango  1393 
marokijn  1406 
marsepein  1452 
masker  (ade)  1436 
matras  1446 
meerschuim  1416 
minaret  1463  a 
monsoen  1451 
nioskee  1435 
mousselien  1484 
mummie  1510 
Witte  1520 

naftoö  1542 
w«/e  1536 
nanking  1554 
Mom"  1337 

Oase  2152 
odalisk  1586 
opsjorren  687 
orang-oetang  1593 
oranje  1555 

papoea  1669 
pacha  1640 
pasch  1652 
pisang  1659 

rabbifjn)  1678 
rj'em  1723 
/•o6  1726 
ro««w5'  1724 

saffraan  2178 
sagaai  2181 
sa/eÄ;  1780 
saZej)  2001 
saroeng  1862 
schaak(spel)  1762 
schabrak  395 
schacheraar  1762 
schacheren  1762 
Schariaken  17'J4 
schellak  1295 
schibboleth  1891 
segrijn(leer)  1760 
sene  (blad,  -boom)  1822 
senil(boom)  1822 
senneblad  1822 
s*M-e?  1880 
sirocco  1856 
siroop  1838 
sJaaZ  1802 
s/o/"eZ  1751 
sjorklamp  687 
sjorren  687 
sjorring  687 
sjortauw  687 
swa^"  1946 
sofa  1935 


sor&f<  1838 
spinazie  126 
stroop  1838 
suiker  1855 
Sultan  1945 

tabijn  133 
taf  1981 
taggerijn  2057 
talisman  2077 
talksteen  2003 
tamarinde  2013 
tangerijn  2057 
teHef  2037 
tartaan  2036 
i^ee  415 
toewan  2122 
trabant  490 
tripang  2096 
tulband  544 
«mZ/>  544 
<Mr&j7/j  2110 
turkoois  2114 

Vizier  2160 

saifc  1781 
2fem'<7t  1818 
so«  1927. 


Polnisch. 

A.damaszek  476 
adziamski  29 
aleluja  793 
alkiermes  1219 
ambar  11 
amen  68 
ar&Ms:  824 
arkan  102 
arszyn  108 
asaul  943 
asawula  943 
otfas  131 

babusza  1625 
bachmat(y)  128 
bachor  180 
bachur  180 
baczmag  265 
badawja  164 
öarfja  159 
badjan  162 
ftöi-aZie  189 
balaban  1607 
balagula  145  d 
bafamucic  199 
balamut  199 
baldachin  170 
balkon  197 
balsani  293 
Z»af<a  207 


Polnisch.] 


214 


(na)  balykti  208 
baragola  145d 
barakan  250 
haran  219 
barasnik  258 
barasznik  258 
barchan  250 
bastramy  261 
ias^/(/Ä;  260 
fcasa;-  278 
*     bedew  164 
b§dzwim  1332 
benzoes  1332 
bezestan  280 
bezmian  272 
biczak  311 
hisurman  1516  a 
^>o&a^•  181 
bohatyr  IIb 
boraks  356 
borsuk  254 
borysz(nik)  258 
bronz  1657 
6mö/v/L-  337 
bugaj  339 
buhaj  339 
bujurdan  346 
butany  350 
iM?a<  1672 
bunczuczny  354 
bunczuk  354 
&MrÄ;a  221 
burnus  365 
bursztyn  1004 
ftwara  376 
buzdygan  333 

cizma  431 
cukier  1855 
cybuch  447 
cynober  1827 
cytwar  2215 
czaban  433 
czaj(nik)  415 
czambul  394 
czakan  384 
czaprak  395 
c2aM*'0  404 
czekmeti  406 
czobot  379 
czugun  436 
czyzma  431 
chaba  2 
chabanina  975 
c/irtft«»-  763 
chalat  864 
cÄan  808 
chandziar  814 
chawrus(nikj  764 
chorqgiew  1228 

daktyl  465 


damascena  476 
damaszka  476 
daraban  490 
demeszek  476 
dervisz  496 
rfiw;  509 
dolman  530 
rfrrtft  490 
draganek  2034 
duchan  539 
dyma  521 
tf2/!<j%Ä:  2076 
dziryt  681 
dzuma  445 

estragon  2034 

falagi  518 
farfura  569 
farfurka  569 
/"rtrys  591 
filizanka  608 
firman  594 
ftizanka  608 
/•o^ifca  622 
/Mi«  622 

gabela  974 
gajda  643 
galgan(t)  795 
garbuz  824 
gazeta  1059 
giaur  632 
^rocÄ  760 

Äa6a  2 
;ia;<?a  779 
hajdamak  780 
liajde(sz)  112 
hamal  806 
haracz  825 
harbuz  824 
harem  819 
hazuka  1143 
ÄMm  2167 

iczoglan  895 
imbar  11 
imbier  1930 
imbryczek  894 
itnbryk  890 
m<£«/fc  909 

Jabtko  Ädamotve  19 
janiczar  954 
ya>"  935 
yarZyÄ-  937 
jarmuluk  924 
jaruga  935 
Jasmin  942 
jas(s)yr  118 
jatagan  944 


909 
jembier  1930 
jesawul  943 
jubileusz  959 
>c/i<  2128 
7MÄ;j  964 
jttpa  737 

kabala  977 
kaban  975 
Ä;a6a^  971 
kaczan  1192 
Ä:a(ft  984 
fcarfy  984 
kafenauz  1005 
kaftan  Iii. 
kaik  1014 
kalauz  1276 
Ä;a/efca  1040 
kaleta  828 
Ä;afÄ;aw  1034 
kalkun(t)  1031 
kamcha  1043 
kamfora  1100 
katnlot  653 
kanczug  1042 
kanczuk  1042 
kanfora  1100 
kaparki  978 
kapary  978 
kapinaz  1005 
kapkan  1064 
karabacz  1279 
karaczan  2027 
karafka  689 
karawana  1075 
karbacz  1279 
karhona  1208 
karbuz  824 
karczma(rz)  825 
karczoch  833 
kardasz  1089 
fcary  1070 
Ä:a<MM  1272 
ÄsttM^a  1005 
kawak  1134 
kawiar  851 
kawon  1138 
kazan  1144 
kazna  855 
kazmirek  1116 

1158 
Ä:teca  1148 
ÄltVce  1148 
He;/  1007 
kiermes  1219 
fcfesa  1185 
fctYiw  1176 
kindzal  814 
HosÄ;  732 
Hr  1277 
khmazyn  1219 


215 


[Portugiesisch. 


kiszmisz  1188 

munia  1365 

hitajCka)  041 

muslin  1484 

hlohuk  1039 

muzulmanin  1516  a 

kmin(ek)  1046 

kohluk  1039 

nadziak  1539 

kohza  1206 

nankin  1554 

koczowac  725.  1209 

nargile  1556 

koczujqcy  1209 

kocztij§cy  725 

oc«Ä;Mr  2126 

Äjo^ja  2171 

orfa  1584 

kolczan  1197 

o^*V?'  40 

ÄToJ/?aÄ;  1039 

oifco  1590 

kom(i)§ga  709 

o^a<  1 

Ä;OW82:  1242 

oponcza  934 

komysz  1047 

oranz  1555 

koncerz  814 

o^aÄ;  1599 

kopeniak  1159 

korhacz  1279 

padyszach  160  i 

kordelas  1088 

pagoda  373 

korman  1097 

pagörek  348 

Ä:osÄ  1209 

^)<y  1610 

koszer(owac)  1112 

/jaioJfc  1608 

kozak  1143 

patasik  1615 

kozera  1217 

palasz  1615 

Ä;oÄV'-  1217 

papuga  147 

fcw/r  1225 

piznto  293 

kukurydza  1230 

pq;MÄ;  1608 

Ä;Mrafc  1194 

postol(y)  1667 

kutan  1233 

przezmian  272 

kumyz  1242 

kuren  1253 

rahin  1678 

kurhan  1 254 

rachmany  1687 

kurtka  1261 

rochmanny  1687 

kuszak  1265 

r^ec  2143 

ÄMtes  1212 

rumak  98 

ladan  1286 

safjan  1769 

^afa  2132 

sagan  1765 

lakier(ou'ac)  1295 

sa/pa  1774 

lazary  1310 

sakfwy)  1781 

Zasiwr  1311 

salasz  1805 

^föiorfa  1284 

saletra  1567 

Z«7aÄ;  1319 

saria  1878 

liman  1321 

sasina  1876 

limona  1322 

sejwan  1779 

Utawra  1971 

serafan  1845 

{ofeorfa  1284 

sierpianka  1858 

loszak  55 

skarbonka  1208 

ZMZA;a  1336 

skarhuszka  1208 

Znima  2127 

sfco^y«  2171 

so&o<a  1742 

majdan  1364 

sobotka  1742 

mamzer  1388 

sobotowac  1742 

mamzer  1388 

soJfcoi  1799 

tnanich  1397 

sMiei  1932 

maskarada  1436 

sukmana  406 

maslok  1438 

syrop  1838 

materac  1446 

szabas(nik)  1742 

meczet  1435 

szabasowac  1742 

Mesiasz  1437 

szahasotvka  1742 

meszty  1459 

s^acÄ  1762 

muchair  1497 

szafran  2178 

s^ataZ  1929 
S2a[  1802 
szalasz  1805 
szaman  1928 
szarafan  1845 
szarawary  1849 
szarsza  1878 
szatra  380 
szkarlatyna  1794 
szkofija  2171 
szpinak  126 

*a6»M  133 
<a&or  1974 
faiMn  1973 
««/"teCi;  1981 
<a/KMi  1981 
«ary^  2037 
iasa  2044 
tasiemka  2043 
teswa  2043 
tehienki  2069 
temblak  2063 
temlak  2063 
temruk  2088 
tlumacz  2078 
<oftm  133 
<opc5r  1964 
iorfta  2091 
«r^^c  2070 
ürefwy  2070 
«/■^c  2143 
^r«ew  2039 
«Mcy/a  2120 
tulipan  544 
(M^MÖ  2102 
tuman  545.  2105 
«M<MM  2121 
ij^ard^r  2109 
2076 

uczkur  2126 
«?a>i('fca^  1588 

wata(c)ha  2159 
««»rMS  2134 

ysop  566 

«e^e  2220 
iena  705 
zenowac  705 
ii/tZ  949. 

Portugiesisch. 

^fcatZa  152 
abbade  1 
abbadessa  1 
abbadia  1 
abelmosc(h)o  762  b 
acafelar  999 
I  aceifa  1773 


Portugiesisch.] 


216 


aceite  2187 

albarran(a)  251 

alefriz  588 

acelffa  1907 

albernoz  365 

«//"ace  840 

acenha  1829 

albogue  347 

alfarinha  840 

acepipar  2214 

alboque  347 

alfaga  840 

acepipe  2214 

alboquoque  247 

alfadia  770 

acequia  1791 

albornoz  365 

alfageme  778.  814 

ace/er^  1870 

albricoque  247 

a^/'aja  775 

achacar  1785 

albudega  319 

alfajata  786 

achatjue  1785 

albufeira  340 

alfajate  786 

aciralar  1901 

alcabella  979 

alfambar(eiro)  883 

acicate  1939 

alcachofra  833 

alfandega  616 

acitara  1919 

alcagarias  1011 

alfanegue  582 

agacal  1796 

alcagova  1108 

al fange  814 

agacalar  1901 

alcaguz  1957 

alfaqueque  575 

agafräo  2178.  2179 

alcadefe  1224 

alfagut  572 

agofar  1936 

alcadroz  988 

alfaraz  586 

öfo/'e«7e  2228 

fl?cfff(T.r  991 

alfarroha  832 

agorda  2111 

alcahaz  993 

alfarrobeiro  832 

agotea  1868 

aZc«Zi  1029 

alfazema  889 

agoute  1875 

alcamonia  1046 

alfega,  597 

«fjtcar  1855 

alcamunia  1046 

a^/'eire  785 

agucate  1939 

alcanavy  1248 

■  alfeizar  26 

acucena  1958 

alcaneve  1248 

«^/■^/oa  804 

a^uda  1933 

alcandora(rse)  1051 

alfeloeiro  804 

agular  1874 

alcanfor  1100 

alfenim  583 

arfat7  471 

alcaparra  978 

alferce  597 

adarga  487 

a^cör  1071 

aZ^^res:  591 

adarme  523 

alcaraväo  1086 

aZ^Z  605 

adarve  488 

alcaravia  1087 

a/^w  605 

adelfa  515 

alcaria  1094 

alfinete  865 

adiba  513 

alcarraza  1101 

aZ/ir  605 

fl<f  j^e  513 

alcatea  1124 

aZfoöre  878 

rtrfo^e  2083 

alcateia  1124 

alfombra  883 

acfoio  2083 

alcatif(a)  1125 

alfora  830 

arfoy«  2083 

alcatra  1127 

a?/-or6a  881 

aduana  526 

alcaträo  1128 

aZZ-oröe  878 

adufa  538 

alcatrate  1127 

alforfas  881 

adtifefiro)  537 

alcatruz  988 

alforfiäo  567 

afagar  802 

alcavala  974 

alforge  884 

a/a^o  802 

alcavale  979 

alforjar  884 

a/brfca  881 

alcayotar  1139 

alforra  830 

agonila  1241 
agumia  1241 

alcayote  1139 

alforvas  881 

alcäzar  1117 

alfostico  620 

(ijaez(ar)  640 

alcoceifa  1109 

alfoufre  878 

alabarda  823 

aZcofa  1225 

aZ/"02;  846.  849 

alacral  47 

a^cofoZ  1227 

algälia  647 

alacräo  47 

aZcofor  1227 

alganame  666 

alamar  67 

a^co/ioZ  1227 

algara  669 

alambar  78 

alcoräo  1250 

algaravio  674 

alanibel  811 

alcorga  1258 

algarradas  1260 

alambre  78 

alcorce  1258 

algarroba  832 

alardo  94 

alcova  1221 

algarve  674 

alarido  100 

alcoveto  1139 

algazarra  700 

alarve  89 

alcovitar  1139 

algeb(r)ista  631 

a?««rfe  2127 

alcovüei7'o  1139 

algebra  631 

alazäo  870 

alcouce  1109 

aZö-ej-o^  2198 

albacea  2158 

alcribis  988 

algibeira  641 

albafar  179 

alcunha  1246 

algive  736 

albafor  179.  343 

aZ(im  461 

algodäo  1272 

albarda  228 

aldebara(n)  Abi 

algoz(aria)  735 

albarräa  251 

aldrava  452 

algravia  674 

albarrada  249 

alecrim  902 

alguazil  2160 

alguidar  717 
alhadla  770 
alhaima  782 
alhaja(s)  11h 
alhondega  616 
aljama  651 
aljaroz  2198 
aljava  626 
aljaveira  641 
a;joA>-e  694 
aljuhe  636 
alkekengi  1016 
a«e//  868 
almacen  1362 
almazem  1362 
almadia  1343 
almadraque(xa)  1446 
abnadrava  1344 
almafariz  1467 
almäfega  1413 
almafra  1463 
almagra  1349 
almagre  1349 
almanach  1389 
almanjarra  1346 
almarge(m)  1415 
almarracha  1466  a 
almatrixa  1446 
almeja  1347 
ahnenara  1463  a 
almicantarat  1506 
almirante  69  a 
almires  1467 
almiscar  1515  a 
almiscre  1515  a 
almocadem  1504 
almöcavar  1372 
almocella  1511a 
almocreve  1507 
alnioeda  1511 
almofaga  1465 
almofada  1464 
almofala  1464 
almofariz  1467 
almofate  1502 
almofrez  1502 
almogävar  1496 
almoqueire  1507 
almotacel  1503 
almoxarife  1519 
almoxatre  1581 
almucella  1520 
almude  1490 
alparca  243 
alpargata  243 
alqueire  1174  a 
alqueria  1096 
alquicel  1186 
alquicer  1186 
alquiis  1174 
alquifol  1227 
alquilar  1181 


217 

alquiU  1181 
alquiler  1181 
alquimia  1157 
alquirivia  1095 
alvanel  216 
alvara  226 
alvaraz  224 
almzil  2160 
alvazir  2160 
alveitar  184 
alverca  312 
alvigaras  315 
alvigareiro  315 
alxaima  782 
anialgama  1378 
amarello  70 
ambar  78 
ameija  1347 
anteijoa  1347 
ameixa  476.  1471 
ameja  1347 
amexa  1471 
amiralh  69  a 
amouco  71 
amuleto  866 
anadel  1566 
anafega  1529 
anafil  1537 
anafim  1537 
anaqtiel(erl.a)  1545 
andaime  520 
andaimo  520 
anfiäo  25 
aw*7  1568 
annadem  1566 
ante  1305 
antimonio  918 
aruca  92 
aranzel  1428 
araque  92 
areca  17 
ar^e?  95 
argola(r)  746 
argoläo  746 
argolinha  (jogo  de)  746 
armadia  1343 
armazem  1362 
arrubal(de)  1676 
arracif  1704 
arrafecar  1686 
arrais  1691 
«rra^eZ  1708 
arravalde  1676 
arreceife  1704 
arrefem  1688 
arr^o  1689 
arre<t7  1708 
arriaz  1716 
arrieiro  106 
arriscar  1721 
arrizafa  1731 
arr-oba  1725 


[Portugiesisch. 

arrobe  1726 
ffrro«  1733 
arsenal  495 
arzolla  1309 
assania  1H29 
assassino  839 
a^a  844 
atabale  1971 
aiafaZ  1977 
atafera  457 
atafona  1288 
atalaya  2007 
atauxia  2050 
a^e  844 
a<e?a(/a  2007 
aitM^m  2120 
««i^'e  135 
avania  852 
avel(l)orios  205 
azäfania  2184 
azafate  1753 
azagaya  2181 
azambujo  2054 
a«ar  2185.  2186 
azarcao  141 
azareiro  2185 
a£a?-o?rt  2206 
««ec/i«?  2180 
azeitona  2187 
azemel  2190 
azemola  2190 
a2«na  1829 
azeqiiia  1791 
a^erie  2199 
azerola  2206 
as^e^w  2199 
azevar  1890 
azeviche  1736 
azevre  1890 
a««flr  2218 
azinhaga  2196 
azinhame  2221 
azinhavre  2221 
azougue  2208 
özmZ  1311 
azurracha  2189. 

badana  316 
badanal  21 
badea  319 
badejo  1 
badiana  162 
bafari  \11 
bagaxa  171 
öa;ii<  1975 
6«;»«/  1975 
bailadera  1530 
balache  151 
balais  151 
balcäo  197 
baldequino  170 
ia^rf/o  271 


Portugiesisch.] 


218 


baldo  271 

cajado  1006 

damasquillo  -176 

balsamo  293 

calafetar  1022 

danafil  1537 

bambu  209 

crt^a«»»  1021 

döM^e  1305 

banana  211 

calamina  1149 

darga  485 

bangue  213 

califa  79  S 

dervtche  496 

baraga  1408 

catnelo  653 

dervis  496 

barago  1408 

candil  1052 

dta/'a  516 

barafunda  256 

cänfora  1100 

doronico  486 

baraUia(r)  22b 

carabeli  1084 

dragomano  2033 

baralho  225 

carambola  1084 

5ara2a  1408 

caravana  1Ü75 

e?cÄe  57 

barbacäa  197 

caravansard  1075 

elixir  903 

6a/ra  2148 

carmesim  1219 

cwa  1528 

ftarrfa  228 

carmim  1219 

endivia  2124 

barragatia  250 

cartama  1262 

enxabeque  1740 

barroca  364 

cartamo  1262 

enxaqueca  1792 

barroco  364 

casaca  1143 

enxadrez  1871 

bate(g)a  269 
bazar  278 

casimira  1116 

enxarope  1838 

casuar  1119 

enxeco  1795 

bedem  155 

catatüa  1017 

enxergäo  1878 

beduin(o)  164 

caurü  1133 

enxoval  1959 

beijoim  1332 

caurim  1133 

enxovia  736 

892 

cavial  851 

escabeche  1902 

ie/oto  206 

caviar  851 

escarlata  1794 

berengena  161 

cavilha  980 

escaveche  1902 

bergamota  282 

ceifar  1773 

espatj  1914 

beringala  161 

ceZ^a  1907 

espinafre  126 

bernegal  248 

Cframe  1943 

estragäo  2034. 

-2149 

ceranda  1843 

2149 

cerome  1943 

/a/aca  578 

fceire  2149 

ceroulas  1849 

/ate  801 

bezoar  1605 

cÄa  415 

fa/wo  831 

blasnio  293 

chafariz  1767 

fanfarräo  589 

bodoque  855 

c^iaZe  1802 

fanga  584 

ioZcia  206 

cÄaräo  2207 

faquino  61S 

feo^ote  206 

chaveco  1740 

farda(gem)  588 

borax  356 

cherivia  1095 

/arf/eZ  588 

borceguin  1856 

cÄoca  887 

/"arrfo  588 

borragem  13 

cÄofO  887 

faronejar  834 

bugeira  340 

cÄMca  1941 

/ato  844 

Bugia  (lumes  de)  340 

cÄwe  1770 

fatexa  888 

ftw^r/o  340 

chuque  1941 

/aita  601 

&Mna  340 

c«/ra  1894 

festuc  1664 

&M3a  376 

cimitarra  1910 

forrar  886 

cinabrio  1827 

/'orvo  886 

cabaga  689 

cipago  1914 

foto  622 

caöaZa  977 

«Yam  1919 

fouveiro  874 

cabaya  971 

co/'o  1225 

/■»•isco  898 

cabaz  993 

colcothar  1236 

/möo  614 

cabilda  979 

cominho  1046 

fulano  614 

cabilla  979 

cor«7  1133 

/"mZm«  581 

cacatou  llil7 

cornaca  1251 

fustä(o)  621 

cacarete  1117 

co^äo  1272 

cadi  984 

cris(ada)  1163 

fira&6oo  971 

cadimo  986 

crizada  1163 

^raieZ^a  974 

cado«  988 

cubeba  973 

^afeiWa  979 

ca/^^  1005 

gafara  1766 

643 

crf^/a  996 

fafaro  1799 

galanga  795 

ca/re  997 

fo^m  1868 

gancho  1056 

caftan  ^ili 

gulame  1943 

gandaia  663 

cahiz  998 

ganhäo  666 

catara  1102 

damascado  476 

garrafa  689 

J 


219 


[Portugiesisch. 


garrama  671 

lazareto  1310 

mosdrdbe  1523 

aarrido  678 

lazarino  1310 

mosefo  1513  a 

aazella  699 

lazeira  1310 

moslemita  1515  a 

gazeta  1059 

?jma  1320 

mosqnita  1516  a 

qaziva  701 

/imao  1322 

mouco  1379 

gazua  701 

limoeiro  1322 

mougäo  1451 

gengibre  1930 

liscarim  1309 

mozärabe  1523 

qenqivre  1930 

?ofeoc  1308 

muchachim  1525 

gergelim  744 

ZoocÄ  1308 

wM/f/  1493 

^'mo  716 

Zo?«-o  1337 

mumi(nh)a  1510 

^fifcäo  737 

murga  1520 

gineta  685 

niacio  1437 

niurselina  1484 

^wrfe  2192 

magaroca  1442 

nmsselina  1484 

ff^rafa  2234 

madeixa  476 

muzdrabe  1523 

girofre  1085 

madrago  1446 

gol(ilh)a  746 

malha  1562 

nababo  1542 

gomia  1241 

malsim  1382 

ndcar  1546 

gorgii^  711 

malsinar  1382 

nadir  1565 

guadamecl  633 

mameluco  1384 

nochatro  1581 

guadamecim  633 

wan<i  1398 

nom  1561 

guazil  2160 

manchil  1465  a 

wore  1337 

guingäo  722 

mandarim  1400 

MMca  1579 

gümena  750 

mandil  1391 

^Mmi  ?c»w<?  1304 

mannä  1398 

odiä  769 

gurguz  711 

maquia  1373 

ojald  59  c 

guttapercha  712 

marabuto  1410 

olibano  1331 

maravedi  1515 

orang-otang  1593 

hallabarda  823 

maravediin  1515 

organsitn  2137 

harem  819 

marcasita  1374 

oxald  59  c 

harmala  829 

marfim  605 

hejira  863 

marfuz  1414 

naqoda  373 

mariposa  1417 

paparaz  762  a 

indigo  909 

marlota  1380 

parao  1651 

maroma  1339 

parau  1651 

Jaco  929 

marquezita  1374 

pascoa  1652 

yaes  640 

marrano  1412 

jort^a  276 

jaleco  951 

marräo  1412.  1499 

pataca  1996 

janizaro  954 

marroquim  1406 

pateca  319 

jarra  688 

matracca  1474 

patinho  276 

jasmim  942 

mäscara  1436 

^a^o  276 

jazeräo  697 

masmorra  1444 

peparrds  762  a 

jazerina  697 

massapäo  1452 

Pyramide  1457 

javali  627 

matalahuga  762  f 

jorräo  687 

matalauva  762  f 

quilate  1182 

^orro  ^/jäo  (/c^  687 

matam07-ra  1444 

quintal  1178 

jubäo  737 

matar  1443 

quirate  1182 

judeu  949 

ma<e  1443 

julepo  742 

mazmorra  1444 

rdbadan  481 

jMwco  753 

mesquinho  1470 

rabadäo  481 

mesquita  1435 

rafci«  1678 

«aca  1295 

mezqtcinho  1470 

rafece  1686 

Zacäo  1291 

mirac  1405 

rafez  1686 

lacayo  2130 

mocadao  1504 

raÄ,  92 

lacräo  47 

mogafo  1513  a 

ra(sjqueta  1683 

tocre  1295 

mofatra  1501 

raza  1701 

lambel  811 

mofi^/  1493 

razma  1723 

lamhique  79 

gräo)  Mogur  1494 

recamar  1694 

langarote  86 

mollita  1516  a 

recamo  1694 

laqueca  45 

mono  1365 

»vcife  1704 

laranja  1555 

nionfäo  1451 

r^cot'a  1694 

larifo  114 

WOMO  1365 

recovar  1695 

lascar(ini)  1307 

mor(d)exim  1478 

recoveiro  1695 

Proveuzalisch.] 


220 


refegar  1686 

<aZ»w  1986 

«a^/aZ  2182 

refein  1688 

talisman  2077 

zanibra  2191 

regaifa  1682 

talismcto  2077 

zambuco  1824 

regueifa  1682 

ia/y  1986 

zambujo  2054 

resalgar  1685 

tamara  2013 

zaragat(o)a  279 

resma  1723 

tamarinho  2013 

zarcäo  141 

retama  1707 

tambaca  2012 

2;arco  2205 

1701 

tambaque  2012 

zarelos  1849 

»•(öpi'e  1718 

tambo(eira)  1995 

zarola  2206 

rima  1723 

tambor(ete)  483 

zarra  688 

rimero  1723 

tamboril  483 

zeduario  2215 

riscar  1721 

tamborim  483 

zequim  1903 

risco  1721 

«angwe  2017 

0er6o  2030 

roZ^e  1726 

tem  2024 

^^>^)0  2030 

romäa  1729 

taracena  495 

zirzelim  744 

romana  1729 

torefa  2038 

«ojwa  2195 

romeiza  1729 

<ar«/a  2037 

zorro  687 

roque  1727 

tarim(b)a  2039 

zorzal  2235 

rosalgar  1685 

tartana  2036 

zote  1927 

tauxia  2050 

zurracha  2189. 

«a6a(?o  1742 

to^a  2044 

sahoga  1746 

tercena  495 

Prorenzalisch 

sacco  1781 

ioWo  2231 

sac;-e  1799 

torbante  544 

(alt-  u.  neuprovenzalisch). 

safara  1766 

toronja  2117 

A.badesa  1 

safaro  1766 

trabante  490 

abadia  1 

sfl/?o  638 

tref(eg)o  2070 

a&as  1 

sa^ft  1784 

tremoQO  2115 

alababala  59b 

sagena  1896 

iWjsff  2030 

aldbre  89 

salitre  1567 

trugimäo  2053 

albuesca  319 

sdndalo  1825 

iw/ao  1990 

alcaot  1139 

sandeu  1911 

tuUpa(n)  544 

alcarazas  1101 

sanefa  1828 

^MrW<  2110 

alcavot  1139 

sarabanda  1850 

turqueze  2114 

ffZco^o  1272 

sarahatana  2201 

tutenaga  2120 

alcuba  1221 

sai-avatana  2201 

alferan  586 

sarpr«  1878 

valhame  Dios  59  a 

a?/i  605 

save.l(ha)  1738 

varanda  223 

almasor  1399 

set^a  1878 

2160 

almatrac  1446 

sejana  1896 

««Ä^/r  2160 

alquana  867 

sen(n)e  1822 

amaluc  144 

sequim  1903 

icadrez  1871 

amiralhs  69a 

seraUio  1842 

a;aZ  1802 

amiran  69a 

sz/ac  1895 

xalota  119 

amirat  69a 

so/^ä  1935 

xaque  1762 

anafil  1537 

soldäo  1945 

xaqueca  1792 

ansesi  839 

solimäo  1942 

xäquema  1793 

anzelot  86 

sorvete  1838 

xara(l)  1837 

arabe  89 

summagre  1946 

xarafim  121.  1853 

arcabot  1139 

surräo  1954 

a:a>-äo  2207 

archichaut  833 

xareta  1 854 

armana  1389 

tabaxir  1965 

xaroco  1856 

arquichaut  833 

iaöefe  1968 

xarope  1838 

arr«  106 

<aii  133 

aje^ma  1944 

asMst  839 

tabica(r)  2046 

rcegite  1775 

aubieco  319 

iaö/g'jte  1970 

xerafim  121 

aubricot  249 

«afrfd  1981 

a:e/5^o  1878 

aw/ie  796 

tofi/rf  1979 

xorca  1951 

aw/io  796 

tagarote  1989 

OTM^  1770 

as^itr  1811 

^a^öo  1995 

teZaca  2004 

sag'«  1784 

bagassa  171 

teZco  2003 

zagaia  2181 

balais  151 

221 


[Rumänisch. 


bahne  293 

jensemii  y^iz 

acadea  44 

harbacana  197 

julep  742 

acaret  43 

barban  220 

juzieu  949 

acmac  35 

baroau  ZJU 

aagf  10 

baue  1975 

laoecn  lolo 

adicä  466 

bernigau  248 

7„ -J,,^    1  DI  fl 

iau7e  loiu 

aferim  23 

bezana  316 

lanajil  iOo  r 

bogia  o4U 

7Vm^m    1  QOO 

limon  loiiii 

afion  25 

borrage  13 

butareii  623 

madaisa  476 

ageamiü  29 

madraque  1344 

agemiü  29 

calefatar  1022 

maimon  1365 

 7^  „  00 

camalo  806 

marrego  1413 

a^ja  28 

camels  653 

massapan  1452 

agia(Uc)  III 

carcan  1096  b 

agiü  III 

catran  1128 

matar  1443 

agvrlic  ol 

cuoeoa  vio 

mesqui  1470 

ahtinamea  1551 

musc  1515  a 

<ioana  o^o 

ai'aM  38 

draguneto  2034 

nuca  1579 

a«a>'  oyy 

urogoman  ^Uoo 

ataa  t  <y 

papagat  147 

aidamac  <öU 

eisung  0  1"3" 

pasca  1652 

aidem  t  i\) 

elamhic  79 

,  ^1£!KO 

pasgua  IboiJ 

aidep  779 

endivia  HA'i 

potrei  dJo 

alabndura  52 

enttfle  2068 

putaro  623 

7           7  KAU 

alabala  oyb 

escac  1762 

alagea  50 

escalonna  Ii» 

quintal  1178 

™7™7™  r^A 

escaravi  1095 

aZo/M  51 

espinar  126 

rabey  vbio 

alambic  79 

estargon  2034 

roc  1727 

~7^^«7  1007 

alcool  LÜi 

romana  1  < 

alcove  1221 

jaraei  Ooo 

aletn  53 

ferran  586 

aliman  66 

fersa  595 

saoaa  Ltta 

ali^veri^  63 

festuc  1664 

sac  1781 

alla(c)h  59 

/bZ  605 

Safran  2179 

aZma  562 

fustani  621 

sanafil  1537 

altingic  61 

„  ,  J„    1  QTQ 

seaa  lo/ö 

alva(gtu)  oU4 

gabela  974 

ser^a  18 /0 

alvi^ä  804 

pio/  »94 

sumac  lyib 

awa  64 

ganche  1056 

aman  66 

ganaato  obo 

taoaln  iy<l 

arnanaea  bo 

gandun  663 

•  ^  7  /„7  \    0 AI  R 

tabor(el)  JUlo 

amanet  66 

ganso  1056 

taoortn  Mio 

ambar  77 

garatnacha  633 

tara  <sUis4 

»ku7ii4^  7Q 

amora  10 

garbin  674 

tarida  2036 

ambru  78 

garrova  832 

tassa  2044 

amiral  69a 

gileco  951 

trafans  2070 

anadol  76 

gingebre  1930 

trefa  liOtv 

anghinar  563 
angtrlic  31 

gtrojie  lOöO 

tripa  2030 

gougeo  728 

aM<e/'ei«  84 
anieriü  84 

ßuniänisch« 

arab  89 

isarop  1838 

2 

araba(giü)  90 

abager( ie)  2 

arababura  52 

Ctttf  OUtt*€  4:ö4r 

ctbagiu  2 

jaque  929 

abäioarä  2 

aralic  88 

jarra  688 

abälufä  2 

ara^  89 

jaussemin  942 

abanos  3 

amr  882 

jazeran  697 

abitir  5 

aräpesc  89(1 

jazerenc  697 

abra^  9 

a>-Z)/M  823 

Rumänisch.] 


222 


arcan  102 
arecinire  825 
areciii  825 
argalic  31 
arman  869 
arnäut  104 
arpagic  105 
arseval  495 
arga  755 
arpc  124 
arp'«  108 
artirisire  110 
arsyz  87 
asasin  839 
asmaciuc  125 
asmafuc  125 
asmonie  942 
aster  122 
atärdisi  110 

131 
aiZa2  131 
at^aei  37 
at'/ie  137 
azu7'(iü)  1311 

baba(cä)  146 
babaie  146 
babalic  146 
fca6a|(  201 
i^acaZ  189 
baclava  191 
fcacpg  178 
fca^ra  168 
bageacä  167 
ftaÄmei  128 
bairac(dar)  182 
bairani  183 
bajacä  167 
balama(le)  173 
balamut  199 
6«?6rtj  201 
balcäz  203 
balctz  203 
feaZcon  197 
bttlgiü  201 
bali(e)mez  201 
baisam  293 
bam(b)ä  210 
bamie  210 
bananä  211 
baraban(ä)  1607 
bardac(ä)  230 
barem  245 
barim  245 
iasar  278 
6«se«  280 
basma  264 
tejCcU  260 
ha^ca  263 
bapbnzuc  266 
öff^/w  260 
öazar  278 


fcrtsea  280 
bacälia  189 
bäcämä  189 
bäcan  190 
bäcan(esä)  189 
bädäran  163 
bädäü  159 
bäere  174 
iazV«  174 
iaZ^ac  207 
iaZtoi?  207 
bärägan  252 
bäsmälu^ä  264 
bätaciu  268 
bätälea^  268 
becher  284 
becriü  285 
fee^i/i«-  244 
6ei7«"c  282 
ft«M  282 
fc<fZr«;rt  194 
6eZa/c«  194 
benghni  288 
ftero!'  226 
&er&eZ«f  291 
ö^rcc/ie«  222 
beregatä  326 
bergamot  282 
berilic  285 
berlic  311 
beterme  317 
bidinea  156 
bimba^a  307 
bina(giü)  309 
binigiü  308 
öintg  308 
fejsrj're  295 
6oa2  323 
boccea(lic)  325 
bocceangiü  325 
boccegiü  325 
bocluc  329 
bog  acta  322 
bogacm  322 
bogasier  324 
bogasiü  324 
feC/5^«2:  323 
boiaigiü)  328 
boiangiü  328 
&o«i<  327 
fto^&oZ  330 
ftoZo/ia«  1607 
bolohäni  330.  1607 
bolovan  1607 
bondoc  355 
borangic  367 
boranfä  13 
bostan(giü)  332 
bozan  376 
buchte  329 
buclugni  329 
budahalä  338 


buduhald  338 
budulac  338 
budnla^  338 
buhaiü  339 
buhur(dan)  342 
buhurgiü  343 
bulgär(e)  352 
bulgäriü  351 
bulgur  352 
buluba§a  353 
5m?mc  330 
bumbac  1617 
bunduc  355 
burghiü  363 
bursuc  254 
burungiuc  367 
but(urä)  372 
buturo§  372 
buturugä  372 
buzdugati  333 

cabaz(lic)  880 
cabul(ipsi)  982 
cacom  1020 
cacum  1020 
cadaif  1125 
cac?//«;  984 
cadinä  989 
cafaltic  1005 
co/^as  993 
ca/'e/'a;  1005 
ca/Kan  774 
caic(giü)  1014 
co«7e^  1173 
caimac(i)  1009 
caimacam  1010 
cais(ä)  1012 
caisiü  1012 
calabalic  645 
calangiü  1021 
caldarim(giü)  1028 
calem(giü)  1023 
calembec  1155 
caZ/a  798 
calfatare  1022 
calfätui  1022 
ca?«c  1040 
caZi/  798 
caKö  1030 
ca^ip  1030 
caZp  1027 
calpac  1039 
calpuzan(ie)  1027 
calup(ciü)  1030 
camfora  1100 
cana^  1048 
cttw^e  1056 
capac  1061 
capan(gä)  1062 
capanliü  1062 
capcanä  1062.  1064 
capi^te  1158 


223 


[Rumänisch. 


caraghios  1079 
carat  1182 
caraulä  1078 
caravanä  1075 
caroß  1085 
cm'pus  824 
carpuz  824 
casap  1118 
ca§caval  1115 
crt<  1121 
ca^«?/  1125 
cataramä  1058 
catifea  1125 
catifeluß  1125 
cattr(ä)  1131 
catram  1128 
cauc(giü)  1137 
crtt'a/'  772 
caraZ  1135 
cazac(hiü)  1143 
cazan  1144 
cazma  1145 
cäciidä  1019 
cäläciä  1040 
cäläf(at)  720 
cäläuz  1276 
cawo  867 
cänealä  867 
cäptu^ealä  1065 
cäptufi  1065 
cärbäciü  1279 
cärcäiac  1280 
cärdä§ie  1089 
cärmiz  1219 
cäsäjne  1118 
cä§lä(riej  1281 
cäträni  1128 
cäväfie  772 
cäzänärie  1144 
ce«caZ  1929 
ceacär  386 
ceac^irt  385 
ceadiriü  380 
ceadir  380 
cea/a  990 
cea?;-  383 
cealma  388 
ceam  389 
ceawac  391 
cea/)dn  394 
ceapraz(arj  396 
ceaprazärie  396 
cearceaf  691 
cearcliü  398 
ceardac  397 
cear^af  691 
ceat-piat  403 
cecmegea  405 
celebiü  407 
ernffc  391 
cepchen  409 
cercelar  410 


cercevea  411 
cerchiü  399 
cfrdac  397 
cerevi^  413 
cerp'a  412 
cervi§  413 
cÄffca  971 
cÄ^Z-öt  972 
chef(liü)  1007 
c^ip/oj  1007 

1152 
cÄeZ6«j  1025 
cÄe^öe  1025 
chelbo^  1035 
chelemet  1032 
chelfäni  995 
chelfänealä  995 
chenar  1049 
chepeneag  1159 
chepeng  1160 
cherem  1083 
cherestea  1162 
cherestegiü  1162 
chertic  1164 
chervanä  1075 
cherväsärie  1075 
che^chet  1167 
cfee^aft  2082 
chiabur  981 
chibi'U(elnifä)  1171 
cī/<m  1226 
chi/teluß  1226 
chihaiü  1123 
chihli(m)bar  1004 
chihrimbar  1004 
cÄz7a  1174  a 
chilefmenea  1175 
chilim  1176 
chilipir(giü)  1156 
chitnion  1046 
chimir  1040 
chindie  901 
chinovar  1827 
cÄ*or  1207 
chiosc(ar)  732 
chiostec  1211 
chiriä  1181 
chirigiü  1181 
chisea  1105 
chttaiü  841 
c/jiVa  1191 
cÄrt/e  1997 
cÄ/j?i5  1249 
cÄjM^a/  1232 
chiulhan  1234 
«■«Mg  404 
ct«'«c  448 
«•/■»•n  1894 
cj7«V  408 
cimbisträ  759 
cimzir  1909 
cinghiel  392  a 


cinturä  442 
cioarec(i)  401 
«oi  432 
cioban  1921 
ciobotä  379 
ciochina  449 
ciocirlan  386 
ciocirlie  386 
giohodar  435 
«oZac  437 
cioltar  443 
ciomag  438 
ciorap  439 
ciorha(giü)  440 
ciorbtiliß  440 
cirac(lic)  426 
ciripie  450 
ci^mea  402 
cÄ  428 
citarea  428 
citurä  442 
ciubuc  447 
ciufnt  424 
ciuhä  739 
ciulama  444 
ciumä  445 
ciurechi  441 
ciurtcc  446 
c»f«j  427 
c«V«i  429 
cizmä  431 
cintarCgiu)  1178 
ciräu  46 
ctre«  46 
cobeß  1136 
cofcwr  1223 
c(^Z)M2;  1206 
cofcaa  1206 
cocean  1192 
CO/"«  1225 
cogeamite  1193 
co/rtw  1195 
colceag  1196 
coto<c  1199 
coma§  1240 
co«ac  1202 
conäcar(ie)  1202 
condur  1245 
copceä  1203 
cositoriü  1111 
co§cogea  1193 
covatä  1136 
covaß  1136 
covrig(a)  1282 
covrigar  1282 
cor  1217 
cubaniß  971 
atca  1229 
«Jn  1238 
CM?t<c  1239 
CMtnaj  1240 
curama  682 


Rumänisch.] 


224 


airbmi  1208 
ctirma  1278 
ctirmalfä)  885 
aisur  1268 
aitä  1121 
aitie  1271 
cutiiifä  1271 
cutivarä  1271 

dadacä  455 
rfaf?ä  455 
daerea  464 
daicä  462 
dairea  464 
(fafoc  469 
dalcauc  472 
dam(h)la  479 
dandana  2020 
danga  478 
rfora  2024 
darsetiä  495 
c?at'a  505 
däinui  1993 
därac  2016 
degeahä  625 
rfeZ/w  506 
derbeder  492 
derbedeü  492 
derebant  490 
defvis  496 
desghin  527 
505 

d?5?a  1971 
c?2ca  466 
dichi^  517 
dimie  521 
c?«p?a  1971 
direchie  522 
disghin  527 
divan  526 
doica  462 
doldora  531 
dorobant  490 
dovleac  555 
dovlecel  555 
(?raw  523 
tfrec  522 
rfM<?Ca>>  2118 
dudiic(ä)  2119 
dughiana  542 
duium  528 
dulama  530 
dulap  529 
dulämifä  530 
duläpärie  529 
didäü  2101 
dulgherfie)  553 
du^man(cä)  554 
du^manie  554 
<iu§mea  534 

^cpaea  917 


erfec-  948 
e/"caf/e;  962 
eglindi  560 
eglinge  660 
e^6e<  56 
e/c»M  561 
elcovan  952 
eZe  950 
elixir  903 
emanet  66 
endri^aim  920 
endri^ea  2172 
enibahur  953 
e/>iec  859 

falangä  578 
farfara  589 
farfurie  569 
farfurioarä  569 
farfuriu^ä  569 
feregea  603 
ferfin  567 
/•«fm  567 
ferman  594 
fermenea  604 
fes  596 
filaliü  606 
/iZcie^  607 
^Zeri  624 
filigean  608 
filingen  608 
^sitc-  620.  1664 
fisticä  1664 
^fec  610 
/is«c  610 
/?<  611 
/i<«7  600 
/■o<('«pa  622 
franfia  612 
frenghie  612 
fudul(ache)  613 
fudidie  613 
fundac  616 
funduc  617 
fursant  619 

gabara  976 
garofil  1085 
garoufä  1085 
gazelä  699 
gäitan  644 
geabä  625 
^eam  650 
geamalä  653 
geamantan  652 
geambara  400 
geaniba^  660 
geamgiü  650 
geamiä  655 
geaniie  655 
geamlic  650 
geampara  400 


geantä  393 
^ertr  668 
^eZep  648 
gentuli'lä  393 
gerac  690 
geremea  683 
^fri<^  681 
get-beget  634 
gevrea  414 
708 
ghe7-dap  724 
gherden  675 
i^Äer^e/'  1091 
gherghir  1092 
ghermesit  684 
^Aidi  718 
ghidu§(ie)  718 
ghigilic  704 
ghimber  1930 
ghimie  709 
ghtocciu  756 
^/«"o^ff;  729 
ghiordan  675 
(cu)ghiuturä  734. 
ghiozdan  758 
ghiuden  726 
ghiulea  730 
ghiulgiuUü  745 
ghiurghiuliu  745 
ghiviziü  757 
ghizdan  758 
^'m  723 
^irafa  2234 
giubea  737 
giugiuli  738 
ghimbu^  752 
giuvaer(giü)  694 
giuvaericä  694 
giuvanea  2174 
girbaciü  1279 

habar  763 
haber  763 
feac  789 
hahani  788 
haidamac  780 
haiduc  781 
haimana  783 
haimäni  783 
hain(ic)  784 
ÄaZ  790 
/laZaZ  794 
ÄaZai  864 
Äa/ca  801 
halima  800 
ÄaZya  804 
halvifä  804 
hamal(%c)  806 
hambar  77 
Äan  808.  809 
hanget'  814 
Äa;)  762 


1215 


haraba(giü)  90 
haram  819 
harap  89 
hafämba§  821 
harem  819 
hasa  1147 
Äai  128.  843 
hati§erif  843 
Äa«r  842 
havalea  974 
havrä  857 
haviiz  846 
haz(liü)  856 
hazna  855 
hegira  863 
herghelie  826 

860 
hindic  812 
H<  844 
Äo^'e  850 
hursuz  891 
huzmet  861 
huzur  877 

iäbangiü  921 
iaba^a  945 
iabrci^  9 
«öca  927 
«ac?e^  922 
idhnie  926 
iama  923 
iambras  9 
iamurluc  924 
ianicer  954 
iasmin  942 
iasomie  942 
«atac  945 
iatagan  944 
iaurgiü  960 
«awri  960 
iavaq  946 
iava^a  945 
«6Hc  894 
ibripm  10 
ibri^in  10 
«cfef«  900 
«edec  948 

950 
ieniceri  954 
iglija  957 
ihnelnta  926 
iZic  951 
imam  905 
imamea  906 
imbrohor  69c 
imineü  931 
imurluc  924 
indri^aia  920 
indri§aim  920.  2172 
iorgan(giü)  961 
iorgovan  97 
ipingea  934 


225 

irmilic  958 
irmuluc  924 
»ja?«  59c 
iumet  748 
iure^  967 
iuru^  967 
iuzlue  968 

?ac  1295 
Zaf  1287 
lafagiü  1287 
1288 
lalanghifä  1301 
Z«Zä  1299 
Mea  1300 
lambä  1303 
langavie  969 
ZaMia  2127 
läniie  1322 
lamm  1322 
Zmfa  2132 
lefegiü  2132 
le^(in)  1306 
levent  1316 
Ubadea  1317 
Ztc/iea  1292 
lichium  1328 
lighian  1290 
?«Z«ac  1294.  1319 
liliachiu  1319 
Umau  1321 
Upcan  1324 
Zoöarf«  1284 
Zo&orfa  1284 
locma  1335 
luchium  1328 
lucuni  1328 
lucumä  1684 
lulachiü  1319 
Zm?««  1336 

mn!  64 
macar  1456 
macara  1371 
mar-«!'  1370 
madem  1341 
magaza  1362 
magazin  1362 
mahal  806 
mahala(giü)  1350 
mahmicr(ie)  1359 
waza  1367 
maidan  1364 
maimu^ä  1365 
malotea  1380 
mamelegiü  1487 
mmneluc  1384 
manä  1398 
mandanea  1390 
mangal  1392 
marabut  1410 
marafet  1418 


[Rumänisch. 

maramä  1361 
maraz  1404 
marola  1430 
marpiciü  1425 
martac  1458 
marulä  1430 
mascaraltc  1436 
maslag  1438 
masala  2432 
■ma^ala(giü)  1432.  1433 

1443 
matrapazUc  1445 
mattif  1447 
mazdrac  1476 
mazil(ie)  1450 
märgean  1416 
märgicä  1416 
mäscarä  1436 
mascäriciü  1436 
mätasä  476 
mehenghiü  1498 
meid  an  1364 
meleag  1509 
menzil  1401 
merchez  1423 
■meremet(i)  1407 
mertepea  1429 
meschin  1470 
mestß)  1459 
>wep  1459 
me^inä  1469a 
meterez  1475 
mezat  1454 
mezea  1453 
mezelic  1453 
»iez«7  1401 
miambal  344 
mic^unea  310 
minarea  1463a 
minaret  1463a 
mindir(igiü)  1464a 
mintean  1571 
miraz  1467a 
mirazenie  1467a 
mirigte  1403 
/««««7  1401 
mtrzac  69b 
mofluz(i)  1491 
mofluzUc  1491 
moft(angiü)  1492 
moftangiorcä  1492 
woZrt  1448 
moloz  1481 
momi^a  1365 
»wo/nJe!  1510 
momue  1510 
mormagiu  1482 
mosc(u^or)  1515a 
ntosor(a§)  1442 
mo^ea  1435 
moqmoalä  1518 
moqmol  1518 


Lokotsch,  Etymolog.  Wörterbuch. 


15 


Rumänisch.] 


226 


tnucalitßic)  1505 
mucara  1508 
mui'zin  1485 
muftiü  1493 
iiiumie  1510 
munger(ie)  1510 
niungiü  1510 
murdar(ie)  1516 
imirdarlic  1516 
niurdäri  1516 
murecef  1517 
musafir  1510  a 
museal  1514  a 
muselinä  1484 
musluc  1517  a 
musulman  1516  a 
musama  1512a 
mu^chia  1472 
mxi^teriü  \b22, 

nahdbßa)  1542 
nacafa  1532 
nacaradä  1546 
nadir  1565 
nafea  1531 
naft(a)  1538 
naliiea  1540 
«aÄi  1544 
waiöa  1289 
naingiü  1541 
waij<  1541 
namas  1552 
namea  1551 
norghilea  1556 
Jiar^  1557 
naz(uri)  1563 
nazar  1564 
näfratnä  1361 
wa/8M<  1577 
nälban  1549 
näran^ä  1555 
nästräpa  1439 
«awi  1577 
Me/"er  1533 
M«<M  1541 
nene(acä)  1553 
neiiei^or  1553 
nenufär  1570 
ni^ter  1576 
no/ioi  1577 
nufär  1570 
nur(liÜ)  1580 

oachie^  925 
oarda  1594 
ora  1590 
ocälujä  1590 
orfac  1584 
odaliscä  1586 
odäia^  1584 
odäidiü  1584 
odäijä  1584 


odogactu  1585 
o^eac  1587 
o^'M»-  1589 
o/ac  2130 
o/a^  559 
ö/acar  2130 
orrf«  1594 
ord«e  1594 
oria  1597 
ortoc  1598 
oiac  1599 
o<M06tV  1600 

pacea  1601 
paciaurä  1602 
padi^a(c)h  1604 
pafta  165 
pagodä  373 
paiantä  1611 
paic  1608 
pa/a  1615 
pahnac  1636 
^?a/o^'  1615 
pambria  1617 
pangea  1621 
pajjucßj  1625 
2>ar«  1626 
paradis  1631 
paraleü  1626 
parmac(lic)  1636 
pastramä  261 
^Jasi»  1652 
pälämar  1616 
pärälujä  1626 
pätlägea  161 
pehlivan(ie)  1607 
i^eZie«  1645 
j>e/<»c  1646 
pemheü  1617 
perciun(at)  1629 
perrfaf  1637 
i>errfea  1630 
perdeluß  1630 
i^er^Äe/  1635 
peruzea  609 
2)ervaz  1638 
pesmet  1642 
pe^ches  1663 
peschir  1660 
pesim  1662 
1662 
pestimun  1674 
pezevenche  1658 
pezevenchm  1658 
pezevencl'ic  1658 
^f'c«"«  1653 
i>jf^/c  1670 
^tVaf  1656 
pivgea  1620 
pingelui  1620 
pisicä  1661 
/)?7ar  1654 


pitä(rie)  1654 
pla^ca  1665 
plea^ca  1665 
podrom  321 
podnim  321 
poturi  1668 
punciü  1619 
pu^(chiü)  1673 
pii§läü  1673 

rachier  92 
rachiü  92 
ra/<  1689 
rahagiü  1684 
rahat(licnm)  1684 
rata  1693 
razachie  1715 
razzia  701 
rarac  1710 
renchiü  1700 
renghiü  1700 
revent  1711 
nsic  1721 
rizilic  1681 
rindea  1699 
rwp  1725 
r»if/W«  1722 

«aio/-  1745 

sa6!<r  1745 

sac-  1796 
!  saca(gni)  1796 

saciÄ  1801 

sacsana  1777 

sacsie  1800 

sarfea  1749 

sa/ia«  1769 

safran  2178 
I  sa/^ea  916 
I  safterea  1768 

saftian  1769 

saftirea  1768 

sahan  1765 

sa^'a  1778 

saia(giü)  1779 

saieluß  1778 

salahor  1841 

salamalec  1803 

salcim  1809 

saZe^j  2001 

saZim  1908 

samalagea  1810 

samaniu  1812 

samar  1883 

sa>«e|  1821 

samsar  1836 

sam?tr  1820 

sanche  1832 

samm  1842 

Srtr^ca  1878 

sarma  1857 

satara  1509  a 


satir(a^)  1873 

sägeac  1748 

säla^  1805 

schinibea  913 

schingiü  914 

scuße  2171 
1750 

seferta§  1879 

seftea  916 

Seimen  1758 

«622;  1776 

se^mf  1906 

senamechi  1822 

senamichie  1822 

s#^(?!!  1753 

serailie  1842 

serasc}i(i)er  1847 

serasir  1846 

sfran^ia  612 

sirf/r  1960 
1750 

simigiü  1814 

s«>w*«  1814 
1823 

singepiü  1912 

swie  1913 
1753 

s»yoj9  1838 

sirup  1838 

simhätä  1742 

shigeap  1912 
strma  1962 
«0/"  1934 
so/rt  1935 
sofra(giü)  1937 
sofragerie  1937 
so/r«>!  2178 
so«M  1923 
somon  1924 
sojort  1925 
spahi(ü)  1914 
spanac  126 
sucman  406 
sulemeni  1942 
suliman  1942 
Sultan  1945 
sumac  1946 
suman  406 
sunduc  1826 
surghiiin  1950 
surgucm  1926 
surgun  1950 
surlar  1953 
smW«  1953 
surugiü  1956. 

jarcJ7i  1762 
jaiac  1778 
sai'ca  1780 
saZ  1802 
^alitru  1567 
qandrama  1948 


227 

|a>-<  1861 
gagtM  1866 
jeröe^  1838 
§ihoiü  1743 
«■/•('rt^  1961 
pVeif  1886.  1916 
siretenie  1916 

^i^anea  1864 
qofran  2178 
joiw  1764 
|MÖea  737 

taban  1963 
iafcara  1974 
iaö/e  1969 
tahiet(liu)  1967 
taburel  483 
<a«m  2000 
<«c/;i  1998 

1987 
^«/■^rt  1981 
««/■tor  2021 
«a^u«  1985 
to7i<  1987 
<am  1994 
talcln(uri)  2008 
talnie^  balme§  201 
taman  2010 
tamarinda  2013 
iawrfMr  2019 
tarabä  489 
«nrac  2026 
^ara/a  2023 
tarapana  489 
tarhana  2071 
tarhon  2034 
iarif(a)  2037 
tariw  2039 
<ar?a  2004 
<as  2044 
tasma  2043 
tavan  2052 
iai^a  2051 
tabäcar  453 
täbäcärie  453 
täbäci  453 
<aZ/wa«  2078 
tälmaclü  2078 
irt/2M2  2006 
tärähoiü  489 
täräbiifä  489 
tärtäcu^ä  2045 
tätar(cä)  2045 
täräturä  2053 
<eanc  484 
<eam  2022 
techer-mecher  2059 
tecnefes  2067 
tejghea  499 
tejgheiar  499 
<ti  2060 


[Rumänisch. 

telal(ic)  473 
teläläü  473 
teleleicä  473 
ie^e^m  2061 
<em6eZ  2064 
temeiü  2062 
temelie  2062 
temenea  2011 
tencurel  484 
terezie  2029 
«eWic  2072 
tertip(ciü)  2041 
iesi^a  498 
testemal  500 
testimal  500 
te^cherea  1976 
tejghea  499 
tibi^ir  1965 
iicfe/e  1997 
ticnafes  2067 
««•/•^/c  2976 
2058 
timbelechiü  546 
timbelegiü  546 
tingire  2066 

tingirtcä  2066 

tinkh(ea)  2065 

tinkhigiü  2065 

i</)sie  2056 
1966 

tirizie  2029 
2072 

tofca  483 

tvbosar  483 

iocwöc  2087 

toi  2086 

<or«  2086 

<o76a  2091 

top  2089 

topor(igte)  1964 

toptan(giu)  2089 

to/?M3  2090 

torfca  2091 

to«?Mc  2094 

irabant  490 

trahuna  2071 

trufanda  2112 

tecjM  2098 

mfi«  2097 

tulbent  544 

tul(i)pan  544 

tulum  2103 

tulumbägiü  2104 

tulumbä  2104 

tulumbi^ä  2104 

<Mrö.  2100 

«Mro»  2100 

turban  544 

fMrZ«c  2092 

«jtr^Mc  2093 

/Miea  2120 

tutun(ärU)  2121 


16* 


Russisch.] 


228 


tutungtü  2121 
Uizla  2123 
tuzluc  2094 

Hfra  1894 
]ighir  1787  a 
timhisfrä  769 

w^an  1588 
uluc  1592.  2133 
ulucä  213H 
urdubelea  2167 
MrsMS  891 

varfea  2150 
mi«/"  2159 
w«ag  2159 
vätä§el  2159 
v€chil(et)  2154 
veresie  2161 
viran  2163 
visin(a)  2164 
vi^inap  2164 
vifinat  2164 
vizinea  2165. 

zahana  1807 
zdharea  2183 
zahär  1855 
zahirea  2183 
zaif(lic)  463 
zalhana(gm)  1807 
zamhil  2193 
zamhilä  1947 
zampara(giü)  2197 
zamparoUc  2197 
zapciü  454 
»ar  2186 
zarafßic)  1860 
»arf  2202 
«ar«/  2203 
zarnacadea  2204 
Äar^^a  2200 
zarzamgiü  1747 
zarzavat  1747 
zäbun  2176 
zahar  1855 
zäräfie  1860 
se^me  2212 
»e/i/M  2212 
zevzec(Uc)  2213 
ziafet  516 
««mfei/  2193 
zingißl  1930 
zingir  2194 
zinzifil  1930 
ztbun  737 
2;o/-  1934 
0or  2.^23 
«orfe«  2224 
Ä;ori  2223 
sM^Mf  2230 


I  ^wröa  2224 

I  zurbagiü  2224 

j  zurbalic(giü)  2224. 

!  Rüssiscli. 

'  aööarm  1 

aooamucca  1 

aööamcmao  1 

a6pvK0(■^  47 

aeapia  138 
;  aaapmz  2186 
j  awea  39 
:  aitep  32 

owp  32 
]  arnnyia  49 

ajiKOßz  1221 
i  uAKOiOÄh  1227 
j  «.was*  60 
I  ttÄManaxz  1389 
!  a.«OM  48 
j  aAmum  61 

ajiWM  48 
1  «wia  62 
1  aAta^fttrtJta  1378 

aManarm  66 
1  UMÖapi  77 
I  a^öpa  78 

I  UMUM)  68 

amap~o  85 
:  opnKö  92 

apam  89 

ap^a  90 

apöysh  824 

apiaMttKz  98 
i  apuam  102 

apceHüM  495 

apmumoKh  833 

apxuMaudpunn  1400 

apmuHo  108 

ammcz  131 

ai/.*a  136 

öaöa  146 
6a6aü  146 
6a6aKi  181 
^aöpT.  149 
öaßyuiu  1625 
6a^op^  1349 
6aipnii%  1349 
öadapowam  161 
öadeüm  159 
öadudMam  161 
öa^Ä  159 
öadnm  162 
öasapb  278 
6a3Aym  334 
6a3JlblK^  334 
öaüöam  181 
örnaM»  189 


Öamm  190 
Ömmowam  161 
6aKua  169 
öajiaöam  1607 
öa^aiam  197 
öajiaAaÜKa  198 

I  öaMMytm  19!) 
öaAÖech  305 
ÖaAtJa  202 
ÖaAdaxuHz  170 
ÖMKom  197 
Öajima  207 
öaAum  208 

j  6aA'hcaM^  293 

1  öaMÖyKh  209 
öauam  2 1 1 
öapaöanz  1607 
oapmaHz  250 
öapam  219 
6ap6ap^lc^  227 
dapnauo  250 
ßa^JCb  253 
öapcyKh  254 
öapxam  250 
öapbivi'ii  258 
öacypMum  1516  a 
öacypuem  1516a 

j  öamAaoKam  161 

I  öampaia,  275 
I  öampmm  275 
j  ^a«/.*?.  1975 
I  öaxMtttm  128 
I  öaxpOMü  1361 
Saxna  169 
öaiUAUKo  260 
öamMam  265 
öauiMmnuKz  265 
I  Öammam  332 
j  öeieMOtm  283 
i  öedyuHo  164 
öesap-o  1605 
6e3Mem<  272 
öesJ/it  1605 
^ßjifcJifeCT  305 
5eM30w  1332 
öepiüMonn  282 
i  öecepMam  1516a 

}  6U3UAUKU  306 

!  6upm  311 

6upm3a  609 
!  6upwK^  366 

öupmmma  366 
I  6ucep^  371 

Öoiamupb  175 
j  6oA8am  1607 
I  6opcyK^  254 
!  Öpmsa  1657 
I  öyöpmh  337 
i  Ö2/iatt  339 
j  Öyiopi  348 
I  6yipaK%  345 


229 


[Russisch. 


oyaa  376 
oysypMam  1516  a 
öyjiaHuii  350 
öyjimm  1672 
öy.Mata  1617 
6y Müsen  1617 
6ymym  354 
6y2Ja  356 
öypam  357 
6i/j3Ka  221 
öypnycb  365 
Ö1/CW  371 

eamaia  2159 
eemica  310 
ausup's  2160 
ObiOKi  964 

zasejib  699 
laaema  1059 
■laüdaMaKh  780 
taüdyia,  781 
laümam  644 
tcuhoa  804 
■MMasen  1362 
«ajjej«*  819 
lamMMt«  839 
teanna  705 
ludsKpa  863 
■iOAW0h  659 
lopoxz  760 
'iyÄH0i  742 
tynianepua  712 
tymma-nepua  712 

demiu  478 
doKuiwnn  2216 
öoKmumaü  639 
daKuiumoeanih  2216 
deAu6aiu(u)  507 
öepeumz  496 
(^ecTOft  498 
dueam  526 
doAMum  530 
doÄOMem  530 
doMopa  483 
dpaöamm  490 
dpaiOMam  2033 
dpaiyuz  2034 
dyeam  526 
dyoaHumh  526 
dydciKz  536 
dydna  536 
dydoHKa  536 
öyxam  542 
dyxciHmuKz  542 
duMKa  521 

enama  934 
epuAaiuz  91 
epjium  937 
ecay.n  943 
ec6<p6  tI8 


o§ceMuyi%  910 
oKCMHyoKUHa  910 
641 

owepde.ie  2211 
a«!M(^^  949 
OKUJierm  951 
Mupa(p^  2234 
OKoma  753 
owynanz  737 

saöepsmn  1605 
3um6um  2193 
3MW2/M8  737.  2176 
3umum  2187 
sypna  1953 

leswM  2147 
usyMpydh  2233 

2217 
MK|?a  851 
UMttMZ  905 
tlMÖUph  1930 
UHÖupb  1930 
UHÖwm  909 
undwDKKa  909 
UHOKUp%  911 
Mpa  32 
uc^aM^  915 
i<ccow«  566 
umaKb  565 

naöae-o  972 
Ka6am  974 
Kaöam  975 
iiaöarm  971 
KaiaM  1000 
miam  808 
Kaduü  984 
nasiiKb  1 1 43 
nasmum  1143 
Kasam  1144 
uaSMupT,  1116 
«aawa  855 
Kasumeü  855 
Kusyapy  1119 
Kaum  1014 
KttÜMa  1008 
KaimaKh  1009 
Kajiiam  795 
KaAeHK02)^  1031 
mjiuöepz  1030 
Kajimna  828 
KaAufpn  798 
mjiKyiio  1031 
«cajiftmj  1030 

KClAIhKa  1040 

KaMHm  1033 
Ka^MM^tt  653 
KüMKa  1043 
KaMAOm^  653 
KaM(ßopa  1100 


KaMHamm  1043 
muHum  1092 
KaMumr,  1047 
Kauden  1056 
Kaudum,  1055 
mnepcu  978 
Kcmutne  1158 
Kanmm  1064 
icaniuym  1179 
KapaeuHo  1075 
Kapaeaucepaü  1075 
Kapaiam  1077 
Kapaiyitii  1082 
KapaicyAH  1080 
Kapandaun  1076 
Kapanio  1 1 82 
KapayA(Ka)  1078 
Kapöm-o  1279 
Kapia  1090 
Kapuü  1070 
KupMcisum  1219 
KapMnm  1097 
KcCjyMum  1219 
Kamep^  1131 
Kampanz  1128 
Kaypm  1216 
Kaypuü  1216 
KaxßmaHn  774 
Kamm  1192 
KameMupz  1116 
Ka'^OK^  1044 
Keöaö»  972 
Kfi^ajei.  972 
KeAUMz  1176 
KUÖuniKa  1221 
KiouAceKa  1282 
KusuAo  1283 
KtlSHKZ  2055 
KMjt?<m  1176 
KUH^K^aJl^  814 
KUHoeajn  1827 

1180 
Kupen  1277 
Kupnum  1184 
KMca  1185 
Kucernz  1185 
Eumaü  841 
Kumama  841 
KUUlHUUli  1188 
Kuiunem  1189 
iciom  732 
KAOöyKb  1039 
KAOÖynom  1039 
K.«M«B  1046 
KOÖeu/iKz  1159 

1206 
Koöypa  1223 
Koepma  1282 
KO«a«s  808.  1282 
KosaKh  1143 

K03Upb  1217 
KOSUpCKh  1217 


Russisch.] 


230 


KOAe^tKop^  1031 

^wifi  62 

nonyiaü  147 

KO.inaKh  10o9 

jiJ0.i6Kfl  1336 

nocmoAu  1667 

_  

MortiHn  2127 

npocdKh  1781 

KOAuam  1 1S)7 

nyAO  1 o / 1 

KOAUt/xa  1 196 

Mdiasum  lo6z 

«rt     «~    1  ^7  1 
?i  J/.,tö    1  D  /  1 

KOMHIO.  /09 

MdldphlMZ  13ol 

nyHUVb  1619 

K  0  w  (ynci  7)10  iv^z 

MdudwHT)  1364 

■KOHoyiüfHuvih  \0'2'2 

^(CTw^^ötHwwif)  1 364 

JffdOÖUWh  ID/Ö 

KOHuam  814 

Md.idXdü  1377 

pdeeu  1678 

KOnuaph  814 

Äfljix'awü  1378 

paca  1701 

KOfl€  U  KCl  1214 

J(^z.woM^l  1386 

pdXMdHHblU   1 68  / 

K0p6(lHU  1^208 

MdMOHWli  1385 

pCGCHb  1711 

Kopm  luyu 

MdHldAZ  1392 

peuiMd  1705 

KOpoa  lUöo 

MdUHd   1  öVJö 

pmymb  3l4ö 

KOpoum  lUöo 

MapnundHh  1 452 

pyoAb  1 löO 

Kocyxa  1105 

MdCKdfjMÖ'b)  1436 

Manipdii/b  1446 

CdOdHiU/UK  1739 

JrltCCtH  l^Oi 

cdödHh  1  / 39 

KOHcottiHh  /2o.  1  ;209 

MSHCtyih  1 435 

cddypif  1745 

KOMCdou  725.  1209 

;K3t?a  1527 

cota«7<  1765 

nOu(,€u  1  ^uy 

Mup3d'  69  b 

cö?o  1761 

Kyöypfi  1223 

MutucHh  1574 

cdsujyb  1877 

^i/        ^  1230 

MopouiKd  1482 

cnutd  1774 

KyAClKT}  1 1 94 

MOCKOVlh  1515cl 

CdüidKii  1774 

KyAciHo  1233 

Mydddßp'h  1526  a. 

CdKo  Hol 

KyMciwh  1 240 

MyMIH  1  0 1 0 

CdK6d  1781 

KyMhiST*  1 242 

Mypz  lol4 

CdKnocz  1781 

KyjyiciHh  12o4 

Mypdßd  lol4 

hypuwho  iz^io 

Mypsd  69  t) 

cdMÖyKh  1 744 

KypCHb  1 253 

Mycamj,  1431 

cduBiiKi  1 744 

TcypitHb  1 253 

MycKych  1515  a 

cdMUiwnvb  1909 

KypMO  88o 

MycyjihMdHUHT)  1516a 

cduddAi)  1825 

Ki/j^  7?  i  {?  1261 

nyxosipi  1497 

cdti^upt  1830 

K 1/2^  w?  K  fl-  1261 

Cd7l€17lKd  1753 

Kymac  1212 

HdOdAOdCUMa  202 

capdifidHz  1 845 

cjJhMO'  733 

HdÖdAddlüHUKZ  202 

cdpoicd  1878 

nyiUHH  1272 

Hdödnto  1560 

Cdputd  1 863 

KyTHopi}  1269 

HdKpu  1 546 

capwb  1863 

KyiuciKz  1265 

HdHKd  1554 

camaHd  1867 

KytuciM€K'b  1 26o 

Hdvidiyihipb  1581 

cd0bJiHh  1 769 

HdtiHAUduü  1543 

cdxdpz  1 855 

t/tdUdWh  (MOJpCKtCil/   1  ^OO 

Hd/iHZ  1543 

ceAumpa  1567 

AGÖOHKd 

Hß^itih  1538 

C6pü0UM'b  1885 

A0j3lip(  uni)'b   1  o  1 0 

cepnmiKd  1858 

jiasyph  1311 

ooesbHHd  o56 

cupom  1838 

ACLKb  1  i295 

OÖMpb  5 

CKdpAdmuHa  1794 
cy(phH  Zill 

AUKupoodnib  1 295 

opdd  1 594 

opjoxs  564 

coKOAz  1/yy 

Mnuia  1 296 

oxaöewb  971 

co^rt  iy3o 

OMam  1587 

cmdM6yA^  1931 

Acwyio,  49 

oiKyph  2126 

cyoomd  1742 

Aeoeothja  izo* 

cyKMam  4Ud 

Ji€6CH€HjT}  1316 

cyMdXTt  1 946 

J16KACKZ  1294 

wcfit  1610 

cyudyKz  1 826 

AUßdHTi  1331 

ndüea  1612 

cypud  1 953 

AUMam  1321 

wa^^aMta  1615 

cypbMd  1952 

AUMOHZ  1322 

ndpHd  1 628 

Chmyvb  lyoö 

Aunidspd  1971 

TittCKd  1 652 

Aunmephi  1971 

ndcxd  1652 

maßop»  1974 

Aoniadb  55 

muasö  1 656 

maöynz  1973 

AOXdHb  1290 

«4oej  1656 

maöypemh  483 

AOXMomu  1335 

1  noAymm  1671 

maiapz.  1983 

231 


[Serbisch. 


fHCiST)  2044? 

06p^  59o 

tddAbddphi  1 849 

fnciAdWh  2005 

0UAiOKd  831 

w>dMdHa  1928 

fticijiucMdH'h  207  / 

0tC7HUAh  600 

wici^Mtwws  1 909 

tudpdGdpti  1849 

OCdOdpHUU   1  Otj 

XdOdpTt  /  b3 

niduicpi}  380 

THÜMtCl  478 

utd0pdH7>  2 1 78 

TilClMO.TlCHH  4/8 

KidXMd)yihi  1443,  1  y  62 

osdu^ßu  779 

'WidX'h  1 762 

tyidpciKd'HTi  2027 

xMamn  864 

Ut€AK06litl)d  1 87  8 

7iXd2iH(f)h  2037 

xdJVhQd  804 

H16AK06HIIK7>  1878 

fix  d  CA  td  2  0  4 

icctMÄ  808 

w^e^jcs  1878 

tHd^  i)td  1 98 1 

xdpdJiyvb  1070 

lU/GyiTtidAd  1 755 

7i%ßdJ)017i  2 1 09 

scdpHCßHH  82o 

tUtUucKd  1918 

tiiöopoi'h  2 1 09 

xdpHuiH'b  825 
ccdp^i"^  82 0 

viAyKh  260 

7Ti€Ö6'H'bKll  2069 

iti'yiuHd'iTi'^  1 26 

TflCMAHK'h  20B3 

ocC'pyoHM'b  1 1 6o 

niyyyi'h  1 92  / 

fH€p63d  2029 

iCMCt  867 

TitcpCMh  2039 

X03HÜKd  850 

7)l€C€MKd  2043 

CC03^ltH7>  850 

THCCbMd  2043 

dcyfi'PdhO'HTi  2034 

'iTlH  3HK7f  20o  5 

ccöxoA'h  i  0 1 9 

WMMOWb  1 046 

xyvid6i>  873 

'iOOUAGli  ijtju 

W/MllWb  1 046 

xyTHOp'b  1 269 

iu\^\irn  7^7 

ifiOKMcij)^  2087 

tfJUUt'lA)  0\j\j 

TIlOKMdUTt  2087 

t^hiTUödp'b  2215 

WpTilo  966 

TiiojiMdH/tttiih  2078 

w^mh  423.  2128 

TTlOAMdHT)  2078 

'^död'H'ö  433 

WXTiVb  2 1 28 

THOMVdKh  20 1 2 

Hdu  415 

tn  nf)  nn"!^   1  Qr!* 

HdKdJn>  1929 

jiAMd  923 

THOpöd  209 1 

HdKdH'^  384 

HH'llHdp'h  954 

t/i'ysji^'ich  2113 

HdAittßdiH'b  388 

HHTitdph  1004 

fyiyAyuT)  2103 

HdAnvib  388 

/(Titiw^fl^  934 

fYiyjiyyi'^  2102 

MdA/KO  387 

/IftOHHlltU/d  934 

Ttt'yMdH'h  54ö.  2 lOo 

MdJiMd  388 

^ipAbtTcz  935 

Ti^yM'i/jj.ti/K'ö  2088 

Hü  Alt  388 

Hpyid  9o5.  93S 

ffi'i/pdy.h  2lOS 

HdJibiu  387 

fiiypcyKT}  2116 

HdfipdK'b  395 

HCdKh  939 

Tifiyni  06UÜ  2118 

HeÖdKT}  378 

HCMum  942 

TfiyThTi  2118 

Hcoofitdp'b  379 

SChipTi  118 

TtVbMd  2 1  Oo 

HoVUl/l'O     *J  1  f-f 

Huid'idH'h  944 

Tii/WKi)  964 

HCKdUT)  384 

HXOHTil'h  930. 

THtOA-hlldtfi  o44 

HCKMCHh  406 

llltUlJUllno    '  '  r  TT 

Serbisch. 

fyi'Kf7H70H'6  2121 

HCp ÖdK'6  397 

y)X'}0(ßHK'h  o33 

H'UKH'tCpbt  385 

aö«  2 

yjidWb  1 588 

Hunuuo  T?-!*-' 

UjllfKyO      ^  l  tJ'± 

'mAxn2^'^  382 

dfijuft  25 

lyn/T      1  (\/ 

HUtJUfj     t  fJiJ 

(thOrV  36 

ypcMd  lo95 

HyoyK'h  44  / 

a«(i  779 

ypMdm  1595 

Hyia  435 

«/(/ü'  40 

ypiOKT)  564 

uyiym  436 

dt  4o 

ycofi'h  566 

uyAOKTt  43  / 

cildj  51 

yYiiW'Vh  214o 

HyMCi  445 

dlduft  61 

yfH'H)owit'i7i'b  214o 

HyMtxK'i  438 

ditiiciSf  60 

yyjKyp'h  2126 

uyxüi  739 

dtiid  64 
aman^^  66 

0dpuc^  591 

luaöamh  1742 

dnibar  11 

0dp0opt  569 

luaüm  1780 

dmindti  68 

(pejiyKd  831 

^uaKaA^  1929 

anterija  84 

0epe3b  603 

mavtaMtj  1805 

araha  90 

(ßepejm  603 

jttayji.  1802 

arapm  89 

Serbisch.] 


232 


CIK  fHGffO  fl   X  03 

1  cet'f  1007 

dilber  519 

avnauiiu  1Ü4 

tcip  IW  i 

ditfiijß  521 

orslufi  107 

Qfsi^i  108 

1  Od.  1 

diw  509 

Gsätju  117 

c^'f'pic  1184 

dztvan'ijQf  509 

et  ItTtt  1176 

flip'fipvi  ^27 

alias  xoi 

citiohcv  1 827 

d%z(j6Yi  527 

Ckivajlija  39 

LXiajtta  o^i 

doQa)}j(i  542 

aivari')a  13b 

/i/n«  1  907 

CO!    XL.\J  i 

dolatHa  530 

asdaflia  142 

/^nQfi/ij})  1910 

UCz/Ctt-  kjOu 

azdcf  142 

do^ifi  532 

cosf  732 

diicaH  542 

oadawad  XuU 

rnUJr  1  21  R 

/7^y/7  9118 

had^m  154 

dudtcJc  536 

cnl€(a)Ta  1855 

dufftH^  540 

ctitHtty  1200 

/Jjih/Vit  'S^9 

halcsis  l78 

ctipt'ija  1205 

dxc^tib'iy  1930 

balahati  1607 

Lt\f  UrV  XuOO 

d'it}}t€}i  547 

oaiaiajh.U'  ic/o 

/»HQfoh  1911 

dtifidcf^lfi)  553 

bal  atyitttitir  199 

/^fifjfiv  sHO 

iltt'i'mn  t4S 
M-M'/  fHU'  *J*±\J 

haldaJiiTi  1/0 

t'nfrn'n    91  7ft 
et*  1  rit/b  CiX  io 

dtcsmati^tft^  554 

um  Hüll  xv  t 

C(tJ  415 

dusB^c  533 

haisam  293 

calcatiac  384 

dzatit  650 

907 

CO  Je  stf*ß  385 

d^pnd^piil  1980 

oaitiK  ^yjo 

califia  388 

d zßj)  b4 1 

Uf^t-f  Uli/O    \J  *  tj 

ÜClft  ^i^O 

cat*dalc  397 

hafJaJc  l82 

ds^y^'i^'ica  719 

hosTHa  264 

ß^ilif  fi81 

OuS  *-DU 

C6VQ(t  412 

dzuhß  737 

Q/^/l      1  h  Q 

f^fi^yi^o  1  1  fid- 

d^ijJ  740 

hazdaffifia)  166 

CBSTYIQ/  402 

dztitHftiJc  751 

hßCdT  284 

cßsytia  402 

Cluli'ii'  rrrri 

cift  423 

dcija  56 1 

/?*7/7c  ^87 

csßfc  565 

h€spaT'iößfi  1626 

civiiitt^i  424 

hfioi-hn  9Q4- 

C2 21  fti a  43 1 

f^ajda  571 

hicaJc  377 

cobaf}/('ifi)  433 

■fnfi^  591 

öt ölcija  377 

rnhn  7^^) 

CUfttt/    lOtl.  IOC 

fci'^dza  603 

Jyil'BTiiS'itJca  306 

coi'ba  440 

b%lj€Q  305 

czcfYia  445 

fildis  607 

l)is€T  371 

Aye  7^Q 

jlt'UZ(t'('  \J\JO 

hm  ^97 

cuttf^^a  442 

hnin 

A/z  7^9 

^fidzatt  608 

Ti/^'iJS'i/w  ^v7 

fistaTi  621 

horalcs  356 

itacia  ^oo 

^Xal<  filO 

UUiStVf'fl' 

^ nri'i  'in  cx-i\r% 

fiOO 

/**<•&/  UV*-' 

J)t*07iac  1657 

dayciva  1983 

fustafi  621 

^yiibv&lc  337 

dafftHu  478 

/"w///  ß92 

hudatci  338 

Jyi/^JxiT'  346 

datvicislcija  476 

gwnhfiln  974 

i«?a  349 

/J/yam^l/'/y  4/fi 

fifi  \tJ  0  r^ASK 

dfiTiQa  478 

gajtan  644 

l)u/*fH(t  363 

nnl  n/ivi  79n 
\j\Avy\irfv    1  \Jxß 

C/m&  O  •  ^ 

/loU/^rt  )  f^Oß 
U6lt{J(l/  iJKJD 

ffafhifi  674 

i/uzti  Diu 

d6tH6skifija  476 

gTasiiJc  760 

buzdohan  333 

d^tyiiv  508 

g7*iifiiz  1219 

denjak  484 

cor  1069 

rfer^  493 

Äaörtr  763 

ceca  1148 

derwis  496 

haber  763 

ee/-  1007 

t^wa  510 

Ärtr»;«  777 

233 


[Serbisch. 


najaf  e )  1 1\} 

7.       i  ni  >i 

fcO/ö  l<i<lO 

hajaemo  /?» 

«a«s  lUlo 

kofan  1225 

hajauk  iol 

kajcija  1012 

7.„7          Ii  rvK 

kotan  liyo 

najwar  ool 

KUpnalc  iuuy 

kolcalc  liyb 

Äafc  789 

kalabaluk  645 

komsija  1201 

Äa/a  791 

komusija  1201 

haljina  797 

7  7            1  AO  O 

7.-,        7     i  OAO 

konak  IMi 

halka  801 

7.  „7  „  10*7^? 

konop  1248 

7.     1  -     —    Od  4 

naiyna  öd4 

7«    7  —  J      .*    1  A  O  O 

fcopca  IzUo 

tiatnal  oUb 

iccUarnia,  lyjcio 

fcorooüc  idiv 

7  -j.«  QAQ 

«an  oUö 

7*™  7^.^^    1  AOO 

 •»„  1111 

fcositar  1111 

handSar  814 

kalja  IVO 

kositer  1111 

Äar  36 

Kaliko  lUol 

kowrcica  1282 

7^«          ••      Qr»  j 

haramija  oii. 

7.  ^7  7.  iAO/1 

kowrcUt  1282 

ha  rem  blv 

kaipak  lUoy 

Ä-Tfjc  1183 

7.         2     -*    O  O  Ci 

harsitt  oio 

7  7, ,   .    1  A  OA 

kalup  lUoU 

krcma  ozb 

hazna  855 

kamctja 

kuba  1221 

hic  860 

hamila  653 

ATMoe  la^l 

hilihar  1004 

kamilj  653 

kubura  1223 

hoaza  ÖOU 

7,*,»™^y^«   t  1  AA 

Icamjor  liUU 

7,^.7^...            1  OOA 

kukuruz  l<idU 

hubaw(ost)  o/o 

kamis  1U4< 

1238 

hurrna  885 

kanika  1043 

7^,,7„X  1031 

kulas  i<iol 

kanao  1^48 

7,^,7*,  1Q01 

kultn  l<iol 

lit^nn        1  A/1  Q 

kanat  lU4o 

kumas  lii'lU 

iöogla  n(in)  895 

kumhura  1244 

künza  1056 

7y<«<^7mAi    1  OAÖ 

tnaijun  yuy 

7aa^»7«  IACI 

kapak  lUbl 

kursum  1259 

isojp  566 

kaplan  1066 

kuskun  1266 

/ca  p>^a  y  <  8 

kusur  1  iibo 

jagma  vio 

kapre  y  <  o 

kusak  l^ibO 

janont  you 

karamfii  lUöO 

kun)a  1^(1 

janicar  954 

kcirakosa  l<Jo^ 

7,t,  107^ 

kuwet  itiio 

Juptindze  934 

karaula  1078 

jüTak  935 

karciwati  1075 

jarok  113 

karaumla  1078 

7^^^,,,,    1  OQQ 

lagum  l-oo 

jaruga  938 

karctas  lUSJ 

lak(owaH)  l^yo 

jasak  yoy 

karptiz(a)  824 

7     /     J."^       H  Ort7 

lakrdfja  129/ 

jasmin  942 

kasap(tnj  lllo 

•  j.,  7.    rt  1  rt 

jastuK  y4U 

kasapnica  1118 

Zrt^e  1300 

jasma  y41 

kaste{n)  lllU 

Zeee  1292 

jatagan  949 

7.  ™  ^ 7  .    1  1  O  A 

kasika  LIM 

7         ^       1  O  A  A 

Udjen  IzyU 

jatak  945 

kat  1121 

7  „7  _7      1  £>A  i< 

jeglen  560 

katrani  1128 

les{inar>  icSUb 

jergotvan  97 

katran  1128 

ZeM<  2127 

jmV  118 

katura  Hol 

7^. 1  Q1 

lewenta  lolb 

jezero  oOo 

kawal  1135 

7*7   7    -4  nn  /f 

««««  1294 

niotlej  »0» 

kawaz  J.14U 

limun  1322 

juhia  liiio 

kawga  696 

liwan  1331 

jular  965 

kazan  1144 

loboda  12ö4 

ywm  967 

kazuk  1146 

<00!<«  1327 

fceca  1148 

lokma  1335 

Kaoaa  VIS. 

kepen  lioy 

lokuma  lbö4 

icaoan  yii 

7,^„„    1  1  Qt^ 

«esa  1X80 

lokwa  loöo 

7  7  _ 

kadar  Joi 

Ä"<7jm  1176 

londza  1329 

kader  987 

fem  1046 

ZwZa  1336 

Kaatja  iiiJD 

««p  11 00 

Ä;ad«;"«  984 

kiridzija  1181 

magaza  1362 

kaduna  989 

kirija  1181 

magazin  1362 

Äraf«  1005 

A;j7«y  841 

mahala  1350 

fca/'es^  993 

klobodan  1275 

mahrama  1361 

fca/'iaw  774 

ina  867 

»lojo  1367 

kahwa  1005 

Ä:oJew  1192 

• 

wajmwn  1365 

J^erbisch.] 


234 


vtamuran  1359 

simSir  1909 

wüHgcil  1392 

pctstTmu  261 

Sl'U  OOli 

tnnraz  1404 

pasa  1640 

siscirka  1918 

masat  1431 

pasmag  265 

maskn(ra)  1436 

pazar  <s/o 

tabakunn  4oo 

maSola  1432 

peksimada  1642 

^^7i^. >«  "lor/zi 

mastrcifa  1439 

pekstmet  1642 

tafet  lyoi 

vieöet  1435 

pendze  1620 

vu'hnna  1369 

pendzßi'  1648 

ras  iiU44)t 

mejdan  1364 

perciii  1629 

tawa  ^juoi 

iTialem  1378 

perde  1630 

lawati  lj\jOu 

'hielun  1383 

perwoz  1638 

lei/Ui  ^io 

mendzuse  1396 

peskes  1663 

tele)  zuDU 

mestwa  1459 

peskir  1660 

teio  zuou 

iTiBtßviz  1475 

piri?icfc  1657 

iatnol'i  90(^9 

Tnezdt  1454 

piTiiz  609 

teyiiTijak  2063 

ineze  1453 

pite  1654 

tendlera  20bl> 

mezti.  14Ui 

pojatak  945 

ieneöe  2065 

tnindßr  1464  a 

posto  1667 

tepsija  2056 

mirnz  1467  a 

postola  1667 

teresije  2029 

misirlca  1473 

tezga  4yy 

mizdrak  1476 

_  _ 

Testna  1  lOo 

timar  duiv 

mojcisin  1368 

rewea  Ii 11 

toicrnaK  liUo  < 

vior  i4od 

to(i^)nac  ijU<o 

tnufte  L'ivo 

sahün  17do 

tOUlTUrC  tiUOO 

muktat'iti  1492 

Sty  «    1  (  (  O 

j„„  9080 

fop  4Uoy 

niuKte  iiuii 

SÜKOS  ilOi 

topor  1964 

mum  1510 

sains  löuo 

^„_J,~  90Q1 

toroa  4uyi 

fHllTdctT  1516 

salitra,  1567 

traTnpa  2095 

inurtat  1508  a 

samsar  1838 

tvampiti  2095 

muselin  1 484 

sanduk  1826 

trijem  2039 

musemo,  1512a 

saraf  lobu 

90QQ 

tue  Mvo 

THiAisi^^'^j  1522 

saTafctfi  1845 

i^in  9007 

1 U  ij  i 

mustulUK  104  ( 

sedef  1751 

tulum(ina)  2103 

mutiti  199 

simit  1814 

turban  544 

mzaa  I0<ä  i 

sindzir  2194 

9  1  91 

tutun  oidL 

Sirup  X.OOO 

/»-»  ^     ,¥yv  7.     1  F\  3 

fiaazciii  iOo;' 

skowi'ja  2171 

^   91  9ß 

'iiülcQ.t'ci  lt)46 

skuwija.  2171 

tiian  looo 

fiülhüfitu  1549 

sooet  Lvijii 

lilar  965 

ncLlbütin  1549 

SO]  ly^io 

yi.l^tf^^    91  Q9 

Hciliine  1547 

soKO  1 <yy 

^,^•^1  91  ß7 

nankiii  1554 

sop)a  ly^io 

urma  ooo 

nisctdor  1581 

spatiac  126 

ustra  ^yiu 

siamool-  Vvo\ 

utija  2145 

odctjct  lO'-4 

surtna  1952 

HzeHdjijd'  2146 

OOdttKll  lOOU 

suTna  1953 

odzah  1587 

Wajda  oii 

o/crt  loyu 

sabraka  d9ö 

weredza  603 

opat  1 

SO,] 7  an  <äl  (o 

Ofdijci  1594 

Sflfrt  iro4 

OT}U(in  1595 

sajfca  1  ( öu 

zahira  2183 

onaK  iOao 

safcal  Iviy 

zaira  2183 

Sft  iöUJ 

sattlet  axo-i: 

salwave  1849 

9909 

pcijwci'H  1612 

sator  C5ÖU 

^oiVi*,M   9 1  Q7 

palatyiciT  1616 

secer  1855 

zetnoH  aLVO 

palos  1615 

seftelija  1755 

zerdelija  2211 

panmk  1617 

se.(?ri  1759 

2;«;an  2217 

papuga  147 

sVi  415 

0O>fa/i;  2223 

papxisa  1625 

septelija  1755 

zubicn  2176 

parce  1628 

sjH  1780 

zumbul  1947 

235 


[Skandinavisch. 


zemija  709 
äiff  384 
zdet  9Ö1 
ziwa  2308 
zulle  730. 

SkandinaTisch. 

Dänisch. 
Adatnsäble  19 
daddel  465 
^/  605 
filsben  605 
gingang  722 
gongon  558 
gutta-perka  712 
hurra  2167 
jonke  753 
kasuar  1119 
kavring  1282 
krahask  1279 
kumnien  1046 
lazaret  1310 
maske  1436 
papegöie  147 
pisang  1659 
rai;  1004 
r»-s  1723 
rotting  1724 
sukker  1855. 

Schwedisch. 

Adamsaepple  19 
aprikos  ü47 
bärnsten  1004 
cacatu  1017 
cinnober  1827 
(^ae^ei  465 
gasell  6j9 
gingang  72 
558 

gonggong  558 
gutta-perchn  712 
hurra  2167 
jowÄ:  753 
kakadu  1017 
kautscliu(k)  1042 
karavan  1075 
karbas  1279 
kasuar  1119 
Ä:r»s  1163 
kummin  1046 
lasarett  1310 
marsipan  1452 
wasfc  1436 
papegoja  147 
pisang  1659 
ris  1723 
rotting  1724 
sarga  1863 
socker  1Ö55 
tuhibb(krage)  2102 
Veranda  223. 


Spanisch. 

^«f«  dial.  115 
aar«7  dial.  99 
1 

abada  152 

■  abadeja  1 

•  abadesa  1 

■^abadia  1 

-abalorio  205 
abarca  243 
abarraz  762 
abelmosco  762  b 
abenuz  3 
acafelar  999 
acarna  686 
aceUhe  2214 
acebuche  2054 
aceche  2180 
acedaraque  140 
ffce/'«;/"«  1773 
ace/^e  2187 
aceituna  2187 
aceituni  2188 
acelga  1907 
acemila  2190 
acemilero  2190 
acemite  1814 
acena  1829 
acequia  1791 
acerola  2206 
acrfr«-  1870 
achacar  1785 
achaque  1785 
«aW  2218 
aciar  2218 
«c/öar  1890 
acicalar  1901 
acicate  1939 
aciche  838.  2180 
ac?(7e  2180 
acitara  1919 
adafina  456 
aduhala  459 
adalid  471 
adalil  dial.  471 
adaraja  485 
adarga  487 
adargama  494 
adarve  488 
adazal  525 
addebaran  451 
adefina  456 
adela  473 
adelfa  515 
ac?<;/o  473 
adenie  520 
aderetne  523 
adiafa  516 
adiva  513 
ad("fe  513 
arfobe  2083 
adoquln  542 


arfor  501 
adraja  485 
aduana  526 
aduar  502 
adufa  538 
adufe  537 
agengibre  1930 
oguajaque  2168 
aguanafa  1535 
ahorrar  886 
ajarafe  1840 
«;e&e  1735 
ajedrea  1872 
ajedrez(atama)  1871 
ajimenez  1815 
ajimiz  1816 
ajonjoU  744 
ajorca  1951 
ajovar  1959 
ajuar  1959 
alabarda  823 
alabega  761 
alacena  871 
alacran  4:1 
alafia  24 
alahilca  904 
alamar  67 
alambar  78 
alambique  79 
alambre  78 
alameda  1364 
alamud  72 
alancel  1428 
alaqueca  45 
alarbe  89 
alarde  94 
aZaWf^o  59  d.  100 
I  alarife  99 
alatar  134 
alazan(o)  870 
albacea  2158 
albaheca  761 
«Zöate  226 
albanilear  216 
albanal  204 
nlbanar  204 
albani(r)  216 
albanil(esco)  216 
alhaqida  188 
albaran  226 
albarazo  224 
ffife«r(/a  228 
albardän  241 
a/fcarrfi  dial.  242 
albardin  242 
albaricoque  247 
albarrada  249 
albarrän  251 
albarrana  251 
albarraz  762 
albayaldar  6 
albayalde  6 


Spanisch.] 


236 


HlVctlUr  JLOI 

nlrn^ti-'  19.'i7 

alficoz  576 

UlUtvt  Uli  wV/** 

fll  Ivvl 

nlrnfnl  1997 

dlcofo)'  1227 

alfller  865 

alcohol  1227 

alföcigo  620 

Cllh€t'CO(^tl&  247 

Glhof^vd  340 

nJrnr  1079 

UlVUl      X\J  1  Li 

nlfnmhfiUn  88-> 

(ilhopii€  347 

dhcofd  1257 

dlfdnsigo  620.  1664 

(1  f  Oy / e  cu (*■   O  • 

flt  /  covdtx  1250 

alcorzd  1258 

OE Ifoffid  886 

nlhnlnn  iV\'^\  94r5 
UlUUl  Uli'   U  Iclli  u^xtJ 

nll/iitinn  690  1664 

alhoH(iiQ(i  355 

dlcotdfici  1270 

rt/^-rt^  SAß  fiiq 

iK-uuf  uum  ^x*j\j 

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Ut'f  Vi/J  \  Cf             KS  X\J 

(ithov^Q/  diäi*  243 

nli"iihil1n   1  991 

filf^ivip   hl  S 
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UIUU7  fit**'  id^yj 

fll  r'il^in    1  94fi 

dtffdfdCClH  771 

(ilboyyxox  366 

dl/CuilO  1246 

dlcfdQ ids  692 

tIf'Vli/iCtb  X^l'x 

dl^dldbd  646 

olhoT'Ofi'ici  358 

/if  7/*')/ '?'/')/    1  9rl7 

ftl nnl in  (i4.7 

UlUUf  \JUIAfV    *^kJ  I 

fll n^i         ^  19tS7 

d^ydt*  667 

ülbotin  374 

dlchtij)  (iiäl  736 

dlydvd  669 

iill) fielet 3l5 

/T 1  f]  rihrt  4^9 

dlffdfdb'id  674 

(ilbficiixs  315 

dldahilld  452 

dlrQdVdbio  674 

nlhurp/ ^}  '-470 

n]  ri  nh/m  4^9 

ftl fi ft    n  f1  fi  riiiM 

nirnhaln  Q74 

dicidfQdtiid  494 

ftl nnvpni'  RfiQ 
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nlrnhfprt  1  '^^P 

ft1ftn't*'inf\  HSO 

iK-VULff'Uf  II    yJ>J «J 

fi1  f] fiTint^/ivt  4^1 

dl Qd)*fol)^iJ-J' )d  832 

alcaduz  988 

dldizd  524 

dlydfvoho  832 

(ilcciccßfict  10  H 

dtßCfifyi  902 

dl'QdWB  674 

alcafar  991 

alefris  588 

dtgdzd fd  700 

f.bVt'Ufvtt/iS'      U  UfJ 

nJ^'ii'irt  4Q7 

ftl  flPtii'fl  ri-il 

(ilcctJiußtdt*  1 139 

dlychfistd  631 

dl/CttJiitct  ß  1 139 

alep  543 

öt  Xy€iffi  d  657 

cilccficßvicb  1011 

alepi(n)  792 

dlyBTtiifdo  656 

alcaide  1006 

dlßi'CB  114 

aZ^^^  716 

alcalde  984 

dlßlKtd  919 

dlyihc  736 

nlrnli  1029 

nlfnrtr  ^70 

fll  fliYkt  ii'Vftflfl  \\t\r\ 
UVyt'lllli  /  tlUtJ 

alcaller  1037 

alfaba  762d 

dlyip  diril.  736 

dlcdffiofticts  1046 

dlfdhßyd  761 

dlgOCB  735 

dicdt}%  58 

UV  1  nun  #Ul 

nlfinrln'yi  1979 

ttlri^il/vLt'    fJyJ  t 

aZ/"«/'«'  598 

ft  Iftfiyfi  i"ifi   /  SfS 

dicdfic^d  1059 

d\(fUdy^iid  1590 

dliCdYtddfd  1051 

dlyitd  Quid d  2 1 53 

alcandora  1053.  1054 

alfaja  IIb 

dlytidvisitio  890 

CllcdTiClOT'd  1051 

alfaja  III 

dl()HdZd  1714 

nlpn  n  f/^f   1  "1  00 

aihurt-^il  91fiO 

ol  C(X7ltd7'(l  1057 

«^/■a^/a  598 

alhaba  762d 

dlcdYiZdf  1059 

tii-fiitityt^c  Cid,  oou 

olfidbcyd  761 

dXcdjpd'fVd  9  8 

Cllfttyic/ß  814 

dl}idc€Hd  871 

fiT  pfttTti^n'^    1  ORK 

UtCU'/  Ut/lf/ti  X\JkJ\J 

cttfdfijctzo  814 

nlhnrh'ffn  7ßS 

dlCdT'dVßd  1087 

(zlfQ.{^U€(J^l6  575 

cclfdQui  572 

nlhfi  in/Q)  77'S 

olcdfdVi iz  988 

ftUi/y^Hm-   Ä1  1  5^S9 

fll  t'HT'Pfi'Sift      1  1  0?? 

filliff^vipl   riiiil  SOr» 
III,  1  tu  f II  et'    KllaLt  \J\f\J 

/T /l/rt  X-\-t 

cilfGf'ctz  586 

dl Jid}icdbt4,t  83 

dicdrtci  109  t) 

dlJtdTiddl  816 

diCdT*7'd2rCt  1101 

Cilf(iy*€,vo  5^0 

dlhdH'id  815 

dlcdvtdz  1104 

alfarjia  590 

dThdT^^dfyd)  829 

(xlf(tvi}i(i  829 

ftlhpU  9.(^9, 

alcatraz  988.  1104 

alfeiza  599 

dlhefid  867 

alcaiera  979 

alfenique  583 

dlholvd  881 

alcayata  1013 

alferecia  579 

dlhöndigd  616 

alcazaba  1108 

alferez  591 

alhorre  830 

alcazar  1117 

älferichc  579 

aZÄö^  846 

237 


[Spanisch. 


alhucema  889 
alimtado  970 
alica(n)tes  1298 
alidada  896 
alifar  170 
alimara  907 
alisari  116 
aljaha  626 
aljahera  641 
aljama  651 
aljamia  29 
aljaraz  672 
aljarges  672 
aZ/cJf«»-  694 
aljoßfafr)  637 
aljonjoli  744 
aljorca  1951 
aljorses  672 
aljuha  737 
alloza  1309 
aiÜMdd  2142 
ahnacen  1362 
almadana  1462 
almadin  1341 
almadena  1462 
almndia  1343 
almadina  1462 
almadraba  1344 
dlmadraque  1446 
almagacen  1362 
alniagesto  1348 
almagra  1349 
almagre  1349 
ahnanaque  1389 
almarada  1502 
almarcha  1415 
almarraja  1466a 
almarraza  1466a 
alniarrega  1413 
almazarra  1434 
almea  1363 
almeja  1347 
almena  1462a 
almenarf  a )  1463.1 
alinez(o)  1366 
almibar  1460 
almibarado  1460 
almibarar  1460 
almicantarad  1506 
almirez  1467 
almizcle  1515  a 
almocadhi  1504 
almocaf(r)e  1466 
almocela  1511a 
almocrafe  1581 
almocrehe  1507 
almofar  1463 
almofre  1463 
almogava  1496 
almogävar  1496 
almohada  1464 
almohaza  1465 


almojarife  1519 
almojarra  1439 
almojatre  1581 
alnirineda  1511 
almoraduj  1411 
ahnotacen  1503 
almozal(l)a  1511  a 
almucio  1520 
almud  1490 
almuecin  1485 
almuidano  1485 
aloque(ro)  803 
aloqueria  803 
alpargata  243 
alpicoz  576 
alquequenge  1016 
alqueria  1096 
alquez  1174 
alquifol  1227 
aquilar  1181 
alquile(r)  1181 
alquhnia  1157 
alquitara  1130 
alqmtrdn  1128 
altramuz  2115 
alubia  1333 
«Zmc^cZ  2142 
aluquete  2153 
aZfaci/  2160 
amacena  476 
amalgama  1378 
amapola  762  d 
amargaza  829 
amarillo  70 
mnbar  78 
amoscarse  1436 
amuco  71 
amtileto  866 
amusco  1515  a 
anacal(o)  1545 
anadel  1566 
«w«/?/  1537 
anafre  130 
anatron  1567 
anazea  1583 
andamio  520 
annafe  130 
ante(ado)  1305 
antimonio  918 
anzarote  86 
afiacal  1545 
anacea  1583 
anaciar  1583 
anafil  1537 
öw«7  1568 
«/Itr  1568 
arac  92 
arambel  811 
arancel  1428 
arfceZW  dial.  204 
arhollön  204 
arcaditz  988 


areZ  673 

ar/i?  605 

arpfeZ  95 

argolla  746 

ar?";'«  101 

armadia  1343 

armajal  1415 

armocafre  1466 

arrabal(de)  1676 

arrabil  1675 

arracadas  1260 

arracife  1704 

arraez  1691 

ffrm^s  1704 

arraihan  1690 

a/-r«i'e  1708 

arrayan  1690 

arrecife  1704 

arrehen  1688 

arrel(de)  1708 

«rreo  1689 

arreqntfn)  92 

arria(l)  1716 

arriaz  1716 

arriatas  1709 

arriates  1709 

arriero  106 

arriscador  1721 

arriscar  1721 

arrisco  1721 

arroba(rse)  1725 

arrope  1726 

arroz  1733 

arsenal  495 

artanita  109 

asesino  839 

ate  844 

atabal  1971 

atafarra  1977 

afaharra  1977 

atahona(r)  1988 

atahorma  1980 

ato/iMrf  1975 

ffto«7or  1991 

atalaya  2007 

atambor  483 
j  atanor  2019 
!  ataracea(rj  1706 

atarazana  495 

atarazanal  495 

aterf«;  2032 

a«a«^rf  1975 

ntaujia  2050 

ataur/qne  2049 

«ft^e  130 

atramuz  2115 

«iMfia  2120 

««('/e  135 

averia  138 

azabaclie  1736 

a;ja6-({/i  1796.  1899 

azacaya  1900 


Spanisch.] 


238 


(izafata  1753 
azafrän  2178.  2179 
azagaya  2181 
azahar  2185 
azalä  1806 
azalato  1806 
azanefa  1828 
airar  2186 
azarcdn  141 
azaro(te)  8ü 
ffzm/  2218 
azofar  1936 
azofeifa  2228 
rt;?o^??<e  2208 
azotar  1875 
rt0O«e  1875 
azotea  1868 
flSMcar  1855 
azucena  1958 
azud(a)  1933 
azufaifa  2228 
ffSM^  1311 

babuche  1625 
iadrt  152 
badana  316 
badea  319 
badian(a)  162 
bagasa  171 
daA«H  177 
baladi  196 
balaja  151 
balajo  151 
6aZc(5n  197 
fcflWa  271 
(de,en)  balde  271 
baldequhi  170 
fea/rfio  271 
balsamo  293 
bambu  209 
banana  211 
bandujo  273 
bandullo  273 
bango  213 
barahunda  256 
baraja(do)  225 
barajar  225 
baranda  223 
barbacana  197 
fcarca  2148 
fcarrfa  228 
bar da ja  229 
bardaje  229 
ftarrfo  228 
barragän  250 
barroco  364 
6a<a  273 

batafalu(g)a  762f 
fta«;  1975 
fca^a  281 
fca^ar  278 
beduino  164 


bellen  176 

capazo  993 

fte/Zo<a  206 

carabe  1004 

benjui  1332 

caravana  1075 

berengena  161 

carcaj  2081 

bergamota  282 

carcajadu  1003 

bernegnl  248 

carey  1073 

iete^  2149 

carmesi  1219 

2149 

carmin  1219 

bezaar  1605 

carAie  1098 

bezoar  1605 

cartama  1262 

bismuto  918 

cartaz  1104 

bocadn  324 

carvt  1087 

bocarän  342 

casaca  1143 

bodoqiie  355 

Casimir  0  1116 

borcegui  1856 

casoar  1119 

borraj  356 

casuel  Ii  19 

borraja  13 

cauris  1133 

foo^or  375 

rZa;  Cam  1002 

bronce  1657 

cayado  1006 

('rfe^  ÖMces  368 

cebratana  2201 

bujera  340 

cedoaria  2215 

ftMj7a  340 

ceZire  1870 

hurd(all)o  360 

cenacho  1833 

fcwÄ  368 

ce^M»  1903 

iws;«  376 

cero  1894 

cerome  1943 

cäbala  977 

ceire  1870 

cabaza  971 

dclatön  1905 

cabial  851 

t'irfro  1787  a 

caiz7a  979 

«/ac  1895 

ca?>Zo  766 

dfiique  1895 

cacatua  1017 

ct/ra  1894 

caa^  1114 

dmitarra  1910 

cat?*  984 

dnabrio  1827 

cadin  986 

dnzolino  744 

ca(Zoso  988 

dpayo  1914 

caduf(ol)  dial.  988 

citara  1919 

cafe  1005 

co/a  1225 

c<J/?^a  996 

cofe  1225 

ca/'re  997 

colcotar  1236 

caftow  774 

comino  1046 

caÄii:  ti98 

corbacho  1279 

caimacdn  1010 

corindön  1263 

cajeput  1142 

corma  1256 

ca^a  1036 

cornaca  1251 

calabaza  689 

corundo  1263 

caladio  1153 

cozcucho  1267 

ealafat(e)ar  1022 

cris  1163 

cnlamina  1149 

cubeba  973 

Calatciijud  47 

culbano  1225 

ca?/6o  1030 

cumia  1241 

caZ/öre  1030 

aircuma  1247 

ca?//'«  798 

camello  653 

c/trt  416 

camelote  653 

chagren  1760 

camocän  1043 

cÄaZ  1802 

cawJMC(?n  1043 

chaleco  951 

candil  1053 

chamerluco  924 

cando  ( azi'icar)  1052 

c/iaroZ  2207 

cdnfora  1100 

charro  688 

canivete  662 

c/i»co  434 

capacho  993 

chirivid  1095 

239 


choza  887 

gacela  699 

ehupa  737 

gaceta  1059 
Afa/a  994 

dafina  456 

643 

damajuana  474 
damosco  476 

gaitero  643 

^a/a  864 

dante  1305 

galanga  795 

<iar^«  485 

galano  864 

ddtil  465 

galante  864 

derviche  496 

galdpago  168 

desmasalado  1455 

^rrf^eio  1030 

doi'onica  486 

galima  665 

dragoman  2033 

gamarza  829 

^iroya  549 

ganibito  661 
gancho  1056 

ebano  3 

gandaya  663 

«ZcÄe  57 

gandul(ear)  663 

e^smj  1304 

gandnlcra  663 

g?«.r«V  903 

ganibete  662 

endibia  2124 

ganan  666 

endico  909 

garbillo  673 

cndiva  2124 

garbino  674 

enganchar  1056 

S-ar/ia  828 

enganche  1056 

garrafa  689 

enjaezar  640 

garrama  671 

enjebe  1735 

garrido  678 

enjeco  1795 

garroba  832 

enrocar  1727 

1147 

escabechar  1902 

(/e  algalia  647 

escabeche  1902 

gayato  1006 

escalona  119 

S'eco  707 

escarlata  1794 

gengibre  1930 

esparto  796 

gerhasia  936 

espay  1914 

^'erio  936 

espitiaca  126 

gileco  951 

estanque  2017 

gineta  685 
^m«<(?  2192 

falagar  dial.  802 

ging  011  722 

fato  577.  578.  801 

^iVafrt  2234 

falquear  bll 
falua  831 

<^i>o/?e  1085 

ö'jYawo  1222 

fanega  584 

gonyo  558 

fanfarrön  589 

gorguz  711 

faquin  573 

gorromazos  633 

farda(<)o)  588 

guadamecl  633 

guarismo  890 
gümena  750 

fardfilljo  588 

farfullar  589 

gimila  1241 

/■a(^s;^«  844 

gutapercha  712 

/5;e;«  606 

/oZms  581 

habet- ia  138 

fomahant(e)  615 

haciiio  854 

fonda  616 

halagar  802 

/•mco  898 

haloque  831 

fulanilla  614 

hären  819 

fulanüa.  614 

'harma(ga)  829 

fulano  614 

harön  834 

fundago  616 

haronear  834 

fustan  621 

haronia  834 

Äas^a  844 

gabdn  971 

hegira  863 

gabela  974 

/^o^>^;ro  874 

[Spanisch. 

horda  1594 
Äorro  886 
848 

indigo  909 

jfaftaZi  627 
jabalina  627 
jabato  627 
jadec«  1737 
>6f^a  1737 
jabeqiie  1740 
iaco  929 
Jafz  640 
jaleco  951 
jaloqne  1856  • 
jambete  662 
jaque(l)  1762 
jaqueca  1792 
jäquima  1793 
j/araf'i!;  1837 
jareta(s)  1854 
Jart'/o  1852 
jarope  1838 
Jan  a  688 
Jasmin  942 
jazarina  697 
j/e&e  1735 
jenlzaro  954 

1735 
jeque  1775 
jergo(n)  1878 
jinete(ar)  2192 
>rro  687 
737 
jMrfeo  949 
julepe  742 
junco  753 

Iciosco  732 

«aca  1295 
lacayo  2130 
laceria  1310 
ZacfJrt  Ii: 91 
?atre  1295 
ianrfo  öO 
towrf  2127 
lazar(et)o  1310 
lazdrar  1310 
Zeftefce  1313 
fe/^  1318 
lelilies  59  d 
levante  1316 
leviafdn  1325 
Z(7ßf  1319 
K«ia  1320 
1322 
Zoro  1337 
Zm/«  1333  a 
luquete  1334.  2153 
«ac(5)i  1291 
Wm?»»  dial.  1333 


Spanisch.] 

nuicahro  1372 
madeja  476 
magnchi  1362 
niahaleb  1356 
niahari  1360 
mahona  1449 
malecön  1421 
nialsinfar)  1382 
wa«ö  1398 
mancfr  1388 
mandil  1391 
mantel  1391 
mantilla  1391 
maquila  1373 
marahotin.  1515 
ninrabü  1410 
mdraga  1413 
maravedi  1515 
marbete  l468a 
marcasita  1374 
marchamar  1427 
marcham(er)o  1427 
marfaga  1413 
marfil  605 
marfuz  1414 
niargomar  1694 
marica  1417 
mariposa  1417 
mariquita  1417 
marlota  1380 
niaroma  1339 
marquesita  1374 
marrana  1499 
marrano  1412.  1499 
marras  1426 
martava  dial.  1429 
mascara  1436 
mascarada  1436 
niatachin  1525 
matafaluga  762  f 
matar  1443 
jwrtie  1443 
matraca  1474 
mazapän  1452 
mazmorra  1444 
mazorca  1442 
m^ca  ('rfe  2;eca  en^  IJ 
menjui  1332 
mesquino  1470 
mezacote  1735 
mezquino  1470 
mezquita  1435 
micatele  1469 
miquelita  1469 
wo/"««  1493 
mogate  1495 
moharra  823 
moharrache  1500 
mohatra  1501 
moheda  642 
wo^oÄ;  1379 
woZoto  1380 


240 

momia  1510 
momio  1510 
niona  1365 
wono  1365 
monzon  1451 
morabito  1410 
moronia  358 
mortaja  1713 
mosquita  1515  a 
mozdrabe  1523 
muare  1497 
muceta  1520 
mudejar  1489 
wwer  1497 
wm/'^»'  1493 
>H«i/ey  1448 
musca  1515  a 
musco  1515  a 
muselina  1484 
muzärdbe  1523 

nabab(o)  1542 
näcar(a)  1546 
nadir  1565 
na/'a  1535 
nafta  1538 
naguela  1562 
Mtt/pe  1289 
namaz(i)  1552 
naranja  1555 
narguila  1556 
we/«  1535 
nenufar  1570 
nesga  1559 
iioque  1578 
noria  1561 
m<ca  1579 

odalisca  1586 
o^ro  2129 
o/a/ä  59  c 
olibano  1331 
oltnocantarat  1506 
orangutan  1593 
orrfo  1594 
organsim  2137 
orozuz  1957 
Ofc-ero  874 

palanquim  1639 
palanqiiin  1639 
papagayo  147 
paraiso  1631 
parao  1651 
pascua  1652 
pato  276 
pataca  1996 
patacön  1996 
;)a<o  276 
percal(ina)  1632 
per/  1634 
petonce  1609 


32 


piräiiiide  1457 
pistacho  1664 
ponche  1619 
proa  1651 

quer  m  es  1219 
g'Mi/a^f  1182 
qiUntal  1178 
3M«2!a  1186 

rabadän  481 
rabazuz  1957 
rdbeca  1675 
rabel  1675 
rafe/  1678 
ra/isÄ  1686 
rahez  1686 
rambla  1698 
raqueta  1683 
rasa  1701 
razma  1723 
rfie?  1675 
recamar  1694 
recanio  1694 
recua  1695 
rehen  1688 
rejalgar  1685 
res  1701 
resma  1723 
retamafr)  1707 
rezaga  1784 
r»6e«e  1718 
riesgo  1721 
»•/ma  1723 
rimero  1723 
riscar  1721 
risco  1721 
rofe  1726 
romana  1729 
rogwe  1727 
roto  1724 

sdbado  1742 
säbalo  1738 
saboga  1746 
saco(mano)  1781 
sacre  1799 
sa^/f  1761 
sa?ep  2001 
salitre  1567 
sdndalo  1825 
sandia  1911 
sandio  1911 
saquear  1781 
sarga  1878 
sarracino  1856  c 
See«  1903 
setia  1878 
sewrav»  1822 
senes  1822  _ 
serafin  1885 
seraWo  1842 


setuni  2188 
sirgo  1878 
sjVoco  1856 
sofd  1935 
solares  1849 
soldan  1945 
solimdn  1942 
KOrbetc  1838 
Sultan  1945 

«afca  1962 
tofc«  133 
tabica(r)  2046 
iahique  1970 
toburete  483 
tafetdn  1981 
<a;?Zeie  600.  1979 
tafurea  1991 
tagarnina  686 
tagarote  1989 
^öTirrK  1966 
«aÄe«  1986 
tahona  1988 
tahonero  1988 
toZco  2003 
talisma(n)  2077 
^aZ^we  2003 
tamara  2013 
tamarindo  2013 
«flHifcor  483.  2015 
tamhoril  483 
tamborin  483 
tanqul  2016 
tora  2024 
taracea(r)  1706 
taracontea  2034 
taragona  2034 
toröy  2032 
torfa  2038 
tarida  2036 
tort'fa  2037 
tarima  2039 
^ar/a  487 
tartana  2036 
tauriqne  2049 
/asa  2044 
415 

tereniahin  2028 

20  /5 
«miaZ  1971 
ioco  1997 
«oZrfo  2231 
towiM  2106 
torhändolo  544 
torhante  544 
iorongil  2117 
toronja  2117 
trabante  490 
tramnz  2115 
*re/"e  2070 
*r»/)a  2030 
trujaman  2033 

Lokotsch,  Etymolog. 


241 

tulipa(n)  544 
tumbaga  2012 
twp^  2107 
turbiche  2110 
f?^r6/<  2110 
iwrco  2114 
turquesa  2114 

ulema  2131 

väl(g)ame  Dios  59  a 
värgame  Dios  59a 
varomes  dial.  1339 
t;mr  2160 
t>js«V  2160 

j/eso  716 

zäbida  1741 
zabila  1741 
zacatin  1797 
zafareche  767 
za/fo  638 
2a^a  1784 
zagal  2182 
zaguan  2141 
zahanoria  912 
zahareno  1766 
zahor  2185 
saÄoH  2229 
zaWa  1772 
zalameU  1803 
zalameria  1803 
zalamero  1803 
zdlema  1803 
zatnarra  1820 
zanefa  1828 
zapata  379 
zaque  2219 
zaquizaml  1790 
zarabanda  1850 
zaragatana  279 
zaraguelles  1849 
zaranda  1843 
zaratän  1848 
zarbatana  2201 
^arco  2105 
^eca  1903 
s'eca  Crfe     m  meca)  1902 
zeramne  1943 
zerbatana  2201 
serfto  2030 
2*Vfeo  20301 
zocodover  47 
zoquete  1940 
zorame  1943 
zorzal  2235 
«oie  1927 
zumaque  1946 
«Mwo  2232 
zurrön  1954 
zutano  614. 
Wörterbuch. 


[Syrisch. 

Syriseh 

(nebst  aramäisch), 
a&a  1.  220 
abräsöm  10 
abnsüm  10 
'akar  karkä  46 
andül  80 
'atränä  1128 

&ar  220.  255 

rfefc/ö  465 
diX'/ä  465 

gulgaltä  743 

harübä  832 

/cafsä  993 
kammönä  1046 
Ä:ffprä  992 
/täNct  1105 
fcrt.^am  1262 
kebrltä  1171 
/ce/-«;  1150 
fcmö  1374 
tesä  1185 
fcMÄ/ä  1227 
kurtemO,  1262 

maisä  1366 
makkasitä  1374 
malka  1379 
mämönä  1386 
wme  1456a 
meskhiä  1470 

naptä  1538 
1548 
n«<rä  1567 

pahhärä  570 
parzelä  259 

/•esojj  1704 

safcfcä  1744 
saZa/  1945 
satnplr  1830 
sarräpä  18b0 
ksä  1957 
SMs;a  1776 

«a^/j/er  2057 
ifi>M<ä  1975 
fej/ar  2057 
<fA:e;  1456a. 

Tschechisch. 

Adamavo  jablko  19 
ow«i  68 
aprikoza  247 

16 


Tschechisch.] 


242 


urtiäok  833 

Janiöar  954 

maslok  1438 

(itlas  131 

jnsmln  942 

inas!ak  1438 

(tvarie  138 

jatagan  944 

matrace  1446 

jeptiska  1 

mesita  1435 

babäk  181 

jubileum  959 

muSelin  1484 

bajbak  181 

>(fÄta  2128 

bilalajka  198 

nankyn  1554 

bdlamut  199 

habanc  971 

baldachyn  170 

^ftfca«  971 

0/)a<  1 

^>rt^^•d;^  197 

ifca/-r  1100 

baisam  293 

kaftan  774 

pahorek  348 

balzam  293 

haliko  1031 

jorttos  1615 

hnran  219 

karnelot  653 

papiiS  1625 

barchaii  250 

kanuß  1047 

postola  1667 

6rt5ar  278 

kancuch  1042 

heran  219 

karidik  1055 

rabin  1678 

borax  35ö 

kaparky  978 

y^Mi  2143 

irona^  1657 

kapary  978 

6«<5a  376 

karabac  1279 

«ffJÄa  1774 

karafina  689 

saWs  1805 

c/u/n  808 

karavana  1075 

salnytr  1567 

c/iocÄo?  1019 

Ära>*«w  1208 

sanytr  1567 

cinobr  1827 

kartoun  1272 

sars(;  1878 

cMÄ;r  1855 

My«  1005 

sofcoifrt  1742 

CO?  415 

kaviar  851 

.soto?  1799 

cakan  384 

kavon  1138 

sMfcoto  1742 

caprak  395 

kazimir  1116 

surma  1952.  1953 

cVöa«  972 

kertnazin  1219 

syrup  1838 

66mA,'  447 

/Joöifi-  1039 

Söcfe  1762 

1046 

safmri  2178 

<Z«Ä-////  465 

Ä;o?>?MÄ:  1039 

srtfcaZ  1929 

daktyloimik  465 

ytoöza  1206 

srf/  1802 

damascenka  476 

A;ocoi'a<i  725.  1209 

saniän  1928 

damasek  476 

fcocowiy  725.  1209 

saravara  1849 

rfa<Ze  465 

korcir  814 

sarlatina  1794 

datlovnik  465 

Ä^ort^  1088 

sis^"«  1918 

dervis  496 

korouhev  1228 

spinat  126 

dohan  539 

kozyf  1217 

dolman  530 

Ä;Mfr  1225 

«dior  1974 

doloman  530 

kukufice  1230 

tarakan  2027 

dropdn  2034 

kumac  1240 

iart/'a  2037 

(ÜMdj/  536 

kurtka  1261 

tasma  2043 

dyvan  526 

tatarka  2045 

ladan  1286 

tlumac  2078 

estragon  2034 

lak(ovaU)  1295 

<or&a  2091 

Za^ay-  1310 

tulipan  544 

galgdn  795 

lazur  1311 

i-rarofe  2109 

ZeM-  1294 

halina  797 

Z*^iaM(;c'  1290 

wZ(in  1588 

hardtn  819 

;87aÄ;  1319 

hazuka  1143 

limon  1322 

</so^  566 

Äracfe  760 

Zo&oc?«  1284 

Äwrra  2167 

ZoM<«a  2127 

«azijor  1930 

?ttZÄ:a  1336 

949 

indianka  909 

iupan  737. 

1 

i^o^  566 

maskarada  1436 

Nachwort. 


Dies  diem  doeet!  Daher  würde  das  vorliegende  Wörterbuch  in  vielen 
Teilen  ein  anderes  Aussehen  haben,  wenn  ich  das  Manuskript  nicht  bereits 
vor  14  Monaten,  sondern  erst  heute  abgeschlossen  hätte.  Manche  Inkon- 
sequenzen in  der  Umschrift,  z.  B.  der  hebräischen  Segolatformen,  die  aller- 
dings die  sachliche  und  lautliche  Erörterung  und  Belehrung  in  keiner  Weise 
stören,  wären  vermieden,  manche  Nummern  (Nr.  80,  1221,  1881,  2149) 
ganz  weggelassen,  andere  (Nr.  11,  589,  653,  716,  1603)  anders  gefaßt, 
wieder  andere  (Nr.  1209,  1452,  2060a)  wesenthcli  erweitert  und  viele  neuen 
Nummern  hinzugefügt  worden.  Aber  es  ist  ja  nach  einem  Ausspruche  des 
französischen  Lexikographen  Littre  das  unbestrittene  Vorrecht  aller  Wörter- 
bücher, Lücken  und  Fehler  aufzuweisen.  Die  geschätzten  Leser  bitte  ich 
jedenfalls,  mir  ihre  darauf  bezüglichen  Beobachtungen  und  Bemerkungen 
freundlichst  zukommen  zu  lassen,  damit  eine  etwaige  zweite  Auflage  bereits 
ein  vollkommeneres  Aussehen  aufweisen  kann. 

Hier  möchte  ich  auch  der  verehrlichen  Winterschen  Universitäts- 
buchhandlung für  die  würdige  Ausstattung  des  Buches  und  den  Angestellten 
ihrer  Darmstädter  Druckerei  für  die  sorgrältige  Ausführung  des  schwierigen 
Druckes  meinen  Dank  aussprechen.  Sie  alle  haben  zu  ihrem  Teile  dazu 
beigetragen,  daß  viele  Punkte  der  etymologischen  Forschung  in  weiteste 
Kreise  der  sprachlich  Interessierten  verbreitet,  andere  noch  fragliche  Punkte, 
wie  ich  lebhaft  hoffe,  einer  neuen  Diskussion  entgegengeführt  werden  können. 

Köln-Klettenberg,  2.  März  1927. 


Dr.  Karl  Lokotsch. 


C.  F.  Winterache  Bachdnickerei. 


an  Lokotsch 

Etyinolouisrhes  Wörterbuch  der  (MiropäiscluMi  (ircrinaiiisolion, 
roinaiiischcn  iiikI  sliivisclu'ii)  »örtor  oricntalischoii  Ur- 
spruii^'s.  1927.  XXI,  243  S.  br.  13M  12. go,  geb.  DM  15.10. 
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1950.  80  S.  br.  DM  6.30,  Lfg.  3.  DM  0.30. 
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Lfg.  15  DM  3.85,  Lfg.  16  DM  4.65.  Lfg.  17  DM  4.65. 
Walther  Wüst 

Vergleichendes  und  etymologisches  Wörterbuch  des  Ait-Indo»- 
arischen  (Altindischcn).   1935.  Lfg.  i — 3.  208  S.  DM  9.90. 

(Je  Lfg.  DM  3.30) 

Ernst  Gamillscheg  ROMANISTIK 

Etymologisclies  Wörterbuch  der  französischen  Sprache.  1927. 

XXVI,  896  S.  br.  DM  42.90.  geb.  DM  48.40. 
Hermann  Gröhler 

über  Ursprung  und  Bedeutung  der  französischen  Ortsnamen. 

I.  vergr.    II.  Romanische,  Germanische  Namen.  Namen 

verschied.  Ursprungs.  1933.  XV,  491  S.  br.  DM  26.40,  geb. 

DM  29.70. 
August  Kühler 

Die  romanischen  und  deutschen  Örtlichkeitsnamen  GraubUn- 

dens.  1926.  XII,  252  S.  br.  DM  13.90,  geb.  DM  16.10. 
Wilhelm  Meyer-Lübke 

Romanisches  etymologisches  Wörterbuch.  3.  Aufl.  1935. 

XXXIII,  1204  S.  In  Lieferungen  DM  59.40,  br.  DM  63.80, 

geb.  DM  69.30. 
M.  Raynouard 

Lexique  Roman  ou  Dictionnaire  de  la  langue  des  troubadours 

compar^e  avec  les  autres  langues  de  l'Europe  Latine.  R6im- 
pression  de  Toriginal  publice  ä  Paris  1836—1845.  6  Teile  in 
5  Bänden.  2989  S.  Nur  Gesamtpreis  br.  DM  148.50,  geb, 
DM  170.50. 

Ernst  Härder  ORIENTALISTIK 

Deutsch-arabisches  Handwörterbuch.  1903.  VIII,  804  S.  br 

DM  19.80,  geb.  DM  22.10. 
Carl  Bezold 

Babylonisch-Assyrisches  Glossar.  1926.  VII,  343  S.  4"  br. 
DM  25.75,  geb.  DM  30.15. 


Wörterbücher 


GERMANISTIK  —  ANGLISTIK 

Richard  Cleasby-Giidbrand  Vigfusson 

An  Icelandic-Erig'lish  Dictionary.  In  Vorbereitung.  Erscheint 

1951- 
C.  W.  M.  Grein 

Sprachschatz  der  angelsächsischen  Dichter.  1912.  VI,  897  S. 

br.  DM  24.20,  geb.  DM  28.60. 
Ferdinand  Holthausen 

Altcng'lisches  etymolos;isches  Wörterbuch.   1934.  XXVIII, 

428  S.,  br.  DM  19.25,  geb.  DM  22. — . 

Gotisches  etymolosisches  Wörterbuch.  1934.  XXIV,  428  S., 
br.  DM  4.15,  geb.  DM  6.05. 

Altfriesisches  Wörterbuch.  1925.  XVIII,  152  S.,  br.  DM  7.45, 
geb.  DM  9.90. 
Franz  Jelinek 

Mittelhochdeutsches  Wörterbuch  zu  den  deutschen  Sprach- 
denkmälern Böhmens  und  der  mähr.  Städte  Brünn,  Iglau 
und  Olmütz  (XIII.— XVI.  Jhdt.).  191 1.  XXV,  1028  S.  br. 
DM  22. — ,  geb.  DM  26.40. 
Karl  Lokotsch 

Etymologisches  Wörterbuch  der  amerikanischen  (indiani- 
schen) Wörter  im  Deutschen.  Mit  steter  Berücksichtigung 
der  engl.,  span.  und  franz.  Formen.  1926.  72  S.  br.  DM  3.50, 
geb.  DM  4.60. 

PA.  M.  Palmer 

Der  Einfluß  der  neuen  Welt  auf  den  deutschen  Wortschatz 
1692 — 1800.  1933.  166  S.  br.  DM  8.25,  geb.  DM  10.45. 

Ph.  M.  Palmer 

Neuweltwörter  im  Deutschen.  1939.  174  S.  br.  DM  10.60, 
geb.  DM  12.80. 

M.  M.  A.  Schröer 

Englisches  Handwörterbuch.  Mitbearb.  und  herausgegeben 
von  P.  L.  Jaeger.  Lfg.  i  — 6.  1937 — 40.  Je  DM  2.50,  Lfg.  7. 
1949.  DM  8.60.  Lfg.  8.  1951.  DM  7.20. 

INDOGERMANISTIK 

Erich  Berneker 

Slavisches  etymologisches  Wörterbuch.  Bd.  I  A — L.  2.  un- 
veränderte Aufl.  1924.  760  S.  br.  DM  21.50,  geb.  DM  24.75. 
Bd.  II,  Lfg.  I  br.  DM  1.65. 

£mile  Boisacq 

Dictionnaire  etymologique  de  la  langue  grecquc.  Augment^e 
d'un  Index  par  Helmut  Rix.  4.  Aufl.  1950.  XXXII,  1256  S. 
br.  DM  46.20,  geb.  DM  51.70.   Index  allein  (132  S.)  br. 
DM  II.— . 
Hans  Krähe 

Lexikon  altillyrischer  Personennamen.  1929.  VIII,  174  S. 
br.  DM  10.40. 

A .  Leskien 

Litauisches  Lesebuch.  1919.  XX,  312  S.  br.  DM  6.60,  geb. 
DM  8.80.